Aktuelle Pressemitteilungen

Uniklinikum Würzburg: Behandlung in zertifizierten Darmkrebszentren verbessert das Überleben

Das Uniklinikum Würzburg konnte in einer bundesweiten Studie zeigen: Patienten mit Darm- oder Rektalkrebs haben bessere Überlebenschancen, wenn sie sich in einem Krankenhaus operieren lassen, das die Voraussetzungen für eine Zertifizierung von der Deutschen Krebsgesellschaft erfüllt.

Kliniken, die das von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) vergebene Zertifikat als Darmkrebszentrum tragen wollen, müssen wichtige Qualitätsstandards erfüllen. Aber wie aussagefähig sind diese Qualitätsstandards für das Behandlungsergebnis? Eine Antwort auf diese Frage erarbeitete ein Forschungsteam des Uniklinikums Würzburg (UKW), angeführt von Privatdozent Dr. Armin Wiegering, dem Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums. Die Ergebnisse der Studie wurden Ende September dieses Jahres in der Fachzeitschrift „European Journal of Surgical Oncology“ veröffentlicht.

Signifikant niedrigere Sterblichkeit

Die Wissenschaftler analysierten dabei retrospektiv die Krankenhausabrechnungsdaten von fast 288.000 Patienten in ganz Deutschland aus den letzten Jahren. Mit folgenden Ergebnissen: In Zentren, die die Qualitätsstandards erfüllten, war die Sterblichkeit mit 4,3 Prozent signifikant niedriger als in Krankenhäusern, die die Qualitätsstandards teilweise (5,7 Prozent) oder nicht (6,2 Prozent) erreichten.

Besonders wichtig zeigte sich in diesem Zusammenhang der erfahrene Umgang mit chirurgischen und nicht-chirurgischen Komplikationen: Die Rate der Todesfälle nach dokumentierten Komplikationen lag in Krankenhäusern, die die Qualitätsstandards erfüllten, um rund 20 Prozent unter der der Vergleichsgruppen.

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der von der DKG eingeschlagene Weg bei der Zertifizierung von Darmkrebszentren über Qualitätsstandards ein guter Anfang ist, die Behandlungsqualität messbar zu steigern“, sagt Dr. Wiegering und fährt fort: „Für die Patienten kann dies ein Hinweis sein, gerade bei komplexen Eingriffen eine zertifizierte Einrichtung aufzusuchen, um sich selbst die besten Chancen zu geben.“

Das UKW ist eines der führenden Zentren in Bayern für die Versorgung von Patienten mit Dickdarm- und Rektaltumoren. Darüber hinaus ist das Klinikum eines von sechs Nationalen Krebszentren sowie eines von 15 Zentren in Deutschland, die auch für Magen-, Leber- und Pankreaskrebs zertifiziert sind.

 

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Wenn das Herz müde oder steif wird

Vier Millionen Menschen leiden allein in Deutschland unter einer Herzschwäche. Mit jährlich rund 465.000 stationär behandelten Patienten ist die Herzschwäche der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt. Mehr als 40.000 Menschen sterben jedes Jahr an Herzschwäche. Die Volkskrankheit ist ernst und tückisch, da ihre Symptome oft unspektakulär sind und dem Alter zugeschrieben werden. Um die Bevölkerung für die Warnzeichen zu sensibilisieren, hat die Deutsche Herzstiftung die bundesweiten Herzwochen vom 1. bis 30. November unter das Motto „Das schwache Herz“ gestellt. In diesem Rahmen bietet das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) gemeinsam mit der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am 17. November 2020 von 15 bis 17 Uhr ein Webinar auf der Plattform „Skype for Business“ an. Kardiologinnen und Kardiologen stellen verschiedene Formen und Ursachen der Herzinsuffizienz vor und informieren über Symptome, Diagnostik, Therapie und Vorbeugung. Am 27. November steht in einem weiteren Webinar der Sport im Fokus. Weitere Informationen und Anmeldung: www.dzhi.de.

„Die Herzschwäche ist das Resultat verschiedener Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Herzklappenfehler. Aber auch der Diabetes ist mittlerweile ein sehr wichtiger Auslöser einer Herzschwäche“, erläutert Prof. Dr. Christoph Maack, Sprecher des DZHI. „Wir unterscheiden prinzipiell zwei Formen der Herzschwäche: Eine, bei der das Herz müde geworden ist und nicht mehr gut pumpt, die systolische Herzinsuffizienz. Und eine bei der es dem Herzen an Elastizität fehlt, sodass es in der Entspannungsphase zwischen den Herzschlägen, der Diastole, nicht genügend Blut aufnehmen kann. Man spricht daher beim steifen und dicken Herzen von der diastolischen Herzinsuffizienz sowie von einer Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion HFpEF (Heart Failure with preserved Ejection Fraction).

Fokus auf das dicke, steife Herz

Prof. Dr. Ulrich Hofmann, geschäftsführender Oberarzt an der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, konzentriert sich in seinem Vortrag auf die Entstehung der HFpEF: „Während es für die Hauptursachen des Elastizitätsverlustes, nämlich für Stoffwechselerkrankungen wie Blutzucker sowie Bluthochdruck, etablierte, medikamentöse Behandlungen gibt, existieren für andere Ursachen der HFpEF bislang noch keine kausalen Behandlungsmöglichkeiten - trotz großer Anstrengungen der Forscher.“ Körperliches Training sei aber unabhängig von der Ursache der HFpEF eine wirksame Behandlung, um den Herzmuskel elastisch zu halten und die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Generell lässt sich verschiedenen Studien zufolge mit einem gesunden Lebensstil und der Vorbeugung der Risikokrankheiten die Hälfte aller Herzschwäche-Fälle vermeiden.

Blick ins Herz mit dem Ultraschall

Wer Symptome bemerkt wie eine Abnahme der Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen, Atemnot bei körperlicher Belastung, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen sowie plötzliche und kontinuierliche Gewichtszunahme und geschwollene Beine durch Wassereinlagerung, der sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Zu den wichtigsten Diagnosemethoden gehört neben Bluttest und EKG auch der Herzultraschall, die so genannte Echokardiographie. Dr. Caroline Morbach, Leiterin des Echolabors am DZHI, wird im Webinar anhand bewegter Bilder verschiedene Formen der Herzinsuffizienz demonstrieren. Wie unterscheidet sich das müde Herz mit reduzierter Pumpfunktion vom steifen Herzen mit Füllungsstörung? Und wie sieht das besonders dicke Herz aus? 

Alkohol ins Herz

Einer, der das besonders dicke Herz, die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM/HOCM), seit Jahren erforscht und behandelt ist Prof. Dr. Hubert Seggewiß. Er hat sich vor allem mit der Weiterentwicklung der perkutanen Alkoholseptumablation weltweit einen Namen gemacht. Dabei wird mittels Herzkatheter-geführter Ablation Alkohol in die Ader gespritzt, die die verdickte Muskulatur versorgt, was einen künstlichen Herzinfarkt auslöst und wodurch sich der Herzmuskel verdünnt und die Herzfunktion normalisiert. Mit seiner Kollegin Dr. Angelika Batzner verstärkt Seggewiß seit April dieses Jahres im DZHI und der Med Eins das interdisziplinäre Team für Diagnostik und Therapie für Patienten mit HCM.

Was in den Genen steckt

HCM ist eine meist angeborene Erkrankung – eine von vielen familiären Kardiomyopathien, die zu einer Herzinsuffizienz führen können.  „Zurzeit sind etwa nur die Hälfte der genetischen Ursachen von Kardiomyopathien bekannt und viele der molekularen Zusammenhänge immer noch unklar“, weiß Prof. Dr. Brenda Gerull. Sie ist im DZHI die Leiterin des Departments Kardiovaskuläre Genetik, wo sie mit ihrem Team genetische Formen der Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen erforscht und behandelt. Im Webinar stellt sie verschiedene bereits bekannte genetische Ursachen von Herzmuskelerkrankungen vor, legt dar, wie sie sich vererben und wann ein genetischer Test sowie Familienuntersuchungen sinnvoll sind.

Covid-19 und Herzschwäche: Keine Panik aber Vorsicht!

Eine Frage, die angesichts Corona sicherlich viele beschäftigt: Wie gefährlich ist Covid-19 für Herzschwächepatienten? „Generell können sowohl bakterielle als auch virale Infektionen das geschwächte Herz zusätzlich belasten“, sagt Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I und Moderator des Webinars. Eine weltweite Studie zeigte, dass Herzschwäche-Patienten ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf haben als Patienten ohne Vorerkrankung. Panik sei aber nicht angebracht. Frantz rät Betroffenen zur Vorsicht: „Neben den AHA+L-Empfehlungen, also Abstand, Hygieneregeln, Alltagsmasken und Lüften, sollten Herzschwäche-Patienten weiterhin darauf achten, konsequent ihre Medikamente zu nehmen, Blutdruck und Gewicht zu kontrollieren, mögliche Warnzeichen ernst zu nehmen und im Notfall den Rettungsdienst zu rufen.“ Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen empfiehlt er zudem, sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen zu lassen.

Webinar „Das müde oder steife Herz“ am Dienstag, 17. November von 15 bis 17 Uhr, auf der Plattform Skype for Business.  Anmeldung per E-Mail unter dzhi@ ukw.de. Weitere Informationen zu den Referenten und Vorträgen auf der Webseite www.dzhi.de.

Herzen in Bewegung! Webinar zur Aktivität im Alltag

Zehn Tage später, am 27. November, bietet das DZHI gemeinsam mit dem niedergelassenen Kardiologen Dr. Christian Rost ein weiteres Webinar an. Dabei wird sich alles um den Sport drehen. „Bewegung kommt gerade in diesen Zeiten – Winter und Lockdown –  eine enorme Bedeutung zu“, sagt Christoph Maack. „Verkriechen Sie sich nicht. Gehen Sie regelmäßig draußen spazieren, wandern oder fahren Sie mit dem Rad. Machen Sie zudem einige Dehn- und Kraftübungen. Das stärkt das Herz ungemein und steigert darüber hinaus die Lebensqualität.“  Christoph Maack gibt gemeinsam mit Christian Rost auf der Plattform „Skype for Business“ Tipps, wie man schon mit ein bisschen Aktivität im Alltag seine Gesundheit stärken kann. Selbst schwache Herzen können mit regelmäßigem Training gestärkt werden. „Ein mit dem Arzt abgestimmtes Sportprogramm kann die Symptome der Herzinsuffizienz lindern, den Verlauf positiv beeinflussen und das Herz stärken“, weiß der Sportkardiologe und Vizepräsident des Bayerischen Sportärzteverbandes Christian Rost.

Webinar „Herzen in Bewegung“ am Freitag, 27. November um 17 Uhr, auf der Plattform Skype for Business.  Anmeldung per E-Mail unter dzhi@ ukw.de. Weitere Informationen zu den Referenten und Vorträgen auf der Webseite www.dzhi.de.

STAAB-COVID-Programm: Bitte Nasen-Abstriche durchführen!

Das Uniklinikum und die Universität Würzburg bitten alle Teilnehmer*innen des STAAB-COVID-Programms, ab Anfang November dieses Jahres an einer sogenannten Punktprävalenz-Erhebung teilzunehmen. Die Auswertung der dabei von den Probanden selbst durchzuführenden Nasen-Abstriche verspricht neue Erkenntnisse zur tatsächlichen Verbreitung und Verteilung des Corona-Virus.

Seit Juni dieses Jahres läuft in Würzburg das STAAB-COVID-Programm, das darauf abzielt, die Durchseuchung mit Covid-19 innerhalb der Bevölkerung in Würzburg und Umgebung zu messen und im Verlauf der Pandemie weiter zu beobachten (siehe Kasten). Hinter der Studie stehen das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) sowie das Uniklinikum und die Uni Würzburg.

3000 Abstrich-Sets werden versandt

Jetzt werden die bislang im Rahmen des Programms durchgeführten Blutabnahmen durch sogenannte Punktprävalenz-Messungen ergänzt. Hierbei wird zu einem Zeitpunkt erfasst, wie häufig eine Covid-Infektion in einer definierten Gruppe vorliegt. „Dazu senden wir an 3000 Probanden ein Abstrich-Set und bitten sie, alle am selben Tag – dem 4. November 2020 – sich selbst einen Nasen-Abstrich zu nehmen“, schildert Prof. Dr. Peter Heuschmann. Er ist Chef des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie und zusammen mit Prof. Dr. Stefan Störk vom DZHI STAAB-COVID-Studienleiter. Prof. Störk ergänzt: „Der Abstrich ist einfach durchzuführen und wird mit einer schriftlichen Anleitung sowie einem Video genau erklärt.“

Die Abstriche werden anschließend an das Uniklinikum Würzburg (UKW) zurückgesandt und am Institut für Virologie und Immunbiologie der Uni Würzburg analysiert. „Die Ergebnisse melden wir zeitnah an die jeweiligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer“, berichtet Prof. Dr. Lars Dölken vom Institut für Virologie und Immunbiologie. Nach dem Start Anfang November sind drei weitere Entnahmezeitpunkte geplant.

Ein Abbild der Verbreitung und Verteilung des Virus

Wo liegt der besondere Informationsgewinn dieser Punktprävalenz-Testung? „Bei der Corona-Pandemie ist die Infektion in vielen Fällen symptomarm bis symptomlos. Wir erhalten nun ein genaues Abbild der tatsächlichen Verbreitung des Virus in der Gesamtbevölkerung und darüber hinaus können wir nach Risikofaktoren für die Infektion suchen“, sagt Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW. Für die wissenschaftliche Aussagekraft des Vorhabens ist eine hohe Beteiligung der Studienteilnehmer*innen von großer Bedeutung. Daher bedanken sich die Organisatoren der STAAB-COVID-Studie bereits im Voraus herzlich bei allen Probanden für ihre großartige Unterstützung.

Kurzfristiger Anstieg der Inzidenz möglich

Durch die zusätzliche Anzahl an Abstrichen wird möglicherweise die sogenannte 7-Tages-Inzidenz für Corona-Infizierte in Würzburg kurzfristig steigen. „Durch die Aufdeckung ansonsten unerkannt gebliebener Infektionen werden aber weitere Ansteckungen verhindert und Infektionsketten unterbrochen, so dass sich die zusätzlichen Tests der Punktprävalenz-Messung innerhalb weniger Tage bereits positiv auf die 7-Tages-Inzidenz in Würzburg auswirken werden“, erklärt Dr. Benedikt Weißbrich vom Institut für Virologie und Immunbiologie.

Breites Lob und volle Unterstützung

Der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt und auch das Gesundheitsamt unter der Leitung von Dr. Johann Löw befürworten die Durchführung der Punktprävalenz-Testung. Schuchardt: „Ich unterstütze das STAAB-COVID-Programm ausdrücklich und bitte die Würzburger Probanden um ihre Teilnahme. Wir dürfen nichts unversucht lassen, das Virus, seine Verbreitung und seine Gefährlichkeit zu verstehen. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten intensiv daran, um die Pandemie weltweit in den Griff zu bekommen – und nun können auch die Bürgerinnen und Bürger ihren persönlichen Beitrag zum Forschungserfolg leisten.“

Auch der Bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler lobt die Würzburger Bemühungen: „Die Corona-Pandemie hat einen weiteren Höhepunkt erreicht. Mit Hilfe der Expertise unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschulmedizin können wir wertvolle Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus gewinnen und unsere Gesundheit bestmöglich schützen. Mit STAAB und STAAB-COVID wurden am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz in Würzburg wissenschaftliche Werkzeuge geschaffen, die nun für die Allgemeinheit höchst gewinnbringend eingesetzt werden.“

Die ersten Ergebnisse der Punktprävalenz-Erhebung sollen schon Anfang November vorliegen und werden umgehend veröffentlicht.

 

Kastentext:

Über die STAAB-Studie und das STAAB-COVID-Programm

Die STAAB-Herzinsuffizienz-Studie läuft seit dem Jahr 2013, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Bei dem in diesem Jahr gestarteten STAAB-COVID-Programm wurden die STAAB-Teilnehmer*innen bislang eingeladen, eine Blutprobe abzugeben und einen Fragebogen auszufüllen. Die Blutproben werden auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen das Corona-Virus untersucht. Das Bayerische Wissenschaftsministerium fördert das STAAB-COVID-Programm. Bernd Sibler, der Wissenschaftsminister des Freistaats, fungiert als Schirmherr. Außerdem unterstützen die Stadt und das Gesundheitsamt Würzburg das Programm.

 

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Focus-Klinikliste 2021: Uniklinikum Würzburg bayernweit auf dem dritten Platz

Das Nachrichtenmagazin Focus veröffentlicht jährlich eine Liste der besten Krankenhäuser Deutschlands. Das Uniklinikum Würzburg kam im aktuellen Ranking der Top-Kliniken 2021 auf den dritten Platz in Bayern. Im Bundesvergleich wurde Platz 13 unter den rund 1.250 einbezogenen Krankenhäusern erreicht.

Die „Klinikliste“ des Nachrichtenmagazins Focus gilt als der umfangreichste Qualitätsvergleich der deutschen Krankenhäuser. Kürzlich erschien im Sonderheft „Focus Gesundheit“ die Klinikliste 2021. Laut dem Tabellenwerk kam das Uniklinikum Würzburg (UKW) in diesem Jahr im bundesweiten Vergleich auf Platz 13, während es in Bayern den dritten Platz erreichte. Nur die beiden Münchener Universitätsklinika schnitten im Freistaat noch besser ab. Insgesamt stellte Focus deutschlandweit 1.247 Krankenhäuser mit zusammen fast 8.200 Kliniken und Fachabteilungen auf den Prüfstand.

In zwölf Bereichen in der bundesweiten Spitzengruppe

Die Studie deckt in diesem Jahr 40 Fachbereiche und Erkrankungen ab. In der Focus-Liste „empfohlen“ wurde das Würzburger Uniklinikum bei der Behandlung von Brustkrebs, Depression, gynäkologischen Krebserkrankungen, Hautkrebs, Knie (Kreuzband, Meniskus), Multipler Sklerose, Prostatakrebs und Risikogeburt sowie in den Fachgebieten Adipositas-Chirurgie, Herzchirurgie, Kardiologie, Schilddrüsen-Chirurgie, Unfallchirurgie und Zahnkliniken – hier sowohl in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, wie auch bei Zahnerhaltung und Parodontologie.

Zur deutschen Spitzengruppe gehört das UKW bei Alzheimer, Angst, Darmkrebs, Gallenblasen- und Gallenwegchirurgie, Hautkrankheiten, Hirntumoren, Kinderchirurgie, Leukämie, Nuklearmedizin, Parkinson, Schlaganfall und Strahlentherapie.

So kamen die Ergebnisse zustande

Laut Focus wurden in die Auswertung Aspekte einbezogen wie die Anzahl der behandelten Patienten, der Behandlungserfolg, die Qualifikation der Ärzte und des Pflegepersonals, die Ausstattung, Qualitäts- und Patientensicherheitsaspekte sowie die Patientenzufriedenheit und der Hygienestandard. Darüber hinaus bildete eine wechselseitige Empfehlung durch die Fachkollegen eine Grundlage der Befragung.

 

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Der Jahresbericht 2019 des Uniklinikums Würzburg ist erschienen

Der Jahresbericht 2019 fasst die wichtigsten Ereignisse am Uniklinikum Würzburg zusammen. Außerdem liefert die über 90-seitige Publikation wesentliche Kennzahlen zu Unterfrankens einzigem Krankenhaus der Supramaximalversorgung.

Der Jahresbericht 2019 des Uniklinikums Würzburg (UKW) ist da! Das über 90-seitige Werk verdeutlicht die herausragende Position, die das Krankenhaus für einen weiten Umkreis in Gesundheitsversorgung, Forschung und Lehre hat. So wurden hier im vergangenen Jahr 61.582 vollstationäre und 13.400 teilstationäre Patienten behandelt. In 272.544 Fällen vertrauten ambulante Patienten auf das Können der Klinikumsbeschäftigten.

Mit 7.151 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war das UKW auch in 2019 der mit Abstand größte Arbeitgeber Würzburgs. Und es zeigte sich erneut: Das Klinikum ist weiblich, denn 5.199 Beschäftigte des letzten Jahres waren Frauen.

Neben weiteren zentralen Zahlen und Fakten liefert der Jahresbericht in vielen, reich bebilderten Artikeln und Meldungen einen Überblick über hinzugewonnene Experten, innovative Therapieangebote, wegweisende Forschungsergebnisse und sonstige wichtige Ereignisse am Klinikum. Als Top-Thema besondere Aufmerksamkeit bekommt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das Jahresmotto der Jahre 2019 und 2020 am UKW.
Unter „Wir stellen uns vor“ präsentiert der Band die Kliniken, Abteilungen und Institute sowie deren Schwerpunkte und benennt Kontaktmöglichkeiten.

Als eine visuell-gliedernde Gestaltungslinie des Berichts dienen diesmal die Figuren des barocken Würzburger Vierröhrenbrunnens, die neben der Personifizierung Frankens die vier Kardinaltugenden Tapferkeit, Klugheit, Mäßigung und Gerechtigkeit verkörpern.

Ein PDF des Jahresberichts kann abgerufen werden unter www.ukw.de, Rubrik „Über das UKW“.

 

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Uniklinikum Würzburg: Wissenswertes zum Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober 2020

Prof. Dr. Karl Georg Häusler vom Uniklinikum Würzburg beleuchtet wichtige Aspekte der Akutbehandlung und Prävention der Volkskrankheit Schlaganfall im Kontext der aktuellen Covid-19-Pandemie

Jedes Jahr erleiden allein in Deutschland mehr als 270.000 Menschen einen Schlaganfall, der weltweit zu den häufigsten Todesursachen zählt und der häufigste Grund für eine Behinderung im Erwachsenenalter ist. Um die Öffentlichkeit für die Prävention und Therapie der Erkrankung zu sensibilisieren, wurde im Jahr 2006 von der World Stroke Organization der „Welt-Schlaganfalltag“ ins Leben gerufen, der seitdem jedes Jahr am 29. Oktober begangen wird.

Karl Georg Häusler, Professor für Neurologie mit Schwerpunkt Schlaganfallforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie Geschäftsführender Oberarzt an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (Direktor: Prof. Dr. Jens Volkmann), verweist im Kontext des Welt-Schlaganfalltages auf die vielfältigen Möglichkeiten zur Vermeidung eines Schlaganfalls, der so genannten Schlaganfallprävention. So können ein gesundheitsbewusster Lebensstil – Nikotinverzicht, regelmäßige körperliche Aktivität und gesunde Ernährung – und eine konsequente Behandlung von bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren – wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Vorhofflimmern – das individuelle Schlaganfallrisiko deutlich reduzieren.

Einen Schlaganfall auch als Laie erkennen

Im Hinblick auf die in den letzten Jahren gemachten Fortschritte in der Akutbehandlung des Schlaganfalls betont der Neurologe die Bedeutung einer schnellstmöglichen Vorstellung von Betroffenen in einem spezialisierten Krankenhaus: „Leider erkennen viele Menschen die Anzeichen eines Schlaganfalls nicht unmittelbar oder zögern zu lange, den Notruf zu wählen.“ Laut Prof. Häusler kann der sogenannte FAST-Test dazu beitragen, dass auch ein medizinischer Laie einen Schlaganfall erkennen kann. Hierfür sollten die folgenden Fragen gestellt werden:

  • Bitten Sie die Person zu lächeln. Ein einseitig verzogenes Gesicht deutet auf eine Lähmung hin.
  • Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorn zu strecken, so dass die Handflächen nach oben zeigen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme angehoben oder in der vorgegebenen Position gehalten werden.
  • Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen. Ist dies nicht möglich oder ist die Stimme verändert, liegt eine Sprach- oder Sprechstörung vor, die ebenfalls auf einen Schlaganfall hindeuten kann.

Prof. Häusler weist jedoch nachdrücklich darauf hin, dass die Symptome eines Schlaganfalls sehr vielfältig sind, so dass bei einem Verdacht auf einen Schlaganfall in jedem Fall ein Notruf erfolgen sollte, um eine schnellstmögliche ärztliche Vorstellung sicherzustellen.

Trotz Covid-19-Pandemie unbedingt das Krankenhaus aufsuchen

Auf die interdisziplinäre stationäre Therapie des Schlaganfalls sollte laut Prof. Häusler auch im Kontext der aktuellen Covid-19-Pandemie und der weltweit stark ansteigenden SARS-CoV-2-Infektionen in keinem Fall verzichtet werden. „Die in den Krankenhäusern getroffenen Maßnahmen machen eine Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus sehr unwahrscheinlich. Hingegen kann eine Therapie in der Akutphase und insbesondere in den ersten Stunden nach Symptom-Beginn in hohem Maße dazu beitragen, Schlaganfall-assoziierte Folgeschäden zu reduzieren“, betont der Experte.

Flächendeckende Schlaganfallversorgung durch Stroke Units und Telemedizin-Netzwerke

Trotz der Covid-19-Pandemie sei die Versorgung von Schlaganfallpatienten in Deutschland flächendeckend gewährleistet, betont Prof. Häusler, Mitglied der Stroke Unit Kommission der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und ärztlicher Gesamtgeschäftsführer des seit 2014 bestehenden „Transregionalen Netzwerks für Schlaganfallintervention mit Telemedizin“ (TRANSIT-Stroke), einem Verbund von zwölf Kliniken in Unterfranken sowie in Teilen von Oberfranken und Baden-Württemberg. Dazu tragen deutschlandweit mehr als 330 zertifizierte Spezialstationen zur Behandlung von Schlaganfallpatienten (so genannte Stroke Units) und mehr als 20 Telemedizin-Netzwerke bei, deren stetige Weiterentwicklung für die Schlaganfallversorgung unerlässlich sei. In diesem Sinne bemerkenswert ist nach seinen Worten eine vom Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg (Vorstand: Prof. Dr. Peter U. Heuschmann) koordinierte und vor wenigen Wochen im Fachblatt BMC Neurology veröffentlichte wissenschaftliche Studie, die in TRANSIT-Stroke-Netzwerkkliniken ohne eigene neurologische Abteilung durch telemedizinische Unterstützung der Netzwerkzentren eine weitere Verbesserung bezüglich der Erfüllung von Qualitätsindikatoren der Schlaganfallversorgung nachweisen konnte.

Auch in Würzburg wird am Welt-Schlaganfalltag eine virtuelle Fortbildungsveranstaltung stattfinden, die Rettungsdienste, Pflegekräfte und Ärzteschaft über aktuelle Entwicklungen in der Prävention und Behandlung des Schlaganfalls informieren wird. Weitere Informationen finden sich auf www.transit-stroke.de.

 

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Corona: Uniklinikum Würzburg betreibt bald Bayerisches Testzentrum

Das Uniklinikum Würzburg startet im Auftrag von Stadt und Landkreis Würzburg zum 1. November 2020 ein so genanntes Bayerisches Testzentrum. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Hygiene und Mikrobiologie sowie dem Institut für Virologie und Immunbiologie der Uni Würzburg können dort täglich bis zu 160 kostenlose und schnelle Testungen auf das Corona-Virus durchgeführt werden.

Mit ihren Unterschriften besiegelten Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (vorne), Prof. Dr. Oliver Kurzai vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Uni Würzburg, Landrat Thomas Eberth und Oberbürgermeister Christian Schuchardt (von links) die Einrichtung eines Bayerischen Testzentrums „Universitätsklinik“. Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg

Im August dieses Jahres hatte die Bayerische Staatsregierung beschlossen, dass jede kreisfreie Stadt und jeder Landkreis mindestens ein „Bayerisches Testzentrum“ einrichten soll. Dort soll sich jede*r kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen können. In Würzburg gibt es seit gut zwei Monaten dazu bereits die Teststrecke auf der Talavera. Zum 1. November 2020 startet das Uniklinikum Würzburg (UKW) auf dem Klinikums-Altgelände im Stadtteil Grombühl im Auftrag von Stadt und Landkreis ein weiteres solches Testzentrum. Dies wurde am 27. Oktober durch die Unterschriften von Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Landrat Thomas Eberth, dem Ärztlichen Direktor des UKW, Prof. Dr. Georg Ertl, und Prof. Dr. Oliver Kurzai vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Uni Würzburg besiegelt.

 

Willkommene Ausweitung der Testkapazitäten

„Das Uniklinikum sowie die Institute für Virologie und Immunbiologie und für Hygiene und Mikrobiologie zeigten sich mit der gleich zu Beginn der Pandemie in Deutschland spontan eingerichteten Untersuchungsstelle als verlässliche Partner, insbesondere wenn es um zeitkritische Testungen geht und die Befunde schnell vorliegen müssen. Ich freue mich, dass sich unsere fruchtbare Zusammenarbeit nun durch den Vertragsabschluss für ein ‚Bayerisches Testzentrum Universitätsklinik‘ noch intensiviert und die Testkapazitäten ausgeweitet werden“, kommentierte Landrat Eberth.

Und Oberbürgermeister Schuchardt führte aus: „Ich bin nicht nur froh, sondern auch dankbar, dass auf Initiative der Stadt Würzburg bei der Staatsregierung dieses weitere Testzentrum auf städtischem Gebiet installiert wird. Wir brauchen die Gewissheit, auf ausreichende Testkapazitäten zugreifen zu können. Durch die Einigkeit im Vorgehen und die Kooperation auf Augenhöhe schaffen wir gemeinsam Sicherheit für die Bevölkerung von Stadt und Land.“

Prof. Ertl und Prof. Kurzai sind ihrerseits dankbar, dass durch die jetzt gefundene Lösung die Finanzierung des Personals für die wichtigen Testungen durch den Bayerischen Staat sichergestellt ist.

 

Zwei Untersuchungslinien in Haus D20

Für den Betrieb des Testzentrums greift das UKW auf die bereits in diesem Frühjahr extra umgebauten und mit zwei Untersuchungslinien ausgestatteten Räume in Haus D 20 an der Josef-Schneider-Straße zurück. „Beide Linien zusammen haben eine maximale Kapazität von 220 Tests pro Tag. Davon werden wir 160 für das Bayerische Testzentrum nutzen. Der Rest soll der Testung von Klinikumsbeschäftigten und Studienpatienten dienen“, kündigt Prof. Ertl an.

 

Zuweisung durch das Gesundheitsamt

Die Testpersonen für das Bayerische Testzentrum werden vom Gesundheitsamt zugewiesen. „Menschen mit Corona-Symptomen und solche, die mit an Corona Erkrankten Kontakt hatten, können am Testzentrum Universitätsklinik binnen 24 Stunden getestet werden. Die Ergebnisse werden ihnen innerhalb weiterer 24 Stunden per Telefon, E-Mail und Brief mitgeteilt“, schildert Prof. Dr. Kurzai. Das Zentrum ist nach aktuellem Stand werktäglich von 8:00 bis 15:30 Uhr geöffnet. In speziellen Zeitfenstern können dank einer engen Zusammenarbeit mit der Universitäts-Kinderklinik auch Kinder unter sieben Jahren getestet werden.

Wichtig: Ein Corona-Test ist nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich – entweder unter Tel: 0800 2019444 oder über www.testzentrum-wuerzburg.de.

 

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