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Erstmals in Bayern: „MusiCare“ bündelt Kompetenzen von Musik und Medizin in Würzburg

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht sowohl die gesundheitliche Förderung von Musikerinnen und Musikern als auch die Erforschung der Wirkung von Musik auf den Menschen über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Die Kooperationsvereinbarung „MusiCare“ zwischen der Hochschule für Musik Würzburg (HfM), dem Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde am 13. Mai gemeinsam mit Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (2.v.l.) an der Hochschule für Musik unterzeichnet. Foto: HfM / Katharina Bormann
Die Kooperationsvereinbarung „MusiCare“ zwischen der Hochschule für Musik Würzburg (HfM), dem Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde am 13. Mai gemeinsam mit Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (2.v.l.) an der Hochschule für Musik unterzeichnet. Foto: HfM / Katharina Bormann

Würzburg. Erstmals in Bayern werden die Schnittstellen zwischen Musik, Medizin und Forschung systematisch ausgebaut und nachhaltig verknüpft. Möglich wird dies durch die Kooperation „MusiCare“. Die entsprechende Kooperationsvereinbarung zwischen der Hochschule für Musik Würzburg (HfM), dem Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde heute (13. Mai) gemeinsam mit Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume an der Hochschule für Musik unterzeichnet.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht sowohl die gesundheitliche Förderung von Musikerinnen und Musikern als auch die Erforschung der Wirkung von Musik auf den Menschen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Ein langfristiges Ziel von „MusiCare“ ist zudem der Aufbau eines Kompetenzzentrums für Musikergesundheit in Würzburg. 

Wissenschaftsminister Markus Blume betont: „Mit ‚MusiCare‘ schaffen wir in Würzburg ein bayernweit einmaliges Leuchtturmprojekt an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Medizin. Das passt perfekt zu Bayern: Hier verbinden sich musikalische Leidenschaft und medizinische Spitzenforschung zu etwas Neuem – einem Ort, an dem Gesundheit, Kreativität und Innovation zusammenspielen. Fakt ist: Wer täglich auf höchstem Niveau musiziert, verlangt auch dem eigenen Körper und Geist Höchstleistungen ab. Es lohnt sich also, Musik und Medizin, Spitzenleistung und Gesundheit zusammenzudenken. Denn Musik ist weit mehr als Unterhaltung: Sie ist Trostspender, Kraftquelle und manchmal sogar Medizin für die Seele.“

Die drei Einrichtungen wollen mit „MusiCare“ die Position Würzburgs als einen führenden Standort für Forschung und Lehre im Bereich Musik und Gesundheit in Bayern stärken und perspektivisch die klinische Versorgungssituation für Musikschaffende verbessern. Bislang existiert ein derartiges Zentrum im Freistaat nicht.

„Mit MusiCare schaffen wir eine einzigartige gemeinsame Plattform, um Fragestellungen der Musikergesundheit interdisziplinär zu bearbeiten. Durch die Verbindung künstlerischer Ausbildung mit universitärer Expertise entstehen innovative Ansätze in Prävention, Therapie und Forschung“, so Prof. Dr. Christoph Wünsch, Präsident der Hochschule für Musik Würzburg. 

Haltungsschäden, Stimmprobleme, Erfolgsdruck

„Ein Schwerpunkt sind dabei die physiologischen und psychologischen Fragestellungen und Bedürfnisse von professionellen bzw. angehenden Musikerinnen und Musikern. Dabei stehen vor allem Themen wie Haltungsschäden, Lampenfieber und der Umgang mit Erfolgsdruck bei Musikschaffenden im Fokus“, erklärt Prof. Dr. Regina Götz, Leiterin des Bereichs „Musik & Gesundheit“ an der Hochschule für Musik. Ein wichtiges Kernziel sei es daher, hierfür ein stärkeres Bewusstsein in der Medizin als auch in der Musikpädagogik zu schaffen.

„Die Kooperation zeigt einmal mehr ganz konkret die enorme interdisziplinäre Stärke und Strahlkraft des Standortes Würzburg für Forschung und Lehre, hier konkret im Bereich Medizin und Musik in Bayern. Die enge Zusammenarbeit zwischen Universitätsklinikum, Universität und Hochschule für Musik eröffnet neue Dimensionen im Verständnis des Zusammenspiels von Gesundheit und Musik“, betont Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik Würzburg. 

„MusiCare zeigt beispielhaft, wie moderne Spitzenforschung entsteht: Sie beginnt im Fach und gewinnt ihre besondere Stärke durch die Zusammenarbeit über Fakultäts- und Institutionsgrenzen hinweg. Gerade in dieser Verbindung von Musik, Medizin, Psychologie und Technologie liegt ein enormes Potenzial für innovative Forschung und für die weitere Profilbildung Würzburgs als Wissenschaftsstandort,“ betont Prof. Dr. Paul Pauli, Präsident der Julius-Maximilians-Universität Würzburg aus Anlass der neuen Kooperationsvereinbarung.

Innovative Präventionsprogramme 

„Durch die Kombination von medizinischer Expertise und musikalischer Ausbildung wird die Grundlage für innovative Präventionsprogramme und wissenschaftliche Forschung gelegt. Durch die frühe Integration präventiver Aspekte in das künstlerische Studium, kann auf der einen Seite den Musik-Studierenden bereits in der Ausbildung ein gesunder Umgang mit den körperlichen und psychischen Anforderungen ihres Berufs vermittelt werden. Auf der anderen Seite können wir angehende Medizinerinnen und Mediziner für die Musikergesundheit sensibilisieren,“ betont Dr. habil. Fabian Kraus, Leiter des interdisziplinären Zentrums für Stimme und Schlucken an der HNO-Klinik des UKW. Er hat gemeinsam mit Prof. Dr. Regina Götz maßgeblich das Konzept für „MusiCare“ entwickelt.

Wie fördert Musik die Gesundheit?

Ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation ist der strukturierte Ausbau von Forschungsaktivitäten, mit denen die Auswirkungen von Musik auf das allgemeine Wohlbefinden und die psychische Gesundheit strukturiert erforscht werden, auch speziell mit Blick auf die Entwicklung in Kindheit und Adoleszenz. Musik wird zunehmend als bedeutendes Instrument der Gesundheitsförderung und der psychischen Heilung erkannt, was die Bedeutung einer wechselseitigen Interaktion von Musik und Gesundheit unterstreicht. 

Bereits in der Vergangenheit haben die HfM und das UKW erfolgreich im Bereich „Musik und Gesundheit“ kooperiert, etwa durch gemeinsame Vorlesungen und Veranstaltungen. Diese bestehenden Synergien werden durch „MusiCare“ nun institutionell gebündelt und erweitert. Durch „MusiCare“ wollen die Einrichtungen auch die Position von Kunst und Musik als kulturelles und therapeutisches Gut stärken.

Die Kooperationsvereinbarung „MusiCare“ zwischen der Hochschule für Musik Würzburg (HfM), dem Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde am 13. Mai gemeinsam mit Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (2.v.l.) an der Hochschule für Musik unterzeichnet. Foto: HfM / Katharina Bormann
Die Kooperationsvereinbarung „MusiCare“ zwischen der Hochschule für Musik Würzburg (HfM), dem Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde am 13. Mai gemeinsam mit Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (2.v.l.) an der Hochschule für Musik unterzeichnet. Foto: HfM / Katharina Bormann

Infektionsschutz wird gestärkt: Bayerisches Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) feierlich eröffnet

Ziele sind u.a. Impfstoff-Forschung, Entwicklung eines Frühwarnsystems für Krankheitserreger und der Aufbau eines Long-COVID-Registers für Bayern / Infektionsmedizinische Kompetenzen werden gebündelt

Das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) wurde am 13.05. in Würzburg feierlich eröffnet: Prof. Dr. Klaus Überla (Erlangen), Prof. Dr. Stefanie Kampmeier (Würzburg), Staatsminister Markus Blume, Prof. Dr. Oliver Kurzai (Würzburg) und Prof. Dr. Uta Behrends (München), von links. Foto: UKW / Rudi Merkl
Das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) wurde am 13.05. in Würzburg feierlich eröffnet: Prof. Dr. Klaus Überla (Erlangen), Prof. Dr. Stefanie Kampmeier (Würzburg), Staatsminister Markus Blume, Prof. Dr. Oliver Kurzai (Würzburg) und Prof. Dr. Uta Behrends (München), von links. Foto: UKW / Rudi Merkl

Würzburg/München. Das neue Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) wurde heute (13.05.) in Würzburg feierlich eröffnet. Das landesweite und standortübergreifende Zentrum, das von der Universitätsmedizin Bayern e.V. maßgeblich mit vorangetrieben wurde, soll Forschung, Versorgung und Prävention im Bereich der Infektionsmedizin nachhaltig stärken. Das BZI vernetzt alle bayerischen Universitäten mit medizinischer Fakultät, die bayerischen Universitätsklinika sowie den öffentlichen Gesundheitsdienst im Freistaat. Es wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit jährlich rund drei Millionen Euro gefördert. 

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Das BZI ist eine direkte Konsequenz aus den Erfahrungen der Pandemie – aber mit klarem Blick nach vorne: von neuen Erregern über Resistenzen bis hin zu postviralen Langzeitfolgen. Fakt ist: Infektionsrisiken verschwinden nicht. Die öffentlichen Aktionen von Betroffenen machen den Leidensdruck vieler Patientinnen und Patienten sichtbar. Umso wichtiger ist es, dass Bayern bei Prävention, Forschung und Früherkennung jetzt entschlossen handelt. Mit dem Bayerischen Long-COVID-Register wollen wir Forschung, Versorgung und Erkenntnisgewinn in diesem Bereich gezielt verbessern.“

Früh erkennen, gezielt handeln, wirksam vorbeugen

Das BZI ist geprägt durch zwei zentrale Handlungsfelder, die eng ineinandergreifen. Dazu zählen Maßnahmen zur Verhinderung von Infektionen, also die Prävention und die Früherkennung und das Monitoring bei der Verbreitung von hochrelevanten Infektionserregern in der Bevölkerung und in den bayerischen Kliniken. Entscheidend dafür ist die enge Zusammenarbeit verschiedenster Disziplinen, von der Infektiologie über Mikrobiologie und Immunologie bis hin zu Versorgungsforschung und Public Health.

Entsprechend dieser Handlungsfelder sind auch die zentralen Programmbereiche des BZI gestaltet:

  • Bayerisches Surveillancezentrum (BaySurv): Moderne und kontinuierliche Überwachung relevanter Erreger, einschließlich molekularer Analytik und datenbasierter Auswertung.
  • Bayerisches Vakzinezentrum (BayVak): Forschung zu Impfstoffen, Impfstrategien, klinische Studien sowie wissenschaftlich fundierte Kommunikation rund um das Thema Impfen.
  • Querschnittsprojekt: Bayerisches Long-COVID-Register (BAY-LCR): Systematische Erfassung und wissenschaftliche Untersuchung postakuter Infektionssyndrome wie Long COVID.

Zunehmende Resistenzentwicklung als Herausforderung

Prof. Dr. Oliver Kurzai, Vorstand des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie an der Universität Würzburg, ist Präsident des Bayerischen Zentrums für präventive Infektionsmedizin. Er betont die Vorreiterrolle des BZI: „Infektionen zu behandeln, wird aufgrund der zunehmenden Resistenzentwicklung immer schwerer, bei manchen Erregern gibt es gar keine gezielte Therapiemöglichkeit. Daher setzen wir im BZI auf Prävention und Vernetzung! Die gebündelte Expertise der Bayerischen Universitätsmedizin in engem Schulterschluss mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst bildet ein einzigartiges Netzwerk, um neue und gefährliche Erreger früh zu erkennen und wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.“

Genau diese Aufgaben prägen die entwickelten Programmbereiche des BZI. Prof. Dr. Klaus Überla, Direktor des Harald-zur-Hausen-Instituts für Virologie des Uniklinikums Erlangen, ist Sektionssprecher des Bayerischen Vakzinezentrums (BayVak) im BZI. „Impfungen werden seit über 100 Jahren genutzt, um uns vor Infektionserkrankungen zu schützen. Mit dem Bayerischen Vakzinezentrum im BZI wollen wir einen Beitrag zur Überprüfung der Wirksamkeit und Sicherheit zugelassener Impfstoffe und zur Entwicklung neuer Immunisierungsverfahren leisten. Wir wollen fachlich fundiert über Nutzen und mögliche Risiken von Impfungen informieren“, so der Erlanger Virologe.

Frühwarnsystem bei der Ausbreitung von Krankheitserregern

Ziel des Bayerischen Surveillancezentrums (BaySurv) innerhalb des BZI ist es, ein Frühwarnsystem bei der Ausbreitung von Krankheitserregern zu etablieren. Sektionssprecherin des BZI für diesen Schwerpunkt ist Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Leiterin der Zentralen Einrichtung für Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am Universitätsklinikum Würzburg. „Früherkennung von sich ausbreitenden Krankheitserregern ist ein zentraler Bestandteil der Infektionsprävention. Mit dem Bayerischen Surveillancezentrum (BaySurv) wird ein Frühwarnsystem zur Echtzeiterkennung von Ausbrüchen und Resistenzübertragungen geschaffen. Dadurch ermöglicht BaySurv eine kontinuierliche, repräsentative und zeitnahe Erfassung hochinfektiöser und multiresistenter Erreger, gezielte Infektionskontrollmaßnahmen und stärkt so die evidenzbasierte Pandemievorsorge in Bayern“, erklärt die Würzburger Expertin für Krankenhaushygiene.

Long COVID-Register als Grundlage für verbesserte Versorgung

Der Aufbau des Bayerischen Long COVID-Registers (BAY-LCR) ist ein Querschnittsprojekt unter dem Dach des BZI. Die Leitung hierzu liegt bei Prof. Dr. Uta Behrends vom TUM Klinikum Rechts der Isar, dem Universitätsklinikum der Technischen Universität München (TUM). „Langzeitfolgen von Infektionen verursachen weltweit eine hohe Krankheitslast. Viele Betroffene habe eine reduzierte soziale Teilhabe und Lebensqualität. Ziel des Bayerischen Long COVID-Registers (BAY-LCR) im BZI ist es, Long COVID und ähnliche postinfektiösen Erkrankungen in Bayern strukturiert zu erfassen, besser zu verstehen und auf diese Weise die Grundlage für eine verbesserte Versorgung zu schaffen“, so die Leiterin des Münchner Chronische Fatigue Centrum für Junge Menschen.

„Eine wichtige Lehre der Corona-Pandemie war, dass die großen Stärken und Kompetenzen der Infektionsmedizin an den Medizinischen Fakultäten und Universitätsklinika noch stärker vernetzt und gebündelt werden müssen. Mit dem BZI wurde jetzt dafür in Bayern eine Struktur in der Universitätsmedizin geschaffen, die Vorbildcharakter hat. Das BZI wird so dazu beitragen, neueste Erkenntnisse schnell in der Versorgung anzuwenden und damit den Infektionsschutz auszubauen“, betont Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät in Würzburg.

Website informiert über Ziele und Projekte des BZI

Auf der Website www.bzi-bayern.de stellt das BZI seine Programmbereiche, Projekte und aktuellen Entwicklungen gebündelt vor und macht Informationen zu Forschung, Vernetzung und Aktivitäten des Zentrums öffentlich zugänglich. 

Bei der Koordination der standortübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Forschung, klinischer Versorgung und öffentlichem Gesundheitsdienst wird das BZI durch eine Geschäftsstelle unterstützt, die in Würzburg angesiedelt ist, und eine Außenstelle der Geschäftsstelle am Uniklinikum Erlangen, die die Koordination für BayVak abdeckt.

Das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) wurde am 13.05. in Würzburg feierlich eröffnet: Prof. Dr. Klaus Überla (Erlangen), Prof. Dr. Stefanie Kampmeier (Würzburg), Staatsminister Markus Blume, Prof. Dr. Oliver Kurzai (Würzburg) und Prof. Dr. Uta Behrends (München), von links. Foto: UKW / Rudi Merkl
Das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) wurde am 13.05. in Würzburg feierlich eröffnet: Prof. Dr. Klaus Überla (Erlangen), Prof. Dr. Stefanie Kampmeier (Würzburg), Staatsminister Markus Blume, Prof. Dr. Oliver Kurzai (Würzburg) und Prof. Dr. Uta Behrends (München), von links. Foto: UKW / Rudi Merkl

Patienten-Avatar-Modelle als Schlüsseltechnologie für die Bekämpfung des Multiplen Myeloms

Startschuss für das BZKF-Konsortium „BAVARIA 3D“: Neue Wege zur personalisierten Immuntherapie beim Multiplen Myelom

Fluoreszenz-Mikroskopiebild des 3D-KM-MM-Sphäroid
Blick in den Tumor: Diese mikroskopische Aufnahme zeigt ein im Labor gezüchtetes, dreidimensionales Modell eines Multiplen Myeloms. In dem kugelförmigen Gewebemodell (Sphäroid) wachsen die Krebszellen (grün) zusammen mit Gefäßzellen (Endothelzellen in grau) und Bindegewebszellen des Knochenmarks (mesenchymalen Stromazellen in blau). Das klassische Fluoreszenz-Mikroskopiebild zeigt die räumliche Anordnung und das enge Zusammenspiel der verschiedenen Zelltypen im Modell. © Dr. Dalia Sheta, Forschungslabor Prof. Beilhack, UKW
3er Serie mit mikroskopischen Aufnahmen
Reihe mit drei mikroskopischen Aufnahmen: Eine 3D-Computergrafik (Oberflächenrendering) macht die Tiefenstruktur des 3D-Modells sichtbar. In der Aufnahme links sind Krebszellen (grün), Blutgefäßzellen (grau) und unterstützende Stammzellen (blau) im Zusammenspiel dargestellt. Die Aufnahmen zeigen, dass auch wichtige Zellen des Immunsystems, fest in das Tumormodell integriert sind, Mitte sogenannte regulatorische T-Zellen (Tregs in magenta), rechts Fresszellen (Makrophagen in lila). © Dr. Dalia Sheta, Forschungslabor Prof. Beilhack, UKW
Etwa ein Dutzend Teilnehmende vor dem gläsernen Gebäude des ZEMM
Am 12. Mai startete im Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin (ZEMM) in Würzburg der erste „3D KM-MM Workshop“ des BZKF-Konsortiums „BAVARIA 3D“. © Sabine Stöckel-Eckard / UKW
Logo des Konsortiums - Logo ähnelt einem Würfel mit blauen Konturen
Mit BAVARIA 3D entsteht ein zukunftsweisendes Forschungsnetzwerk, das die Stärken Bayerns in der Krebsforschung bündelt. Ziel ist es, die Entwicklung personalisierter Therapien zu beschleunigen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom nachhaltig zu verbessern.

Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) ist die vom Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) geförderte neue Forschungsgruppe „BAVARIA 3D“ gestartet. Das Akronym steht für „Bavarian Approach to Validating Responses to Immunotherapy Applications in 3D Models for Multiple Myeloma“ – ein bayerischer Ansatz zur Validierung der Reaktionen auf Immuntherapien in 3D-Modellen für das Multiple Myelom. Das heißt: Das standortübergreifende Konsortium testet in dreidimensionalen Gewebemodellen neue Immuntherapien gegen das Multiple Myelom. Ziel ist es, die Wirksamkeit moderner Therapieverfahren bei dieser Form von Knochenmarkskrebs besser zu verstehen und individuelle Behandlungserfolge künftig präziser vorhersagen zu können. Das Projekt integriert die Expertise mehrerer BZKF-Standorte und Leuchtturmplattformen und steht beispielhaft für die strategische Vernetzung der Krebsforschung in Bayern.

Würzburg. Das Multiple Myelom gilt heute zwar oft als gut behandelbar, aber nicht als dauerhaft heilbar. Die Schwierigkeit liegt vor allem in mehreren biologischen Eigenschaften dieser Form von Knochenmarkskrebs. Die Tumorzellen sind genetisch sehr heterogen und entwickeln sich während der Therapie ständig weiter, wodurch resistente Zellklone entstehen. Zudem schützt das Mikromilieu des Knochenmarks verbliebene Krebszellen, sodass selbst nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung häufig Rückfälle auftreten.

Im neuen Konsortium „BAVARIA 3D“, das vom Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) gefördert wird, stehen daher neu entwickelte dreidimensionale, patientenspezifische Knochenmark-Modelle im Zentrum, welche die komplexe Tumorumgebung des Multiplen Myeloms realitätsnah nachbilden. Diese sogenannten „Patienten-Avatar-Modelle“ kombinieren Tumorzellen mit unterstützenden Blut-, Gefäß- und Immunzellen und ermöglichen erstmals eine funktionelle Testung von Therapien unter nahezu physiologischen Bedingungen.

Neue Ansätze zur Überwindung von Therapieresistenzen

BAVARIA 3D adressiert somit zentrale Herausforderungen der Myelomforschung: die Entstehung von Therapieresistenzen, die Rolle des Immunsystems im Tumorumfeld sowie die Identifikation neuer therapeutischer Zielstrukturen. 

Warum sprechen manche Tumoren irgendwann nicht mehr auf Therapien an? Welche Rolle spielt das Immunsystem dabei und wie können neue Angriffspunkte für Medikamente gefunden werden? 

Zu diesem Zweck werden unter anderem innovative TNF-Rezeptor-Agonisten zur Aktivierung von Immunantworten getestet, Mechanismen des Ubiquitin-Proteasom-Systems, also des zellulären Proteinabbaus, untersucht, T-Zell- und CAR-T-Zell-Antworten auf Tumorzellen analysiert und phosphoproteomische Biomarker, also Eiweißmerkmale als mögliche Therapiehinweise, identifiziert. Ergänzt wird dieser experimentelle Ansatz durch moderne computergestützte Bildanalysen und Modellierungen, die Therapieeffekte simulieren und personalisierte Behandlungsstrategien unterstützen sollen.

Brücke zwischen molekularer Analyse und klinischer Anwendung

„Mit diesen 3D-Modellen schaffen wir eine Brücke zwischen molekularer Analyse und klinischer Anwendung. Unser Ziel ist es, das Ansprechen auf Therapien nicht nur zu beschreiben, sondern auch mechanistisch zu verstehen und vorherzusagen“, erklärt Prof. Dr. Dr. Andreas Beilhack, der das Projekt am UKW leitet.

Beilhack koordiniert das Projekt gemeinsam mit Dr. Paula Tabares. Bei der Weiterentwicklung der Modelle spielt die federführende Wissenschaftlerin Dr. Dalia Sheta eine zentrale Rolle. Die Infektionsbiologin etabliert insbesondere innovative dynamische Bildgebungsverfahren zur Analyse von Immuninteraktionen zwischen Tumorzellen, Stromazellen und Immunzellen. Unterstützt wird sie durch ein engagiertes Nachwuchsteam, zu dem die Doktorandin Hannah Manz und der Doktorand Alexis Gonzalez gehören.

Starke Kooperation im BZKF-Netzwerk

Ganz im Sinne des standortübergreifenden Ansatzes des BZKF sind weitere bayerische Universitätsstandorte an dem Projekt beteiligt. BAVARIA 3D vereint führende Expertinnen und Experten aus Würzburg, Augsburg, Erlangen, Regensburg und München (TUM, LMU) und bündelt interdisziplinäre Kompetenzen aus den Bereichen Immunologie und Proteomik – also der Analyse krankheitsrelevanter Proteine – sowie Bildgebung, mathematische Modellierung und translationale Onkologie.

„Das Bayerische Zentrum für Krebsforschung ist ein zentraler Motor für Innovation und Translation. Dank der weitsichtigen Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst können wir exzellente Forschung standortübergreifend bündeln und schneller zum Nutzen der Patientinnen und Patienten einsetzen“, betont Andreas Beilhack.

BAVARIA 3D kann personalisierte Therapiekonzepte entscheidend voranbringen

Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II sowie Leiter des renommierten Myelonzentrums am UKW, unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „BAVARIA 3D zeigt eindrucksvoll, wie interdisziplinäre Spitzenforschung direkt in klinisch relevante Innovationen übersetzt werden kann. Solche Initiativen stärken nicht nur den Forschungsstandort Würzburg, sondern kommen vor allem unseren Patientinnen und Patienten zugute. Die Möglichkeit, Therapien in patientenspezifischen Modellen funktionell zu testen, stellt einen entscheidenden Fortschritt dar. BAVARIA 3D hat das Potenzial, die Behandlung des Multiplen Myeloms nachhaltig zu verändern und personalisierte Therapiekonzepte entscheidend voranzubringen.“ Wichtige Vorarbeiten für die Entwicklung der 3D-Modelle wurden durch die Würzburger Stiftung „Forschung hilft!“ gefördert, die damit einen entscheidenden Grundstein für die nun gestartete groß angelegte Verbundforschung legte.

Workshop zum Projektauftakt in Würzburg

Zum offiziellen Start organisierte das UKW den ersten „3D KM-MM Workshop“ in Würzburg. Ziel ist es, die neu entwickelten Modelle innerhalb des Konsortiums zugänglich zu machen, methodische Standards zu harmonisieren und die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren.

 

paper place: Aktuelle Publikationen des UKW geben Einblicke in innovative Forschungsprojekte

Vom regenerativen Herzpatch über neurologische 3D-Modelle bis hin zu neuen Erkenntnissen in Psychiatrie, Onkologie und Chirurgie

Illustration von Forschenden, die vor einem überdimensionalen großen Buch stehen
Im paper place präsentiert die Wissenschaftskommunikation des UKW eine Auswahl herausragender Publikationen der Kliniken, Zentren, Institute und Arbeitsgruppen – veröffentlicht in renommierten Journalen, viel zitiert oder bedeutend in der Zusammenarbeit.
Die beiden Forscherinnen vorm PC in der Küche der Klinischen Neurobiologie.
Ein Beispiel von vielen herausragenden UKW-Publikationen aus dem ersten Quartal 2026. PD Dr. Natascha Schäfer (links), Arbeitsgruppenleiterin in der Klinischen Neurobiologie, und Doktorandin Nicoletta Murenu entwickelten eine 3D-Plattform zur Untersuchung der Pathomechanismen des Zentralnervensystems. Foto: Daniel Peter / UKW

Wissenschaftliche Publikationen sind ein wichtiger Maßstab für Fortschritte in Forschung und Medizin. Sie machen neue, von unabhängigen Fachleuten geprüfte Erkenntnisse international sichtbar, ermöglichen den fachlichen Austausch und bilden die Grundlage für zukünftige Entwicklungen und Therapien. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) präsentiert in seinem „paper place“ regelmäßig aktuelle Veröffentlichungen und gibt Einblicke in spannende Forschungsprojekte und ihre Bedeutung für Wissenschaft und Gesellschaft.

Würzburg. Auch im ersten Quartal 2026 bietet der „paper place“ wieder einige Highlights. So veröffentlichte Johannes Braig mit seiner Studie zum Herzpatch, die gleichzeitig seine Doktorarbeit war, ein im wahrsten Sinne des Wortes Herzensprojekt: Gemeinsam mit Kollegen vom Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und Zahnheilkunde entwickelte Johannes Braig ein neuartiges, mehrschichtiges Herzpflaster, das geschädigtes Herzgewebe nach einem Infarkt stabilisieren und regenerieren soll. Der Vorteil gegenüber anderen Herzpflastern, die sich bereits in klinischen Studien befinden, liegt vor allem in der Herstellungsstrategie mittels Melt Electrowriting. „Damit können wir ein Gerüst erzeugen, das auf mikroskopischer Ebene die Zellführung ermöglicht und gleichzeitig auf makroskopischer Ebene die notwendige Mechanik für die Anhaftung und Kraftübertragung bereitstellt“, erklärt Braig. „Dieses Designkonzept ist einzigartig und könnte für die zukünftige klinische Anwendung solcher Patches relevant sein.“ Im Schweinemodell zeigte das Herzpflaster bereits nach sieben Tagen eine stabile Integration und Gefäßbildung. Die Studie wurde im Fachjournal Advanced Materials veröffentlicht (zum Beitrag im paper place). 

Künstliches 3D-System, das die natürliche Umgebung des Rückenmarks nachahmt

In diesem renommierten Fachjournal für Materialwissenschaften und Biomaterialien wurde auch ein Projekt der Arbeitsgruppe von Privatdozentin Natascha Schäfer publiziert. Das Team aus dem Institut für Klinische Neurobiologie entwickelte ein künstliches 3D-System, das die natürliche Umgebung des Rückenmarks möglichst genau nachahmt. 3D-Modelle von Nervengewebe sind laut Schäfer von großer Bedeutung, da die dritte Dimension für die Bildung funktionierender Netzwerke und somit für das Verständnis neurologischer Erkrankungen entscheidend ist. Gleichzeitig ermöglichen die biofabrizierten 3D-Modelle schnelle pharmakologische Tests und verringern die Anzahl erforderlicher Tierversuche. Da Gehirn und Rückenmark jedoch sehr weich sind und eine komplexe Umgebung aus verschiedenen Zelltypen und Strukturen benötigen, ist die Entwicklung realistischer 3D-Modelle von Nervengewebe sehr herausfordernd. In der publizierten Studie zeigt die Doktorandin Nicoletta Murenu am Beispiel des Stiff-Person-Syndroms, dass das Modell funktionelle Krankheitsmechanismen nachbilden kann und sich als Werkzeug für die neurologische Forschung eignet (zum Beitrag im paper place). 

Neue Erkenntnisse zu Depressionen und Angststörungen

Das Zentrum für Psychische Gesundheit konnte ebenfalls wegweisende Studien veröffentlichen. So gilt beispielsweise eine schwache Handkraft als Warnsignal für psychische Erkrankungen. Angststörungen sind als komplexe, biologisch mitgeprägte Erkrankungen zu verstehen, bei denen viele kleine Einflussfaktoren zusammenwirken. Und soziale Kontakte wirken zwar grundsätzlich angstreduzierend, der soziale Puffer-Effekt ist bei Menschen mit Depression jedoch abgeschwächt. Dies könnte erklären, warum soziale Situationen für Betroffene trotz der potenziell positiven Wirkung oft belastend bleiben (zu den Publikationen des ZEP). 

Forschung quer durch die Disziplinen 

Auch andere Kliniken waren erfolgreich. So publizierte die Hautklinik neue Erkenntnisse zur Behandlung des malignen Melanoms. Die Medizinische Klinik II veröffentlichte Studien zu einem neuen Biomarker beim Pankreaskarzinom, zu Immunreaktionen gegen das Cytomegalovirus (CMV) nach Stammzelltransplantationen sowie zu neuen Therapieansätzen beim Multiplen Myelom. Die Chirurgie untersuchte verschiedene Methoden zur Behandlung von Schaftfrakturen der Mittelhand sowie eine neuartige Zementpaste zur Stabilisierung von Schrauben in der Wirbelsäule. Für weitere Einblicke lohnt sich ein Blick in die aktuellen und archivierten Beiträge: www.ukw.de/paperplace

Illustration von Forschenden, die vor einem überdimensionalen großen Buch stehen
Im paper place präsentiert die Wissenschaftskommunikation des UKW eine Auswahl herausragender Publikationen der Kliniken, Zentren, Institute und Arbeitsgruppen – veröffentlicht in renommierten Journalen, viel zitiert oder bedeutend in der Zusammenarbeit.
Die beiden Forscherinnen vorm PC in der Küche der Klinischen Neurobiologie.
Ein Beispiel von vielen herausragenden UKW-Publikationen aus dem ersten Quartal 2026. PD Dr. Natascha Schäfer (links), Arbeitsgruppenleiterin in der Klinischen Neurobiologie, und Doktorandin Nicoletta Murenu entwickelten eine 3D-Plattform zur Untersuchung der Pathomechanismen des Zentralnervensystems. Foto: Daniel Peter / UKW

Großes Mitmach- und Informationsevent zur Krebsprävention

Unter dem Titel „Wir bewegen Bayern“ findet am Samstag, 13. Juni 2026 am Sportzentrum der Uni Würzburg ein großangelegter Mitmach- und Informationstag statt. Ziel der vom Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) initiierten und vom Uniklinikum Würzburg organisierten Veranstaltung ist es, Menschen jeden Alters für einen aktiven und gesundheitsfördernden Lebensstil zu begeistern.

 

Sportgruppe beim Trainieren
Der Aktionstag am Sportzentrum der Uni Würzburg verbindet Sport, Prävention und Information. ©Andreas Petko

Würzburg. Bewegung verbindet – und hält gesund. Das ist die zentrale Botschaft, die am Samstag, 13. Juni 2026 bei einer großen Krebspräventionsveranstaltung zeitgleich an fünf Universitätsstandorten in Bayern mit Leben gefüllt wird. In Würzburg findet der vom Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) initiierte Aktionstag „Wir bewegen Bayern“ auf dem Gelände des Uni-Sportzentrums am Unteren Hublandweg statt. Unterstützt von regionalen Sportvereinen erwartet die Besucherinnen und Besucher dort von 10:00 bis 16:00 Uhr ein breites Mitmachprogramm – von Taekwondo und Tanzen, über Yoga und Ballsportarten bis hin zu Fitnesstraining und Trampolinspringen. Viele Angebote sind barrierefrei. Begleitend informieren zahlreiche Stände über Gesundheitsangebote und Selbsthilfegruppen. 

Krebsrisiko senken, Wohlbefinden steigern

Organisiert wird die Großveranstaltung vom Uniklinikum Würzburg (UKW) und von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Die Federführung dabei haben Claudia Löffler, Professorin für Integrative Onkologische Medizin, Gabriele Nelkenstock, die Selbsthilfebeauftragte des UKW sowie Dr. Andreas Petko, Koordinator Allgemeiner Hochschulsport der JMU. 
„Regelmäßige Bewegung senkt nachweislich nicht nur das Risiko für Krebs, sondern zum Beispiel auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Osteoporose. Ganz abgesehen davon, dass das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensfreude gesteigert werden“, unterstreicht Prof. Löffler. Und Gabriele Nelkenstock ergänzt: „Wir wollen zeigen, dass Bewegung in jedem Tempo und auf jedem Leistungsniveau hilfreich ist. Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren, Sportliche und weniger Sportliche, Gesunde und Menschen mit Erkrankungen oder körperlichen Einschränkungen – bei unserem Event findet jede und jeder ein passendes Angebot um aktiv zu werden.“

Zum Angebot des Aktionstages gehören ferner auch kostenlose Gesundheitschecks und die Möglichkeit zur Stammzelltypisierung. Für letztere ist ein Team des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des UKW vor Ort, um die Besucherinnen und Besucher über die Bedeutung und den Ablauf einer Stammzellspende zu informieren. Bei Interesse kann für eine Typisierung und eine Aufnahme in das Netzwerk Hoffnung, die Stammzellspender-Datei des UKW, gleich ein schmerzfreier Wangenabstrich vorgenommen werden. 

Eröffnung mit Gesundheitsministerin Judith Gerlach 

Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Dr. Markus Söder und wird am Würzburger Uni-Sportzentrum um 10:00 Uhr von Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach eröffnet.

Details zum Programm des kostenlosen Aktionstags finden sich unter go.uniwue.de/wbb 

 

Text: Pressestelle / UKW

Sportgruppe beim Trainieren
Der Aktionstag am Sportzentrum der Uni Würzburg verbindet Sport, Prävention und Information. ©Andreas Petko

Seelsorgerinnen und Seelsorger zu Thema Demenz informiert

Die Demenzbeauftragte des Uniklinikums Würzburg schulte in diesem Frühjahr bei zwei Veranstaltungen Seelsorgerinnen und Seelsorger zu sinnvollen Kommunikationswegen und hilfreichen Unterstützungsmöglichkeiten bei kognitiv veränderten Menschen.

Gruppenbild Demenzbeauftragte und Praktikanten
Die Demenzbeauftragte Verena Schmidt (Dritte von rechts) mit den Praktikantinnen und Praktikantinnen des katholischen Seelsorgeteams des Uniklinikums Würzburg. © Florian Herzog / UKW

Würzburg. Verena Schmidt ist seit vergangenem Jahr die Demenzbeauftragte des Uniklinikums Würzburg (UKW). Zu ihrer Arbeit gehören maßgeschneiderte Schulungen für unterschiedliche Zielgruppen, bei denen sie Möglichkeiten zu einem adäquaten und wertschätzenden Umgang mit kognitiv veränderten Menschen aufzeigt. Dieses Angebot nutzte vor wenigen Wochen das Seelsorgeteam des UKW für die Weiterbildung von sechs angehenden katholischen Priestern sowie Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten. Die Seelsorgenden aus den Bistümern Würzburg und Speyer absolvieren derzeit ein Praktikum am Würzburger Krankenhaus der Maximalversorgung. 

Allseitige Bedürfnisse immer wieder neu definieren

Inhalte der 90-minütigen Veranstaltung im Konferenzraum der UKW-Seelsorge waren unter anderem Demenzformen, Kommunikationswege mit kognitiv veränderten Patientinnen und Patienten sowie deren besonderen Bedürfnisse im Kontext der religiösen Betreuung. „Die Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger sind zentrale Gesprächspartner für unsere Patientinnen und Patienten, deren Angehörige, aber auch für die Pflegekräfte, weil sie einen ganz anderen Zugang zu hochrelevanten Themen des Klinikalltags haben“, beschreibt Verena Schmidt und fährt fort: „Dabei muss die Sicht auf die Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten immer wieder neu definiert werden – angepasst an die generationsbedingten Besonderheiten der Versorgenden und der Empfangenden. Nicht zuletzt deshalb sind solche Austauschformate so wichtig.“ Und Peter Kees, der als Leiter des katholischen Seelsorgeteams des UKW die Schulung gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Regina Augustin initiierte, kommentiert: „Bei der Planung des Praktikums war es uns wichtig, die jungen Kolleginnen und Kollegen mit Themen in Berührung zu bringen, die ihnen auch außerhalb der Klinik – bei ihrer Arbeit in den Pfarreien und Pastoralen Räumen – begegnen. Und da steht das Thema Demenz an vorderer Stelle. Deshalb sind wir Frau Schmidt sehr dankbar, dass sie sich bereiterklärt hat, diese Einheit zu gestalten und ihr praxisnahes Wissen weiterzugeben“.

Altenheimseelsorge als neutrales Bindeglied

Ähnliche Schulungsinhalte vermittelte Verena Schmidt bei einer zweiten Veranstaltung in diesem Frühjahr auch an „UKW-Externe“. Geleitet von Diakon Kai-Uwe Starke, der im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Würzburg für die Altenheimseelsorge und Kirche im Quartier zuständig ist, kamen im ehemaligen Evangelischen Betsaal des UKW sieben erfahrene Altenheimseelsorgerinnen und -seelsorger zusammen, zwei weitere waren über die Online-Plattform Zoom zugeschaltet. Den externen Kontakt hatte zuvor Peter Meyer, der Leiter des evangelischen UKW-Seelsorgeteams, hergestellt. „Wir sind in Altenheimen und im Sozialraum tätig, wo wir häufig als neutrales Bindeglied zwischen Angehörigen und Betroffenen fungieren. Wir begleiten beide Parteien und entlasten durch Gespräche. Mit dem aktuellen Stand der Medizin und den Empfehlungen zum Umgang mit Menschen mit Demenz sowie deren Angehörigen ist unsere Arbeit sehr bereichert“, bedankte sich Diakon Starke nach der dreistündigen Veranstaltung.

Auch die Demenzbeauftragte konnte viele Impulse aus dem Treffen mitnehmen. „Zum Beispiel wurde im Gespräch deutlich, wie wichtig es ist, die Angehörigen ‚sichtbarer‘ zu machen und dass diese von der Altenheimseelsorge sehr gut mit aufgefangen werden. Da können wir im Krankenhaus das Netzwerken mit den Kolleginnen und Kollegen der Seelsorge weiter verstärken“, betont Verena Schmidt. 

 

Text: Pressestelle / UKW

Gruppenbild Demenzbeauftragte und Praktikanten
Die Demenzbeauftragte Verena Schmidt (Dritte von rechts) mit den Praktikantinnen und Praktikantinnen des katholischen Seelsorgeteams des Uniklinikums Würzburg. © Florian Herzog / UKW

Präzise Diagnostik verbessert Behandlung von kindlicher Leukämie

Universitätsklinikum Würzburg übernimmt bundesweite genetische Referenzdiagnostik für Leukämien im Kindesalter

Die neun Mitarbeitende des Referenzdiagnostik-Labors stehen in weißen Kitteln im Foyer des Biozentrums, daneben hängt ein DNA-Mobile.
Die ALL-Arbeitsgruppe des von Prof. Dr. Anke Katharina Bergmann geleiteten Instituts für Klinische Genetik und Genommedizin am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) übernimmt ab sofort die bundesweite genetische Referenzdiagnostik für Leukämien im Kindesalter. Die Referenzdiagnostik hilft dabei, genetische Untergruppen zu identifizieren und ermöglicht somit eine möglichst präzise Prognose, Risikoeinteilung und Therapieplanung. © Daniel Peter / UKW
Die Forscherin sitzt am Mikroskop, grünes Licht leuchtet auf den Ausstrich, im Hintergrund ist alles in blaues Licht gehüllt.
Julia Lichtenwald (M.Sc) untersucht einen Knochenmarkausstrich am Fluoreszenzmikroskop. Bei der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) werden spezifische DNA-Sequenzen in bestimmten Chromosomenregionen mit Farbstoffen markiert und unter dem Fluoreszenzmikroskop sichtbar gemacht. Alles, was in Deutschland an ALL bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert wird, läuft über dieses Mikroskop. © Daniel Peter / UKW
Die beiden Forscherinnen sitzen in ziviler Kleidung vor PC und diskutieren.
Institutsleiterin Prof. Dr. Anke K. Bergmann und Dr. rer. nat. Helia Pimentel Gutierrez, Leiterin der Referenzgenetik, Onkogenetik und Zytogenetik, diskutieren über die nachgewiesenen Fusionsgene und deren Konsequenzen bei der Stratifizierung von Patienten. © Daniel Peter / UKW
Blutprobe wird für den Roboter präpariert
Im Referenzlabor des Instituts für Klinische Genetik und Genommedizin, das sich derzeit noch im Biozentrum am Hubland befindet, werden Blutproben für die automatische Aufreinigung von DNA vorbereitet. © Daniel Peter / UKW

Wenn bei Kindern eine akute lymphatische Leukämie (ALL) diagnostiziert wird, kommt es auf jedes Detail an. Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) werden künftig Proben aus ganz Deutschland genetisch analysiert, um die Erkrankung genauer zu klassifizieren. Die genetische Diagnostik stellt sicher, dass die jungen Patientinnen und Patienten entsprechend ihres individuellen Krankheitsprofils behandelt werden. Dadurch verbessern sich die Heilungschancen und Langzeitfolgen können drastisch reduziert werden. Neben der Routinediagnostik erforscht das von Prof. Dr. med. Anke Katharina Bergmann geleitete Institut für Klinische Genetik und Genommedizin auch neue Methoden, um Leukämien noch besser zu verstehen. Dabei kommen zunehmend KI-gestützte Verfahren zum Einsatz, die komplexe genetische Daten auswerten und so die Diagnostik und zukünftige Therapien verbessern sollen.

Würzburg. Die akute lymphatische Leukämie (auch akute lymphoblastische Leukämie genannt, kurz ALL) ist die häufigste Form von Krebs bei Kindern und Jugendlichen*. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 600 Kinder und Jugendliche. Die gute Nachricht: In den letzten fünf Jahrzehnten wurden große Fortschritte in der Behandlung der ALL erzielt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die genetischen und biologischen Ursachen der Erkrankung besser verstanden werden. Für die Behandlung ist es daher entscheidend, die Erkrankung möglichst präzise zu klassifizieren.

Die akute lymphatische Leukämie ist keine einheitliche Erkrankung, sondern umfasst verschiedene Subtypen, die sich in ihrem biologischen Verhalten, ihrer Prognose und ihrer Therapie deutlich unterscheiden.

Allen ALL-Formen ist eine unkontrollierte Vermehrung von bösartig veränderten Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) gemein. Durch genetische Veränderungen verlieren diese Zellen ihre normale Reifungsfähigkeit und Funktion. Sie teilen sich weiter und verdrängen nach und nach die gesunde Blutbildung. Die Entartung kann auf verschiedenen Stufen der Zellentwicklung erfolgen und verschiedene Linien der Lymphozyten betreffen. Die sogenannten B-ALL-Formen beispielsweise gehen von Vorläuferzellen der B-Lymphozyten aus. Diese entwickeln sich im Knochenmark und sind für die Erkennung von Krankheitserregern und die Bildung von Antikörpern verantwortlich. T-ALL-Formen gehen von Vorstufen der T-Lymphozyten aus. Diese entwickeln sich in der Thymusdrüse und sind für die zelluläre Immunantwort wichtig.

UKW übernimmt genetische Referenzdiagnostik für ganz Deutschland 

Die genetische Referenzdiagnostik hilft dabei, genetische Untergruppen zu identifizieren und ermöglicht somit eine möglichst präzise Prognose, Risikoeinteilung und Therapieplanung. Diese wichtige Aufgabe übernimmt ab sofort das von Prof. Dr. Anke Katharina Bergmann geleitete Institut für Klinische Genetik und Genommedizin am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Das bedeutet: Nach der Erstdiagnose sendet die behandelnde kinderonkologische Klinik Proben aus dem Knochenmark und/oder Blut an das Würzburger Referenzlabor. Das Team untersucht dort die charakteristischen genetischen Veränderungen der Leukämiezellen, wie etwa Veränderungen der Chromosomen und der Kopienzahl sowie Genveränderungen und -fusionen. Die genetischen Ergebnisse werden anschließend an die behandelnden Zentren zurückgemeldet und dort mit weiteren klinischen und laborchemischen Befunden zusammengeführt. Die anderen Bausteine, wie die Bestimmung der minimalen Resterkrankung (MRD, minimal residual disease) oder morphologische Bewertungen, erfolgen in anderen Referenzzentren.

Die Therapien der erkrankten Kinder werden zentral koordiniert und gesteuert. Dies erfolgt durch die Klinischen Zentren für die kindliche ALL an den Universitätskliniken Schleswig-Holstein (UKSH) und Hamburg-Eppendorf (UKE). Im ALL-BFM Zentrum in Kiel (Leitung Prof. Gunnar Cario und Prof. Martin Schrappe) und das ALL-Together-Zentrum (ehemals CoALL)  ALLTogether Zentrum des UKE (Leitung Prof. Gabriele Escherich erfolgt eine enge Abstimmung sowohl mit der  genetischen Referenzdiagnostik am UKW  als auch den behandelnden Kliniken. Beide Zentren sind federführend bei der Durchführung großer internationaler Therapiestudien zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen die an einer ALL erkrankt sind. 

Therapien werden den individuellen Risiken angepasst und je nach genetischen Merkmalen stärker oder schwächer gewählt

Eine risikobasierte Therapie ist im Kindesalter besonders wichtig. „Einerseits muss die Therapie sicher und wirksam genug sein, um die Erkrankung dauerhaft zu beherrschen. Andererseits sollen unnötig belastende Therapien und Langzeitfolgen vermieden werden“, sagt Anke K. Bergmann. „Potentielle Langzeitfolgen reichen von Konzentrationsstörungen über Störungen des Herz-Kreislaufsystems bis hin zu sekundären Krebserkrankungen. Gerade deshalb ist bei Kindern eine möglichst präzise Risikostratifizierung wichtig.“.

Die Onkogenetik im Kindesalter ist ein wichtiger Schwerpunkt des Instituts für Klinische Genetik und Genommedizin. Mit der genetischen Diagnostik der kindlichen Leukämie, genetischen Analysen bei seltenen kindlichen Tumoren und der Fanconi-Diagnostik, bildet es deutschlandweit einen einzigartigen Schwerpunktbereich. 

Wissenschaftliche Weiterentwicklung der genetischen Diagnostik 

Das Team um Anke Bergmann beschäftigt sich nicht nur mit der Routinediagnostik, sondern auch mit der Weiterentwicklung der genetischen Diagnostik und der Entschlüsselung von Krankheitsmechanismen. „Wir forschen, um genetische Veränderungen bei kindlicher ALL noch besser zu verstehen, neue diagnostisch relevante Muster zu erkennen und die Einordnung komplexer Befunde weiter zu verbessern. Dazu verwenden wir auch computer- und KI-gestützte Ansätze, die genetische und klinische Daten zusammenführen, um die Bewertung komplexer Varianten und Befundkonstellationen zu unterstützen“, erläutert Dr. Helia Pimentel Guiterrez, Leiterin der Referenzgenetik. „Integrierte KI-Algorithmen ersetzen allerdings nicht die wissenschaftliche und fachärztliche Bewertung, sondern sollen sie strukturieren und ergänzen“, betont die Bioinformatikerin des Teams Dr. Jingyang Yu.

Die genetische Referenzdiagnostik der kindlichen ALL am UKW findet in Studienstrukturen der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) statt. Aus der engen Zusammenarbeit mit der GPOH und der Etablierung der Studiengruppen in Kiel und Hamburg sind bereits zahlreiche standardisierte Diagnose- und Therapieprotokolle für die kindliche ALL hervorgegangen. Bergmann zufolge können somit Kinder und Jugendliche mit ALL in vergleichbaren Studien- und Registerstrukturen erfasst, diagnostisch eingeordnet und behandelt werden. „Gerade bei einer seltenen Erkrankung schafft das eine hohe Vergleichbarkeit zwischen den Zentren und ermöglicht es uns, gemeinsam die Diagnostik, Risikostratifizierung und Behandlung über viele Jahre schrittweise weiter zu verbessern.“

* Leukämien sind mit rund 30 Prozent die häufigste Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Die häufigste Einzeldiagnose ist mit rund 22 Prozent die lymphatische Leukämie. 

Die Referenzdiagnostik ALL auf UKW.de.

 

Die neun Mitarbeitende des Referenzdiagnostik-Labors stehen in weißen Kitteln im Foyer des Biozentrums, daneben hängt ein DNA-Mobile.
Die ALL-Arbeitsgruppe des von Prof. Dr. Anke Katharina Bergmann geleiteten Instituts für Klinische Genetik und Genommedizin am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) übernimmt ab sofort die bundesweite genetische Referenzdiagnostik für Leukämien im Kindesalter. Die Referenzdiagnostik hilft dabei, genetische Untergruppen zu identifizieren und ermöglicht somit eine möglichst präzise Prognose, Risikoeinteilung und Therapieplanung. © Daniel Peter / UKW
Die Forscherin sitzt am Mikroskop, grünes Licht leuchtet auf den Ausstrich, im Hintergrund ist alles in blaues Licht gehüllt.
Julia Lichtenwald (M.Sc) untersucht einen Knochenmarkausstrich am Fluoreszenzmikroskop. Bei der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) werden spezifische DNA-Sequenzen in bestimmten Chromosomenregionen mit Farbstoffen markiert und unter dem Fluoreszenzmikroskop sichtbar gemacht. Alles, was in Deutschland an ALL bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert wird, läuft über dieses Mikroskop. © Daniel Peter / UKW
Die beiden Forscherinnen sitzen in ziviler Kleidung vor PC und diskutieren.
Institutsleiterin Prof. Dr. Anke K. Bergmann und Dr. rer. nat. Helia Pimentel Gutierrez, Leiterin der Referenzgenetik, Onkogenetik und Zytogenetik, diskutieren über die nachgewiesenen Fusionsgene und deren Konsequenzen bei der Stratifizierung von Patienten. © Daniel Peter / UKW
Blutprobe wird für den Roboter präpariert
Im Referenzlabor des Instituts für Klinische Genetik und Genommedizin, das sich derzeit noch im Biozentrum am Hubland befindet, werden Blutproben für die automatische Aufreinigung von DNA vorbereitet. © Daniel Peter / UKW