Würzburg. Rund 1.100 angemeldete Teilnehmende aus Deutschland und dem benachbarten Ausland konnte das „Würzburger Forum Bevölkerungsschutz“ am 10. Januar verzeichnen – ein Rekord in der Geschichte der interdisziplinären Veranstaltung. „Das zeigt eindrücklich, wie wichtig und wie aktuell Themen des Forums sind: funktionsfähige und praxistaugliche Strukturen für Zivil- und Katastrophenschutz im Krisen- bzw. Konfliktfall“, erklärt Prof. Dr. Thomas Wurmb, wissenschaftlicher Leiter des Forums und Leiter der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Gemeinsam mit Harald Erhard, Bezirksgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, Bezirksverband Unterfranken, übernahm er erneut die Moderation der Veranstaltung.
Anwendbarkeit im Katastrophenfall steht im Mittelpunkt
Wie in den Vorjahren zuvor wurde die Online-Tagung aus dem Studio des Vogel Convention Center übertragen. Das Programm legte Schwerpunkte auf regionale, nationale und internationale Konzepte zur Bewältigung außergewöhnlicher Schadenslagen, bei denen eine Vielzahl von Patientinnen und Patienten, auch über einen langen Zeitraum hinweg, behandelt werden müssen. Ein weiterer Themenschwerpunkt war die Bewältigung sogenannter lebensbedrohlicher Einsatzlagen, wie Amoktaten oder Terrorangriffe. Hier wurde erstmalig in einem solchen Format auch die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte mit Vertretern der Presse thematisiert.
In diesem Jahr haben u.a. Experten des Kommandos Gesundheitsversorgung der Bundeswehr, des britischen College of Emergency Medicine, des Bayerischen Roten Kreuzes, Ralph Tiesler, der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), mit Vorträgen beigetragen.
Ein wichtiges Merkmal der Würzburger Forums für Bevölkerungsschutzes ist der konsequente Blick auf die Praxis und auf die Anwendbarkeit im Katastrophenfall. Der mehrtägige Stromausfall in Berlin Anfang Januar hat diese Anforderungen nochmals drastisch vor Augen geführt. Harald Erhard vom BRK: „Umso wichtiger ist die enge Zusammenarbeit im Krisenfall vor Ort, auch hierzu leistet unser Forum einen regelmäßigen Beitrag.“