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Uniklinikum Würzburg: Per Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik

Am Uniklinikum Würzburg haben auch fachfremde Beschäftigte die Möglichkeit, sich zur Fachkraft für Lagerlogistik weiter zu qualifizieren oder auszubilden – unabhängig von ihrem Alter und ihren Vorqualifikationen. Dieser Herausforderung stellten sich in den vergangenen zwei Jahren zwei erfahrene Mitarbeiter „um die 50“ des Zentrallagers und drückten nochmals erfolgreich die Schulbank.

Die Logistik gehört zu den elementaren Bereichen jedes Klinikums, denn ohne Logistik läuft nichts“, betont Tobias Firnkes. Der Leiter des Geschäftsbereichs „Wirtschaft und Versorgung“ am Uniklinikum Würzburg (UKW) fährt fort: „Deshalb benötigen wir mehr denn je gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn diese tragen zu einem reibungslosen Ablauf innerhalb des Klinikums bei.“ Nach seinen Worten entwickelte sich in dem von ihm geführten Geschäftsbereich gerade das Zentrallager in der letzten Zeit zu einem „Qualifizierungsmotor“. So wird dort seit mittlerweile vier Jahren zur Fachkraft für Lagerlogistik ausgebildet. „Allerdings sind wir im Sinne der Personalentwicklung sehr daran interessiert, auch fachfremden Beschäftigten die Möglichkeit zu bieten, sich zur Fachkraft für Lagerlogistik weiter zu qualifizieren oder auszubilden – unabhängig von ihrem Alter und ihren Vorqualifikationen“, sagt Firnkes und liefert auch gleich einen der Gründe für diese Haltung: „Gemäß dem Tarifsystem des öffentlichen Dienstes müssen wir ungelernte Lageristen in einer vergleichsweise niedrigen Entgeltstufe einordnen. Wenn diese Mitarbeiter dann die selben Aufgaben erfüllen, wie die spürbar besser bezahlten Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik, kann das die innerbetriebliche Harmonie stören. Unter anderem deshalb sollen nach Möglichkeit in absehbarer Zeit nur noch Fachkräfte in unserem Zentrallager arbeiten.“

Weiterbildungskonzept aufgesetzt

Vor diesem Hintergrund entwickelten der Geschäftsbereichsleiter und sein Team – gut beraten durch die Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt und die Handwerkskammer für Unterfranken – ein Weiterbildungskonzept für ungelernte Lagerkräfte am UKW. „Von der wirtschaftlichen Seite wurde dieses möglich durch das Programm WeGebAU der Bundesagentur für Arbeit“, schildert Silke Götz, die als Leiterin der Abteilung Einkauf im Geschäftsbereich „Wirtschaft und Versorgung“ nach Fördermöglichkeiten recherchiert hatte. WeGebAU steht für „Weiterbildung geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“. Neben weiteren Leistungen wurde dem UKW aus diesem Programm ein Arbeitsentgeltzuschuss gezahlt. 

Zwei Jahre an der Berufsschule Kitzingen-Ochsenfurt

Umgesetzt wurde das Konzept am Klinikum erstmals mit Michael Funk (Jahrgang 1974) und Marco Herbert (1970), die beide seit dem Jahr 2014 im Zentrallager des UKW in der Inneren Aumühle arbeiten. Obwohl sie jeweils jahrzehntelange Berufserfahrung in der Lagerlogistik haben, galten sie bis vor kurzem nicht als Fachkräfte, da ihnen der entsprechende Ausbildungsabschluss fehlte. Sie starteten im September 2019 berufsbegleitend in die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik an der Berufsschule Kitzingen-Ochsenfurt. Normalerweise dauert diese drei Jahre, wird aber bei entsprechender Vorbildung – wie im Fall der beiden UKW-Mitarbeiter – auf zwei Jahre verkürzt. Der Unterricht erfolgt in Teilzeit, was bedeutet, dass Funk und Herbert im ersten Schuljahr an jeweils zwei Tagen pro Woche statt ins Zentrallager zur Schule nach Kitzingen fuhren. Im zweiten Jahr reduzierte sich dies auf einen wöchentlichen Schultag.

„Gerade das erste Vierteljahr war durch den umfangreichen Lernstoff schon heftig“, erinnert sich Marco Herbert. Als belastend fand er dabei weniger die fachspezifischen, sondern vielmehr die allgemeinen Lernfelder, wie Politik und Gesellschaft oder Fachrechnen. „Zum Glück hat es sich dann aber soweit eingefahren, dass ich es durchziehen konnte“, ist Herbert heute froh.

Auch für Michael Funk war die Umschulung kein reiner Spaziergang: „Wenn der letzte Schulbesuch rund 30 Jahre zurückliegt, muss man erst wieder lernen zu lernen.“ 

Mit dem Lockdown der im Frühjahr 2021 in Deutschland einsetzenden Corona-Pandemie änderte sich an der Berufsschule die Unterrichtsform vom Präsenzunterricht zum Home Schooling über eine Online-Konferenzplattform. „Bis zu den Abschlussprüfungen im Juli 2021 gab es in Abhängigkeit vom aktuellen Inzidenzwert in Kitzingen dann ein Wechselspiel aus Präsenz- und Online-Unterricht“, schildert Funk. Am Ende erreichten beide Berufsschüler sehr gute Abschlussnoten und sind stolz auf das Geleistete.

Unterstützt von den Kollegen

„Dass die Maßnahme so gut gelingen konnte, lag zu einem guten Teil auch daran, dass die Kollegen von Michael Funk und Marco Herbert dankenswerterweise bereit waren, die durch die Schultage hervorgerufenen Fehlzeiten aufzufangen“, betont Jens Sesselmann, der Leiter des Zentrallagers. 

„Unter dem Strich ist die ganze Sache idealtypisch gelaufen. Frau Götz, Herr Sesselmann und ich gratulieren unseren neuen Fachkräften herzlich zum Ausbildungserfolg. Persönlich würde ich mich freuen, wenn sich weitere Klinikumsbeschäftigte in einer ähnlichen Lebens- und Berufssituation für eine solche Umschulung entscheiden. Hierauf arbeiten Frau Götz und ich hin“, fasst Tobias Firnkes zusammen.

 

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Würzburger Universitäts-Frauenklinik: 3D-Modell des weiblichen Beckens ausgezeichnet

Das von Dr. Matthias Kiesel von der Würzburger Universitäts-Frauenklinik und seinem Team entwickelte Schulungsmodell des weiblichen Beckens kam bei der Deutschen 3D-Druck-Challenge 2021 auf den ersten Platz.

 

Hinter der Deutschen 3D-Druck-Challenge steht Innosüd, ein Verbund aus den Hochschulen Neu-Ulm und Biberach sowie der Technischen Hochschule und der Uni Ulm. Gesucht werden Ideen zu neuen, vermarktungsfähigen 3D-gedruckten Produkten. Bei der zweiten Ausgabe des Wettbewerbs am 21. Oktober 2021 in Neu-Ulm kam unter 50 Einsendungen ein anatomisches Schulungsmodell des weiblichen Beckens auf den ersten Platz. Entwickelt wurde es von der Ingenieurin Inga Beyers, dem Informatiker Adam Kalisz und dem Gynäkologen Dr. Matthias Kiesel. Letzterer ist Assistenzarzt an der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg. An dem Modell arbeitete er in seiner Freizeit. „Wir haben unser Produkt auf die wichtigsten medizinischen Aspekte reduziert, die gebraucht werden, um jemanden eine gynäkologische Untersuchung beizubringen“, erläutert Dr. Kiesel. Für eine noch bessere Anschaulichkeit sei das Demonstrationsobjekt in 24 Einzelteile zerlegbar. „Das Zusammenfügen der ‚Puzzle-Teile‘ fördert das aktive Lernen und ein besseres Einprägen der anatomischen Strukturen“, ist sich Dr. Kiesel sicher.

Nach seinen Angaben ist der geplante Verkaufspreis des Modells mit dem Markennamen Pelvisio deutlich günstiger als der von schon auf dem Markt verfügbaren Produkten. 

 

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Else Kröner Center in Mwanza eröffnet

Was in den 1960er-Jahren als Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza begann, hat sich zu einer intensiven humanitär-medizinischen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit entwickelt, die im August 2020 in der Gründung des „Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies“ gipfelte. Nach einer pandemiebedingten Verzögerung haben Vertreterinnen und Vertreter aller am Projekt beteiligter Einrichtungen jetzt das Center offiziell in Mwanza eröffnet.

In der Region um Mwanza am Viktoriasee leben rund 16 Millionen Menschen. Weil es an sanitären Einrichtungen mangelt und das Gesundheitssystem Tansanias in den ländlichen Regionen nur eine Basisversorgung bietet, sind viele von ihnen von sogenannten „armutsassoziierten vernachlässigten Tropenkrankheiten“ (NTDs – Neglected Tropical Diseases) betroffen. So leiden zum Beispiel über 70 Prozent an Schistosomiasis, einer durch Süßwasserkontakt übertragenen Wurminfektion, die unter anderem zu Schäden an Darm, Leber und Milz und im schlimmsten Fall zum Tod führt.

Ein multidisziplinäres Programm zur Bekämpfung der Schistosomiasis nimmt deshalb einen besonderen Stellenwert in der Arbeit des im August 2020 gegründeten „Else Kröner Center Würzburg – Mwanza“ (EKC) ein. Zusammengeschlossen haben sich darin die Universität und das Universitätsklinikum Würzburg, die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, das Würzburger Missionsärztliche Institut und die Catholic University of Health and Allied Sciences (CUHAS) sowie das Bugando Medical Center in Mwanza. 

Bessere Gesundheitsversorgung rund um Mwanza

Ziel ist es, mit einer Reihe von medizinischen und humanitären Projekten für eine verbesserte Gesundheitsversorgung der Bevölkerung rund um Mwanza am Viktoriasee zu sorgen und den medizinischen Austausch zwischen den beiden Standorten zu intensivieren. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt das Projekt über einen Zeitraum von fünf Jahren mit 2,5 Millionen Euro.

Eigentlich sollte die offizielle Eröffnungsfeier für das neue Zentrum bereits im November 2020 stattfinden. Wegen Corona musste sie allerdings verschoben werden. Jetzt konnte sie endlich stattfinden; eigens dafür nach Mwanza angereist war eine Delegation der Würzburger Projektbeteiligten. 

Feierliche Eröffnung am Rande des Viktoriasees

Anwesend waren unter anderem die Professoren der Universität und des Universitätsklinikums Matthias Frosch und Oliver Kurzai, die gemeinsam Leiter des Projekts sind, und Jürgen Deckert sowie Dr. Christa Kasang von der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe und Dr. Andreas Müller vom Missionsärztlichen Institut. Begleitet wurden sie von Dr. Judith von Heusinger als Vertreterin der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Gemeinsam mit den tansanischen Partnern, Professor Stephen Mshana von der Catholic University for Health and Allied Sciences (CUHAS) und dem Bugando Medical Center (BMC) wurde die Eröffnungsfeier am Donnerstag, 11. November 2021, in Anwesenheit der Exzellenzen Bischof Severine Niwemugizi (Bistum Rulenge-Ngara, Chairman des Universitätsrats von CUHAS) und Bischof Eusebius Nzigilwa (Bistum Mpanda, Chairman der Strategie- und Finanzkommission CUHAS) am Rande des Viktoriasees abgehalten.

Im Rahmen ihres Afrikabesuches werden die Mitglieder der Delegation zahlreiche Projektstätten besichtigen und Weichen für die kommenden Monate stellen. Unterstützung erhält das EKC dabei von den Partnerstädten Würzburg und Mwanza. Auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Mitglied im Beirat des neuen Zentrums, ist in Begleitung von Monika Kraft, der stellvertretenden Leiterin des Fachbereichs Jugend und Familie im Würzburger Rathaus, vor Ort, um sich ein Bild von den gemeinschaftlichen Projekten zu verschaffen und die Städtepartnerschaft weiter auszubauen. 

Zahlreiche gemeinsame Projekte

Als Forschungs- und Gesundheitszentrum soll das EKC in den kommenden Jahren die bestehende medizinische und wissenschaftliche Zusammenarbeit der Projektpartner in einem strukturierten und nachhaltigen Rahmen zusammenführen und ausbauen. Die Aktivitäten des EKC umfassen unter anderem gemeinsame Forschungsprojekte, Austauschprogramme für Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden sowie die Entwicklung gemeinsamer Studiengänge in den Bereichen Biostatistik & Epidemiologie und Globale Gesundheit. Im Rahmen von Weiterbildungsprogrammen können auch Fachärztinnen und -ärzte im gegenseitigen Austausch voneinander lernen. Herzstück der kommenden Jahre ist das Programm zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten. Im Kampf gegen die Schistosomiasis bedeutet dies konkret: Unter dem Dach des EKC wird Aufklärungsarbeit geleitet und Personal gezielt für die Diagnose der Infektionskrankheit ausgebildet. Damit wird die Möglichkeit zu einer kostenlosen Untersuchung auf Schistosomiasis geschaffen. Zudem wird der Zugang zur Medikamentenversorgung und damit zu einer Behandlung der Krankheit für einen breiten Teil der Bevölkerung erleichtert. 

Weitere Informationen zu den Projekten, Austauschprogrammen und den beteiligten Partner sind unter https://www.wuerzburg-mwanza.de zu finden.

Stimmen von der Eröffnungsfeier

„Die Förderung als Else Kröner Center ermöglicht es uns, die langjährige wissenschaftliche und klinische Partnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza weiter zu intensivieren. Davon profitieren beide Seiten - sowohl im Hinblick auf wissenschaftliche Projekte, als auch bei der Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler." Prof. Oliver Kurzai

„Eine Förderung in Höhe von 2,5 Millionen Euro für eine Projektlaufzeit von fünf Jahren auszuschreiben, war für die Else Kröner-Fresenius Stiftung ein Novum. Wir haben uns allerdings ganz bewusst dafür entschieden, mit einer so hohen Fördersumme vor allem Projekte zu unterstützen, die langfristig wirken.“ Dr. Judith von Heusinger, Else Kröner-Fresenius Stiftung

„Alle beteiligten Partner freuen sich außerordentlich, jetzt – mit einer Verspätung von einem Jahr aufgrund von Corona – das neue Zentrum feierlich zu eröffnen. Ich bin besonders dankbar, dass trotz Corona im letzten Jahr schon sehr viel passiert ist – das zeigt wie stabil die Kooperation zwischen den Partnern mittlerweile ist.“ Prof. Matthias Frosch

„Das neue Zentrum ermöglicht es uns, Gesundheitsbedrohungen, die speziell in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auftreten, durch eine effektive Forschungszusammenarbeit anzugehen.“ Prof. Stephen Mshana, CUHAS University Mwanza

 

Pressemitteilung des Else Kröner Center - Würzburg-Mwanza vom 11. November 2021 herunterladen

Risikofaktor Diabetes: Wie erhöhter Blutzucker Herz und Nieren schadet

Die Zuckerkrankheit ist eine der häufigsten Ursachen für eine Herzschwäche und Niereninsuffizienz. Fatal ist, dass alle drei Erkrankungen still und leise kommen. Umso wichtiger ist die Früherkennung!

If not now, when? Wann, wenn nicht jetzt? So lautet das Motto des diesjährigen World Diabetes Day am 14. November. Die International Diabetes Federation (IDF) fordert mit ihrer Kampagne für jeden Diabetiker Zugang zu einer entsprechenden Versorgung, also zu Insulin und Medikamenten, Selbstkontrolle, Aufklärung und psychologischer Unterstützung sowie zu gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung. Nicht nur Diabetologen, sondern auch Kardiologen und Nephrologen des Universitätsklinikums Würzburg unterstützen dieses Motto von ganzem Herzen. Schließlich ist die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) eine der häufigsten Ursachen für Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen. Ein gut eingestellter Blutzucker und regelmäßige Herz- und Nierenchecks sind daher essentiell für Diabetiker. 

Laut der International Diabetes Federation (IDF) leben 463 Millionen Erwachsene weltweit mit Diabetes. Jede zweite Diabetes-Erkrankung bleibt lange unentdeckt. 232 Millionen Betroffene leben demnach mit Diabetes, ohne es zu wissen. Ein erhöhter Blutzucker tut erst einmal nicht weh, was die Erkrankung umso fataler macht. Betroffene sterben im Schnitt fünf bis zehn Jahre früher, meist weil der Diabetes zu spät diagnostiziert und behandelt wird, die Nieren oder das Herz versagen. 

Das Herz-Nieren-Diabetes-Dilemma

Eine besonders unglückliche Kombination ist die Trias aus Diabetes, chronischer Nierenerkrankung und Herzinsuffizienz, wie Prof. Dr. Martin Fassnacht, der Leiter der Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Würzburg erklärt. In einer zusammenfassenden Analyse vieler Studien (1) wurde bei Menschen mit Diabetes ein sechsfach höheres Risiko für die Entwicklung eines Nierenversagens mit anschließend erforderlicher Nierenersatztherapie festgestellt, als bei Menschen ohne Diabetes. Viele sterben während des Fortschreitens der Nierenerkrankung an kardiovaskulären Ursachen. Tatsächlich ist die Kombination von Diabetes und chronischer Niereninsuffizienz stark mit Herz-Kreislauferkrankungen und einer höheren Morbidität und Sterblichkeit verbunden (2).

Am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) werden schon seit vielen Jahren die wechselseitigen Erkrankungen erforscht. Man dürfe die Herzinsuffizienz nicht als isolierte Erkrankung des Herzens ansehen, sondern als Systemerkrankung, sagt Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Herzinsuffizienz-Ambulanz am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI). „Mehr als die Hälfte der Patienten mit Herzinsuffizienz haben sieben oder mehr Begleiterkrankungen!“ Die häufigste Begleiterkrankung ist der hohe Blutdruck mit 66 Prozent, gefolgt von chronischer Niereninsuffizienz mit 50 Prozent, Diabetes mit 32 Prozent und Übergewicht mit 26 Prozent. 

Je eher jedoch eine Funktionsstörung der Niere oder des Herzens entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Eine chronische Herz- oder Niereninsuffizienz ist bislang nicht heilbar, aber das Fortschreiten der Erkrankung lässt sich verlangsamen oder gar aufhalten! Umso wichtiger sind Prävention, Früherkennung sowie der Zugang zu entsprechenden Therapien. 

Blutzucker und Blutdruck im Auge behalten

Eine Herz- oder Niereninsuffizienz kommt wie Diabetes und übrigens auch Bluthochdruck in der Regel still und leise. Zur Zeit der Diagnosestellung haben alle vier Erkrankungen oft schon vollkommen unbemerkt ihre Zerstörungsarbeit geleistet. Wer denkt bei Müdigkeit, geschwollenen Beinen, Juckreiz der Haut und Appetitlosigkeit direkt an eine Herz- oder Nierenerkrankung? Daher ist besondere Aufmerksamkeit geboten! „Denn wer Blutzucker und Blutdruck kennt und unter Kontrolle hat, kann sein Risiko für eine Funktionsstörung des Herzens oder der Nieren erheblich senken. Und wer bereits Diabetiker ist, sollte unbedingt einmal im Jahr sein Blut und Urin untersuchen lassen“, rät Prof. Dr. Christoph Wanner. Wanner leitet am Uniklinikum Würzburg die Nephrologie und hat als Präsident der European Renal Association ERA die Kampagne Strong Kidneys ins Leben gerufen (www.strongkidneys.eu). 

Urin- und Bluttests sind wichtiges Frühwarnsystem

Erhöhte Albuminausscheidung im Urin deutet sehr früh auf eine gestörte Filterleistung der Niere hin, lange bevor die Auswirkungen der Nierenschwäche überhaupt spürbar sind. Bei einem Gesunden liegt die Konzentration von Albumin im Urin unter 30 Milligramm. Bei einer Konzentration von 30-300 Milligramm Albumin spricht man auch von einer Mikroalbuminurie – erstes Anzeichen einer diabetischen Nierenerkrankung. Wird bei einem Urinschnelltest Albumin nachgewiesen, sollte dieses Ergebnis mit einem weiteren, präziseren Test bestätigt werden. Neben Urinwerten sind auch Blutwerte wichtig, um die Funktion der Niere zu kennen. Je höher zum Beispiel die Kreatinin-Konzentration im Blut ist, desto schlechter arbeiten die Nieren. Anhand des Kreatinin-Wertes im Blut und unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht wird zudem die glomeruläre Filtrationsrate GFR berechnet. Mit diesem wichtigen Marker lässt sich die Schwere der Nierenerkrankung bestimmen und in ein entsprechendes Stadium einteilen. Die GFR dient zur Entscheidung über Diagnose, Prognose und Behandlung. 

Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Herzinsuffizienz sollte das Hormon BNP (Brain Natriuretic Peptide) oder seine Vorstufe (NT-proBNP) im Blut bestimmt werden. Je höher der BNP-Wert, desto wahrscheinlicher ist eine Herzinsuffizienz. Ein sehr niedriger BNP-Wert schließt das Vorliegen einer Herzinsuffizienz praktisch aus.

Neue Medikamente als Hoffnungsträger 

Lange war die Behandlung von Patienten mit Diabetes, Herz- und Niereninsuffizienz ein Dilemma. Doch es gibt nun Hoffnung. Christoph Wanner war einer der ersten, die das Potenzial von SGLT2-Hemmern in der Behandlung von Diabetes und Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen erkannt hat. Diese Medikamente helfen nicht nur bei Diabetes, sie verlangsamen auch das Fortschreiten von Herz- und Niereninsuffizienz, und zwar auch bei Patienten ohne Diabetes. Wanner: „SGLT2-Hemmer sorgen dafür, dass vermehrt Zucker über den Urin ausgeschieden wird. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel und es kann zu einer leichten Abnahme von Gewicht und Blutdruck führen. Gleichzeitig werden Niere und Kreislauf entlastet.“ Martin Fassnacht ergänzt: „Generell hat sich die Wertigkeit der unterschiedlichen Anti-Diabetesmedikamente in den letzten Jahren deutlich geändert und neben SGLT2-Hemmern und dem altbekannten Metformin spielen GLP1-Analoga zunehmend eine wichtige Rolle in der Behandlung von Patienten mit Typ 2 Diabetes, da auch diese die Folgeerkrankungen, unter anderem an Herz und Niere reduzieren können.

Informationen zum Diabetes: Typ-1-Diabetes tritt meist bei Kindern auf, daher wird er oft als jugendlicher Diabetes mellitus bezeichnet. Die Bauchspeicheldrüse stellt beim Typ-1-Diabetes die Produktion von Insulin ein, sodass Betroffene für den Rest des Lebens auf Insulin von außen angewiesen sind. Die deutlich häufigere Variante, der Typ-2-Diabetes, tritt in der Regel bei Menschen über 50 auf und wurde deshalb früher auch als Altersdiabetes mellitus bezeichnet, allerdings sind inzwischen deutlich häufiger auch junge Menschen betroffen. Beim Typ 2 sind nur wenige Patienten auf Insulin angewiesen, da der Körper noch Insulin produziert, es aber nicht verwerten kann. Mit einer Lebensstiländerung (u.a. Diät und mehr Bewegung) und der Einnahme von Medikamenten können die Patienten ihren erhöhten Blutzucker oftmals in den Griff bekommen. 

Informationen zum Weltdiabetestag: Der World Diabetes Day wird seit 30 Jahren begangen, immer am 14. November, dem Geburtstag von Sir Frederick Banting, der mit Charles Best im Jahr 1922 das lebenswichtige Hormon Insulin entdeckt hat. Ins Leben gerufen wurde der WDD von der International Diabetes Federation (IDF) und der World Health Organization (WHO). worlddiabetesday.org

Informationen zu Strong Kidneys: Strong Kidneys ist eine weltweite Kampagne der European Renal Association ERA. Die Nieren reinigen unser Blut von Giftstoffen und Abfallprodukten, sorgen für einen ausgeglichenen Wasser- und Salz-Haushalt sowie für gesunde Knochen, regulieren Blutdruck und Blutbildung und erzeugen lebenswichtige Hormone. Doch bei jedem zehnten Europäer ist die Nierenfunktion geschwächt. Viele ahnen nichts davon. Das ist fatal. Denn Nieren können sich nicht mehr von der Störung erholen. Bei einer extrem eingeschränkten Nierenfunktion sind die lebenslange Blutwäsche oder eine Nierentransplantation oft der einzige Ausweg. Genügend Gründe, um regelmäßig zu prüfen, ob es den Nieren gut geht. www.strongkidneys.eu

(1 )Narres, Maria; Claessen, Heiner; Droste, Sigrid; Kvitkina, Tatjana; Koch, Michael; Kuss, Oliver; Icks, Andrea (2016): The Incidence of End-Stage Renal Disease in the Diabetic (Compared to the Non-Diabetic) Population. A Systematic Review. In: PloS one 11 (1), e0147329. DOI: 10.1371/journal.pone.0147329.

(2) KDIGO 2012 clinical practice guideline for the evaluation and management of chronic kidney disease.

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Uniklinikum Würzburg: Das Autoren-Duo Elstner/Volkmann präsentierte sein Parkinson-Buch

Der an Parkinson erkrankte Showmaster und Journalist Frank Elstner hat zusammen mit Prof. Dr. Jens Volkmann, dem Direktor der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg, ein Buch über die verbreitete Krankheit des zentralen Nervensystems geschrieben. Anfang November stellten sie ihr Werk und die von ihnen geführte Parkinson Stiftung in Würzburg vor.

In Deutschland sind etwa 350.000 Menschen von der Parkinson-Erkrankung betroffen. Einer von ihnen ist die TV-Legende Frank Elstner (Jahrgang 1942). Die Ergebnisse seiner Recherchen zu der schleichend verlaufenden, vielgestaltigen Erkrankung des zentralen Nervensystems hielt er in dem im September dieses Jahres erschienenen Buch „Dann zitter ich halt“ fest. Als Ko-Autor mit im Boot war Prof. Dr. Jens Volkmann, der Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW). Am 4. November präsentierten die beiden ihr Werk den Beschäftigten des Klinikums – im Hörsaal des Rudolf-Virchow-Zentrums und parallel über eine Online-Plattform. Aufgelockert wurde der informationsreiche Nachmittag durch musikalische Einlagen aus dem Konzertprogramm der Würzburger Pianistin Anna Scheps.

Bei der Recherche auf Prof. Volkmann gestoßen

Bei dem von der Würzburger Journalistin Anke Faust moderierten Gespräch berichtete Elstner, der unter anderem als Erfinder der Fernsehshow „Wetten, dass…“ gilt, dass er das Zittern zu Beginn der Erkrankung viele Jahre lang als Effekt des Lampenfiebers eingestuft hatte. Erst im Jahr 2015 konfrontierte ihn ein Neurologe mit der Diagnose Parkinson. Daraufhin stürzte sich der Journalist in eine umfangreiche Recherche zu den Hintergründen und Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit. „Dabei stieß ich glücklicherweise auf Professor Volkmann, mit dem ich mittlerweile befreundet bin. Uns beiden war klar, dass es noch vieles zu Parkinson zu sagen gibt, das vielleicht noch nicht so bekannt ist. So kam es zur Idee von ‚Dann zitter ich halt‘.“ Bei dieser Gelegenheit entschuldigte sich der 79-Jährige bei allen Parkinson-Patientinnen und -Patienten, die in einem schlechteren Gesundheitszustand sind als er selbst aktuell, für den etwas flapsigen Titel des Buches. Elstner: „Bis jetzt habe ich Glück gehabt, bei mir ist es ein Parkinsönchen!“

Mut machen und eigene Handlungsmöglichkeiten aufzeigen

Eines der wesentlichen Ziele des Autoren-Duos ist es, mit der Publikation den Betroffenen dabei zu helfen, die Krankheit zu akzeptieren und ihnen Mut zu machen. „Ein wichtiger Satz, auf den ich bei meinen Recherchen immer wieder gestoßen bin, lautet: ‚An Parkinson müssen Sie nicht sterben‘. Wenn man das weiß, ist man schon viel entspannter für die weiteren Schritte“, erläuterte Elstner und fuhr fort: „Bisher ist die Parkinson-Krankheit zwar nicht zu heilen, aber ich habe es am eigenen Körper erlebt, dass man sie verlangsamen kann.“ Neben der richtigen medikamentösen Einstellung können Betroffene nach seinen Worten selbst zum Beispiel durch Bewegung und richtige Ernährung dazu beitragen, den Verlauf zu bremsen. „Parkinson ist eine Erkrankung, bei der die Patientin oder der Patient viel daran mitarbeiten muss, die Symptomatik zu lindern“, bestätigte auch Prof. Volkmann. 

Den molekularen Zusammenhängen auf der Spur

Zu den derzeit möglichen Therapien erläuterte der Würzburger Parkinson-Experte: „Wir können die Bewegungsstörungen mittlerweile sehr gut behandeln – entweder durch den Ausgleich von Dopamin oder mit Hilfe eines Hirnschrittmachers.“ Für das Ziel, den Verlauf der Krankheit günstig zu beeinflussen, gibt es nach seinen Worten ermutigende Forschungserkenntnisse. Prof. Volkmann: „Wir verstehen die molekularen Grundlagen der Erkrankung immer besser. Vermutlich gibt es einen ursächlichen Zusammenhang mit fehlgeleiteten Eiweißstoffen, die möglicherweise aus dem Darm stammen. Sie lagern sich an den Nervenzellen im Gehirn ab und lassen diese vorzeitig altern und absterben.“ Ein zentraler Ansatz sei es nun, in diese Prozesse, zu denen auch Abwehr- und Entzündungsreaktionen gehören, auf molekularer Ebene einzugreifen. „Dafür ist weitere Grundlagenforschung dringend notwendig“, unterstrich der Klinikdirektor.

Beide auch in der Parkinson Stiftung engagiert

Die Erforschung der Parkinson-Krankheit voranzutreiben ist auch eines der Hauptziele der Parkinson Stiftung. Diese wurde im Jahr 2019 von der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen gemeinsam mit Partnern aus Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft gegründet. Prof. Volkmann ist der Vorsitzende der Stiftung, Frank Elstner Mitglied im Stiftungsrat und prominenter Fürsprecher. Bei der Buchvorstellung machten beide deutlich, dass jeder Euro zählt, um schneller und weitgreifender voranzukommen. Mehr zur Stiftung gibt es hier: www.parkinsonstiftung.de

Literaturhinweis:

„Dann zitter ich halt“ – Leben trotz Parkinson: Symptome – Behandlung – Perspektiven, Frank Elstner und Prof. Dr. Jens Volkmann, 2021, Piper Verlag, 240 S., 20,– €, EAN 978-3-492-07112-3

 

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Foto zeigt Buch "Dann zitter ich halt"

Mission: Accepted - 700.000 Euro für Entwicklung neuer antiviraler Mittel / Forschungsverbund unter HIRI-Leitung erhält Innovationsförderung von Bundesagentur SPRIND

Würzburg, 9. November 2021 – Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) fördert einen süddeutschen Forschungsverbund unter Leitung des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) in Würzburg mit einem Anfangsbetrag von 700.000 Euro. Ziel ist die Entwicklung neuartiger antiviraler Technologien und Therapeutika. Die Laufzeit der Förderung beträgt zunächst zwölf Monate. Bei entsprechendem Fortschritt können sich zwei Folgejahre und weitere finanzielle Mittel anschließen. Das HIRI ist ein Joint Venture des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung Braunschweig mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Die Mission solle nicht weniger als einen „Quantensprung für neue antivirale Mittel“ hervorbringen, so die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) bei der Ausschreibung ihrer ersten „Challenge“. Mit diesem Innovationswettbewerb will die Ende 2019 gegründete Agentur die Entwicklung radikal neuer antiviraler Technologien und Therapeutika unterstützen. Das HIRI stellte sich der Aufgabe – und erhält jetzt im Team mit dem Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) eine zunächst einjährige Förderung in Höhe von 700.000 Euro. Im Falle einer Anschlussfinanzierung tritt die Universität Heidelberg als vierter Verbundpartner hinzu. Ihr gemeinsames Projekt: die Nutzung bakterieller Immunsysteme als neuartige Wirkstoffklasse im Kampf gegen menschliche Viren.

Von Bakterien lernen

Antragsteller und Projektinitiator Chase Beisel, Forschungsgruppenleiter am HIRI, erläutert seinen Ansatz: „Antivirale Mittel konnten bislang meist nur sehr spezifisch als Therapeutikum gegen ein bestimmtes Virus entwickelt werden. Dieser Prozess braucht viel Zeit und ist bei neu auftretenden viralen Bedrohungen, beispielsweise in der aktuellen Corona-Pandemie, nur bedingt hilfreich. In meinem Labor am HIRI erforschen wir bakterielle Immunsysteme und wollen die Mechanismen besser verstehen, mit denen sich Bakterien gegen sie gefährdende Viren zur Wehr setzen. Von diesen Mechanismen wollen wir lernen, um davon eine neue antivirale Wirkstoffklasse für menschliche Infektionskrankheiten abzuleiten.“ 

Der entscheidende Vorteil dieses Ansatzes gegenüber herkömmlichen Technologien: Die Therapeutika könnten schneller entwickelt und auch bei Virusmutationen leichter angepasst werden. Ein vielversprechendes Feld, das die SPRIND-Jury jetzt durch ihre Förderzusage gewürdigt hat.

Der Wettbewerb 

Das nun beginnende dreistufige Verfahren sieht vor, über einen Wettbewerbszeitraum von insgesamt drei Jahren nach jeweils zwölf Monaten den Fortschritt aller teilnehmenden Projekte zu bewerten. Sind die Zwischenziele erreicht und die Jury vom Potenzial der Lösungen überzeugt, kann für die nächste Stufe eine neuerliche Förderzusage erteilt werden. Teilnehmer, die alle drei Stufen erfolgreich absolvieren, können gegebenenfalls zusätzliche Mittel für klinische Tests erhalten.

Aktuell nehmen neun Wettbewerber ihre Arbeit auf. Maximal sechs davon können die zweite Stufe erreichen, für die dritte Stufe werden vier Finalisten ausgewählt. Eingereicht wurden insgesamt 45 Anträge aus dem In- und Ausland.

Über SPRIND

Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) ist eine Tochtergesellschaft der Bundesregierung und wurde im Dezember 2019 gegründet. Sie hat die Aufgabe, bahnbrechende zivile Innovationen zu identifizieren, zu entwickeln und zu finanzieren. Ihre Innovationswettbewerbe, sogenannte SPRIND Challenges, haben das Ziel, Lösungen für die großen gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen unserer Zeit hervorzubringen.

Über das HIRI

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) ist die erste Einrichtung weltweit, die die Forschung an Ribonukleinsäuren (RNA) mit der Infektionsbiologie vereint. Auf Basis neuer Erkenntnisse aus seinem starken Grundlagenforschungsprogramm will das Institut innovative therapeutische Ansätze entwickeln, um menschliche Infektionen besser diagnostizieren und behandeln zu können. 

Das HIRI ist ein Joint Venture des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und befindet sich auf dem Würzburger Medizin-Campus.

 

HIRI-Medieninformation vom 9. November 2021

 

 

Uniklinika befürchten noch mehr Intensivpatienten

Angesichts der aktuellen Beratungen der Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister in Lindau betonen die Universitätsklinika, dass die Pandemie längst noch nicht beendet ist und sie in der derzeitigen Situation von einer drastischen Zunahme von Patientinnen und Patienten auf ihren Intensivstationen ausgehen.

Bei den aktuellen politischen Beratungen über die Fortführung von Corona-Maßnahmen muss die kritische Lage in Folge weiterhin steigender COVID-Fallzahlen auf den Intensivstationen der Universitätsklinika unbedingt berücksichtigt werden. Die 35 Universitätsklinika in Deutschland haben im Verlauf der Pandemie bisher zwischen 25 und 40 Prozent der beatmungspflichtigen COVID-Patientinnen und Patienten auf ihren Intensivstationen behandelt.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Situation auf den Intensivstationen noch einmal verschärfen wird, wenn nun keine weiteren Vorkehrungen zur Eindämmung der steigenden Fallzahlen getroffen werden. Bei Auslaufen der epidemischen Lage darf es nicht zu einem regulatorischen Flickenteppich in den Ländern kommen“, sagt Professor Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD).

Seit Wochen steigen die COVID-Fallzahlen wieder an. „Unsere Pflegenden, Ärztinnen und Ärzte sind bereits jetzt am Ende ihrer Kräfte, müssen aber vielleicht noch mehr schwer Kranke versorgen, sollten die Zahlen weiter ansteigen“, so Professor Scholz. Der VUD hatte sich bereits für eine 2-G-Regelung in der Krankenversorgung ausgesprochen und würde eine Ausweitung in weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens befürworten. „Auf den Intensivstationen liegen viele ungeimpfte Patientinnen und Patienten. Das ist vermeidbar. Es sollte noch mehr dafür getan werden, dass sich in Deutschland mehr Menschen impfen lassen und Auffrischungsimpfungen schnell für alle verfügbar sind“, meint Professor Scholz.

„Wenn die COVID-Fallzahlen weiter so steigen, werden die Uniklinika abermals in besonderer Weise gefordert sein und planbare Eingriffe verschieben müssen. Hierfür brauchen wir gestaffelte Freihaltepauschalen, wie wir sie bereits im Herbst des letzten Jahres hatten“, betont Jens Bussmann, Generalsekretär des VUD.

Die Universitätsmedizin spielt seit Beginn der Pandemie eine zentrale Rolle. Die Universitätsklinika versorgen nicht nur schwererkrankte Patientinnen und Patienten, sondern koordinieren oftmals auch die regionale Versorgung der COVID-Erkrankten. Gleichzeitig haben andere Krankenhäuser von der universitären Expertise und dem Austausch profitiert. „Derartige regionale Netzwerke mit Universitätsklinika im Zentrum benötigen wir in der aktuellen Pandemie. Sie sind aber auch das Modell der Zukunft und Ausgangspunkt der Weiterentwicklung des DRG-Systems, welches verstärkt nach Versorgungsstufen differenziert werden muss“, ergänzt Bussmann.

Kontakt:

Stephanie Strehl-Dohmen
Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V.
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25, Fax: +49 (0) 30 3940517-17
Email: strehl-dohmen@ uniklinika.de
www.uniklinika.de

 

Pressemitteilung des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands vom 5. November 2021