Würzburg. Mia-Sophie ist gerade einmal zwei Tage alt und schon jetzt ein kleiner Star auf der Geburtsstation des Uniklinikums Würzburg (UKW). Sie ist das dreihundertste Baby, das an der Geburtskohortenstudie MIAI teilnimmt. Das Akronym steht für „Maturation of Immunity Against Influenza”. Das Studienteam um Prof. Dr. Dorothee Viemann möchte mithilfe der gesammelten Daten, Untersuchungsergebnisse und Bioproben der Babys Faktoren identifizieren, die die Reifung des Immunsystems fördern, und herausfinden, warum manche Kinder anfälliger für schwere Virusinfektionen sind als andere. Das Ziel besteht darin, schwere virale Atemwegserkrankungen zu verhindern. Diese sind nach wie vor ein großes weltweites Problem und verursachen zahlreiche Erkrankungen und Todesfälle. Ein besseres Verständnis dieser Reifungsprozesse wird künftig die Entwicklung evidenzbasierter Empfehlungen und gezielter Maßnahmen ermöglichen, mit denen sich Kinder besser gegen Viren wehren können.
Körperliche Untersuchung, Abstriche, Stuhlprobe
Mia-Sophie und die 299 weiteren MIAI-Kinder leisten deshalb einen wichtigen Beitrag mit ihren Informationen. So nahm Studienärztin Dr. Judith Wohlleben zwei Tage nach der Geburt von Mia-Sophie mit dem Einverständnis der Eltern Lisa-Marie und Michael, Abstriche in der Nase, im Rachen und auf der Haut. Darüber hinaus untersuchte die Ärztin den Muskeltonus des Säuglings und hörte Herz und Lunge ab. Da im Rahmen der U2-Vorsorgeuntersuchung ohnehin Blut für ein Stoffwechselscreening abgenommen wird, bittet das Studienteam darum, auch eine geringe Menge Blut für die MIAI-Studie gewinnen zu dürfen. Außerdem werden Proben von Mia-Sophies erstem Stuhlgang sowie von der Muttermilch genommen. Hinzu kommen einige Fragebögen zu den Themen Schwangerschaft, Geburt, Gesundheit der Familie und Lebensumstände.
Kohorte wurde auf fünf Jahre verlängert und um weitere Landkreise erweitert
In vier Wochen wird das Studienteam Mia-Sophie zur nächsten Untersuchung und Entnahme weiterer Proben in der Studienambulanz der Kinderklinik wiedersehen. Wenn Mia-Sophie ein halbes Jahr, ein Jahr und fünf Jahre alt wird, werden weitere Einladungen folgen. Das Screening zum fünften Geburtstag ist neu. Ebenso wie der erweiterte Radius der Kohorte. Denn jetzt dürfen auch Familien aus dem Umland in die Studie aufgenommen werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Kinder am UKW geboren werden und zu den Untersuchungen in die Kinderklinik kommen.
Beitrag zur Forschung, zum Gemeinwohl und zur Verbesserung der Prävention und Versorgung
Die MIAI-Studie hat gerade ihren vierten Geburtstag gefeiert und genießt große Akzeptanz. Viele Familien nehmen teil, um die Forschung des kindlichen Immunsystems zu unterstützen und somit langfristig die Gesundheit zukünftiger Generationen zu fördern. Auch für die Eltern von Mia-Sophie stand die Teilnahme außer Frage. Ihr Vater Michael ist selbst Wissenschaftler und weiß, wie wertvoll die Beiträge der Bürgerinnen und Bürger für die Forschung sind.
Links:
Studienwebseite: Universitätsklinikum Würzburg: Kinderklinik: Translationale Pädiatrie - MIAI-Studie: Geburtskohortenstudie zur Reifung des Immunsystems
PM zum vierten Geburtstag: Universitätsklinikum Würzburg: MIAI feiert vierten Geburtstag und verlängert Nachbeobachtung bis zum fünften Lebensjahr
PM zum 200. Baby: Universitätsklinikum Würzburg: Schon zweihundert MIAI-Babys
PM zum 100. Baby: Universitätsklinikum Würzburg: Selina ist das 100ste MIAI-Baby