Aktuelle Pressemitteilungen

„Forschung hilft“: Benefizlesung aus dem Krimi „Wildwest in Würzburg“

Der Autor Prof. Dr. Alexander Meining und die Stiftung „Forschung hilft“ laden am 2. Dezember 2025 zu einer Benefizlesung aus dem historischen Krimi „Wildwest in Würzburg“ ins Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg ein.

Prof. Meining und Frau Nelkenstock sitzen an einem Tisch. Davor liegen mehrere Stapel Bücher. Auf einem der Stapel steht eine Spendenbox. Im Hintergrund steht ein Rollup. Auf dem ein Kreis mit dem Text Zugunsten der Krebsforschung zu sehen ist.
Der Buchautor Prof. Dr. Alexander Meining und Gabriele Nelkenstock von der Stiftung „Forschung hilft“ präsentieren den historischen Krimi „Wildwest in Würzburg“. © Franka Schmitt
Auf dem Cover des Buches sieht man Würzburger Weinberge. Unten links ist eine Mauer mit einem Torbogen. Der Weg geht hoch zur Steinburg. Oben auf dem Cover steht Alexander Meining und der Titel des Buches Wildwest in Würzburg und drunter Kriminalroman.
„Wildwest in Würzburg“ ist der vierte Band mit dem Ermittler Georg Hiebler. © Gmeiner Verlag

Würzburg. Im September dieses Jahres erschien „Wildwest in Würzburg“, der vierte von Prof. Dr. Alexander Meining verfasste, historische Würzburg-Krimi. Am Dienstag, 2. Dezember 2025, wird der Freizeit-Schriftsteller und stellvertretende Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) spannende Passagen seines Werks bei einer Lesung im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg präsentieren. 

Wie das von Prof. Meining gespendete Autorenhonorar aus dem Buchverkauf gehen auch alle Einnahmen des Abends an die Stiftung „Forschung hilft“. Diese fördert besonders hoffnungsvolle Krebsforschungsprojekte am UKW. „Wir freuen uns sehr über die breite Unterstützung, die wir bei der Durchführung dieser Benefizveranstaltung erfahren dürfen“, sagt Gabriele Nelkenstock. Die Vorsitzende des Stiftungsrats von „Forschung hilft“ präzisiert: „Neben dem ehrenamtlichen Engagement von Prof. Meining können wir die stilvolle Event-Location der Diözese Würzburg mit Unterstützung des Fördervereins Freunde des Exerzitienhauses unentgeltlich nutzen. Außerdem werden die Getränke von diversen Sponsoren kostenlos zur Verfügung gestellt.“ Da die Grünen Damen und Herren vom Besuchsdienst des UKW sowie freiwillige Klinikumsbeschäftigte den Verkaufsservice übernehmen, kommen alle Einkünfte des kostenlos zu besuchenden Abends der Stiftung zugute. 

Los geht‘s um 18:30 Uhr. Nach der Lesung besteht ab etwa 20:00 Uhr die Möglichkeit, sich in lockerer Atmosphäre mit Prof. Meining über sein Buch auszutauschen sowie mehr über die Ziele der Stiftung „Forschung hilft“ zu erfahren.

Über das Buch

Würzburg, 1891: Georg Hiebler ist auf Freiersfüßen. Ein Besuch der Buffalo Bill’s Wild-West-Show soll die Verlobung mit Agathe perfekt machen. Doch dann geschieht ein Mord. Ein Sioux-Krieger verschwindet und Hieblers ehemalige Liebschaft Rosa ist auch in der Stadt. Statt sich um seine Braut zu kümmern, beginnt er, unter Cowboys und Winzern zu ermitteln. Nichts läuft wie geplant, und anstatt den Mörder zu überführen, muss Hiebler bald selbst um sein Leben fürchten.

Das 192 Seiten starke Buch kostet 12 Euro. Als E-Book ist es für 9,99 Euro zu haben.

Wer die Stiftung „Forschung hilft“ weiter voranbringen will, kann außerdem auf folgendes Konto spenden: 

Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken
IBAN: DE19 7905 0000 0000 0655 65
BIC: BYLADEM1SWU

 

Text: Pressestelle / UKW
 

Prof. Meining und Frau Nelkenstock sitzen an einem Tisch. Davor liegen mehrere Stapel Bücher. Auf einem der Stapel steht eine Spendenbox. Im Hintergrund steht ein Rollup. Auf dem ein Kreis mit dem Text Zugunsten der Krebsforschung zu sehen ist.
Der Buchautor Prof. Dr. Alexander Meining und Gabriele Nelkenstock von der Stiftung „Forschung hilft“ präsentieren den historischen Krimi „Wildwest in Würzburg“. © Franka Schmitt
Auf dem Cover des Buches sieht man Würzburger Weinberge. Unten links ist eine Mauer mit einem Torbogen. Der Weg geht hoch zur Steinburg. Oben auf dem Cover steht Alexander Meining und der Titel des Buches Wildwest in Würzburg und drunter Kriminalroman.
„Wildwest in Würzburg“ ist der vierte Band mit dem Ermittler Georg Hiebler. © Gmeiner Verlag

Universitätsmedizin vergab zwei Auszeichnungen

Beim „dies academicus“ der Würzburger Universitätsmedizin erhielt Professor Georg Ertl die Rinecker-Medaille. Würzburgs früherer Oberbürgermeister Christian Schuchardt wurde mit der Siebold-Medaille ausgezeichnet.

Auf dem Bild sind drei Herren zu sehen, die vor einer grüner Tafel stehen.  Die eine Person in der Mitte hält eine Urkunde und eine Medaille in der Hand. Die rechte Person klatscht in die Hände.
Christian Schuchardt (Mitte) erhielt die Siebold-Medaille für besondere Verdienste um die Weiterentwicklung der Würzburger Universitätsmedizin. Links Ärztlicher Direktor Professor Tim von Oertzen, rechts Laudator Professor Matthias Frosch. (Bild: Thomas Berberich / Universitätsmedizin Würzburg)
Auf dem Bild stehen drei Personen. Prof. Ertl in der Mitte, der eine Urkunde und eine Medaille in seinen Händen hält. Im Hintergrund gehen die Treppen hoch zum Hörsaal. Rechts und links sitzen viele Leute.
Professor Georg Ertl (Mitte) wurde mit der Rinecker-Medaille geehrt. Links Laudator Professor Stefan Frantz, rechts Dekan Professor Matthias Frosch. (Bild: Thomas Berberich / Universitätsmedizin Würzburg)
Prof. Sautermeister steht vor einer grünen Tafel und hält eine Festrede. Rechts sieht man noch ein Mikrofon. Mit der rechten Hand hält er seine linke Hand.
Professor Jochen Sautermeister während der Festrede. (Bild: Thomas Berberich / Universitätsmedizin Würzburg)

Bei ihrem Akademischen Tag, dem „dies academicus“, erinnern die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum Würzburg an einen Meilenstein ihrer Geschichte: an die Eröffnung des Luitpoldkrankenhauses am 2. November 1921. „Damals wurde das Fundament für einen national und international renommierten Forschungsstandort gelegt, der das Profil der Universität Würzburg entscheidend prägt“, so Dekan Professor Matthias Frosch und Ärztlicher Direktor Professor Tim J. von Oertzen.

Die Feier fand am 3. November 2025 im Hörsaal des Rudolf-Virchow-Zentrums / Instituts für Molekulare Infektionsbiologie statt. Auf die Eröffnung durch den Dekan folgte der Festvortrag von Jochen Sautermeister. Der Professor für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn sprach über das Thema: „Machtmissbrauch in Universität und Wissenschaft“. Danach standen Auszeichnungen auf dem Programm.

Rinecker-Medaille an Georg Ertl 

In Anerkennung seiner langjährigen herausragenden Verdienste um die klinische, wissenschaftliche und strukturelle Entwicklung der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums wurde Professor Georg Ertl mit der Rinecker-Medaille ausgezeichnet. „Professor Georg Ertl hat sich über Jahrzehnte als Arzt, Lehrer und Forscher in seinen Funktionen als Klinikdirektor, Dekan und Ärztlicher Direktor für die Universitätsmedizin Würzburg verdient gemacht“, sagte Professor Stefan Frantz in seiner Laudatio.

Georg Ertl studierte von 1968 bis 1974 Humanmedizin in Mainz und Graz und wurde 1975 an der Medizinischen Fakultät der Universität Mainz promoviert. Es folgten Stationen an der Universität Düsseldorf und der Harvard Medical School in Boston, USA und die Weiterbildung im Fach Innere Medizin und Kardiologie in Würzburg.  

Gründer des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz 

1995 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Kardiologie der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim/Heidelberg. 1999 kehrte er nach Würzburg zurück und trat die Nachfolge von Kurt Kochsiek als Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am Universitätsklinikum Würzburg an.  Hier wurde er Sprecher des Sonderforschungsbereichs 355 „Pathophysiologie der Herzinsuffizienz“. Von 2004 bis 2006 war Professor Ertl Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg. Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) war er von 2011 – 2013.

2010 gründete Ertl das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) als Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum in Würzburg, dessen Sprecher er bis 2017 war. Er war außerdem federführender Antragsteller für einen Forschungsbau des DZHI, der 2017 bezogen werden konnte.  

Als Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender lenkte er von 2016 bis 2020 die Geschicke des Universitätsklinikums Würzburg. Seit 2020 ist er als Seniorprofessor am DZHI tätig und bereits seit 2019 als Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin aktiv.  

Siebold-Medaille für Christian Schuchardt 

Mit der Carl Caspar von Siebold-Medaille ehrt die Würzburger Universitätsmedizin Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um ihre Weiterentwicklung verdient gemacht haben. In diesem Jahr geht die Medaille an Christian Schuchardt, der bis Juni 2025 Oberbürgermeister der Stadt Würzburg war und seit dem 1. Juli 2025 Hauptgeschäftsführer des Deutschen und des Nordrhein-Westfälischen Städtetages ist.

„Christian Schuchardt hat sich mit hohem persönlichem und dienstlichem Engagement für die Universitätsmedizin Würzburg eingesetzt und sich gemeinsam für die Gesundheitsregion Würzburg engagiert. Auch sein internationales Engagement war geprägt durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit bei der Förderung humanitärer und medizinischer Projekte“, heißt es in der von Professor Matthias Frosch gehaltenen Laudatio.

Großer Unterstützer der Universitätsmedizin

Schuchardt hatte im Jahr 2007 das Amt des Kämmerers in Würzburg übernommen. 2014 wurde er zum Oberbürgermeister gewählt und in diesem Amt 2020 bestätigt. In dieser Zeit habe er sich immer als großer Unterstützer der Universitätsmedizin Würzburg erwiesen, beispielsweise, wenn es um die Umsetzung wichtiger Bauvorhaben ging. Schuchardt sei sich dabei der Bedeutung des Universitätsklinikums als überregionaler Maximalversorger für die Gesundheitsversorgung der Gesellschaft immer bewusst gewesen und habe auch selbst Einfluss auf strukturelle Entwicklungen genommen und notwendige Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung initiiert.

Auch in der von Christian Schuchardt gepflegten Städtepartnerschaft mit Mwanza, Tansania, haben sich Synergien mit dem an der Würzburger Universitätsmedizin gegründeten Else-Kröner-Zentrum Würzburg-Mwanza entwickelt. Als Mitglied im Beirat des Zentrums habe er immer die enge Vernetzung der Stadt Würzburg mit ihrer Universitätsmedizin als Grundlage für die Zusammenarbeit bei medizinischen und humanitären Projekten betont. Geprägt durch diese Partnerschaften sorgte Schuchardt nicht zuletzt auch dafür, dass für die Bevölkerung in der Region trotz ökonomisch getriebener Umbrüche des Gesundheitssystems die tropen- und reisemedizinische Kompetenz am Standort erhalten und in der Universitätsmedizin ausgebaut werden konnte.

Für die musikalische Umrahmung des dies Academicus sorgten vier Mitglieder der Universitätsmedizin: Sarah König (Querflöte), Thiên-Trí Lâm (Violine), Maria Drayß (Viola) und Carmina Teresa Fuß (Violoncello). 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universitäts Würzburg vom 11.11.2025
 

Auf dem Bild sind drei Herren zu sehen, die vor einer grüner Tafel stehen.  Die eine Person in der Mitte hält eine Urkunde und eine Medaille in der Hand. Die rechte Person klatscht in die Hände.
Christian Schuchardt (Mitte) erhielt die Siebold-Medaille für besondere Verdienste um die Weiterentwicklung der Würzburger Universitätsmedizin. Links Ärztlicher Direktor Professor Tim von Oertzen, rechts Laudator Professor Matthias Frosch. (Bild: Thomas Berberich / Universitätsmedizin Würzburg)
Auf dem Bild stehen drei Personen. Prof. Ertl in der Mitte, der eine Urkunde und eine Medaille in seinen Händen hält. Im Hintergrund gehen die Treppen hoch zum Hörsaal. Rechts und links sitzen viele Leute.
Professor Georg Ertl (Mitte) wurde mit der Rinecker-Medaille geehrt. Links Laudator Professor Stefan Frantz, rechts Dekan Professor Matthias Frosch. (Bild: Thomas Berberich / Universitätsmedizin Würzburg)
Prof. Sautermeister steht vor einer grünen Tafel und hält eine Festrede. Rechts sieht man noch ein Mikrofon. Mit der rechten Hand hält er seine linke Hand.
Professor Jochen Sautermeister während der Festrede. (Bild: Thomas Berberich / Universitätsmedizin Würzburg)

175 Jahre Kinderklinik Würzburg: Es begann mit zwei Zimmern

Jubiläumsfeier am UKW im Zeichen von „Verantwortung und Stolz“ / Interdisziplinarität und Spezialisierung für Spitzenmedizin

Auf dem Personen die sich zu einem Gruppenbild zusammengestellt haben. Im Hintergrund sind drei goldene Luftballons als Zahl 175 zu erkennen.
Bei einer Jubiläumsfeier blickte die UKW-Kinderklinik mit Direktor Prof. Dr. Christoph Härtel (4.v.r.) auf ihre 175-jährige Geschichte zurück – und auf die aktuellen Herausforderungen der Kinder- und Jugendmedizin. Foto: UKW / Stefan Dreising
Schwarz weiß Bild der Kinderklinik im Winter - hinten links ist die HNO-Klinik noch im Bau
Kinderklinik: Die Säuglinge waren bereits 1921 in die Chirurgie und Innere des Luitpoldkrankenhauses gezogen. Nachdem im Jahr 1923 die Kinder-, HNO- und Hautklinik offiziell auf dem Campus in Grombühl eröffnet wurden, zogen auch die Kinder ins Luitpoldkrankenhaus - ins heutige Gebäude D4. Auf dem Bild ist die HNO-Klinik noch im Bau. Quelle unbekannt.

Würzburg. Es begann vor 175 Jahren mit zwei Zimmern und 15 Betten: Heute ist die Kinderklinik am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) eines der wichtigsten Versorgungszentren mit 115 Betten, tagesklinischen Angeboten und mehreren Spezialambulanzen der Kinder- und Jugendmedizin in Nordbayern. 

Bei einer Jubiläumsfeier mit zahlreichen Gästen am 5. November blickte die Kinderklinik auf die bewegte Geschichte – und auf die aktuellen Perspektiven der Kinder- und Jugendmedizin. Das Altersspektrum der jungen Patienten der UKW-Kinderklinik reicht vom Hochrisikofrühgeborenen mit weniger als 500 Gramm Geburtsgewicht bis zum Jugendlichen mit akuten oder chronischen Erkrankungen.

Start am 1. November 1850

Am 1. November 1850 wurde in der heutigen Klinikstraße 3 in Würzburg die erste eigenständige Universitäts-Kinderklinik eröffnet. Der damaliger Leiter Franz von Rinecker (1811–1883) hatte sich bereits Jahre zuvor intensiv für die „Ars paediatrica“, die Kunst des Kinderheilens, eingesetzt. Dank der Aufklärung im 18. Jahrhundert wurden Kinder nicht mehr als kleine, unvollkommene Erwachsene betrachtet, sondern als eigenständige Wesen mit spezifischen Bedürfnissen, Erkrankungen und Behandlungsmethoden. Zwar gab es in Würzburg bereits im Wintersemester 1818/1819 erste Vorlesungen zum Thema „Therapie von Kinderkrankheiten”, doch wurde die Kinderheilkunde erst im Jahr 1844 als eigenständiges Fach an der Universität anerkannt, als Franz von Rinecker die erste formale Professur speziell für Kinderheilkunde erhielt. Im November 1850 konnte dann die erste Universitäts-Kinderklinik eröffnet werden. Damit gab es eigene Räume und einen eigenen Lehrstuhl: Die Würzburger Kinderklinik kann damit als erste Universitäts-Kinderklinik der Welt bezeichnet werden.
Allerdings: 1854 zog die Klinik wieder in das Hauptgebäude des Juliusspital. Im Jahr 1872 wurde die Kinderheilkunde sogar wieder zwischen der Inneren Medizin und Allgemeinen Poliklinik aufgeteilt. Erst im Jahr 1915 wurde die Kinderheilkunde in Würzburg endgültig von der Inneren Medizin getrennt. Im Januar 1923 zog sie in das neu erbaute Luitpoldkrankenhaus, dem Vorläufer der heutigen Uniklinik, auf den Medizincampus nach Grombühl. 1962 konnte Klinikneubau und jetzige Hauptstandort der Kinderklinik bezogen werden. 2020 öffnete die neue Notaufnahme der Kinderklinik ihre Türen. Direkt neben dem Hauptgebäude entstand damit ein neues Gebäude mit funktionalen Räumen und erweiterten Diagnosemöglichkeiten. Die Notaufnahme der Kinderklinik betreut im Jahr ca. 10.000 Kinder und Jugendliche.

Dank an Elterninitiativen / Verantwortung für die Region

Prof. Dr. Christoph Härtel, seit 2020 Direktor der Kinderklinik am UKW, dankte bei der Jubiläumsfeier auch den Vertretern der Elterninitiativen, die seit vielen Jahrzehnten die Arbeit der Kinderklinik mit großem Engagement unterstützen. So können z.B. sporttherapeutische Angebote, Elternwohnungen in Nähe der Klinik oder Freizeitangebote für die Kinder- und Jugendlichen realisiert werden.

Als einzige Einrichtung der Maximalversorgung trage die UKW-Kinderklinik zudem eine „enorme Verantwortung für die Region“, betonte Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW. Das Jubiläum sei ein Anlass, zurecht Stolz auf die tägliche Arbeit zu sein. Auch durch die Forschungsstärke, sei die UKW-Kinderklinik ein „nationaler und internationaler Leuchtturm“, geprägt von Interdisziplinarität und Spezialisierung für moderne Spitzenmedizin.

Historischer Rückblick und Podiumsdiskussion

Medizinhistoriker Dr. Andreas Mettenleiter zeichnete bei der Jubiläumsfeier nochmals die anfängliche Entwicklung und die großen Herausforderungen der Kinderklinik nach. Prof. Dr. Helge Hebestreit, stellvertretender Direktor der Kinderklinik, Leiter des Zentrums für Seltene Erkrankungen und seit 1981 am UKW, blickte auf die Entwicklung der letzten Jahrzehnte. U.a. die Gründung des Perinatalzentrums sowie der Bau des Zentrums für Stammzelltransplantation 2005 direkt neben dem Hauptgebäude der Kinderklinik seien wichtige Meilenstein gewesen.
Bei einer abschließenden Podiumsdiskussion blickte Prof. Härtel mit mehreren Gästen, u.a. Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig, auf die Perspektiven der Kinder -und Jugendmedizin im Kontext der geplanten Krankenhausreform. Für Prof. Härtel, der aktuell auch Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ) ist, steht fest: „Als Pädiater müssen wir auch die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Politik und Gesellschaft vertreten.“

Überblick zu den „Meilensteinen der Kinderklinik“

Einen Überblick über die Meilensteine der UKW-Kinderklinik gibt es auf dieser Themen-Website des UKW.
Auch diese aktuelle Pressemitteilung zeichnet die Ursprünge und die Entwicklung der Kinderklinik am UKW nach.

 

Auf dem Personen die sich zu einem Gruppenbild zusammengestellt haben. Im Hintergrund sind drei goldene Luftballons als Zahl 175 zu erkennen.
Bei einer Jubiläumsfeier blickte die UKW-Kinderklinik mit Direktor Prof. Dr. Christoph Härtel (4.v.r.) auf ihre 175-jährige Geschichte zurück – und auf die aktuellen Herausforderungen der Kinder- und Jugendmedizin. Foto: UKW / Stefan Dreising
Schwarz weiß Bild der Kinderklinik im Winter - hinten links ist die HNO-Klinik noch im Bau
Kinderklinik: Die Säuglinge waren bereits 1921 in die Chirurgie und Innere des Luitpoldkrankenhauses gezogen. Nachdem im Jahr 1923 die Kinder-, HNO- und Hautklinik offiziell auf dem Campus in Grombühl eröffnet wurden, zogen auch die Kinder ins Luitpoldkrankenhaus - ins heutige Gebäude D4. Auf dem Bild ist die HNO-Klinik noch im Bau. Quelle unbekannt.

Uniklinik warnt: Neue Betrugsmasche täuscht Klinikanrufe vor

Das UKW erfuhr von dem Vorfall, da sich eine Angehörige an einen Radiosender gewandt hatte, um so über diese Betrugsmasche zu informieren.

Würzburg. Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) warnt vor sogenannten „Schockanrufen“. Damit werden Betrugsversuche bezeichnet, bei denen sich Kriminelle am Telefon als Arzt, Polizist oder Familienangehörige ausgeben und eine Notlage oder gar die Lebensgefahr von Angehörigen vorgaukeln. Den Schockmoment des Angerufenen nutzen die Betrüger dann aus, um das Opfer zu unüberlegten Handlungen zu drängen, etwa zu einer hohen Geldzahlung.

Dem UKW ist nun ein solcher Fall bekannt geworden, bei dem sich die Anrufer u.a. als „Professor am Universitätsklinikum Würzburg“ ausgegeben haben. Die Anrufer forderten den Gesprächspartner auf, eine sechsstellige Summe für die Behandlung eines Angehörigen zu zahlen. Der Anruf stellte sich sehr schnell als Betrugsmasche heraus, denn die Angerufenen nahmen direkt Kontakt zur Angehörigen auf. Das UKW rät zur Vorsicht und betont:

Das UKW fordert nicht zur Zahlung von Behandlungen per Telefon auf. Grundsätzlich werden Familienangehörige nicht per Telefon über plötzliche oder unerwartet schwere Diagnosen von Patienten im Erstkontakt informiert. Betroffene sollten niemals auf derartige Zahlungsaufforderungen eingehen und sich immer vergewissern, wenn der Anrufer großen Zeitdruck erzeugt.

Das Bundeskriminalamt rät dazu, bei solchen Schockanrufen, die tatsächlichen Angehörigen unter den bekannten Daten zu kontaktieren. Weitere Hinweise gibt es u.a. auf dieser Website des Bundeskriminalamtes. Personen, die einen solchen Schockanruf erhalten, wenden sich bitte an die örtlich zuständige Polizeidienststelle. Das UKW ist zudem telefonisch unter 0931 201-0 (Telefonzentrale) erreichbar.

Das UKW erfuhr von dem Vorfall, da sich eine Angehörige an einen Radiosender gewandt hatte, um so über diese Betrugsmasche zu informieren. Weitere Fälle dieser Art sind dem UKW bislang nicht bekannt. Auch an Standorten anderer Kliniken gab es allerdings bereits ähnliche Betrugsversuche am Telefon.

Molekularer Herzatlas zeigt Wege zur besseren Heilung nach Infarkt

Nach einem Herzinfarkt entsteht Narbengewebe. Forschende aus Würzburg und Freiburg zeigen mit einem molekularen Herzatlas, wie Zellen daran mitwirken – und wie sich Heilung gezielt fördern ließe.

Ein Kreis mit bunter grafischer Darstellung, um sichtbar zu machen, wie einzelne MRNA-Moleküle das Zusammenspiel von Zelltypen während der Herzgewebereparatur nach einem Infarkt zeigt.
Ein Zelltyp-Atlas mit räumlicher Auflösung auf der Ebene einzelner mRNA-Moleküle zeigt das Zusammenspiel von Zelltypen während der Herzgewebereparatur nach einem Infarkt. (Bild: Andy Chan / Uni Würzburg)

Im Laufe der Evolution hat unser Herz die Fähigkeit zur Regeneration weitgehend verloren. Unsere Vorfahren kannten keine Herzinfarkte, entstehen sie doch vor allem durch ungesunde Ernährung, Übergewicht und andere moderne Risikofaktoren.  

Kommt es zu einem Herzinfarkt, entsteht im Verlauf der Heilung Narbengewebe im Herzen. Dieses stabilisiert zwar das Organ, bei übermäßiger Bildung verliert das Herz aber an Pumpkraft, da funktionsfähige Herzmuskelzellen verloren gehen. Das kann langfristig zu Herzschwäche oder Herzversagen führen.  

Zellatlas liefert Anhaltspunkte für bessere Heilung nach Herzinfarkt 

Damit die Heilung gelingt, müssen viele Zelltypen präzise zusammenarbeiten und ihre Aktivitäten über Raum und Zeit koordinieren. Diese komplexen Abläufe konnte das Forschungsteam nun durch einen molekularen Atlas des Herzens mit räumlicher und zeitlicher Auflösung nach einer Verletzung sichtbar machen.

„Unser molekularer Zellatlas zeigt, wie verschiedene Zelltypen bei der Herzreparatur miteinander kommunizieren und die Heilung steuern“, erklärt Professor Dominic Grün, Leiter des Lehrstuhls für Computational Biology of Spatial Biomedical Systems und Direktor am Institut für Systemimmunologie der Universität Würzburg. „Er bietet eine wichtige Grundlage für künftige Studien, um übermäßige Narbenbildung nach einem Herzinfarkt zu verhindern und die Pumpfunktion des Herzmuskels aufrechtzuerhalten.“

Das Team kombinierte modernste Analysemethoden – Einzelzell-RNA-Sequenzierung und räumliche Transkriptomik – und entdeckte dabei: Bestimmte Immunzellen, sogenannte Makrophagen, steuern die Bindegewebszellen und verhindern so übermäßige Narbenbildung. „Dieses Wissen eröffnet neue Möglichkeiten, die Heilung des Herzens gezielt zu fördern, etwa durch die Aktivierung spezifischer Signalwege“, sagt Dr. Andy Chan, Hauptautor der Studie und Postdoc in der Gruppe von Dominic Grün.

Sonderforschungsbereich 1425  

Die Studie wurde im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1425 von einem Team aus Forschenden der Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Freiburg durchgeführt.  

„Der Sonderforschungsbereich 1425 hat sich die Entwicklung neuer Methoden zur Diagnose und Therapie von Herzkrankheiten zum Ziel gesetzt. Unser Fokus liegt darauf, die natürlichen Reparaturprozesse des Herzens zu nutzen, um bessere Narben zu bilden,“ fasst Professor Peter Kohl zusammen, und ergänzt: „Dies wird durch die neue Studie eindrucksvoll belegt“. Er ist Sprecher des Sonderforschungsbereichs1425 der Universität Freiburg und hat gemeinsam mit Dr. Franziska Schneider-Warme vom Universitätsklinikum Freiburg entscheidende Beiträge zu der Studie geleistet.

Originalpublikation     

Andy Shing-Fung Chan, Joachim Greiner, Lisa Marschhäuser, Tomás A. Brennan, Stefanie Perez-Feliz, Ankit Agrawal, Helene Hemmer, Katrin Sinning, Jennifer Wing Lam Cheung, Zafar Iqbal, Alexander Klesen, Tamara Antonela Vico, Julieta Aprea, Ingo Hilgendorf, Thomas Seidel, Martin Vaeth, Eva A. Rog-Zielinska, Peter Kohl, Franziska Schneider-Warme & Dominic Grün: “ Spatiotemporal dynamics of the cardioimmune niche during lesion repair“; in Nature Cardiovascular Research, DOI: 10.1038/s44161-025-00739-6 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 04.11.2025

Ein Kreis mit bunter grafischer Darstellung, um sichtbar zu machen, wie einzelne MRNA-Moleküle das Zusammenspiel von Zelltypen während der Herzgewebereparatur nach einem Infarkt zeigt.
Ein Zelltyp-Atlas mit räumlicher Auflösung auf der Ebene einzelner mRNA-Moleküle zeigt das Zusammenspiel von Zelltypen während der Herzgewebereparatur nach einem Infarkt. (Bild: Andy Chan / Uni Würzburg)

Uniklinikum Würzburg wieder in der Spitzengruppe der Focus-Klinikliste

Die Focus-Klinikliste 2026 bewertet über 1600 Krankenhäuser in Deutschland. Das Uniklinikum Würzburg liegt hierbei in Bayern auf Platz 4, im bundesweiten Vergleich auf Platz 17.

Das Bild zeigt einen OP-Saal. Im Hintergrund sieht man einen Monitor und mehrere OP-Geräte. Vor ihm steht ein Tisch mit Spritzen und seitlich eine OP-Liege. Ein Arzt hält in der Hand einen Herzkatheter. Er trägt eine Brille und einen Mundschutz, Handschuhe, eine Kopfbedeckung sowie einen blauen OP-Kittel. Zusätzlich trägt er auch noch ein Headset.
Die Focus-Klinikliste 2026 empfiehlt das Uniklinikum Würzburg erneut in vielen Krankheitsgebieten, zum Beispiel in der Kardiologie. © Daniel Peter / UKW

Würzburg. Im Oktober dieses Jahres erschien die „Klinikliste 2026“ des Nachrichtenmagazins Focus. Für das Ranking wurden 1618 deutsche Krankenhäuser in 59 Krankheitsgebieten bewertet. Im bundesweiten Vergleich findet sich das Uniklinikum Würzburg (UKW) dieses Mal auf Platz 17, in Bayern wurde Platz 4 erreicht.

Die Klinikliste empfiehlt UKW in 34 Bereichen. Im Detail gehören dazu folgende Fachdisziplinen oder Krankheitsbilder: Angst- und Zwangsstörungen, Blasenkrebs, Brustkrebs, Demenzen, Depressionen, Gallenchirurgie, Gynäkologische Chirurgie, Handchirurgie, Hauterkrankungen, Hautkrebs, Herzchirurgie, Hirntumoren, Hornhauterkrankungen (Augenheilkunde), Kardiologie, Kinderchirurgie, Kniechirurgie, Kopf-Hals-Tumoren, Lungentumoren, Multiple Sklerose, Neonatologie, Neuropädiatrie, Nierenkrebs, Nuklearmedizin, Parkinson, Prostatakrebs, Refraktive Chirurgie und Katarakt (Augenheilkunde), Risikogeburt und Pränataldiagnostik, Schilddrüsenchirurgie, Schlaganfall, Strahlentherapie, Unfallchirurgie sowie bei den Zahnkliniken. Speziell für internationale Patientinnen und Patienten werden auch die Urologie (im Bereich Onkologie) und die Chirurgie II (im Bereich Orthopädie) empfohlen.

Text: Pressestelle / UKW

Das Bild zeigt einen OP-Saal. Im Hintergrund sieht man einen Monitor und mehrere OP-Geräte. Vor ihm steht ein Tisch mit Spritzen und seitlich eine OP-Liege. Ein Arzt hält in der Hand einen Herzkatheter. Er trägt eine Brille und einen Mundschutz, Handschuhe, eine Kopfbedeckung sowie einen blauen OP-Kittel. Zusätzlich trägt er auch noch ein Headset.
Die Focus-Klinikliste 2026 empfiehlt das Uniklinikum Würzburg erneut in vielen Krankheitsgebieten, zum Beispiel in der Kardiologie. © Daniel Peter / UKW

Eine Spenderleber rettet das Leben einer 26-jährigen Patientin

Dramatischer Verlauf mit gutem Ende: Eine Lebertransplantation am Uniklinikum Würzburg rettete im Sommer 2025 einer 26-jährigen Patientin das Leben.

Auf dem Bild sind drei Personen zu sehen. Im Hintergrund ist eine Glassteinwand zu sehen. Die Ärztin hat blaue OP-Kleidung an und hat ihre Hände auf den Schultern der Patientin. Der Prof. hat einen weißen Kittel an und stützt sich mit einer Hand auf einem Klavier ab. Die Patienten sitzt auf einem Stuhl vor dem Klavier.
Die Assistenzärztin Dr. Svenja Leicht (links) und Prof. Dr. Johan Lock freuen sich mit der Patientin Magdalena Falk über die erfolgreiche Therapie ihrer schweren Erkrankung. Foto: UKW / Helmuth Ziegler

Würzburg. Es ist Ende Oktober 2025 und Magdalena Falk spielt den Coldplay-Hit „Viva la Vida“ – es lebe das Leben – auf dem Flügel im Flur des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) am Uniklinikum Würzburg (UKW). Ihr eigenes Leben hätte die 26-Jährige in diesem Sommer fast verloren. Wäre da nicht die lebensrettende Spenderleber, die ihr Prof. Dr. Johan Lock, der Leiter der Hepatopankreatobiliären und Transplantationschirurgie des UKW, und sein Team Ende August transplantierten.

Akutes Leberversagen ohne Vorwarnung

Dabei fing alles ganz unspektakulär an: Wenige Wochen zuvor fühlte sich die Verkäuferin und semiprofessionelle Klavierspielerin einfach nur energielos und müde. Allerdings verschlechterte sich dieser Zustand rapide, sodass sie am 2. August per Rettungswagen ins heimatnahe Sana Klinikum Coburg eingeliefert wurde. Schon am nächsten Tag brachte sie ein Rettungshubschrauber ans UKW. Diagnostiziert wurde ein akut-auf-chronisches Leberversagen. Tatsächlich wurde nach der Übernahme eine Leberzirrhose nachgewiesen, von der die Patientin bis dahin nichts gewusst hatte. „Das war eine ungewöhnliche Diagnose, insbesondere, da bei Frau Falk die typischen Ursachen für eine Leberzirrhose, wie Adipositas, Diabetes mellitus, Virusinfektion oder übermäßiger Alkoholkonsum nicht vorhanden waren“, erläutert Prof. Lock. 
Aufgrund ihres schlechten Zustands musste die junge Frau auf der Intensivstation des UKW intubiert werden, wo zusätzlich eine Lungenentzündung nachgewiesen wurde. Zusätzlich verschlechterte sich im Verlauf neben der versagenden Leber auch die Nierenfunktion, sodass sie dialysepflichtig wurde. Magdalena Falk selbst hat an diese dramatische Entwicklung keine Erinnerung, da sie diese Zeit im Koma verbrachte – insgesamt für vier Wochen.

Zehn Tage auf der Warteliste für ein Spenderorgan

Aufgrund der fehlenden Besserung und nach vielen medizinischen Untersuchungen wurde die Patientin am 20. August auf die Warteliste zur Lebertransplantation bei Eurotransplant gesetzt. Am 30. August stand endlich ein passendes Organ zur Verfügung und die fast fünfstündige Operation konnte ohne Komplikationen durchgeführt. „Zehn Tage waren in Anbetracht der hier gegebenen Dringlichkeit eine vergleichsweise lange Wartezeit“, verdeutlicht Prof. Lock und fährt fort. „Das liegt in diesem Fall unter anderem daran, dass gerade kleinere Frauen bei der Lebertransplantation etwas benachteiligt sind. So kann ein Mann auch mit der gegebenenfalls recht kleinen Spenderleber einer Frau gut versorgt werden, während eine große Männerleber in einem kleinen Frauenkörper keinen Platz findet.“
Das für Magdalena Falk passende Organ kam quasi gerade noch rechtzeitig: Mit jedem Tag stieg die Gefahr einer Infektion vor der Transplantation, während der fortscheitende körperliche Verfall die Überlebenschancen auch nach einer Transplantation sinken ließ.

Höchst dankbar für ein zweites Leben

Die Patientin selbst erfuhr erst zehn Tage nach der Operation von dem zwischenzeitlich erfolgreich eingeschlagenen Therapieweg: Da sie nicht ansprechbar war, gab es mit ihr kein persönliches Aufklärungsgespräch, sie wusste weder, dass das Ärzteteam eine Lebertransplantation plante, noch dass diese durchgeführt wurde. „Anfangs war es ein sehr seltsames Gefühl, zu wissen, dass jetzt ein fremdes Organ in meinem Körper arbeitet“, schildert Magdalena Falk. Sehr hilfreich empfand sie in dieser Situation neben den Gesprächen mit Familienangehörigen vor allem die umfassende psychologische Betreuung am UKW. Heute fühlt sie tiefe Dankbarkeit für die durch den Spender und den Eingriff gebotene zweite Chance: „Ich schätze das Leben jetzt noch viel mehr als vorher. Ich weiß, dass ich jetzt sehr gut auf mich und meine Gesundheit aufpassen muss, zum Beispiel was die Ernährung angeht. Auch sonst denke ich, dass ich weniger Risiken eingehen und noch vorsichtiger sein werde, beispielsweise im Straßenverkehr.“

Die Lebensenergie kehrt zurück

Ihren körperlichen Zustand in der ersten Zeit nach der Transplantation beschreibt sie als pure Schwäche. Schon wenige Schritte innerhalb des Krankenzimmers waren höchst anstrengend. „Aber mittlerweile habe ich das Gefühl, dass die Energie langsam zurückkehrt, dass es wieder zurück ins Leben geht“, freut sich die Oberfränkin. Seit etwa drei Wochen schafft sie die Wegstrecke zum Flügel oder in die Cafeteria des Krankenhauses.
Nach der OP verbrachte sie weitere drei Wochen auf der Intensivstation, wo sie schrittweise von der Beatmung entwöhnt wurde. Darauf folgten zwei Wochen auf einer Intermediate-Care-(IMC)-Station, die eine kontinuierliche Überwachung und intensive pflegerische Betreuung bietet. Seit gut drei Wochen ist sie auf einem normalen Stationszimmer des ZOM untergebracht und wartet aktuell noch auf einen Platz für eine etwa drei- bis vierwöchige Reha. Sie wird voraussichtlich lebenslang Immunsuppressiva einnehmen müssen. Außerdem muss sie anfangs alle drei Monate, später einmal pro Jahr zur Nachsorge ans UKW kommen. 
Ihre Perspektiven für ein weitgehend normales und langes Leben sind laut Prof. Lock sehr gut: „Eine Spenderleber hat im Vergleich zu anderen Organen wie Niere oder Lunge keine begrenzte Funktionsdauer. Man kann damit durchaus eine normale Lebenserwartung realisieren. Für Magdalena Falk ist ‚Viva la Vida‘ also sicherlich ein gutes und passendes Motto.“

Lebertransplantationen am UKW

Die erste Lebertransplantation am Uniklinikum Würzburg fand im Jahr 1992 statt. Seither wurde der anspruchsvolle Eingriff dort fast 300 Mal durchgeführt – mit einer durchschnittlichen Fünf-Jahres-Überlebensrate von über 70 Prozent. 

Wichtige Ereignisse für die Transplantationsmedizin am UKW in der nächsten Zeit sind die Jahresversammlung des Lebertransplantierte Deutschland e.V. im März 2026 und die  Jahrestagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG) im Oktober 2027.


Text: Pressestelle / UKW