Aktuelle Pressemitteilungen

VERANSTALTUNG ABGESAGT: Patienteninformationstag am Uniklinikum Würzburg: Aktuelle Aspekte zum Prostatakrebs

Das zertifizierte Prostatakarzinom-Zentrum des Uniklinikums Würzburg veranstaltet am Samstag, 18. April 2020, seinen vierten Patienteninformationstag. Zehn Expertinnen und Experten berichten im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin über Wissenswertes aus Diagnostik und Therapie, Psychoonkologie und Selbsthilfe.

 

Das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Prostatakarzinom-Zentrum des Uniklinikums Würzburg (UKW) lädt am Samstag, den 18. April 2020, bereits zum vierten Mal Interessierte dazu ein, wissenswerte Hintergründe und neue Erkenntnisse über die häufigste Krebsart des Mannes zu erfahren. Zwischen 10:00 und 14:00 Uhr werden zehn Expertinnen und Experten im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) an der Oberdürrbacher Straße zu diversen Aspekten referieren und die Fragen der Zuhörer/innen beantworten.

Am Vormittag widmen sie sich den Möglichkeiten zur Früherkennung und Diagnostik des Prostatakrebses. Außerdem werden die psychoonkologischen Unterstützungsangebote des UKW und die Leistungen der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Würzburg vorgestellt.

Nach der Mittagspause erläutern die Fachleute der Kliniken für Urologie und für Strahlentherapie die zur Verfügung stehenden operativen, medikamentösen und strahlentherapeutischen Behandlungswege sowie deren jeweiligen Spezifika. Außerdem werden in einem Ausblick die zukünftigen Therapiekonzepte bei metastasiertem Prostatakarzinom beleuchtet.

„Dieses breite Themenspektrum spiegelt die ganzheitliche Betreuung von Prostata-Patienten am Uniklinikum Würzburg wider. Eine Betreuung, wie sie nur durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der diversen Fachabteilungen in einem Zentrum möglich ist“, unterstreicht Prof. Dr. Hubert Kübler, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des UKW.

Die Teilnahme am Patienteninfotag ist kostenlos, das detaillierte Programm gibt es unter www.urologie.ukw.de, Rubrik „Veranstaltungen“.

 

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Um die Auszeichnung „Deutschlands Beste Klinik-Website“ hatten sich im vergangenen Jahr insgesamt 235 Krankenhäuser und Kliniken mit 39 angegliederten medizinischen Versorgungszentren sowie 744 Schwerpunktzentren beworben. Der jährlich durchgeführte Wettbewerb ist ein wissenschaftliches Projekt, bei dem medizinische Webseiten analysiert und bewertet werden. Der Award findet seit dem Jahr 2003 unter der Schirmherrschaft des Pharma-Unternehmens Novartis aus Nürnberg und unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Elste von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach statt.

Nach sorgfältiger Auswertung durch spezialisierte wissenschaftliche Gutachter kürte Ende November 2019 eine siebenköpfige Jury die Sieger. Hierbei kam www.ukw.de, die Homepage des Uniklinikums Würzburg (UKW), auf den zweiten Platz – knapp hinter dem Internet-Auftritt des Universitätsklinikums Ulm und vor der Website des Klinikums Köln.

Der Webrelaunch hat sich gelohnt

„Die Auszeichnung ist eine weitere Bestätigung, dass sich unser 2018 abgeschlossener, mehrjähriger Kraftakt zum Webrelaunch wirklich gelohnt hat“, sagte Prof. Dr. Georg Ertl bei der Übergabe der Urkunde durch die Novartis-Mitarbeiterin Birgit Horn. Der Ärztliche Direktor des UKW nutzte die Gelegenheit auch, um nochmals den Kooperationspartnern des Webrelaunchs – den Agenturen Mainkonzept und text & kontext sowie dem Servicezentrum Medizin-Informatik (SMI) – für ihre Beharrlichkeit, Ausdauer und Geduld zu danken. Sein spezieller Dank galt zudem den vielen Online-Redakteurinnen und -Redakteuren des Klinikums, die nach den Worten von Prof. Ertl für stets aktuelle, wohlformulierte Inhalte sorgen.

 

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Besondere Auszeichnung für Würzburger Thromboseforscher

Der Würzburg Biomediziner Dr. Markus Bender erhielt den Alexander-Schmidt-Preis 2020. Damit werden seine Erkenntnisse über die Strukturen im Zellskelett eines Blutplättchen bei der Bildung eines Blutgerinnsels gewürdigt.

Am 18. Februar 2020 erhielt der Würzburger Biomediziner Dr. Markus Bender den mit 15.000,- € dotierten Alexander-Schmidt-Preis 2020 von der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung e.V. (GTH) für seine hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Blutgerinnung, der sogenannten Hämostaseologie.

Bender wurde insbesondere für seine Publikation in der hochrangigen Fachzeitschrift Blood im letzten Jahr ausgezeichnet, in der er mit seinem Forschungsteam und Kollaborationspartnern zeigen konnte, welche Strukturen im Zellskelett eines Thrombozyten (Blutplättchen) bei der Bildung eines Thrombus (Blutgerinnsel) ausgebildet werden.

"Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung! Der Alexander-Schmidt-Preis ist der wichtigste Preis in der Thrombose- und Hämostaseforschung im deutschsprachigen Raum und bestätigt den Stellenwert unserer Forschung", betont Bender.

Seine Forschung umfasst die Aufklärung der molekularen Mechanismen, die bei der Produktion und Funktion von Thrombozyten eine Rolle spielen. Welche Rolle das Zellskelett in diesen Prozessen spielt, ist für Bender besonders interessant. Seine Arbeit verbindet somit die Grundlagenforschung auf der molekularen Ebene der Zytoskelett-Stabilisierung von Blutzellen mit wichtigen klinischen Fragestellungen im Bereich der Blutgerinnung und Immunologie.

Der Alexander-Schmidt-Preis

Die GTH ist eine interdisziplinäre, wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft zur Förderung und Unterstützung wissenschaftlicher Forschung auf den Gebieten der Thrombose, Hämostase, vaskuläre Medizin und Biologie. Im Rahmen des Jahreskongresses vergibt die GTH in einem kompetitiven Verfahren den Alexander-Schmidt-Preis für eine hochrangige Publikation, die in einer wissenschaftlichen Zeitschrift bereits veröffentlicht wurde. Außerdem muss die längerfristige wissenschaftliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Hämostaseologie und vaskulären Medizin ersichtlich sein.

Zur Person

Markus Bender studierte und promovierte an der Julius-Maximilians-Universität (JMU). Danach wechselte er mit einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Stipendium an die Harvard Medical School, Boston, USA. Seit April 2015 leitet er eine durch das Emmy Noether-Programm der DFG geförderte Forschungsgruppe am Lehrstuhl für Experimentelle Biomedizin I. Der Lehrstuhl ist ein Forschungsinstitut des Uniklinikums Würzburg, assoziiert mit dem Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) für Experimentelle Biomedizin der JMU. Im Jahr 2015 erhielt Markus Bender für seine Forschungstätigkeiten bereits den Bayer Thrombosis Research Award.

Publikation

Schurr Y, Sperr A, Volz J, Beck S, Reil L, Kusch C, Eiring P, Bryson S, Sauer M, Nieswandt B, Machesky L, Bender M. “Platelet lamellipodia formation is not required for thrombus formation and stability”
Blood. 2019 Dec 19;134(25):2318-2329. doi: 10.1182/blood.2019002105.

Das Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ)

Das Rudolf-Virchow-Zentrum gehört als Zentrale Einrichtung zur Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Die Forschungsgruppen arbeiten auf dem Gebiet der Schlüsselproteine, die für die Funktion von Zellen und damit für Gesundheit und Krankheit besonders wichtig sind.

Kontakt

Dr. Markus Bender (Experimentelle Biomedizin I, Universitätsklinikum Würzburg und RVZ)
Tel. 0931 20148328, Bender_M1@ ukw.de
Website: www.platelets.eu/biomed/bender & www.bender-lab.de

Dr. Daniela Diefenbacher (Pressestelle, Rudolf-Virchow-Zentrum)
Tel. 0931 3188631, daniela.diefenbacher@ uni-wuerzburg.de

 

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Uniklinikum Würzburg: Ein interdisziplinäres Zentrum widmet sich Stimm- und Schluckstörungen

Seit Februar dieses Jahres betreibt das Uniklinikum Würzburg ein Interdisziplinäres Zentrum für Stimme und Schlucken. Die an der HNO-Klinik angesiedelte Einrichtung sorgt für eine systematische, multiprofessionelle Diagnostik und Behandlung bei Störungen dieser wichtigen Körperfunktionen.

Die Diagnostik, Therapie und Erforschung von Stimm- und Schluckstörungen sind schon seit vielen Jahren ein Schwerpunkt der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des Uniklinikums Würzburg (UKW). An der von Prof. Dr. Dr. h.c. Rudolf Hagen geleiteten Klinik widmen sich vor allem die Bereiche Phoniatrie, Pädaudiologie und Phonochirurgie diesem Themenkreis. „Allerdings gibt es je nach Ursache der Störung viele Berührungspunkte zu anderen Disziplinen, wie zum Beispiel zur Neurologie, der Inneren Medizin, der Chirurgie, der Zahn-Mund-Kieferchirurgie oder zur Kinderheilkunde“, sagt Prof. Hagen und fährt fort: „Um die hier bestehenden Kooperationen zwischen den jeweiligen Expertinnen und Experten zu systematisieren sowie ihr Fachwissen im Sinne einer noch besseren Patientenversorgung zu bündeln, haben wir jetzt das Interdisziplinäre Zentrum für Stimme und Schlucken gestartet.“

Neu ausgestattete Untersuchungsräume

Geschäftsführend geleitet wird das mit „IZSS“ abgekürzte Zentrum von Dr. Fabian Kraus, Oberarzt der HNO-Klinik. Als „Basis“ dienen ihm und seinem Team neu eingerichtete Untersuchungsräume im ersten Obergeschoss der Kopfklinik an der Josef-Schneider-Straße 11. Hier arbeiten mindestens eine Phoniaterin oder ein Phoniater, also ein/e ärztliche/r Spezialist/in für Störungen bei Sprache, Stimme und Schlucken, eine Logopädin und eine Psychologin zusammen. „Für die Diagnostik stehen uns, neben dem Patientengespräch und der direkten Beobachtung, hochmoderne Geräte zur Verfügung. Beispielsweise können wir mit einem speziellen, durch die Nase einzuführenden Endoskop – kombiniert mit durch Lebensmittelfarbe eingefärbte Speisen – sehen, was beim Schluckvorgang schiefläuft“, schildert Dr. Kraus. Auch für die Stimmanalyse stehen modernste Messgeräte mit zum Teil 3 D-Technologie bereit.

Ursachenschwerpunkt Kehlkopf

Stimme und Schlucken haben einen gemeinsamen Dreh- und Angelpunkt: den Kehlkopf. Er verschließt zum einen beim Schlucken den Eingang zur Luftröhre. Zum anderen ist er als eigentlicher Tonerzeuger wesentlich an der Stimmbildung beteiligt. „Hier liegt ein Großteil der Ursachen für Stimm- und Schluckstörungen – und damit im Arbeitsbereich der Phoniatrie“, sagt Dr. Kraus. Zu denken sei dabei beispielsweise an Polypen und Zysten an den Stimmlippen, Tumore und Stimmlippenlähmungen des Kehlkopfes oder auch einfach nur nachlassende Spannkräfte des Gewebes im Alter.

Allerdings ist der Kehlkopf nur ein Teil einer ganzen „Schluckstraße“. Sitzt das Problem „tiefer“, also im Bereich Speiseröhre und Magen, kommt man laut Dr. Kraus in die Fachdisziplinen der Chirurgie oder der Inneren Medizin. Auch in Richtung Gehirn und Nervensystem – und damit zur Neurologie – gibt es kausale Verbindungen. „Viele Schluckstörungen sind auch neurogen, also eine Folge von Krankheiten wie Demenz, Parkinson oder Schlaganfall“, weiß der Zentrumsleiter. Stimmstörungen können nach seinen Worten zudem das Ergebnis einer falschen Sprechtechnik oder ein Symptom für psychische Belastung sein.

Beratung und Weitervermittlung systematisiert

„Mit der Zentrumsstruktur haben wir jetzt feste Ansprechpartner in den im Einzelfall zusätzlich relevanten Disziplinen, die wir zurate ziehen oder an die wir weitervermitteln können“, erläutert Dr. Kraus. Außerdem findet alle vier bis sechs Wochen ein Dysphagie- und Dysphonie-Board statt. Darunter versteht man ein klinikumsinternes Treffen von multidisziplinären Fachleuten, bei dem in schwierigen, fachübergreifenden Fällen das weitere Vorgehen besprochen wird.

Aus dem innerklinischen Bereich bearbeiten Dr. Kraus und sein Team im IZSS pro Woche 15 bis 20 Beratungs-, Diagnose- oder Therapieanfragen, hinzu kommen 30 bis 40 ambulante Patienten.

Sprechstunde für Sänger/innen und Berufssprecher/innen

Eine besondere Zielgruppe des Zentrums sind Berufssprecher/innen und Sänger/innen. „Für diese bieten wir eine Spezialsprechstunde an, bei der es vielfach um Prävention geht“, berichtet Prof. Dr. Wafaa Shehata-Dieler. Die Leitende Ärztin für Audiologie, Pädaudiologie, Elektrophysiologie und Phoniatrie unterstützt Dr. Kraus bei der Führung des IZSS. Sie fährt fort: „Es gibt viele Menschen, die schon am Anfang ihrer Karriere in einem Beruf wie Lehrer/innen oder Erzieher/nnen erste Probleme mit ihrer Stimme haben. Hier können wir beraten und zum Beispiel durch die Schulung der richtigen Techniken im Rahmen einer logopädischen Therapie massiveren Störungen vorbeugen.“

Vom Ablauf her werden stationäre Patienten des UKW vom IZSS konsiliarisch untersucht, beraten und behandelt. Ambulante Patienten vereinbaren einen Untersuchungstermin im Zentrum, wo in der Regel eine Therapieempfehlung entwickelt wird.

Teil des Arbeitskreises Dysphagiekost

Die Arbeit des IZSS strahlt auch in die Patientenernährung am UKW aus. „Menschen mit Schluckstörungen brauchen Speisen mit der jeweils richtigen Konsistenz, die nicht nur alle benötigten Nährstoffe enthält, sondern gleichzeitig auch wohlschmeckend, abwechslungsreich und optisch ansprechend ist“, betont Dr. Kraus und fährt fort: „Als Teil und Motor des Arbeitskreises Dysphagiekost am UKW entwickeln wir unter anderem zusammen mit Therapeuten, dem Ernährungsteam, der Krankenhausküche und Kollegen der benachbarten Disziplinen derzeit ein neues Konzept für die Ernährung dieser speziellen Patientengruppe.“

Um das aktuelle Wissen zu den Herausforderungen und Erkenntnissen rund um Stimm- und Schluckstörungen unter Interessensgruppen wie niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Pflegenden zu verbreiten, bietet das Zentrum ferner die Fortbildungsreihe „Im Focus“ an. Diese startet am 21. April 2020 mit dem Thema „Dysphagie bei Kopf-Hals-Tumorpatienten“.

Forschung am IZSS

Die interdisziplinäre Arbeit in den Bereichen Stimme und Schlucken eröffnet eine Vielzahl an Forschungsthemen. So sind zum Beispiel Studien für die Weiterentwicklung der Endoskopie, der bildgebenden Diagnostik, der Stimmprävention bei Sprechberufen wie auch die Fortsetzung der Arbeiten zum Kehlkopfschrittmacher im IZSS angesiedelt.

Sprechstunden und Fortbildung

Zur Anmeldung kontaktiert man das IZSS unter Tel: 0931/201-21888 oder E-Mail: izss@ ukw.de. Im Internet findet sich das Zentrum unter www.ukw.de/izss.

 

Kastentext:

Folgenreiche Schluck- und Stimmstörungen
Störungen und Erkrankungen von Stimme und Schlucken sind häufig und können gravierende Folgen haben. So leidet mindestens ein Fünftel aller Menschen über 65 Jahren an einer Stimmstörung (Dysphonie). Außerdem arbeiten 13 Millionen Frauen und Männer in Deutschland in Sprechberufen. Von diesen entwickeln laut der Krankenkasse AOK etwa 20 Prozent eine Dysphonie und sind dadurch im Jahr durchschnittlich zehn Tage nicht arbeitsfähig. Der dadurch hervorgerufene Arbeitsausfall verursacht jährlich Kosten von 2,6 Milliarden Euro.

16 bis 22 Prozent der Deutschen über 55 Jahre sind von einer Schluckstörung betroffen. Diese mindert nicht nur die Lebensqualität, sondern kann sich auch negativ auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirken, zum Beispiel über eine Mangelernährung oder das stark erhöhte Risiko einer durch aspirierte Nahrung hervorgerufenen Lungenentzündung.

 

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Uniklinikum Würzburg: Patientenforum liefert Aktuelles aus der Schmerzmedizin - Veranstaltung wurde abgesagt!

Am Donnerstag, den 19. März 2020, veranstalten die Unabhängige Vereinigung aktiver Schmerzpatienten in Deutschland UVSD SchmerzLOS e.V. und das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin Würzburg ein Patientenforum, bei dem drei Expertinnen über Neuigkeiten aus der Behandlung chronischer Schmerzen berichten werden.

Alle, die sich für aktuelle Entwicklungen und Chancen in der Schmerzmedizin interessieren, sind am Donnerstag, den 19. März 2020, herzlich zu einer kostenlosen Informationsveranstaltung in den Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg (UKW) eingeladen. Zwischen 18:00 und 20:00 Uhr werden drei Expertinnen in ihren Vorträgen unterschiedliche Aspekte aus dem breiten Themenfeld aufgreifen.

Prof. Dr. Heike Rittner, die Leiterin der Schmerztagesklinik des UKW, wird sich der neuen Leitlinie zur Langzeitbehandlung mit Opioiden widmen. Dabei wird sie Antworten geben auf Fragen wie: Was müssen Patienten im Umgang mit Opioiden wissen? Bei welchen Krankheiten sind Opioide überhaupt sinnvoll einsetzbar? Welche Risiken und Nebenwirkungen sind mit einer Langzeitbehandlung, also einer Medikamenteneinnahme über mehr als sechs Monate, verbunden? Unter welchen Umständen können Opioide süchtig machen?

„Es gibt neue therapeutische Ansätze, wie bei Menschen mit akuten Schmerzen die Gefahr der Chronifizierung reduziert werden kann“, schildert Prof. Dr. Claudia Sommer von der Neurologischen Klinik des UKW. Als Präsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. wird sie mit PAIN2020 und POET-Pain zwei von dieser Vereinigung koordinierte Projekte vorstellen. Außerdem wird sie über neue Erkenntnisse zur Beteiligung des Nervensystems am Fibromyalgie-Syndrom berichten.

Für Heike Norda sind Menschen mit chronischen Schmerzen oft in einem Teufelskreis gefangen, in dem sich alles nur noch um den Schmerz dreht. „Einer der Auswege ist die Selbsthilfe, die über gegenseitigen Austausch helfen kann und Schmerzpatienten zu mündigen Partnern macht“, sagt die 1. Vorsitzende der Unabhängigen Vereinigung aktiver Schmerzpatienten in Deutschland UVSD SchmerzLOS e.V. Dies wird sie am Informationsabend weiter ausführen.

An die Fachvorträge schließt sich für die Teilnehmer/innen die Gelegenheit zur Diskussion an. Eine Anmeldung zum Patientenforum ist nicht erforderlich.

 

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Abstimmungsgespräch zur Corona-Lage in Stadt und Landkreis Würzburg

Zentrale Untersuchungsstelle für Corona-Tests geplant

Landrat Eberhard Nuß und Oberbürgermeister Christian Schuchardt beriefen heute am 5. März 2020 ein Abstimmungsgespräch zum Thema Coronavirus ein, an dem Vertreter des Universitätsklinikums sowie des Klinikums Würzburg Mitte und der Main-Klinik Ochsenfurt, der Rettungsdienste, des Ärztlichen Kreisverbandes und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) sowie der Koordinierungsgruppe des Landratsamtes und des Gesundheitsstabs der Stadt Würzburg teilnahmen.

Ziel war es, die Kliniken und Hausärzte von Tests auf Corona zu entlasten. Deshalb soll möglichst rasch eine ambulante Untersuchungsstelle für medizinisch notwendige Corona-Tests für Stadt und Landkreis Würzburg eingerichtet werden. Alle Konferenzteilnehmer erklärten ihre Bereitschaft, an der Realisierung der zentralen Anlaufstelle mitzuwirken. Sobald diese Einrichtung besteht, wird die Öffentlichkeit darüber informiert.

Die Hilfsorganisationen Bayerisches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Johanniter Unfallhilfe schulen derzeit ihre ehrenamtlichen Kräfte, um bei Bedarf Rettungsdienst, Krankenpflege und bei der häuslichen Versorgung unterstützen zu können. 


Pressemeldung des Landratsamts / Gesundheitsamts Würzburg vom 5. März 2020

 

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Prof. Dr. Patrick Meybohm: Neuer Leiter der Anästhesiologie am Uniklinikum Würzburg

Zu Beginn dieses Jahres übernahm Prof. Dr. Patrick Meybohm die Leitung der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Uniklinikum Würzburg. Er folgte damit Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Roewer nach, der nach knapp 25 Jahren in dieser Position zum Jahreswechsel in den Ruhestand trat.

Seit Anfang Januar 2020 leitet Prof. Dr. Patrick Meybohm die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Uniklinikum Würzburg (UKW). „Ich bin stolz darauf, dass ich von meinem Vorgänger eine klinisch so breit aufgestellte und wissenschaftlich so renommierte Klinik übernehmen durfte“, freut sich Prof. Dr. Meybohm.
Der neue Klinikdirektor stammt gebürtig aus Stendal. Sein Medizinstudium absolvierte er an der Universität in Göttingen. Schon als Student begeisterte er sich für die Anästhesiologie. Meybohm: „Ich finde, das weite Tätigkeitsspektrum als Anästhesist, Intensivmediziner und Notarzt mit seinen vielen, höchst unterschiedlichen Herausforderungen sorgt für einen sehr abwechslungsreichen und interessanten Arbeitsalltag.“ Diesen ärztlichen Arbeitsalltag erlebte er ab dem Jahr 2003 neun Jahre lang am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel, wo er 2009 seinen Facharzt für Anästhesiologie abschloss und sich habilitierte.

Stationen: Kiel, Frankfurt, Würzburg

„Es reizte mich, die Arbeitsweisen an einem anderen Klinikum kennenzulernen, weshalb ich im Jahr 2012 ans Universitätsklinikum Frankfurt wechselte“, berichtet der Anästhesist. An der von Prof. Dr. Dr. Kai Zacharowski geleiteten Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie erarbeitete er sich sukzessive die Positionen als Leitender Oberarzt der Intensivstation und Ärztlicher Leiter der Klinischen Studienzentrale. Zuletzt, vor seinem Ruf nach Würzburg, war er Stellvertretender Klinikdirektor.

Patient Blood Management in Deutschland vorangetrieben

Zusammen mit seinem Mentor Prof. Zacharowski erkannte er das ursprünglich vor allem in Australien vorangetriebene „Patient Blood Management“ (PBM) als lohnendes medizinisches Konzept. „Die Idee dahinter ist, das Blutvolumen des Patienten vor der Operation zu optimieren sowie während des Eingriffs die Blutverluste und den Einsatz von Blutkonserven möglichst zu reduzieren“, schildert Prof. Meybohm. Beispielsweise kann nach seinen Worten blutarmen Patienten vor der Operation Eisen verabreicht werden, wodurch es dem Organismus ermöglicht wird, aus eigener Kraft sein Blutvolumen zu verbessern. Zu einem „blutsparenden“ klinischen Arbeiten gehört es, das während der Operation anfallende Blut abzusaugen und dem Patienten nach einer Aufbereitung und Reinigung zurückzugeben. Ferner kann in vielen Fällen die Menge des zu labordiagnostischen Zwecken abgenommenen Blutes verringert werden, ohne dabei die Untersuchungsqualität zu beeinflussen.
Durch diese Maßnahmen ist es möglich, seltener auf Fremdblut zurückzugreifen. „Damit werden nicht nur die aufwändig gewonnenen Blutkonserven als wertvolle Ressource geschont, sondern auch mögliche Komplikationen dieser Mini-Transplantation vermieden“, unterstreicht Prof. Meybohm.

Mit seinem im Jahr 2013 gestarteten Patient Blood Management gilt das Uniklinikum Frankfurt als zumindest deutschlandweiter Vorreiter – und Prof. Meybohm als eine der Koryphäen zu diesem Thema. Sein Engagement dabei wurde schon mehrfach mit Preisen geehrt, unter anderem von der Europäischen Gesellschaft für Anästhesiologie und dem Aktionsbündnis Patientensicherheit.

Der neue Klinikdirektor plant, das vorteilhafte Konzept auch am UKW noch stärker umzusetzen und weiter zu erforschen. Zu bearbeitende wissenschaftliche Fragen hierbei sind: Wie kann man Patienten noch besser auf eine Operation vorbereiten? Wie können Geräte zum Sammeln und Aufbereiten von Blut weiter optimiert werden? Bei welchen Patienten kann man mit Blutkonserven noch zurückhaltender sein – und welche Patienten brauchen auf jeden Fall Fremdblut?

Forschen zur patientennahen Versorgung

Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt für Prof. Meybohm ist die patientennahe klinische Versorgung. Dabei geht es zum Beispiel um den Vergleich von etablierten Verfahren durch die Auswertung von vorhandenen Proben und klinischen Daten. Interessante Themen sind dabei unter anderem auch: Wie kann man es unterstützen, dass sich Patienten mit Lungenversagen noch schneller erholen? Wie kann Patienten mit einer Sepsis noch besser geholfen werden?

Spielerisch trainieren mit Serious Games

Bei der Lehre plant Prof. Meybohm, die beobachtete Lücke zwischen dem Lehrbuchwissen und der Arbeit am realen Patienten durch Simulationen weiter zu schließen. Einen zielführenden Ansatz sieht er im Einsatz von sogenannten „Serious Games“, also einer Art Lernspiele, bei denen junge Ärztinnen und Ärzte am Computer in einem virtuellen OP-Saal realitätsnah diverse Abläufe einüben und sich auf Zwischenfälle vorbereiten können.

Aufbauen auf bestehenden Kontakten

Der Start in Würzburg war für Prof. Meybohm kein Sprung ins Unbekannte. „Das UKW war schon während meiner Frankfurter Zeit der wichtigste Partner bei wissenschaftlichen Kooperationen“, berichtet der Klinikdirektor und fährt fort: „Dadurch und auch durch die Teilnahme an den jährlich in Würzburg stattfindenden Wissenschaftlichen Arbeitstagen der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin kannte ich schon vor meinem Dienstantritt viele Kolleginnen und Kollegen vom UKW persönlich, so dass der Übergang quasi fließend war.“

 

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