Aktuelle Pressemitteilungen

Studie über Adipositas

Um neue Therapieverfahren für Menschen mit Adipositas zu gestalten, sucht ein Forschungsteam Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Studie.

 

Wer an der Studie teilnimmt, wird zu drei Terminen im Abstand von circa zwei Wochen an die Universität Würzburg eingeladen. Zuerst wird ein persönliches virtuelles 3D-Modell erstellt, ein Avatar. Beim zweiten und dritten Termin werden dann in einer virtuellen Umgebung Übungen mit dem Avatar durchgeführt. Bei allen drei Terminen sind Fragebögen auszufüllen. Sechs Wochen nach dem letzten Termin folgt eine Online-Nachbefragung.

Teilnehmen können Personen, die 18 Jahre oder älter sind und einen Body-Mass-Index von 30 oder mehr haben. Es dürfen keine gravierenden körperlichen Einschränkungen, keine psychischen Erkrankungen und keine Reiseübelkeit oder Simulationskrankheit vorliegen.

Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro.

Die Uni Würzburg führt die Studie gemeinsam mit der SRH Hochschule für Gesundheit Gera und der Technischen Universität München (TUM) durch. Interessierte können sich bei Kathrin Gemesi vom Institut für Ernährungsmedizin der TUM anmelden, kathrin.gemesi@ tum.de 

Webseite für Interessierte

Hintergrund zur Studie

Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts ViTraS, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Ziel ist es, neue Therapiekonzepte für Personen mit Adipositas zu entwickeln. Im Rahmen der ViTraS-Pilotstudie wird in einer virtuellen Umgebung die Wirksamkeit von Übungen zur Körperwahrnehmung und zum Körperbild untersucht.

Webseite des ViTraS-Projekts (englisch)

Philosophicum Herbipolense

Einladung - Sommersemester 2022 - Der Umgang mit Sterben und Tod in der Medizin heute und wie wir darüber sprechen

jeweils Do. 18.00 Uhr c.t. bis 20.00 Uhr 

Veranstaltungsort: Zentrum Innere Medizin Haus A3, 2. Stock, Seminarraum (A3. +2. 302) und auf ZOOM (Link s.u.)

hiermit möchte das Team des Würzburger Philosophicums Sie sehr herzlich zu unserer Veranstaltungsreihe im Sommersemester einladen. Unser Semesterthema widmet sich dem Thema des Sterbens und des Todes in der Medizin und unser Sprechen darüber. Das Semesterprogramm finden Sie in Anlage. Wir haben renommierte Referentinnen und Referenten gewinnen können, wie Dr. Shouman Datta, PhD vom MIT in Boston, Prof. Jakobs von der Universität Salzburg, Dr. Thomas Kapitza aus Germering/München, Prof. Dr. Michael Schmidt aus Würzburg und Frau Prof. Dr. Birgitt van Oorschot von der Universität Würzburg. Nähere Informationen zum Philosophicum, unser Konzept und die Vorträge von Prof. Dr. phil. Johannes Königshausen, Mitbegründer des Philosophicums, finden Sie unter www.ukw.de/philosophicum.

Die Veranstaltung findet sowohl in Würzburg an der Universitätsklinik statt als auch im digitalen Format, das wir beibehalten werden. Wir werden auch in diesem Semester nur einen Zoom Link verwenden. Die Vorträge werden am jeweiligen Termin auf ZOOM übertragen. Außerdem finden Sie sie auf dem Youtubekanal  des Würzburger Philosophicum unter dem Vorbehalt dass unsere Referentinnen und Referenten jeweils damit einverstanden sind.

Hiermit laden wir Sie zu unserer Auftaktveranstaltung ein:

Do., 28.04.2022  18.00 c.t. - 19.45 Uhr

Referent: Prof. Dr. med. Thomas Bohrer (Klinikum Kulmbach, Akademisches Lehrkrankenhaus der Friedrich-Schiller-Universität Jena) 

Titel des Vortrags: Alles Philosophieren ist Sterben lernen 

Prof. Dr. Thomas Bohrer hält einen kurzweiligen Vortrag zu medizinphilosophischen Hintergründen unseres Semesterthema und schlägt einen Bogen zur Situation in der Klinik und medizinischen Praxis heute.

Allgemeine Informationen zum Philosophicum: Studierende, Philosophen, Mediziner, Ärzte und Interessierte reflektieren und diskutieren das Schwerpunktthema transdisziplinär mit Bezug zu Praxis, Klinik, Forschung und verwandten Fächern. Die Veranstaltungen sind bewusst interaktiv gehalten und schließen neben dem Vortrag eine offene Diskussion ein. 

Sie können sich auch unserer Meetup-Gruppe unter https://www.meetup.com/de-DE/wuerzburger-philosophicum anschließen. Dort können sich Interessentinnen*en des Würzburger Philosophicums austauschen und über die Veranstaltungen und medizinphilosophische Themen diskutieren. Sie finden hier außerdem alle Veranstaltungen, die in diesem Semester stattfinden und werden, wenn Sie unserer Gruppe beitreten, über den Newsletter über weitere Veranstaltungen informiert. 

 

Über Ihre Teilnahme und Mitwirkung an der Diskussion freut sich sehr

Ihr Philosophicumsteam -

Carla Winter, Judith Kleiss, Hannah Gauger, Charlotte Göttmann, Gloria Griebel, Harriet Hahn, Antonia Mortsch, Camilla, Michael Gabler, Till Gallasch, Valentin Metzner, Hans Aster, Jonas Daub, Michael Schmidt, Johannes Königshausen und Thomas Bohrer  

Würzburger Philosophicum lädt Sie zu unserem geplanten Zoom-Meeting ein.

Zoom-Meeting beitreten (falls der Link nicht funktioniert, bitte copy + paste und in Browser einfügen)

https://uni-wuerzburg.zoom.us/j/9668056515?pwd=eHFxQ205bUJhR3ZUa1B6N0JGOTdFZz09 

Meeting-ID: 966 805 6515
Passwort: 123
Schnelleinwahl mobil
+493056795800,,9668056515#,,#,123# Deutschland
+496950502596,,9668056515#,,#,123# Deutschland

Einwahl nach aktuellem Standort       
+49 30 5679 5800 Deutschland       
+49 695 050 2596 Deutschland       
+49 69 7104 9922 Deutschland

Meeting-ID: 966 805 6515
Passwort: 123
Ortseinwahl suchen: https://uni-wuerzburg.zoom.us/u/abm91FCkE  

Über SIP beitreten
9668056515@ zoomcrc.com  

Über H.323 beitreten
162.255.37.11 (USA Westen)
162.255.36.11 (USA Osten)
213.19.144.110 (Amsterdam Niederlande)
213.244.140.110 (Deutschland)
Passwort: 123
Meeting-ID: 966 805 6515

Über Skype for Business beitreten
uni-wuerzburg.zoom.us/skype/9668056515 

Information zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten: https://go.uniwue.de/zoom-privacy  
Impressum: https://go.uniwue.de/jmu-contact 
Erklärung zur Barrierefreiheit: https://go.uniwue.de/zoom-a11y 

 

Link zum Plan Philosophicum

Ganzkörperscan in wenigen Sekunden

Präzise Bilder aus dem Inneren des Körpers in Sekundenschnelle bei halber Strahlendosis liefert der neue von der DFG geförderte Photonenzählende-Computertomograph am Uniklinikum Würzburg

 

Das Team, das am Photonenzaehlenden Computertomografen forscht.
Das Forschungsteam vor dem Photonenzählenden-CT am Uniklinikum Würzburg: (hinten v.l.n.r) Dr. Henner Huflage, Prof. Dr. Thorsten Bley und PD Dr. Bernhard Petritsch, (vorn) Dr. Jan Peter Grunz und MTRA Ina Fiku. © Daniel Peter
Das Bild zeigt eine CT-Aufnahme des Herzens und der Herzkranzgefäße
Der Photonenzählende-Computertomograph ermöglicht hochaufgelöste CT-Aufnahmen der Herzkranzgefäße innerhalb nur eines Herzschlags, mit geringer Kontrastmittel- und Strahlendosis.

Professor Dr. Thorsten Bley können seine Mitarbeiter seit Dezember 2021 jeden Tag aufs Neue überraschen. Sei es mit einem Bild vom Herzen, der Wirbelsäule oder dem Innenohr. Die Röntgenaufnahmen, die der neue Computertomograph (CT) des Uniklinikums Würzburg (UKW) macht, sind gestochen scharf. „Feinste Strukturen von Steigbügel, Hammer und Amboss im Ohr, die wir im herkömmlichen CT oft nur unscharf sehen, sind exakt dargestellt, ohne ein Bildrauschen. Wir können die kleinen Seitenäste der Herzkrankgefäße erkennen, Ablagerungen in der Gefäßwand darstellen und sogar eingebrachte Gefäßstützen, sogenannte Stents untersuchen. Selbst Tumorzellnester im Knochenmark lassen sich im neuen CT erkennen“, schwärmt der Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und liefert sogleich die Erklärung für diese noch nie da gewesene Präzision und Auflösung: „Weil der Detektor des neuen CT jedes einzelne Photon zählt, das durch den Körper geschickt wird und nicht wie seine Vorgänger die Röntgenquanten in einem Lichtstrahl bündelt.“

Zur Forschung verpflichtet

Dabei sei das herkömmliche CT-Force am UKW bis gestern das stärkste und allerbeste auf dem Markt gewesen. Es kommt auch weiterhin in der klinischen Bildgebung zum Einsatz. Denn der Photonenzählende-CT ist ein Forschungsgroßgerät, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft nach Artikel 91b Grundgesetz zur Hälfte gefördert wird. „In den nächsten fünf Jahren haben wir die Verpflichtung, mit dem Gerät das zu tun, wofür wir am Universitätsklinikum arbeiten: im Sinne unserer Patientinnen und Patienten forschen!“, betont Bley. Der photonenzählende CT wird zunächst vermehrt in den Spezialgebieten onkologische und kardiovaskuläre Bildgebung zum Einsatz kommen. Acht prospektive Studienanträge wurden bereits bei der Ethikkommission eingereicht. Weitere werden kommen, so Bley.

Bessere Bilder in wenigen Sekunden bei halber Strahlendosis

Bei den Studien handelt es sich um Patientenanwendungsstudien. Im Fokus steht neben der besseren Bildqualität die reduzierte Dosis an Röntgenstrahlen pro Untersuchung. Die sei Bley zufolge frappierend. Die Strahlendosis ist in günstigen Fällen halbiert, aber auch in ungünstigen Fällen ist sie deutlich geringer als im herkömmlichen CT. Ein weiterer Vorteil des photonenzählenden CT ist die Schnelligkeit der Untersuchung. „Wir können einen Ganzkörperscan in wenigen Sekunden durchführen. Der Tisch, auf dem der Patient liegt, fährt 76 Zentimeter pro Sekunde. Der Patient merkt gar nicht, dass er schon fertig ist“, schildert Bley. Das sei gerade für kurzatmige Patienten ein großer Gewinn. Statt 15 oder 20 Sekunden müssen sie nun nur noch fünf Sekunden die Luft anhalten.

Unvorstellbare Dichte an Informationen auf kleinem Raum

Ein Haken hat die Sache allerdings – noch. Die Auswertung der Bilder dauert vergleichsweise lang. Aufgrund der hohen Datenmenge muss man bisweilen eine Dreiviertelstunde warten bis alle Bildinformationen berechnet wurden. Kein Wunder. Schließlich treffen im Detektor, an dem Siemens übrigens 20 Jahre lang getüftelt hat, 200 Millionen Photonen pro Sekunde auf einen Quadratmillimeter. Die Photonen werden nicht nur einzeln gezählt, sondern auch hinsichtlich ihrer verschiedene Energien unterteilt. Das dauert. Mit eben dieser spektralen Informationen lässt sich das durchstrahlte Material unterscheiden und man erhält Informationen, die sonst nur mit aufwändigeren Untersuchungen im Magnetresonanztomographen (MRT) oder Positronen-Emmissions-Tomographen möglich wären. „Wir können also nicht mehr nur Knochen von Luft, Wasser oder Fettgewebe unterscheiden, da sie mehr Photonen absorbieren, wir können nun auch Sehnen sehen und bösartige Zellnester im Knochenmark erkennen. Wir können zum Beispiel erkennen, ob das natürliche Fettmark von Tumorzellen ersetzt wurde und somit die Infiltration von multiplen Myelomzellen bewerten“, legt Bley dar.

Bessere Diagnostik und Behandlung in Onkologie und Kardiologie

Begeisterung für die Möglichkeiten die das neue CT mit sich bringt empfindet auch Dr. Jan-Peter Grunz. „Tumore könnten frühzeitiger und besser erkannt werden, Grenzen zu gesundem Gewebe können exakter dargestellt werden, was unseren klinischen Partnern in der Chirurgie und auch der Strahlentherapie hilft.“ Mit letzterer sind bereits gemeinsame Studien in der Planungsphase. Aber nicht nur im onkologischen Bereich sieht Grunz große Vorteile im neuen CT, sondern auch in der Darstellung von knöchernen Strukturen. 

Große Hoffnung setzt auch PD Dr. Bernhard Petritsch ins neue CT. Der leitende Oberarzt der Kardiovaskulären Bildgebung hat sich schon lange intensiv mit dem Gerät auseinandergesetzt. „Wir kooperieren bereits seit Jahren mit dem Hersteller Siemens und forschen vor allem zu kardiovaskulären Themen, zum Beispiel an Koronarangiographien oder Stent-Darstellungen. Durch diese enge Kooperation hatten wir die Möglichkeit, schon früh im Labor am Prototypen des photonenzählenden CT zu arbeiten“, berichtet Petritsch. Förmliche Begeisterung empfindet der Radiologe beim Thema Auflösung: „Wir können bis zu 0,2 mm dünne Schichten aufnehmen, die uns kleinste Veränderungen mit einer unglaublichen Detailschärfe erkennen lassen. So können wir Verengungen in den Blutgefäßen, so genannte Stenosen besser erkennen und einschätzen. Mehr noch: Wir können die Art und Größe der Gefäßwandablagerungen abschätzen und prüfen, ob und wo ein Stent sinnvoll sein kann.“ Besonders stolz ist Petritsch auf die Leistungen, die sein Team bezüglich der Darstellung von Stents erzielen konnte. „Mit dem neuen CT Gerät können wir in das innere von Stents hineinschauen und so Patientinnen und Patienten in Zukunft möglicherweise invasive Eingriffe ersparen“, so Petritsch.

Aufgrund der Vorerfahrungen am Prototypen und publizierten Studien wurde der Förderantrag von der DFG positiv beschieden. Seit November 2021 steht das Großgerät im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKW, seit Dezember ist es in Betrieb. „Es war etwa das zwanzigste weltweit. Inzwischen wird es weitere geben“, schätzt Bley. „Doch unser CT ist bislang das einzige Forschungsgerät, das von der DFG gefördert wird.“

Mit Forschung den Weg bereiten

Bley ist froh, dass sein Team das CT für reine Forschungszwecke nutzen darf. „Der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn ist mit unserem dezidierten Forschungsgerät mutmaßlich höher. Denn wir können uns die Zeit nehmen, die die Rekonstruktion der spektralen Daten nach unserem Algorithmus fordert, um die maximale Aussagekraft aus den Daten zu gewinnen. Als klinisches Routinegerät müssten wir 40 bis 50 Patientinnen und Patienten pro Tag scannen. Die Auflösung wäre zwar hoch, die Strahlendosis ebenso gering, aber die spektralen Informationen hätten wir nicht.“

Die Technologie werde sich in Zukunft durchsetzen, ist sich Bley sicher. Die hohe Auflösung bei verbessertem Komfort für die Patientinnen und Patienten dank kürzerer Scanzeit, niedriger Strahlendosis und potentiell geringeren Nebenwirkungen sowie die Kosteneinsparungen im Vergleich zu MRT und PET sprechen dafür, dass der Photonen zählende CT in den klinischen Alltag der Radiologie Einzug hält. Und am einzigen Minuspunkt, der zeitintensiven Rekonstruktion der Bilder wird mit Hochdruck gearbeitet. Ein baldiges Software-Update soll die Zeit dann halbieren.

 

Ein Porträt über die medizinisch-technische Radiologieassistentin Ina Fiku finden Sie in der Reihe WomenInScience.  

 

Malteser und Uniklinikum Würzburg: Gemeinsame medizinische Hilfsaktion für die Ukraine

In einer gemeinsamen Aktion der Malteser und des Instituts für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg wurden Anfang April dieses Jahres dringend benötigte Medikamente an die ukrainische Grenze geliefert.

: Alexandra Greser vom Institut für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg (links) und Sabine Apell vom den Maltesern Würzburg zusammen mit dem ukrainischen Mittelsmann.
Bei der Übergabe der Medikamente für die westukrainische Stadt Uschhorod: Alexandra Greser vom Institut für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg (links) und Sabine Apell vom den Maltesern Würzburg zusammen mit dem ukrainischen Mittelsmann. Bild: Joachim Gold / Malteser

Von Seiten des Instituts für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg (UKW) besteht ein persönlicher Kontakt zu Prof. Dr. Pavlo  Kolesnyk, der an der Universität der westukrainischen Stadt Uschhorod ein Institut für Allgemeinmedizin und ambulante Pflege leitet. Die an der slowakischen Grenze gelegene Kommune hat seit Beginn des Krieges eine hohe Zahl an Flüchtlingen aus der Nord- und Ostukraine aufgenommen. „Nach den Informationen von Prof. Kolesnyk ist die medizinische Versorgung dieser Menschen kaum zu bewältigen, es fehlen einfache Medikamente wie zum Beispiel Blutdruckmittel oder Schilddrüsenhormone, genauso aber auch Schmerzmittel und Antibiotika“, berichtet Prof. Dr. Anne Simmenroth, eine der beiden Direktorinnen des Instituts für Allgemeinmedizin des UKW. Sie fährt fort: „Vor diesem Hintergrund hat Prof. Kolesnyk im Rahmen der Europäischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin WONCA-Europe eine Initiative gestartet, an der sich auch unser Institut beteiligt hat.“

Medikamente und Küchenutensilien geliefert

So brachten Anfang April dieses Jahres Joachim Gold, der Stadtbeauftragte der Malteser in Würzburg, und seine Kollegin Sabine Apell sowie die Ärztin Alexandra Greser vom Institut für Allgemeinmedizin in einer 13-stündigen Fahrt eine Medikamentenspende direkt an die ukrainische Grenze. Das Transportfahrzeug stellten die Malteser in Würzburg. Aus Spenden der Stadt Würzburg hatte Joachim Gold die von Prof. Kolesnyk übermittelten fehlenden Medikamente im Wert von 10.000 Euro erworben. Zusätzlich benötigte Küchenutensilien kaufte das Team auf der Fahrt in Ungarn. Die gesamte Lieferung wurde an der ungarisch-ukrainischen Grenze in Beregsurány an einen Mittelsmann übergeben.

„Wir sehen in dieser Aktion ein gutes Beispiel flexibler, unkomplizierter Zusammenarbeit und eine gelungene Verzahnung verschiedener Organisationen“, freut sich Prof. Simmenroth.

: Alexandra Greser vom Institut für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg (links) und Sabine Apell vom den Maltesern Würzburg zusammen mit dem ukrainischen Mittelsmann.
Bei der Übergabe der Medikamente für die westukrainische Stadt Uschhorod: Alexandra Greser vom Institut für Allgemeinmedizin des Uniklinikums Würzburg (links) und Sabine Apell vom den Maltesern Würzburg zusammen mit dem ukrainischen Mittelsmann. Bild: Joachim Gold / Malteser

"Das Forschungsprofil weiter schärfen": Interview mit Medizin-Dekan Prof. Dr. Matthias Frosch

In der aktuellen Ausgabe des UKW-Magazins spricht Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät, u.a. über das neue Forschungsprofil der Würzburger Universitätsmedizin.

Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät.
Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät. Foto: Daniel Peter / Uniklinik Würzburg

Im kommenden Jahr startet die nächste Runde der Exzellenzstrategie. Dabei wird auch das neue Forschungsprofil der medizinischen Fakultät eine wichtige Rolle spielen. Den Prozess hinter den neuen Profilbereichen erklärt Dekan Prof. Dr. Matthias Frosch im Interview.

 

Herr Prof. Frosch, seit Anfang 2021 sind Sie der erste hauptamtliche Dekan der Medizinischen Fakultät. Seit 2006 haben Sie das Amt nebenamtlich ausgeübt. Was hat sich für Sie geändert?

Prof. Frosch:

Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit lag auch vor 2021 schon überwiegend im Medizinischen Dekanat, jetzt kann ich mich im Hauptamt noch intensiver meinen Aufgaben für die Fakultät widmen. In der hauptamtlichen Funktion ist auch die Unabhängigkeit größer, das tut dem Amt sicher gut. Meine Aufgaben sehe ich darin, die besten Köpfe für die Würzburger Universitätsmedizin zu gewinnen, Impulse zu geben für die strukturelle und die strategische Ausrichtung unserer Fakultät. Es geht auch darum, Netzwerke zu bilden und sich thematisch klug, mit zukunftsgerichteten Fragestellungen und Technologien aufzustellen. Und die Förderung unseres wissenschaftlichen Nachwuchses in der Medizin ist mir ein ganz besonderes Anliegen. Hier haben wir in den letzten Jahren sehr viel erreicht.

 

Die aktuelle und künftige strategische Ausrichtung zeigt sich auch in den neuen Profilbereichen der Fakultät. Wie kam es zu dieser neuen Schwerpunktsetzung?

Prof. Frosch:

Der fakultätsinterne Strategieprozess startete 2019 und wurde sehr breit von der Professorenschaft unserer Fakultät getragen. Das empfand ich als außergewöhnlich. Zwar wurde der Prozesse extern begleitet, aber das große Engagement vieler Kolleginnen und Kollegen und auch die Offenheit in dem Prozess, neu und über die eigenen wissenschaftlichen Themen und Schwerpunkte hinaus zu denken, sind für mich die entscheidenden Erfolgsfaktoren. Zudem war der Handlungsdruck deutlich spürbar: zum Beispiel haben wir unser großes Potenzial bei der Einwerbung von Sonderforschungsbereichen nicht voll ausgeschöpft. Bei aller individuellen fachlichen Exzellenz fehlte uns als Fakultät im nationalen Vergleich ein erkennbares Alleinstellungsmerkmal. Deswegen war der Prozess zur Entwicklung einer neuen Forschungsstrategie so wichtig.

 

Die neue Forschungsstrategie ist nun ein völlig neuer Ansatz anstelle der früheren Schwerpunkte, die sehr fachspezifisch orientiert waren…

Prof. Frosch:

Genau. Mit den neuen Profilbereichen können wir klassische fachspezifische Abgrenzungen überwinden und Interdisziplinarität fördern. Mit unseren drei neuen Profilbereichen „Zelluläre Heterogenität“, „Komplexität im Gewebe und System-/Netzwerkerkrankungen“ schaffen wir einerseits einen fachübergreifenden Rahmen, gleichzeitig bleibt aber der Freiraum für exzellente fachspezifische Forschung erhalten. Wir haben die drei Profilbereiche im Wirkungsfeld von den molekularen Mechanismen bis zur Translation graphisch als „Forschungs-Diamanten“ dargestellt. Dieses Prinzip der neuen Profilbereiche prägt schon jetzt den jüngsten SFB „Cardio-Immune Interfaces“ unter der Leitung von Prof. Stefan Frantz oder das vom BMBF geförderte Advanced Clinician Scientist Programm „Interfaces in Translational Research (INTERACT)“. Diese Förderungen sind eine schöne Bestätigung für diesen Ansatz und machen Mut.

 

Die neuen Profilbereiche werden auch in der kommenden Runde der Exzellenzstrategie eine große Rolle spielen?

Prof. Frosch:

Davon gehe ich aus, aber natürlich geht es hier auch um unsere langfristige Strategie und Standortentwicklung. Für die Exzellenzstrategie müssen im kommenden Jahr Anträge fertig gestellt sein. Daran wird mit großer Intensität gearbeitet. Und fest steht schon jetzt: Die medizinische Fakultät Würzburg wird sich hier mit mehr als einem Antrag einbringen.

 

Sie sind seit fast drei Jahren auch Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT). Ein sehr arbeitsintensives Thema war und ist die neue Approbationsordnung. Wie ist hier der Stand?

Prof. Frosch:

Die neue Approbationsordnung wird kommen. Die alte Bundesregierung hatte es nicht mehr geschafft, die Ordnung auf den Weg zu bringen, vor allem deswegen, weil die Finanzierung der Umsetzung nicht mehr mit den Bundesländern geklärt werden konnte. Nun ist die neue Bundesregierung gefordert. Denn die Umsetzung wird sehr teuer, weil das Medizinstudium fundamental verändert wird. Mit dem sogenannten Z-Curriculum werden die Grenzen von Vorklinik und Klinik komplett aufgebrochen, die Lehrinhalte werden neue Themenfelder umfassen, wie digitale Kompetenzen, Wissenschaftskompetenz, ambulante Medizin, Interprofessionalität. Wir werden als Fakultät aber auch erstmals die Möglichkeit haben, eigene Schwerpunkte zu setzen und unser wissenschaftliches und klinisches Profil auch in der Medizinischen Lehre abzubilden. Wie die Entwicklung der neuen Forschungsstrategie wird die Umsetzung der neuen Approbationsordnung zur Fakultätsentwicklung beitragen.

Ein anderer Schwerpunkt unserer Arbeit im MFT in den vergangenen beiden Jahren war die Corona-Pandemie: die Fakultäten haben alles daran gesetzt, die Ausbildung trotz aller Einschränkungen und Kontaktbeschränkungen zu gewährleisten und dafür Sorge zu tragen, dass alle Studierenden ohne Zeitverluste studieren, bzw. das Studium beenden konnten. Dank des großartigen Einsatzes aller Dozierenden – auch hier in Würzburg und hier auch Dank des riesigen Engagements unserer Studiendekanin Frau Prof. König – ist uns dies auch hervorragend gelungen. Der MFT war intensiv mit den Ministerien, insbesondere mit dem Bundesgesundheitsministerium im Austausch. Denn die Approbationsordnung musste auch aufgrund der Pandemie angepasst und Abweichungen in der Ausbildung zugelassen werden. 

 

Blicken wir nochmal nach Würzburg. Welche Themen müssten aus Ihrer Sicht noch stärker angegangenen werden?

Prof. Frosch:

Wir müssen die digitale Infrastruktur weiter ausbauen, damit wir die Forschungsdaten sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die klinische Forschung noch besser für den medizinischen Fortschritt nutzbar machen können. Das geht leider nicht auf Knopfdruck und es kostet Geld. Gleichzeitig haben wir schon jetzt Strukturen, die für viele Forschungsinitiativen essentiell sind, wie etwa die Biobank, die finanziell abgesichert werden müssen. In Anbetracht der stagnierenden Mittelzuweisungen des Freistaats und der faktisch aufgrund von Inflation und Tarifsteigerungen jährlichen Haushaltskürzungen im Bereich Forschung und Lehre ist es eine riesige Herausforderung diese für die medizinische Forschung wichtige Infrastruktur zu betreiben, zugleich die Nachwuchsförderung zu finanzieren und exzellente Forschung zu unterstützen. Für eine angemessene finanzielle Ausstattung der Fakultät zu kämpfen, ist leider auch Teil meines Tagesgeschäfts. Aber es gibt auch positive Entwicklungen: aktuell laufen die Vorbereitungen für den Umbau der alten Medizinischen Klinik im Gebäude D20, in das nach einer mehrjährigen Grundsanierung das Institut für Anatomie und Zellbiologie ziehen wird. Wir sind damit auf einem guten Weg, unser Campus-Konzept umzusetzen und z.B. auch mit dem Neubau für das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung auf dem ehemaligen Lukra-Gelände einen medizinischen Forschungs- und Lehrcampus, entstehen zu lassen, der sich sehen lassen kann!

 

Das Gespräch führte Stefan Dreising.

 

Drei neue Profilbereiche der Würzburger Universitätsmedizin: Was steckt hinter den Begriffen?

 

„Zelluläre Heterogenität“

Die Gewebe und Organe des menschlichen Körpers sind aus einer Vielzahl unterschiedlicher Zellen aufgebaut. Modernste technische Entwicklungen im Bereich der Einzelzellanalyse haben in den letzten Jahren gezeigt, dass scheinbar „identische“ Zellen aus einem Spektrum heterogener Subtypen bestehen, welche eine große Bandbreite an unterschiedlichen Funktionen aufweisen: Jüngste Forschungsergebnisse zum Beispiel aus dem Bereich der Immuntherapie und Geweberegeneration legen nahe, dass es oft nur wenige, spezialisierte Zellen sind, welche Krankheitsprozesse steuern können und dadurch im Fokus von Therapieansätzen stehen.

 

„Komplexität im Gewebe“

Gewebe sind Ansammlungen differenzierter Zellen, die eine gemeinsame Funktion erfüllen. Das komplexe Zusammenspiel unterschiedlicher Zelltypen, extrazellulärer Matrixkomponenten und die Interaktion mit Umweltfaktoren und Mikroorganismen auf der Grundlage molekularer Veränderungen ist essenziell für Funktionen des menschlichen Körpers. Durch Störungen der Interaktion und Kommunikation im komplexen Gewebeverband, z.B. durch Tumorzellen entstehen Krankheiten.

 

„System-/Netzwerkerkrankungen“

In höher entwickelten Organismen regulieren miteinander vernetzte Systemfunktionen interne Prozesse und die Reaktion auf externe Einflüsse. Dysregulation innerhalb dieser Netzwerke kann zu komplexen Erkrankungen führen, deren erfolgreiche Therapie von dem Verständnis der zugrundeliegenden, systemischen Mechanismen und Interaktionen abhängt. Ein detailliertes Verständnis der Kommunikationsprozesse zwischen Organsystemen und zwischen Umwelt und Organismus ermöglicht die Identifizierung von Kausalzusammenhängen biologischer Prozesse und somit ein mechanistisches Verständnis komplexer Pathophysiologie. 

Das komplette Magazin gibt es hier.

 

Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät.
Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät. Foto: Daniel Peter / Uniklinik Würzburg

Die neue Ausgabe von klinikum & wir ist da
Titelbild der aktuellen Ausgabe "Klinikum & wir"
Das Titelbild der aktuellen Ausgabe.

An keinem anderen Krankenhaus in Deutschland wurden im Jahr 2021 mehr Gewebe gespendet, wie am Uniklinikum Würzburg (UKW). Ausgehend von diesem Rekord widmet sich das Topthema von klinikum & wir auch den anderen „Geschenken der Mitmenschlichkeit“ am UKW: Organ-, Stammzell- und Blutspenden.

48 Seiten mit vielfältigen Nachrichten aus der facettenreichen Lebenswelt der Würzburger Universitätsmedizin – das bietet die kürzlich erschienene Ausgabe 1/2022 von klinikum & wir. So beleuchtet das vom Uniklinikum Würzburg herausgegebene Magazin zum Beispiel in seinem Topthema die aktuelle Situation bei Gewebe-, Organ- und Blutspenden an Unterfrankens Krankenhaus der Maximalversorgung.

An keinem anderen Krankenhaus in Deutschland wurden im Jahr 2021 mehr Gewebe gespendet, wie am Uniklinikum Würzburg (UKW). Ausgehend von diesem Rekord widmet sich das Topthema von klinikum & wir auch den anderen „Geschenken der Mitmenschlichkeit“ am UKW: Organ-, Stammzell und Blutspenden. Die Ausgabe 1/2022 des quartalsweise erscheinenden, kostenlosen Magazins der Universitätsmedizin Würzburg kann jetzt als Webreader online gelesen werden unter www.ukw.de/fileadmin/uk/portal/Webmagazine/klinikum-und-wir/2022-01/webmagazin.

Die reich bebilderte Publikation spannt einen weiten inhaltlichen Bogen: von erfreulichen Personalia über zahlreiche Berichte zu aktuellen Studien und ein Interview zum zukünftigen Forschungsprofil der medizinischen Fakultät bis zum Blick in einen Bergschubraum der Zentren für Operative und Innere Medizin. 

Titelbild der aktuellen Ausgabe "Klinikum & wir"
Das Titelbild der aktuellen Ausgabe.

Online-Infoabend zu familiärem Eierstockkrebs am 27. April

Bei der kostenlosen Veranstaltung stehen acht Expertinnen und Experten neben ihren Fachvorträgen auch für individuelle Fragen zu erblich bedingtem Ovarialkarzinom zur Verfügung.

Dr. Tanja Schlaiß im gespräch.
Zu den Referentinnen des Online-Infoabends gehört Privatdozentin Dr. Tanja Schlaiß, die Koordinatorin des FBREK Würzburg. Bild: Daniel Peter / Uniklinikum Würzburg

Am Mittwoch, den 27. April 2022, lädt das Familiäre Brust- und Eierstockkrebszentrum Würzburg Betroffene, Angehörige und sonstig Interessierte zu einem virtuellen Informationsabend ein. Bei der kostenlosen Veranstaltung stehen acht Expertinnen und Experten neben ihren Fachvorträgen auch für individuelle Fragen zu erblich bedingtem Ovarialkarzinom zur Verfügung.

„In fünf bis zehn Prozent der Fälle von Brust- und Eierstockkrebs handelt es sich um Erkrankungen, die familiär gehäuft auftreten“, berichtet Prof. Dr. Achim Wöckel. Der Direktor der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) fährt fort: „Betroffene sollten sich dazu möglichst in einer spezialisierten Einrichtung beraten lassen.“ Eine solche Einrichtung ist das schon seit 1996 vom UKW betriebene und kürzlich von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Familiäre Brust- und Eierstockkrebszentrum (FBREK) Würzburg. Es fungiert als Anlaufstelle für Frauen aus dem Raum Nordbayern und aus benachbarten Gebieten.

Am Mittwoch, den 27. April 2022, gibt eine Online-Veranstaltung allen Interessierten einen Einblick in die Tätigkeiten des FBREK Würzburg. Im Fokus steht diesmal das familiär bedingte Ovarialkarzinom. Ab 18:00 Uhr erklären acht Expertinnen und Experten, wann der Verdacht auf eine familiäre Risikosituation vorliegt, wer sich wann und wie testen lassen sollte und was im Fall des Falles die therapeutischen Konsequenzen sind.

Nach den drei Vorträgen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ihre individuellen Fragen mit den Fachleuten zu diskutieren.

Die Veranstaltung nutzt die Plattform Zoom. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung bis 26. April 2022 bei Michaela Roth von der Würzburger Universitäts-Frauenklinik erforderlich unter E-Mail: roth_m@ukw.de.

Das detaillierte Programm findet sich unter www.ukw.de/frauenklinik

 

Dr. Tanja Schlaiß im gespräch.
Zu den Referentinnen des Online-Infoabends gehört Privatdozentin Dr. Tanja Schlaiß, die Koordinatorin des FBREK Würzburg. Bild: Daniel Peter / Uniklinikum Würzburg