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BMBF-Förderung „GO-Bio“: HIRI erhält bis zu 733.000 Euro / Innovative Diagnostik-technologie LEOPARD soll zur Marktreife geführt werden

Würzburg, 29. Oktober 2021 – Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) in Würzburg mit einer Förderung in Höhe von maximal 733.000 Euro. Mithilfe der Zuwendung soll die bereits mehrfach ausgezeichnete Diagnostiktechnologie LEOPARD entscheidende Schritte in Richtung Marktreife entwickelt werden. Ärzten und Patienten kann das neue Testverfahren künftig zu besseren Entscheidungen in der medizinischen Versorgung verhelfen. Die Mittel aus dem Programm „GO-Bio initial“ werden ab sofort für einen Zeitraum von 24 Monaten bewilligt.

 

Die Meldung sorgte im April 2021 für einiges Aufsehen in der Fachwelt: Mit der Erforschung von CRISPR, der natürlichen Genschere, die ein Teil des Immunsystems von Bakterien ist, hat das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) Würzburg in Zusammenarbeit mit der Julius-Maximilians-Universität (JMU) einen Durchbruch in der medizinischen Diagnostik erzielt. Ihre gemeinsamen Untersuchungen zu CRISPR-Ribonukleinsäuren (RNAs) mündeten in die Entwicklung einer neuen Technologie, genannt LEOPARD.

Im Gegensatz zu herkömmlichen molekularbiologischen Diagnostikverfahren, beispielsweise den in der COVID-Pandemie verwendeten Standard-PCR-Tests, liefert LEOPARD wesentlich mehr Informationen mit nur einer Patientenprobe. Ärzt:innen und Patient:innen kann diese Innovation künftig zu besseren Entscheidungen in der medizinischen Diagnostik und Versorgung verhelfen – und das zu geringeren Kosten.

Mehrfach ausgezeichneter Forschungsansatz

Für seinen innovativen Forschungsansatz und die damit verbundene Anwendungsperspektive wurde das HIRI bereits mit dem „Medical Valley Award“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ausgezeichnet. Außerdem ging es – zusammen mit der JMU – als ein Gewinner bei dem diesjährigen Wettbewerb „Science Breakthroughs of the Year“ der Falling Walls Foundation hervor. Und auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte das HIRI im zurückliegenden Jahr bereits gewürdigt: Innerhalb der Sondierungsphase des Programms „GO-Bio initial“ lag der Fokus der vorangegangenen Förderung auf der Konzeption einer möglichen Verwertungsidee.

Darauf aufbauend soll mit den jetzt neuerlich gewährten Mitteln von bis zu rund 733.000 Euro die Praxistauglichkeit von LEOPARD vorangetrieben werden. Die Gelder ermöglichen es dem HIRI, hochleistungsfähige Cas-Nukleasen und eine neue Auslesemethode zu evaluieren, um LEOPARD fit für den künftigen Einsatz in Testlaboren zu machen.

HIRI-Direktor Jörg Vogel: „LEOPARD ist ein ebenso eindrucksvolles wie erfolgreiches Beispiel dafür, was das übergeordnete Ziel unserer wissenschaftlichen Arbeit ist: der gelingende Transfer von den Grundlagen der RNA-Forschung in die klinische Anwendung. Die aktuelle Förderung des BMBF, über die ich mich außerordentlich freue, bestätigt und hilft uns, dieses Ziel mit Nachdruck zu verfolgen.“ 

Über GO-Bio initial

Um vielversprechende Ideen in die praktische Anwendung zu überführen, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit seinem Förderprogramm „GO-Bio initial“ frühe lebenswissenschaftliche Forschungsansätze mit erkennbarem Innovationspotenzial. Innerhalb einer Sondierungs- sowie einer Machbarkeitsphase sollen die geförderten Projekte einen Reifegrad erzielen, der eine Weiterführung in anderen etablierten Programmen der Validierungs-, Gründungs- und Firmenkooperationsförderung ermöglicht. Mit den Geldern von „GO-Bio initial“ unterstützt das BMBF nur die tatsächlich entstehenden zuwendungsfähigen Selbstkosten. 

Über das HIRI

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) ist die erste Einrichtung weltweit, die die Forschung an Ribonukleinsäuren (RNA) mit der Infektionsbiologie vereint. Auf Basis neuer Erkenntnisse aus seinem starken Grundlagenforschungsprogramm will das Institut innovative therapeutische Ansätze entwickeln, um menschliche Infektionen besser diagnostizieren und behandeln zu können. 

Das HIRI ist ein Joint Venture des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und befindet sich auf dem Würzburger Medizin-Campus.

 

HIRI-Medieninformation vom 29. Oktober 2021

Schutzraum vor psychischen Störungen

Aus dem Online-Magazin "EinBlick" der Universität Würzburg

Vor knapp zwei Jahren hat das Deutsche Zentrum für Präventionsforschung Psychische Gesundheit an der Universität Würzburg die Arbeit aufgenommen. Ein Neubau soll den Forschungsteams schon bald optimale Bedingungen bieten.

Schon vor der Corona-Pandemie waren Kinder und Jugendliche in Deutschland in einem erschreckend hohen Ausmaß von psychischen Erkrankungen betroffen: Jedes fünfte Kind zeige Symptome von psychischen Erkrankungen und jedes zehnte Kind benötigt therapeutische Hilfe, so eine repräsentative Studie des Robert-Koch-Instituts (Berlin) aus dem Jahr 2019.

In der Corona-Pandemie hat sich die Situation nochmals verschlechtert: Fast jedes dritte Kind weise nun psychische Auffälligkeiten auf, lautet das Ergebnis einer Untersuchung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, die Anfang 2021 veröffentlicht wurde. Wiederholte Lockdowns, fehlende soziale Kontakte und Homeschooling hätten dazu geführt, dass sich Kinder und Jugendliche in Deutschland erheblich belastet fühlen und vermehrt unter psychischen Problemen sowie unter psychosomatischen Beschwerden leiden.

Psychische Probleme frühzeitig erkennen

Kein Wunder, dass die Verantwortlichen dieser Studie fordern: „Kinder und Jugendliche, bei denen das Risiko besteht, dass sie psychische Probleme entwickeln, müssen frühzeitig erkannt werden.“ Durch den Einsatz von Präventions- und Interventionsangeboten müsse verhindert werden, dass sich bei ihnen „subklinische psychische Probleme zu manifesten psychischen Störungen entwickeln“.
Genau das ist das Ziel des Deutschen Zentrums für Präventionsforschung Psychische Gesundheit (DZPP), das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diverser Fachgebiete Ende 2019 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gegründet haben und das inzwischen in gemeinsamen Trägerschaft von JMU und Universitätsklinikum Würzburg betrieben wird. Jetzt hat das Zentrum einen wichtigen Schritt getan: Auf dem Campus Hubland Nord der JMU haben die Arbeiten für den Neubau begonnen, in dem das DZPP in gut einem Jahr unterkommen wird.

Der Neubau

Zu finden ist das Gebäude auf einem Baufeld am Matthias-Lexer-Weg, das vom Zentrum für Sprachen und dem Kinder- und Familienzentrum der Universität sowie einem ebenfalls im Bau befindlichen Studentenwohnheim umrahmt wird. In dem dreigeschossigen Neubau erhält das DZPP eine Nutzfläche von rund 230 Quadratmetern. Der restliche Platz ist für weitere Nutzer aus der Universität vorgesehen.
Rund drei Millionen Euro werden die Kosten für das gesamte Gebäude betragen. Für den Anteil des DZPP hat der Würzburger Förderverein Menschenskinder e.V. eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Der Verein hatte das Geld bei der Initiative Sternstunden e.V. eingeworben, einer Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks. Und erst vor Kurzem hat der Förderverein erneut eine Spende in Höhe von 10.000 Euro an die Verantwortlichen des DZPP überreicht – ein weiterer Beitrag, „um das Präventionszentrum auszubauen und voll funktionsfähig zu machen“, wie der Verein schreibt.
Start der Bauarbeiten war Anfang September 2021. Voraussichtlich Anfang 2023 werden die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer ihre Räume beziehen können.
Das Gebäude wird in Stahlbetonskelettbauweise errichtet, die Außenwände bestehen aus vorgefertigten und vorgehängten Fassadenelementen in Holzrahmenbauweise. Diese Technik ermöglicht ein schnelleres Bauen und einen frühzeitigen Start des Innenausbaus. Die Fassadenhülle ist äußerst atmungsaktiv und bereits in sich gedämmt. Zudem schneidet der Holzbau in punkto Nachhaltigkeit gegenüber dem konventionellen Rohbau deutlich besser ab.

Präventionsprogramme entwickeln und evaluieren

„Das Zentrum verfolgt das Ziel, Präventionsprogramme zur Verringerung psychischer Erkrankungen zu entwickeln, ihre Effektivität zu evaluieren und sie in der Fläche verfügbar zu machen“, erklärt Professor Marcel Romanos, Leiter des DZPP und Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg. Zudem berate das DZPP Betroffene, Familienangehörige, Schulen und andere Institutionen und bilde somit ein Scharnier zwischen Grundlagenforschung und Versorgungsstrukturen.
Der Neubau biete den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, in interdisziplinären Arbeitsgruppen Programme zu entwickeln und zu erproben. Bereits jetzt existieren viele Aktivitäten im Bereich der Präventionsforschung am Standort Würzburg, die aber noch weit verstreut und räumlich getrennt sind über die verschiedenen Fächer, Institute und Kliniken. Durch das neue Gebäude kann die Expertise aus den verschiedenen Bereichen gesammelt und zusammengeführt werden.

Erste Studien zu Präventionsprogrammen laufen bereits

„Dies ist insbesondere wichtig, weil im Bereich der Prävention psychischer Störungen nicht nur psychiatrisches oder psychotherapeutisches Verständnis gefragt ist, sondern auch zentral ist, wie der Zugang zu den Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen erfolgt, ob dies in der Schule, beim Kinder- oder Hausarzt erfolgt oder ob Online-Intervention, Apps auf dem Smartphone oder gar Virtuelle Realität zum Einsatz kommen“, sagt Romanos. Das Interessante und Spannende an dem Thema Prävention ist seinen Worten nach, „dass die verschiedensten Expertinnen und Experten dazu beitragen und nur in der gemeinsamen Arbeit, sinnvolle, wirksame und umsetzbare Konzepte entstehen können.“
Natürlich waren die Mitglieder des DZPPs auch ohne Neubau in den vergangenen Monaten schon aktiv. So haben sie beispielsweise die Vernetzung mit Kindergärten, Schulen, Fachärzten, Ämtern, Beratungsstellen und anderen Akteuren vorangetrieben, Forschungsfragen definiert und neue Projekte initiiert.
Auch erste große Evaluationsstudien zu Präventionsprogrammen laufen bereits – etwa das Programm DUDE, das von der Kaufmännischen Krankenkasse KKH gefördert wird. DUDE steht für „Du und deine Emotionen“. Mit Hilfe dieses Programm sollen Kinder lernen, ihre Emotionen zu regulieren. Die Fachleute gehen davon aus, dass dies ein wirksamer Schutz vor selbstverletzenden Verhaltensweisen und emotionalen Störungen ist. Solche körperlichen Autoaggressionen treten in Deutschland bei bis zu 20 Prozent der Schulkinder auf.

Zur Homepage des DZPP (https://www.med.uni-wuerzburg.de/dzpp/startseite/ )

Kontakt
Prof. Dr. Marcel Romanos, Deutsches Zentrum für Präventionsforschung Psychische Gesundheit, Universität und Universitätsklinikum Würzburg, T: +49 931 201 78000, DZPP@ ukw.de

Ausgabe vom 02.11.2021 des Online-Magazins EinBlick der Universität Würzburg als PDF

„Herz unter Druck“

Im Rahmen der Herzwochen referieren Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen am 25. November am Universitätsklinikum Würzburg über Ursachen und Auswirkungen von Bluthochdruck.

www.herzstiftung.de

Eigentlich sollte unser Herz ja immer im Rampenlicht stehen, aber jedes Jahr im November wird es im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung von einer besonderen Seite beleuchtet. In diesem Jahr liegt der Fokus der vierwöchigen Kampagne auf der Erkrankung Bluthochdruck. Nicht nur bei einer späten Diagnosestellung, sondern auch bei unzureichender Therapie ist Bluthochdruck ein Hauptrisikofaktor für Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz, aber auch für zahlreiche andere Erkrankungen. Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) lädt daher am 25. November um 17 Uhr zu einem interdisziplinären ZOOM-Webinar ein. Experten aus der Neurologie, der Augenklinik sowie Nephrologen, Endokrinologen und Kardiologen der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW inklusive des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) referieren über Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten des Bluthochdrucks. 

Ein stiller Killer 

Etwa 1,3 Milliarden Menschen leiden weltweit an Bluthochdruck, heißt es in einer aktuellen Studie, die in der medizinischen Fachzeitschrift “The Lancet”* veröffentlicht wurde. Die als arterielle Hypertonie bezeichnete Erkrankung ist ein wachsendes Problem in der Gesellschaft. Hat sich die Zahl der Betroffenen doch in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt. Fast jeder zweite weiß nichts von seiner Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems. 

Prof. Dr. Christoph Maack, Kardiologe und Sprecher des DZHI, wird zu Beginn der Veranstaltung schildern, wie es zum überhöhten Druck in den Blutgefäßen kommt. Davon sind allein in Deutschland 20 bis 30 Millionen Menschen betroffen. Maack: „Jeder sollte seinen Blutdruck kennen, nicht nur die Risikopatienten. Denn Bluthochdruck kommt auf leisen Sohlen. Ist er dauerhaft zu hoch, liegt er also dauerhaft über 140 zu 90 mmHg, schädigt er die Blutgefäße. Es kann zu Durchblutungsstörungen kommen, welche die Organe betreffen, vor allem Herz, Nieren, Gehirn und Augen.“

Verkalkungen lagern sich ab und zerstören die Innenwände der Gefäße, sodass ein Schlaganfall oder Herzinfarkt drohen. Laut Deutscher Hochdruckliga könnte jedoch jeder zweite Schlaganfall und Herzinfarkt vermieden werden, wenn der hohe Blutdruck rechtzeitig diagnostiziert und behandelt worden wäre. „Je höher der Blutdruck ist, und je länger er unbehandelt bleibt, desto größer wird das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden“, berichtet Dr. Thorsten Odorfer, Oberarzt an der Neurologischen Klinik und Poliklinik am UKW und ärztlicher Projektkoordinator des Telemedizinnetzwerkes für die Schlaganfallversorgung „Transit STROKE“. 

Wie hoch das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt ist, lässt sich übrigens an der Netzhaut unserer Augen ablesen. „Die kleinen Blutgefäße unserer Sehorgane reagieren besonders sensibel auf Bluthochdruck“, weiß Privatdozent Dr. Winfried Göbel. Der Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde am UKW wird über die Netzhaut als Spiegel des Gefäßsystems referieren. Dass es sich lohnt, die Ursache für seinen Bluthochdruck zu kennen, wird Dr. Ulrich Dischinger verdeutlichen. „Bei etwa jedem zehnten Patienten wird Bluthochdruck durch die Überproduktion von Hormonen verursacht“, erläutert der Oberarzt der Endokrinologie und Diabetologie am UKW. „Können Betroffene identifiziert werden, so ist oftmals eine zielgerichtete Therapie möglich.“

Auch eine chronische Nierenschwäche kann Bluthochdruck verursachen. Und umgekehrt: Ein zu hoher Blutdruck schädigt auf Dauer die Nieren. Der Nephrologe Prof. Dr. Kai Lopau, wird zeigen, wie man sich selbst aktiv schützen kann: „Wer Risikofaktoren wie Übergewicht, Stress, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen und Alkohol minimiert, kann seinen Blutdruck dauerhaft senken und seine Nieren stärken.“ 

Zusätzlich zu einem gesunden Lebensstil ist in vielen Fällen die regelmäßige Einnahme von Blutdrucksenkern angeraten. „Treu sein lohnt sich!“, ermutigt Prof. Dr. Stefan Störk, Kardiologe und Leiter der Herzinsuffizienz-Ambulanz am DZHI. Ein Hauptproblem der Volkskrankheit Bluthochdruck sei die sogenannte Adhärenz, die oftmals fehlende Bereitschaft der Patienten zur Therapie und zur regelmäßigen Einnahme der verschriebenen Medikamente. Störk wird erläutern, wie Hochdruckpatienten mit der konsequenten Einnahme von Blutdrucksenkern ihr Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Erkrankungen minimieren. 

Die Veranstaltung wird moderiert von Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Universitätsklinikum Würzburg. Fragen können nach den Vorträgen gestellt werden – von Präsenz-Teilnehmern mündlich, von ZOOM-Teilnehmern im Chat und gern auch vorab per E-Mail an dzhi@ukw.de. 

Informationen zum Bluthochdruck: Von Bluthochdruck ist die Rede, wenn der sogenannte systolische Wert, auch oberer Wert genannt, und der untere, der diastolische Blutdruckwert zu hoch sind. Bei der Systole wird das Blut in den Körper gepumpt, bei der Diastole entspannt sich das Herz und Blut fließt in die Kammern. Der Grenzwert liegt bei 140 zu 90. Alles was darunter liegt ist im Optimal-bzw. Normalbereich. Erst wenn mehrere Blutdruckmessungen an verschiedenen Tagen jedes Mal zu hohe Werte anzeigen, dann kann von Bluthochdruck gesprochen werden. Es reicht übrigens schon aus, wenn ein Wert den optimalen Wert überschreitet.

Hinweise zur Teilnahme via ZOOM: Klicken Sie bitte kurz vor der Veranstaltung auf nachfolgenden Link, um am Webinar teilzunehmen:
ukw-de.zoom.us/j/99040540247 Kenncode: 737877
Webinar-ID: 990 4054 0247
Oder Schnelleinwahl mobil: Deutschland: +496938079884
Oder Telefon: +49 69 3807 9884 or +49 69 5050 0951 or +49 69 5050 0952 or +49 695 050 2596 or +49 69 7104 9922 or +49 69 3807 9883
Verfügbare internationale Nummern: ukw-de.zoom.us/u/axhKTzhRd

Informationen zum Umgang mit Ihren Daten bei der Verwendung von Zoom des Universitätsklinikums Würzburg können Sie unter www.ukw.de/recht/datenschutz/ abrufen.

*https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140673621013301?via%3Dihub  

www.herzstiftung.de

Neuer Schub für Immuntherapien

Ein neuer Forschungsverbund will die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen weiter verbessern. Wichtige Partner sind Universität und Universitätsklinikum Würzburg.

Jedes Jahr erkranken rund 18 Millionen Menschen weltweit an bösartigen Tumoren. Mehr als die Hälfte der Betroffenen sterben daran.

Als Hoffnungsträger für bessere Überlebenschancen gelten neue Immuntherapien, bei denen den einzelnen Patientinnen und Patienten Abwehrzellen (T-Zellen) entnommen und so verändert werden, dass sie die Tumorzellen besser erkennen. Diese effektiveren CAR-T-Zellen werden den Erkrankten dann mittels Infusion wieder zugeführt.

Damit die CAR-T-Immuntherapie gelingt, müssen zuerst passende Antigene auf den Tumorzellen identifiziert werden. Dann gilt es, geeignete T-Zellen zu finden und sie mit hoher Präzision in effektive CAR-T-Zellen umzuwandeln. In diesem Prozess kommen bislang zwei Nachweismethoden zum Einsatz, deren Sensitivität zu wünschen übriglässt – die Immunhistochemie und die Durchflusszytometrie.

Mikroskopie-Plattform mit Super-Auflösung

Hier will das Initiativprojekt IMAGINE (Fighting Cancer with Optimal Personalized Immunotherapies) für Fortschritte sorgen.

„Wir möchten eine superauflösende Mikroskopie-Plattform entwickeln, die im klinischen Alltag einsetzbar ist“, sagt der Mikroskopie-Experte Professor Markus Sauer von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), der den neuen Verbund koordiniert.

Die Plattform soll automatisiert und mit hohem Probendurchsatz tumorspezifische Antigene auf Tumorzellen erkennen. Außerdem soll sie die Qualität der im Labor erzeugten Antigen-Rezeptoren für die CAR-T-Zellen charakterisieren. „Damit könnten die beiden Zielmoleküle, Tumorantigene und Rezeptoren, mit bislang ungekannter Präzision identifiziert werden“, so Professor Sauer.

Gefördert vom Bundesforschungsministerium

Dem neuen Verbund aus sieben Partnern steht ein Budget von zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wird er vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Offiziell ist das Projekt am 1. Oktober 2021 mit einer Laufzeit von drei Jahren gestartet.

Neben dem JMU-Lehrstuhl von Markus Sauer ist auch ein Team um Klinikdirektor Professor Hermann Einsele, Professor Michael Hudecek und Dr. Thomas Nerreter von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg beteiligt.

CAR-T-Zellen auch für andere Krankheiten

Das Team um Einsele und Hudecek arbeitet auf dem Gebiet der CAR-T-Zellen seit vielen Jahren in der Weltelite mit – das gilt sowohl für die präklinische Entwicklung als auch für die klinische Anwendung der ersten Präparate bei Leukämie und Multiplem Myelom.

Im Verbund wollen sich die Mediziner in der ersten Phase auf Patientinnen und Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie konzentrieren. „Sie sprechen zwar sehr häufig auf die CAR-T-Zell-Therapie an, erleiden dann aber oft einen Rückfall“, erklärt Professor Einsele. Weitere Krebsarten, gegen die CAR-T-Zellen schon eingesetzt werden, sind Lymphknotenkrebs oder das Multiple Myelom. „Bei beiden ist die Ansprechrate deutlich geringer und der Verbesserungsbedarf noch größer.“

IMAGINE lege den Grundstein dafür, dass CAR-T-Zellen in naher Zukunft auch für die Behandlung häufiger Krebsformen wie Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs zum Einsatz kommen können, sagt Professor Einsele. Zusätzlich seien Immuntherapien zukünftig auch bei Infektionserkrankungen, Autoimmunerkrankungen, degenerativen Erkrankungen und Herz-Gefäßkrankheiten denkbar.

„Die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen ist von höchster Bedeutung, weil sie das Potenzial hat, Monate oder Jahre dauernde konventionelle Krebstherapien durch eine Einmalbehandlung mit CAR-T-Zellen zu ersetzen“, so Professor Hudecek. Dadurch würden die Ressourcen des Gesundheitssystems geschont und die Wiedereingliederung der Patientinnen und Patienten in den Beschäftigungsprozess unterstützt.

Projektpartner

  • Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik, Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Koordination)
  • Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum Würzburg Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG, Bergisch Gladbach
  • LaVision BioTec GmbH, Bielefeld
  • Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. – Max-Planck-Institut für Biochemie, Planegg
  • Massive Photonics GmbH, Gräfelfing
  • T-CURX GmbH, Würzburg

Kontakt

Projektkoordinator Prof. Dr. Markus Sauer, Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, m.sauer@ uni-wuerzburg.de

Pressemitteilung der Universität Würzburg als PDF.

Zum CRPS-Weltaufmerksamkeitstag: Das Uniklinikum Würzburg therapiert und erforscht das seltene Schmerzsyndrom

Am 1. November dieses Jahres wird weltweit auf die Existenz und die Herausforderungen des komplexen regionalen Schmerzsyndroms hingewiesen. Die seltene Erkrankung gehört zu den Behandlungs- und Forschungsschwerpunkten des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg.

Zur Behandlung des CRPS am ZiS des Uniklinikums Würzburg gehört auch eine spezielle Physiotherapie, die zu guten Erfolgen mit Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit führt. Beispielsweise lernt das Gehirn bei der Spiegeltherapie über die gesunde Extremität wieder eine normale schmerzarme Wahrnehmung und Bewegung der erkrankten Extremität.

Am Montag, den 1. November 2021, ist der jährliche CRPS Orange Day – ein internationaler Aktions- und Informationstag, der auf das Complex Regional Pain Syndrome, also das komplexe regionale Schmerzsyndrom, aufmerksam machen will. Die früher auch als Morbus Sudeck bezeichnete, seltene Erkrankung ist gekennzeichnet von anhaltenden, starken Schmerzen an Armen oder Beinen nach Verletzungen oder Operationen. Oft sind die betroffenen Glieder massiv geschwollen oder schweißig, bläulich-rötlich verfärbt sowie entweder deutlich wärmer oder kälter als die Gegenseite. In Deutschland gibt es schätzungsweise zwischen 10.000 und 40.000 Betroffene.

Überregionale Anlaufstelle und breite Forschung in Würzburg

„Gerne nehmen wir den weltweiten Aufklärungstag zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass unser Zentrum eine überregionale Anlaufstelle für die Behandlung von CRPS ist“, sagt Prof. Dr. Heike Rittner, die Leiterin des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) des Uniklinikums Würzburg (UKW). Nach ihren Worten wird am ZiS für CRPS-Patientinnen und -Patienten individuell eine interdisziplinäre multimodale Therapie zusammengestellt. „Außerdem können wir eine besondere Betreuung im Rahmen klinischer Verlaufsstudien anbieten“, ergänzt die Schmerzexpertin. Generell sei das Forschungsengagement zum komplexen regionalen Schmerzsyndrom als Teil der klinischen Forschungsgruppe KFO5001 ResolvePAIN am UKW sehr breit aufgestellt.

Neu: Spezielle ambulante Patientenschulung

Brandneu im CRPS-Portfolio des ZiS ist eine eigene ambulante Patientenschulung, die sowohl den medizinisch-medikamentösen Bereich, wie auch psychosoziale und physiotherapeutische Aspekte abdeckt. Expertinnen und Experten für die Erkrankung erklären dabei die Hintergründe und zeigen besondere Übungen für die CRPS-Behandlung, wie das Graded Motor Imagery.

„Orange Day“ heißt der immer am ersten Montag im November stattfindende Infotag übrigens, weil in vielen Aktionen weltweit orange beleuchtete Bauwerke sowie orange Kleidung und Schleifen visuell auf die Krankheit aufmerksam machen.

Pressemitteilung als PDF.

Einladung zum Würzburger Philosophicum am Do. 28. Oktober 18.00 Uhr c.t. bis 20.00 Uhr; Das Prinzip Verantwortung: Ökologie und Medizin

Hiermit möchten wir Sie sehr herzlich zu unserem Philosophicum im Wintersemester einladen. Das Semesterthema widmet sich der Ökologie, dem Klimawandel und den gesundheitlichen Folgen, stellt die Frage nach der Verantwortung für die Medizin und ist damit hochaktuell.

Unser Programm finden Sie in der Anlage. Nähere Informationen zum Philosophicum, unser Konzept und die ausgearbeiteten und exzellenten Vorträge von Prof. Dr. phil. Johann-Heinrich Königshausen, Mitbegründer des Philosophicums, finden Sie unter www.ukw.de/philosophicum.

Erfreulicherweise können wir unsere Veranstaltung zum Wintersemester sowohl vor Ort am Universitätsklinikum Würzburg abhalten (hier gilt die 3 G Regel), als auch über Zoom, hierfür erhalten Sie den Link mit dieser Einladung. Außerdem finden Sie die Vorträge auf dem Youtubekanal des Würzburger Philosophicum unter der Voraussetzung, dass unsere Referent*innen jeweils damit einverstanden sind. Eine separate Anmeldung für die Veranstaltungen ist mit Ausnahme des Präsenzseminars nicht erforderlich.  

Beginn der Veranstaltungsreihe:

Donnerstag, 28.10.2021 18.00 c.t. - 19.45 Uhr

Referent:
Prof. Dr. Michael Kühl (Lehrstuhlinhaber Institut für Biochemie und Molekulare Biologie der Universität Ulm) (zugeschaltet über Zoom)

Titel des Vortrags: Das Prinzip Verantwortung: Der Klimawandel und seine gesundheitlichen Folgen

Prof. Dr. Michael Kühl ist Biochemiker und Direktor des Instituts für Biochemie und Molekulare Biologie an der Universität Ulm. Neben seiner Tätigkeit in Forschung und Lehre an der Medizinischen Fakultät engagiert er sich seit Jahren in den Bereichen Nachhaltigkeit und Klimawandel. Er ist Vorstandsmitglied des Ulmer Initiativkreises für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung sowie Mitglied im Fachkollegium der Scientists for Future, in der Impulsgruppe Nachhaltigkeit der Stadt Blaustein und im Klimaschutzbeirat der Stadt Ulm. Zusammen mit seiner Frau betreibt er den Umweltblog.

Studierende, Philosophen, Mediziner, Ärzte und Interessierte reflektieren und diskutieren unser Schwerpunktthema transdisziplinär mit Bezug zu Praxis, Klinik, Forschung und verwandten Fächern. Die Veranstaltungen sind bewusst interaktiv gehalten und schließen neben dem Vortrag eine offene Diskussion ein. Besonders begrüßen wir dazu Studierende anderer Hochschulen, Kolleg*innen aus Klinik und Praxis sowie an der Thematik Interessierte.

Zusätzlich ist unser Auftritt auf Meetup eingerichtet und steht auf Wunsch zur Verfügung unter https://www.meetup.com/de-DE/wuerzburger-philosophicum. Dort können sich Interessent*innen des Würzburger Philosophicums austauschen und über die Veranstaltungen diskutieren. Sie finden hier außerdem unter anderem alle Veranstaltungen, die in diesem Semester noch stattfinden, und werden, wenn Sie unserer Gruppe beitreten, über den Newsletter hinaus über weitere Veranstaltungen informiert. Geplant ist beispielsweise eine zusätzliche Veranstaltung des Philosophicums am Internationalen Tag der Philosophie, 18. November 2021, an der Universitätsklinik Würzburg.

Über Ihre Teilnahme und Mitwirkung an der Diskussion freut sich sehr

Ihr Philosophicumsteam -

Carla Winter, Judith Kleiss, Hannah Gauger, Charlotte Göttmann, Gloria Griebel, Harriet Hahn, Antonia Mortsch, Camila Malkewitz, Michael Gabler, Till Gallasch, Valentin Metzner, Hans Aster, Jonas Daub, Michael Schmidt, Johannes Königshausen und Thomas Bohrer

Veranstaltungsprogramm als PDF.

Brustkrebs-Forum 2021: Von deeskalierten Therapien und ästhetischen onkoplastischen Operationen

Am Dienstag, den 30. November 2021, veranstaltet die Würzburger Universitätsfrauenklinik für alle Interessierten ihr 8. Brustkrebs-Forum. Ein Schwerpunkt dabei ist die derzeit vielfach propagierte Deeskalation: Bei welchen Patientinnen und wie können belastende Eingriffe und Therapien minimiert werden – und das möglichst ohne Effektivitätsverlust?

Prof. Dr. Achim Wöckel (links), Prof. Dr. Ute-Susann Albert und Prof. Dr. Rafael Jakubietz sind die Experten des Brustkrebs-Forums 2021.

Das jährliche Brustkrebs-Forum der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) ist für Patientinnen und deren Angehörige eine Chance, sich aus erster Hand über Neuerungen in der Therapie sowie weitere relevante Entwicklungen und Themen rund um das Mammakarzinom zu informieren. Die diesjährige Neuauflage am Dienstag, den 30. November, findet – wie schon in 2020 – als Online-Veranstaltung statt. Über die Videokonferenz-Plattform Zoom werden ab 18:00 Uhr drei Kurzvorträge angeboten.

Therapievielfalt reduzieren, Nebenwirkungen ersparen

Zunächst werden Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik, und Prof. Dr. Ute-Susann Albert, die in seinem Team den Bereich Senologie leitet, über neue chemo-, strahlen- und immuntherapeutische Behandlungswege referieren. „Nachdem in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer weitere Therapien entwickelt und zum Nutzen der Patientinnen eingesetzt wurden, hat sich beim Behandlungserfolg mittlerweile ein gewisses Plateau eingestellt“, berichtet Prof. Wöckel und fährt fort: „Deshalb geht es derzeit unter dem Stichwort Deeskalation darum, die individuell verabreichte Therapievielfalt möglichst wieder zu reduzieren und so den Patientinnen Nebenwirkungen zu ersparen – natürlich ohne Effektivitätsverlust.“

Das Körperbild erhalten

Ein wichtiger Partner der Frauenklinik ist die Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie. „Die moderne Onkoplastik ist in der Lage, einem hohen Prozentsatz der Brustkrebspatientinnen ihre Brust und somit das eigene Körperbild zu erhalten“, schildert Prof. Wöckel. Wie heute onkologische und rekonstruktive chirurgische Maßnahmen vereint werden, erläutert beim Brustkrebs-Forum Prof. Dr. Rafael Jakubietz, der Leiter der Plastischen und ästhetischen Chirurgie des UKW.

Da die Teilnehmerzahl der kostenlosen Veranstaltung begrenzt ist, ist eine Anmeldung bis spätestens 15. November 2021 wichtig. Wer sich rechtzeitig anmeldet, erhält per E-Mail die Zugangsdaten und eine detaillierte Anleitung zum technischen Ablauf. Für die Anmeldung kontaktieren alle Interessierten Gabriele Nelkenstock, die externe Selbsthilfebeauftragte des UKW, unter E-Mail: selbsthilfe@ukw.de oder Tel: 0931 / 88079447.

Pressemitteilung als PDF.