Aktuelle Pressemitteilungen

Infotag zu Neuroendokrinen Tumoren: Diagnose, Therapie und Leben mit der Erkrankung

Das Zentrum für Neuroendokrine Tumoren des Uniklinikums Würzburg lädt am Samstag, 10. Oktober 2026, Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie alle sonstigen Interessierten zu einem kostenlosen Informationstag ein. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen bei Diagnose, Therapie und Prognose sowie die Frage, wie sich das Leben mit der seltenen Tumorerkrankung bewältigen lässt.

 

Gebäude ZIM und ZOM mit Grünfläche und Terrassen
Der Infotag zu Neuroendokrinen Tumoren findet am 10. Oktober 2026 im Zentrum für Innere Medizin statt. © Thomas Pieruschek / UKW

Würzburg. Neuroendokrine Tumoren (NET) gehören zu den seltenen Krebserkrankungen. Sie entstehen aus Zellen des neuroendokrinen Systems und können sich hinsichtlich ihres Wachstums, ihrer biologischen Eigenschaften und ihrer Symptome stark unterscheiden. Entsprechend komplex sind Diagnose und Behandlung. „Allerdings entwickeln sich die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten kontinuierlich weiter und eröffnen neue Perspektiven für die Betroffenen“, unterstreicht Privatdozent Dr. Alexander Weich. Vor diesem Hintergrund lädt das von ihm geleitete Zentrum für Neuroendokrine Tumoren der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) am Samstag, 10. Oktober 2026, zu einem Informationstag ein. Die Veranstaltung richtet sich an Patientinnen und Patienten, deren Angehörige sowie alle sonstigen Interessierten. Sie findet ab 10:00 Uhr im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin (ZIM), Oberdürrbacher Straße 6, statt.

Aktuelles aus dem Würzburger NET-Zentrum

Zum Auftakt berichten PD Dr. Alexander Weich und PD Dr. Philipp Hartrampf über Neuigkeiten aus dem Würzburger NET-Zentrum. Die Einrichtung ist seit 2016 mit der Bezeichnung „European Neuroendocrine Tumor Society – Center of Excellence“ (ENETS CoE) zertifiziert. Als überregionale Anlaufstelle für Menschen mit neuroendokrinen Tumoren bündelt das Zentrum die Expertise verschiedener medizinischer Fachrichtungen und kann so stets topmoderne diagnostische und therapeutische Verfahren anbieten.
Anschließend erläutert Dr. Christof Däubler, was neuroendokrine Tumoren und ihre Behandlung so besonders macht.

Über die Kraft der Resilienz und die Bedeutung eines Angehörigenzentrums

Neben medizinischen Fragen nimmt der Infotag auch das Leben mit der Erkrankung in den Blick. Privatdozentin Dr. Elisabeth Jentschke spricht unter dem Titel „Mit neuroendokrinen Tumoren leben – Die Kraft der Resilienz“ darüber, welche psychischen Ressourcen dabei helfen können, mit den Belastungen einer Krebserkrankung umzugehen.

Außerdem stellt Gabriele Nelkenstock, 1. Vorsitzende des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs e. V.“, die Bedeutung eines Angehörigen- und Begleitzentrums vor. Am Beispiel des kürzlich gestarteten Projekts am Würzburger Rotkreuzhof zeigt sie, wie ein solcher Ort Betroffenen und ihren Familien Hoffnung, Entlastung und Unterstützung bieten kann.

Zeit für persönliche Fragen

Ab 11:30 Uhr besteht bei einem Imbiss Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Die Expertinnen und Experten stehen für individuelle Fragen zur Verfügung. Im Foyer informiert außerdem die Selbsthilfegruppe für neuroendokrine Tumoren über ihre Angebote.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist bis spätestens 5. Oktober 2026 über ein Online-Formular des UKW erforderlich, erreichbar unter www.ukw.de/medizin2, Rubrik „Veranstaltungen“.

Text: Pressestelle / UKW
 

Gebäude ZIM und ZOM mit Grünfläche und Terrassen
Der Infotag zu Neuroendokrinen Tumoren findet am 10. Oktober 2026 im Zentrum für Innere Medizin statt. © Thomas Pieruschek / UKW

Personalia vom 01.09.2026 +++ Wir gratulieren herzlich!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

Dr. Viktor Hartung, Oberarzt und Leiter Kardiovaskuläre und Thorakale Radiologie, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, wurde mit Wirkung vom 03.08.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet Radiologie erteilt.

Dr. Magnus Schindehütte, Facharzt, Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, wurde mit Wirkung vom 31.07.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet Experimentelle Neuroradiologie erteilt.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 01.09.2026

Für eine kompetenzorientierte Auswahl werdender Hebammen

Mira Pflanz hat die erste Promotion in Gesundheitswissenschaften an der Universitätsmedizin Würzburg absolviert. Die Forscherin untersucht, wie ein Auswahlverfahren für das duale Studium Hebammenwissenschaft aussehen könnte.

Portrait Mira Pflanz die in einem Flur steht.
Erste Promotionsabsolventin in den Gesundheitswissenschaften: Mira Pflanz arbeitet an der Uni Würzburg für den Studiengang Hebammenwissenschaft. (Bild: Martin Brandstätter / Universität Würzburg)

Der Unterschied zwischen einem Doktortitel medicinae (med.) und einem Dr. rerum medicarum (rer. medic.) mag auf den ersten Blick nicht ersichtlich sein. Er ist aber entscheidend: Ersteren Titel erhalten nach erfolgreicher Promotion Absolventinnen und Absolventen der Humanmedizin. Letzterer wird in medizinnahen Fächern wie beispielsweise in den Pflegewissenschaften oder in der Medizinpädagogik verliehen.

Die Medizinische Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) hat im Juli 2026 ihren ersten Dr. rer. medic. vergeben. Erhalten hat diesen die Hebamme und Berufspädagogin Mira Pflanz. Ihre Promotion schloss sie ab bei Professorin Sarah König am JMU-Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung. Pflanz selbst arbeitet am Institut für Hebammenwissenschaft im dazugehörigen Bachelorstudiengang, der seit dem Wintersemester 2022/2023 läuft und den sie mit aufgebaut hat.

Hebammen brauchen kommunikative und soziale Kompetenzen

Forschung und Lehre sind bei Mira Pflanz eng verzahnt: In ihrer Dissertation beschäftigte sie sich mit der Frage, wie man Studierende im Bewerbungsprozess für den dualen Studiengang Hebammenwissenschaft möglichst gut aussucht. „Der klassische Weg, nur aufgrund der Abiturnoten zu entscheiden, wer einen Studienplatz erhält, greift eher kurz. Denn die Studierenden sind sowohl an der Uni als auch bei einem Arbeitgeber tätig“, so die Forscherin. Wichtig seien neben kognitiven Fähigkeiten auch vor allem das Kommunikations- und Sozialverhalten, da Hebammen Schwangere und deren Familien vor, während und nach einer Geburt begleiten.

Wer ist also für diese Tätigkeit geeignet? Um das beantworten zu können, evaluierte Pflanz ein Konzept, das aus Kanada stammt: das Multiple Mini-Interview (MMI). Die Idee dahinter ist, dass Bewerbende an mehreren Interviews teilnehmen, die jeweils fünf Minuten dauern. An jeder Station gibt es eine neue Aufgabe; gegenüber sitzt jedes Mal eine andere Person – eine Hebamme, eine Ärztin, ein Arzt oder eine Person aus der Forschung.

„Für dieses ‚Speeddating‘ haben wir standardisierte und an Kompetenzprofilen ausgerichtete Kriterien festgelegt, um einen ausgewogenen Vergleich zu ermöglichen. An den Stationen wird getestet: Ist die Person empathisch, motiviert? Ist sie reflexions- und konfliktfähig?“, nennt Pflanz einige Beispiele. Bei zwei Interviewstationen müssen die Bewerbenden mehr als nur Fragen beantworten. Dort können sie beispielsweise in simulierten Situationen zeigen, wie sie auf eine Person oder eine Anforderung reagieren.

Kompetente Hebammen ausbilden

Als Testpersonen für ihre Studie dienten Mira Pflanz die ersten Bewerberinnen für den Studiengang. Das Ergebnis: „Das Verfahren war gut machbar und psychometrisch verlässlich. Teilnehmerinnen empfanden es als fair, und es fand viel Akzeptanz“, so Pflanz. Sie betont aber, dass die Gruppe damals sehr homogen gewesen sei. Künftige Untersuchungen bräuchten also diversere Gruppen, um mehr Aussagekraft zu ermöglichen.

Die MMI weiterentwickeln: Daran arbeitet Mira Pflanz aktuell in Forschung und Lehre. „Am Ende der Interviews erhält jede Bewerberin einen MMI-Score, der Grundlage für die Zulassung ist. Womit wir uns nun beschäftigen, ist die Frage, ob und inwiefern diese Punktzahl Vorhersagen ermöglicht, wie erfolgreich das Studium, die praktische Ausbildung und möglicherweise sogar der weitere Berufsweg verlaufen.“

Dass MMI kein Allheilmittel für den Bewerbungsprozess darstellen, ist der Wissenschaftlerin bewusst. „Aber sie sind definitiv eine gute Ergänzung zum Notendurchschnitt. Schließlich profitieren am meisten die Familien davon, wenn die Hebamme sowohl persönlich als auch akademisch geeignet ist.“

Mira Pflanz‘ Lebenslauf

Geboren und aufgewachsen in Göttingen, absolvierte Mira Pflanz 1999 das Examen zur Hebamme. Dann arbeitete sie in einer hessischen Klinik und anschließend freiberuflich in einem Geburtshaus. Schon damals engagierte sich Pflanz nebenbei in der Lehre und bildete unter anderem Pflege- und Rettungskräfte aus.

Von 2006 bis 2011 studierte sie Berufspädagogik für Gesundheitsberufe in Fulda und Kassel. An der Hochschule Fulda baute Mira Pflanz einen Modellstudiengang in Hebammenkunde mit auf – damals einer von dreien in Deutschland.

2015 folgte ein dreijähriger Aufenthalt in Großbritannien. Dort arbeitete Mira Pflanz für das staatliche Gesundheitssystem, den National Health Service. 2018 kehrte sie nach Deutschland zurück, war aber für die englische Universität Southampton tätig. Seit 2022 arbeitet die Wissenschaftlerin in Würzburg für den Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft an der JMU.

Kontakt

Dr. Mira Pflanz, Institut für Hebammenwissenschaft, T +49 931 201-55234, Pflanz_M@ ukw.de 
 

Portrait Mira Pflanz die in einem Flur steht.
Erste Promotionsabsolventin in den Gesundheitswissenschaften: Mira Pflanz arbeitet an der Uni Würzburg für den Studiengang Hebammenwissenschaft. (Bild: Martin Brandstätter / Universität Würzburg)

Vielfältige Infos anlässlich des Weltschlaganfalltags

Bei einer Veranstaltung zum Weltschlaganfalltag am Samstag, 24. Oktober 2026, informieren Expertinnen und Experten des Universitätsklinikums Würzburg über das Erkennen, Behandeln und Vorbeugen von Schlaganfällen. Neben Vorträgen bietet der kostenlose Infotag Untersuchungen, Informationsstände und medizinische Simulationen. Für die Teilnahme ist eine rechtzeitige Anmeldung wichtig.

 

Bei einem Mann wird eine Dopplersonographie am Hals durchgeführt.
Die am Weltschlaganfalltag 2026 am Uniklinikum Würzburg kostenlos angebotene Dopplersonographie hat eine zentrale Bedeutung bei der Schlaganfallprävention, da sie Gefäßverengungen und Durchblutungsstörungen der hirnversorgenden Gefäße frühzeitig sichtbar macht, noch bevor Symptome auftreten. © Daniel Peter / UKW

Würzburg. Wie erkennt man einen Schlaganfall – und was muss dann möglichst schnell geschehen? Welche Rolle spielen Herzrhythmusstörungen, verengte Halsschlagadern sowie erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt ein Informationstag des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) anlässlich des Weltschlaganfalltags 2026. Die Veranstaltung richtet sich an Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie alle sonstigen Interessierten. Sie findet am Samstag, 24. Oktober 2026, ab 10 Uhr im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI), Am Schwarzenberg 15, Haus A15, in Würzburg statt.

Nach der Begrüßung durch Dr. Christian Hametner von der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW widmen sich Fachleute verschiedener Disziplinen in kurzen Vorträgen zentralen Fragen rund um Schlaganfall und Schlaganfallprävention.

Schlaganfallerkennung und prähospitale Abläufe

Welche Symptome sind bei einem Schlaganfall besonders typisch? Was ist im Ernstfall als Erstes zu tun – und warum zählt dabei jede Minute? Diese Fragen beantwortet Dr. Andreas Klinger von der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie.

Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Wie hängen Herzrhythmusstörungen und Schlaganfall zusammen? Warum erhöht insbesondere Vorhofflimmern das Risiko? Und welche Möglichkeiten gibt es, rechtzeitig gegenzusteuern? Darüber informiert Prof. Dr. Thomas Fischer von der Medizinischen Klinik und Poliklinik I.

Halsschlagader verstopft – was tun?

Wie gefährlich ist eine Verengung der Halsschlagader? Wann reicht eine medikamentöse Behandlung aus und wann ist ein Eingriff sinnvoll? Welche Verfahren stehen dafür zur Verfügung? Diesen Fragen gehen Privatdozent Dr. Frank Schönleben von der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie sowie Dr. Marius Vogt vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie nach.

Zucker und Fette entgleist?

Welche Bedeutung haben erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte für das Schlaganfallrisiko? Welche Werte sollte man kennen und was lässt sich vorbeugend tun? Antworten hierzu gibt Dr. Alicja Kunikowska von der Medizinischen Klinik und Poliklinik I. 

Den Abschluss des Vortragsprogramms bildet um 11:45 Uhr eine Zusammenfassung durch Dr. Hametner.

Untersuchungen und medizinische Simulationen

Über die Vorträge hinaus können die Besucherinnen und Besucher an Informationsständen im Foyer Wissenswertes rund um das Thema Schlaganfall erfahren. Ab 12 Uhr werden in den Seminarräumen zudem kostenfreie Untersuchungen und medizinische Simulationen angeboten. Dazu gehört eine Duplex-/Dopplersonographie der hirnversorgenden Gefäße. Zudem zeigen Fachleute aus der interventionellen Neuroradiologie, wie Blutgerinnsel aus Hirngefäßen entfernt werden können. Bei einer weiteren Simulation aus der interventionellen Kardiologie geht es um die Behandlung von Vorhofflimmern.

Die Teilnahme am Informationstag ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist bis spätestens 19. Oktober 2026 über ein Online-Formular des UKW erforderlich, erreichbar unter www.ukw.de/neurologie, Rubrik „Veranstaltungen“.

Text: Pressestelle / UKW
 

Bei einem Mann wird eine Dopplersonographie am Hals durchgeführt.
Die am Weltschlaganfalltag 2026 am Uniklinikum Würzburg kostenlos angebotene Dopplersonographie hat eine zentrale Bedeutung bei der Schlaganfallprävention, da sie Gefäßverengungen und Durchblutungsstörungen der hirnversorgenden Gefäße frühzeitig sichtbar macht, noch bevor Symptome auftreten. © Daniel Peter / UKW

Im regionalen Netzwerk zum Cochlea-Implantat

Nach der Operation: Versorgung Hand in Hand / Mehr als 3.500 Implantationen durchgeführt

Gemeinsam Orientierung geben (von links): CI-Trägerin Karola Bicking, PD Dr. Johannes Völker und Philipp Trabert sprechen mit einem Interessenten über Chancen, Grenzen und den weiteren diagnostischen Weg einer möglichen CI-Versorgung.  Foto: A. Trabert
Gemeinsam Orientierung geben (von links): CI-Trägerin Karola Bicking, PD Dr. Johannes Völker und Philipp Trabert sprechen mit einem Interessenten über Chancen, Grenzen und den weiteren diagnostischen Weg einer möglichen CI-Versorgung. Foto: A. Trabert

Würzburg. Wenn selbst optimal angepasste Hörgeräte kein ausreichendes Sprachverstehen mehr ermöglichen, kann ein Cochlea-Implantat (CI) eine Option sein. Doch die Aussicht auf eine Operation wirft viele Fragen auf. Um den Betroffenen eine frühzeitige Orientierung zu geben, bietet das Uniklinikum Würzburg (UKW) zusammen mit Hörakustik-Unternehmen aus Würzburg und Umgebung seit einigen Jahren gemeinsame Beratungstermine an. Dieses hilfreiche regionale Netzwerk soll in Zukunft nach Möglichkeit noch ausgebaut werden. Wie eine solche Serviceleistung aussehen kann, zeigt das Beispiel der jetzt einjährigen Zusammenarbeit mit dem Hörakustik-Fachgeschäft Trabert. 

Drei Perspektiven an einem Tisch

Bei den Terminen im Würzburger Traditionsunternehmen in der Theaterstraße kommen medizinische Expertise, hörakustische Beratung und persönliche Erfahrung zusammen. So steht für medizinische Fragen Privatdozent Dr. Johannes Völker, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten sowie Geschäftsführer des Comprehensive Hearing Centers (CHC) Würzburg, zur Verfügung. Das Hörakustik-Team von Trabert ordnet die bisherige Hörgeräteversorgung sowie die technischen Aspekte ein. Zusätzlich berichtet eine erfahrene CI-Trägerin aus dem Alltag mit dem Implantat. Das Gespräch ist unverbindlich und bietet eine erste Information. Es ersetzt weder die fachärztliche Untersuchung noch die vollständige CI-Diagnostik. Laut Dr. Völker ist das Ziel vielmehr, Unsicherheiten abzubauen und zu klären, ob eine Vorstellung im spezialisierten Hörzentrum des UKW der nächste sinnvolle Schritt sein könnte. „Ein Cochlea-Implantat kann bei passender Indikation das Sprachverstehen verbessern. Ob es im Einzelfall sinnvoll ist, lässt sich jedoch erst nach einer umfassenden medizinischen und audiologischen Diagnostik beurteilen. Ebenso wichtig ist eine realistische Darstellung der individuellen Chancen und Grenzen“, betont Völker. Das UKW versorgt seit 1991 Menschen mit Cochlea-Implantaten. Seither wurden dort mehr als 3.500 Implantationen durchgeführt.

Nach der Operation: Versorgung Hand in Hand

Eine CI-Versorgung endet nicht mit der Operation. Das Hören mit dem Implantat ist zunächst ungewohnt; Hören und Sprachverstehen müssen schrittweise trainiert werden. Die lebenslange medizinische und audiologische Nachsorge bleibt deshalb im CHC verankert. Dort werden unter anderem die Hör- und Sprachentwicklung kontrolliert und die Sprachprozessoren optimiert.

Im Rahmen der Kooperation ergänzt Trabert die Versorgung in enger Abstimmung mit dem CI-Zentrum um eine wohnortnahe technische Betreuung. Dazu gehören Feinanpassungen des Sprachprozessors sowie Unterstützung bei Apps, Zubehör, Ersatzteilen, Reparaturen und Fragen zum alltäglichen Umgang mit der Hörtechnik. Medizinische, audiologische und technische Betreuung sollen so verlässlich ineinandergreifen. „Viele technische Fragen entstehen erst im Alltag. Wenn Klinik und Hörakustik eng abgestimmt arbeiten, erhalten Betroffene schnell die passende Unterstützung – vom Ersatzteil bis zur Prozessoreinstellung“, sagt Philipp Trabert, Ingenieur der Hörakustik bei „Trabert – Meine Hörwelt“.

Netzwerk weiter ausbauen

„Nach den guten Erfahrungen aus über 100 Beratungsgesprächen bei Trabert und anderen mit uns kooperierenden Fachgeschäften in den letzten drei Jahren wollen wir jetzt unser Netzwerk mit den regionalen Hörakustik-Firmen sowie den niedergelassenen HNO-Ärztinnen und -Ärzten noch deutlich weiter ausbauen“, berichtet Völker. Deshalb lädt die HNO-Klinik des UKW am 14. Oktober 2026 Vertreterinnen und Vertreter aus diesen Zielgruppen zum Netzwerktreffen „Hören – innovativ denken: vernetzt, individuell“ ein. Weitere Details finden sich unter www.ukw.de/hno-klinik, Rubrik „Veranstaltungskalender“.

Zur Absprache eines Beratungstermins kontaktieren Menschen mit stark eingeschränktem Sprachverstehen Trabert – Meine Hörwelt unter Tel. 0931 304187-17 oder E-Mail: wuerzburg@trabert.info. Für eine spezialisierte Hörimplantate-Diagnostik, Beratung und lebenslange Nachsorge steht das Comprehensive Hearing Center Würzburg des UKW unter Tel. 0931 201-21777 oder E-Mail: chc@ukw.de zur Verfügung.

Gemeinsam Orientierung geben (von links): CI-Trägerin Karola Bicking, PD Dr. Johannes Völker und Philipp Trabert sprechen mit einem Interessenten über Chancen, Grenzen und den weiteren diagnostischen Weg einer möglichen CI-Versorgung.  Foto: A. Trabert
Gemeinsam Orientierung geben (von links): CI-Trägerin Karola Bicking, PD Dr. Johannes Völker und Philipp Trabert sprechen mit einem Interessenten über Chancen, Grenzen und den weiteren diagnostischen Weg einer möglichen CI-Versorgung. Foto: A. Trabert

Welttag der Patientensicherheit: UKW setzt Zeichen für sichere Versorgung

Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit erstrahlt das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) am Abend des 16. und 17. Septembers 2026 in orangefarbenem Licht. Die Aktion wird durch einen Informationsstand sowie Beiträge auf den Social-Media-Kanälen der Klinik ergänzt. Der diesjährige Welttag lenkt den Blick auf die sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen.

Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit erstrahlen das Zentrum für Innere Medizin (ZIM) und das Zentrum für Operative Medizin (ZOM) am Abend des 16. und 17. September 2026 in orangefarbenem Licht. © Katrin Heyer, KI-bearbeitet (orange eingefärbt und Abendstimmung ergänzt)
Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit erstrahlen das Zentrum für Innere Medizin (ZIM) und das Zentrum für Operative Medizin (ZOM) am Abend des 16. und 17. September 2026 in orangefarbenem Licht. © Katrin Heyer, KI-bearbeitet (orange eingefärbt und Abendstimmung ergänzt)

Würzburg. Weltweit gehören chronische, nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen oder psychische Erkrankungen zu den häufigsten Ursachen für Krankheit, Einschränkungen der Lebensqualität und vorzeitige Sterblichkeit. Die Versorgung dieser Patientinnen und Patienten erstreckt sich häufig über viele Jahre hinweg und umfasst Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation, Pflege und Nachsorge. Dabei sind zahlreiche Berufsgruppen und unterschiedliche Versorgungsbereiche beteiligt. Gerade an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung sowie zwischen medizinischer, pflegerischer und rehabilitativer Betreuung ergeben sich besondere Herausforderungen für die Patientensicherheit.

Deshalb beteiligt sich das UKW erneut am diesjährigen Welttag der Patientensicherheit, der am Donnerstag, dem 17. September 2026, begangen wird. Unter dem Motto „Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“ macht das Klinikum auf verschiedene Aspekte der Patientensicherheit aufmerksam.

Orange als Zeichen für Patientensicherheit

Am Abend des 16. und 17. Septembers erstrahlen das Zentrum für Innere Medizin (ZIM) und das Zentrum für Operative Medizin (ZOM) in der Oberdürrbacher Straße in orangefarbenem Licht. Die Farbe Orange steht weltweit für den Welttag der Patientensicherheit.

Mitmachen und ins Gespräch kommen

Als ergänzendes Informationsangebot steht am 17. September ab 8 Uhr an der Pforte des ZIM ein Infostand für Beschäftigte, Besucherinnen und Besucher sowie Patientinnen und Patienten bereit. Ein Glücksrad lädt dazu ein, das eigene Wissen rund um chronische Erkrankungen und Patientensicherheit zu testen. An einer Pinnwand können Gedanken, Erfahrungen und persönliche Perspektiven zum Thema Patientensicherheit geteilt werden.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit dem Fachbereich Medizinisches Risikomanagement der Stabsstelle Medizinisches Qualitäts-, Risiko- und Datenmanagement (QRD) des UKW ins Gespräch zu kommen und sich über dessen Arbeit sowie die Bedeutung des Risikomanagements für eine sichere Patientenversorgung zu informieren. „Wir haben gemeinsam die Aufgabe, Risiken systematisch zu erkennen, Fehlerquellen zu analysieren und wirksame Präventionsmaßnahmen umzusetzen. Dabei geht es um nicht die Suche nach Schuldigen, sondern um eine offene Fehlerkultur, damit kontinuierliche Verbesserungen ermöglicht werden. Patientensicherheit entsteht durch gut qualifizierte Mitarbeitende, klare Verantwortlichkeiten und das konsequente Lernen aus Ereignissen und Beinahe-Fehlern.“ So Dr. Ulf Dennler, Qualitätsmanagementbeauftragter am UKW. 

Anlässlich des Welttags werden auf den Social-Media-Kanäle des UKW verschiedene Themen rund um die Patientensicherheit und die Versorgung chronisch erkrankter Menschen, darunter Harninkontinenz, behandelt.

Der Welttag der Patientensicherheit – einer der globalen Gesundheitstage der WHO

Der ursprünglich vom Aktionsbündnis Patientensicherheit initiierte Welttag der Patientensicherheit findet seit 2019 am 17. September statt. Das deutsche Motto lautet in diesem Jahr „Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“. Damit werden das Schwerpunktthema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „Safe care for noncommunicable diseases” und der Leitspruch „Safe care for life!” aufgegriffen. Anlässlich des Welttages der Patientensicherheit finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen statt.

 

Text: Annika Wolf / UKW

Herzschwäche: Wer profitiert von Telemedizin?

DZHI-Studie zeigt: Erfolg der Fernbetreuung hängt stark von Lebenssituation und Geschlecht ab

Herzinsuffizienz-Pflegekraft sitzt am Schreibtisch und hält Telefon am Ohr.
HI-Nurses wie Constanze Richter vom DZHI riefen im Rahmen der E-INH-Studie die Patientinnen und Patienten aus der Interventionsgruppe zusätzlich zur Standardversorgung 18 Monate lang regelmäßig an, schulten sie in der Selbstüberwachung von Blutdruck und Herzschlag sowie im Erkennen von Herzinsuffizienzzeichen wie Wassereinlagerungen in den Knöcheln, fragten die Ergebnisse des Selbstmonitorings ab und optimierten die medikamentöse Therapie gemeinsam mit dem ärztlichen Personal. © Arnika Hansen / UKW

Eine neue Analyse der E-INH-Studie des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) Würzburg zeigt, dass eine Fernbetreuung durch spezialisierte Pflegekräfte nicht für alle Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz gleichermaßen wirksam ist. Das Geschlecht und der Familienstand beziehungsweise die soziale Lebenssituation spielen eine wichtige Rolle: Verheiratete Frauen und unverheiratete Männer profitierten am stärksten von der Intervention, während unverheiratete Frauen mit Fernbetreuung sogar schlechter abschnitten als mit der üblichen Versorgung.

Würzburg. Telemedizinische Betreuung kann Menschen mit Herzinsuffizienz helfen, länger zu leben und ihre Lebensqualität zu verbessern. Das zeigten bereits einige Studien, unter anderem die vom Forschungsministerium (BMFTR) geförderte erweiterte INH-Studie (E-INH = Extended Interdisciplinary Network Heart Failure (DOI: 10.1016/j.jchf.2022.10.016). Darin untersuchte das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) Würzburg des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) die langfristigen Auswirkungen eines von spezialisierten Pflegekräften koordinierten telemedizinischen und betreuenden Programms (HeartNetCare-HF). Eine Herzinsuffizienz-Pflegekraft rief die Patientinnen und Patienten aus der Interventionsgruppe zusätzlich zur Standardversorgung 18 Monate lang regelmäßig an, schulte sie in der Selbstüberwachung von Blutdruck und Herzschlag sowie im Erkennen von Herzinsuffizienzzeichen wie Wassereinlagerungen in den Knöcheln, fragte die Ergebnisse des Selbstmonitorings ab und optimierte die medikamentöse Therapie gemeinsam mit dem ärztlichen Personal. Die 42-monatige Nachbeobachtung erfolgte ohne Intervention. 

Wechselwirkungen zwischen den Faktoren Geschlecht, Familienstand und Versorgung

Das Studienteam wollte nun in einer Zweitauswertung wissen, ob wirklich alle gleichermaßen von einer Betreuung durch eine sogenannte HI-Nurse profitieren? „Offenbar nicht“, resümiert Dr. Fabian Kerwagen, Kardiologie und Erstautor der im Journal Circulation: Population Health and Outcomes publizierten Ergebnisse. „Unsere Analysen ergaben spannende und aufschlussreiche Wechselwirkungen zwischen den Faktoren Geschlecht, Familienstand und Versorgung.“ 

Unverheiratete Frauen zogen keine Vorteile aus der Fernbetreuung

Verheiratete Frauen profitierten am meisten von der 18-monatigen Fernbetreuung. Nach fünf Jahren betrug die Gesamtsterblichkeit 28 Prozent. Im Vergleich dazu lag diese bei unverheirateten Männern, welche die übliche Versorgung erhielten, bei 60 Prozent. „Es hat uns daher nicht überrascht, dass für alleinlebende Männer die telemedizinische Betreuung durch eine spezialisierte Pflegekraft von Vorteil war“, sagt Fabian Kerwagen. „Überrascht hat uns jedoch, dass unverheiratete Frauen keinen Nutzen aus der Fernbetreuung ziehen. In unserer Analyse schnitten unverheiratete Frauen mit Fernbetreuung sogar etwas schlechter ab als diejenigen mit Standardversorgung.“ 

Telemedizin funktioniert offenbar nicht nach einer einheitlichen Schablone

Warum die unterschiedlichen Wechselwirkungen zwischen Geschlecht und Familienstand bestehen und die Art der Betreuung nicht für alle Patientinnen und Patienten gleichermaßen passend war, lässt sich aus den vorliegenden Daten noch nicht beantworten. „Die Ergebnisse zeigen uns jedoch, dass wir genau hinschauen müssen, wie Patientinnen und Patienten unsere Betreuung tatsächlich erleben. Ein regelmäßiger Anruf kann für den einen Menschen eine wertvolle Unterstützung sein, während er bei einem anderen vielleicht nicht die gleiche Wirkung entfaltet. Deshalb sollten wir bei telemedizinischen Interventionen künftig auch die sozialen und psychologischen Bedürfnisse und die Lebenssituation unserer Patientinnen und Patienten berücksichtigen“, kommentiert Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter des Departments Klinische Forschung und Epidemiologie am DZHI sowie des Fortbildungsprogramms für Herzinsuffizienz-Pflegekräfte und Spezialisierte Herzinsuffizienz-Assistenz am DZHI. 

Bei alleinstehenden Frauen könnte die Beziehung zur in der Regel weiblichen betreuenden Pflegekraft beispielsweise eine andere Rolle spielen als bei alleinstehenden Männern. Auch die Art und Weise, wie die telefonischen Gespräche geführt wurden und wie sie wahrgenommen wurden, könnte einen Einfluss haben. Ebenso ist denkbar, dass die regelmäßigen Kontakte bei alleinlebenden Frauen nicht die gewünschte soziale Unterstützung bieten oder diese sogar als zusätzliche Belastung empfunden werden.

Wenn soziale Verbundenheit Teil der Therapie wird

Fabian Kerwagen nennt das Stichwort Einsamkeit, zu dem das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gerade eine Aktionswoche veranstaltete. „Unsere neue E-INH-Auswertung liefert einen interessanten neuen Aspekt zur Debatte um Social Connectedness – also wie stark Menschen sozial eingebunden sind und wie sehr sie sich mit anderen verbunden fühlen“, sagt der Clinician Scientist. Wie wichtig soziale Beziehungen für die Gesundheit sind, zeigte eine große Metaanalyse von Julianne Holt-Lunstad et al. (https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316): Menschen mit stärkeren sozialen Beziehungen hatten eine deutlich höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als Menschen mit schwächeren sozialen Beziehungen. Die Bedeutung sozialer Beziehungen für die Sterblichkeit ist demnach vergleichbar mit etablierten Risikofaktoren wie Rauchen und Alkohol. 

„Unsere Analyse wirft nun eine weiterführende Frage auf: Was passiert, wenn eine medizinische Intervention selbst eine soziale Interaktion beinhaltet?“, fragt Kerwagen.  Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht jede Form der sozialen Unterstützung für alle Menschen gleichermaßen funktioniert. Geschlecht und soziale Lebenssituation könnten demnach beeinflussen, wie eine solche Betreuung angenommen wird und welchen Nutzen sie entfaltet. „Wenn Einsamkeit ein Gesundheitsrisiko ist und soziale Beziehungen Teil der Medizin sind, dann müssen wir soziale Interventionen möglicherweise ebenso individuell anpassen wie andere Therapien“, resümiert Fabian Kerwagen. 

Um zu untersuchen, ob und welche Anpassungen der telemedizinischen Interventionen an das Geschlecht und den Familienstand der Patientinnen und Patienten die Behandlungsergebnisse bei Menschen mit Herzinsuffizienz optimieren, sind laut den Autorinnen und Autoren zukünftige Studien erforderlich.

Daten zur erweiterten INH-Studie: 

An der E-INH-Studie nahmen 1.022 Personen teil, die zwischen den Jahren 2004 und 2007 aufgrund einer akuten systolischen Herzinsuffizienz mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion von 40 Prozent oder niedriger* ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Darunter waren 292 Frauen (28 %) und 730 Männer. Das Durchschnittsalter war 68 Jahre. 1.008 der Studienteilnehmenden machten Angaben zu ihrem Familienstand. 111 Frauen (63 %) gaben an, verheiratet zu sein, 174 waren unverheiratet, verwitwet oder geschieden. Bei den Männern waren 522 verheiratet und 201 unverheiratet, verwitwet oder geschieden. 

Die Hälfte der Teilnehmenden erhielt zusätzlich zur Standardversorgung 18 Monate lang eine Fernbetreuung durch eine auf Herzinsuffizienz spezialisierte Pflegekraft. Die 42-monatige Nachbeobachtung erfolgte ohne Intervention. Die Wechselwirkungen zwischen Fernbetreuung, Geschlecht und Familienstand hinsichtlich Gesamtmortalität und/oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz wurden nach 18 und 60 Monaten untersucht. 

Nach 60 Monaten reichte die Gesamtmortalität von 28 % bei verheirateten Frauen, die die Fernbetreuung erhielten, bis zu fast 60 % bei unverheirateten Männern, die die übliche Versorgung erhielten.

Die ersten Ergebnisse wurden im Jahr 2023 im Journal of the American College of Cardiology (JACC): Heart Failure veröffentlicht. Fazit: Im Vergleich zur üblichen Versorgung führte die zusätzliche Betreuung mit HeartNetCare-HF insgesamt zu einer höheren Überlebensrate und besseren Lebensqualität. Zudem mussten die telemedizinisch betreuten Patientinnen und Patienten seltener wegen einer Herzschwäche ins Krankenhaus.

* Bei einer systolischen Herzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr kräftig genug, um ausreichend Blut in den Körper zu pumpen. Die linke Herzkammer pumpt dabei pro Herzschlag höchstens 40 Prozent der Blutmenge aus, die sie enthält. Bei einer diastolischen Herzinsuffizienz kann sich der Herzmuskel nicht ausreichend entspannt bzw. ist versteift und füllt sich dadurch schlechter mit Blut.

Publikation: Fabian Kerwagen, Susanne Sehner, Judith Albert, Caroline Morbach, Gülmisal Güder, Karl Wegscheider, Hermann Faller, Stefan Frantz, Georg Ertl, Christiane E. Angermann*, Stefan Störk*. Effect modification of remote patient management by sex and marital status among patients with heart failure in Germany: Findings from the Extended Interdisciplinary Network Heart Failure Trial. Circulation: Population Health & Outcomes. Aug 17, 2026, doi: 10.1161/CIRCOUTCOMES.125.012770
*geteilte Letztautorenschaft

 

Herzinsuffizienz-Pflegekraft sitzt am Schreibtisch und hält Telefon am Ohr.
HI-Nurses wie Constanze Richter vom DZHI riefen im Rahmen der E-INH-Studie die Patientinnen und Patienten aus der Interventionsgruppe zusätzlich zur Standardversorgung 18 Monate lang regelmäßig an, schulten sie in der Selbstüberwachung von Blutdruck und Herzschlag sowie im Erkennen von Herzinsuffizienzzeichen wie Wassereinlagerungen in den Knöcheln, fragten die Ergebnisse des Selbstmonitorings ab und optimierten die medikamentöse Therapie gemeinsam mit dem ärztlichen Personal. © Arnika Hansen / UKW