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Würzburger Universitätsmedizin: Covid-19-Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität

Immer häufiger wird im Zusammenhang mit SARS-CoV-2-Infektionen von sogenannten Langzeitfolgen berichtet. Ein Forschungsteam aus Universitätsklinikum und Universität Würzburg erforscht nun deren chronische Langzeitschäden.

Covid-19-Erkrankungen betreffen hauptsächlich Atemwege und Lunge. Das Virus SARS-CoV-2 kann aber auch andere Organe schwer schädigen und bei einem Teil der Infizierten zu chronischen Folgeschäden führen. Um derartige Auswirkungen einer Infektion zuverlässig zu messen und zukünftig besser zu behandeln, wurde das Forschungsprojekt COVIDOM ins Leben gerufen. Zur Erforschung von „Folgemorbidität von SARS-CoV-2-Infektionen – Auswirkungen auf Gesundheitszustand und Lebensqualität“ richtet das Projekt an den Standorten Berlin, Kiel und Würzburg derzeit Studienzentren ein. Hier werden Personen, die vor einigen Monaten mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert waren, untersucht.

Ein Projekt des Netzwerks Universitätsmedizin


COVIDOM ist ein Projekt im Rahmen des „Netzwerks Universitätsmedizin“ (NUM), einem Zusammenschluss deutscher Universitätsklinika im Verbund mit der Politik, um Wissen und Forschung zur Covid-19-Pandemie zu bündeln. Gefördert werden das Netzwerk und dessen Projekte durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
Das Forschungsteam von Universitätsklinikum und Universität Würzburg wird mögliche Langzeitschäden nach einer Covid-19-Akuterkrankung untersuchen. Anhand der Ergebnisse sollen repräsentative Abschätzungen für die Studienregion Unterfranken möglich sein.

Mit Befragungen und Untersuchungen

Ziel der Studie ist es, die Art und Häufigkeit von Folgeerkrankungen nach einer SARS-CoV-2-Infektion festzustellen. Auch die Symptome, deren Dauer und deren mögliche Langzeitschäden – selbst im Falle eines nur leichten Krankheitsverlaufs – sind von Interesse. Hierfür werden die Würzburger Studienteilnehmer*innen zu ihrem Krankheitsverlauf befragt und zu einer Untersuchung in das Studienzentrum des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) und des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) der Uni Würzburg eingeladen.

„Im Studienzentrum findet ein ausführlicher Gesundheitscheck mit umfangreichen Untersuchungen zu Herz- und Lungenfunktion statt, außerdem werden neurologische Funktionen und Blutproben analysiert“, sagt Prof. Dr. Peter Heuschmann vom IKE-B, einer der Projektleiter, und Prof. Dr. Stefan Störk vom DZHI, sein Partner, ergänzt: „Ein weiterer Fokus liegt auf der Erfassung der individuellen Gesundheit, Lebensqualität und sozioökonomischen Auswirkungen. Hierbei stehen psychische Gesundheit, Sorgen, soziale Aktivitäten und der Umgang mit Isolation im Mittelpunkt“.

Nutzen für die Allgemeinheit – und die Studienteilnehmer*innen

Die Ergebnisse der Studie über mögliche Schäden sollen nicht nur dem Gesundheitssystem in Bayern und darüber hinaus zugutekommen, sondern auch den einzelnen Patientinnen und Patienten: Diese erhalten nach der Untersuchung die Ergebnisse der umfangreichen Untersuchungen und ein ärztliches Abschlussgespräch, das sie über mögliche Langzeitfolgen informiert.

Das Projekt wird unterstützt durch die Regierung von Unterfranken, das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie durch die Gesundheitsämter, Landräte und Oberbürgermeister von Würzburg und Schweinfurt. Dr. Eugen Ehmann, Regierungspräsident von Unterfranken, berichtet: „Auch für uns ist dies ein erstes Modell für Kooperationen zwischen Forschung und örtlichen Behörden wie den Gesundheitsämtern.“ Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, ergänzt: „Wieder ein Zeugnis der vertrauensvollen und hocheffektiven Zusammenarbeit in der Region“.
Die Gesundheitsämter Würzburg und Schweinfurt luden Anfang Dezember 2020 bei ihnen registrierten Personen zur Teilnahme an der Studie ein. Eine Einladung erhielten alle Personen, die bereits vor mehreren Monaten eine Infektion hatten. Interessierte können sich auf die Einladung hin freiwillig zur Teilnahme beim Studienzentrum in Würzburg melden.


Kontakt:

Projektadresse COVIDOM@ ukw.de

Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung und Epidemiologie der Herzinsuffizienz am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz, E-Mail: Stoerk_S@ukw.de

Prof. Dr. Peter Heuschmann, Vorstand des Instituts für klinische Epidemiologie und Biometrie an der Universität Würzburg, E-Mail: E_Heuschma_P@ukw.de
 
Weitere Informationen zum Netzwerk Universitätsmedizin (NUM), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird: www.netzwerk-universitaetsmedizin.de/

 

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Eigentlich könnte es die Apotheke des Uniklinikums Würzburg (UKW) schon seit fast 100 Jahren geben, denn bereits in den Planungen des im Jahr 1921 in Betrieb gegangenen Luitpoldkrankenhauses in Grombühl war eine solche Einrichtung vorgesehen. „Allerdings wurden die dafür vorgesehenen Räume damals anderweitig vergeben. Stattdessen versorgten in den anschließenden Jahrzehnten öffentliche Apotheken das Krankenhaus mit Medikamenten“, berichtet Dr. Johann Schurz, der die Klinikapotheke des UKW von 1994 bis Ende 2015 leitete und sich intensiv mit deren Geschichte beschäftigt.

Start mit fünf Kräften auf 210 m2

Laut seinen Quellen wuchs ab den 1930er Jahren am Klinikum die Unzufriedenheit mit dieser externen Lösung. Insbesondere gab es Bedenken bezüglich der Sterilität der „Einspritzungslösungen“, also der zugelieferten Infusionen. Dennoch dauerte es – nicht zuletzt wegen des Zweiten Weltkriegs – noch bis 1949, bis die Genehmigung zur Ersteinrichtung einer Krankenhausapotheke vorlag. Zum Jahresbeginn 1950 wurde die Betriebserlaubnis erteilt und die Apotheke startete im Keller und im Erdgeschoss des Gebäudes D2 im heutigen Klinikumsaltgelände an der Josef-Schneider-Straße. Gerade mal 210 m2 Betriebsfläche standen zur Verfügung. Der leitende Apotheker Dr. Fritz Köchel konnte damals auf die Unterstützung von vier Beschäftigten zurückgreifen und versorgte damit die in Grombühl untergebrachte Chirurgische und Medizinische Klinik sowie die Haut-, Kinder- und Ohrenklinik. Bereits in den Anfangsjahren wurde eine Sterilabteilung aufgebaut, um die Kliniken mit selbst hergestellten sterilen Infusionslösungen zu versorgen. Durch die Ausweitung der Patientenversorgung auf die im Stadtbereich verbliebenen Kliniken, die Erweiterung des Klinikums sowie das steigende Arzneimittelangebot breitete sich die Apotheke während der nächsten Jahrzehnte innerhalb des Gebäudes D2 kontinuierlich aus. Zu Beginn der 1980er Jahre belegte sie nach einem Komplettumbau vier Ebenen des Gebäudes und verfügte über rund 1200 m2. Dort war es unter anderem möglich, gerade patentfrei gewordene, kleinvolumige Lösungen mit Wirkstoffen in größeren Chargen mit deutlichen wirtschaftlichen Vorteilen zu produzieren. Als organisatorische Weiterentwicklung wurde 1981 außerdem die Arzneimittelkommission ins Leben gerufen. Sie kümmert sich seither um eine sinnvolle Auswahl und den rationellen Einsatz der am UKW angebotenen Arzneistoffe.

Seit 2002 eigene Chemotherapeutika-Herstellung
 

„Ein wichtiger Schritt in Richtung Qualität und Wirtschaftlichkeit war die Eröffnung der Zytostatika-Abteilung im Jahr 2002“, schildert Dr. Schurz und fährt fort: „Seit diesem Zeitpunkt ist die Apotheke in der Lage, Krebspatienten des Klinikums mit individuell dosierten und unter Reinraumbedingungen hergestellten Chemotherapeutika zu versorgen.“ Eine weitere essentielle Erweiterung des Leistungsspektrums ist die seit 2011 mögliche eigene Herstellung von klinischen Ernährungslösungen. Die aseptisch im Gebäude D5 gefertigten Produkte dienen der patientenindividuellen Versorgung von Früh- und Neugeborenen sowie Kindern mit Krebserkrankungen, die anderweitig nicht ausreichend ernährt werden können.

2014: Umzug in die Aumühle

Im Lauf der Zeit wurde es immer schwieriger, das Sortiment im Altbau D2 gemäß den gesetzlichen Vorschriften zu lagern und zu kommissionieren. Auch bei der Eigenherstellung von Medikamenten wurden immer höhere Standards gefordert, die laut Dr. Schurz am Altstandort kaum noch zu realisieren waren. Deshalb zog ein Großteil der Klinikapotheke in 2014 und 2015 in den ersten Stock des UKW-Zentrallagers im nahegelegenen Industriegebiet Aumühle um. Nur die Herstellung von Zytostatika und der parenteralen Ernährung, wie auch das Infusionslager im Zentrum für Operative Medizin verblieben bis heute an den alten Standorten. Der räumliche Neustart bot die Chance, die Ausstattung und die Organisationsstruktur der Arzneimittellogistik dem Stand der Technik anzupassen. So ist dort seither beispielsweise ein halbautomatisches Kommissionierungssystem im Einsatz, das hilft, menschliche Zuordnungsfehler zu minimieren. Nach der Logistik wurde auch die Arzneimittelproduktion in die Innere Aumühlstraße verlagert. Die Apotheke stellt für die Kliniken des UKW vor allem Medikamente her, die von der Pharmaindustrie nicht angeboten werden. Außerdem überbrückt sie – sofern technisch realisierbar – Lieferengpässe. Viele Präparate werden auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten „maßgefertigt“.
 
Heute: Ein immenses Produktportfolio

Nachdem Dr. Schurz Ende 2015 in den Ruhestand ging, übernahm im Jahr 2016 Dr. Mareike Kunkel die Führung der Apotheke. Sie ist damit die fünfte Leitungskraft in der 70-jährigen Geschichte der Einrichtung. Im Vergleich zu den bescheidenen Anfängen führt sie ein veritables „Unternehmen“ mit fast 70 Mitarbeiter*innen. „Unser Lager verwaltet rund 2200 Firmenprodukte, während wir über 150 weitere Arzneimittel standardmäßig in fast 2000 Herstellungen pro Jahr – von Kapseln über Salben und Nasentropfen bis zu Infusionslösungen – selbst herstellen“, beschreibt Dr. Kunkel. Besonders gefordert wurden die Apothekenleiterin und ihr Team durch die erste Welle der Corona-Pandemie in diesem Frühjahr. „Durch die Pandemie verdreifachte sich am UKW – wie auch weltweit – der Verbrauch an Arzneimitteln für die Sedierung von beatmeten, intensivpflichtigen Patienten“, erläutert Dr. Kunkel und fährt fort: „Dadurch kam es zu massiven Engpässen. Hier zahlte sich unter anderem unsere gut aufgestellte Sterilherstellung aus, mit der wir bestimmte Infusionen für unsere Intensivstationen standardmäßig selbst herstellen. Im Großen und Ganzen waren wir auch in diesen schwierigen Zeiten zum Glück immer Herr der Lage.“ Neben der Medikamentenversorgung erfüllt die Klinikapotheke des UKW viele weitere Aufgaben. Beispielsweise betreibt sie seit 2003 eine von drei Arzneimittelinformationsstellen der Bayerischen Landesapothekerkammer im Freistaat. Die Informationsstellen beantworten den Apotheker*innen Fragen rund um die klinisch-pharmazeutische Praxis sowie zur Arzneimitteltherapie, die mit der in den öffentlichen Apotheken vorhandenen Literatur und EDV nicht geklärt werden können.

Zukunftspläne für Gebäude und Logistik

Für die zukünftige Entwicklung der Klinikapotheke hat Dr. Kunkel schon eine ganze Reihe von Plänen auf dem Tisch. So laufen nach ihren Worten intensive Planungen für ein neues Gebäude in Modulbauweise. Dort sollen die bislang an zwei Standorten untergebrachten Abteilungen für die aseptische und patientenindividuelle Zubereitung von Zytostatika und Ernährungslösungen zusammengeführt und dabei auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.„Was die Arzneimittellogistik angeht, wollen wir in der Zukunft ein sogenanntes Unit-Dose-System einführen“, kündigt die Apotheken-Chefin an. Darunter versteht man ein Konzept, bei dem auch Tabletten und Kapseln maschinell in der Klinikapotheke patientenindividuell zusammengestellt, in kleine durchsichtige Tütchen verpackt, mit den wichtigsten Informationen für den Patienten versehen und anschließend direkt an die Stationen geliefert werden. Diese Verfahren verspricht eine weitere Verbesserung in der Arzneimitteltherapiesicherheit.


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Stiftung „Forschung hilft“: Auch im Corona-Jahr gibt es Förderpreisgelder für die Würzburger Krebsforschung

Die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg unterstützt in 2020 vier wissenschaftliche Projekte mit insgesamt 80.000 Euro. Gerade im wirtschaftlich schwierigen Corona-Jahr setzt sie damit erneut ein Signal der Wertschätzung für den Kampf der Forscherteams gegen Tumorerkrankungen.

Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ gründete Ende 2017 unter dem Namen „Forschung hilft“ eine Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Würzburger Universität. Wie in den vergangenen beiden Jahren schüttet die Stiftung auch heuer wieder Förderpreisgelder an Würzburger Forschergruppen aus. Im Corona-Jahr 2020 keine Selbstverständlichkeit. „Einer der Effekte der Pandemie ist ein deutlich gesunkenes Spendenaufkommen. Dennoch entschieden wir uns, auch unter diesen schwierigen Bedingungen nicht auf die Unterstützung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlicher zu verzichten, die mit ihren Vorhaben die Behandlung von onkologischen Patienten verbessern wollen“, berichtet Gabriele Nelkenstock vom Stiftungsrat von „Forschung hilft“.

Weiterhin für Spitzenforschung stark machen


Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags a.D. und Ehrenpräsidentin der Stiftung, bringt die Situation so auf den Punkt: „Die Bekämpfung und Eindämmung des Virus verlangen jedem von uns derzeit viel ab. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir gut aufeinander schauen. Denn in der Gemeinschaft liegt unsere Stärke! Dazu gehört auch, dass wir uns weiterhin zusammen für die Spitzenforschung im Kampf gegen Krebs stark machen.“ Dank des medizinischen Fortschritts hätten sich die Überlebenschancen und die Lebensqualität von Krebskranken mittlerweile deutlich verbessert. Deswegen sei es dringend notwendig, die hervorragenden Ansätze der Forschung weiterzuführen, weiterzuentwickeln und weiter zu fördern. „Denn so kann man die Perspektive für die Betroffenen ändern und den Schrecken reduzieren“, unterstreicht die Politikerin.

Daran forschen die geförderten Teams

Aus den eingegangenen Forschungsanträgen wählte der externe wissenschaftliche Beirat der Stiftung in diesem Jahr vier Projekte aus, die mit jeweils 20.000 Euro gefördert werden. Dazu zählt die Entwicklung eines völlig neuartigen Therapieansatzes zur Prävention von Hirnmetastasen beim Brustkrebs durch eine Stärkung der Barrierefunktion der Blut-Hirn-Schranke. Dahinter steht eine Arbeitsgruppe des Uniklinikums Würzburg (UKW), geleitet von Prof. Dr. Carola Förster von der Klinik für Anästhesiologie und Prof. Dr. Mario Löhr von der Klinik für Neurochirurgie.

Beim kolorektalen Karzinom können Metastasen in der Leber auftreten, die chirurgisch entfernt werden müssen. Eine erprobte Behandlungsstrategie führt die Eingriffe in den beiden Leberlappen zu unterschiedlichen Zeitpunkten durch. Zwischen den Operationen wird für mehrere Wochen die besondere Wachstumsfähigkeit des Organs genutzt. Eine Zeit, in der aber auch die Metastasen weiterwachsen. Ein interdisziplinäres Forscherteam unter Betreuung von Privatdozent Dr. Armin Wiegering, dem Stellvertretenden Klinikdirektor der Chirurgischen Klinik I des UKW, will diese Methode optimieren.

Chemotherapien, aber auch neue Ansätze wie die Immuntherapien, üben einen Selektionsdruck auf den Tumor aus und verändern dessen zelluläre Architektur. Um neue Strategien zur effektiven Krebsbekämpfung zu entwickeln, ist es wichtig, diese evolutionären Vorgänge zu entschlüsseln, die einer Tumorzelle erlauben, trotz Therapie zu überleben und weiter zu wachsen. Das wissenschaftliche Team um Dr. Leo Rasche von der Medizinischen Klinik II des UKW widmet sich speziell dem Selektionsdruck, der von neuen Immuntherapien, wie den CAR-T- Zellen oder bispezifischen Antikörpern, auf Blutkrebszellen ausgeht.
Das Team um Prof. Dr. Jürgen Löffler von der Medizinischen Klinik II bearbeitet eine sehr aktuelle Frage: Inwieweit sind verschiedene Immunzellen – wie zum Beispiel T-Zellen oder natürliche Killerzellen – von Patienten mit Covid-19 in der Lage, eine effektive Immunantwort aufzubauen? Diese immunbiologische Charakterisierung ist insbesondere für onkologische Patienten hoch relevant, die durch ihr geschwächtes Immunsystem ein erhöhtes Risiko für einen schweren Infektionsverlauf haben. Desweiteren wird das Forscherteam untersuchen, wie effizient eine Impfung gegen das Coronavirus speziell für Krebspatienten ist. Da momentan unklar ist, ob das Immunsystem dieser Patienten einen vergleichbaren Schutz wie bei gesunden geimpften Personen aufbauen kann, soll explizit die Immunantwort nach Impfung charakterisiert werden.

Wer die Stiftung „Forschung hilft“ unterstützen will, kann eine Spende auf folgendes Konto überweisen:
Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN DE19 7905 0000 0000 0655 65
BIC: BYLADEM1SWU

 

Statements der Förderpreisträger*innen:

„Ich fühle mich als Preisträger der Stiftung ‚Forschung hilft‘ sehr geehrt. Diese finanzielle Unterstützung motiviert mein Team, meine Kooperationspartner in Cardiff und Dublin und mich, unser Projektvorhaben voranzubringen und hilft, das Coronavirus und die Antwort des Immunsystems – gerade auch von Krebspatientinnen und -patienten – besser zu verstehen.“

Prof. Dr. Jürgen Löffler, Medizinische Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg


„Wir haben uns riesig über die Förderung durch die Stiftung „Forschung hilft“ gefreut. Es ist etwas ganz Besonderes, Forschungsgelder zur Verfügung gestellt zu bekommen, die nicht vom Staat, sondern von Spenderinnen und Spendern kommen, die aus den unterschiedlichsten Gründen aktiv die Krebsforschung unterstützen möchten. Dieser Akt der Philanthropie ist hoch willkommen und spornt uns weiter an, die Tumorbiologie zu entschlüsseln sowie die Situation für Krebspatienten in Zukunft zu verbessern.“

Dr. Leo Rasche, Medizinische Klinik II des Uniklinikums Würzburg


„Brustkrebs betrifft uns alle – Frauen, Kinder, Partner und Familien. Hirnmetastasen des Brustkrebses führen fast ausnahmslos zum tödlichen Verlauf. Durch das Entwickeln von Strategien zum Verhindern von Hirnmetastasen des Brustkrebses wollen wir Patientinnen und ihren Familien sowie den betreuenden Medizinerinnen und Medizinern sowie dem Pflegepersonal mehr Hoffnung geben. Dies wollen wir danach möglichst auch auf andere hirnmetastasierende Krebsarten – wie das Maligne Melanom oder Lungenkrebs –übertragen.“

Prof. Dr. Carola Förster von der Klinik für Anästhesiologie und Prof. Dr. Mario Löhr von der Klinik für Neurochirurgie des Uniklinikums Würzburg


„Die Unterstützung durch die Stiftung und ihre Spender erlaubt es uns, schnell und unkompliziert neue Ansätze zur Verbesserung der Patientenversorgung im Labor zu untersuchen und die hieraus gewonnenen Erkenntnisse wieder in die Klinik zu überführen.“

PD Dr. Armin Wiegering, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie des Uniklinikums Würzburg

 

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Uniklinikum Würzburg: Schmerzmedizin in neuen Räumen

Das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg befindet sich jetzt im Gebäude A9 oberhalb der Zentren für Operative und Innere Medizin. Am neuen Standort lassen sich der interdisziplinäre, multimodale Therapieansatz der Einrichtung sowie die Studien der Klinischen Forschungsgruppe ResolvePAIN noch besser umsetzen.

Bislang befand sich das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) des Uniklinikums Würzburg mit seiner Ambulanz und Tagesklinik in den Gebäuden C13 und C16 auf dem Klinikumsaltgelände an der Josef-Schneider-Straße. In den vergangenen Wochen zog das Zentrum in umgebaute und frisch renovierte Räume im Gebäude A9 am Straubmühlweg um. Mit dem Ortswechsel sind für chronische Schmerzpatienten eine Reihe von Vorteilen verbunden. „An dem für unsere Zwecke maßgeschneiderten neuen Standort mit seiner hochmodernen Ausstattung können wir unserem interdisziplinären, multimodalen Therapieansatz, bei dem der Patient ganzheitlich im Mittelpunkt steht, noch besser gerecht werden“, freut sich Prof. Dr. Heike Rittner. Laut der Leiterin der Schmerztagesklinik haben sich zudem die Arbeitsbedingungen für die im September dieses Jahres eingerichtete Klinische Forschungsgruppe ResolvePAIN nochmals deutlich verbessert. Diese untersucht, warum sich bei einem Teil der Erkrankten Nervenschmerzen nach einer Schädigung wieder zurückbilden.

In günstiger Lage

Hinzu kommen nützliche Lagebeziehungen. So liegt das Gebäude A 9 in direkter Nähe zum großen Parkplatz des Klinikums sowie zu den Zentren für Operative und Innere Medizin (ZOM/ZIM). Das vereinfacht die Anfahrt und verkürzt die Wege zur Physiotherapie im ZOM/ZIM. Außerdem ist das ZiS jetzt unmittelbar über die Buslinie 24 zu erreichen.

Mit vorteilhafter Nachbarschaft


Seit kurzem ist auch ein wichtiger Partner des ZiS, die Early Clinical Trial Unit (ECTU), im selben Haus untergebracht. Die ECTU ist eine hochspezialisierte, interdisziplinäre klinische Einheit des Comprehensive Cancer Centers Mainfranken, die sich auf die Durchführung neuer und experimenteller Therapieansätze zur Behandlung von Krebspatienten konzentriert. „Gemeinsam mit der ECTU und der ebenfalls benachbarten Interdisziplinären Biomaterial- und Datenbank Würzburg sowie unterstützt von in der letzten Zeit eingeworbenen Fördermitteln können wir künftig Schmerzen noch genauer untersuchen und neue Therapien noch schneller zu den Patienten bringen“, kündigt Prof. Rittner an.

Kastentexte:


Über das ZiS

Das im Jahr 2017 am Uniklinikum Würzburg gegründete Zentrum für Interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) steht unter der Leitung der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie als Sprecher. Es widmet sich der erweiterten Diagnostik und Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen. Dies schließt auch komplexe Schmerzsyndrome, Tumorschmerzen oder Schmerzzustände in Folge von Operationen ein.

Über die Schmerztagesklinik


Die Schmerztagesklinik ist eine teilstationäre Einrichtung des ZiS für Patientinnen und Patienten, die eine multimodale interdisziplinäre Schmerztherapie benötigen, da bei ihnen eine reine Schmerzmittelgabe oder eine ambulante Behandlung allein nicht ausreichend sind. In einem oder mehreren Behandlungszyklen von jeweils einigen Wochen werden nach einem individuell festgelegten Stundenplan unterschiedliche Methoden angewandt, um den Schmerz möglichst umfassend und intensiv zu behandeln.
Kontakt: Tel: 0931/201-30251 (Mo – Fr 7:00 bis 14:00 Uhr), E-Mail: schmerztagesklinik@ukw.de

Über die Schmerzambulanz


Die Schmerzambulanz versorgt Patientinnen und Patienten, deren Schmerzen vorrangig medikamentös behandelt werden. Das betrifft Menschen mit chronischen Schmerzen, aber auch akuten Schmerzsyndromen wie Post-Zoster-Schmerz oder Tumorschmerzen. Ganzheitlich integrative Naturheilverfahren als Schwerpunkt von Prof. Dr. Jens Broscheit ergänzen die ambulante medikamentöse Therapie. Insbesondere erfolgt in der Schmerzambulanz auch die Betreuung nach der tagesklinischen Behandlung, um die Sektoren zu vernetzen.
Kontakt: Tel: 0931/201-30200 (Mo – Fr 8:00 bis 12:00 Uhr), E-Mail: schmerzambulanz@ ukw.de

 

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Corona-Spezial: Uniklinikum Würzburg mit Online-Veranstaltung zu zentralen Themen der Pandemie

Am Samstag, den 12. Dezember 2020, informieren Experten des Uniklinikums Würzburg in Online-Vorträgen alle Interessierten rund vier Stunden lang zu hoch relevanten Themen der Covid-19-Pandemie. Die kostenlose Veranstaltung orientiert sich an dem bekannten Format „Abendsprechstunde“ und ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

„Die Covid-19-Pandemie stellt jeden Einzelnen vor viele Herausforderungen. Aus unserer täglichen Praxis wissen wir, dass dabei zahlreiche Fragen mit medizinischem Hintergrund aufkommen. Einen Teil davon werden wir bei unserem ersten Corona-Spezial am 12. Dezember 2020 beantworten“, kündigt Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW), an. An jenem Samstag organisiert das UKW gemeinsam mit der Mediengruppe Main-Post zwischen 10:00 und ca. 13:45 Uhr eine kostenlose Online-Vortragsveranstaltung mit sechs hochkarätigen Experten.

Was bedeutet Corona für Herz- oder Krebspatienten?

Nach einer Einführung durch Prof. Ertl wird Prof. Dr. Stefan Frantz, der Direktor der Medizinischen Klinik I, erläutern, wie sich speziell Herzpatienten vor einer Corona-Infektion schützen können. Außerdem wird er verdeutlichen, wann Menschen mit angeborenen Herzfehlern und Herzerkrankungen im Zusammenhang mit der Pandemie ins Krankenhaus kommen müssen.

Sind Krebspatienten anfälliger für eine Covid-19-Infektion als Gesunde oder müssen sie mit einem schwereren Verlauf rechnen? Bei welcher Tumortherapie sollte man in Corona-Zeiten lieber zurückhaltend sein? Diese Fragen wird Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik II, beantworten.

Effekte auf Geburten und Psyche


„Die Geburt eines Kindes ist ein ganz besonderer Moment, der von Vorfreude geprägt sein sollte. Die Pandemie-Situation wirft aber bei vielen Schwangeren und Stillenden Fragen auf und sorgt für Unsicherheiten“, weiß Dr. Monika Rehn. Die Oberärztin, die an der Universitäts-Frauenklinik die Bereichsleitung Kreißsaal, Geburtsmedizin und Pränataldiagnostik innehat, wird in diesem Themenkreis alle Interessierten auf den aktuellen Stand bringen.

Anschließend wird Prof. Dr. Jürgen Deckert, der Klinikdirektor der Psychiatrie, der Frage nachgehen: „Angst vor Corona und Soziale Vereinsamung durch den Lockdown – wie lasse ich mich nicht unterkriegen?“.

Sicherheit beim Krankenhausaufenthalt


Zum Abschluss der Veranstaltung wird Prof. Dr. Ulrich Vogel, der Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene, schildern, mit welchen Maßnahmen das UKW sicherstellt, dass sich seine Patienten nicht mit SARS-CoV-2 anstecken.

Das Corona-Spezial nutzt die Plattform „Skype for Business“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. Für die Durchführung nutzen die Mediengruppe Main-Post und das UKW ihre in diesem Jahr bereits bei der Reihe „Abendsprechstunde“ mit digitalen Formaten gesammelten Erfahrungen. Wichtig ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6009 oder unter akademie.mainpost.de.

 

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Uniklinikum Würzburg und Klinik Kitzinger Land: Gemeinsam gegen Antibiotikaresistenzen

Das Uniklinikum Würzburg wird künftig die Klinik Kitzinger Land bei der leitliniengerechten Antibiotikaanwendung unterstützen. Der Kooperationsvertrag ist ein Meilenstein auf dem Weg, durch einen regionalen Ansatz der Ausbreitung von multiresistenten Erregern entgegenzuwirken.

Am 24. November dieses Jahres schlossen Vertreter des Uniklinikums Würzburg (UKW) und der Klinik Kitzinger Land (KKL) einen Kooperationsvertrag zur Antimicrobial Stewardship (AMS). Darunter versteht man eine etablierte Methode, die darauf abzielt, die Verschreibungsqualität von Antiinfektiva zu verbessern. Antiinfektiva sind Arzneimittel zur Behandlung von Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel Antibiotika und Antimykotika. Durch AMS sollen Resistenzen verhindert und gleichzeitig das Behandlungsergebnis der Patienten optimiert werden. „Hierfür braucht man ein interdisziplinär aufgestelltes Expertenteam, das eng mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zusammenarbeitet. Eine Leistung, die für kleinere Krankenhäuser mit eigenen Kräften organisatorisch und wirtschaftlich kaum umzusetzen ist“, sagt Dr. Daniel Holzheid, Oberarzt des KKL. Mit 205 Betten und jährlich rund 11.000 Fällen gehört die Klinik Kitzinger Land zu dieser Kategorie.

AMS-Visiten am KKL – und vieles mehr

Der Kooperationsvertrag mit dem UKW schließt diese Lücke. So wird ab jetzt die von Dr. Güzin Surat geleitete AMS-Arbeitsgruppe des Uniklinikums die Kitzinger Kolleg*innen beraten und schulen. „Gemeinsam werden wir zudem den Antibiotikaverbrauch und die Resistenzentwicklung bewerten sowie abgestimmte Therapiestandards einführen“, kündigt Dr. Surat an. Dazu wird die Infektiologin unter anderem wöchentlich für zwei- bis dreistündige AMS-Visiten an die KKL kommen. „Wir freuen uns, dass wir – gerade auch im Sinne der Patientensicherheit – mit dem UKW eine professionelle Lösung gefunden haben, unseren Beitrag im Kampf gegen die rasante Ausbreitung von multiresistenten Erregern und den damit einhergehenden Wirkungsverlust von Antibiotika zu leisten“, kommentierte KKL-Vorstand Thilo Penzhorn bei der Vertragsunterzeichnung. „Das Abkommen mit der Klinik Kitzinger Land ist die Blaupause für ähnliche AMS-Kooperationsverträge mit anderen unterfränkischen Krankenhäusern und unterstreicht die enge Kooperation der Region im Gesundheitswesen“, berichtet Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW. So lägen schon entsprechende Absichtserklärungen von drei weiteren Einrichtungen vor.

Auf dem Weg zu einem regionalen AMS-Kliniknetzwerk

Das UKW arbeitet derzeit an der Etablierung eines AMS-Kliniknetzwerks, um die Kommunikation zu stärken, die Fortbildung auf dem Gebiet der Antibiotikatherapie zu verbessern und die Therapieansätze in der Region zu vereinheitlichen. Auch das KKL unterstützt diese Netzwerkbildung. „Die Kliniken einer Region stehen durch Verlegungen in einem ständigen Patientenaustausch. Da ist es höchst sinnvoll, über eine verbesserte Kommunikation und Abstimmung zwischen den Häusern regional eine gleichbleibende Qualität der Antibiotikaversorgung sicherzustellen“, betont Prof. Dr. Ulrich Vogel, der Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene des UKW. Für die Netzwerkbildung unter Leitung des UKW wurde beim Bayerischen Gesundheitsministerium eine dreijährige Förderung als Anschubfinanzierung beantragt.
 
Kastentext:

Ein Teufelskreis in Zahlen

Der globale Verbrauch von Antibiotika ist in den letzten 15 Jahren um mindestens 65 Prozent gestiegen. Dabei zeigt sich insbesondere ein Anstieg im Einsatz von Antibiotika, die für die Therapie von schwerwiegenden Infektionen reserviert sein müssen. 30 bis 50 Prozent aller im ambulanten oder stationären Setting verordneten Antibiotika sind entweder falsch gewählt – zum Beispiel in Bezug auf die Substanzselektion, Dosierung und/oder Dauer – oder nicht indiziert. Dies führt in einem Teufelskreis zu einer Zunahme von Resistenzen. Andererseits fehlt die Entwicklung neuartiger Antibiotika. In Europa erkranken jährlich 670.000 Menschen an Infektionen mit Multiresistenten Erregern, in Deutschland zwischen 30.000 und 35.000. Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Krankenhauskeimen wird für Europa mit rund 91.000 angegeben.

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Wie das Pflegeberufegesetz Karriereperspektiven gestaltet und die Position der Pflege stärkt - 7. Mainfränkisches Gesundheitssymposium

Neue Wege in die Pflege – unter diesem Motto stand das 7. Mainfränkische Gesundheitssymposium, das am 18. November 2020 von der Region Mainfranken GmbH in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Würzburg und dem Landkreis Bad Kissingen virtuell durchgeführt wurde.

Expertinnen und Experten aus dem Pflegebereich tauschten Ihre Meinungen zur Pflegereform aus und verschafften dem teilnehmenden Fachpublikum einen breiten Überblick über die neuen Bildungswege. Zu Beginn der Veranstaltung betonte Landrat Thomas Bold: „Der demographische Wandel stellt uns in Mainfranken vor immense Herausforderungen. Das Durchschnittsalter unserer Bürgerinnen und Bürger steigt und damit auch der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal. Wir müssen dafür sorgen, dass die Gesundheitsversorgung auch in ländlichen Gebieten nicht auf der Strecke bleibt. Die Digitalisierung der Medizin ist eine große Chance, aber auch hierfür braucht es spezialisierte Fachkräfte.“ Die neu eingeführte, generalistische Pflegeausbildung und die angestrebte Akademisierung des Pflegeberufes in Bayern sollen dazu beitragen, das Arbeitsfeld attraktiver zu machen.

Schülerzahlen seit Einführung der Generalistik gestiegen

Über die politischen Ansätze hinter der Reform und die geplanten Finanzierungswege berichtete Regierungsdirektorin Sonja Stopp vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in München. In ihrem Vortrag nannte sie die zahlreichen Vorteile der Generalistik. Mit der Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau wurde ein EU-weit anerkannter Abschluss etabliert, der unter anderem Erfahrungen im Ausland ermöglicht. Zudem erhielten Absolventinnen und Absolventen durch den Erwerb allgemeingültiger Kenntnisse die Chance, sich im Laufe ihrer Karriere nochmals umzuorientieren und den Tätigkeitsschwerpunkt im Pflegebereich zu wechseln. Die Attraktivität der neuen Ausbildung habe sich bereits bayernweit in einer steigenden Anzahl an Berufsanfängern niedergeschlagen. „Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich die Zahl der Ausbildungsanfänger um rund 700 erhöht – das ist weitaus mehr, als in den vergangenen Jahren. Diese Erkenntnis bestärkt uns darin, dass die Reform ein richtiger und wichtiger Schritt ist “, schlussfolgerte Frau Stopp.

Akademisierung steigert Qualität in der Gesundheitsversorgung

Über die Notwendigkeit einer stärkeren Akademisierung des Pflegeberufes berichtete
Frau Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck von der FH Bielefeld und gratulierte dem Uniklinikum in Würzburg zum neuen Studienangebot. Im Rahmen mehrerer Studien befasste sie sich bereits intensiv mit den Karriereverläufen von Pflegestudierenden und den Sichtweisen der Arbeitgeber. „Das Neue an den primärqualifizierenden Bachelorstudiengängen ist, dass Studierende für die klientennahe Pflege ausgebildet werden und nicht nur für bürokratische Tätigkeiten oder Leitungsfunktionen“, erklärte die Studiengangsleiterin. „Die Absolventen verfügen anschließend über klinisch-wissenschaftliches Fachwissen, das heutzutage dringend gebraucht wird“, sagt sie. Darüber hinaus verwies Prof. Latteck auf Forschungen, welche die Verbesserung der Betreuungsqualität durch den Einbezug studierter Pflegekräfte belegen.

Blick aus der Praxis

Wie das Wissen aus dem Studium im praktischen Klinikalltag weiterhelfen kann, schilderte Franziska Ottenbreit, Herzinsuffizienz Schwester am Uniklinikum Würzburg. Ihr habe das Masterstudium wertvolle Werkzeuge an die Hand gegeben, um schwierige Entscheidungen zu treffen, Projektgruppen zu leiten und selbst zu forschen. „Ich bin immer die Advokatin des Patienten und muss bestmöglich für seine Interessen eintreten. Hierfür ist ein breites Kompetenzspektrum nötig, das durch ein Studium gewährleistet wird “, argumentierte sie.

Ob Bachelor, Master oder Doktor – alle haben Sie Ihren Platz am Pflegebett

Im Anschluss an die Impulsvorträge fand eine rege Diskussionsrunde statt. Zunächst berichtete Prof. Dr. Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg über die Einführung des Bachelorstudiengangs Pflege. Ab dem Wintersemester 2021/22 wird auch in seiner Institution angehenden Pflegekräften medizinischen Fachwissen gelehrt. „Die Studienpläne sind schon ausgearbeitet“, erzählte Prof. Ertl. „Corona beschert unserem Start natürlich erschwerte Bedingungen, doch wir bleiben am Ball.“ Wichtig ist dem Ärztlichen Direktor, dass künftig mehr Vertrauen in die Kompetenzen der Pflegekräfte entsteht und mehr Aufgaben offiziell delegiert werden. In diesem Punkt pflichtete ihm auch Günther Leimberger bei, ehemaliger Pflegedirektor des Uniklinikums und Initiator des Studienangebots. Er forderte, dass studierte Pflegekräfte ihr heilkundliches Fachwissen künftig eigenständig und vollumfänglich anwenden dürfen und erwartet, dass mit dem Studium neue Kompetenzbereiche für Pflegende hinzukommen. Den Blick auf die Situation in ländlichen Gebieten warf Dr. Ralph Brath, Hausarzt im Landkreis Bad Kissingen. Um die Gesundheitsversorgung trotz Hausärztemangel auf einem hohen Niveau zu halten, rät er zu Lösungen aus der Telemedizin. „Medizinisch ausgebildete Pflegekräfte können für uns Ärzte in diesem Bereich als rechte Hand fungieren. So muss nicht jedes Problem an den Arzt kommuniziert werden, sondern kann zum Teil direkt von dem oder der Pflegenden gelöst werden –auch mit digitaler Unterstützung.“

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Die Region Mainfranken GmbH – Hintergründe

Als Standortagentur der sieben mainfränkischen Landkreise, der beiden kreisfreien Städte Würzburg und Schweinfurt sowie der Wirtschaftskammern bündelt die Region Mainfranken GmbH die regionalen Kräfte in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zur Positionierung Mainfrankens im nationalen und internationalen Standortwettbewerb. Durch zielorientiertes Standortmarketing wird Mainfranken für potenzielle Fachkräfte, Investoren und Interessenten sichtbar. Gesellschafter der Region Mainfranken GmbH sind neben den beiden kreisfreien Städten Würzburg und Schweinfurt die Landkreise Bad Kissingen, Haßberge, Kitzingen, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und Würzburg sowie die IHK Würzburg-Schweinfurt und die Handwerkskammer für Unterfranken.

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Region Mainfranken GmbH - Åsa Petersson
Ludwigstraße 10 a, 97070 Würzburg
Tel.: 0931 - 452 652 11
E-Mail: petersson@ mainfranken.org


Pressemitteilung der Region Mainfranken GmbH vom 20.11.2020

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