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Universitätsmedizin Würzburg: Forschungsprojekt soll die Nachsorge bei Brustkrebs verbessern

Gefördert mit über 3,3 Millionen Euro startet unter der Leitung der Würzburger Universitätsmedizin jetzt das multizentrische Forschungsprojekt „BETTER-CARE“. Ziel ist es, für Brustkrebspatientinnen und -patienten eine individuell maßgeschneiderte Nachsorge zu etablieren. Der Weg dorthin soll über ein fächerübergreifendes digitales Versorgungsnetzwerk inklusive einer unterstützenden App führen.

„Aktuell wird in Deutschland die Nachsorge bei Brustkrebs für alle Patientinnen und Patienten nach einem sehr einheitlichen Schema gestaltet“, berichtet Prof. Dr. Achim Wöckel. Der Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik fährt fort: „Je nach persönlichem Rezidiv- oder Metastasierungsrisiko besteht durch diese ‚Gleichbehandlung‘ im jeweiligen Einzelfall die Gefahr einer Über- oder Unterversorgung.“ Nach der Auffassung des Gynäkologen bedarf es stattdessen eines wissenschaftlich untermauerten Konzepts für eine viel stärker individualisierte, bedarfs- und risikoadaptierte Nachsorge. Dieses Konzept soll nun in dem großangelegten Versorgungsforschungsprojekt BETTER-CARE entwickelt und erprobt werden. Als wesentliche Voraussetzung dafür sagte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im September 2021 für die kommenden dreieinhalb Jahre eine Förderung von über 3,3 Millionen Euro zu. 

Die deutschlandweite Multicenter-Studie wird von der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg koordiniert und durch das von Prof. Dr. Peter Heuschmann geleitete Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) der Uni Würzburg evaluiert.

Welche Bedürfnisse haben Menschen nach einer Brustkrebsbehandlung?

„Wir planen den Aufbau eines fach- und sektorenübergreifenden digitalen Versorgungsnetzwerks“, beschreibt Prof. Heuschmann. Darin können alle an der Nachsorge beteiligten Fachärztinnen und Fachärzte sowie Therapeutinnen und Therapeuten über eine zentral geführte Dokumentation untereinander sowie mit den Patientinnen und Patienten interagieren. Unter anderem haben sie Zugriff auf stetig aktualisierte Informationen zu den individuellen therapeutischen Bedürfnissen oder auch Symptomen der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer. „Eines der Ziele von BETTER-CARE ist es, erstmals in Deutschland ein wirklich klares, evidenzbasiertes Bild der Bedürfnislage von Patientinnen und Patienten nach ihrer Brustkrebsbehandlung zu bekommen“, unterstreicht Heuschmann. 

Software soll zu besserer Lebensqualität verhelfen

Um ihre persönliche Situation zu erfassen, sollen die Patientinnen und Patienten eine spezielle App einsetzen. Das Programm soll den Nutzerinnen und Nutzern darüber hinaus helfen, bestimmte Belastungen direkt anzugehen. So können integrierte Tools zum Beispiel Übungen vorschlagen, um tumorbedingte psychische Probleme zu reduzieren und insgesamt die Lebensqualität zu steigern. „Damit diese Angebote möglichst maßgeschneidert sind, wird die Software Prozesse der Künstlichen Intelligenz nutzen“, kündigt Prof. Wöckel an. Bei körperlichen oder mentalen Herausforderungen, die auf diesem unmittelbaren Weg nicht zu lösen sind, wird das behandelnde Brustkrebszentrum informiert, mit dem dann das weitere Vorgehen besprochen werden kann. Zur Koordination und zur Kommunikation mit den Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern ist der Einsatz von spezifisch geschulten Pflegekräften geplant.

Teilnahme über rund 30 Brustkrebszentren möglich

Neben der federführenden Frauenklinik und dem IKE-B sind auch die AG Medizininformatik, der Lehrstuhl für Controlling und Interne Unternehmensrechnung sowie die Zentrale für Klinische Studien als zusätzliche Würzburger Einrichtungen an dem multizentrischen Vorhaben beteiligt. Weitere Forschungspartner sind die Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Heidelberg, die Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Ulm, die Universitätsfrauenklinik Tübingen und das Institut Frauengesundheit Institute Women`s Health GmbH. Hinzu kommen bundesweit rund 30 Brustkrebszentren, welche die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer rekrutieren sowie das neue Konzept in den kommenden Jahren implementieren und erproben werden.

Mehr dazu unter www.better-care.health 

 

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Am Montag, 8. November 2021, fand im Max-Scheer-Hörsaal am Hubland die Jubiläumsfeier anlässlich des 125 + 1. Jahrestags der Entdeckung der Röntgenstrahlen an der Fakultät für Physik und Astronomie statt. Im Rahmen der Feier wurden die Wilhelm Conrad Röntgen – Studien- und Wissenschaftspreise und die Wilhelm und Else Heraeus-Preise 2020 und 2021 an die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler verliehen.

Die Feier fand nach 3G-Vorgaben mit einer begrenzten Anzahl von Gästen in Präsenz statt und wurde im Livestream übertragen. Dekan Professor Björn Trauzettel moderierte die Veranstaltung, in deren Rahmen die neue Physik-Ausstellung „Ins Innerste der Welt“ eröffnet und der Hörsaal P in „Röntgen-Hörsaal“ umbenannt wurden. Die beiden Highlights des Programms wurden per Liveschaltung in den Max-Scheer-Hörsaal und den Online-Stream übertragen. Dabei wurde das blaue Band zur Ausstellungseröffnung von Ausstellungsmacher Dr. Jochen Ramming von Frankonzept und Professor Bert Hecht durchschnitten.

Die Festrede mit dem Titel „Röntgens Entdeckung – Vom Zufall zur wissenschaftlichen Revolution“ hielt der Sprecher des Exzellenzclusters der Physik „Complexity and Topology in Quantum Matter“, Professor Ralph Claessen. Auf den Tag genau, 125 + 1 Jahr nach der Entdeckung fühlten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer in Röntgens Labor versetzt. Neben hervorragend recherchiertem biographischem Hintergrund ging Professor Claessen auf den unübertroffenen wissenschaftlichen Impact von Röntgens Entdeckung ein.

Die Preise für die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler wurden vom Studiendekan Professor Ronny Thomale und von Prodekan Professor Jens Pflaum verliehen. Die Röntgenpreise gehen auf eine durch Röntgen selbst ins Leben gerufene Stiftung zurück, für die er das Preisgeld des ihm 1901 verliehenen ersten Physiknobelpreises dem Physikalischen Institut vermachte. Aus dem Kreis der Röntgen-Wissenschafts-Preisträgerinnen und -Preisträger wurde die beste Promotion eines Jahrgangs mit dem Wilhelm und Else Heraeus-Preis ausgezeichnet. Für 2020 erhielt Dr. Judith Gabel, für 2021 Dr. Christoph Thomas Fleckenstein diese hohe, mit 4.000 Euro dotierte Auszeichnung.

 

einBlick - Das Online Magazin der Universität Würzburg vom 23.11.2021 

Universitätsmedizin Würzburg: Krebsforschungsprojekt FORTiTher als exzellent bewertet

Bei der zweiten Zwischenbegutachtung bewertete die Bayerische Forschungsstiftung den Forschungsverbund Tumordiagnostik für individualisierte Therapie (FORTiTher) erneut als exzellent. Sprecher des im Jahr 2019 gestarteten Vorhabens sind die Professoren Torsten Blunk und Martin Fassnacht vom Uniklinikum Würzburg.

Der Forschungsverbund Tumordiagnostik für individualisierte Therapie (FORTiTher) will neue diagnostische Verfahren entwickeln, die ein noch differenzierteres Bild von Tumoren liefern sollen im Hinblick auf Bösartigkeit, Wachstum, Auseinandersetzung mit dem Immunsystem, Ausbreitungstendenz und Ansprechen auf Medikamente. An dem Mitte 2019 gestarteten Vorhaben sind zwölf Forschungsgruppen aus dem Uniklinikum Würzburg (UKW), den Universitäten Würzburg und Regensburg, der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Fraunhofer-Translationszentrum für Regenerative Therapien TLZ-RT beteiligt. Außerdem ergänzen 15 Partner aus der bayerischen Wirtschaft den Zusammenschluss.

Gelungene Vernetzung und hohe Produktivität

Gefördert wird FORTiTher von der Bayerischen Forschungsstiftung. Diese führte Ende Juni dieses Jahres unter Mitwirkung eines sechsköpfigen Gutachtergremiums die zweite Zwischenbegutachtung des Forschungsverbunds durch. An deren Ende vergaben die Prüfer*innen die Gesamtnote „exzellent“. Dabei hoben sie besonders die gelungene Vernetzung der Projekte und die hohe Produktivität, nicht zuletzt durch die flexible Reaktion auf die Corona-Pandemie, hervor. Der Verbund leistet damit auch einen Beitrag zur weiteren Stärkung des Bayerischen Standorts des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT), dem NCT WERA.

Staffelübergabe im vergangenen Jahr

„Wir nehmen das Gutachtervotum als Bestätigung und Herausforderung an, die entwickelten Tumormodelle und diagnostischen Verfahren weiter zu verfeinern und an die klinische Umsetzung heranzuführen“, sagt Prof. Dr. Torsten Blunk. Der Leiter der Unfallchirurgischen Forschung des UKW koordiniert FORTiTher seit Mitte vergangenen Jahres zusammen mit Prof. Dr. Martin Fassnacht, dem Leiter der Endokrinologie und Diabetologie des UKW. Zuvor war Prof. Dr. Franz Jakob, der Leiter des Bernhard-Heine-Centrums für Bewegungsforschung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, bis zu seiner Pensionierung im Juni 2020 der Sprecher des Verbundes. Prof. Blunk und Prof. Fassnacht sind nach eigenen Worten froh, dass ihnen Prof. Jakob als Spiritus Rector des Vorhabens auch in dessen weiteren Laufzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.

 

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Neue Methode macht maskierte Proteine in Nervenzellen sichtbar

Ein internationales Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelte eine neue Methode, die spezielle Rezeptorproteine in Nervenzellen, die für das Lernen wichtig sind, sichtbar macht. Die Ergebnisse wurden in dem renommierten Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.

Die Forschungsgruppen von Prof. Dr. Markus Sauer vom Biozentrum und Dr. Gerti Beliu vom Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging der Universität Würzburg, sowie die Gruppe von Dr. Daniel Choquet vom Neurocampus Bordeaux der Universität Bordeaux entwickelten einen neuen Ansatz, mit dem zum ersten Mal ein Komplex aus Rezeptorprotein und Hilfsprotein in lebenden Neuronen sichtbar gemacht werden konnte. „Diese Methode eröffnet uns die Möglichkeit, auch andere, schwierig zu markierende Proteine in lebenden Zellen zu untersuchen“, erklärt Sauer.

Kombination aus innovativen Methoden und Expertise in Neurowissenschaften

Um die Proteine sichtbar zu machen, kombinierten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die von Sauer entwickelte, hochauflösende Mikroskopiemethode dSTORM mit der Markierungsmethode der Click-Chemie. Dabei wird eine künstliche Aminosäure, die Biobausteine aus denen Proteine bestehen, direkt in dem Protein eingebaut, das man untersuchen möchte. An diese künstliche Aminosäure bindet, wie ein zweites Puzzleteil, ein winziger Farbstoff und markiert damit direkt das Protein. Mit diesem neuen Ansatz können die Forscherinnen und Forscher nun bis auf die molekulare Ebene genau erkennen was in einer Zelle passiert.

„In Nervenzellen ist es besonders wichtig, wann, welches Protein sich wo, in der Zelle befindet und mit welchen anderen Proteinen es verbunden ist. Denn diese molekulare Organisation, reguliert die Signalweiterleitung der Neuronen und damit so wichtige Prozesse wie das Lernen“, erläutert Choquet. Mit den herkömmlichen Methoden, wie die Markierung mit Antikörpern oder das Verknüpfen von fluoreszierenden Proteinen, ist es sehr schwierig in lebenden Neuronen zu arbeiten.

Diese Methoden können den normalen Stoffwechsel der Zelle durch die Größe der Markierungsmoleküle stören. Deshalb war es bisher auch sehr schwierig die genauen molekularen Vorgänge und die Regulation der einzelnen Proteine in lebenden Zellen zu untersuchen.

Versteckte Bindestelle maskiert Rezeptoren

Ein Protein, das die Neurowissenschaften schon seit langem interessiert, ist der AMPA-Rezeptor der, unter anderem, an den Synapsen der Neurone für die Signalweiterleitung wichtig ist. Die Aktivität und auch die Lokalisation der Rezeptoren wird durch kleine, an sie gebundene Hilfsproteine reguliert. Durch strukturbiologische Untersuchungen war bekannt, dass Rezeptor und Hilfsprotein einen Komplex bilden können. Obwohl die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuteten, dass der Proteinkomplex an den Synapsen vorkommen muss, war es bisher nicht möglich die Proteine zu markieren und mikroskopisch sichtbar zu machen.

Nun ist klar: die Rezeptoren waren im wahrsten Sinne des Wortes maskiert. Die Bindung der Hilfsproteine an die Rezeptoren deckte auch die Bindestelle für den Markierungsantikörper ab. Da er nicht binden konnte war eine Markierung nicht möglich und die Rezeptoren somit „unsichtbar“. Mit der neuen Methode, die extra für Neurone optimiert wurde, ist es nun möglich den Proteinkomplex aus Rezeptoren und Hilfsprotein zu zeigen. Die hohe räumliche Auflösung von dSTORM erlaubt es, die Rezeptoren einzeln zu zählen und ihre Verteilung in Nervenzellen gezielt zu untersuchen. Die Forschungsgruppen arbeiten schon daran weitere Proteine zu demaskieren und mittels hochauflösender Fluoreszenzmikroskopie sichtbar zu machen.

Publikation

Diogo Bessa-Neto, Gerti Beliu, Alexander Kuhlemann, Valeria Pecoraro, Sören Doose, Natacha Retailleau, Nicolas Chevrier, David Perrais, Markus Sauer & Daniel Choquet: Bioorthogonal labeling of transmembrane proteins with non-canonical amino acids unveils masked epitopes in live neurons. Nature Communications (November 2021) DOI: 10.1038/s41467-021-27025-w

Personen

Diogo Bessa-Neto forscht als Doktorand in der Arbeitsgruppe von Dr. Daniel Choquet am Bordeaux Neurocampus der Universität Bordeaux

Dr. Gerti Beliu ist Forschungsgruppenleiter am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging an der Universität Würzburg

Prof. Dr. Markus Sauer ist Lehrstuhlinhaber für Biotechnologie und Biophysik am Biozentrum der Universität Würzburg und Vorstand des Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging

Dr. Daniel Choquet leitet die Gruppe Dynamic Function of Synapses am Bordeaux Neurocampus der Universität Bordeaux

Kontakt

Prof. Dr. Markus Sauer (Biozentrum, Universität Würzburg)
Tel.: +49 931 31-88687, m.sauer@ uni-wuerzburg.de
Dr. Daniel Choquet (Bordeaux Neurocampus, Universität Bordeaux)
Tel.: +33 5 33 51 47 15, daniel.choquet@ u-bordeaux.fr
Dr. Judith Flurer (Pressestelle, Rudolf-Virchow-Zentrum)
Tel.: +49 (0)931 31 85822, judith.flurer@ virchow.uni-wuerzburg.de

 

Pressemitteilung Rudolf-Virchow-Center vom 19.11.2021

 

Neuer Wirkstoff gegen Herzinsuffizienz – Kristina Lorenz gewinnt Phoenix-Wissenschaftspreis

Würzburg und Dortmund, 18. November 2021. Wenn das Herz vermehrt belastet wird, etwa durch Sport oder durch Bluthochdruck, dann wächst es. Damit versucht es, seine Leistung auch bei höherer Belastung konstant zu halten. Tatsächlich kann dieses Wachstum die Leistungsfähigkeit des Herzens bis zu einem gewissen Grad verbessern. Ufert das Wachstum aber aus, dann sterben Herzmuskelzellen ab, das Herz vernarbt und wird schwächer. Eine chronische Herzinsuffizienz kann die Folge sein.

Dieser schädliche Prozess lässt sich experimentell durch einen Peptid-Wirkstoff hemmen. Das hat ein interdisziplinäres Team der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften – ISAS e.V. in Dortmund unter der Leitung von Professorin Kristina Lorenz gezeigt (Nature Communications, 2020).

Schädliche Proteinwirkung wird aufgehoben

Für diese Leistung bekam Kristina Lorenz, die an der JMU den Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie und am ISAS als wissenschaftliche Direktorin die Abteilung Translationale Forschung leitet, nun den mit 10.000 Euro dotierten Phoenix Pharmazie-Wissenschaftspreis in der Kategorie „Pharmakologie und Klinische Pharmazie“ verliehen. Pandemiebedingt wurde ihr der Preis im kleinen Rahmen am Lehrstuhl überreicht.

Jurymitglied Professor Peter Ruth begründet die Auszeichnung wie folgt: „Die Preiswürdigkeit dieser Forschung besteht darin, dass Professorin Lorenz die krankhafte Wirkung eines Signalproteins mit einem Peptid-Wirkstoff außer Kraft setzen konnte.“ Das Protein entfalte seine schädliche Wirkung bei Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck oder nach einem Herzinfarkt.

Die Preisträgerin treibt ihre Forschung an dem Peptid-Wirkstoff mit ihren Teams in Würzburg und Dortmund weiter voran: „Wir hoffen, dass wir damit die Basis für eine neue, nebenwirkungsärmere Therapie der Herzinsuffizienz legen können.“ Außerdem gebe es Hinweise darauf, dass das Peptid womöglich auch bei Tumorkrankheiten und bestimmten genetischen Krankheiten eingesetzt werden kann.

Fakten zum Preis

Der Phoenix Pharmazie-Wissenschaftspreis wurde 1996 mit dem Ziel ins Leben gerufen, innovative und herausragende Forschungen im pharmazeutischen Bereich zu fördern. Verliehen wird der Preis von der PHOENIX group, einem Unternehmen des Pharmagroßhandels.

Weitere Informationen über die vier mit dem Pharmazie-Wissenschaftspreis ausgezeichneten Forscher und Forscherinnen stehen auf der Webseite der PHOENIX group. Dort ist auch ein Video von der Preisverleihung zu sehen. (https://www.phoenixgroup.eu/de/wissenschaftspreis)

Die preisgekrönte Publikation

Interference with ERK-dimerization at the nucleocytosolic interface targets pathological ERK1/2 signaling without cardiotoxic side-effects, Nature Communications 11, 1733 (2020)

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 18.11.2021

 

Neue Besuchsregelung am Uniklinikum Würzburg: ab 18. November 2021 gilt die 2G-Plus-Regel

Aufgrund der hohen Inzidenzen und der anspannten Lage auf den Intensivstationen gelten am Uniklinikum neue, strenge Besucherregelungen in Form der sogenannten 2G-Plus-Regelung.

Ab sofort sind daher am Uniklinikum Würzburg nur noch Besucher*Innen zugelassen, die zusätzlich zu einem gültigen Impf- oder Genesenen-Zertifikat einen aktuellen negativen Testnachweis vorlegen können. 
Hierfür ist ein negativer PCR-Test (≤ 48 Stunden) mit Testat oder eine negative Antigenschnelltestung (≤ 24 Stunden) mit Testat erforderlich - jeweils in deutscher oder englischer Sprache.

Weiterhin gelten folgenden Regelungen:

  • 1:1:1-Regelung: 1 Besucher an 1 Tag für maximal 1 Stunde
  • Besuchszeiten sind täglich von 14:00 bis 18:00 Uhr, letzter Zutritt zum Klinikum um 17:30 Uhr, Ausnahmen sind nur in Absprache möglich.
  • Während des ganzen Aufenthalts im Klinikum sind FFP2-Masken zu tragen. 

Es wird für Einzelbereiche auch weiterhin gesonderte Regelungen geben, ausgenommen bleibt auch die Begleitung Sterbender.

Das Klinikum bittet darum, aus Rücksichtnahme auf die Patienten, Mitpatienten und die Beschäftigten auf den Stationen Besuche auf ein absolutes Minimum zu beschränken.

Die gleichen Regelungen gelten ab sofort auch für Begleitpersonen von Patienten im Bereich der Ambulanzen/Polikliniken.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Startseite www.ukw.de

Wir danken für Ihr Verständnis!

Weltweit oft zitierte Forscher - Herr Prof. Dr. Hermann Einsele, Leiter des Lehrstuhls für Innere Medizin II und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II

Ihre Arbeiten werden von anderen außergewöhnlich oft zitiert: Vier Forscher der Universität erhalten dafür das Prädikat „Highly Cited Researcher“.

Zum wiederholten Male finden sich drei Professoren der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) in der Liste der Highly Cited Researchers: der Mediziner Hermann Einsele, der Biophysiker Rainer Hedrich sowie der RNA-Forscher und Infektionsbiologe Jörg Vogel. Erstmals in der Liste vertreten ist der Zellforscher Dr. José Pedro Friedmann Angeli.

Das auf Zitationsdaten spezialisierte Unternehmen Clarivate Analytics hat die aktuelle Highly-Cited-Liste erstellt und am 16. November 2021 veröffentlicht. Grundlage der Auswertung ist laut Clarivate die Datenbank Web of Science. Für 2021 hat das Analyseteam den Zeitraum von Anfang 2010 bis Ende 2020 betrachtet.

Als häufig zitiert gelten Publikationen, die in ihrem Erscheinungsjahr zu den ein Prozent meistzitierten ihres Fachgebiets gehören. Nur wer gleich an mehreren solchen Highly Cited Papers beteiligt ist, wird in den exklusiven Kreis der Highly Cited Researchers aufgenommen. 2021 besteht dieser Kreis aus 6.600 Persönlichkeiten weltweit.

Physiker unter den Citation Laureates

Neben der Liste mit den Highly Cited Researchers führt Clarivate Analytics eine weitere Liste mit sogenannten Citation Laureates. Diese kommen aus Sicht der Fachleute für den Nobelpreis in Frage. Dort wird seit 2014 der JMU-Physiker Laurens Molenkamp geführt. Um für diese Liste in Betracht gezogen zu werden, müssen Wissenschaftler über Veröffentlichungen verfügen, die mehr als 1.000 Mal zitiert wurden. Außerdem müssen ihre Arbeiten mit einer bedeutenden Entdeckung oder einem nobelpreiswürdigen Fortschritt verbunden sein.

Gratulation vom Universitätspräsidenten

JMU-Präsident Paul Pauli gratuliert den Forschern: „Dass Würzburger Wissenschaftler wiederholt zu den Highly Cited Researchers und Citation Laureates rechnen, ist ein eindrucksvoller Beleg der internationalen Sichtbarkeit unserer Universität. Die Ausgezeichneten gehören zu den weltweit am häufigsten zitierten Forschern auf ihrem Gebiet. Meinen Glückwunsch!“

Prof. Dr. Hermann Einsele

Der Leiter des Lehrstuhls für Innere Medizin II und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II beschäftigt sich mit der Stammzelltransplantation gegen Blutkrebs und das Multiple Myelom und Infektionserkrankungen bei immunabwehrgeschwächten Patienten. Unter seiner Leitung laufen immuntherapeutische Studien für viele Tumorerkrankungen. Einsele hat eine Krebstherapie mit spezifisch veränderten Immunzellen entwickelt und diese erstmals in Europa klinisch eingesetzt. An Auszeichnungen erhielt er unter anderen: 2003 den van Bekkum Award der Europäischen Gesellschaft für Zell- und Stammzelltherapie, 2012 Nobel Lecture Stem Cell Biology/Transplantation, Nobel Forum Karolinska Institute Schweden. 2014 wurde er als Mitglied in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz aufgenommen. Er ist Co-Sprecher der Sonderforschungsbereiche 124 und 338 sowie Sprecher des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen WERA mit Hauptstandort Würzburg.

Dr. José Pedro Friedmann Angeli

Der Juniorgruppenleiter am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging ist ein Pionier auf dem Gebiet der Ferroptose. Dabei handelt es sich um eine Form des Zelltods, deren Beteiligung an immer mehr physiologischen und krankhaften Prozessen im Organismus zunehmend klar wird. Die Arbeit in seiner Gruppe zielt darauf ab, diejenigen Stoffwechselwege zu verstehen und zu nutzen, die die Ferroptose-Empfindlichkeit regulieren. Das langfristige Ziel dieser Forschung ist es, Krebsarten wie B-Zell-Malignome, Melanome und Neuroblastome, die von Natur aus empfindlich für die Ferroptose sind, gezielt beeinflussen zu können.

Prof. Dr. Rainer Hedrich

Der Leiter des Lehrstuhls für Botanik I – Molekulare Pflanzenphysiologie und Biophysik gilt als einer der Väter der Erforschung der elektrischen Signalübertragung bei Pflanzen. In der Liste der oft zitierten Forscher wird er fortlaufend seit 2003 geführt, ein Gradmesser für zwei Jahrzehnte herausragende Forschungsleistung an der Universität. Hedrich war weltweit der erste, der im Labor von Nobelpreisträger Erwin Neher die Arbeitsweise pflanzlicher Ionenkanäle bestimmte. Im Projekt „Carnivorom“, gefördert vom Europäischen Forschungsrat mit einem ERC Grant, analysiert er fleischfressende Pflanzen. Dabei entdeckte er unter anderem, dass die Venus-Fliegenfalle die Berührungen mit ihrer Beute zählt und die Falle erst nach einer ausreichenden Zahl von Reizen zuschnappen und verdauen lässt. Um herauszufinden, wie die Pflanze zählt, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Hedrich mit dem renommierten Koselleck-Forschungspreis.

Prof. Dr. Jörg Vogel

Der Direktor des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung und Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie an der Medizinischen Fakultät der JMU erforscht regulatorische RNA-Moleküle in bakteriellen Krankheitserregern wie Salmonellen und Fusobakterien. Seine Arbeitsgruppe entwickelt neue, auf Hochdurchsatzsequenzierung beruhende Methoden, um RNA-Moleküle in hoher Auflösung zu erfassen und deren Wirkmechanismen zu verstehen. Der Biochemiker und Leibniz-Preisträger von 2017 ist gewähltes Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) und der Europäischen Molekularbiologie-Organisation EMBO.

Prof. Dr. Laurens Molenkamp

Dem Leiter des Lehrstuhls für Experimentelle Physik III gelang 2007 die Entdeckung des Quanten-Spin-Hall-Effekts. Molenkamp war außerdem der erste, der die neue Materialklasse der topologischen Isolatoren experimentell realisieren konnte. Seit seinem Durchbruch wird auf diesem Gebiet weltweit intensiv geforscht. Molenkamp erhielt unter anderem 2011 und 2017 jeweils mit 2,5 Millionen Euro dotierte ERC Advanced Grants und 2014 den Leibniz-Preis. 2017 kam die Stern-Gerlach-Medaille hinzu, die höchste Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

 

einBlick - Das Online Magazin der Universität Würzburg vom 16.11.2021