In den vergangenen Jahren bislang neun Mal kamen Interessierte aus dem gesamten Bundesgebiet ans Uniklinikum Würzburg (UKW), um sich beim Myelom-Forum einen Tag lang von den dortigen Experten laienverständlich über neue Erkenntnisse zum Multiplen Myelom informieren zu lassen. Doch im Corona-Jahr 2020 ist alles etwas anders: Aufgrund der Kontaktbeschränkungen zum Infektionsschutz findet die kostenlose Veranstaltung erstmals online statt. „Wir werden am Samstag, den 4. Juli, um 9:00 Uhr eine etwa dreistündige Videokonferenz auf der Softwareplattform Skype for Business starten“, berichtet Prof. Dr. Hermann Einsele. Der Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW und international anerkannte Myelom-Experte fährt fort: „Sechs Spezialisten des Klinikums werden in dieser Zeit Neuigkeiten aus der Diagnostik und der Therapie der Erkrankung vorstellen sowie ein Update zu den Forschungsfortschritten präsentieren.“ Nach seinen Angaben haben die Teilnehmer/innen nach jedem Vortrag Gelegenheit, sich per Chat zu Wort zu melden und individuelle Fragen zu stellen. Das genaue Programm gibt es im Veranstaltungskalender unter www.ukw.de/medizinische-klinik-ii.
Vorteile eines digitalen Forums
Mit der aus der Not geborenen digitalen Version des Forums sind laut Prof. Einsele eine ganze Reihe von Vorteilen verbunden. Er erläutert: „Ich gehe davon aus, dass das neue Modell gerade in Phasen von auch anderen, häufigen Infektionen attraktiv ist – zum Beispiel im Herbst, wo wir es ja oft mit Grippe-, RSV- und weiteren Viren zu tun haben. Per Videokonferenz haben speziell auch immungeschwächte Patienten die Chance, gefahrlos Fortbildungsveranstaltungen wahrzunehmen.“ Zudem bestünde die Möglichkeit, die ganze Familie vor dem Bildschirm zu versammeln und diese ebenfalls zu informieren.
Ein weiteres Argument: Auch Menschen aus größerer Entfernung können online leichter am Myelom-Forum teilnehmen. „Wir haben für die erste digitale Veranstaltung beispielsweise schon die Anmeldung eines deutschen Patienten, der aktuell in Shanghai in China lebt“, sagt Prof. Einsele.
Das bisherige Hörsaal-Konzept wird parallel weiterverfolgt
Der Experte ist sich aber auch bewusst, dass für viele Patienten und Angehörige weiterhin der persönliche Austausch und die Beratung im zwischenmenschlichen Kontakt wichtig sind. „Deshalb werden wir natürlich auch in der Zukunft anstreben, wieder Treffen im Hörsaal zu haben. Das genaue Zusammenspiel von digitalen und ‚analogen‘ Informationswegen wird sich noch herausschälen“, kündigt Prof. Einsele an.
Anmeldung erforderlich
Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis 19. Juni 2020 bei der Organisatorin Gabriele Nelkenstock unter E-Mail: info@kampfgegenkrebs.de oder Tel: 0931/29985095 erforderlich. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmer/innen per E-Mail die Zugangsdaten sowie eine detaillierte technische Anleitung.
Kastentexte:
Über das Multiple Myelom
Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses.
Über die Expertise des Uniklinikums Würzburg
Das Uniklinikum Würzburg ist eines der europaweit führenden Zentren bei der Behandlung von Multiplem Myelom. Außerdem gehört diese bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks zu den Forschungsschwerpunkten der Medizinischen Klinik und Poliklinik II und des Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken.