Aktuelle Pressemitteilungen

Uniklinikum Würzburg: 1.000 Euro für Kiefer- und Gesichtsoperationen bei bedürftigen Kindern

Die Würzburger Allianz-Agentur Avit unterstützt die Bene-Maxilla-Stiftung mit einer Spende. Diese wiederum ermöglicht es der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Uniklinikums Würzburg, kranken Kindern aus armen Nationen durch aufwändige Kiefer- und Gesichtsoperationen das Leben zu erleichtern.

Florian Pfnausch und Benedikt Wolf, die Inhaber der Würzburger Allianz-Agentur Avit, verzichteten im letzten Jahr auf Weihnachtspräsente für ihre Kunden und taten stattdessen in deren Namen Gutes: Unter anderem unterstützten sie die Arbeit der Bene-Maxilla-Stiftung mit 1.000 Euro.

Hauptziel der Würzburger Wohltätigkeitsorganisation ist es, Kinder aus der Dritten Welt mit angeborenen Fehlstellungen oder schweren Erkrankungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich zu unterstützen, die ohne fremde Hilfe keine Chance auf Linderung oder Heilung ihrer Krankheiten haben. Durchgeführt werden die so finanzierten Eingriffe von Prof. Dr. Dr. Alexander Kübler und seinem Team von der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Uniklinikums Würzburg.

Der Scheck wurde Prof. Kübler im Beisein des Stifters Max Leusser am 20. Januar 2020 in der Würzburger Zahnklinik überreicht.

Um noch viel mehr bedürftigen Kindern helfen zu können, freut sich die Bene Maxilla-Stiftung über Spenden auf das Konto:

Bene Maxilla-Stiftung
Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN: DE17 7905 0000 0046 8966 19
SWIFT-BIC: BYLADEM1SWU

 

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Was die Angst kleiner macht

In unheimlichen Situationen kann die bloße Anwesenheit einer unbekannten Person beruhigend wirken. Das zeigt die Studie eines Würzburger Teams, das Angsterkrankungen erforscht.

Alleine auf eine Reise gehen. Stundenlang im Flugzeug sitzen, in zwölf Kilometern Höhe über dem Atlantik. Mit Turbulenzen und allen Unbequemlichkeiten, die zu einem Langstreckenflug eben so dazu gehören. Vor dieser Situation hat Michaela B. Angst. Wäre nur eine Freundin auf der Reise dabei! Dann würde sie sich bestimmt besser fühlen.

Dabei müsste Michaela B. vor der Situation im Flieger gar nicht bange sein. Auf die Freundin als Begleitung könnte sie locker verzichten. Denn es würde ihr schon helfen, wenn einfach irgendjemand neben ihr sitzt. Und dieser Jemand müsste sich nicht einmal mit ihr unterhalten oder sich ihr in anderer Weise zuwenden. Seine bloße Präsenz würde genügen, um die Angst zu verringern.

Das ergibt sich aus einer Studie, die eine Gruppe um Professorin Grit Hein von der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg durchgeführt hat. Die Resultate sind im Journal Proceedings of the Royal Society B: Biological Science veröffentlicht.

Physiologische Anspannung über Hautwiderstand gemessen

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Angst und die daraus resultierende physiologische Anspannung durch die bloße Anwesenheit einer anderen Person vermindert werden können, auch wenn diese Person unbekannt ist und keine aktive Unterstützung leistet“, erklärt Grit Hein. Sie hat an der JMU eine Professur für Translationale Soziale Neurowissenschaften inne und forscht über Angsterkrankungen.

Die verminderte Angstreaktion trat unabhängig davon auf, ob die unbekannte Person der gleichen oder einer anderen Ethnie angehörte. „Interessanterweise war der angstmindernde Effekt umso stärker, wenn die Probanden die andere Person als weniger ähnlich wahrnahmen – wahrscheinlich, weil sie dann davon ausgingen, dass der andere im Gegensatz zu ihnen selbst keine Angst hat“, so die JMU-Professorin.

In der Studie bekamen die Versuchspersonen über Kopfhörer entweder neutrale oder angsterzeugende Geräusche vorgespielt –das Plätschern von Wasser oder menschliche Schreie. Ihre körperlichen Reaktionen darauf wurden über den Hautwiderstand gemessen – bei Angst verändert sich die elektrische Leitfähigkeit der Haut. War bei den Tests eine unbekannte Person im Raum mit dabei, durfte diese nichts sagen und blieb von der Versuchsperson körperlich abgewandt. Dieses Setting sollte soziale Interaktionen zwischen den beiden verhindern.

Folgestudien mit Männern und Frauen

Bisher wurden nur Frauen in Anwesenheit von Frauen getestet. In Folgestudien möchte das Würzburger Forschungsteam nun auch die Effekte messen, wenn sich Männer mit Männern oder Männer mit Frauen der unheimlichen Situation im Labor aussetzen.

Dabei werden sich eventuell Unterschiede zeigen. „Es gibt Hinweise aus der Stressforschung, dass das Geschlecht der anwesenden Person eine Rolle spielen könnte“, sagt die JMU-Professorin. Die Erkenntnisse aus diesen Forschungen lassen sich womöglich für die Therapie von Angsterkrankungen nutzen.

Kooperation und Förderung

Wesentlichen Anteil an der publizierten Studie hatten die Wissenschaftler Yanyan Qi, Martin Herrmann und Jürgen Deckert. Finanzielle Förderung kam von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Publikation

Qi Y, Herrmann M, Bell L, Fackler A, Han S, Deckert J, Hein G: The mere physical presence of another person reduces human autonomic responses to aversive sounds. 22. Januar 2020, Proc. R. Soc. B 287: 20192241. http://dx.doi.org/10.1098/rspb.2019.2241

Kontakt

Prof. Grit Hein, PhD, Professur für Translationale Soziale Neurowissenschaften, Universität und Universitätsklinikum Würzburg, T +49 931 201-77411, hein_g@ ukw.de
Website Prof. Grit Hein: http://grit-hein.

 

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Schlaganfall: Neue Erkenntnisse aus der abgeriegelten Zone

Einem interdisziplinären Forscherteam des Uniklinikums Würzburg ist es gelungen, bei Schlaganfallpatienten winzige Blutproben direkt aus der abgeriegelten Zone zu gewinnen und zu analysieren. Während eines Schlaganfalls ist diese Gehirnzone durch ein Gerinnsel vom restlichen Kreislauf getrennt und stirbt ab. Die Forscher konnten beweisen, dass es genau in dieser Zone sehr früh zu einer Entzündungsreaktion kommt. Diese Erkenntnis wird beeinflussen, wie die Schlaganfallbehandlung weiterentwickelt werden muss.

Beim ischämischen Schlaganfall verschließt ein Blutgerinnsel (Embolus) ein Gefäß im Gehirn und verhindert die ausreichende Durchblutung des dahinterliegenden Areals. In der Folge kommt es dort zu einer Mangelversorgung mit Nährstoffen, allen voran Sauerstoff, und die betroffenen Nervenzellen beginnen, abzusterben. Diese Zusammenhänge sind auch Laien einleuchtend und hinlänglich bekannt. „Es wird aber vermutet, dass sich in der abgeriegelten Zone weitere pathologische Mechanismen abspielen, die einen entscheidenden Einfluss auf das Absterben von Hirngewebe, also das Voranschreiten des Hirninfarkts haben“, erklärt Dr. Alexander Kollikowski vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie des Uniklinikums Würzburg (UKW). Prof. Dr. Mirko Pham, der Direktor des Instituts, fährt fort: „Zum Beispiel weiß man aus Versuchen mit Mäusen, dass im Verlauf der Verschlusssituation eine biochemische Signalkaskade startet, die eine schädliche Entzündungsreaktion auslöst.“ Dieser Effekt ließ sich bislang beim Menschen weder direkt bestätigen noch widerlegen. Als Hürde erwies sich bisher, dass für eine entsprechende Beweisführung „ungestörte“ Blutproben aus dem abgeriegelten Infarktbereich benötigt werden, also bevor die Neuroradiologen das Gerinnsel entfernen und das wiedereinströmende Blut die Situation vor Ort massiv verändert.

Modifiziertes Mikrokatheterverfahren und moderne Laboranalytik als Schlüssel

Diese Hürde wurde von einer interdisziplinären Forschergruppe des UKW unter Beteiligung von den beiden oben genannten Experten der Neuroradiologie, der Neurologie (Dr. Michael Schuhmann, Prof. Dr. Wolfgang Müllges, Prof. Dr. Guido Stoll) und dem Institut für Experimentelle Biomedizin (Prof. Dr. Bernhard Nieswandt) genommen. „Hierfür haben wir ein zugelassenes Mikrokatheterverfahren so modifiziert, dass wir kurz vor der Gerinnselentfernung eine winzige Blutprobe aus dem abgeriegelten Kompartiment direkt hinter dem Gerinnsel gewinnen können“, schildert Dr. Kollikowski. Die Probenahme erfolgt also während des zur Entfernung des Gerinnsels ohnehin nötigen minimal-invasiven operativen Eingriffs ohne diesen zu verlängern. Dabei wird ein extrem feiner Katheter – der Durchmesser seiner Öffnung liegt in der Größenordnung eines dicken Haares – durch den Embolus geschoben und saugt auf der anderen Seite eine winzige Blutmenge an. „Zu Hilfe kommt uns hierbei die spezielle Konsistenz der Schlaganfallgerinnsel. Sie sind so weich, dass ein Durchdringen mit dem Mikrokatheter noch möglich ist, aber gleichzeitig so widerstandsfähig, dass die Barriere nicht schon bei diesem Vorgang zerstört wird“, erläutert Dr. Kollikowski.

Entzündungssofortreaktion während des Schlaganfalls bewiesen

Für das Forschungsvorhaben wurde ein aufwändiges Protokoll entwickelt, um winzige Gehirnblutproben standardisiert gewinnen zu können und diese direkt danach sehr nah am Angiographie-OP im Neuroimmunologischen Labor der Neurologischen Klinik des UKW zu analysieren. Damit gelang es zu belegen, und das war nicht unbedingt zu erwarten, dass auch im Menschen eine sofortige massive Entzündungsreaktion im Gehirn stattfindet, die den Tiermodellen sehr ähnlich ist. Die Wissenschaftler konnten erstmals im Menschen Botenstoffe der Entzündung und vor allem eine Invasion der abgeriegelten Zone durch Immunzellen, insbesondere Granulozyten und Lymphozyten, nachweisen. „Dies ist ein wichtiger Schritt der Translation von der Maus zum Menschen, einem zentralen Anliegen des Sonderforschungsbereichs TR 240, in dem diese Arbeit entstanden ist“, führt Prof. Dr. Bernhard Nieswandt, der Sprecher des Sonderforschungsbereichs (SFB), aus. Der SFB TR 240 beschäftigt sich mit der Rolle von Blutplättchen und Immunzellen bei Gefäßerkrankungen, wie Schlaganfall und Herzinfarkt.

Laut dem Forscherteam ermöglicht die von ihm etablierte Technik der Probenentnahme von Gehirnblut direkt während des akuten Schlaganfalls das Studium weiterer zentraler Entzündungsmediatoren, die am Infarktwachstum beteiligt sind. Es sei realistisch, dass sich mit diesen Erkenntnissen der Fokus in der Therapieforschung und klinischen Testung auf eine bestimmte Medikamentenklasse richten werde: die Gruppe entzündungshemmender Substanzen.

Eine Strategie für die zukünftige Schlaganfalltherapie

Dadurch zeichnet sich eine Strategie für die Schlaganfalltherapie der Zukunft ab. Ein entzündungshemmendes Medikament wird dem Schlaganfallpatienten möglichst frühzeitig verabreicht, idealerweise schon durch den Notarzt vor Eintreffen im Krankenhaus, um das Absterben des Gehirns zu bremsen bis der Blutfluss durch die operative Wiedereröffnung des Gehirngefäßes wiederhergestellt wird. Zum Wirkungsort innerhalb des abgeriegelten Areals kann das Präparat über Umgehungskreisläufe, die sogenannten Kollateralwege gelangen, mit denen der Körper für eine gewisse Restdurchblutung sorgt, bevor die Nervenzellen endgültig absterben.

In ihrer Studie untersuchten die Würzburger Wissenschaftler im Zeitraum von August 2018 bis Juli 2019 Proben von 151 Patienten. Bei 40 davon waren alle Parameter so, dass die Forscher einen exakten Vergleich mit dem Mausmodell hatten. Die Ergebnisse der Arbeit wurden im Januar 2020 in Annals of Neurology, einer der international führenden Fachzeitschriften für Schlaganfallforschung und Neurowissenschaften, veröffentlicht.

Literatur:
Kollikowski, A. M. et al. Local leukocyte invasion during hyperacute human ischemic stroke. Ann. Neurol. (2020). doi:10.1002/ana.25665

 

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Kinderonkologischer Forschungspreis für Dr. Verena Wiegering

Die Stiftung des Fördervereins für krebskranke Kinder Tübingen zeichnete Privatdozentin Dr. Verena Wiegering von der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg mit dem diesjährigen Erna-Brunner-Preis aus. Der mit 10.000 Euro dotierte Award ehrt die Nachwuchsforscherin für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit aus dem Umfeld der Stammzelltherapie bei Kindern.

Mit dem Erna-Brunner-Preis will die Stiftung des Fördervereins für krebskranke Kinder Tübingen den Wissenstransfer beschleunigen. Für die jährlich vergebene Auszeichnung können sich Nachwuchsforscherinnen und -forscher bewerben, die in den letzten zwei Jahren eine hervorragende Arbeit im Gebiet der pädiatrischen Onkologie veröffentlicht haben.

In diesem Jahr sprach die Jury den mit 10.000 Euro dotierten Preis Privatdozentin Dr. Verena Wiegering von der Würzburger Universitätskinderklinik zu. Die Medizinerin aus der Abteilung für pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzellentransplantation wurde geehrt für eine Arbeit, die den Einfluss einer veränderten B-Zell-Entwicklung auf das Auftreten einer chronischen Abstoßungsreaktion nach allogener Stammzelltransplantation bei pädiatrischen Patienten beschreibt. Hierbei zeigten sich große Unterschiede zu den Daten, die von erwachsenen Patienten bekannt sind, insbesondere eine höhere Regenerations-Kapazität im Verlauf. Dies erklärt zumindest teilweise, warum die klinischen Verläufe bei krebskranken Kindern deutlich positiver sind und Abstoßungsreaktion seltener auftreten.

Der Preis wurde Dr. Wiegering am 23. Januar 2020 bei einer Feierstunde in Tübingen von Prof. Hans-Werner Stahl, dem Vorsitzenden der Stiftung des Fördervereins für krebskranke Kinder Tübingen, überreicht.

 

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Würzburger Universitätsmedizin: Eine Million Euro für neues Forschungskolleg

Sechs junge Ärztinnen und Ärzte des Uniklinikums Würzburg erhalten in einem Forschungskolleg Freiräume, um systemimmunologische Forschungsprojekte zu bearbeiten. Ermöglicht wurde dies von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, die das Projekt TWINSIGHT in den kommenden drei Jahren mit insgesamt einer Million Euro fördert.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung will die Medizinischen Fakultäten und Uniklinika in Deutschland dabei unterstützen, ihren wissenschaftlich hochtalentierten jungen Ärztinnen und Ärzten ein geeignetes Umfeld zur Vertiefung ihrer Forschungsarbeiten zu ermöglichen. Die Nachwuchsforscherinnen und -forscher sollen in die Lage versetzt werden, als sogenannte Clinician Scientists klinische Tätigkeiten und wissenschaftliches Arbeiten in ihrer Berufstätigkeit zu verbinden. Dazu schrieb die Stiftung im vergangenen Jahr erneut die Finanzierung von bundesweit drei Forschungskollegien aus. Pro Forschungskolleg gibt es – verteilt auf drei Jahre – insgesamt eine Million Euro. Eine zweite Dreijahresperiode ist bei positiver Evaluation möglich.

Sechs Ärztinnen und Ärzte in Zweierteams

Eine der drei Förderzusagen ging kürzlich an die Würzburger Universitätsmedizin für das vorgeschlagene Forschungskolleg TWINSIGHT. An diesem sind neben dem Uniklinikum und der Universität weitere Würzburger Forschungseinrichtungen beteiligt. Eingereicht wurde das Projekt federführend von Prof. Dr. Bastian Schilling von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Uniklinikums Würzburg. Er erläutert: „Wir planen, dass in diesem Forschungskolleg sechs Ärztinnen und Ärzte in der frühen Phase ihrer akademischen Laufbahn jeweils als Tandems Freiräume zur Qualifizierung und interdisziplinären Forschung erhalten. Ein Kernelement ist dabei die Arbeit mit systemimmunologischen Ansätzen.“

Immunologische Prozesse mit modernen Technologien besser einordnen

Hintergrund: Immunologische Prozesse spielen für die Entstehung, den Verlauf und die Therapie von Autoimmun-, Infektions-, Herz-Kreislauf- und Tumorerkrankungen eine zentrale Rolle. „In der Patientenversorgung stellt jedoch zum einen die Vielfalt der immunologischen Prozesse eine Herausforderung dar. Zum anderen sprechen einzelne Patientinnen und Patienten sehr unterschiedlich auf gleiche Therapieansätze an“, berichtet Prof. Schilling. Nach seinen Angaben müssen daher individuelle Patientenprofile erkannt und in der Therapie berücksichtigt werden. Die Aufklärung solcher Fragen erfordere moderne Technologien, die jedoch noch nicht immer verfügbar seien. „Erschwerend kommt hinzu, dass selbst an Universitätsklinika die Ärzteschaft oftmals nur unzureichend mit diesen Technologien vertraut ist“, so Prof. Dr. Alma Zernecke-Madsen, stellvertretende Sprecherin des Kollegs. Die sechs Medizinerinnen und Mediziner des Forschungskollegs TWINSIGHT sollen helfen, diese Lücke zu schließen.

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert die medizinische Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Sie wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die Stiftung bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Mit einem jährlichen Fördervolumen von aktuell über 50 Millionen Euro ist sie eine der größten Medizin fördernden Stiftungen Deutschlands.

 

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Internationale Experten für Multiples Myelom treffen sich in Würzburg

Am 27. und 28. März dieses Jahres findet in Würzburg zum fünften Mal eine international hochkarätig besetzte Fachkonferenz zum aktuellen Wissensstand in der Bekämpfung des Multiplen Myeloms statt. Veranstalter ist die Medizinische Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg, deren Experten selbst zur weltweiten Spitzengruppe bei der Erforschung und Behandlung dieser bösartigen Untergruppe des Lymphknotenkrebses zählen.

Am 27. und 28. März 2020 trifft sich beim „5th Würzburg Myeloma Workshop“ ein weiteres Mal die US-amerikanische und europäische Forschungselite zum Wissensaustausch über das Multiple Myelom. Diese bösartige Erkrankung der Plasmazellen ist eine Untergruppe des Lymphknotenkrebses. Bei den meisten Patienten kann sie bislang nicht geheilt werden. Entsprechend hoch sind die internationalen Forschungsbemühungen.

„Für den ersten Konferenztag freuen wir uns auf eine interessante Mischung aus Vorträgen zur Pathogenese des Myeloms, zur Hochrisikoerkrankung sowie zu neuen Behandlungsstrategien“, kündigt Prof. Dr. Hermann Einsele an. Die von ihm geleitete Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) organisiert die in der „Szene“ bestens etablierte, englischsprachige Fachtagung.

Am zweiten Tag stehen dann personalisierte Aspekte der Behandlung auf dem Programm. „Außerdem erwarten wir fruchtbare Debatten zur Bedeutung der minimalen Resterkrankung und dem asymptomatischen Myelom“, kündigt Prof. Einsele an. Ferner werden neue Entwicklungen in der Immuntherapie diskutiert sowie die aktuellen und zukünftigen Protokolle der deutschen Myelom-Studiengruppen vorgestellt.

Die – kostenlose – Teilnahme am Würzburg Myelom Workshop steht Ärztinnen und Ärzten sowie Wissenschaftler/innen offen. Das detaillierte Programm inklusive der Anmeldekonditionen können als PDF abgerufen werden unter www.ukw.de/medizin2, Rubrik „Veranstaltungskalender“.

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Gesundheitsversorgung in Tansania verbessern: Neues Center am Start

Die Gesundheitsversorgung in der Region um Mwanza verbessern: Das ist Ziel eines neu gegründeten Centers an der Universität Würzburg. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung finanziert das Projekt mit 2,5 Millionen Euro.

„Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies Würzburg – Mwanza/Tansania“: So lautet der offizielle Name des neuen Centers, das Anfang Januar 2020 in Würzburg gegründet wurde. Es soll in den kommenden Jahren bestehende medizinisch-wissenschaftliche Aktivitäten einer Vielzahl von Institutionen in Würzburg und Mwanza in einem strukturierten und nachhaltigen Rahmen zusammenführen und ausbauen.

Konkret planen die beteiligten Einrichtungen unter anderem gemeinsame Forschungsprojekte, eine enge Zusammenarbeit in der klinischen Forschung sowie Austauschprogramme für Masterstudierende, Nachwuchskräfte in der Facharztausbildung sowie Doktoranden. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Aufbau eines gemeinnützigen Programms zur Bekämpfung der Schistosomiasis, einer um den Viktoriasee stark verbreiteten parasitären Krankheit.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) stellt dafür im Rahmen einer Sonderausschreibung in den kommenden fünf Jahren 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Stiftung fördert zwei solche Zentren; das andere ist an der Universität Halle-Wittenberg angesiedelt. Das Würzburger Center wurde bei einer Pressekonferenz im Senatssaal der Universität vorgestellt.

Viele Gründe für den Würzburger Antrag

In der Ausschreibung hat sich das Würzburger Projekt in einem starken Konkurrenzfeld mit insgesamt 78 Bewerbungen durchgesetzt. „Viele Gründe haben für Würzburg gesprochen“, so Dr. Judith von Heusinger, Leiterin des EKFS-Förderbereichs medizinisch-humanitäre Entwicklungszusammenarbeit. Unter anderem sei das die hohe Qualität der langjährigen Kooperation der Würzburger Partner gewesen.

Die Projektleitung hat die Medizinische Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU); Kooperationspartner in Würzburg sind das Universitätsklinikum Würzburg (UKW), das Missionsärztliche Institut und die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) e.V. Partnerorganisationen in Mwanza sind die Catholic University of Health and Allied Sciences und das Bugando Medical Center.

Jahrzehntelange Vorerfahrungen

Das neue Center muss seine Arbeit nicht bei Null beginnen. Es kann vielmehr auf den langjährigen Erfahrungen einer intensiven medizinisch-wissenschaftlichen Zusammenarbeit aufbauen, die sich parallel zur Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza in Tansania seit den 1960er-Jahren entwickelt hat. Es profitiert ebenfalls von den engen Kontakten zwischen den beteiligten Partnereinrichtungen, die in dieser Zeit entstanden sind.

Die langjährige Kooperation zwischen den beteiligten Einrichtungen sei von großem Vertrauen geprägt, sagte Professor Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät der JMU. Auch der Austausch von Medizinstudierenden laufe sehr gut: Seit 2008 haben rund 45 Studierende aus Mwanza einen Teil ihrer klinischen Ausbildung in Würzburg absolviert. Genauso viele Studierende der JMU haben im Gegenzug von einem Aufenthalt in Mwanza profitiert.

Aktivitäten werden strategisch gebündelt

Mit der Gründung des „Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies Würzburg – Mwanza/Tansania“ werden nun die unterschiedlichen Aktivitäten strategisch gebündelt und die Synergieeffekte zwischen den verschiedenen Initiativen deutlich besser genutzt.

Das erläuterte Oliver Kurzai, Professor für Hygiene und Mikrobiologie an der JMU und wissenschaftlicher Koordinator des neuen Zentrums. Es gehe vor allem um die Aus- und Weiterbildung von medizinischen Fachkräften und Studierenden, die Entwicklung eines gemeinsamen Studiengangs im Bereich Public Health, die Verbesserung der klinischen Versorgung der Bevölkerung im Krankenhaus und um eine verbesserte Gesundheitsversorgung sowie Public-Health-Kampagnen auf Community-Ebene rund um den Viktoriasee.

Über die Realisierung des einzigartigen neuen Zentrums freue er sich auch darum sehr, weil es in Deutschland bislang keine Fördermöglichkeiten für derartige Projekte gegeben habe, so Kurzai.

Ein Programm gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten

In der Region um Mwanza am Viktoriasee leben rund 16 Millionen Menschen – vor allem in von der Stadt entfernt gelegenen und oft nicht leicht zugänglichen Dörfern und auf Inseln vor Mwanza. Der Ausbau des Gesundheitssystems und der Infrastruktur vor Ort konnte mit dem schnellen Wachstum der Bevölkerung nicht Schritt halten. Das Fehlen von sanitären Einrichtungen, einer Basisinfrastruktur und Gesundheitsdiensten hat vor allem dazu geführt, dass viele dort lebende Menschen von armutsassoziierten vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs – Neglected Tropical Diseases) betroffen sind.

So leiden zum Beispiel über 70 Prozent an Schistosomiasis, einer durch Süßwasserkontakt übertragenen Wurminfektion, die unter anderem zu Schäden an Darm, Leber und Milz und im schlimmsten Fall zum Tod führt. Gemeinsam haben alle Projektpartner dort ein auf die Gemeinden ausgerichtetes, multidisziplinäres Programm zur Bekämpfung der Schistosomiasis, zur Gesundheitsaufklärung und zur Verbesserung der Medikamentenversorgung umgesetzt. Darüber berichteten bei der Pressekonferenz Dr. Christa Kasang vom DAHW und Dr. Andreas Müller vom Missionsärztlichen Institut.

Nicht nur die Bekämpfung der Schistosomiasis wird Bestandteil der Arbeit im Else Kröner Center sein. Denn über die akademischen Beziehungen und die Krankenhausmedizin hinaus sollen Gesundheitsprogramme integriert werden, von denen die Bevölkerung direkt profitiert. So werden beispielsweise auch die Diagnose und Behandlung weiterer NTDs wie des Glaukoms (Grüner Star) in den Fokus rücken. Über 300 Gesundheitsfachkräfte sollen dafür weitergebildet werden, die im Rahmen von Dorfkampagnen Erwachsene über NTDs aufklären.

Verbesserte Ausbildung medizinischer Fachkräfte

Darüber hinaus steht beispielsweise die verbesserte Ausbildung junger Akademiker und Kliniker sowie die Aus- und Weiterbildung von medizinischen Fachkräften zu unterschiedlichen Schwerpunkten im Vordergrund. Mindestens zehn Studierende der Humanmedizin werden an einem mehrwöchigen Austauschprogramm zwischen der JMU und der Catholic University of Health and Allied Sciences teilnehmen. Darüber hinaus wird ein Forschungsprogramm eingerichtet, das sich auf die Doktorandenausbildung konzentriert, um die medizinische Versorgung in Mwanza weiter zu verbessern. Und last, but not least werden Mitarbeiter der Kliniken in Mwanza und Würzburg an technischen Geräten geschult.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) – Forschung fördern. Menschen helfen.

Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Bis heute hat sie rund 1.930 Projekte gefördert. Mit einem jährlichen Fördervolumen von aktuell über 50 Millionen Euro ist sie die größte Medizin fördernde Stiftung Deutschlands. Weitere Informationen finden Sie unter: www.ekfs.de

 

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