Aktuelle Pressemitteilungen

Neue Genmutation entdeckt, die Herzmuskelerkrankung auslöst

Rund 50 Gene wurden bislang als Auslöser für eine dilatative Kardiomyopathie (DCM) gefunden. Mit der Entdeckung des LEMD2-Gens haben die Kardiogenetikerin Brenda Gerull und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Ruping Chen vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) das Spektrum der genetischen Ursachen für die Herzschwäche erweitert. Die Mutation im Kernmembranprotein LEMD2 verursacht nicht nur Herzrhythmusstörungen, die im plötzlichen Herztod münden können, sowie eine Herzschwäche, sie geht auch mit einem Katarakt im frühen Kindesalter einher. Diese Linsentrübung ist üblicherweise eine Erkrankung des hohen Lebensalters. Über die Entdeckung des veränderten „Alterungsgens“ und dessen molekulare Folgen haben die Forscher einen wertvollen Beitrag zum weiteren Verständnis genetischer Kardiomyopathien geleistet, dem jetzt ein Artikel im „Journal of the American College of Cardiology (JACC): Basic To Translational Science“ gewidmet ist. Zeitgleich wurde Ruping Chen gerade für ihre weiterführenden Untersuchungen zur Rolle des Kernmembranproteins im Modellsystem beim DGK-Kongress in Mannheim mit dem 2. Platz beim Hans Blömer-Young Investigator Award für Klinische Herz-Kreislaufforschung ausgezeichnet.

Ruping Chen (PhD) untersucht am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz die Folgen der LEMD2 Mutation im Mausmodell und hat schon nach wenigen Wochen Veränderungen am Herzen, im Sinne einer Kardiomyopathie, entdeckt. © Daniel Oppelt
Das linke Bild zeigt ein MRT(Magnetresonanztomographie)-Bild des Herzens. Die weißen Pfeile weisen auf Narben in der Wand der linken Herzkammer hin, die durch den Gendefekt im LEMD2 entstehen können. Rechts, elektronenmikroskopische Aufnahmen von veränderten Zellkernen im betroffenen Herzmuskelgewebe. Abbildungen adaptiert aus © „Journal of the American College of Cardiology (JACC): Basic To Translational Science“

„Es ist schon etwas länger bekannt, dass LEMD2 eine Linsentrübung im frühen Kindesalter auslöst, die landläufig als grauer Star bekannt ist. Wir haben nun herausgefunden, dass diese Mutation im LEMD2 neben dem Katarakt auch eine schwere Form der Kardiomyopathie verursacht, ähnlich der Mutationen im sogenannten Lamin-Gen. Interessanterweise können beide Proteine im veränderten Zustand auch zu Frühalterungskrankheiten führen, zu denen die Progerie gehört“, berichtet Professorin Dr. Brenda Gerull, Leiterin des Departments Kardiovaskuläre Genetik am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI). „Patienten mit dem Gendefekt bilden Narben im Herzmuskelgewebe aus, die dann zu den gefürchteten Herzrhythmusstörungen schon bei jungen Erwachsenen führen können“, erklärt die Forscherin und zeigt dabei auf die hellen Stellen eines MRT-Bildes vom Herzen. Zur Erläuterung der Veränderungen auf zellulärer Ebene greift sie zu einer elektronenmikroskopischen Aufnahme mit bizarr aussehenden Zellkernen: „Sowohl das Herzmuskelgewebe von Betroffenen als auch deren Hautzellen weisen veränderte Zellkerne auf, wobei das in der Peripherie des Zellkerns liegende Heterochromatin stark kondensiert und verklumpt erscheint.“ Weitere Untersuchungen an den Fibroblasten haben gezeigt, dass die Zellen schneller altern, der Zellzyklus verlangsamt abläuft und die Profileration eingeschränkt ist, sich also die Zellen langsamer teilen.

Die Funktion des humanen LEMD2 Proteins, welches im Zellkern eine wichtige Rolle zu spielen scheint, ist noch nicht gut untersucht, weist aber Homologien zu der seit langem bekannten Gruppe anderer veränderter Kernmembranproteine auf, die zu Laminopathien führen. Obwohl an Laminopathien schon länger geforscht wird, sind die komplexen Mechanismen immer noch nicht vollständig verstanden. Eine Fokussierung auf das neu entdeckte LEMD2 könnte das Puzzle vervollständigen und dabei helfen, die Mechanismen, die zu dieser speziellen Form der arrhythmischen Kardiomyopathie führen, zu verstehen und entsprechende therapeutische Ansätze im Gesamtkomplex dieser Proteine zu finden.

Ruping Chen, seit zwei Jahren Postdoc im Department Kardiovaskuläre Genetik und spezialisiert auf Alterungsforschung, hat bereits einen wichtigen Schritt gemacht, und erste Einblicke in die Mechanismen der neuen Genmutation beim Menschen als auch bei Mäusen bekommen. Mit der CRISPR-Cas9-Technologie wurde die humane Mutation in ein Mausmodell eingebracht und schon nach wenigen Wochen hat die Biomedizinerin Ruping Chen Veränderungen am Herzen, im Sinne einer Kardiomyopathie, entdeckt. Ihre Arbeit wurde beim DGK-Kongress (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz-Kreislaufforschung e. V.) in Mannheim Ende April 2019 mit dem 2. Platz beim Hans-Blömer-Young Investigator Award für Klinische Herz-Kreislaufforschung ausgezeichnet.

Die Wissenschaftlerin und Mutter eines sechs Monate alten Sohnes freut sich sehr über diese Ehrung, konzentriert sich aber schon auf die nächsten Schritte: „Wir wissen jetzt, dass die Mutation verschiedene Phänotypen hervorruft, sowohl beim Menschen als auch bei Mäusen. Nun gilt es, die molekularen Mechanismen der arrhythmischen Kardiomyopathie zu charakterisieren, die eine LEMD2-Mutation verursacht. Ein Hinweis könnte oxidativer Stress sein. Dazu werden wir mit unseren Kollegen im Department Translationale Forschung am DZHI mitochondriale Messungen durchführen.“

*Link zum JACC-Beitrag: http://basictranslational.onlinejacc.org/content/4/2/204

Der Artikel wurde veröffentlicht in "JACC: Basic to Translational Science", Volume 4, Ausgabe 2, April 2019; Nelly Abdelfatah, Ruping Chen, Henry J. Duff, Colette M. Seifer, Ilan Buffo, Cathleen Huculak, Stephanie Clarke, Robin Clegg, Davinder S. Jassal, Paul M.K. Gordon, Carole Ober, Care4Rare Canada Consortium, Patrick Frosk and Brenda Gerull, "Characterization of a Unique Form of Arrhythmic Cardiomyopathy Caused by Recessive Mutation in LEMD2", Seite 204-221, copyright Elsevier.

Zukunftsweisende Fachtagung: Aktuelles zu Versorgung, Forschung und Lehre in der Neurochirurgie – Diskussion von Zukunftsperspektiven

Würzburg. Die 70. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) findet vom 12. bis 15. Mai 2019 in Würzburg statt. Sie kehrt damit zu ihren Wurzeln zurück - 85 Jahre nach der Gründung der ersten eigenständigen Neurochirurgischen Abteilung in Deutschland durch Wilhelm Tönnis in Würzburg. „Vor dem historischen Hintergrund der engen Beziehung zwischen Tönnis und seinem schwedischen Lehrer, Herbert Olivecrona, freuen wir uns besonders, dass im Rahmen des Kongresses das 1. Joint Meeting mit der Skandinavischen Gesellschaft für Neurochirurgie (SNS) stattfinden wird“, betont Tagungspräsident Prof. Dr. med. Ralf-Ingo Ernestus, Direktor der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Würzburg. Vier Tage lang kommen rund 1500 Mediziner zusammen, tauschen sich über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Therapieansätze aus und setzen sich gemeinsam mit Fachkollegen benachbarter Disziplinen mit interdisziplinären Herausforderungen auseinander.

Die Jahrestagung der DGNC beginnt wie in den Vorjahren mit dem Fortbildungstag für angehende Fachärzte. Im Laufe des Kongresses sollen nicht nur aktuelle Aspekte neurochirurgischer Krankenversorgung, Forschung und Lehre, sondern insbesondere Strategien für die zukünftige Patientenversorgung unter Einbeziehung moderner Technologien und Kooperationen erörtert werden. „Diese Ausrichtung der Tagung begründet die beiden Hauptthemen ‚Versorgungsforschung’ und ‚Neurochirurgie 2030’, mit denen wir über das eigene Fachgebiet hinausschauen und neue Entwicklungen anstoßen wollen“, so Prof. Ernestus, der bei der Jahrestagung 2019 einen intensiven wissenschaftlichen Erfahrungs- und Gedankenaustausch, gerade auch unter Beteiligung der skandinavischen Neurochirurgen und weiterer internationaler Wissenschaftler, erwartet.

Den beiden Hauptthemen sind in einem umfangreichen Vortragsprogramm wesentliche Schwerpunkte der Neurochirurgie zugeordnet: Neurochirurgische Onkologie, Neurovaskuläre Erkrankungen, Neurotraumatologie, Neuromodulation, Spinale Neurochirurgie und Kinderneurochirurgie.

Ein Höhepunkt der Jubiläumstagung wird die Podiumsdiskussion mit dem Titel „Der Mensch in komplexen Systemen“ im Rahmen der Abschlussveranstaltung sein, bei der mit Bezug auf die Tagungsthemen, aber auch im Kontext von innovativen Technologien, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz der „Faktor Mensch“ noch einmal in den Fokus gerückt werden soll. Unter Moderation des Tagungspräsidenten werden renommierte Experten aus ganz unterschiedlichen Bereichen die besonderen Herausforderungen diskutieren, die sich aus den während der Tagung erörterten Themenschwerpunkten ergeben.

Link zur Pressemitteilung
Link zum Interview Prof. Ernestus

Das Uniklinikum Würzburg informiert über die hygienische Händedesinfektion

In Zusammenhang mit der bundesweiten „Aktion Saubere Hände“ informiert das Uniklinikum Würzburg auch in diesem Jahr über die Bedeutung einer wirksamen Händedesinfektion: Am Donnerstag, den 9. Mai 2019, gibt es in der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin kostenlos Expertenwissen und Infomaterialien. Und es besteht die Möglichkeit, mitgebrachte Impfpässe durch die Betriebsärzte des Klinikums prüfen zu lassen!

UV-Licht, das Informationen über Händedesinfektion gibt
Mit UV-Licht können am Aktionstag Lücken bei der Händedesinfektion sichtbar gemacht werden. Bild: Uniklinikum Würzburg

Die bundesweite „Aktion Saubere Hände“ zielt primär darauf ab, die Akzeptanz der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen zu verbessern. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an dem entsprechenden Aktionstag: Am Donnerstag, den 9. Mai 2019, baut die Stabsstelle Krankenhaushygiene des UKW im Zentrum für Operative Medizin (ZOM) an der Oberdürrbacher Straße Informationsstände auf, die sich gleichermaßen an Klinikumsbeschäftigte, Patienten, Angehörige und Besucher/innen richten. Auf der Magistrale vor dem Hörsaal demonstrieren Hygienefachkräfte, wie Hände korrekt desinfiziert werden, denn „die hygienische Händedesinfektion ist die effektivste Maßnahme zur Verhütung von Krankenhausinfektionen“, wie Prof. Dr. Ulrich Vogel, der Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene des UKW, betont. Die Ergebnisse der Händedesinfektion können vor Ort unter einer UV-Lampe kontrolliert werden. Zudem gibt es Informationen zum Hautschutz und zum richtigen Umgang mit Einmalhandschuhen in der Pflege kranker Menschen.

Betriebsärzte checken Impfpässe

Als weiteren Service rund um die Vermeidung von Infektionskrankheiten überprüfen die Betriebsärzte des Klinikums auf Wunsch die mitgebrachten Impfpässe auf Vollständigkeit und Aktualität des Impfschutzes. Neben der Gelegenheit zum Gespräch mit den Fachleuten offeriert der Stand auch kostenlose schriftliche Unterlagen sowie Desinfektionsmittelproben zum Mitnehmen.

Themen für Fachpersonal

Während sich diese Angebote vor allem an interessierte Laien richten, nutzt die Stabsstelle Krankenhaushygiene den Aktionstag auch, um das klinisch tätige Personal des UKW an separaten Ständen zu spezielleren Hygienethemen zu informieren. In diesem Jahr geht es um neue Hygienestandards wie den aktualisierten Hygieneplan für Ambulanzen.
Die Stände sind von 10:00 bis 15:00 Uhr besetzt.

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UV-Licht, das Informationen über Händedesinfektion gibt
Mit UV-Licht können am Aktionstag Lücken bei der Händedesinfektion sichtbar gemacht werden. Bild: Uniklinikum Würzburg

350 neue Parkplätze für Patienten, Besucher und Mitarbeiter

Das Uniklinikum Würzburg eröffnet auf dem Gelände A/B einen weiteren Parkplatz mit 350 neuen Stellplätzen, der die Parkplatzsituation am Klinikum deutlich entlasten wird. Der Parkplatz eröffnet nach den Osterferien am 29. April.

Neuer Parkplatz am Uniklinikum Würzburg
Erleichtert das Parken am UKW: Der neue Parkplatz mit 350 Stellplätzen eröffnet am 29.04.2019. Foto©: Rita Börste / Uniklinikum Würzburg
Haltestellen des Shuttlebusses am Uniklinikum Würzburg
Haltestellen des Shuttlebusses am Uniklinikum Würzburg mit dem neuen Parkplatz A/B Grafik©: Design/ Uniklinikum Würzburg

Die neuen Parklätze befinden sich im nördlichen Bereich A/B des UKW und grenzen an den bereits bestehenden Parkplatz an. Die Planung und Erstellung des neuen Parkraums wurde in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt Würzburg in nur vier Monaten realisiert.

Besucher erreichen den Parkplatz am besten über die Versbacher Straße und folgen dann der Abzweigung Schwarzenberg. Auf dem UKW-Gelände ist der neue, hinter dem Parkhaus liegende, Parkplatz ausgeschildert.

Der kostenlose Shuttlebus-Service des Uniklinikums, der Besucher auf dem Klinikgelände befördert, wurde um eine Haltestelle an dem neuen Parkplatz erweitert. Autofahrer können hier parken und den Shuttlebus nutzen, um unkompliziert zu den verschiedenen Kliniken auf dem UKW-Gelände zu gelangen. Der Bus fährt montags bis freitags zwischen 5.45 und 19.15 Uhr im Takt von 10-15 Minuten.

„Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um in kurzer Zeit eine Ausweitung unseres Parkplatzangebotes zu erwirken und freuen uns, mit der gefundenen Lösung die Parksituation für unsere Patienten, Besucher und Mitarbeiter deutlich zu entspannen“, so die kaufmännische Direktorin Anja Simon.

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Das Herz, ein Salzspeicher!

Die Nachricht ist nicht neu: Zuviel Salz tut dem Herzen nicht gut. Viele Studien belegen, dass sich mit dem Salzkonsum das Risiko für eine Herzschwäche erhöht. Der angehende Kardiologe Dr. Martin Christa aus dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg ging nun einen Schritt weiter und hat den Natriumgehalt im Herzmuskelgewebe mithilfe der Magnetresonanztomographie gemessen. Seine Auswertungen vom Herzen als Natriumspeicher und der Etablierung der nicht-invasiven Natrium-Bestimmung im Herzmuskelgewebe wurden im European Heart Journal Cardiovascular Imaging publiziert und jetzt beim DGK-Kongress in Mannheim mit dem Orlovic-Nachwuchspreis prämiert. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro hilft Christa nun bei der weiteren Erforschung des kardialen Salzspeichers an Mausmodellen im 7Tesla-MRT.

Würzburger Assistenzart freut sich über Orlovic-Nachwuchsfonds
Dr. Martin Christa vom DZHI

„Wir konnten erstmals mittels Natrium-MRT nachweisen, dass das Myokard auch eine Funktion als Natriumspeicher wahrnimmt“, erklärt Martin Christa. „Doch wo genau wird das Natrium im Herzen gespeichert? Wie wird es gespeichert? Was macht es mit dem Herzmuskelgewebe? Um diese weiteren Fragen zu den Mechanismen zu beantworten, kommt uns die Auszeichnung mit dem Orlovic-Nachwuchsfonds natürlich sehr gelegen“, freut sich Martin Christa, Assistenzarzt am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg. Der Orlovic-Nachwuchsfonds „Innovative Kardi ologie “ in Höhe von 10.000 Euro wird von der Dr. Marija Orlovic Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft „Herzinsuffizienz der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK)“ vergeben. Mit ihrem Programm möchte die Stiftung junge promovierte Wissenschaftler beim Auf- und Ausbau einer eigenen Arbeitsgruppe unterstützen. Bereits mit im Team: Dr. Andreas Max Weng aus der Abteilung für Experimentelle Radiologie am UKW.

In ihren bisherigen Untersuchungen haben Dr. Christa und Dr. Weng mit Patienten gearbeitet, die unter einem Hyperaldosteronismus leiden, dem Conn-Syndrom. Durch diese Erkrankung der Nebenniere wird zu viel Aldosteron produziert, das wiederum den Blutdruck regelt. Die Patienten haben in der Regel eine ausgeprägte linksventrikuläre Hypertrophie und eine erhöhte Natriumretention. Das Team um Martin Christa konnte mittels MRT-Aufnahmen nachweisen, dass der Natriumgehalt im Vergleich zu gesunden Probanden nicht nur in Haut und Skelettmuskel erhöht war, wie es bereits ein Team aus Erlangen gezeigt hat, sondern auch im Herzen. Sechs Monate nach gezielter Therapie des Conn-Syndroms waren die myokardialen Natriumwerte jedoch wieder im Normbereich. Der Natriumgehalt ist also beeinflussbar.

Zusatzinformation: Keine Frage: Salz ist wichtig. Denn es versorgt den Körper mit dem lebenswichtigen Natrium. Natrium reguliert zusammen mit Chlorid und Kalium den Wasserhaushalt in unserem Körper. Zudem hilft es beim Transport von Nährstoffen. Ein Zuviel schadet jedoch dem Körper. Die WHO empfiehlt nicht mehr als fünf Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen, das entspricht maximal 2 Gramm Natrium.

*Link zum European Heart Journal Cardiovascular Imaging: „Increased myocardial sodium signal intensity in Conn’s syndrome detected by 23Na magnetic resonance imaging.” 2019 Mar 1;20(3):263-270. doi: 10.1093/ehjci/jey134.

Hier finden Sie die Pressemitteilung im PDF-Format.

 

Uniklinikum Würzburg: Gastroenterologie in neuen Händen

Prof. Dr. Alexander Meining ist der neue Leiter des Schwerpunkts Gastroenterologie am Uniklinikum Würzburg. Zu seinen Spezialitäten in Klinik und Forschung zählen endoskopisch-minimalinvasive Therapien.

Prof. Dr. Alexander Meining
Prof. Dr. Alexander Meining, der neue Ordinarius für Gastroenterologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg. Bild: Barbara Knievel / Uniklinikum Würzburg

Seit Anfang April 2019 besetzt Prof. Dr. Alexander Meining den neu geschaffenen Lehrstuhl für Gastroenterologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW). Ab Oktober dieses Jahres wird er dann auch Prof. Dr. Michael Scheurlen als Leiter des Schwerpunkts Gastroenterologie ablösen. Prof. Scheurlen geht nach 26 Jahren in dieser Position in den wohlverdienten Ruhestand.
Im Schwerpunkt Gastroenterologie werden Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Verdauungsorgane – also Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Gallenwege und Bauchspeicheldrüse – diagnostiziert und behandelt. „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, mit Prof. Meining einen renommierten Experten zu gewinnen, der nicht zuletzt unsere in den vergangenen Jahren aufgebaute Spezialisierung im Bereich der gastroenterologischen Tumortherapie fortsetzen und mit neuen Impulsen weiter stärken wird“, kommentiert Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik II.

An Weltzentren der Endoskopie geprägt

Alexander Meining (Jahrgang 1967) war zuletzt als W3-Professor für interventionelle und experimentelle Endoskopie am Universitätsklinikum Ulm tätig, wo er auch die Endoskopie leitete. Bis dahin fand die medizinische Ausbildung und Karriere des gebürtigen Münchners fast vollständig in der bayerischen Landeshauptstadt statt. „Schon während meiner Doktorarbeit fand ich den Kontakt zur Gastroenterologie. Wie damals bin ich auch heute noch fasziniert von endoskopischen Verfahren und deren Innovationspotenzialen“, schildert Prof. Meining.
Ein Glücksfall war für ihn, dass er im Jahr 1998 von Prof. Dr. Meinhard Classen, einem international bekannten Vordenker der Endoskopie, am Klinikum rechts der Isar der TU München eingestellt wurde. „Praktisch alle endoskopischen Neuentwicklungen wurden seinerzeit an diesem Klinikum untersucht und evaluiert“, berichtet der Neuwürzburger.
Ein Auslandaufenthalt in Japan – an der Universität Yokohama und am National Cancer Center in Tokio – zeigte Alexander Meining zudem die weltweite Speerspitze der endoskopischen Entwicklung. Dort fand er nach eigenen Angaben den Einstieg in die therapeutische Endoskopie von Magen- und Darmerkrankungen – ein Thema, das er seither als persönlichen Schwerpunkt weitergetragen und ausgebaut hat.

Endoskopische Therapien höchst zukunftsträchtig

„Ich halte endoskopisch-minimalinvasive Therapien – zum Beispiel die Abtragung von frühen Karzinomen über die natürlichen Körperöffnungen – für höchst zukunftsträchtig. Nicht zuletzt deshalb, weil auch unseren Patienten das geringste Zugangstrauma natürlich am liebsten ist“, erläutert Prof. Meining.
Neben erweiterten Möglichkeiten der Tumortherapie des Verdauungstrakts hat der UKW-Neuzugang auch topaktuelle Verfahren im Portfolio, bei denen Flüssigkeitsansammlungen im Körperinneren mittels einer speziellen Drainage über Magen und Darm abgeleitet werden können.
Außerdem plant er, wie schon am Universitätsklinikum Ulm, auch am UKW – hier in Kooperation mit der Kardiologie – eine sogenannte Kurzliegerstation aufzubauen. Bei diesem Konzept am Schnittpunkt zwischen ambulanter und stationärer Behandlung werden endoskopisch therapierte Patienten für kurze Zeit stationär aufgenommen, um eine größtmögliche Sicherheit bei nur kurzer Liegedauer im Klinikum zu gewährleisten.

Stark klinisch orientiere Forschungsarbeit

Die wissenschaftliche Arbeit von Prof. Meining ist stark klinisch orientiert. Er erläutert: „Wenn man in der Medizin feststellen will, wo Verbesserungsbedarf besteht, muss man meiner Meinung nach jeden Tag am Patienten arbeiten. Mit dieser ‚Unzufriedenheit‘ gehen mein Team und ich dann an die Labor- oder Werkbank und mit der gefundenen technologischen Lösung zurück ans Krankenbett.“ Dieses Vorgehen brachte ihm auch den „Innovation of the Year Award 2017“ der Europäischen Gesellschaft für Endoskopie (ESGE) ein. Verliehen wurde er für die Konzeption und produktreife Entwicklung eines neuen Endoskop-Aufsatzes, mit dem man Engstellen aufdehnen kann.
Zu seinen aktuellen wissenschaftlichen Vorhaben zählt es, Instrumente zu entwickeln, die vor allem in der Tumortherapie noch sicherere und schnellere Eingriffe erlauben. Außerdem geht es um ein noch früheres Erkennen von Krankheiten durch neue Diagnoseverfahren. Beispielsweise forscht er an einer schluckbaren Kapsel, die mit einem kleinen Labor ausgestattet ist. Auf dem Weg durch den Magen-Darm-Trakt könnte dieses gerade bei so genannten funktionellen Baucherkrankungen feststellen, welche Verdauungsstörung vorliegt. Auch bei den Endoskop-Schläuchen geht es um eine weitere Miniaturisierung. Ziel ist es, deren Durchmesser so klein zu machen, dass sie noch besser ambulant und ohne Schlafspritze eingesetzt werden können.

Affinität zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz

Zu den Forschungswerkzeugen für den Tüftler Alexander Meining gehören neben 3D-Druckern zur Anfertigung von endoskopischen Prototypen auch moderne Bildgebungsverfahren, Computertechnologien sowie Künstliche Intelligenz zur smarten Verbindung von Bild- und Labordaten. In diesem Zusammenhang freut er sich auch über erste vielversprechende Gespräche mit potenziellen Kooperationspartnern in Würzburg, zum Beispiel am Institut für Informatik der Julius-Maximilians-Universität. „Generell bin ich begeistert über das extrem kooperative, kollegiale Umfeld, dass ich an meiner neuen Arbeitsstelle vorgefunden habe“, sagt Meining.

Präsident der DGBEV

Seine hohe fachliche Expertise spiegelt sich unter anderem in der Autoren- oder Co-Autorenschaft von bislang über 270 wissenschaftlichen Publikationen sowie mehr als 350 gehaltenen Vorträgen auf nationalen und internationalen Kongressen und Tagungen wider. Hinzukommen zahlreiche führende und beratende Positionen bei Fachgesellschaften und Fachzeitschriften. So ist er momentan zum Beispiel im Vorstand und Beirat der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten tätig und hat seit März dieses Jahres die Präsidentschaft der Deutschen Gesellschaft für Endoskopie und bildgebende Verfahren (DGEBV) inne.

Lehre am Puls der technologischen Möglichkeiten

In der Lehre will der Professor den Studierenden die Begeisterung für den endoskopischen Blick ins Körperinnere, das Wissen um die Vorteile eines minimalen Zugangstraumas und das Interesse an medizinischen Innovationen vermitteln. „Mein Team und ich werden also die Standards zeigen, aber auch die Neuerungen vorstellen. Dazu planen wir neue Lehrkonzepte unter Einbeziehung von Virtueller Realität und Hands-on-Training“, so Meining.

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Uniklinikum Würzburg: Gruppen-Kunstwerk wird zugunsten frühgeborener Kinder versteigert

Noch bis zum 28. Juni 2019 ist die Schau „Der Mensch im Dialog“ am Uniklinikum Würzburg zu besichtigen. Genauso lang kann man noch Gebote für ein Gemeinschaftsgemälde der ausstellenden KreARTivgruppe um die Würzburger Künstlerin Beate Hemmer abgeben. Der Erlös geht an die „Kiwanis Nachsorge Frühgeborener“.

Gruppenbild KreArtivgruppe
Bei der Vernissage: Die ausstellende Gruppe mit ihrer Leiterin Beate Hemmer (Mitte) vor dem Gemälde, das zugunsten frühgeborener Kinder versteigert wird. Bild: Helmuth Ziegler / Uniklinikum Würzburg

Seit Februar dieses Jahres schmücken die Gemälde, Zeichnungen und Drucke von elf Künstlerinnen und einem Künstler die Magistrale des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Oberdürrbacher Straße. Die Bilder entstanden in den vergangenen vier Jahren in der KreARTivwerkstatt von Beate Hemmer. Bei der Vernissage der Schau am 28. März 2019 machte die Würzburger Künstlerin auf eine die Ausstellung begleitende Benefizaktion aufmerksam. Sie versteigert ein Gemälde, das bei einer öffentlichen Kunstaktion im März 2019 im ZOM als Gemeinschaftswerk von mehreren Künstlerinnen der Gruppe geschaffen wurde.

Erlös dient der Nachsorge Frühgeborener

Der Erlös geht an das „Das Würzburger Modell: Kiwanis Nachsorge Frühgeborener“. Bei diesem in den letzten Jahren zusammen mit Prof. Dr. Christian P. Speer, dem Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik, aufgebauten System betreuen fünf Kinderkrankenschwestern und eine Sozialpädagogin sehr unreife frühgeborene Kinder nach der Entlassung aus dem Krankenhaus intensiv weiter. Die vom Kiwanis Club Würzburg-Mainfranken finanzierte sozialmedizinische Nachsorge erleichtert Eltern und Kindern den Übergang von der Klinik in den normalen Alltag und bietet den Eltern eine wertvolle Hilfestellung.

Assoziationen zum Themenfeld Geborgenheit

„Unser Gemeinschaftsgemälde nimmt dazu thematisch passende Assoziationen auf“, schildert Beate Hemmer. So finden sich nach ihrer Schilderung auf der 1,5 m x 1,5 m großen Leinwand Aspekte wie Geborgenheit, sich getragen fühlen, die Einheit von Erwachsenem und Kind sowie der Kontakt mit dem „Inneren Kind“ wieder.
Vor den rund 120 Gästen der Vernissage nannte sie 1.500 Euro als Mindestgebot. Interessierte haben noch bis zum Ausstellungsende am 28. Juni 2019 Gelegenheit, das besonders gekennzeichnete Werk zu betrachten und bei Beate Hemmer unter E-Mail info@hemmer-art.de ein Gebot abzugeben.
Die ausstellenden Kunstschaffenden der Schau „Mensch im Dialog“ sind: Andrea Barbera, Gilla Böhm, Rosi Bug, Dr. Christine Burger, Martina Burger, Nina Ćosić, Hannelore Dörrich, Christoph Janssen, Ruth Kornherr, Marika Ugrai, Heike Uibel und Ulrike Ulmer.

Gruppenbild KreArtivgruppe
Bei der Vernissage: Die ausstellende Gruppe mit ihrer Leiterin Beate Hemmer (Mitte) vor dem Gemälde, das zugunsten frühgeborener Kinder versteigert wird. Bild: Helmuth Ziegler / Uniklinikum Würzburg