Aktuelle Pressemitteilungen

Im Rahmen ihrer aktuellen Bemühungen um eine Weiterentwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) richtet die APG – Das Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg zum 3. Februar 2020 eine neue Buslinie ein, die Patienten, Besucher/innen und Beschäftigte aus dem nordöstlichen Landkreis direkt ans Uniklinikum Würzburg (UKW) bringen wird. „In letzter Zeit wurde von der Bevölkerung immer wieder der Wunsch geäußert, mehr Bus-Direktverbindungen zu bestimmten Schwerpunkten in der Stadt zu führen. Das UKW bietet sich hier aufgrund der hohen Arbeitsplatzdichte sowie der starken Patienten- und Besucherverkehre besonders an“, erläutert Prof. Dr. Alexander Schraml, Vorstand des Kommunalunternehmens Würzburg.

Zeitersparnis von bis zu 30 Minuten

Die neue Linie 437 startet an der Haltestelle Obere Torstraße in der Gemeinde Kürnach und führt über Estenfeld, Rimpar und durch den Würzburger Stadtteil Versbach bis zum Umkehrpunkt am Parkplatz der Zentren für Operative und Innere Medizin (ZOM/ZIM) des UKW an der Oberdürrbacher Straße. Von dort besteht Anschluss an den Shuttlebus des UKW.

Im Vergleich zur bisherigen ÖPNV-Lösung entfallen für die Fahrgäste der Umweg über den Hauptbahnhof und das Umsteigen. Damit ist eine deutliche Zeitersparnis verbunden. „Beispielsweise benötigte man bislang von Kürnach zum Uniklinikum mit dem Nahverkehr rund eine Stunde, inklusive zweimaligem Umsteigen. Mit der neuen Linie schaffen die Fahrgäste diese Strecke in der Hälfte der Zeit – und ohne das Verkehrsmittel zu wechseln“, schildert Eberhard Nuß, der Landrat des Landkreises Würzburg.

Auch auf den Schichtdienst abgestimmter Fahrplan

„Generell sind wir natürlich für jedes Serviceangebot dankbar, das hilft, die zu manchen Tageszeiten recht angespannte Verkehrs- und Parkplatzsituation rund um das Klinikum zu entlasten“, betont Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW. Anja Simon, die Kaufmännische Direktorin des Klinikums, zeigt sich besonders erfreut darüber, dass die APG im Vorfeld das Gespräch mit der Klinikumsverwaltung suchte, sodass der Fahrplan sehr gut mit den Beginn- und Endzeiten der Schichtdienste des Krankenhauses harmonisiert werden konnte. „Schließlich versorgen wir nicht nur pro Jahr über 73.000 voll- und teilstationäre sowie mehr als 264.000 ambulante Patienten, sondern sind mit über 6.800 Beschäftigten auch der größte Arbeitgeber der Region“, so die Direktorin.

Eine Chance zu Verkehrsentlastung und zum Umweltschutz

Für Landrat Nuß ist die neue Buslinie ein weiterer Baustein, um den Landkreis und die Stadt von den immensen Strömen des Individualverkehrs zu entlasten und dabei auch einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verbesserung der Luftqualität zu leisten.
Die Linie 437 wird nach Angaben der APG zunächst rund zwei Jahre lang erprobt. Danach wird entschieden, ob das Angebot dauerhaft bestehen bleibt.

Den vollständigen Fahrplan gibt es unter www.vvm-info.de, Rubrik „Fahrpläne“.

 

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Studie: Wann wirkt eine Immun-Checkpoint-Blockade bei metastasiertem Melanom?

Eine in ihrer Größe beispiellose Studie kombinierte klinische Parameter von Patienten mit fortgeschrittenem Schwarzem Hautkrebs mit umfangreichen genetischen Analysen des Tumorgewebes. Eines der Ziele war es, die Wirksamkeit einer Immun-Checkpoint-Blockade patientenindividuell vorhersagen zu können. Die Koordination der europaweiten Studie in Deutschland lag in den Händen von Prof. Dr. Bastian Schilling von der Würzburger Universitäts-Hautklinik.

Zur Behandlung des Schwarzen Hautkrebses – oder auch Melanoms – wird bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung in vielen Fällen ein Immun-Checkpoint-Inhibitor (PD-1-Blocker, siehe Kasten) eingesetzt. „Diese Therapie funktioniert nicht bei allen Patienten gleich gut – und wir wissen bislang noch nicht genau, woran das liegt“, sagt Prof. Dr. Bastian Schilling, Melanom-Experte an der Hautklinik des Uniklinikums Würzburg. Zur Suche nach einer Antwort auf diese und weitere Fragen zur besseren Charakterisierung des Schwarzen Hautkrebses und seiner Behandlungsmöglichkeiten startete Ende 2015 eine europaweite Studie, die mit der Veröffentlichung der Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Medicine Anfang Dezember 2019 ihren Abschluss fand.

Studie mit einer Kohorte von 144 Patienten

In der von Prof. Dr. Dirk Schadendorf von der Klinik für Dermatologie der Uniklinik Essen geleiteten Studie wurden retrospektiv klinische Parameter von insgesamt 144 Melanom-Patienten, die mit PD-1-Blockern behandelt wurden, kombiniert mit einer weitreichenden genetischen Analyse ihres Tumorgewebes, das vor der PD-1-Blockade entnommen worden war. Als Studienkoordinator war es eine der Aufgaben von Prof. Schilling, die Sammlung der vielen Tumorproben bei deutschen und europäischen Hautkrebszentren zu organisieren. Außerdem wirkte der Würzburger Spezialist beim Design der Studie, der Formulierung ihrer konkreten Forschungsfragen und der statistischen Auswertung mit.

Mutationslast des Tumors kein zielführender Biomarker

Für die genetische Analyse wurden die Gewerbeproben an das renommierte Broad Institute in Boston/USA (Labor: E.M. van Allen) geschickt. Hier wurde mittels genetischer Analysen beispielsweise geprüft, ob bei den Tumoren bestimmte Veränderungen des Genoms (Mutationen) vorkommen, mit denen sich vorhersagen lässt, ob eine PD-1-Blockade als Therapie gut oder schlecht funktioniert. „Grundsätzlich geht man von Folgendem aus: Je stärker ein Tumor mutiert ist, desto fremder erscheint er dem Immunsystem und umso besser kann er abgestoßen werden“, erläutert Prof. Schilling und fährt fort: „Deshalb nahm man auch in Bezug auf das Melanom an, dass über die Mutationslast – also die Anzahl aller somatischen Mutationen – eines Tumors eine Vorhersage über die Wirksamkeit der PD-1-Blockade zu treffen ist.“ Diese Assoziation konnte in der Studie allerdings nicht gesehen werden, was auf die Integration klinischer Daten zurückzuführen ist. „Das bedeutet, dass man diesen Biomarker im Fall des Schwarzen Hautkrebses nicht mehr weiter verfolgen muss“, verdeutlicht Prof. Schilling.

Durch die Studie breit bestätigt werden konnte hingegen ein anderer Zusammenhang, der bislang nur auf Erkenntnissen aus vergleichsweise wenigen Proben beruhte: Wenn die Hautkrebs-Tumore bestimmte Defekte in einem Signalweg aufweisen, haben die betroffenen Patienten geringere Chancen, von einer PD-1-Blockade zu profitieren. „Patienten mit diesen Eigenschaften können wir, falls möglich, heute eine andere Therapie empfehlen“, berichtet Prof. Schilling.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Wenn die Tumore besonders gut Antigene an ihrer Oberfläche präsentieren, profitieren die Melanom-Patienten besonders gut von der PD-1-Blockade.

Wertvolle Datenbasis für zukünftige Forschungsvorhaben

Neben diesem neu gewonnenen oder verfestigten Wissen ist die für die Studie zusammengetragene Datenbasis eine extrem wertvolle Ressource für die zukünftige Forschung. Prof. Schilling: „Die Menge und Qualität der dokumentierten klinischen Proben, kombiniert mit einer sehr breiten genetischen Analyse, sind in der Melanom-Forschung bisher beispiellos. Damit haben wir die Voraussetzungen geschaffen, dass andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschungsfragen an einer großen Menge valider Daten überprüfen können.“


Kastentext:
Über Immun-Checkpoint-Inhibitoren
Manche Krebsarten produzieren ein Protein (PD-L1), das die körpereigenen Immunzellen daran hindert, den Krebs zu erkennen und effektiv zu bekämpfen. Immun-Checkpoint-Inhibitoren sind in der Lage, den PD-1-Rezeptor zu blockieren, so dass PD-L1 die Immunzellen nicht mehr behindert. Der Krebs ist damit für das Immunsystem sichtbar und kann angegriffen werden.


Literatur:
Integrative molecular and clinical modeling of clinical outcomes to PD1 blockade in patients with metastatic melanoma.
Liu D*, Schilling B*, Liu D, Sucker A, Livingstone E, Jerby-Amon L, Zimmer L, Gutzmer R, Satzger I, Loquai C, Grabbe S, Vokes N, Margolis CA, Conway J, He MX, Elmarakeby H, Dietlein F, Miao D, Tracy A, Gogas H, Goldinger SM, Utikal J, Blank CU, Rauschenberg R, von Bubnoff D, Krackhardt A, Weide B, Haferkamp S, Kiecker F, Izar B, Garraway L, Regev A, Flaherty K, Paschen A, Van Allen EM#, Schadendorf D#. *gleichberechtigte Erstautoren, #korrespondierende Autoren
Nat Med. 2019 Dec;25(12):1916-1927. doi: 10.1038/s41591-019-0654-5. Epub 2019 Dec 2.

 

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260 Fachleute diskutierten über das Management von Großschadenslagen an kritischen Infrastrukturen

Das 2. Würzburger Forum Bevölkerungsschutz (WüFoBEST), eine gemeinsame Veranstaltung des Uniklinikums und des Bezirksverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes thematisierte mit interdisziplinärer Besetzung diverse Herausforderungen und Lösungen bei Großschadenslagen an Krankenhäusern, Verkehrswegen, Energieversorgungsanlagen und weiteren kritischen Infrastrukturen.

Das 2. Würzburger Forum Bevölkerungsschutz am Uniklinikum Würzburg widmete sich Großschadenslagen an kritischer Infrastruktur. Bild: Doku-Team BRK Würzburg
Die Referenten und Veranstalter des 2. Würzburger Forums Bevölkerungsschutz. Bild: Doku-Team BRK Würzburg
Der Hörsaal im Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg war auch beim 2. Würzburger Forum Bevölkerungsschutz voll besetzt. Bild: Doku-Team BRK Würzburg

Der Strom fällt aus, der Computer fährt nicht hoch und das Handy hat keine Akku-Kapazität mehr – jeder kann sich vorstellen, welche Konsequenzen das hat. Ein Tag, zwei Tage – mit zunehmender Dauer werden die Probleme größer und größer. Bedenkt man die Folgen, die ein Stromausfall für den Alltag hat, kann man sich leicht vorstellen, vor welche Probleme wichtige Einrichtungen wie Krankenhäuser gestellt werden, wenn selbst das Notstromaggregat keinen Strom mehr liefert. Aber nicht nur ein Stromausfall kann unsere hochkomplexe Gesellschaft ins Wanken bringen. Verkehr, Kommunikation, IT und die Gesundheitsversorgung gehören ebenso zu den Sektoren der sogenannten Kritischen Infrastruktur in Deutschland. Was passiert, wenn diese ausfallen oder beschädigt werden und wie diese Schadenslagen bewältigt werden können, war Thema des 2. Würzburger Forums Bevölkerungsschutz

Das im vergangenen Jahr von der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin des Uniklinikums Würzburg (UKW) und dem Bezirksverband Unterfranken des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ins Leben gerufene Konferenzformat erlebte am 11. Januar 2020 eine Neuauflage unter dem Titel „Großschadenslagen an kritischer Infrastruktur“. Bei der Veranstaltung kamen 260 Teilnehmer/innen im Hörsaal des Zentrums Operative Medizin des UKW zusammen.

Eröffnet wurde das mit multiprofessionellen Referenten ausgestattete Forum von Prof. Dr. Ralf.-Ingo Ernestus. Der Stellvertretende Ärztliche Direktor des UKW betonte: „Im Universitätsklinikum als Krankenhaus der höchsten Versorgungsstufe sind wir uns der speziellen Verantwortung in diesem äußerst sensiblen Bereich des Katastrophenschutzes sehr bewusst – eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Partnern ist uns daher ein besonderes Anliegen.“ Harald Erhard, Bezirksgeschäftsführer des BRK Unterfranken, zeigte sich begeistert von der Vielzahl der überregionalen ehrenamtlichen Teilnehmer aus den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben: „Das ist unsere Basis für einen funktionierenden und modernen Bevölkerungsschutz“.

Weitere Grußworte sprachen Manfred Ländner, Mitglied des Bayerischen Landtags, der Würzburger Bürgermeister Dr. Adolf Bauer, Jochen Lange, Vizepräsident der Regierung von Unterfranken, und Prof. Dr. Peter Sefrin, Landesarzt des BRK.

 

Realitätsnahe Übungen an Krankenhäusern wichtig

Anschließend zeigte Detlef Cwojdzinski in seinem Vortrag, mit welchen Maßnahmen Krankenhäuser als Teil der kritischen Infrastruktur sicherer werden können. Der Katastrophenschutzreferent der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung aus Berlin betonte, dass dazu eine detaillierte und zielgerichtete Planung sowie ein sorgfältiges Abschätzen der Risiken erforderlich sind. Er hob dabei die große Bedeutung von realitätsnahen Übungen hervor. Verdeutlicht wurde dies durch ein Video, das eine Übung zeigte, in der ein Terroranschlag auf ein Berliner Krankenhaus simuliert wurde.

 

Was passiert bei tagelangem Stromausfall?

Keine Übung, sondern drastischer Ernstfall war der über 30-stündige Stromausfall in Berlin-Köpenick im Februar 2019. Hardy Häusler, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Berlin Schöneberg-Wilmersdorf e.V., und Dr. Thomas Becker, Katastrophenschutzbeauftragter der DRK Kliniken Berlin, schilderten beim Würzburger Forum, welche dramatischen Auswirkungen der Blackout auf den Stadtteil und ein direkt betroffenes Krankenhaus hatte.

 

Verschüttete medizinisch richtig versorgen

Bei Erdbeben, Brücken- oder Gebäudeeinstürzen werden vielfach Menschen verschüttet. Privatdozent Dr. Hendrick Jansen, Stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie des UKW, referierte anhand von Fallbeispielen die hervorragenden Möglichkeiten einer speziellen medizinischen Versorgung am UKW.

 

Verkehrslenkung mit Hochtechnologie

Eine weitere Herausforderung bei Großschadensereignissen kann die Verkehrslenkung sein. Ronald Nippold vom Institut für Verkehrstechnik und Verkehrsmanagement des Deutsches Zentrums für Luft- und Raumfahrt (Berlin) beschrieb in seinem Vortrag, wie hochmoderne Technologien hier einen wichtigen Beitrag leisten können – und darüber hinaus auch alltägliche „Einsatzfahrten mit Sondersignal“ schneller und sicherer machen können.

 

Drohnen als Hilfsmittel im Bevölkerungsschutz

Eine „fantastische Technik zum Nutzen aller Einsatzkräfte beim Bevölkerungsschutz“ sind laut Dr. Michael Judex Drohnen. Der Referatsleiter vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (Bonn) verdeutlichte, wie sich die unbemannten Flugobjekte in ein Einsatzgeschehen integrieren lassen. Außerdem erläuterte er die Entwicklung von Normen im Umgang mit Drohnen und die zukünftige Verwendung bei Einsätzen.

 

Erfahrungen aus Bränden an kritischer Infrastruktur

Uwe Kippnich von der Landesgeschäftsstelle des BRK (München) nutzte die Berichte von zwei Brandereignissen an kritischer Infrastruktur, um die dabei gewonnenen Erkenntnisse für alle Einsatzkräfte und im Speziellen zur Einsatztaktik vorzustellen.

Helmut Sattler von der Berufsfeuerwehr Würzburg (Amt für Zivil- und Brandschutz der Stadt) und Dr. Maximilian Kippnich von der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des UKW präsentierten innovative Konzepte zur Bewältigung von großen Schadenslagen. Konkret beschrieben sie zwei erfolgreich am UKW durchgeführte Projekte: die Einrichtung eines besonderen Dekontaminationsplatzes und der Aufbau eines Behandlungsplatzes in den Räumen des Klinikums.

 

Am Ende zeigte sich Prof. Dr. Thomas Wurmb, Leiter der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin des UKW und einer der Organisatoren des WüFoBEST, sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung: „Wenn man sieht, wie viele Experten aus den verschiedensten Bereichen heute dabei waren, um das Thema Bevölkerungsschutz aktiv voranzubringen, dann macht das Mut für die Herausforderungen der Zukunft.“

 

 

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Ansprechpartner: Prof. Dr. Thomas Wurmb unter Wurmb_T@ ukw.de

Das 2. Würzburger Forum Bevölkerungsschutz am Uniklinikum Würzburg widmete sich Großschadenslagen an kritischer Infrastruktur. Bild: Doku-Team BRK Würzburg
Die Referenten und Veranstalter des 2. Würzburger Forums Bevölkerungsschutz. Bild: Doku-Team BRK Würzburg
Der Hörsaal im Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg war auch beim 2. Würzburger Forum Bevölkerungsschutz voll besetzt. Bild: Doku-Team BRK Würzburg

Experten des Uniklinikums Würzburg informieren über chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Am Dienstag, den 18. Februar 2020, lädt das Uniklinikum Würzburg gemeinsam mit der Main-Post-Akademie zu einer „Abendsprechstunde“ über chronisch entzündliche Darmerkrankungen ein. Bei der kostenlosen Veranstaltung informieren vier Expertinnen und Experten zu den Symptomen von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie über aktuelle Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Außerdem beantworten sie individuelle Fragen der Zuhörer/innen.

 

Mehrere Hunderttausend Menschen in Deutschland sind von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa betroffen. „Diese chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind zwar nicht heilbar, es ist aber in den meisten Fällen möglich, die Häufigkeit und Intensität der Krankheitsschübe mit modernen medikamentösen und operativen Therapien zu reduzieren“, sagt Prof. Dr. Alexander Meining. Der Leiter des Schwerpunkts Gastroenterologie der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) ist einer von vier Expertinnen und Experten, die am Dienstag, den 18. Februar 2020, in einer „Abendsprechstunde“ die interessierte Öffentlichkeit über die Symptome sowie die aktuellen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen informieren werden.

Die Abendsprechstunde ist eine kostenlose Veranstaltungsserie, die vom UKW gemeinsam mit der Main-Post-Akademie organisiert wird. Sie dauert von 18:00 bis 19:30 Uhr und findet im Hörsaal 1 der Zahnklinik am Pleicherwall in Würzburg statt.

Unterstützt wird Prof. Meining an diesem Abend von Dr. Katrin Schöttker, der Leiterin der Ambulanz für chronisch entzündliche Darmerkrankungen, sowie von Privatdozentin Dr. Mia Kim und Dr. Sven Flemming, beide von der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie des UKW. Gemeinsam werden sie Antworten geben auf Fragen wie: Mit welchen neuen Medikamenten können Morbus Crohn und Colitis ulcerosa behandelt werden – und was sind die Nebenwirkungen? Unter welchen Bedingungen sind bei Stenosen und Polypen endoskopische Therapien sinnvoll? Wann muss operiert werden – und ist bei einer Operation immer ein künstlicher Darmausgang notwendig?

Fragen schon bei der Anmeldung einreichen

Für die Teilnahme wichtig ist eine Anmeldung unter www.akademie.mainpost.de oder Tel: 0931/6001 6009. Eine besondere Chance: Zusammen mit der Anmeldung können Fragen eingereicht werden, die die Referentinnen und Referenten dann bei der Veranstaltung beantworten.

 

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Auf die Erfahrung kommt es an

Patienten mit Darmkrebs haben größere Überlebenschancen, wenn sie in Kliniken mit hohen Fallzahlen operiert werden. Denn dort bekommt man Komplikationen, die nach dem Eingriff auftreten können, besser in den Griff.

Tumoren am Dickdarm, sogenannte kolorektale Karzinome, sind in Deutschland die zweit- bis dritthäufigsten Tumoren bei Frauen und bei Männern. Die operative Entfernung der Geschwulste ist ein zentraler Bestandteil der Therapie. „Für das Langzeitüberleben nach der Operation sind zwei Aspekte wichtig: Erstens eine onkologisch korrekte Operation und zweitens die richtige Behandlung, falls nach der Operation Komplikationen auftreten“, sagt PD Dr. Armin Wiegering, Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums am Universitätsklinikum Würzburg.

Dabei gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Zahl der Operationen, die pro Jahr in einem Krankenhaus durchgeführt werden, und der Überlebenschance. Das hat Wiegerings Forschungsteam in einer Studie gezeigt, deren Ergebnisse in BJS Open veröffentlicht sind, einem Journal der britischen Gesellschaft für Chirurgie.

Sterberaten in kleinen Kliniken sind doppelt so hoch

Die Bilanz der Studie: In Krankenhäusern, die sehr wenige Operationen an kolorektalen Karzinomen vornehmen (im Schnitt sechs pro Jahr), ist die Sterberate nach dem Eingriff doppelt so hoch wie in Krankenhäuser mit großen Fallzahlen (im Schnitt 50 pro Jahr).

Dieser Unterschied kommt nicht etwa daher, dass in kleineren Kliniken öfter Komplikationen auftreten – denn das passiert laut Wiegering in allen Krankenhäusern etwa gleich häufig. Vielmehr liegt der Unterschied darin, dass die Patienten in kleinen Häusern öfter an den Komplikationen sterben. „In großen Krankenhäusern dagegen ist eine ausreichende Infrastruktur vorhanden, um die Patienten bei postoperativen Komplikationen zu retten“, so der Würzburger Mediziner.

Zahlen und Fakten zur Studie

In Deutschland werden aktuell mehr als die Hälfte der Patienten mit Dickdarmkrebs in Krankenhäusern operiert, die nicht die von der Deutschen Krebs-Gesellschaft (DKG) geforderten Mindestfallzahlen (50 pro Jahr) erfüllen. Das Universitätsklinikum Würzburg gehört mit jährlich über 150 Fällen zu den Häusern mit sehr hohen Fallzahlen.

In die Studie wurden alle Fälle von kolorektalen Karzinomen einbezogen, die von 2012 bis 2015 in Kliniken in Deutschland operiert wurden. Das waren insgesamt 64.349 Patientinnen und Patienten. Quer über alle Krankenhäuser hinweg starben davon 3,9 Prozent. In kleinen Häusern lag die Rate bei 5,3 Prozent, in großen Kliniken nur bei 2,6 Prozent.

Studien für weitere Tumorerkrankungen geplant

„Wir konnten damit erstmals für Deutschland nachweisen, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Anzahl an jährlich operierten Patienten und dem Operationserfolg gibt“, sagt Wiegering. Sein Team sei überrascht gewesen, wie stark der Unterschied ist. „Dass die Sterblichkeit in kleineren Kliniken doppelt so hoch ist, hatten wir nicht erwartet.“ Es sei darum elementar, die Patienten in Krankenhäusern zu operieren, deren medizinisches Personal über ausreichend Erfahrung verfügt.

Wiegerings Team will vergleichbare Analysen nun auch für Magenkarzinome, Lebermetastasen und andere Tumorerkrankungen durchführen.

Publikation

Nationwide in-hospital mortality rate following rectum resection for rectal cancer according to annual hospital volume in Germany, BJS Open, 10. Januar 2020, https://doi.org/10.1002/bjs5.50254

Kontakt

PD Dr. Armin Wiegering, Stellvertretender Klinikdirektor und Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Würzburg, Wiegering_A@ ukw.de

 

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Ausstellung „Das kann Selbsthilfe“ am Uniklinikum Würzburg

Die Wanderausstellung „Das kann Selbsthilfe“ des Verbands der Ersatzkassen kommt im Januar 2020 ans Zentrum für Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg. Die aus einem Fotowettbewerb hervorgegangene Schau zeigt das breite Spektrum der Bewältigungsstrategien – von individuell bis gemeinschaftlich.

Um den vielseitigen Aktivitäten der Selbsthilfe ein Gesicht zu geben, lud der Verband der Ersatzkassen e. V. im Jahr 2016 Studierende an Schulen und Hochschulen für Fotografie sowie junge Fotografen bei einem Wettbewerb ein, das breite Spektrum der Bewältigungsstrategien in Bildern einzufangen. Aus den besten Bildern entstand die Wanderausstellung „Das kann Selbsthilfe“.

Diese ist vom 14. bis 31. Januar 2020 zu Gast am Zentrum für Innere Medizin (ZIM) des Uniklinikums Würzburg an der Oberdürrbacher Straße.

Die Schau in der Magistrale des ZIM zeigt, wie vielschichtig die Perspektiven junger Menschen auf das Thema Selbsthilfe sind: Mal nachdenklich, mal hoffnungsvoll, mal verspielt, mal traurig – aber immer nah dran an den Menschen, um die es geht.

Die Bewerbung des UKW als Präsentationsort für die Wanderausstellung steht in Verbindung mit dem seit über einem Jahr verstärkten Engagement des Klinikums in der Selbsthilfe. In diesem Zusammenhang wurde das Uniklinikum Würzburg Anfang Dezember dieses Jahres vom bundesweiten Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung“ als „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet.

 

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Das Uniklinikum Würzburg sucht gesunde Probandinnen und Probanden

Um Untersuchungsergebnisse bei Morbus-Fabry-Patienten zu verifizieren, braucht das Uniklinikum Würzburg eine Vergleichsgruppe. Daher werden gesunde Probandinnen und Probanden dringend gesucht.

Experten des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie und der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) untersuchen Patienten der seltenen Stoffwechselerkrankung Morbus Fabry. „Um unsere Ergebnisse für die Praxis nutzbar zu machen, müssen wir diese mit denjenigen gesunder Probandinnen und Probanden vergleichen“, berichtet Prof. Dr. Mirko Pham. Der Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie des UKW fährt fort: „Deshalb suchen wir dringend 30 gesunde Freiwillige, mit denen wir klinische Untersuchungen und eine Magnetresonanztomographie der Wirbelsäule durchführen wollen. Bei dieser sogenannten Kernspintomographie kommen keine Röntgenstrahlen zum Einsatz.“ Die Untersuchungen finden in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Claudia Sommer und Prof. Dr. Nurcan Üçeyler, führenden Schmerzforscherinnen der Neurologischen Klinik des UKW, statt.

Voraussetzungen für die Teilnahme

Die gesuchten Probandinnen und Probanden können zwischen 20 und 70 Jahren alt sein und dürfen keine psychiatrischen oder neurologischen Vorerkrankungen aufweisen. Für die Magnetresonanztomographie (MRT) ist zudem wichtig: keine Metallimplantate, Herzschrittmacher, Insulinpumpen, Cochlea-Implantate oder Metallsplitterverletzungen. Außerdem sollten die in Frage kommenden Frauen und Männer nicht in der metallverarbeitenden Industrie arbeiten und keine Platzangst haben.

Das wird gemacht

Neben der MRT-Untersuchung erwarten sie Fragebögen, eine Blutentnahme, eine Sensibilitätsprüfung der Haut, eine Nervenmessung und eine drei Millimeter kleine Hautentnahme am Bein in örtlicher Betäubung.

Die Untersuchungen dauern insgesamt mindestens zwei Stunden an einem oder zwei Terminen. Vergütet wird die Teilnahme pauschal mit 80 Euro.

Interessierte wenden sich bitte vorzugsweise an die E-Mail-Adresse forschung.nrad@ ukw.de oder rufen werktags zwischen 8:30 und 16:00 Uhr an unter Tel: 0931/201-34805.

 

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