Aktuelle Pressemitteilungen

Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom für Studie zu Ohrakupressur gesucht

Kann Ohrakupressur nach dem NADA Protokoll helfen, die Symptomlast bei Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom unter laufender Therapie zu lindern? Dieser Frage geht eine vom Uniklinikum Würzburg geleitete Studie nach, für die jetzt noch weitere Teilnehmende gesucht werden.

spezielle Akupressurpflaster am Ohr
Bei der Studie kommen spezielle Akupressurpflaster zum Einsatz, die ein kleines, goldbeschichtetes Kügelchen am Ohr andrücken. Bild: Claudia Löffler / UKW

Würzburg. Das Multiple Myelom ist eine Untergruppe des Lymphknotenkrebses. Daran Erkrankte berichten vielfach über belastende Symptome. Diese sind sowohl durch die Krankheit selbst, als auch durch die Therapie bedingt und können die Lebensqualität einschränken. In Studien werden am häufigsten Schmerzen, Schlafstörungen, Fatigue sowie Einschränkungen der Konzentrations- und Merkfähigkeit beschrieben.

Möglicherweise lassen sich genau diese Beschwerden durch Ohrakupressur lindern. Das will die derzeit laufende Studie MY-ACU untersuchen, für die bis Ende 2024 weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht werden.

Durchgeführt wird das Projekt von dem am Uniklinikum Würzburg angesiedelten Comprehensive Cancer Center Mainfranken (CCC-MF) in Kooperation mit dem Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart sowie der Charité Berlin.

Akupressur als Säule der Therapie?

Privatdozentin Dr. Claudia Löffler vom CCC MF erläutert: „Akupunktur und Akupressur haben sich bereits in vielen Studien als wirksame ergänzende Therapieoptionen erwiesen. Jetzt geht es darum, möglichst einfache Konzepte zu entwickeln, die die Beschwerden effektiv lindern und möglichst vielen Patientinnen und Patienten zugänglich gemacht werden können.“ Ob dies für das sogenannte NADA-Protokoll zutrifft, soll in der MY-ACU-Studie untersucht werden. Beim NADA-Protokoll werden nach einem standardisierten Konzept fünf definierte Punkte an den Ohren mit Akupressur behandelt.

Die Studienteilnehmenden sind eingeladen, über einen Zeitraum von acht Wochen einmal wöchentlich eine Akupressurbehandlung am Ohr zu erhalten. Vorab werden sie ausführlich in den Ablauf eingewiesen und durchlaufen eine Eingangsuntersuchung.

Teilnahmevoraussetzungen

An der Studie teilnehmen können Frauen und Männer ab 18 Jahren, die bei Multiplem Myelom eine Therapie erhalten und unter Symptomen durch die Erkrankung oder Therapie leiden. Da im Studienverlauf das Befinden mittels digitaler Tagebücher dokumentiert wird, sollten sie ein Smartphone oder Tablet besitzen und bedienen können

Interessierte kontaktieren das Studienteam am CCC MF unter der E-Mail-Adresse:
koi-studien_ccc@ ukw.de
, Betreff „MY-ACU-Studie“.

spezielle Akupressurpflaster am Ohr
Bei der Studie kommen spezielle Akupressurpflaster zum Einsatz, die ein kleines, goldbeschichtetes Kügelchen am Ohr andrücken. Bild: Claudia Löffler / UKW

Rekordfinanzierung: 150 Millionen US-Dollar für CatalYm

Das aus der Uni Würzburg entstandene Startup CatalYm hat sich eine Finanzierung von 150 Millionen US-Dollar gesichert. Das Unternehmen entwickelt eine innovative Krebstherapie.

Professor Jörg Wischhusen, Hauptgründer der CatalYm GmbH. (Bild: Michael Hoetzel / DGPh)
Professor Jörg Wischhusen, Hauptgründer der CatalYm GmbH. (Bild: Michael Hoetzel / DGPh)

Seit 2012 arbeitet ein Team um Professor Jörg Wischhusen von der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg an einer innovativen Immuntherapie gegen Krebs. Die Arbeiten bildeten 2016 die Basis für die Gründung der CatalYm GmbH, die das Konzept in die klinische Anwendung überführt hat.

Im Juli 2024 hat CatalYm nun bekanntgegeben, dass es sich eine Rekordfinanzierung von 150 Millionen US-Dollar gesichert hat: Sie gehört bislang zu den zehn größten Finanzierungen in Deutschland im Jahr 2024.

Das frische Geld dient der Ausweitung der Phase-2b-Studie mit Visugromab, einem vielversprechenden Krebsmedikament. Visugromab ist ein von der JMU lizenzierter Antikörper, der den von vielen Tumoren produzierten Wachstumsdifferenzierungsfaktor GDF-15 neutralisiert – ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die bei Krebstherapien auftretende Immunresistenz.

Die Investoren

Die überzeichnete Finanzierungsrunde wurde von den neuen Investoren Canaan Partners und Bioqube Ventures angeführt und von Forbions Growth Opportunities Fund, Omega Funds und Gilde Healthcare unterstützt. Die bestehenden Investoren Jeito Capital, Brandon Capital Partners, Novartis Venture Fund und Vesalius nahmen ebenfalls an der Runde teil.

CatalYm hatte es bereits 2020 und 2022 geschafft, jeweils die stolze Summe von 50 Millionen Euro bei Investoren einzusammeln.

Unterstützt durch das SFT der Uni Würzburg

Das JMU-Servicezentrum Forschung und Technologietransfer (SFT) und das Innovations- und Gründerzentrum Würzburg (IGZ) haben das Team um Professor Jörg Wischhusen auf dem Weg zur Gründung der CatalYm unterstützt. Die Einrichtungen berieten die Forschenden bei der Ausgründung und unterstützten sie bei Förderanträgen.

„Die patentrechtliche Sicherung des Antikörpers durch die JMU war ein entscheidender Schritt für die erfolgreiche Firmengründung“, erinnert sich SFT-Leiterin Iris-Zwirner-Baier. Ende 2018 hat das Unternehmen seinen Schwerpunkt ans Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie in Martinsried verlegt.

Von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Uni Würzburg

Professor Jörg Wischhusen, Hauptgründer der CatalYm GmbH. (Bild: Michael Hoetzel / DGPh)
Professor Jörg Wischhusen, Hauptgründer der CatalYm GmbH. (Bild: Michael Hoetzel / DGPh)

Ultraschall überall - am Unfallort, im OP-Saal und auf der Intensivstation

Würzburg ist Vorreiter: Neues Schulungsangebot am UKW für Notärzte und Rettungsdienstpersonal

Person deutet auf Monitor für Ultraschalluntersuchungen
In der Anästhesiologie gehört die problemorientierte Ultraschalldiagnostik seit Jahren zum Standardrepertoire. Das UKW bietet nun auch zertifizierte Ultraschallkurse für Notärztinnen, Notärzte und Rettungsdienstpersonal an. Foto: UKW / Daniel Röder

Würzburg. Die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) erweitert ihr Schulungsangebot in der Sonographie und bietet seit diesem Jahr zertifizierte Ultraschallkurse auch für Notärztinnen, Notärzte und Rettungsdienstpersonal an.

In der Anästhesiologie gehört die problemorientierte, fokussierte Ultraschalldiagnostik seit Jahren zum Standardrepertoire. Zusätzlich erleichtert der Ultraschall im Operationssaal verschiedene Regionalanästhesieverfahren sowie das Legen von Gefäßzugängen und Schmerzkathetern. Auf der Intensivstation ermöglicht die Ultraschalldiagnostik des Herzens (Echokardiographie) in Sekundenschnelle, die Ursache einer Kreislaufinstabilität zu identifizieren. „Die Sonographie ist aus keinem Bereich unserer Klinik mehr wegzudenken. Um dieser großen Bedeutung gerecht zu werden, legen wir am UKW höchsten Wert auf eine strukturierte und qualitativ hochwertige Weiterbildung in diesem Bereich“, betont Prof. Dr. Patrick Meybohm, Klinikdirektor.

Seit Jahren bietet das UKW seinen Mitarbeitenden sowie externen Interessierten Kurse zur Anästhesie-fokussierten Sonographie (AFS) und zur perioperativen fokussierten Echokardiographie (PFE) an. Über 150 Ärztinnen und Ärzte haben bereits teilgenommen, die theoretischen und praktischen Lehrinhalte folgen dabei den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) und werden von dieser regelmäßig zertifiziert.

Bislang nur wenige Angebote in Deutschland

Dr. Daniel Röder, AFS-Kursleiter und Oberarzt der Klinik, berichtet über den aktuellen Kurs: „Hier erlernen die Teilnehmenden den sicheren Umgang mit dem Ultraschall, um rasch Diagnosen zu stellen und therapeutische Maßnahmen präziser umzusetzen. Daher ist es nur folgerichtig, diese wertvollen Techniken auch Notärztinnen und Notärzten zu vermitteln und ihre Einsätze außerhalb der Klinik im Rettungsdienst sicherer zu gestalten.“

Mobile Ultraschallgeräte im Blickpunkt

Eine neu gegründete Projektgruppe der Klinik begleitet den Einsatz mobiler Ultraschallgeräte im Rettungsdienst durch Forschung und Lehre. Die DGAI hat gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften im vergangenen Jahr den Rahmen für solche Kurse abgesteckt (prehospital Point-Of-Care-Ultrasound, „pPOCUS“). Neben der Ausbildung von Studierenden und angehenden Notärztinnen und Notärzten steht die wissenschaftliche Evaluation dieser Methode im Vordergrund. „Wir planen perspektivisch einen interdisziplinären und multiprofessionellen pPOCUS-Kurs gemeinsam mit Rettungsdienstfachpersonal an unserer Klinik. Das Universitätsklinikum Würzburg nimmt hier eine Vorreiterrolle ein, denn vergleichbare Projekte gibt es deutschlandweit bisher nur sehr wenige“, berichtet PD Dr. Maximilian Kippnich, pPOCUS-Projektleiter und Oberarzt am UKW.

Mit diesem breit gefächerten Kursangebot bietet das UKW nun ein umfassendes und multiprofessionelles Aus- und Weiterbildungskonzept für die Anwendung von Ultraschalldiagnostik – vom Notfallort über den Operationssaal bis hin zur Intensivstation.

Person deutet auf Monitor für Ultraschalluntersuchungen
In der Anästhesiologie gehört die problemorientierte Ultraschalldiagnostik seit Jahren zum Standardrepertoire. Das UKW bietet nun auch zertifizierte Ultraschallkurse für Notärztinnen, Notärzte und Rettungsdienstpersonal an. Foto: UKW / Daniel Röder

Uniklinikum Würzburg ehrt seine „Klimaretterin des Jahres“

Das Uniklinikum Würzburg macht beim bundesweiten Projekt „Klimaretter – Lebensretter“ mit. Jetzt zeichnete es intern seine „Klimaretterin des Jahres“ aus.

Susanne Bach, die Klimaretterin des Jahres 2024 am Uniklinikum Würzburg, umrahmt vom Klinikumsvorstand
Susanne Bach, die Klimaretterin des Jahres 2024 am Uniklinikum Würzburg, umrahmt vom Klinikumsvorstand (von links): Marcus Huppertz, PD Dr. Tim von Oertzen, Prof. Dr. Matthias Frosch und Philip Rieger. © Angie Wolf / UKW

Würzburg. Beim deutschlandweiten Projekt „Klimaretter – Lebensretter“ werden Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen motiviert, mit einfachen Klimaschutzaktionen am Arbeitsplatz Energie und Ressourcen einzusparen. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) beteiligt sich seit Juli 2023 an dem Programm. Jetzt, nach den ersten zwölf Monaten, loste die Stabsstelle Nachhaltigkeit des UKW dessen „Klimaretterin des Jahres“ aus. 
Im Lostopf waren insgesamt 44 Klinikumsbeschäftigte, die innerhalb der letzten zwölf Monate jeweils mehr als 100 kg Kohlendioxidemissionen eingespart hatten. Als glückliche Gewinnerin des mit 1.000 Euro ausgestatteten Preises wurde Susanne Bach, die in der Stabsstelle Interne Revision des UKW tätig ist, gezogen. Mit Aktionen wie „Treppe statt Aufzug“ oder und „regional und saisonal einkaufen – oder die Produkte selbst anbauen“ ersparte sie dem Klima 288 kg CO2. „Da ich aufgrund meiner Wohn- und Lebenssituation nicht aufs Auto verzichten kann, ist es mir wichtig, an anderer Stelle meinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Denn nur, wenn wir alle etwas dazu beitragen, kann es überhaupt gelingen“, kommentierte Bach. Das Projekt „Klimaretter – Lebensretter“ mache einem die Teilnahme leicht – zum Beispiel durch Erinnerungs- und Animationsfunktionen.

Eine Wertschätzung des Themas Klimaschutz

Privatdozent Dr. Tim von Oertzen, der Ärztliche Direktor des UKW, wies bei der Preisverleihung auf dem Sommerfest des Klinikums am 12. Juli 2024 auf das für das UKW ungewöhnlich hohe interne Preisgeld hin. „Dies zeigt, welchen Wert wir von Seiten des Vorstands dem Klimaschutz als Teil unserer Nachhaltigkeitsbestrebungen geben“, unterstrich Dr. von Oertzen und gratulierte Susanne Bach herzlich. Die Gewinnerin freute sich ausgesprochen über den hochdotierten Gutschein der „Fahrradprofis“ und kündigte an, einen Teil des Geldes in einen neuen Fahrradhelm zu investieren.  

Mehr zum Projekt „Klimaretter – Lebensretter“ unter https://projekt.klimaretter-lebensretter.de 

 

Text: Pressestelle / UKW

Susanne Bach, die Klimaretterin des Jahres 2024 am Uniklinikum Würzburg, umrahmt vom Klinikumsvorstand
Susanne Bach, die Klimaretterin des Jahres 2024 am Uniklinikum Würzburg, umrahmt vom Klinikumsvorstand (von links): Marcus Huppertz, PD Dr. Tim von Oertzen, Prof. Dr. Matthias Frosch und Philip Rieger. © Angie Wolf / UKW

Personalia vom 23. Juli 2024 +++ Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Erteilung von Lehrbefugnissen und mehr.

Dr. Johannes Völker, Oberarzt, Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen, wurde mit Wirkung vom 12.07.2024 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde“ erteilt.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 23.07.2024

Lymphome: Forschung an einem Test für eine bessere Therapie

Die Deutsche Krebshilfe fördert ein Verbundprojekt zur Prognose der B-Zell-Lymphom-Therapie mit rund 3,4 Millionen Euro. Federführend daran beteiligt ist der Würzburger Pathologe Andreas Rosenwald.

Krebszellen eines diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms unter dem Mikroskop.
Krebszellen eines diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms unter dem Mikroskop. (Bild: Pathologisches Institut JMU)

Mit etwa 6.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist das diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) die häufigste Lymphom-Art in Deutschland. Etwa zwei Drittel der Betroffenen können mit einer Chemotherapie vollständig geheilt werden; die restlichen dreißig Prozent sprechen jedoch schlecht auf die Standardtherapie an und haben hohe Rückfallquoten. Diese Patientengruppe benötigt daher speziellere Therapieverfahren wie Immun- oder Stammzellbehandlungen. Forschende aus ganz Deutschland wollen nun eine Methode entwickeln, mit der Ärzte vorhersagen können, ob Erkrankte auf die vorgesehene Therapie ansprechen.

Bei Null anfangen müssen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Glück nicht: Der 2003 gegründete Forschungsverbund „Molecular Mechanisms in Malignant Lymphoma (MMML)“ konnte die Diagnose und die Behandlung von DLCBL-Patienten durch seine Arbeiten bereits maßgeblich verbessern. Doch die Frage, warum viele Patienten auf die Standardtherapie ansprechen, einige aber nicht, blieb bisher unbeantwortet.

Aus diesem Grund hat der Verbund nun das Projekt „MMML-Predict“ initiiert, bei dem Wissenschaftler an neun universitären Standorten in Deutschland das Therapieansprechen untersuchen. Das Forschungsvorhaben wird von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) koordiniert.

Würzburger Pathologie ist Teil des Verbunds

Auf Würzburger Seite ist Professor Andreas Rosenwald an dem Projekt beteiligt. Der Vorstand des Instituts für Pathologie der Universität Würzburg ist einer der drei Hauptantragsteller von „MMML-Predict“. Gemeinsam mit seinem Team aus Pathologinnen und Pathologen sowie Molekularbiologinnen wird Rosenwald die Diagnostik der Lymphomproben bundesweit koordinieren und einen Teil der genetischen Untersuchungen hier in Würzburg durchführen.

„Wir hoffen, dass die tiefe genetische und molekulare Charakterisierung der Tumorzellen die Entwicklung eines Tests für die Routinediagnostik erlaubt, um in Zukunft das Ansprechen der Patientinnen und Patienten auf die Standardtherapie besser vorhersagen zu können“, so Rosenwald.

Zuverlässige Vorhersage des Therapieerfolgs

Im Rahmen von „MMML-Predict“ will das Forschungsteam ein Register aufbauen, in das die klinischen Daten von 300 Patientinnen und Patienten einfließen sollen. Anhand umfassender diagnostischer Tests charakterisieren die Wissenschaftler die Lymphome der Erkrankten vor und während der Behandlung. Begleitend halten sie fest, wie gut die Erkrankten auf die Standardtherapie ansprechen und ob sie einen Rückfall erleiden. Anhand dieser Daten wollen die Forschenden mithilfe von künstlicher Intelligenz herausfinden, welche diagnostischen Tests den Erfolg der Standardtherapie bereits im Vorfeld zuverlässig vorhersagen können.

Das Ziel des Konsortiums ist es, ein evidenzbasiertes und kostengünstiges Testverfahren in die Regelversorgung zu bringen. Es soll insbesondere kleinere Kliniken und niedergelassene Ärzte dabei unterstützen, diejenigen Patienten zu identifizieren, bei denen eine Standardtherapie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausreicht.

Eine große Entlastung für die Betroffenen

„Wir wissen, dass spezielle Immuntherapien wie CAR-T-Zell-Therapien in der Rezidivbehandlung sehr erfolgreich sein können“, erläutert Professor Dr. Lorenz Trümper, Vorstand des Ressorts Krankenversorgung der Universitätsmedizin Göttingen und Leiter des Konsortiums. „Wenn wir in Zukunft sagen könnten: ‚Sie bekommen diese Immuntherapie schon von Anfang an und nicht erst nach erfolgloser Chemotherapie‘, dann würde das eine große Entlastung für den Patienten bedeuten.“

„Mit den von ihr geförderten Forschungsprojekten verfolgt die Deutsche Krebshilfe vorrangig das Ziel, dass die dabei gewonnenen Erkenntnisse rasch den Patientinnen und Patienten zugutekommen. Darauf ist auch das Projekt MMML-Predict ausgerichtet“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Das Vorhaben macht aber auch deutlich, wie relevant für einzelne Patientengruppen die Weiterentwicklung der personalisierten Medizin ist.“

Die Deutsche Krebshilfe fördert „MMML-Predict“ mit insgesamt 3,4 Millionen Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren. Neben der Universitätsmedizin Göttingen sind wissenschaftliche Arbeitsgruppen der universitären Standorte Essen, Freiburg, Kiel, Leipzig, Regensburg, Ulm und Würzburg sowie das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart an dem Projekt beteiligt.

Kontakt

Prof. Dr. Andreas Rosenwald, Lehrstuhl für Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie,
T: +49 931 31-81199, andreas.rosenwald@ uni-wuerzburg.de

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 23.07.2024

Krebszellen eines diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms unter dem Mikroskop.
Krebszellen eines diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms unter dem Mikroskop. (Bild: Pathologisches Institut JMU)

Was die Angst reduziert

Für eine Studie zur Emotionsregulation werden an der Universität Würzburg noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht. Der Aufwand beträgt knapp eine Stunde und wird mit zwölf Euro vergütet.

Die eigenen Körpersignale wahrzunehmen, kann Angst reduzieren. Ob das tatsächlich stimmt, erforscht eine Studie an der JMU.
Die eigenen Körpersignale wahrzunehmen, kann Angst reduzieren. Ob das tatsächlich stimmt, erforscht eine Studie an der JMU. (Bild: ra2studio / Adobe Stock)

„Stellen Sie sich vor, Sie haben Angst, Ihr Herz klopft wild – können Sie Ihren Herzschlag spüren? Glauben Sie, dass es Ihnen hilft, die Angst zuzulassen und damit umzugehen? Versuchen Sie eher, die Angst zu unterdrücken oder zu akzeptieren? Was hilft Ihnen besser?“ Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Studie am Lehrstuhl für Psychologie V der Universität Würzburg.

Die Rolle der Körpersignale

Ziel der Studie ist es herauszufinden, ob Menschen ihre Emotionen erfolgreich regulieren können, indem sie sie akzeptieren, ohne sie zu bewerten oder verändern zu wollen. Untersucht werden soll auch, ob die Fähigkeit, Körpersignale wahrzunehmen, dabei eine Rolle spielt. Die Forschung zeigt, dass die Wahrnehmung eigener Körpersignale in bestimmten Situationen hilfreich sein kann. Daher will das Forschungsteam untersuchen, ob diese Fähigkeit Menschen dabei unterstützt, ihre Emotionen zu akzeptieren und die Angst zu reduzieren.

Im Rahmen der Studie sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einfache Beobachtungs- und Emotionsaufgaben erfüllen. Dabei wird ein EKG aufgezeichnet; zusätzlich werden ihre Atemfrequenz und Hautleitfähigkeit gemessen. Die Studie dauert etwa 60 Minuten und wird mit einer Aufwandsentschädigung von zwölf Euro vergütet.

Ort und Anmeldung

Die Studie findet am Lehrstuhl für Psychologie V im Pleicherwall 1 in Würzburg statt. Termine können ab sofort vereinbart werden. Anmeldung per E-Mail an Mariami Janjgava: Mariami.janjgava@ stud-mail.uni-wuerzburg.de 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 23.07.2024

Die eigenen Körpersignale wahrzunehmen, kann Angst reduzieren. Ob das tatsächlich stimmt, erforscht eine Studie an der JMU.
Die eigenen Körpersignale wahrzunehmen, kann Angst reduzieren. Ob das tatsächlich stimmt, erforscht eine Studie an der JMU. (Bild: ra2studio / Adobe Stock)