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Uniklinikum Würzburg: Atemmasken der Feuerwehr schützen OP-Teams

In einer deutschlandweit beispiellosen Amtshilfe stellt die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg dem Uniklinikum Würzburg Überdruck-Atemschutzmasken der höchsten Sicherheitsstufe zur Verfügung. Mit dieser Ausrüstung können auch bei Corona-Infizierten unaufschiebbare Eingriffe im Nasen-, Mund- und Rachenbereich durchgeführt werden – ohne die OP-Teams zu gefährden.

Operationsteams, die bei mit dem Coronavirus infizierten Patienten unaufschiebbare Eingriffe im Nasen-, Mund- und Rachenbereich durchführen, setzen sich einem besonderen Gesundheitsrisiko aus. „Wir haben ernstzunehmende Berichte über Häufungen von schweren bis hin zu tödlichen Covid-19-Verläufen bei Kollegen aus der Hals-Nasen-Ohren-Medizin in China, Italien und dem Iran“, schildert Dr. Dr. Hartmut Böhm. Der Geschäftsführende Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie (MKG) des Uniklinikums Würzburg (UKW) fährt fort: „Man vermutet, dass der Eintritt einer hohen initialen Virusmenge oder die häufige Konfrontation mit dem Virus den Krankheitsverlauf besonders schwer werden lassen.“ Gerade die unmittelbare Nähe zur Nasen- und Rachenschleimhaut und das bei vielen Operationen im oberen Respirationstrakt entstehende, vermutlich stark virenbeladene Aerosol lassen nach seinen Worten ein hohes Gefährdungspotenzial für HNO- und MKG-Ärztinnen und -Ärzte wahrscheinlich erscheinen.

30 Maskensätze im Kreislauf

Ein wirksamer Schutz gegen diese Virenattacke können umgebungsluftunabhängige Überdruck-Atemmasken mit Atemregler sein. „Leider verfügen wir bislang nicht über eigene solche Geräte. Und auf dem Markt sind sie gegenwärtig nur äußerst schwer und nicht in ausreichender Menge erhältlich“, bedauert Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW. Im Gegensatz dazu ist die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg sehr gut mit diesem Maskentyp ausgestattet. In diesem Anwendungsbereich schützen sie die Einsatzkräfte vor Feuer, Rauch und Gefahrstoffen. Einer Kooperationsidee von Dr. Böhm folgend, wandte sich Prof. Ertl Ende März dieses Jahres mit einem Amtshilfeersuchen an Dr. Roland Demke, den Leiter der Würzburger Feuerwehrschule. Mit vollem Erfolg: Die Schule stellte dem UKW umgehend 30 Maskensätze zur Verfügung – inklusive eines Wiederaufbereitungskreislaufs. „Diese Atemschutzgeräte der höchsten Schutzstufe sind so hergestellt, dass sie nach jedem Einsatz gereinigt, desinfiziert, geprüft und wiederverwendet werden können“, beschreibt Dr. Demke. Zum „Amtshilfe-Service“ seiner Schule gehört es auch, die benutzten Masken am Klinikum abzuholen, sie in der Feuerwehrschule in der Weißenburgstraße im Würzburger Stadtteil Zellerau vorschriftsmäßig aufzubereiten und zum erneuten Gebrauch, hygienisch in Folienbeuteln eingeschweißt, wieder an den Kliniken anzuliefern.

Luftversorgung aus der „Steckdose“

Für den Krankenhauseinsatz wurden die Geräte technisch adaptiert. Dr. Demke erläutert: „Grundsätzlich ähnelt das System der Luftversorgung von Tauchern. Bei der Feuerwehr wird die Atemluft in Stahlflaschen auf dem Rücken mitgeführt. Der Feuerwehrmann atmet über die Vollschutzmaske, die über einen Atemregler und einen Schlauch mit der Flasche verbunden ist. Mit einer cleveren Idee gelang es den UKW-Technikern, den Atemregler statt an eine Stahlflasche per Zuleitungsschlauch an das gebäudeintegrierte Luftleitungssystem der Klinik anzuschließen. Dadurch fällt nicht nur die körperliche Belastung durch das Tragen der Stahlflasche weg, sondern auch deren begrenzter Luftvorrat als limitierende Größe.“
Nach Schulungen der OP-Teams im Gebrauch der Überdruck-Atemmasken durch Experten der Feuerwehrschule liefen zwischenzeitlich in den OP-Sälen der MKG und der HNO-Klinik des UKW eine Reihe von Testoperationen mit coronafreien Patienten. Die dabei gemachten Erfahrungen sind durchweg positiv. „Das Gesichtsfeld ist vollkommen ausreichend und durch den Überdruck in der Maske atmet es sich viel leichter, als durch eine hochgradig filternde Maske, die einen recht starken Atemwiderstand aufweist“, berichtet Privat-Dozent Dr. Stephan Hackenberg, der Stellvertretende Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen.

Einsatz nur bei Notfalleingriffen

Der Einsatz der Masken soll auf vergleichsweise wenige Notfalleingriffe beschränkt werden. Dr. Böhm skizziert das aktuelle Vorgehen: „Um die Gefährdung für das Personal so gering wie möglich zu halten, führen wir bei Patienten, die dringend eine Operation benötigen, drei Tage und einen Tag vor dem geplanten Eingriff jeweils einen Rachenabstrich durch. In der Zeit dazwischen bleiben sie in einer Art Quarantäne in unserer Klinik. Bei zwei negativen Abstrichen können wir beruhigt mit normaler Schutzkleidung arbeiten. Ist ein Test positiv oder bleibt in Notfällen keine Zeit für eine Testung, verwenden wir jetzt die Atemschutzmasken der Feuerwehr.“

Erste solche Kooperation in Deutschland

In der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg findet – wie in allen bayerischen Schulen – seit dem 16. März 2020 aufgrund der Corona-Krise bis auf Weiteres kein Ausbildungsbetrieb mehr statt. Dies vereinfachte laut Dr. Demke die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung der Masken. „Unser Gerätebestand und unsere Reserven sind allerdings so angelegt, dass wir die Unterstützung des Uniklinikums auch nach einer Wiederaufnahme des Ausbildungsbetriebes aufrechterhalten können“, verspricht der Schulleiter. Seines Wissens ist es das erste Mal in Deutschland, dass so eine Zusammenarbeit praktiziert wird. Dieses „Würzburger Modell“ ließe sich nach seiner Einschätzung bei Bedarf von anderen Städten mit ähnlichen Konditionen kopieren.

Ein mustergültiger lokaler Schulterschluss

„Wir sind schlichtweg begeistert von der Bereitwilligkeit, Schnelligkeit, Professionalität und Freundlichkeit, mit der uns die Würzburger Feuerwehrschule beigesprungen ist“, fasst Prof. Ertl die bei dem Vorhaben gemachten Erfahrungen zusammen. „Ich bedanke mich speziell im Namen der durch die Masken jetzt optimal geschützten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf’s Herzlichste für diesen mustergültigen lokalen Schulterschluss“, so der Ärztliche Direktor.

 

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Gemeinsam gegen Corona an bayerischen Universitätsklinika: Über 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Universitätsklinikum Würzburg sichern tagtäglich umfassende Patientenversorgung

Wissenschaftsminister Bernd Sibler dankt Reinigungskräften: „Ohne Sie alle würde das Universitätsklinikum Würzburg nicht laufen“

WÜRZBURG/MÜNCHEN. Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) leisten täglich über 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen unverzichtbaren Beitrag im Kampf gegen das Corona-Virus. Neben dem medizinischen Personal ist der große Einsatz von vielen Kräften in verschiedensten Bereichen gefragt. Eine entscheidende Rolle kommt dabei den Reinigungskräften zu. Bei diesen bedankte sich Wissenschaftsminister Bernd Sibler Anfang der Woche in Würzburg besonders: „Jeder von uns bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Klinikums stehen jedoch in vorderster Reihe. Ohne Sie alle würde das Universitätsklinikum Würzburg nicht laufen.“ Sibler besuchte in den vergangenen Tagen bayerische Universitätsklinika, um sich bei verschiedenen Berufsgruppen besonders zu bedanken. In Würzburg standen die Reinigungskräfte im Fokus.

Der strikten Einhaltung der ohnehin durchweg höchsten Hygiene- und Sauberkeitsstandards, die in den Universitätsklinika gelten, komme angesichts der Corona-Pandemie eine absolut essentielle Bedeutung zu, so der Minister. „Dafür sorgen Sie, die Reinigungskräfte, jeden Tag. Sie helfen entscheidend mit, damit die Grundvoraussetzungen für die Arbeit in einem Klinikum gegeben sind.“

Enge Abstimmung und ständiger Austausch notwendig

Die Reinigungskräfte müssen aufgrund des ständigen Bestrebens, den Schutz der Patientinnen und Patienten im Klinikum in höchstmöglichem Maß sicherzustellen, immer wieder weitere und auch neue Maßnahmen ergreifen. Die hygienischen Vorgaben sind entsprechend den unterschiedlichen Bereichen des Klinikums streng zu beachten, gerade auch in den Schleusenbereichen zwischen OP-Bereich und den Stationen. Eine enge Abstimmung und ein ständiger Austausch mit dem Pflegepersonal ist wichtiger denn je für die Sicherung der Keimfreiheit. Darüber hinaus müssen die Reinigungskräfte – auch zu ihrem eigenen Schutz – entsprechende Schutzkleidung tragen, was die körperlich ohnehin anstrengende Arbeit erschwert.

Spezielle Arbeitsgruppe eingerichtet

Das Universitätsklinikum Würzburg hat bereits im Januar eine AG SARS eingerichtet, die sich speziell mit Maßnahmen in Zusammenhang mit dem Corona-Virus beschäftigt. Eine fachübergreifende Task Force „SARS unter katastrophenmedizinischen Aspekten“ hat darüber hinaus einen Katastrophenplan für einen stark erhöhten Bedarf an Beatmungsplätzen ausgearbeitet, sodass die Kapazitäten schrittweise von rund 80 auf über 140 Plätze erhöht werden können. Die Task Force tauscht sich täglich aus, erhebt den jeweils aktuellen Status in von der Corona-Pandemie betroffenen Bereichen und setzt entsprechende Maßnahmen, insbesondere auch den von der Bayerischen Staatsregierung erlassenen Notfallplan Corona-Pandemie, um. Mit den umliegenden Krankenhäusern und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern/ Würzburg organisiert das UKW die stationäre wie ambulante Versorgung von Corona-Patientinnen und -Patienten und arbeitet insbesondere auch mit den Altenheimen eng zusammen. „Die Region ist uns immer wichtig, aber in einer solchen Krisensituation ist der über Jahrzehnte gewachsene Zusammenhalt von größter Bedeutung“, meinte Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg. Einen hohen Stellenwert haben am UKW zudem die interne und externe Kommunikation, sowohl im Sinne einer umfassenden Aufklärung als auch Beruhigung.

Ebenso wie das Universitätsklinikum Würzburg setzen auch die weiteren fünf Universitätsklinika im Freistaat und das Deutsche Herzzentrum alles daran, um der Corona-Pandemie zu begegnen: Staatsregierung und Universitätsklinika stehen in täglichem Austausch, etwa zur Zahl der verfügbaren Betten – aktuell halten die Universitätsklinika und das Deutsche Herzzentrum insgesamt rund 3.000 insbesondere für Corona-Patientinnen und -Patienten frei. „In dieser Ausnahmesituation brauchen wir jede helfende Hand!“, so der Minister.

Julia Graf, stellv. Pressesprecherin, 089 2186 2621

 

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Uniklinikum Würzburg: Neue Leitlinie zu gutartigen Tumoren der Hirnanhangdrüse entwickelt

Eine neue Leitlinie setzt erstmals Standards bei der Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von hormoninaktiven Tumoren der Hirnanhangdrüse. Die erarbeiteten Empfehlungen helfen unter anderem, eine Unter- oder Überversorgung zu vermeiden. Hauptakteure beim Erstellen des Dokuments waren unter anderem zwei Experten des Uniklinikums Würzburg: Prof. Dr. Martin Fassnacht, der Leiter der Endokrinologie und Diabetologie, sowie Privatdozent Dr. Timo Deutschbein, Oberarzt in der Endokrinologie.

Eine neue Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), die unter Beteiligung von zwölf weiteren Fachgesellschaften im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erarbeitet wurde, liefert Medizinerinnen und Medizinern wichtige Informationen und Entscheidungshilfen bei der Untersuchung und Behandlung hormoninaktiver Hypophysentumoren. Die Federführung bei der Publikation hatte – neben Dr. Cornelia Jaursch-Hancke von der DKD Helios Klinik Wiesbaden – Prof. Dr. Martin Fassnacht, der Leiter der Endokrinologie und Diabetologie des Uniklinikums Würzburg (UKW). Außerdem wirkte Privatdozent Dr. Timo Deutschbein, Oberarzt in der Endokrinologie und der Leiter der endokrinologischen Hypophysenambulanz des UKW, als Leitliniensekretär maßgeblich bei der Erstellung mit.

Häufig, aber klinisch oft unauffällig

„Tumoren der Hirnanhangdrüse können in jedem Lebensalter auftreten und sind bei Erwachsenen häufig. Wir vermuten, dass zehn Prozent der Allgemeinbevölkerung betroffen sind“, schildert Prof. Fassnacht. Allerdings seien viele der Tumoren klinisch nicht auffällig und würden oft auch nur zufällig entdeckt. „Hypophysentumoren sind in den allermeisten Fällen gutartig; es handelt sich in der Regel um sogenannte Adenome. Allerdings kann es durchaus sein, dass umliegendes Gewebe durch die Raumforderung beeinträchtigt wird“, erläutert Prof. Fassnacht. Und das kann nach seinen Worten wiederum zu Symptomen wie zum Beispiel Sehstörungen führen. „Eine viel häufigere Folge des Tumors sind jedoch hormonelle Veränderungen. Werden zu viele oder zu wenige Hormone gebildet, können sehr unterschiedliche Beschwerden auftreten – beispielsweise Abgeschlagenheit, Frieren, Kreislaufstörungen, niedriger Blutdruck, Muskelschwäche oder eine Fettstoffwechselstörung“ ergänzt Dr. Deutschbein.

Behandlungsbedarf abhängig von Größe und Beschwerden

Nicht alle Hypophysentumoren müssen behandelt werden. Ob eine Behandlung nötig ist, hängt von ihrer Größe ab und davon, ob sie Beschwerden verursachen. Bislang gab es bei der Diagnostik und Therapie von Hypophysenadenomen allerdings kein standardisiertes Vorgehen. „Durch die klaren Empfehlungen der Leitlinie stellen wir sicher, dass nicht einfach ‚irgendwelche‘ Hormonuntersuchungen veranlasst werden, sondern die klinischen Befunde, die Begleiterkrankungen und die Einnahme von Medikamenten mitberücksichtigt werden“, berichtet Dr. Jaursch-Hancke.

Unter- und Überversorgung vermeiden

Die Leitlinie hilft, sowohl eine Unter-, wie auch eine Überdiagnostik zu vermeiden. Gleiches gilt für die Therapie. Laut der Leitlinie sollte in jedem Fall ein erfahrenes interdisziplinäres Team, zu dem mindestens Fachleute aus Endokrinologie, Neurochirurgie und Neuroradiologie gehören sollten, die Behandlung steuern.

Details im Internet

Im Internet sind die Leitlinie selbst sowie je nach Zielgruppe abgestufte Versionen veröffentlicht:
• S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie klinisch hormoninaktiver Hypophysentumoren: www.endokrinologie.net/files/download/089-002l_S2k_Diagnostik-Therapie-hormonaktiver-Hypophsenadenome_2020-02.pdf
• Kurzversion der S2k-Leitlinie: www.endokrinologie.net/files/download/089-002k_S2k_Diagnostik-Therapie-hormonaktiver-Hypophsenadenome_2020-02.pdf
• Patienteninformation zur Leitlinie: www.endokrinologie.net/files/download/patienteninformation-leitlinie-hormoninakive-hypophysenadenome.pdf

 

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Herzkranke in Zeiten von Corona

Immer noch gibt es sehr viel mehr Herzkranke als Coronakranke. Und viel mehr Menschen sterben an Herzschwäche als an Corona. Wenn zur Herzschwäche noch eine Infektion mit COVID-19 kommt, ist das besonders riskant für die Betroffenen. Am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) wird jetzt eine Substudie der G-CHF-Registerstudie an 22.000 Patienten mit Herzschwäche durchgeführt, die weltweit prüft, ob eine bestätigte COVID-19 Infektion (Confirmed) oder ein Verdacht auf eine COVID-19 Infektion (Suspected) vorliegt. „Patienten mit Herzinsuffizienz sind meist älter und haben Begleiterkrankungen, stellen also ein ausgeprägtes Risikokollektiv für COVID-19 dar. Wir werden lernen, wie sich eine COVID-19 Infektion bei diesen Patienten auswirkt, und ob sie besonders anfällig sind“, erklärt Professor Georg Ertl, Studienleiter für Deutschland und Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW).

Herzinsuffizienz-Patienten haben als Standardtherapie sogenannte ACE-Hemmer. Das COVID-19-Virus benutzt das Angiotensin-Conversions-Enzym (ACE) 2 als Rezeptor, um in die Zelle zu gelangen. „Welche Bedeutung das für unsere Patienten hat, ist nicht klar“ sagt Professor Stefan Störk, der die Studie gemeinsam mit Professor Georg Ertl in Deutschland leitet. „Klinische Daten gibt es dazu nicht, sodass neue Aufschlüsse aus der G-CHF-Registerstudie zu erwarten sind.“

Professor Christoph Maack, Sprecher des DZHI weist auf einen Artikel im renommierten New England Journal of Medicine* hin. „Wichtigste Botschaft ist, dass Patienten die ACE-Hemmer einnehmen, auf keinen Fall ihre Medikamente weglassen sollten. Die schädigende Wirkung ist nicht nachgewiesen, der organschützende Effekt aber bei vielen Erkrankungen erwiesen.“

Bei Fragen und Unsicherheiten sollten Patienten sich mit ihrem Hausarzt, Kardiologen oder der Herzinsuffizienz-Ambulanz im DZHI in Verbindung setzen: 0931 201 46301. Außerhalb der Sprechzeiten rufen Sie bitte den Bereitschaftsdienst 116 117 an, und im Notfall umgehend die Rettungsleitstelle 112.

Professor Georg Ertl legt großen Wert darauf, dass alle Patienten wissen, sie werden weiter wie bisher mit den gewohnten medizinischen Standards am UKW versorgt: „Bitte schieben Sie nichts ohne ärztliche Beratung raus. Corona darf nicht auf Kosten unserer Patienten mit Herzkrankheiten, Krebs oder anderen schweren Erkrankungen gehen!“

Weitere Informationen:

Was Herzinsuffizienz-Patienten über Covid-19 wissen müssen!  Die Heart Failure Association der European Society of Cardiology hat auf ihrer Webseite in allen Sprachen wichtige Informationen und praktische Tipps zusammengestellt:

https://www.heartfailurematters.org/de_DE/Allgemeine-Hinweise/COVID-19-Virus-and-Heart-Failure-Information-and-Practical-Tips


Auf der Homepage www.icd-forum.de geben Psychologen der Universität Würzburg und Kardiologen vom DZHI nützliche Hinweise, wie Herzpatienten mit einem implantierten Defibrillator und ihre Angehörige die COVID-19-Krise möglichst sorgenfrei über-stehen.

*https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMsr2005760

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Die Kaufmännische Direktorin Anja Simon verließ das Uniklinikum Würzburg

Nach annähernd acht Jahren als Kaufmännische Direktorin verließ Anja Simon Anfang April 2020 das Uniklinikum Würzburg, um sich in Zukunft um die wirtschaftlichen Belange des Universitätsklinikums Freiburg zu kümmern.

Bei der Verabschiedung: Anja Simon, die scheidende Kaufmännische Direktorin des Uniklinikums Würzburg, mit Vorstandskollegen und hochkarätigen Weggefährten ihrer Würzburger Jahre. Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg

Im August 2012 trat Anja Simon am Uniklinikum Würzburg (UKW) die Nachfolge von Renate Schülke-Schmitt als Kaufmännische Direktorin und damit als Dienstvorgesetzte des gesamten nicht-wissenschaftlichen Personals des UKW an. Sie trug die Führungsverantwortung für zuletzt über 7.000 Klinikumsbeschäftigte und verwaltete ein jährliches Budget von fast 768 Millionen Euro. Zum 1. April dieses Jahres wechselte die Betriebswirtin ans Universitätsklinikum Freiburg, wo sie die Kaufmännische Direktion von Bernd Sahner übernahm, der in den Ruhestand ging. Für Anja Simon war dies eine Rückkehr, denn vor ihrer Würzburger Schaffensperiode war sie bereits 13 Jahre lang am Freiburger Universitätsklinikum tätig.

 

Maßgebliche Mitarbeit an der strategischen Ausrichtung

Anlässlich des Abschieds blicken Prof. Dr. Georg Ertl, Günter Leimberger und Prof. Dr. Matthias Frosch, die Kollegen von Anja Simon im Klinikumsvorstand, anerkennend und dankbar auf die Leistungen der scheidenden „KD“ zurück. „Schon mit meinem Vorgänger Prof. Dr. Christoph Reiners hat Anja Simon begonnen, das Klinikum strategisch neu aufzustellen“, berichtet Prof. Ertl, der Ärztliche Direktor. Viele kleine und große Baumaßnahmen des Klinikums konnten unter ihrer wirtschaftlichen Leitung vorangetrieben, begonnen und zum Teil schon abgeschlossen werden. Zur letzteren Gruppe zählt zum Beispiel das in 2015 in Betrieb genommene Parkhaus. Ferner war ihr der Aufbau einer Abteilung für Kooperationen mit den anderen Gesundheitseinrichtungen der Region ein großes Anliegen.

„In Punkto Qualitätsmanagement war Anja Simon einer der Motoren hinter der Gesamtzertifizierung des Uniklinikums Würzburgs nach dem KTQ-Standard“, sagt Prof. Ertl. Nach der Erstzertifizierung im Jahr 2013 gab es in ihrer Amtszeit bereits zwei erfolgreiche Rezertifizierungen in 2016 und 2019.

 

Verwaltung als moderner Servicebetrieb

Laut Günter Leimberger ist es der Direktorin gelungen, die Verwaltung in einen modernen Servicebetrieb zu verwandeln. „Unter Anja Simon wurde die Kommunikation am Klinikum zu einem der großen Themen“, schildert der Pflegedirektor. Belege dafür seien die Einführung neuer Formate, wie World Cafés oder Story Telling. „Ein weiterer, eng mit ihrer Person verbundener Meilenstein in der Evolution des UKW war die Gründung der Akademie des Klinikums im Jahr 2015“, ergänzt Leimberger. Nach seiner Einschätzung werden viele der von Anja Simon geschaffenen Grundsätze das Würzburger Uniklinikum auch in Zukunft dauerhaft prägen.

 

Besonderes Bewusstsein auch für die Bedürfnisse von Forschung und Lehre

Als Haushaltsbeauftragte verwaltete die Kaufmännische Direktorin auch die Mittel der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg. „Anja Simon hat hier immer in dem Bewusstsein gearbeitet, dass zum Aufgabendreiklang der Universitätsmedizin eben nicht nur die Krankenversorgung, sondern auch Forschung und Lehre gehören“, lobt Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät und Vorstandsmitglied des UKW. Als Beispiel für die mustergültige Zusammenarbeit berichtet er, dass Anja Simon ihre kaufmännische Perspektive stets konstruktiv und engagiert in die Strategiediskussionen der Fakultät eingebracht habe. Auch die Berufungsverhandlungen mit neuen Professoren verliefen nach den Worten des Dekans immer im engsten Einvernehmen. „Für die wirtschaftlichen Abläufe besonders positiv wirkte sich ferner der unter Anja Simon eingerichtete Geschäftsbereich 1 ‚Forschungsförderung und Drittmittelverwaltung‘ aus“, sagt Prof. Frosch und präzisiert: „Hier wurde eine der Fakultät klar zugewiesene Verwaltungsstruktur geschaffen, die die Zusammenarbeit mit dem Klinikum nochmals weiter verbessert hat.“

 

Anja Simon: Viele Faktoren für die Erfolge verantwortlich

Auch die Direktorin selbst blickt mit Dankbarkeit und Zufriedenheit auf ihre Zeit am UKW zurück. „Für die Erfolge der vergangenen Jahre am Uniklinikum Würzburg sind eine ganze Reihe von Faktoren verantwortlich. Dazu gehören beispielsweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, die konsequente Entwicklung des Nachwuchses, eine wertschätzende Kommunikations- und Führungskultur sowie ein konstant gut zusammenarbeitender Vorstand“, zählt Simon auf. Am liebsten würde sie alle Beschäftigten des UKW mit nach Freiburg nehmen, scherzte sie bei ihrer Abschiedsfeier.

Die Nachfolge von Anja Simon trat zum 1. April 2020 Philip Rieger an, der zuletzt Stellvertretender Kaufmännischer Direktor am LMU Klinikum München war.

 

 

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Bei der Verabschiedung: Anja Simon, die scheidende Kaufmännische Direktorin des Uniklinikums Würzburg, mit Vorstandskollegen und hochkarätigen Weggefährten ihrer Würzburger Jahre. Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg

Schum spendet 20.000 Masken ans Uniklinikum Würzburg

Die Firma J.E. Schum überreichte dem Uniklinikum Würzburg 20.000 Mund-Nasen-Schutzmasken, die in der Corona-Pandemie dringend benötigt werden.

Insgesamt 20.000 Gesichtsmasken überreichte Dr. Rainer Schum, einer der Geschäftsführer des Würzburger Handels- und Dienstleistungsunternehmens J.E. Schum, am 30. März 2020 an Tobias Firnkes, den Leiter des Geschäftsbereichs „Wirtschaft und Versorgung“ des Uniklinikums Würzburg (UKW). Dr. Schum erläutert: „Aufgrund unserer langjährigen Handelsbeziehungen zu China konnten wir mehr Gesichtsmasken beschaffen, als wir zurzeit für unsere Beschäftigten benötigen. Parallel dazu habe ich den Medien entnommen, dass am UKW – wie auch sonst an vielen deutschen Krankenhäusern – ein Mangel an dieser in der Coronavirus-Pandemie besonders dringend benötigten Schutzausrüstung herrscht. Als heimatverbundenes Familienunternehmen spenden wir die Masken gerne unserem Uniklinikum vor Ort. Neben dem praktischen Nutzen wollen wir damit auch unsere höchste Anerkennung für den unermüdlichen Einsatz des dortigen Personals zur Bewältigung der Krise ausdrücken.“ Im Namen der Beschäftigten und Patienten des Würzburger Großkrankenhauses bedankte sich Tobias Firnkes herzlich für die großzügige Unterstützung.

 

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Uniklinikum Würzburg: Mukoviszidosefortbildung als Videokonferenz ein voller Erfolg

Es geht auch digital: Da die bisher übliche Tagung im Hörsaal wegen der Corona-Pandemie nicht möglich war, fand die 15. Würzburger Mukoviszidosefortbildung des Uniklinikums Würzburg als Videokonferenz statt. Mit rund 70 Endgeräten waren Patienten und deren Angehörige sowie Behandlerinnen und Behandler zugeschaltet.

Aufgrund der aktuellen Beschränkungen im Rahmen der Coronavirus-Pandemie konnte die für den 28. März dieses Jahres geplante 15. Würzburger Mukoviszidosefortbildung nicht wie üblich im Hörsaal der Universitäts-Kinderklinik stattfinden. Um die Veranstaltung nicht auf ungewisse Zeit verschieben zu müssen, lud der Organisator – das am Uniklinikum Würzburg angesiedelte Christiane Herzog Zentrum für Mukoviszidose Unterfranken – am selben Termin zu einer dreistündigen Videokonferenz ein.

„Die Resonanz war überaus positiv“, freut sich Prof. Dr. Helge Hebestreit, der Leiter des Zentrums. An 68 zugeschalteten Computern, Tablets und Handys nahmen Betroffene und deren Angehörige – teilweise ganze Familien – sowie Behandler/innen, wie Ärztinnen und Ärzte, Physiotherapeutinnen und Sozialpädagoginnen, teil. Prof. Hebestreit und drei Expertinnen des Christiane Herzog-Zentrums für Mukoviszidose Unterfranken – Dr. Daniela d’Alquen, Dr. Alexandra Hebestreit und Doris Vitzethum-Walter – informierten sie unter anderem über Themen wie Coronavirus bei Mukoviszidose, aktuelle Studien zur CFTR-Modulatortherapie, die Durchführung und Interpretation von Lungenfunktionsuntersuchungen sowie das Mental Health Screening. Rosalie Keller stellte die Aktivitäten der Regionalgruppe Unterfranken des Mukoviszidose e.V. vor.

Auch eine Chance für Patienten mit multiresistenten Keimen

Besonders gut kam die neue digitale Lösung bei Mukoviszidose-Patienten mit multiresistenten Keimen an. „Es war eine tolle Fortbildung. Endlich konnte ich mal wieder an einer Informationsveranstaltung teilnehmen, was aufgrund meiner Keimsituation schon lange nicht mehr möglich war.“ Dieser und viele andere positive Kommentare konnten im anschließend stattfindenden Chat gelesen werden. Dort wurden zudem Fragen der Teilnehmer/innen diskutiert und beantwortet.

Fortsetzung auch nach der Corona-Krise geplant

Das Zentrum plant, auch nach der Corona-Krise die jährlich stattfindende Fortbildung per Video zu übertragen – zusätzlich zum „realen“ Treffen im Hörsaal. „Damit können zukünftig auch all jene, die aufgrund von Krankheit oder anderen Umständen verhindert sind, von den Inhalten profitieren“, unterstreicht. Prof. Hebestreit.

 

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