Universitätsklinikum Würzburg war 2025 eines der spendenstärksten Krankenhäuser im Netzwerk der DGFG

Von den 237 Gewebespenden in Bayern wurden allein 99 am Universitätsklinikum Würzburg umgesetzt

Würzburg/Hannover. Noch nie wurden in Deutschland so viele Gewebe gespendet wie im vergangenen Jahr. Obwohl es prozentual nicht mehr Zustimmungen gab als 2024, war die Anzahl der Meldungen, der Aufklärungsgespräche und damit auch der Personen, die Gewebe gespendet haben, erkennbar höher als 2024. 9.640 Patienten konnten mit einem Transplantat aus dem Netzwerk der gemeinnützigen Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) versorgt werden. Das ist eine Steigerung von 15,2 % zum Vorjahr – ebenfalls ein Rekordwert.

Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) war in 2025 eines der spendenstärksten Krankenhäuser im Netzwerk der DGFG: Von den 237 Gewebespenden in Bayern wurden allein 99 am Universitätsklinikum Würzburg umgesetzt. Die Zustimmungsquote lag dabei mit 46,8 % deutlich über dem Bundesdurchschnitt. 

Seit 2013 können Augenhornhautspenden in der Lions Hornhautbank des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) aufbereitet werden. Die Hornhautbank am UKW ist Mitglied im bundesweiten Netzwerk der DGFG. Zu den häufigsten Hornhauterkrankungen zählen Trübungen der Hornhaut, etwa durch Narben oder Hornhautdystrophien, Verformungen der Hornhaut (z.B. infolge eines Keratokonus) sowie Schädigungen durch Infektionen. „In bestimmten Fällen ist die Transplantation einer Hornhaut der einzige Weg, das Sehen wieder zu verbessern“, sagt Dr. Franziska Seifert, Oberärztin in der UKW-Augenklinik und Leiterin der Würzburger Hornhautbank. 

Erstmals erreichten die DGFG mehr als 60.000 Meldungen potenzieller Gewebespender aus mehr als 320 verschiedenen Einrichtungen. Über 12.000 Aufklärungsgespräche zur Gewebespende wurden im Jahr 2025 mit An- und Zugehörigen von Verstorbenen geführt, wobei in 4.585 Fällen eine Zustimmung zur Spende gegeben wurde. Die Zustimmungsquote lag mit 37,9 % nach einem Abwärtstrend in den vergangenen 3 Jahren mit einem Minus von 0,2 % zu 2024 nur leicht unter dem Vorjahresniveau. „Insgesamt blicken wir voller Dankbarkeit auf ein sehr Spenden-starkes Jahr 2025. Zuallererst gilt unser Dank immer den Spenderinnen und Spendern sowie ihren An- und Zugehörigen. Ihr Altruismus und ihre Solidarität machen die Gewebemedizin erst möglich. Dass wir bei gleichbleibender Zustimmungsquote mehr Spenden realisieren konnten, ist auch dem zu verdanken, dass immer mehr Kliniken in Deutschland potenzielle Spender:innen melden und die Gewebespende in ihr Selbstverständnis integrieren. Das ist in einer Zeit, in der die Kliniken und ihr Personal so stark belastet sind, keine Selbstverständlichkeit.“, sagt DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel.

Augenhornhäute – am häufigsten gespendet, am häufigsten transplantiert

Von 4.188 durchgeführten Entnahmen spendeten 4.070 Personen nach Ihrem Tod ihre Augenhornhäute. In 2025 wurden 6.370 in der Gewebebank aufbereitete Augenhornhauttransplantate zur Operation an Augenkliniken vermittelt und ermöglichten Patientinnen und Patienten ihr Augenlicht zu erhalten oder wiederzuerlangen. Das entspricht einer Steigerung um 16 % gegenüber dem Vorjahr. Und trotzdem besteht weiterhin ein Mangel an Augenhornhäuten und anderen Geweben.

Anbindung von Gewebespendeeinrichtungen an das Organspenderegister

Ein weiteres Hilfsmittel der Willensäußerung ist das im März 2024 in Betrieb genommene Organspende Register (OGR). Seitdem haben dort 448.681 Menschen ihre Zustimmung oder ihre Ablehnung zur Organ- und Gewebespende festgehalten (Quelle: www.organspende-info.de, Stand 30. Dezember 2025). Im Jahr 2026 soll nach Verabschiedung des Dritten Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes die rechtliche Grundlage geschaffen sein, damit auch Gewebespendeeinrichtungen auf das Register und dessen Eintragungen zugreifen können. Das Gesetzesvorhaben war im November 2024 mit dem Bruch der Regierungskoalition zunächst eingestellt, im Sommer 2025 vom Bundesgesundheitsministerium aber wieder aufgenommen worden. 

Über die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG)

Die DGFG fördert seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland. Auf Basis des Gewebegesetzes von 2007 sind alle Tätigkeiten und Ablaufprozesse der Gewebespende gesetzlich geregelt. Für alle Gewebezubereitungen gilt das Handelsverbot. Die DGFG vermittelt ihre Transplantate über eine zentrale Vermittlungsstelle mit einer bundesweiten Warteliste. Jede medizinische Einrichtung in Deutschland kann Gewebe von der DGFG beziehen. Als unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft wird die DGFG ausschließlich von öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens getragen: Gesellschafter sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover, die Universitätsmedizin Rostock sowie das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg. 

In 2025 ist die Anzahl an Gewebespenden im Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation erneut gestiegen. Foto: Augenhornhauttransplantat in einer Nährlösung in der Gewebebank Hannover. Foto: DGFG
In 2025 ist die Anzahl an Gewebespenden im Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation erneut gestiegen. Foto: Augenhornhauttransplantat in einer Nährlösung in der Gewebebank Hannover. Foto: DGFG

In 2025 ist die Anzahl an Gewebespenden im Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation erneut gestiegen. Foto: Augenhornhauttransplantat in einer Nährlösung in der Gewebebank Hannover. Foto: DGFG