Aktuelle Pressemitteilungen

Praxisnahes Prüfen in der Medizin

Seit 2020 ist sie an der Uni Würzburg Teil des Medizinstudiums: die Objective Structured Clinical Examination, kurz OSCE. Dabei durchlaufen Studierende eine Parcoursprüfung aus Szenarien, die sie im ärztlichen Beruf erwarten.

 

Typischer Prüfungsaufbau bei der OSCE: Prüfer (li.) und „Patient“ erwarten die Prüflinge an einer der Stationen.
Typischer Prüfungsaufbau bei der OSCE: Prüfer (li.) und „Patient“ erwarten die Prüflinge an einer der Stationen. (Bild: UKW)

Die Anspannung war bei den Prüfungsteilnehmenden am 12. und 13. Juli deutlich spürbar. Alle 12 Minuten waren die Studierenden im zehnten Semester mit neuen Stationen und wechselnden klinischen Herausforderungen konfrontiert. Die Aufgaben erstreckten sich dabei von Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie und Allgemeinmedizin über Innere Medizin bis hin zu Transfusions- und Notfallmedizin.

Absolviert wird der in doppelter Ausführung installierte Parcours parallel von bis zu 18 Studierenden in der Lehrklinik der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Die Prüfung findet einmal pro Semester statt, im Sommersemester durchliefen sie 136 Teilnehmende.

Studiendekanin Professorin Sarah König erklärt, dass diese Art des standardisierten Prüfens schon seit 2009 an der Medizinischen Fakultät besteht. Neu ist nun die komplexe inhaltliche Umsetzung mit klinischen Szenarien und Schauspielpersonen. Dies sind Vorboten der neuen Approbationsordnung, die nach aktuellem Stand ab Oktober 2027 umgesetzt wird: „Als Fakultäten werden wir die sogenannte Reifeprüfung vor Eintritt in den letzten Ausbildungsabschnitt abnehmen. Mit der OSCE wird sichergestellt, dass die Studierende über das anspruchsvolle Handwerkszeug verfügen“.

Sorgsam erarbeitete Szenarien

In den präsentierten Fällen steckt eine Menge Arbeit, wie Marc Appel weiß: „Die Planung mit Ausarbeitung und Organisation nimmt jedes Mal gut vier Monate in Anspruch, während zahlreiche Ärztinnen und Ärzte des Universitätsklinikums mit daran beteiligt sind“, so der Projektleiter und Koordinator für Digitalisierung am Zentrum für Studiengangsmanagement und -entwicklung.

Während später dann aber reale Kranke warten, haben es die Prüflinge beim OSCE zunächst mit Simulatoren und Schauspielpersonen zu tun. Bei einer Station muss etwa die Schnittwunde einer ungeduldigen Patientin genäht werden – natürlich nur am Silikonarm. Aber auch der besorgte Vater von Lukas möchte wissen, was seinem Sohn mit roten Flecken und Fieber fehlt. Hier ist die Kinderpuppe perfekt geschminkt.

In einem weiteren Zimmer wartet der Patient mit Gallenkolik und windet sich mit Oberbauchschmerzen. Er braucht möglichst bald passende Schmerzmittel. An anderer Stelle ist Teamwork gefragt: In der Notfallmedizin müssen zwei Prüflinge gleichzeitig, gemeinsam mit einer Pflegekraft, eine Reanimation durchführen. Eine schweißtreibende Aufgabe, die präzise Kommunikation erfordert.

Von dem Mehrwert der Prüfung ist auch Dr. Tobias Mühling, Leiter der Lehrklinik, überzeugt: „Der erfolgreiche Abschluss der Prüfung ist eine ideale Feuertaufe für die erwarteten Fähigkeiten im Praktischen Jahr. Dort werden die Studierenden in den Behandlungsteams am Universitätsklinikum und den Lehrkrankenhäusern ausgebildet.“

Virtuelle Patientin

Aus dem ohnehin ungewöhnlich breiten Aufgabenspektrum sticht eine Station besonders hervor: Eine junge Patientin kommt mit Bauchschmerzen ins Krankenhaus, zeigt nach kurzer Zeit zusätzlich Atembeschwerden und einen Ausschlag – so weit, so normal. Besonders ist aber nicht der Fall an sich, sondern dass es die Station in zweifacher Ausführung gibt. Eine Hälfte der Studierenden trifft auf eine Schauspielerin. Die andere Hälfte absolviert das gleiche Szenario in Virtual Reality. Dazu bekommen sie ein Brillendisplay aufgesetzt und Controller für die Steuerung in die Hand. Im Rahmen der begleitenden Ausbildungsforschung wird untersucht, ob beide Umsetzungsformen vergleichbar sind.

„Virtual Reality ist gerade in Sachen Standardisierung interessant für uns, weil so die Variable der Schauspielperson entfällt. Außerdem sind virtuelle Patientinnen und Patienten in der Lage, Symptome zu zeigen, die man nicht spielen kann,“ nennt Sarah König die Vorteile der Technik. Zukünftig sei es denkbar, weitere VR-Stationen in die OSCE einzubinden. Hier ist der erste Meilenstein dieser innovativen Entwicklung geschafft.

Prüfende am Tablet

Immer mit dabei sind die Prüfenden, die je eine Station besetzen, aufmerksam die Leistungen der Studierenden beobachten und die Bewertungen auf Checklisten mittels Tablet dokumentieren. Alles wird digital erfasst und über das Prüfungssystem „OSCEweb“ der Universität ausgewertet. Dies hat Alexander Hörnlein vom Rechenzentrum eigens für die spezifischen Anforderungen programmiert. Wie bei schriftlichen Prüfungen auch gibt es Bestehensgrenzen und Noten. „Die Prüfenden sind überwiegend habilitierte Ärztinnen und Ärzte, die von außerhalb kommen und uns im Rahmen ihrer Lehrverpflichtung bei der personalintensiven Arbeit unterstützen“, so König.

Hoher Aufwand, viel Ertrag

Die Umsetzung des Formats, gerade in der Würzburger Größenordnung, erfordert natürlich einiges an Ressourcen: „Von der Konzeption der Fälle über die ganzen beteiligten Personen vor Ort  – Prüfende, medizinisches Personal, studentische Hilfskräfte, Schauspielpersonen und mehr – bis hin zur Technik ist das natürlich sehr aufwändig“, weiß Sarah König. Mit den Ergebnissen und dem Feedback zeigt sich die Professorin sehr zufrieden. Das Format setze Anreize für die Studierenden, sich aktiv mit den praktischen und kommunikativen Aufgaben auseinanderzusetzen –  vor allem bei Themen, die sie selbst oft als schwierig einschätzen. Gerade dort sehe man oft die besten Ergebnisse. Sarah König ist überzeugt: „Prüfen stimuliert Lernen.“

Typischer Prüfungsaufbau bei der OSCE: Prüfer (li.) und „Patient“ erwarten die Prüflinge an einer der Stationen.
Typischer Prüfungsaufbau bei der OSCE: Prüfer (li.) und „Patient“ erwarten die Prüflinge an einer der Stationen. (Bild: UKW)

Leidenschaft für Labor und Lehre

Florian Kleefeldt ist neuer Juniorprofessor an der Universität Würzburg. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems bilden einen Schwerpunkt seiner Forschung, für die er bereits viele Preise erhalten hat.

Während seiner Doktorarbeit in der Anatomie hat Florian Kleefeldt seine Begeisterung für die Forschung und das Fach entwickelt.
Während seiner Doktorarbeit in der Anatomie hat Florian Kleefeldt seine Begeisterung für die Forschung und das Fach entwickelt. (Bild: privat)

Erst den Young Investigator Award, dann den Promotionspreis der Anatomischen Gesellschaft, anschließend eines der seltenen Graduiertenstipendien der Novartis-Stiftung und den Forschungsförderpreis der Vogel Stiftung und zuletzt den Orlovic Nachwuchsfonds Innovative Kardiologie: Dafür, dass Florian Kleefeldt erst seit kurzem Juniorprofessor für Anatomie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) ist, hat er schon erstaunlich viele Preise und Auszeichnungen erhalten.

Stammzellen für geschwächte Herzen

Auf der anderen Seite helfen ihm diese Preise dabei, seine Forschungsprojekte voranzutreiben. So nutzt er beispielsweise aktuell die 10.000 Euro aus dem Orlovic Nachwuchsfonds dafür, einen Aufenthalt in Boston zu finanzieren. Seit April 2023 ist er zu Gast am renommierten Harvard Stem Cell Institute der Harvard Universität. Dort bleibt er zwar seinem Forschungsschwerpunkt treu: kardiovaskuläre Erkrankungen wie beispielsweise Herzinsuffizienz, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Gleichzeitig erweitert er seinen Horizont von der Prävention hin zur Therapie.

„Nach einem Infarkt regeneriert das menschliche Herz nur sehr schlecht. Es ist nicht dazu in der Lage, von sich aus ausreichend neues Muskelgewebe zu bilden“, schildert Kleefeldt das Problem. Stammzellen könnten dafür die Lösung sein. Aus dem Körper des Patienten gewonnen, lassen sie sich dazu anregen, sich zu Herzmuskelzellen zu entwickeln und eine Art Miniaturgewebe zu bilden. Dieses könnte dann dem geschwächten Herz unterstützend zur Seite stehen. Ein anderer Ansatz, mit diesen Zellen ein neues Herz zu „drucken“, ist zwar ebenfalls denkbar; bis tatsächlich Kranke davon profitieren, ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Ein Protein schiebt den Alterungsprozess an

Schon seit seiner Doktorarbeit forscht Florian Kleefeldt an den Ursachen für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Bereits damals ist ein spezieller Akteur ins Fadenkreuz des jungen Wissenschaftlers geraten: das Protein CEACAM1, das die Alterung der Gefäße maßgeblich beeinflusst. Kleefeldt und das Forschungsteam am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Würzburg konnten damals zeigen, dass die Menge an CEACAM1-Molekülen mit steigendem Alter kontinuierlich wächst, und damit auch altersbedingte Schädigungen zunehmen.

Ohne dieses Protein zeigten sich deutlich geringere altersabhängige Veränderungen in den Gefäßen. „Das Gefäßsystem eines 80-Jährigen könnte ohne CEACAM1 so gut sein wie das eines 30-Jährigen“, sagt Kleefeldt überspitzt. Wäre das nicht der ideale Angriffspunkt für eine vorbeugende Therapie gegen Schlaganfall und Herzinfarkt? „Im Prinzip ja“, so der Wissenschaftler. Entsprechende Studien würden dazu bereits in den Startlöchern stehen. Die Frage ist nur, wann man mit solch einer Therapie beginnen sollte. Schließlich bauen sich die Schädigungen im Blutgefäß über einen langen Zeitraum auf.

Forschung an Krebs und Diabetes

Mit CEACAM1 hat sich Kleefeldt auch in anderen Forschungsprojekten beschäftigt. So spielt das Protein auch bei Krebserkrankungen der Haut, des Dickdarms, der Lunge und anderer Organe eine Rolle: Dort kommt es in metastasierenden Tumoren wesentlich häufiger vor als in örtlich begrenzten Tumoren. Und es sorgt dafür, dass metastasierte Tumorzellen auf ihrem Weg durch den Körper besser überleben. Wie das möglich ist, untersucht Kleefeldt gemeinsam mit seinem Team. „Wir wollen auch prüfen, ob sich CEACAM1 als therapeutisches Ziel zur Prävention und Behandlung metastasierender Tumoren eignet“, sagt er.

Und mit dem Forschungsförderpreis 2021 der Vogel Stiftung, der mit 25.000 Euro dotiert ist, untersucht Kleefeldt den Einfluss von CEACAM1 auf die diabetische Mikroangiopathie. Dabei geht es um die Grundlagen neuartiger Therapien bei Diabetes-Folgeerkrankungen mit dem Schwerpunkt, die bei Diabetikern häufig vorkommenden Sehbeeinträchtigungen oder gar eine Erblindung zu vermeiden.

Werdegang des Preisträgers

Florian Kleefeldt, Jahrgang 1991, ist in Niederstetten im Main-Tauber-Kreis aufgewachsen und hat an der Universität Würzburg Medizin studiert und parallel das Begleitstudium „Experimentelle Medizin“ absolviert, das für die biomedizinische Forschung qualifiziert.

Zur Doktorarbeit kam Kleefeldt in die Anatomie zu Professor Süleyman Ergün. Dessen Team gewann ihn final für die Wissenschaft: „Ich war und bin begeistert von der Forschung und der guten Betreuung hier.“ Die Begeisterung für dieses Fach spürt man auch beim transatlantischen Zoom-Call; sie hat dazu geführt, dass er mittlerweile Facharzt und seit Mai 2023 Juniorprofessor für Translationale Medizin ist.

Ein exzellentes Forschungsumfeld

Würzburg biete ihm ein exzellentes Forschungsumfeld und passe gut zu seinem translationalen Ansatz – also dem Ziel, Forschungsergebnisse möglichst schnell zum Patienten zu bringen. Die Universitätsklinik und das Rudolf-Virchow-Zentrum, die Biodatenbank und das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz, das Comprehensive Cancer Centre mit seiner Early Clincal Trials Unit in direkter Nachbarschaft bieten ihm „unglaublich viele Chancen“ für seine Forschung.

„Am Anfang meines Medizinstudiums hatte ich natürlich auch die Vorstellung, dass ich später mit dem Stethoskop um den Hals in der Klinik am Krankenbett stehe“, schildert Kleefeldt seinen Werdegang. Während seiner Praktika habe er jedoch gemerkt, dass ihm das nicht reicht. Zwar sei die moderne Medizin in der Lage, viele Krankheiten zu heilen. In etlichen Fällen gelingt dies allerdings nicht. Dort sei die Forschung gefragt, um neue Antworten auf bislang ungelöste Fragen zu geben. Eine Aufgabe, die den Mediziner mehr gereizt hat als die Arbeit in der Klinik.

Enger Kontakt zu den Studierenden

Was ihn neben der Arbeit in den gut ausgestatteten Labors der Würzburger Anatomie an diesem Fach begeistert, ist der enge Kontakt zu Studierenden. Kleefeldt ist Dozent in fast allen Lehrveranstaltungen des Instituts – angefangen bei den mikroskopischen Übungen, die sich mit Zellstrukturen, Geweben und Organen befassen, bis zu den makroskopischen Übungen am menschlichen Körper, dem sogenannten „Präp-Kurs“.

„Dieser Kurs ist sehr intensiv“, sagt Kleefeldt. Zum einen, weil er mit einem hohen Lernaufwand verbunden ist. Zum anderen natürlich, weil der Kontakt mit einem Verstorbenen und die Arbeit daran prinzipiell eine besondere Erfahrung ist. „Hier hat man die Möglichkeit, den menschlichen Körper in einem wortwörtlichen Sinne zu ‚begreifen‘. Dafür sind wir den Menschen, die sich für die medizinische Ausbildung vermachen, sehr dankbar“, sagt der Anatom.

Dies ermögliche den Studierenden ein Verständnis des menschlichen Körpers, das für ihre spätere medizinische Tätigkeit immens wichtig sei und nicht durch Bücher oder Videos ersetzt werden könne. In dieser Zeit würden viele Studierende in ihrer persönlichen Entwicklung einen großen Schritt machen. Dies mitzuerleben, fasziniert Kleefeldt jedes Jahr aufs Neue.

Kontakt

Prof. Dr. Florian Kleefeldt, Institut für Anatomie und Zellbiologie, Universität Würzburg, T: +49 931 31-80681, florian.kleefeldt@ uni-wuerzburg.de

 

einBlick - Das Onlinemagazin der Universität Würzburg vom 05.09.2023

Während seiner Doktorarbeit in der Anatomie hat Florian Kleefeldt seine Begeisterung für die Forschung und das Fach entwickelt.
Während seiner Doktorarbeit in der Anatomie hat Florian Kleefeldt seine Begeisterung für die Forschung und das Fach entwickelt. (Bild: privat)

Den Geheimnissen der Immunzellen auf der Spur

Anna Lippert ist neue Juniorprofessorin für Systemimmunologie an der Uni Würzburg. Mit ihrer Forschung will sie die Grundlage schaffen für eine gezieltere Behandlung von Krebs- und Immunerkrankungen.

Wie Immunzellen ihre mechanische Umgebung wahrnehmen, darüber ist kaum etwas bekannt. Sie will das ändern: Anna Lippert ist neue Juniorprofessorin für translationale Medizin an der JMU.
Wie Immunzellen ihre mechanische Umgebung wahrnehmen, darüber ist kaum etwas bekannt. Sie will das ändern: Anna Lippert ist neue Juniorprofessorin für translationale Medizin an der JMU. (Bild: Sebastian Hofmann / Uni Würzburg )

Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger haben eine Reihe ausgeklügelter Strategien entwickelt, um vom menschlichen Immunsystem unentdeckt zu bleiben. Sie täuschen, tarnen und töten. Wie es unseren Immunzellen trotzdem gelingt, sie zu identifizieren und auszuschalten, das erforscht Anna Lippert. Seit Mai ist sie neu als Juniorprofessorin für translationale Medizin am Institut für Systemimmunologie der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg.

„Man weiß heute schon eine Menge darüber, wie Immunzellen ihre Umgebung auf chemischer Ebene wahrnehmen“, erklärt die Wissenschaftlerin, „beispielsweise, dass sie infizierte Zellen bzw. deren charakteristische Molekülstruktur mithilfe von Rezeptoren erkennen.“ Neben chemischen spielten aber auch veränderte physische Eigenschaften kranker Zellen eine wichtige Rolle, etwa die charakteristische Steifigkeit virenbefallener Zellen. „Und wie unser Immunsystem diese Merkmale wahrnimmt, das ist kaum erforscht.“

Grundlagenforschung soll zur Entwicklung schonenderer Therapien dienen

Lipperts Ziel: Entschlüsseln, wie unser Immunsystem tickt und Immunzellen genetisch so verändern, dass sie Zellen mit bestimmten Eigenschaften gezielt ausschalten. „Könnten wir einer Immunzelle beispielsweise beibringen, besonders weiche Zellen zu töten, hätten wir einen möglichen Ansatz für die Bekämpfung von Krebs“, so die Forscherin. „Krebsbefallene Zellen verfügen nämlich in der Regel über ein weicheres Zellskelett als gesunde Zellen.“

Perspektivisch könnte die Grundlagenforschung so dazu beitragen, klassische Chemotherapien durch schonendere und gezieltere Behandlungen zu ersetzen – oder auch verhindern, dass Immunzellen gesunde Zellen angreifen, wie es bei Autoimmunerkrankungen der Fall ist. „Auch Neuropathien, also Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose (MS), könnten wir durch unsere Forschung besser verstehen.“

Internationale Forschung

Von der University of California in Berkeley und der Cambridge University, wo Lippert bisher im Rahmen eines Henry-Wellcome-Fellowships forschte, bringt sie mehrere Forschungsprojekte mit nach Würzburg. „Ein Fokus meiner Arbeit ist das Verständnis, wie Immunzellen ihre mechanische Umgebung wahrnehmen“, erzählt Lippert. „Die Zellen in unserem Körper verändern ihre Steifigkeit bei Entzündungen und Krankheiten wie Krebs, und unsere Immunzellen sind diesen Veränderungen ausgesetzt und können sie erkennen. Wenn wir verstehen, wie sie dies tun, können wir gezielte Immuntherapien entwickeln, die die Steifigkeit von Geweben verändern oder Immunzellen weniger oder empfindlicher für diese Steifigkeitsänderungen machen.“ Zudem erforscht die Juniorprofessorin die molekulare Funktion von Antikörpern bei Neuropathien und den Zusammenhang zwischen Zytoskeletten und der Aktivierung von Immunzellen von Patienten mit Immundefekten.

Vor ihrer Zeit in Berkeley und Cambridge schloss Lippert ihre Doktorarbeit an der University of Oxford ab zum Thema „Wie aktivieren Antikörper Immunzellen?“. Ihren Master in „Integrated Life Sciences absolvierte sie am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen, ihren Bachelor in „Integrated Life Sciences“ ebenfalls in Erlangen.

Über das Institut für Systemimmunologie

Die Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie ist eine Initiative der Uni Würzburg und der Max-Planck-Gesellschaft (MPG). Ihr Ziel ist exzellente immunologische Forschung: Rund 50 internationalen Forschende untersuchen die Entwicklung und Funktion des Immunsystems. Ihr Fokus liegt auf der Erforschung der Immunantwort gegen Infektionserreger, chronisch entzündliche Erkrankungen und Tumore, um neue Konzepte und Strategien für Impfstoffe und Immuntherapien zu entwickeln.

Kontakt

Prof. Dr. Anna Lippert, Juniorprofessorin für translationale Medizin, anna.lippert@ uni-wuerzburg.de

 

einBlick - Das Onlinemagazin der Universität Würzburg vom 05.09.2023

Wie Immunzellen ihre mechanische Umgebung wahrnehmen, darüber ist kaum etwas bekannt. Sie will das ändern: Anna Lippert ist neue Juniorprofessorin für translationale Medizin an der JMU.
Wie Immunzellen ihre mechanische Umgebung wahrnehmen, darüber ist kaum etwas bekannt. Sie will das ändern: Anna Lippert ist neue Juniorprofessorin für translationale Medizin an der JMU. (Bild: Sebastian Hofmann / Uni Würzburg )

UKW-Pflege beim Würzburger Stadtfest am 15 und 16. September

Arbeitsbereiche werden vorgestellt / Informationen zum Angebot „FLEX4UKW“ / Tolle Angebote für Kinder

Die Pflege am UKW präsentiert sich am 15. Und 16. September beim Würzburger Stadtfest auf dem Oberen Markt.
Die Pflege am UKW präsentiert sich am 15. Und 16. September beim Würzburger Stadtfest auf dem Oberen Markt. Foto: UKW / Salih Usta

Würzburg. Die Pflege am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) präsentiert sich mit einem eigenen Informationsstand beim Würzburger Stadtfest am 15. und 16. September auf dem Oberen Markt in der Würzburger Innenstadt. Am Freitag informieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen Arbeitsbereiche ab 14 Uhr und am Samstag ab 9.30 Uhr über die verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeiten an der unterfränkischen Uniklinik.

Zudem gibt es die Möglichkeit, sich über das neue Angebot FLEX4UKW aus erster Hand zu informieren. Das neue Flexteam FLEX4UKW ist im November 2022 am Uniklinikum Würzburg gestartet und verzeichnet inzwischen bereits über 200 Einstellungen. Das Konzept: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können bei FLEX4UKW ihre Dienstpläne frei gestalten und bestimmen damit individuell ihre Arbeitszeit und ihren Arbeitsumfang selbst. Organisiert wird das innovative Ausfallmanagement über ein eigens installiertes Flexbüro.

Zudem gibt es am Stand der UKW-Pflege tolle Angebote für Kinder, etwa Kinderschminken, eine spezielle Gucklochwand im UKW-Design und ein Glücksrad mit tollen Gewinnen.

Termininfos auf einen Blick:

UKW-Pflege auf dem Würzburger Stadtfest
Freitag, 15. September ab 14 Uhr
Samstag, 16. September ab 9.30 Uhr

Wo: Oberer Markt (gegenüber Mc Donalds)

Mehr Informationen: zu FLEX4UKW:

www.ukw.de/flex4ukw/ 

„Forschung hilft“: Zweiter Benefiz-Krimi erschienen

Der zweite historische Würzburg-Krimi von Prof. Dr. Alexander Meining ist erschienen. Wie schon beim vorangegangenen Band spendet der stellvertretende Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg das Autorenhonorar an „Forschung hilft“, die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Würzburger Universität.

Prof. Dr. Alexander Meining vom Uniklinikum Würzburg ist der Autor des historischen Kriminalromans „Würzburger Dynamit“.
Prof. Dr. Alexander Meining vom Uniklinikum Würzburg ist der Autor des historischen Kriminalromans „Würzburger Dynamit“. Bild: Elke Kunkel Fotographie Würzburg

Würzburg. Würzburger Dynamit – so heißt der zweite von Alexander Meining verfasste historische Würzburg-Krimi. Das im Gmeiner Verlag erschienene Taschenbuch kann ab 13. September 2023 im Buchhandel und online erworben werden. Das verkaufsabhängige Autorenhonorar und die Einnahmen aus Lesungen spendet der Autor erneut an die Stiftung „Forschung hilft“. Diese fördert besonders hoffnungsvolle Krebsforschungsprojekte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Der Freizeit-Schriftsteller Meining ist auch in seinem beruflichen Leben eng mit der Würzburger Universitätsmedizin und dem Thema Krebs verbunden: Als Professor fungiert er als stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg und leitet dort den Schwerpunkt Gastroenterologie. Die Recherche zu geschichtlichen Hintergründen und das Verfassen von Romanen empfindet er als Ausgleich zu seinem ärztlichen Arbeitsalltag. 

Nachfolger von „Mord im Ringpark“

Vor ziemlich genau einem Jahr erschien unter dem Titel „Mord im Ringpark“ sein erster Würzburg-Krimi, ebenfalls mit Benefiz-Anteil für „Forschung hilft“. „Ich konnte gar nicht so recht einschätzen, wie das Buch in der Öffentlichkeit ankommen würde. Umso mehr habe ich mich – auch für die Stiftung – gefreut, dass sich das Buch bislang sehr gut verkauft hat“, schildert Meining.

Signierstunde am 30. September

Zum Erscheinen des zweiten Bandes findet am Samstag, den 30. September 2023 von 11:00 bis 14:00 Uhr eine Signierstunde statt. Veranstaltungsort ist die Würzburger Buchhandlung Hugendubel, Kürschnerhof 4-6. Neben dem Kontakt zum Autor ist der Termin auch eine Gelegenheit, die Stiftung „Forschung hilft“ kennenzulernen. „Wir freuen uns nicht nur über die Neuerscheinung und die damit verbundenen Spenden, sondern gerade auch über solche Begleitveranstaltungen“, betont Gabriele Nelkenstock. Die Vorsitzende des Stiftungsrats von „Forschung hilft“ fährt fort: „Dieser Rahmen, mitten im Alltagsleben, ist eine wunderbare Möglichkeit, sich unkompliziert und niederschwellig über Themen der Tumorforschung und Krebstherapie auszutauschen.“

Über das Buch

„Würzburger Dynamit“ spielt im Jahr 1888 und wie schon im ersten Band ist Georg Hiebler, ein junger Beamter des bayerischen Innenministeriums, als Ermittler im Einsatz. Denn während der Hundertjahrfeier des bayerischen Königs Ludwig I. explodiert in München eine Bombe. Rasch wird ein Attentat auf die königliche Familie vermutet. Die Spur führt nach Würzburg zu einer Anarchistengruppe. Der Fall scheint schnell gelöst, doch dann besucht der Prinzregent die Residenzstadt am Main – und der eigentliche Attentäter erwartet ihn bereits.
Das 224 Seiten starke Buch kostet 12 Euro. Als E-Book ist es für 9,99 Euro zu haben.
Wer die Stiftung „Forschung hilft“ weiter voranbringen will, kann außerdem auf folgendes Konto spenden: 
Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN: DE19 7905 0000 0000 0655 65
BIC: BYLADEM1SWU

Prof. Dr. Alexander Meining vom Uniklinikum Würzburg ist der Autor des historischen Kriminalromans „Würzburger Dynamit“.
Prof. Dr. Alexander Meining vom Uniklinikum Würzburg ist der Autor des historischen Kriminalromans „Würzburger Dynamit“. Bild: Elke Kunkel Fotographie Würzburg

KIWI Vortrag "Schulvorbereitung für die Schreibmotorik" am 17. Oktober 2023

Am Dienstag, 17.10.2023 bietet die Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation (Uni-Kinderklinik) KIWI e.V. ab 19.30 Uhr wieder einen Vortrag zum Thema "Schulvorbereitung für die Schreibmotorik" an.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wann:             17.10.2023 um 19.30 Uhr

Wo:                 Hörsaal der Kinderklinik, D 31, Josef-Schneider-Str. 2, 97080 Würzburg

Referentin:     Anne Gräbner, Ergotherapeutin und Linkshänderberaterin

Dauer:            ca. 1,5 Stunden

Veranstalter:  KIWI e.V.  (Informationen unter 09305/1415)

Phon-O-Ton Folge 11 – Ausgabe August 2023: Der Kehlkopfschrittmacher Teil II

Der phoniatrische Wissenspodcast zum Mitnehmen. Ein Format des IZSS.

Bildmotiv Podcast Phon-O-Ton

Die Forschung zur beidseitigen Lähmung der Stimmlippen schreitet voran.

In Folge 08 hat uns eine Patientin bereits berichtet, welche Veränderungen im Alltag eine solche Erkrankung bedeuten kann. Sie entschied sich damals für einen besonderen Weg und hat sich im Rahmen eine Studie einen Kehlkopfschrittmacher implantieren lassen. 10 Jahre sind seitdem vergangen.

In unserem Interview berichtet Sie über diese Zeit, Ihre Beschwerden und das Leben mit dem Kehlkopfschrittmacher.

Hier geht es zum Podcast Folge 11

Alle bisherigen Folgen stehen Ihnen auch hier auf der Webseite des IZSS zur Verfügung.

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Phon-O-Ton gibt Patientinnen und Patienten eine Stimme – News zum Hören

In dem Podcast berichten Patientinnen und Patienten im Gespräch über ihre Erfahrungen mit ihrer Erkrankung und deren Behandlung. Zu ihren Geschichten werden zusätzliche medizinische Informationen gegeben. 
Der Podcast richtet sich an Studierende, Therapeutinnen und Therapeuten, die Pflege, aber auch interne und externe ärztliche Kolleginnen und Kollegen sowie alle Interessierten.

Wie abonniere ich den Podcast?

Der Podcast kann über unseren YouTube-Kanal gehört werden. Abonnieren Sie dazu unseren Kanal und aktivieren Sie die Benachrichtigung für neue Videos. 

Zentrum für Stimme und Schlucken (IZSS)

Das Interdisziplinäre Zentrum für Stimme und Schlucken (IZSS) beschäftigt sich mit Stimm- und Schluckstörungen. Wir betreuen Patientinnen und Patienten aller Altersstufen vom Säugling bis zum Hochbetagten. Ziel des Zentrums ist die interdisziplinäre und multiprofessionelle Versorgung sowie die langfristige Anbindung der Patientinnen und Patienten.

Alle Infos zum IZSS finden Sie hier