Aktuelle Pressemitteilungen

COVID-19-Schutzimpfung für die Beschäftigten am Uniklinikum Würzburg

 

Stellungnahme des UKW zu den Veröffentlichungen in der Mainpost


In der Ausgabe der Mainpost vom 25.02.2021 ist ein zweiter Beitrag zur Corona-Impfung am UKW erschienen unter dem Titel „Warum die Würzburger Uniklinik schneller impft“. Darin wird erneut die Behauptung aufgestellt, dass das UKW von der gesetzlichen Impfverordnung abweiche.

 

In einem Gespräch mit der Redakteurin der Mainpost war das Impfkonzept des UKW ausführlich dargelegt worden. Selbstverständlich handelt das UKW entsprechend den Vorgaben der Impfverordnung und verfolgt ein nach den vorgegebenen Prioritäten gestuftes Konzept.

Da bereits allen Mitarbeiter/innen mit Kontakt mit COVID-Patienten ein Impftermin angeboten wurde und die Nachfrage deshalb in diesen Bereichen mittlerweile sinkt, befindet sich das UKW – anders als es in den Impfzentren der Kreisverwaltungsbehörden der Fall ist – entsprechend § 3 ImpfVO in der zweiten Prioritätsstufe.

 

Insgesamt hat sich gezeigt, dass die Impfbereitschaft bei allen Berufsgruppen sehr hoch ist – dies ist angesichts der Freiwilligkeit der Impfung überaus erfreulich.

Die positive Entwicklung bringt uns unserem Ziel näher, in Stadt und Region unseren Versorgungsauftrag für alle Patientengruppen auch weiterhin sicherstellen zu können.

 

Dabei geht es nach all unseren Erfahrungen einerseits darum, eine Infektion unserer Beschäftigten durch ihre Tätigkeit am Patienten zu vermeiden. Andererseits ist es aber genauso wichtig, sie vor einer SARS-CoV-2-Infektion außerhalb des UKW zu schützen, die dann ins Haus getragen wird und damit zu quarantänebedingten Ausfällen dieser und all ihrer Kontaktpersonen führt. Dies hat in der Vergangenheit die Funktionsfähigkeit einzelner Bereiche immer wieder gefährdet.

 

 

 

Uniklinikum Würzburg: Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V. sponsert Telefonkarten

Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ unterstützt stationäre Krebspatientinnen und -patienten des Uniklinikums Würzburg mit gesponserten Telefonkarten. So können auch finanziell Schwächere oder Bewegungseingeschränkte mit ihren Lieben in Verbindung bleiben.

Um die Telefonapparate in den Krankenzimmern des Uniklinikums Würzburg (UKW) benutzen zu können, benötigen die stationären Patientinnen und Patienten eine Pfandkarte. Diese ist an einer Reihe von Automaten erhältlich, wo sie auch mit einem Guthaben aufgeladen werden können. „Allerdings ist uns in den letzten Wochen aufgefallen, dass es eine ganze Reihe von onkologischen Patientinnen und Patienten gibt, die krankheitsbedingt in ihrer Mobilität so eingeschränkt sind, dass die an zentralen Orten aufgestellten Automaten für sie praktisch unerreichbar sind“, sagt Gabriele Nelkenstock, die Vorsitzende des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“. Erschwerend komme hinzu, dass die Betroffenen durch die Corona-Kontaktbeschränkungen des Klinikums für die Versorgung mit den Telefonkarten nicht auf die Hilfe ihrer Familien zurückgreifen können. „Darüber hinaus gibt es in unserer Gesellschaft viele Menschen, für die die an sich moderaten Telefongebühren bei einem längeren Krankenhausaufenthalt eine deutlich spürbare finanzielle Belastung sind“, ergänzt Nelkenstock. 

Telefonkarten an der Frauenklinik und der Medizinischen Klinik II

Um diesen beiden Zielgruppen unter die Arme zu greifen, startete „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ Anfang Februar dieses Jahres ein Pilotprojekt mit gesponserten Telefonkarten. „In Absprache mit der Klinikumsleitung haben wir der Frauenklinik und der Medizinischen Klinik II des UKW aufgeladene Telefonkarten im Wert von jeweils 750 Euro zur Verfügung gestellt, die von den Pflegekräften auf Nachfrage an die Bedürftigen ausgehändigt werden“, schildert die Vereinsvorsitzende. Durch die Unterstützung des für das Telefonabrechnungssystem zuständigen Dienstleisters Atos haben die gesponserten Chipkarten ein eigenes Design. Wenn sich das Vorhaben bewährt, ist geplant, pro Klinik nochmals Karten im Wert von jeweils 1.000 Euro nachzuschieben. 

Barrieren werden überwunden

„Gerade während einer physisch wie psychisch belastenden Krebstherapie ist der Kontakt für unsere Patientinnen und Patienten zu ihren Verwandten und Freunden enorm wichtig“, weiß Prof. Dr. Hermann Einsele. Der Direktor der Medizinischen Klinik II fährt fort: „Umso mehr freue ich mich, dass durch die Initiative von ‚Hilfe im Kampf gegen Krebs‘ Barrieren überwunden werden, die diesem zwischenmenschlichen Austausch im Wege stehen können.“ Und Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Universitäts-Frauenklinik, lobt: „Diese Umsicht, was die Bedürfnisse unserer Krebspatientinnen jenseits von medizinischer Betreuung und Pflege angeht, ist einfach typisch für Gabriele Nelkenstock und ihre Mitstreiter.“

Mehr zum Verein gibt es unter www.kampfgegenkrebs.de.

 

Spendenkonto:

Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.
Castell Bank Würzburg 
IBAN: DE74 7903 0001 0000 0092 45 

 

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Experten des Uniklinikums Würzburg informieren zum Thema Schlaganfall

Am Dienstag, den 16. März 2021, beantworten drei Experten des Uniklinikums Würzburg in einer Online-Veranstaltung laienverständlich Fragen rund um das Thema Schlaganfall. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

Jedes Jahr erleiden allein in Deutschland etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Weltweit zählt die Erkrankung zu den häufigsten Todesursachen, außerdem ist sie der häufigste Grund für eine Behinderung im Erwachsenenalter. Vor diesem Hintergrund haben Laien zu Recht viele Fragen: Wie beeinflussen Krankheiten wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, aber auch der individuelle Lebensstil das Schlaganfall-Risiko? Wann ist die Behandlung von verengten Halsgefäßen sinnvoll? Wie erkenne ich Symptome eines Schlaganfalls? Und wie werden Schlaganfallpatienten in der Region Mainfranken versorgt? 

Kompetente Antworten auf diese und weitere Fragen geben bei einer Online-Veranstaltung am Dienstag, den 16. März 2021, drei Experten des Uniklinikums Würzburg (UKW): Univ.-Prof. Dr. Karl Georg Häusler (Geschäftsführender Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik), Dr. Thorsten Odorfer (Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik sowie Koordinator des Telemedizin-Netzwerks Transit-Stroke) und Univ.-Prof. Dr. Stefan Frantz (Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW). 

Nach kurzen Vorträgen zur Prävention und Therapie des Schlaganfalls werden die Experten auch auf vorab – im Rahmen der Anmeldung – von den Teilnehmer*innen eingereichte Fragen eingehen. 

Das UKW organisiert die Veranstaltung gemeinsam mit der Mediengruppe Main-Post. Beginn ist um 18:00 Uhr unter Nutzung der Plattform „Skype for Business“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. 

Wichtig ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6009 oder unter http://akademie.mainpost.de.

 

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Drei Millionen Euro für Bayerns Ultrafeinstaub-Forschung

Das Bayerische Umweltministerium unterstützt einen breit angelegten Projektverbund zu Ultrafeinstaub in den kommenden drei Jahren mit drei Millionen Euro. Unter den Projektpartnern ist auch die HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg, die speziell die Auswirkungen von ultrafeinen Partikeln auf die Schleimhaut des oberen Atemtrakts untersuchen wird.

Vor wenigen Tagen gab Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber den Startschuss zu einem Projektverbund, der die Eigenschaften und die Wirkung von ultrafeinen Partikeln untersuchen soll. „Ultrafein“ steht für Partikeldurchmesser von unter 0,1 Mikrometer, was kleiner als beispielsweise Tabakrauch ist. Der Verbund mit dem Namen BayUFP hat sechs Teilprojekte, die von Forscher*innen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), der Universität Bayreuth, der Ludwig-Maximilians-Universität in München und dem Uniklinikum Würzburg (UKW) bearbeitet werden. In einigen Bereichen ist zudem das Helmholtz Zentrum München dabei. Geleitet wird der Verbund von Prof. Dr. Hans Drexler von der FAU.

Das Teilprojekt des UKW

Am UKW ist die von Prof. Dr. Stephan Hackenberg geleitete Arbeitsgruppe Onkologie der HNO-Klinik beteiligt. Der Stellvertretende Klinikdirektor erläutert: „Unsere Aufgabe im BayUFP ist die toxikologische Untersuchung der Schleimhaut des oberen Atemtrakts nach Exposition mit ultrafeinen Partikeln. Außerdem sollen Aussagen zu deren Auswirkungen auf die Funktionalität der Schleimhaut getroffen werden.“ Dazu zählen die Schädigung der Schleimhautbarriere, die Ausschüttung von Entzündungsstoffen und der Einfluss von Atemwegsschleim auf die schädigenden Eigenschaften der Partikel. 

Würzburger Zellkulturmodelle hilfreich

Besonders hilfreich sind hierbei komplexe Zellkulturmodelle aus Nasenschleimhaut, die seit Jahren in der Arbeitsgruppe Onkologie der Würzburger Universitäts-HNO-Klinik eingesetzt und kontinuierlich optimiert werden. 

Das Bayerische Umweltministerium hat für den gesamten Projektverbund knapp drei Millionen Euro für die kommenden drei Jahre bewilligt. Rund 298.000 Euro davon stehen für den Würzburger Part zur Verfügung.

Mehr zu BayUFP findet sich hier: www.ultrafeinepartikel.de

 

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Viola unterstützt das Würzburger Bündnis gegen Depression

Seit Kurzem ist die Aschaffenburger Sängerin und Diplom-Gesangspädagogin Viola die Schirmherrin der Würzburger Regionalgruppe des Deutschen Bündnisses gegen Depression. Mit diesem Engagement will sie dazu beitragen, psychische Erkrankungen zu enttabuisieren.

Weltweit – auch in Deutschland – erkranken etwa 16 bis 20 Prozent aller Menschen mindestens einmal im Leben an einer Depression. „Depressionen sind demnach häufige Erkrankungen. Trotzdem wird noch immer zu wenig darüber gesprochen“, bedauert Prof. Dr. Sarah Kittel-Schneider. Die Stellvertretende Klinikdirektorin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Uniklinikums Würzburg leitet auch die Würzburger Regionalgruppe des Deutschen Bündnisses gegen Depression e.V. Eines der zentralen Ziele des Vereins ist es, durch Offenheit und Aufklärung das Stigma weiter abzubauen, das mit psychischen Erkrankungen einhergeht. 

Selbst dunkle Zeiten überstanden

In Zukunft kann das Würzburger Bündnis hierbei verstärkt auf die Unterstützung der Aschaffenburger Sängerin Viola zählen: Sie übernahm im Januar 2021 die Schirmherrschaft der Regionalgruppe. Sie reiht sich damit ein neben Entertainer Harald Schmidt, dem Schirmherrn der Dachorganisation Stiftung Deutsche Depressionshilfe, und dem Kabarettisten Henni Nachtsheim, der als Schirmherr des Frankfurter Bündnisses gegen Depression fungiert. „Ich habe selbst dunkle Zeiten erlebt und zum Glück gut überstanden. Gerade deshalb möchte ich mithelfen, Depressionen und psychische Erkrankungen allgemein zu enttabuisieren“, sagt die Singer-Songwriterin Viola und fährt fort: „Es ist so wichtig, die Hoffnung zu verbreiten, dass Betroffenen geholfen werden kann und immer wieder herauszuarbeiten, wie sinnvoll es ist, über diese Themen zu sprechen.“

Veranstaltungen in Planung

Schon im September 2019 trat Viola, die ihren Musikstil als Alternative Soul bezeichnet, bei einem erfolgreichen Benefizkonzert in Kooperation mit dem Bündnis gegen Depression und der Marcé-Gesellschaft im Colos-Saal in Aschaffenburg auf. „Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die meisten Veranstaltungen des Bündnisses in 2020 leider abgesagt werden, aber in 2021 soll es wieder unterschiedliche öffentliche Aktivitäten geben – auch zusammen mit Viola“, kündigt Prof. Kittel-Schneider an. Die Planungen laufen, die Bekanntmachung der Termine folgt. Als Willkommensgruß veröffentlicht Viola am 19. Februar 2021 außerdem das Lied „Enter the Fray“. Ein Mutmachsong, der zum Kämpfen animiert und somit nicht passender sein könnte.

 

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Prof. Dr. Jens Maschmann: Erfahrener Manager im Vorstand des Uniklinikums Würzburg

Seit Beginn dieses Jahres ist Prof. Dr. Jens Maschmann der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg. Der Pädiater beschäftigt sich seit knapp zwei Jahrzehnten in verantwortlichen Positionen mit dem Management und der Weiterentwicklung großer Krankenhäuser – zuletzt als Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Jena.

Seit Beginn dieses Jahres ist Prof. Dr. Jens Maschmann der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg. Der Pädiater beschäftigt sich seit knapp zwei Jahrzehnten in verantwortlichen Positionen mit dem Management und der Weiterentwicklung großer Krankenhäuser – zuletzt als Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Jena.Der Start als Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW) Anfang Januar dieses Jahres war für Prof. Dr. Jens Maschmann eine räumliche Rückkehr zum Beginn seiner Medizinkarriere: 1988 leistete der in Bad Urach aufgewachsene Schwabe (Jahrgang 1969) einen Teil seines Bundeswehrdienstes an der Sanitätsschule der Luftwaffe am damaligen Standort Klingholz, nur 18 km südlich von Würzburg. Es schloss sich von 1989 bis 1996 das Humanmedizin-Studium an der Universität Tübingen an, bereichert durch einen zwischengeschalteten, einjährigen Erasmus-Studienaufenthalt in Bordeaux/Frankreich. 

Ehemaliger Kinderarzt am Uniklinikum Würzburg

Klinische Erfahrungen sammelte Jens Maschmann anschließend als Arzt im Praktikum und Assistenzarzt an der Universitäts-Kinderklinik Tübingen unter Leitung von Prof. Dr. Christian Speer. Als dieser im Jahr 1999 zum Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik berufen wurde, folgte ihm der damals 30-Jährige in die mainfränkische Metropole. Hier legte er im Jahr 2002 die Facharztprüfung für Pädiatrie ab. 

„Parallel zur kinderärztlichen Arbeit habe ich mich in das damals aufkommende leistungsgerechte Fallpauschalensystem, auch bekannt als DRG-System, eingearbeitet. Hinzu kamen diverse Digitalisierungsaufgaben an der Kinderklinik“, berichtet Maschmann. Aufgaben, die ihm nicht schwerfielen, denn nach eigenen Worten interessierte ihn die Optimierung von Abläufen im ärztlichen Alltag schon vorher. Für noch mehr Detail-Know-how in diesem Themenfeld absolvierte er im Jahr 2002 die Zusatzausbildung „Medizinische Informatik“. „Insgesamt wurde damals mein Interesse geweckt, zu verstehen, wie der ‚Organismus Klinikum‘ funktioniert und wie er sich gestalten lässt“, sagt der Ärztliche Direktor heute rückblickend. 

Wechsel zu Strategischer Planung und Qualitätsmanagement

Mit diesem Interesse und den dazu bereits erworbenen „handwerklichen“ Kenntnissen qualifizierte er sich für eine im Jahr 2002 ausgeschriebene Stelle als Leiter der Stabsstelle Strategische Planung am Evangelischen Krankenhaus in Bielefeld, die er bis 2006 ausfüllte. „Anfangs war ich innerlich noch hin- und hergerissen zwischen einer Laufbahn als Kinderarzt und einer managementorientierten Verwaltungskarriere“, bekennt der empathische Mediziner. Für den letztlich gewählten zweiten Weg sammelte er in den folgenden Jahren weiteres Wissen: mit der Zusatzbezeichnung „Ärztliches Qualitätsmanagement“ in 2004 und der Ausbildung zum KTQ-Visitor in 2006. KTQ ist die Abkürzung zu „Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen“. Dahinter steht eines der führenden Zertifizierungsverfahren für Krankenhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch das UKW ist seit 2013 KTQ-zertifiziert. „Ich halte die im Qualitätsmanagement gepflegten Prinzipien der kontinuierlichen Verbesserung und der Risikominimierung gerade in Krankenhäusern für fundamental wichtig“, unterstreicht Prof. Maschmann. Um hier die Entwicklung mit voranzutreiben, engagiert er sich seit dem Jahr 2005 in verschiedenen Positionen in der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (GQMG). Seit dem Jahr 2017 ist er deren Vorsitzender.

Während seiner Zeit in Bielefeld schuf das Uniklinikum Tübingen eine Stelle, die Jens Maschmann zurück an den Neckar und in die Universitätsmedizin zog: Im Jahr 2006 wurde er Geschäftsführer des dortigen „Zentralbereichs Medizin: Struktur-, Prozess-, Qualitätsmanagement“. Auch hier erweiterte er sein fachliches Rüstzeug, unter anderem durch ein berufsbegleitendes Studium zum Master of Business Administration an der SRH-Fernhochschule Riedlingen zwischen 2007 und 2009.

In Jena Bau-Erfahrungen gesammelt

Im Jahr 2014 lockte ihn die ausgeschriebene Stelle als Medizinischer Vorstand ans Uniklinikum Jena (UKJ). „Besonders herausfordernd und dadurch attraktiv war hierbei die seinerzeit laufende Zusammenführung der Patientenversorgung am Klinikstandort in Jena-Lobeda. Eine Maßnahme, die mit einem der bundesweit größten Bauvorhaben im Krankenhausbereich verbunden war“, erläutert Maschmann. Neben seinen Managementaufgaben am UKJ nutzte er die letzten Jahre, um seine wissenschaftliche Entwicklung abzurunden: In 2015 habilitierte er an der Uni Tübingen in der Kinder- und Jugendmedizin und wurde dort im vergangenen Jahr Außerplanmäßiger Professor für dieses Fach.

Geplante Erweiterung des UKW als einer der „Pull-Faktoren“

Jena war seine letzte Karrierestation vor dem Wechsel ans UKW. Was waren die Beweggründe für diesen weiteren Neustart? „Zum einen bin ich Würzburg und der Region aus meiner Zeit an der Universitäts-Kinderklinik nach wie vor sehr verbunden. Zum anderen habe ich aus der Ferne die sehr erfolgreiche Entwicklung der Würzburger Universitätsmedizin in den letzten Jahren interessiert mitverfolgt“, erläutert Maschmann. Ein wichtiger „Pull-Faktor“ war für ihn das Erweiterungsgelände Nord des UKW. Auf dem im Jahr 2019 erworbenen, zehn Hektar großen Areal will sich das Uniklinikum in den kommenden Jahren und Jahrzehnten baulich und strukturell weiterentwickeln. Unter anderem sollen dort ein neues Zentrum Frauen-Mutter-Kind und eine neue Kopfklinik entstehen. „Nachdem ich in Jena die Endphase eines solch großen Bauvorhabens begleiten konnte, freue ich mich jetzt darauf, ganz am Anfang einer so entscheidenden Entwicklung dabei sein zu können“, betont der Direktor. Bis auf dem Erweiterungsgelände Nord die Bagger rollen, sind eine Reihe von großen Baumaßnahmen im Bestand des UKW erfolgreich abzuwickeln – auch dies ist laut Maschmann mit fordernden Führungsaufgaben verbunden. 

Masterplan für die Standortentwicklung erarbeiten

Auf seiner Agenda steht ferner die Ausarbeitung eines Masterplans für die sonstige Entwicklung des Standorts. Wichtige Punkte dabei sind beispielsweise das Zusammenspiel des UKW mit außeruniversitären Einrichtungen oder die weitere Ausgestaltung von wegweisenden Strukturen wie dem NCT WERA. Die Abkürzung steht für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen, das von einem Verbund der Universitäten und Universitätsklinika in Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg getragen wird. Die Federführung des vom Bundesforschungsministerium geförderten Netzwerks hat die Würzburger Universitätsmedizin mit dem Comprehensive Cancer Center Mainfranken. 

„Was die tägliche Arbeitswelt am UKW angeht, freue ich mich als Teil des Vorstands darauf, mit allen Berufsgruppen ein Vorgehen zu definieren, das einerseits eine weiterhin bestmögliche Patientenversorgung gewährleistet und anderseits die Voraussetzungen schafft, dass die Arbeit am Klinikum auch Spaß macht“, kündigt der Ärztliche Direktor an. 

Non-Covid-Patienten im Blick behalten

Ein aktueller Prüfstein dabei ist natürlich das Management der Corona-Pandemie. „Hier muss unser Ziel sein, auch in Zukunft einen ‚atmenden‘ Klinikbetrieb zu ermöglichen: In Phasen mit höherem Aufkommen an Covid-19-Patienten müssen wir für diese den erforderlichen Platz schaffen; werden es weniger, können wir wieder zurückfahren. Und dies unter der Maßgabe, dass auch für die Non-Covid-Patienten immer ausreichend Kapazitäten vorhanden sind“, erläutert Maschmann. Als höchst hilfreich in diesem Prozess empfindet er die am UKW dazu innerhalb des letzten Jahres geschaffenen Strukturen, wie die Krankenhauseinsatzleitung (KEL).

Einer der jüngsten Ärztlichen Direktoren Deutschlands

Mit bei Dienstantritt am UKW 51 Jahren zählt Jens Maschmann zu den jüngsten Ärztlichen Direktoren der deutschen Universitätsklinika. Auch die Besetzung mit einem externen Experten ist bislang eher selten – traditionsgemäß übernehmen klinikumsintern langjährig bewährte Klinikdirektoren diese wichtige Führungsaufgabe. „Umso mehr freue ich mich über die Innovationsbereitschaft des Aufsichtsrates des UKW und das in mich gesetzte Vertrauen“, unterstreicht der neue Ärztliche Direktor.

 

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Lorbeeren für Genmutationsforschung

Mit der Entdeckung einer Mutation im LEMD2-Gen haben Brenda Gerull und Ruping Chen vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) bereits vor zwei Jahren das Spektrum der genetischen Ursachen für eine Herzinsuffizienz erweitert. Für die nachfolgende Entschlüsselung der molekularen Mechanismen, die der Mutation im Kernmembranprotein LEMD2 zugrunde liegen, wurde Ruping Chen jetzt von der European Society of Cardiology beim virtuellen Winter Meeting der Heart Failure Association mit dem Young Investigator Award ausgezeichnet. Darüber hinaus unterstützt die Deutsche Stiftung für Herzforschung die Biomedizinerin mit 60.000 Euro bei der Beantwortung der Frage, wie Mutationen im Kernhüllenprotein eine Kardiomyopathie auslösen können. Weiterhin darf sich Chen über ein Stipendium der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Höhe von 50.000 Euro freuen. Im Rahmen dieses Stipendiums möchte die Wissenschaftlerin LEMD2 Mutationen im Stammzellenmodell charakterisieren.

Die Biomedizinerin Ruping Chen (PhD) charakterisiert im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz LEMD2 Mutationen im Stammzellenmodell.
Ruping Chen (PhD) untersucht am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz die Folgen der LEMD2 Mutation im Mausmodell. © Kirstin Linkamp

Genetische Formen der Herzinsuffizienz – familiäre Kardiomyopathien – stehen im Department Kardiovaskuläre Genetik am DZH im Fokus der Forschung und Behandlung. Brenda Gerull und ihr Team suchen nach neuen Ursachen und Folgen, die zur Herzinsuffizienz führen. Mit Erfolg. So hat Ruping Chen entdeckt, dass eine Mutation im Kernmembranprotein LEMD2 eine schwere Form der Kardiomyopathie auslösen kann. Die Herzmuskelerkrankung verursacht bereits bei jungen Erwachsenen gefährliche Herzrhythmusstörungen, die zum plötzlichen Herztod führen können. Interessanterweise geht den Herzveränderungen eine Linsentrübung im frühen Kindesalter voraus, im Volksmund auch als grauer Star bekannt. Ähnlich wie bereits bekannte Mutationen im Lamin-Protein führen genetische Veränderungen im LEMD2-Protein zu Frühalterungskrankheiten, zu denen die Progerie gehört.

Mit der Erforschung des Kernmembranproteins LEMD2 das Puzzle vervollständigen

Obwohl an den Lamin-Proteinen, die zu Laminopathien führen, schon länger geforscht wird, sind die komplexen Mechanismen immer noch nicht vollständig verstanden. „Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, warum unsere Untersuchungen der Mutation im Kernmembranprotein LEMD2 am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz in der Wissenschaft derzeit auf großes Interesse stoßen“, mutmaßt Brenda Gerull. Mit der Entdeckung des veränderten „Alterungsgens“ und dessen molekularen Folgen haben die Kardiogenetikerin und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Ruping Chen einen wertvollen Beitrag zum weiteren Verständnis genetischer Kardiomyopathien geleistet.

Chen arbeitet schon länger an den Mechanismen der Alterung und konnte im November 2020 die Ergebnisse ihrer Arbeit während ihres PhD-Studiums am Institute of Aging Research der Hangzhou Normal University hochrangig im Journal Cell Metabolism1 veröffentlichen. In ihrer Promotion ging es um die Alterungsprozesse der Lunge, heute fokussiert sie sich auf die vorzeitige Alterung des Herzens und wie diese zu einer besonderen Form der arrhythmogenen Kardiomyopathie führt. Hierbei möchte sie die Mechanismen von LEMD2 Mutationen besser verstehen, um zukünftig entsprechende therapeutische Ansätze im Gesamtkomplex dieser Proteine zu finden.

Mutation in Mäusen ahmt menschlichen Phänotyp nach

Mit Hilfe der CRISPR-Cas9-Technologie wurde die humane LEMD2-Mutation namens p.L13R in ein Mausmodell eingebracht. Schon nach wenigen Wochen beobachtete Chen bei den Mäusen zelluläre Veränderungen am Herzen, die aber zunächst die Herzfunktion nicht beeinträchtigen. Nach neun Monaten entwickelten die Mäuse mit der Mutation eine Kardiomyopathie, die der beim Menschen beobachteten Form sehr ähnlich ist. Das heißt, die Herzhöhlen waren erweitert, Fachleute sprechen von einer Dilatation, die Herzfunktion war deutlich eingeschränkt, und es kam zu schweren Herzrhythmusstörungen, sogenannten Arrhythmien.

„Erstaunlicherweise waren die Herzmuskelzellen deutliche vergrößert, wohingegen das Herz keine Hypertrophie der Herzwände zeigte“, schildert Ruping Chen ihre Entdeckung, die sie auf folgende Vermutung brachte: „Wenn nur die Kardiomyozyten stark hypertrophiert sind, also nur die Muskelzellen und nicht das Herz vergrößert sind, dann sind wahrscheinlich bereits kurz nach der Geburt weniger Zellen vorhanden. Somit müsste ein früher Proliferationsdefekt vorliegen. Das heißt, die Zellen teilen sich nicht regelrecht. Die Hypertrophie stellt somit wahrscheinlich eine Kompensation dar.“

Was ist in der Kernmembran nicht in Ordnung?

Darüber hinaus beobachtete Ruping Chen, dass die Zellen vorzeitig altern und die DNA geschädigt ist. „Elektronenmikroskopische Aufnahmen des Zellkerns lassen vermuten, dass ein gestörter Reparaturmechanismus in der Kernmembran eine Rolle bei der Entstehung einer Kardiomyopathie spielen könnte“, berichtet Ruping Chen. „Im Zellkern werden zum Beispiel DNA-Schäden repariert, daher ist die Unversehrtheit der Kernmembran immens wichtig.“ Nun gilt es, die funktionellen und morphologischen Veränderungen am Herzen weiter zu charakterisieren und die molekularen Mechanismen und Signalwege zu finden, um mögliche Zielmoleküle für zukünftige Behandlungen zu definieren. „Welche Prozesse genau gestört sind, das müssen wir jetzt herauszufinden“, resümiert Ruping Chen.

Preisgekrönter Meilenstein

Ruping Chen ist seit vier Jahren Postdoc im Department Kardiovaskuläre Genetik. Der Gewinn des Young Investigator Awards beim Heart Failure Winter Research Meeting 2021 ist für die gebürtige Chinesin eine ganz besondere Auszeichnung – ein preisgekrönter Meilenstein in ihrer Forschung. Gilt das traditionelle Winter Meeting der Heart Failure Association (HFA) doch inzwischen als bester Grundlagen-Kongress zur Herzschwäche in Europa. Lorbeeren, auf denen sich die Wissenschaftlerin und Mutter eines zwei Jahre alten Sohnes jedoch keinesfalls ausruhen möchte. Im Gegenteil: Sie ist höchstmotiviert für die weiteren Untersuchungen. Rückenwind geben ihr die Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) mit einem Forschungsstipendium in Höhe von 50.000 Euro sowie die Deutsche Stiftung für Herzforschung mit einer Förderung in Höhe von 60.000 Euro 2.

1 https://doi.org/10.1016/j.cmet.2020.10.004

2 https://www.dshf.de/projekte.php

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