Aktuelle Pressemitteilungen

350 neue Parkplätze für Patienten, Besucher und Mitarbeiter

Das Uniklinikum Würzburg eröffnet auf dem Gelände A/B einen weiteren Parkplatz mit 350 neuen Stellplätzen, der die Parkplatzsituation am Klinikum deutlich entlasten wird. Der Parkplatz eröffnet nach den Osterferien am 29. April.

Neuer Parkplatz am Uniklinikum Würzburg
Erleichtert das Parken am UKW: Der neue Parkplatz mit 350 Stellplätzen eröffnet am 29.04.2019. Foto©: Rita Börste / Uniklinikum Würzburg
Haltestellen des Shuttlebusses am Uniklinikum Würzburg
Haltestellen des Shuttlebusses am Uniklinikum Würzburg mit dem neuen Parkplatz A/B Grafik©: Design/ Uniklinikum Würzburg

Die neuen Parklätze befinden sich im nördlichen Bereich A/B des UKW und grenzen an den bereits bestehenden Parkplatz an. Die Planung und Erstellung des neuen Parkraums wurde in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt Würzburg in nur vier Monaten realisiert.

Besucher erreichen den Parkplatz am besten über die Versbacher Straße und folgen dann der Abzweigung Schwarzenberg. Auf dem UKW-Gelände ist der neue, hinter dem Parkhaus liegende, Parkplatz ausgeschildert.

Der kostenlose Shuttlebus-Service des Uniklinikums, der Besucher auf dem Klinikgelände befördert, wurde um eine Haltestelle an dem neuen Parkplatz erweitert. Autofahrer können hier parken und den Shuttlebus nutzen, um unkompliziert zu den verschiedenen Kliniken auf dem UKW-Gelände zu gelangen. Der Bus fährt montags bis freitags zwischen 5.45 und 19.15 Uhr im Takt von 10-15 Minuten.

„Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um in kurzer Zeit eine Ausweitung unseres Parkplatzangebotes zu erwirken und freuen uns, mit der gefundenen Lösung die Parksituation für unsere Patienten, Besucher und Mitarbeiter deutlich zu entspannen“, so die kaufmännische Direktorin Anja Simon.

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Das Herz, ein Salzspeicher!

Die Nachricht ist nicht neu: Zuviel Salz tut dem Herzen nicht gut. Viele Studien belegen, dass sich mit dem Salzkonsum das Risiko für eine Herzschwäche erhöht. Der angehende Kardiologe Dr. Martin Christa aus dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg ging nun einen Schritt weiter und hat den Natriumgehalt im Herzmuskelgewebe mithilfe der Magnetresonanztomographie gemessen. Seine Auswertungen vom Herzen als Natriumspeicher und der Etablierung der nicht-invasiven Natrium-Bestimmung im Herzmuskelgewebe wurden im European Heart Journal Cardiovascular Imaging publiziert und jetzt beim DGK-Kongress in Mannheim mit dem Orlovic-Nachwuchspreis prämiert. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro hilft Christa nun bei der weiteren Erforschung des kardialen Salzspeichers an Mausmodellen im 7Tesla-MRT.

Würzburger Assistenzart freut sich über Orlovic-Nachwuchsfonds
Dr. Martin Christa vom DZHI

„Wir konnten erstmals mittels Natrium-MRT nachweisen, dass das Myokard auch eine Funktion als Natriumspeicher wahrnimmt“, erklärt Martin Christa. „Doch wo genau wird das Natrium im Herzen gespeichert? Wie wird es gespeichert? Was macht es mit dem Herzmuskelgewebe? Um diese weiteren Fragen zu den Mechanismen zu beantworten, kommt uns die Auszeichnung mit dem Orlovic-Nachwuchsfonds natürlich sehr gelegen“, freut sich Martin Christa, Assistenzarzt am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg. Der Orlovic-Nachwuchsfonds „Innovative Kardi ologie “ in Höhe von 10.000 Euro wird von der Dr. Marija Orlovic Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft „Herzinsuffizienz der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK)“ vergeben. Mit ihrem Programm möchte die Stiftung junge promovierte Wissenschaftler beim Auf- und Ausbau einer eigenen Arbeitsgruppe unterstützen. Bereits mit im Team: Dr. Andreas Max Weng aus der Abteilung für Experimentelle Radiologie am UKW.

In ihren bisherigen Untersuchungen haben Dr. Christa und Dr. Weng mit Patienten gearbeitet, die unter einem Hyperaldosteronismus leiden, dem Conn-Syndrom. Durch diese Erkrankung der Nebenniere wird zu viel Aldosteron produziert, das wiederum den Blutdruck regelt. Die Patienten haben in der Regel eine ausgeprägte linksventrikuläre Hypertrophie und eine erhöhte Natriumretention. Das Team um Martin Christa konnte mittels MRT-Aufnahmen nachweisen, dass der Natriumgehalt im Vergleich zu gesunden Probanden nicht nur in Haut und Skelettmuskel erhöht war, wie es bereits ein Team aus Erlangen gezeigt hat, sondern auch im Herzen. Sechs Monate nach gezielter Therapie des Conn-Syndroms waren die myokardialen Natriumwerte jedoch wieder im Normbereich. Der Natriumgehalt ist also beeinflussbar.

Zusatzinformation: Keine Frage: Salz ist wichtig. Denn es versorgt den Körper mit dem lebenswichtigen Natrium. Natrium reguliert zusammen mit Chlorid und Kalium den Wasserhaushalt in unserem Körper. Zudem hilft es beim Transport von Nährstoffen. Ein Zuviel schadet jedoch dem Körper. Die WHO empfiehlt nicht mehr als fünf Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen, das entspricht maximal 2 Gramm Natrium.

*Link zum European Heart Journal Cardiovascular Imaging: „Increased myocardial sodium signal intensity in Conn’s syndrome detected by 23Na magnetic resonance imaging.” 2019 Mar 1;20(3):263-270. doi: 10.1093/ehjci/jey134.

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Uniklinikum Würzburg: Gastroenterologie in neuen Händen

Prof. Dr. Alexander Meining ist der neue Leiter des Schwerpunkts Gastroenterologie am Uniklinikum Würzburg. Zu seinen Spezialitäten in Klinik und Forschung zählen endoskopisch-minimalinvasive Therapien.

Prof. Dr. Alexander Meining
Prof. Dr. Alexander Meining, der neue Ordinarius für Gastroenterologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg. Bild: Barbara Knievel / Uniklinikum Würzburg

Seit Anfang April 2019 besetzt Prof. Dr. Alexander Meining den neu geschaffenen Lehrstuhl für Gastroenterologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW). Ab Oktober dieses Jahres wird er dann auch Prof. Dr. Michael Scheurlen als Leiter des Schwerpunkts Gastroenterologie ablösen. Prof. Scheurlen geht nach 26 Jahren in dieser Position in den wohlverdienten Ruhestand.
Im Schwerpunkt Gastroenterologie werden Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Verdauungsorgane – also Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Gallenwege und Bauchspeicheldrüse – diagnostiziert und behandelt. „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, mit Prof. Meining einen renommierten Experten zu gewinnen, der nicht zuletzt unsere in den vergangenen Jahren aufgebaute Spezialisierung im Bereich der gastroenterologischen Tumortherapie fortsetzen und mit neuen Impulsen weiter stärken wird“, kommentiert Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik II.

An Weltzentren der Endoskopie geprägt

Alexander Meining (Jahrgang 1967) war zuletzt als W3-Professor für interventionelle und experimentelle Endoskopie am Universitätsklinikum Ulm tätig, wo er auch die Endoskopie leitete. Bis dahin fand die medizinische Ausbildung und Karriere des gebürtigen Münchners fast vollständig in der bayerischen Landeshauptstadt statt. „Schon während meiner Doktorarbeit fand ich den Kontakt zur Gastroenterologie. Wie damals bin ich auch heute noch fasziniert von endoskopischen Verfahren und deren Innovationspotenzialen“, schildert Prof. Meining.
Ein Glücksfall war für ihn, dass er im Jahr 1998 von Prof. Dr. Meinhard Classen, einem international bekannten Vordenker der Endoskopie, am Klinikum rechts der Isar der TU München eingestellt wurde. „Praktisch alle endoskopischen Neuentwicklungen wurden seinerzeit an diesem Klinikum untersucht und evaluiert“, berichtet der Neuwürzburger.
Ein Auslandaufenthalt in Japan – an der Universität Yokohama und am National Cancer Center in Tokio – zeigte Alexander Meining zudem die weltweite Speerspitze der endoskopischen Entwicklung. Dort fand er nach eigenen Angaben den Einstieg in die therapeutische Endoskopie von Magen- und Darmerkrankungen – ein Thema, das er seither als persönlichen Schwerpunkt weitergetragen und ausgebaut hat.

Endoskopische Therapien höchst zukunftsträchtig

„Ich halte endoskopisch-minimalinvasive Therapien – zum Beispiel die Abtragung von frühen Karzinomen über die natürlichen Körperöffnungen – für höchst zukunftsträchtig. Nicht zuletzt deshalb, weil auch unseren Patienten das geringste Zugangstrauma natürlich am liebsten ist“, erläutert Prof. Meining.
Neben erweiterten Möglichkeiten der Tumortherapie des Verdauungstrakts hat der UKW-Neuzugang auch topaktuelle Verfahren im Portfolio, bei denen Flüssigkeitsansammlungen im Körperinneren mittels einer speziellen Drainage über Magen und Darm abgeleitet werden können.
Außerdem plant er, wie schon am Universitätsklinikum Ulm, auch am UKW – hier in Kooperation mit der Kardiologie – eine sogenannte Kurzliegerstation aufzubauen. Bei diesem Konzept am Schnittpunkt zwischen ambulanter und stationärer Behandlung werden endoskopisch therapierte Patienten für kurze Zeit stationär aufgenommen, um eine größtmögliche Sicherheit bei nur kurzer Liegedauer im Klinikum zu gewährleisten.

Stark klinisch orientiere Forschungsarbeit

Die wissenschaftliche Arbeit von Prof. Meining ist stark klinisch orientiert. Er erläutert: „Wenn man in der Medizin feststellen will, wo Verbesserungsbedarf besteht, muss man meiner Meinung nach jeden Tag am Patienten arbeiten. Mit dieser ‚Unzufriedenheit‘ gehen mein Team und ich dann an die Labor- oder Werkbank und mit der gefundenen technologischen Lösung zurück ans Krankenbett.“ Dieses Vorgehen brachte ihm auch den „Innovation of the Year Award 2017“ der Europäischen Gesellschaft für Endoskopie (ESGE) ein. Verliehen wurde er für die Konzeption und produktreife Entwicklung eines neuen Endoskop-Aufsatzes, mit dem man Engstellen aufdehnen kann.
Zu seinen aktuellen wissenschaftlichen Vorhaben zählt es, Instrumente zu entwickeln, die vor allem in der Tumortherapie noch sicherere und schnellere Eingriffe erlauben. Außerdem geht es um ein noch früheres Erkennen von Krankheiten durch neue Diagnoseverfahren. Beispielsweise forscht er an einer schluckbaren Kapsel, die mit einem kleinen Labor ausgestattet ist. Auf dem Weg durch den Magen-Darm-Trakt könnte dieses gerade bei so genannten funktionellen Baucherkrankungen feststellen, welche Verdauungsstörung vorliegt. Auch bei den Endoskop-Schläuchen geht es um eine weitere Miniaturisierung. Ziel ist es, deren Durchmesser so klein zu machen, dass sie noch besser ambulant und ohne Schlafspritze eingesetzt werden können.

Affinität zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz

Zu den Forschungswerkzeugen für den Tüftler Alexander Meining gehören neben 3D-Druckern zur Anfertigung von endoskopischen Prototypen auch moderne Bildgebungsverfahren, Computertechnologien sowie Künstliche Intelligenz zur smarten Verbindung von Bild- und Labordaten. In diesem Zusammenhang freut er sich auch über erste vielversprechende Gespräche mit potenziellen Kooperationspartnern in Würzburg, zum Beispiel am Institut für Informatik der Julius-Maximilians-Universität. „Generell bin ich begeistert über das extrem kooperative, kollegiale Umfeld, dass ich an meiner neuen Arbeitsstelle vorgefunden habe“, sagt Meining.

Präsident der DGBEV

Seine hohe fachliche Expertise spiegelt sich unter anderem in der Autoren- oder Co-Autorenschaft von bislang über 270 wissenschaftlichen Publikationen sowie mehr als 350 gehaltenen Vorträgen auf nationalen und internationalen Kongressen und Tagungen wider. Hinzukommen zahlreiche führende und beratende Positionen bei Fachgesellschaften und Fachzeitschriften. So ist er momentan zum Beispiel im Vorstand und Beirat der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten tätig und hat seit März dieses Jahres die Präsidentschaft der Deutschen Gesellschaft für Endoskopie und bildgebende Verfahren (DGEBV) inne.

Lehre am Puls der technologischen Möglichkeiten

In der Lehre will der Professor den Studierenden die Begeisterung für den endoskopischen Blick ins Körperinnere, das Wissen um die Vorteile eines minimalen Zugangstraumas und das Interesse an medizinischen Innovationen vermitteln. „Mein Team und ich werden also die Standards zeigen, aber auch die Neuerungen vorstellen. Dazu planen wir neue Lehrkonzepte unter Einbeziehung von Virtueller Realität und Hands-on-Training“, so Meining.

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Uniklinikum Würzburg: Gruppen-Kunstwerk wird zugunsten frühgeborener Kinder versteigert

Noch bis zum 28. Juni 2019 ist die Schau „Der Mensch im Dialog“ am Uniklinikum Würzburg zu besichtigen. Genauso lang kann man noch Gebote für ein Gemeinschaftsgemälde der ausstellenden KreARTivgruppe um die Würzburger Künstlerin Beate Hemmer abgeben. Der Erlös geht an die „Kiwanis Nachsorge Frühgeborener“.

Gruppenbild KreArtivgruppe
Bei der Vernissage: Die ausstellende Gruppe mit ihrer Leiterin Beate Hemmer (Mitte) vor dem Gemälde, das zugunsten frühgeborener Kinder versteigert wird. Bild: Helmuth Ziegler / Uniklinikum Würzburg

Seit Februar dieses Jahres schmücken die Gemälde, Zeichnungen und Drucke von elf Künstlerinnen und einem Künstler die Magistrale des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Oberdürrbacher Straße. Die Bilder entstanden in den vergangenen vier Jahren in der KreARTivwerkstatt von Beate Hemmer. Bei der Vernissage der Schau am 28. März 2019 machte die Würzburger Künstlerin auf eine die Ausstellung begleitende Benefizaktion aufmerksam. Sie versteigert ein Gemälde, das bei einer öffentlichen Kunstaktion im März 2019 im ZOM als Gemeinschaftswerk von mehreren Künstlerinnen der Gruppe geschaffen wurde.

Erlös dient der Nachsorge Frühgeborener

Der Erlös geht an das „Das Würzburger Modell: Kiwanis Nachsorge Frühgeborener“. Bei diesem in den letzten Jahren zusammen mit Prof. Dr. Christian P. Speer, dem Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik, aufgebauten System betreuen fünf Kinderkrankenschwestern und eine Sozialpädagogin sehr unreife frühgeborene Kinder nach der Entlassung aus dem Krankenhaus intensiv weiter. Die vom Kiwanis Club Würzburg-Mainfranken finanzierte sozialmedizinische Nachsorge erleichtert Eltern und Kindern den Übergang von der Klinik in den normalen Alltag und bietet den Eltern eine wertvolle Hilfestellung.

Assoziationen zum Themenfeld Geborgenheit

„Unser Gemeinschaftsgemälde nimmt dazu thematisch passende Assoziationen auf“, schildert Beate Hemmer. So finden sich nach ihrer Schilderung auf der 1,5 m x 1,5 m großen Leinwand Aspekte wie Geborgenheit, sich getragen fühlen, die Einheit von Erwachsenem und Kind sowie der Kontakt mit dem „Inneren Kind“ wieder.
Vor den rund 120 Gästen der Vernissage nannte sie 1.500 Euro als Mindestgebot. Interessierte haben noch bis zum Ausstellungsende am 28. Juni 2019 Gelegenheit, das besonders gekennzeichnete Werk zu betrachten und bei Beate Hemmer unter E-Mail info@hemmer-art.de ein Gebot abzugeben.
Die ausstellenden Kunstschaffenden der Schau „Mensch im Dialog“ sind: Andrea Barbera, Gilla Böhm, Rosi Bug, Dr. Christine Burger, Martina Burger, Nina Ćosić, Hannelore Dörrich, Christoph Janssen, Ruth Kornherr, Marika Ugrai, Heike Uibel und Ulrike Ulmer.

Gruppenbild KreArtivgruppe
Bei der Vernissage: Die ausstellende Gruppe mit ihrer Leiterin Beate Hemmer (Mitte) vor dem Gemälde, das zugunsten frühgeborener Kinder versteigert wird. Bild: Helmuth Ziegler / Uniklinikum Würzburg

Chor-Konzert bringt über 7.100 Euro für die Würzburger Schlaganfallforschung

Der Gospel-Rock-Pop-Chor Voices überreichte die gesamten Einnahmen seines Jubiläumskonzerts in Höhe von 7.131 Euro an die Hentschel-Stiftung „Kampf dem Schlaganfall“. Das Geld kommt der Schlaganfallforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg zugute.

Gruppenbild Spendenübergabe
Stiftungsgründer Günter Hentschel (Mitte) und Prof. Dr. Christoph Reiners als Vertreter des Uniklinikums Würzburg (links) freuten sich über die Spendenübergabe von Chorleiter Fred Elsner, die stellvertretende Vorsitzende Susanne Vitzthum und Chormanager Rolf Schlegelmilch vom Gospel-Rock-Pop-Chor Voices (von links). Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg

Mit einem Benefiz-Konzert feierte der Chor Voices im November vergangenen Jahres in der Würzburger Neubaukirche sein 20-jähriges Jubiläum. Ein Gastauftritt des weithin bekannten Saxophon-Quartetts Passion4Saxxes aus Schweinfurt ergänzte das musikalische Erlebnis. Durch den Kartenverkauf der nahezu ausverkauften Veranstaltung kamen 7.131 Euro zusammen. Dieses Geld überreichte eine Delegation des Chors kürzlich der Hentschel-Stiftung „Kampf dem Schlaganfall“. Die Organisation fördert seit zehn Jahren die an der Würzburger Universität geleistete Forschungsarbeit zu den Ursachen und Mechanismen der Volkskrankheit. Ziel ist es, akute Schlaganfälle besser behandeln zu können und das Auftreten im Vorfeld soweit möglich zu verhindern.

Der Stiftungsgründer Günter Hentschel bedankte sich im Beisein des ehemaligen Ärztlichen Direktors des Uniklinikums Würzburg, Prof. Dr. Christoph Reiners, herzlich für die fortgesetzte Unterstützung durch den beliebten Gospel-Rock-Pop-Chor.
Um auch in Zukunft den Kampf gegen den Schlaganfall vorantreiben zu können, sind nach seinen Worten weitere Spenden auf folgendes Konto jederzeit willkommen:

Kampf dem Schlaganfall, HypoVereinsbank Würzburg
BIC: HYVEDEMM455 / IBAN: DE45790200760347390402
Die Stiftung ist vom Finanzamt Würzburg unter der Steuernummer 257/147/00343 als gemeinnützig anerkannt. Zustiftungen und Spenden sind daher steuerlich absetzbar.

Gruppenbild Spendenübergabe
Stiftungsgründer Günter Hentschel (Mitte) und Prof. Dr. Christoph Reiners als Vertreter des Uniklinikums Würzburg (links) freuten sich über die Spendenübergabe von Chorleiter Fred Elsner, die stellvertretende Vorsitzende Susanne Vitzthum und Chormanager Rolf Schlegelmilch vom Gospel-Rock-Pop-Chor Voices (von links). Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg

Erster Fachkongress für OP-Personal am Uniklinikum Würzburg

Das Uniklinikum Würzburg lädt Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten sowie Fachpersonal aus dem OP zu einem Kongress am Zentrum für Operative Medizin ein. Am Freitag, den 17. Mai 2019, geht es unter dem Titel „Zukunft gestalten – Chancen ergreifen“ sowohl um Themen aus der Berufspolitik, wie auch aus der Praxis im Operationssaal.

Operationsroboter „DaVinci“ im Einsatz
Der Operationsroboter „DaVinci“ im Einsatz am Uniklinikum Würzburg. Bild: Alexander Wilm / Uniklinikum Würzburg

Seit rund zwei Jahrzehnten prägt das Berufsbild der Operationstechnischen Assistentinnen und Assistenten (OTA) neben der Fachkrankenpflege die Arbeit in den Operations-, Diagnostik- und Interventionsbereichen von Kliniken aller Versorgungsstufen. Das Uniklinikum Würzburg (UKW) begleitete diese Entwicklung und gründete unter anderem im Jahr 2013 eine eigene, seither erfolgreich agierende OTA-Schule. Basierend auf dieser Expertise vor Ort und ergänzt durch das Know-how externer Referenten veranstaltet das UKW am 17. Mai 2019 erstmals einen Kongress für Fachkräfte im OP. Im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin an der Oberdürrbacher Straße gibt es zwischen 8:30 und 16:30 Uhr Vorträge zu Fragen der Berufspolitik und Ausbildung, wie auch zu technologischen Entwicklungen und der interprofessionellen Kooperation im Operationssaal. Eine Ausstellung zu neuen medizintechnischen Produkten und Behandlungsmöglichkeiten rundet das Informationspaket des Tages ab.

Das detaillierte Programm des Fachkongresses „Zukunft gestalten – Chancen ergreifen“, die Teilnahmekonditionen und ein Anmeldeformular finden sich unter www.ukw.de/ota-kongress. Die Anmeldung ist bis zum 30. April 2019 möglich.

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Operationsroboter „DaVinci“ im Einsatz
Der Operationsroboter „DaVinci“ im Einsatz am Uniklinikum Würzburg. Bild: Alexander Wilm / Uniklinikum Würzburg

Weniger Angst und mehr Lebensqualität bei ICD-Patienten nach Internetschulung

Die Angst vor dem Schock ist bei vielen Patienten mit einem implantierten Kardioverter-Defibrillator (kurz ICD oder Defi) groß. Zum einen, weil der heftige Stromschlag in der Brust schmerzhaft sein kann, zum anderen weil man ohne ihn möglicherweise tot wäre. Dass ein Defi die Angst beim Patienten verstärken kann, hat der Würzburger Psychologe Professor Paul Pauli mit seinem Team bereits wissenschaftlich belegt. Auch, dass eine telefonische Betreuung die Angst mildern kann. Nun haben die Psychologen der Universität Würzburg gemeinsam mit Kardiologen vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) eine moderne, unkomplizierte und vor allem nachhaltige Lösung gefunden, wie man das Leben von Herzkranken, bei denen der Defi zu erheblichen psychischen Problemen geführt hat, langfristig verbessern und Ängste, aber auch die häufig damit einhergehende Depression nachweislich reduzieren kann: ein sechswöchiges, moderiertes Internet-Training mit Hilfe zur Selbsthilfe. Das Ergebnis der Studie wurde gerade in der renommierten kardiologischen Fachzeitschrift „European Heart Journal“ online publiziert.

v.l.n.r.: Die Kardiologen Stefan Störk und Christiane Angermann vom DZHI und die Psychologen Paul Pauli und Stefan Schulz von der Universität Würzburg freuen sich über die Publikation ihrer Studie im European Heart Journal.

Extrem ermutigend findet Professor Paul Pauli das Interesse des European Heart Journals an seiner randomisierten und kontrollierten ICD-Forum-Studie, in der die Wirksamkeit einer webbasierten Intervention zur Verbesserung des psychosozialen Wohlbefindens bei Patienten mit implantierten Kardioverter-Defibrillatoren untersucht wurde. „Das ist für mich das Signal, dass die kardiologische Community den Bedarf an IT-basierter psychologischer Intervention erkennt.“ Es ist schon länger bekannt, dass eine Herzinsuffizienz häufig mit einer Depression einhergeht. Seit Jahren empfehlen die Leitlinien, herzkranke Patienten auf eine depressive Belastung zu screenen. Wie Dr. Stefan M. Schulz, der Leiter der Multi-Center Studie erklärt, fehlten bislang aber nachhaltige und vor allem im klinischen Alltag realisierbare psychologische Interventionen, um den Patienten nicht nur medizinisch, sondern auch psychologisch zu helfen. „Unsere Studie hat hier einen Durchbruch geleistet“, sagt Paul Pauli. „Wir konnten zeigen, dass eine Internetintervention nicht nur nachhaltige Erfolge hat, sondern auch organisatorisch zu leisten ist und man sie in Kliniken implementieren kann. Es ist eine moderne Form, mit der man viele Patienten erreichen kann.“

Senioren erstaunlich gut versiert mit dem Internet

Für die Studie wurden mehr als 1.200 Patienten in Würzburg und sechs weiteren Zentren gescreent. Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie war ein implantierter Defibrillator sowie eine erkennbare und messbare psychische Belastung. „Der Bedarf für eine psychologische Intervention musste vorhanden sein“, erläutert Schulz. Und das war sicher auch ein Faktor für den Erfolg der Studie.“ Außerdem sollten alle Studienteilnehmer dem Internet gegenüber aufgeschlossen sein. „Das war überraschenderweise gar kein Problem“, so Schulz. Die meisten Patienten in der Altersgruppe um 65 kannten sich mit dem Internet erstaunlich gut aus, was die Zukunftsfähigkeit dieses Mediums unterstreicht.“

118 Patienten haben schließlich an der Studie teilgenommen. Während die Hälfte von ihnen Teil einer randomisierten Kontrollgruppe ohne Internetintervention war, nahm die andere Hälfte in Gruppen zwischen 10 und 20 Teilnehmern an einer sechswöchigen Webschulung unter der Moderation von Schulz teil. Mit einem Passwort konnten sie sich ab einem bestimmten Stichtag anonym einloggen. Die Teilnehmer durften Fragen stellen, sich mit den anderen in einem Diskussionsforum unterhalten, mussten aber auch an den wöchentlichen Schwerpunktthemen, die sukzessive freigeschaltet wurden, interaktiv teilnehmen.

Von Angst bis Krisen meistern: jede Woche ein neues Thema!

Nachdem in der ersten Woche das System erklärt wurde, stand in der zweiten Woche der Defi im Fokus, wie funktioniert er, was darf ich. „Die Patienten haben enorme Wissenslücken, aus denen wiederum Ängste entstehen“, so Stefan Schulz. „Einige Patienten haben zum Beispiel Angst, die Schranken in den Eingangstüren großer Geschäfte zu passieren, weil Gerüchte kursieren, dass die Elektrik die Defibrillatoren ausschaltet. In der dritten Woche ging es um Depressionen, wie sie entstehen, wie die Betroffenen damit umgehen. „Vielfach haben wir Bausteine genommen, die wir von der kognitiven Verhaltenstherapie und von evidenzbasierten Methoden abgeleitet haben. Wichtig war uns, Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln, so dass Gelerntes auch nach Beendigung der Programms weiter wirksam sein kann.“, erläutert Stefan Schulz. Die vierte Woche war auf Ängste fokussiert. Wichtige Themen sind hier zum Beispiel die Vorbereitung auf die letzte Lebensphase und das Lebensende. Was passiert mit dem Defi, wenn ich sterbe? Sollte ich ihn irgendwann abschalten lassen? Unsicherheiten zu reduzieren, etwa in Form von Patientenverfügungen, ist hier ein wichtiger Schritt. Denn wenn man grübelt, steigert das die Angst und verschlechtert sich die Lebensqualität. Die fünfte Woche war vergleichbar mit einem Werkzeugkasten, aus dem sich jeder Patient individuell das passende herausnehmen konnte. Welche Methoden helfen beim Umgang mit Stress? Wo bekomme ich

Hilfe, die über das Forum hinausgeht? Wie kann ich ein eigenes Krankheitsmanagement betreiben? In der sechsten und letzten Woche ging es darum, diesen individuellen Fokus zu vertiefen, die eigene Agenda zu definieren und deren Umsetzung im Alltag. „Wir haben ganz bewusst nach sechs Wochen ein Ende gesetzt, sonst wäre die Verlockung groß, wichtige Fragen zu verschieben“, sagt Stefan Schulz.

Den Samen erfolgreich gesät

Der psychische Status der Patienten wurde vor und nach der sechswöchigen Schulung erfasst und ein Jahr später erneut beurteilt. Ergebnis: Bereits direkt nach der Schulung zeigte sich, dass die Teilnehmer von der Schulung profitierten. Eine leichte Verbesserung der psychischen Belastung war aber auch bei Patienten zu erkennen, die nicht an der Webschulung teilgenommen hatten. Eventuell hat bereits die Zuwendung im Rahmen des Rekrutierungsgesprächs den Patienten geholfen. Nach einem Jahr standen die geschulten Patienten jedoch deutlich besser da als die Patienten ohne Behandlung, die eine starke Rückkehr zu Angst und Depression aufwiesen. „Das zeigt eindrücklich, dass die Patienten während des sechswöchigen Trainings eine Kompetenz erworben haben, wie sie mit der Angst umgehen können“, resümiert Professor Pauli. „Wir haben einen Samen für etwas gesät, das wächst, wenn es gebraucht wird. Die Patienten wurden für bestimmte Problemstellungen sensibilisiert und haben sich im späteren Verlauf an die Werkzeuge erinnert, die wir ihnen mitgegeben haben.“

Praktikabler Weg, um Lebensqualität zu verbessern

Für die Psychologen und Kardiologen aus der Universität Würzburg und dem DZHI ist diese Studie, die als erste diese positiven Effekte zeigt, ein Türöffner. Wir können uns gut vorstellen, die Internetintervention deutschlandweit anzubieten, aber auch auf andere Zielgruppen zu erweitern“, erläutert Paul Pauli. „Viele Belastungsfaktoren, die wir in unserer Studie in den Fokus genommen haben, betreffen nämlich auch Herzpatienten ohne Defi. Unsere webbasierte Schulung eröffnet einen praktikablen Weg, die Lebensqualität von psychisch belasteten herzkranken Patienten nachhaltig zu verbessern“.

Über diesen innovativen Therapieansatz freut sich auch Professorin Christiane Angermann vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz, der die Verbindung von Kardiologie und Psychologie besonders am Herzen liegt: „Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie gehört zu den Gründungsstudien des DZHI. Sie symbolisiert die multidisziplinären Kooperationen, die ohne die Infrastruktur des DZHI, wo Forschung und Versorgung zum Wohl des Patienten eng verzahnt werden, nicht möglich gewesen wäre.“

*Link zum Abstract "Efficacy of a web-based intervention for improving psychosocial well-being in patients with implantable cardioverter-defibrillators – the randomised controlled ICD-FORUM trial": https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article-abstract/doi/10.1093/eurheartj/ehz134/5431178

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF.