Aktuelle Pressemitteilungen

Leiter des BSZG Würzburg feierlich ins Amt eingeführt

Im November vergangenen Jahres startete Studiendirektor Matthias Schneider als Leiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums für Gesundheitsberufe (BSZG) Würzburg. Jetzt folgte die feierliche Amtseinführung.

 

Amtseinführung Mattias Schneider mit Kanzler der Uni Würzburg, Regierungspräsident, Ministerialrat Staatsministerium für Unterricht und Kultus und Pflegedirektor vom UKW.
Bei der Amtseinführung: Matthias Schneider, der neue Leiter des BSZG Würzburg (Mitte), umgeben von (v. l.) Dr. Uwe Klug (Kanzler der Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Jochen Lange (Regierungsvizepräsident der Regierung von Unterfranken), Philipp Reichel (Ministerialrat des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus) und Marcus Huppertz (Pflegedirektor des Universitätsklinikums Würzburg). © Helmuth Ziegler / UKW
Matthias Schneider mit Vorgängerin Christine Hildebrandt
Matthias Schneider mit Christine Hildebrandt, seiner Vorgängerin in der Leitung des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums für Gesundheitsberufe Würzburg. © Helmuth Ziegler / UKW

Würzburg. Am 5. März dieses Jahres wurde Matthias Schneider offiziell in das Amt als Leiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums für Gesundheitsberufe (BSZG) Würzburg eingeführt. In dieser Position tätig ist der Studiendirektor schon seit November 2025 – als Nachfolger von Christine Hildebrandt, die im August 2025 in den Ruhestand ging. 

Bei der Feierstunde am Schulzentrum begrüßten Vertreter der Regierung von Unterfranken, des Bayerischen Kultusministeriums und des Uniklinikums Würzburg sowie eine Vertreterin des Gesamtpersonalrats des BSZG Würzburg die neue Führungspersönlichkeit herzlich. Als Moderator führte Florian Geißler, der Stellvertretende Leiter des Schulzentrums, durch die heitere Veranstaltung. Für musikalische Zwischenspiele aus Pop und Rock sorgte das Gesangsensemble „Meefrüchdli“ aus Schwarzach am Main.

Neben guten Wünschen für sein zukünftiges Wirken gaben die Referierenden in ihren Ansprachen auch einen Überblick über den bisherigen beruflichen Werdegang von Matthias Schneider und arbeiteten seine besonderen Kompetenzen heraus.

Durch den bisherigen Werdegang auf das Amt bestens vorbereitet

Der gebürtige Würzburger (Jahrgang 1974) studierte Lehramt an beruflichen Schulen (Wirtschaftspädagogik mit Schwerpunkt Gesundheitsmanagement). Berufserfahrungen als Lehrkraft sammelte er während des Referendariats an der Würzburger Klara-Oppenheimer-Schule und an der Beruflichen Oberschule in Kitzingen sowie von 2006 bis 2015 an der Berufsschule Kitzingen-Ochsenfurt. Ab Ende 2014 koordinierte er im Auftrag der Regierung von Unterfranken die Flüchtlingsbeschulung im Regierungsbezirk. Als Koordinator für Berufsvorbereitung organisierte er im Lauf der Zeit neben den Berufsintegrationsklassen auch die Klassen für die Schülerinnen und Schüler, die keinen Ausbildungsplatz fanden und berufsschulpflichtig waren. Vor seinem Wechsel ans BSZG Würzburg war Schneider zuletzt ab 2021 als Referent der Regierung von Unterfranken insbesondere für die unterfränkischen Berufsfachschulen des Gesundheitswesens zuständig. Zentrale Themen dabei waren unter anderem die Schulstatistik, die Lehrerausbildung, die Genehmigung von Lehrkräften, Schulneugründungen und -neubauten, die Erstellung zentraler Abschlussprüfungen, Schulfinanzierungen sowie die Unterstützung und Beratung der Schulen bei schulrechtlichen Fragen.

Sinnstiftende und wertvolle Arbeit

Zum am Uniklinikum Würzburg angesiedelten Staatlichen Beruflichen Schulzentrum für Gesundheitsberufe gehören sechs Berufsfachschulen – von Massage über Physiotherapie bis Medizinische Technologien. Zusammen bieten sie 550 Ausbildungsplätze an. Bei der Amtseinführung betonte Schneider: „Unsere Arbeit ist absolut sinnstiftend und wertvoll. Wir bilden junge Menschen fundiert aus. Wir helfen ihnen, mit ihren erworbenen Kompetenzen im Berufsleben anzukommen und dort qualifiziert tätig zu sein. Letztlich machen wir Mainfranken attraktiver, lebens- und liebenswerter.“

Zitate aus den Redebeiträgen der Amtseinführung:

„Herr Schneider ist ein Mann mit großer Berufs- und Lebenserfahrung, der sich mit vollem Engagement einbringt und sich in allen seinen bisherigen Funktionen bestens bewährt hat.“
Jochen Lange, Regierungsvizepräsident der Regierung von Unterfranken

„Herr Schneider versteht es, Menschen einzubeziehen, Verantwortung zu übertragen und zugleich Orientierung zu geben.“
Philipp Reichel, Ministerialrat des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus

„Als Leiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums ist es nun Ihre Aufgabe, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund – egal in welcher Lebensphase – Orientierung und Halt zu vermitteln, sie symbolisch an die Hand zu nehmen und ihnen den Weg in ihre berufliche Zukunft zu weisen.“
Marcus Huppertz, Pflegedirektor des Universitätsklinikums Würzburg

„In den vergangenen Monaten haben wir Sie als besonnen, klar und ansprechbar erlebt. Eigenschaften, die im Schulalltag sehr wertvoll und auch entscheidend sind.“
Monika Nätscher, 1. Vorsitzende des Gesamtpersonalrats des BSZG Würzburg


Text: Pressestelle / UKW
 

Ein Interview mit Studiendirektor Matthias Schneider, der neue Leiter des Beruflichen Schulzentrums für Gesundheitsberufe in Würzburg.

Amtseinführung Mattias Schneider mit Kanzler der Uni Würzburg, Regierungspräsident, Ministerialrat Staatsministerium für Unterricht und Kultus und Pflegedirektor vom UKW.
Bei der Amtseinführung: Matthias Schneider, der neue Leiter des BSZG Würzburg (Mitte), umgeben von (v. l.) Dr. Uwe Klug (Kanzler der Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Jochen Lange (Regierungsvizepräsident der Regierung von Unterfranken), Philipp Reichel (Ministerialrat des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus) und Marcus Huppertz (Pflegedirektor des Universitätsklinikums Würzburg). © Helmuth Ziegler / UKW
Matthias Schneider mit Vorgängerin Christine Hildebrandt
Matthias Schneider mit Christine Hildebrandt, seiner Vorgängerin in der Leitung des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums für Gesundheitsberufe Würzburg. © Helmuth Ziegler / UKW

EU-Fahrplan für bessere genetische Beratung bei Krebs

Delphi-Studie definiert unter Würzburger Leitung fünf prioritäre Maßnahmen für europaweit gerechteren Zugang zur personalisierten Krebsmedizin

Collage von freigestellten Personen, im Hintergrund Skizze von EU-Flagge
J. Matt McCrary und Anke K. Bergmann stellen im European Journal of Human Genetics fünf europäische Prioritätsmaßnahmen vor, für einen europaweit gerechteren Zugang zur personalisierten Krebsmedizin. Collage mit Canva
DNA unter Lupe
Damit personalisierte Krebstherapien ihr volles Potenzial entfalten können, brauchen Patientinnen und Patienten einen verlässlichen Zugang zu qualifizierter genetischer Beratung. Symbolbild von Canva/Africa Images

Damit personalisierte Krebstherapien ihr volles Potenzial entfalten können, brauchen Patientinnen und Patienten einen verlässlichen Zugang zu qualifizierter genetischer Beratung. Eine europaweite Delphi-Studie unter Leitung des Universitätsklinikums Würzburg benennt nun fünf konkrete Maßnahmen, um die wichtigsten Hindernisse für die Implementierung der Genetik in der Krebsprävention und -behandlung zu beseitigen und die genetische Beratung in Prävention und Behandlung nachhaltig zu stärken. Ziel ist es, allen Betroffenen in der EU zur richtigen Zeit die individuell passende Therapie zu ermöglichen.

Würzburg. Mit „Europe’s Beating Cancer Plan“ hat die Europäische Union vor fünf Jahren eine neue Phase im gemeinsamen Kampf gegen Krebs eingeläutet. Denn mit dem Aktionsplan sollen die Prävention, Diagnose, Behandlung und Nachsorge europaweit verbessert und stärker koordiniert werden. Ein zentrales Ziel ist es, genetische Untersuchungen stärker in die Krebsvorsorge und -therapie einzubinden, um Behandlungen individueller und wirksamer zu gestalten. Schließlich sind fünf bis 15 Prozent aller Krebserkrankungen auf vererbte genetische Veränderungen zurückzuführen.

„Die Integration genetischer Tests und Analysen in die Krebsprävention und -behandlung ermöglicht zunehmend personalisierte Ansätze, die eine zeitnahe Behandlung bei gleichzeitiger Minimierung von Nebenwirkungen erlauben“, sagt Dr. J. Matt McCrary, Leiter der Versorgungsforschung am Institut für Klinische Genetik und Genommedizin des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). 

Dabei spielt die genetische Beratung eine entscheidende Rolle: Sie hilft Patientinnen und Patienten dabei, Testergebnisse zu verstehen und fundierte Entscheidungen über Vorsorge und Therapie zu treffen. Idealerweise erfolgt diese Beratung durch speziell ausgebildete Fachärztinnen und Fachärzte für Humangenetik. Fehlt diese Expertise, kann das zu unnötigen Untersuchungen, vermeidbaren Kosten, ungeeigneten Therapien oder auch zu psychischen Belastungen führen.

Obwohl die genetische Beratung eine bewährte und oft gesetzlich vorgeschriebene ärztliche Expertenkonsultation ist, ist der Zugang in der EU durch drei häufige Hindernisse eingeschränkt, wie J. Matt McCrary bereits vor zwei Jahren im „European Journal of Public Healthgezeigt hat: Die genetischen Kenntnisse von Patientinnen und Patienten sowie die genetischen Fachkenntnisse von Ärztinnen und Ärzten sind unzureichend, die Kapazitäten des genetischen Fachpersonals sind begrenzt und die Kostenerstattung durch die Krankenkassen ist uneinheitlich und unvollständig.

J. Matt McCrary hat nun als Erstautor im “European Journal of Human Genetics” fünf europäische Prioritätsmaßnahmen vorgestellt. Mit diesen sollen die wichtigsten Hindernisse für die Implementierung der Genetik in der Krebsprävention und -behandlung beseitigt werden. Sie reichen von einer besseren Integration genetischer Fachberaterinnen und Fachberater in europäische Gesundheitssysteme und einheitlichen Standards in der Ausbildung über eine stärkere Berücksichtigung der Genetik in onkologischen Leitlinien bis hin zu verbesserten Abrechnungspraktiken für genetische Beratung.

Die prioritären Maßnahmen wurden im Rahmen einer so genannten Delphi-Studie gemeinsam mit 77 Onkologen, Humangenetikern, genetischen Beratern und Patientenvertretern aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten identifiziert. Bei dem strukturierten Befragungsverfahren, das nach dem Orakel von Delphi benannt ist, bewerten Expertinnen und Experten in mehreren Runden Empfehlungen, bis sich ein gemeinsamer Konsens für die wichtigsten Maßnahmen ergibt. 

Diese werden demnächst in einem länderübergreifenden Pilotprojekt erprobt, das vom UKW im Rahmen der kürzlich gestarteten „EU Joint Action on Personalised Cancer Medicine” (JA PCM) geleitet wird (siehe Pressemeldung vom 16.01.2026).

Fünf prioritäre Maßnahmen aus der Delphi-Studie

1. Integration genetischer Fachberaterinnen und Fachberater in europäische Gesundheitssysteme 

Eine EU-weite Anerkennung genetischer Beraterinnen und Berater als eigenständiger Gesundheitsberuf würde klarstellen, dass diese medizinischen Fachkräfte mit Masterabschluss qualifiziert sind, genetische Beratung zu leisten. Zudem würde ihnen rechtlich und organisatorisch entsprechende Positionen und Aufgaben in den Gesundheitssystemen eröffnet. Dies könnte helfen, den Fachkräftemangel abzumildern und die Versorgung der Patientinnen und Patienten europaweit zu verbessern.

2. Einbindung von Genetik-Expertise bei der Erstellung onkologischer Leitlinien

Onkologische Leitlinien sind zentrale Empfehlungen für Ärztinnen und Ärzte, die aufzeigen, wie Krebspatientinnen und -patienten diagnostiziert und behandelt werden sollen. Durch die Einbindung von Expertinnen und Experten für Genetik in die Entwicklung und Aktualisierung dieser Leitlinien wird sichergestellt, dass genetische Risiken, Testverfahren und Beratung systematisch berücksichtigt werden und nicht nur individuell oder nach dem Ermessen einzelner Fachleute erfolgen. Dies würde dabei helfen, genetische Aspekte in der Krebsversorgung überall in der EU auf ein einheitliches und qualitativ hohes Niveau zu bringen.

3. Einheitliche Standards für Ausbildung, Qualifikation und Registrierung genetischer Beraterinnen und Berater

Da die medizinische Aus- und Weiterbildung national geregelt ist und bleibt, soll keine EU-weite Gesetzgebung zur Vereinheitlichung entwickelt werden, sondern ein System, das die Anerkennung und Übertragung von Qualifikationen und Abschlüssen in der gesamten EU ermöglicht. So könnten angehende Fachkräfte leichter in verschiedenen Ländern arbeiten und Ausbildungsprogramme könnten sich an gemeinsamen Mindeststandards orientieren.

4. Verbesserte Abrechnungspraktiken für genetische Beratung bei medizinischer Indikation

In vielen Ländern wird die genetische Beratung, obwohl sie offiziell empfohlen oder sogar gesetzlich vorgeschrieben ist, bisher nicht vollständig von den Gesundheitssystemen oder Versicherungen übernommen. Eine verpflichtende Erstattung würde sicherstellen, dass Patientinnen und Patienten diese wichtige Leistung ohne zusätzliche Kosten in Anspruch nehmen können.

5. Genetik-Ausbildung für Onkologinnen und Onkologen

Die Delphi-Studie schlägt schließlich vor, dass Genetik ein verpflichtender Bestandteil der Ausbildung und Fortbildung für Onkologinnen und Onkologen werden sollte. Eine fundierte Schulung in genetischen Grundlagen, Risikobewertung und der richtigen Einordnung genetischer Testergebnisse würde Ärztinnen und Ärzten dabei helfen, besser zu erkennen, wann eine genetische Beratung oder ein Test sinnvoll ist und wie die Ergebnisse genutzt werden können. 

„Die Beseitigung gemeinsamer Hindernisse durch kollektives europäisches Handeln verspricht die effizienteste Erzielung verbesserter Ergebnisse. Mit dem Fahrplan der EU-Initiative „Joint Action on Personalized Cancer Medicine“ haben wir klare Schritte festgelegt, um den Zugang zur genetischen Beratung in der gesamten Europäischen Union nachhaltig zu verbessern. Somit erhöhen wir die Möglichkeiten aller Patientinnen und Patienten in der EU, zur richtigen Zeit die richtige Behandlung für ihre spezifischen körperlichen und genetischen Merkmale zu erhalten“, resümiert Prof. Dr. Anke Katharina Bergmann, Direktorin des Instituts für Klinische Genetik und Genommedizin am UKW.

Die von der Europäischen Kommission finanzierte Delphi-Studie ist ein Projekt des CAN.HEAL-Konsortiums. In diesem arbeiten Onkologen, Humangenetiker, genetische Berater und Patientenvertreter aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten zusammen, darunter auch Personen in Führungspositionen nationaler humangenetischer Berufsverbände in 13 Mitgliedstaaten sowie nationaler onkologischer Berufsverbände in sechs Mitgliedstaaten.

Publikation: McCrary, J.M., Van Valckenborgh, E., Horgan, D. et al. Priority European strategies for sustainable access to high-quality genetic counselling in cancer: A Delphi study. Eur J Hum Genet (2026). doi.org/10.1038/s41431-026-02015-y

Collage von freigestellten Personen, im Hintergrund Skizze von EU-Flagge
J. Matt McCrary und Anke K. Bergmann stellen im European Journal of Human Genetics fünf europäische Prioritätsmaßnahmen vor, für einen europaweit gerechteren Zugang zur personalisierten Krebsmedizin. Collage mit Canva
DNA unter Lupe
Damit personalisierte Krebstherapien ihr volles Potenzial entfalten können, brauchen Patientinnen und Patienten einen verlässlichen Zugang zu qualifizierter genetischer Beratung. Symbolbild von Canva/Africa Images

Deutschlandweit einzigartig: 1.000 Schwangere mit Blutarmut profitieren von Eiseninfusionen

Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) werden die leeren Eisenspeicher werdender Mütter effizient und sicher mit einer intravenösen Eiseninfusion aufgefüllt. Im Februar 2026 wurde die 1000. Schwangere erfolgreich therapiert.

Karina Reinhard, leitende Anämie Nurse, führt bei der schwangeren Patientin Antonia Krißmer eine Ultraschallkontrolle nach der Eiseninfusionsgabe durch.
Karina Reinhard, leitende Anämie Nurse, führt bei der schwangeren Patientin Antonia Krißmer eine Ultraschallkontrolle nach der Eiseninfusionsgabe durch. © Stefan Krummer / UKW.
Gruppenfoto des Behandlungsteams mit Mutter Antonia Krißmer und Sohn Levi. Neben ihnen stehen die Anämie Nurses Lisa Eberle (links) und Karina Reinhard, dahinter Prof. Dr. Peter Kranke (links) und Prof. Dr. Patrick Meybohm. © Annika Wolf / UKW
Gruppenfoto des Behandlungsteams mit Mutter Antonia Krißmer und Sohn Levi. Neben ihnen stehen die Anämie Nurses Lisa Eberle (links) und Karina Reinhard, dahinter Prof. Dr. Peter Kranke (links) und Prof. Dr. Patrick Meybohm. © Annika Wolf / UKW

Würzburg. Seit September 2022 behandelt ein interdisziplinäres Team der Anämie-Ambulanz des UKW werdende Mütter mit Eisenmangel oder Eisenmangelanämie. Im Februar dieses Jahres wurde die tausendste Schwangere mit einer intravenösen Eiseninfusion therapiert. Das streng überwachte Behandlungskonzept der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie ist in dieser Form deutschlandweit einzigartig. Entsprechend groß ist das Einzugsgebiet, das weit über Stadt und Landkreis Würzburg hinausreicht.

Dauermüde, abgeschlagen, schnell außer Puste: Solche Beschwerden werden in der Schwangerschaft oft als normale Begleiterscheinungen interpretiert. Hinter den zunächst harmlos erscheinenden Symptomen kann jedoch ein Eisenmangel oder eine durch Eisenmangel verursachte Blutarmut (Eisenmangelanämie) stecken. Unbehandelt kann dies gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind bergen, darunter ein höheres Frühgeburtsrisiko, eine verlangsamte Entwicklung des ungeborenen Kindes und eine Wochenbettdepression.

Eisen ist essenziell für die Bildung roter Blutkörperchen und den Sauerstofftransport im Körper. Während der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf durch das wachsende Blutvolumen sowie die Versorgung der Plazenta und des ungeborenen Kindes deutlich an. Der Blutverlust rund um die Geburt belastet die Eisenspeicher der Frau zusätzlich. 

„Ein Eisenmangel ist die häufigste Ursache einer Anämie in der Schwangerschaft. Er bleibt jedoch häufig unerkannt oder wird nicht ausreichend behandelt, obwohl eine effektive Therapie möglich ist“, erklärt Prof. Dr. Patrick Meybohm, Klinikdirektor der Anästhesie. Ein Bluttest, bei dem der Hämoglobinwert, der den roten Blutfarbstoff und damit die Sauerstofftransportfähigkeit abbildet, und der Eisenspeicherwert Ferritin gemessen werden, ermöglicht eine zuverlässige Diagnose. „Die Behandlung der tausendsten Patientin zeigt, wie relevant dieses Krankheitsbild ist.“

Antonia Krißmer ist die 1000. Patientin und froh über das Angebot, da sie während der Schwangerschaft unter einem schweren Eisenmangel litt. „Ich war extrem erschöpft und im Alltag kaum belastbar. Nach der Infusion habe ich mich deutlich stabiler gefühlt. Für mich war das eine große Entlastung in der Schwangerschaft“, erzählt die Jubiläumspatientin. Am 08. Februar 2026 kam ihr Sohn Levi gesund zur Welt.

Eisentabletten häufig nicht ausreichend wirksam

Ein diagnostizierter Eisenmangel wird oft zunächst mit Tabletten behandelt. „Orale Eisenpräparate können aber vor allem einen schweren Eisenmangel nicht zuverlässig ausgleichen. Zudem wirken sie langsam, es ist fraglich, wie viel Eisen aus ihnen aufgenommen wird, und sie verursachen vergleichsweise häufig Nebenwirkungen wie Verstopfung“, sagt Patrick Meybohm. Für den ersten Abschnitt der Schwangerschaft ist diese Therapieform jedoch nach wie vor die empfohlene. Vor allem, wenn frühzeitig eine Diagnostik erfolgt und der Therapieerfolg durch erneute Bluttests überprüft wird. Die intravenöse Eisengabe hingegen ermöglicht eine schnelle und gezielte Auffüllung der Eisenspeicher und verbessert das Symptombild rasch. Die Infusion wird individuell auf die Patientin abgestimmt und kann auch noch im dritten Trimenon einer Schwangerschaft, also in den letzten Tagen und Wochen vor der Geburt, verabreicht werden. 

„Bei den meisten Patientinnen genügt eine einmalige Infusionsgabe, um die Eisenwerte zu stabilisieren. Je nach Befund und Schwangerschaftswoche kann kurz vor der Geburt eine erneute Gabe sinnvoll sein, um dafür optimale Voraussetzungen zu schaffen“, erläutert Prof. Dr. Peter Kranke, der die geburtshilfliche und gynäkologische Anästhesie am UKW leitet. Auch nach der Geburt erfolgt bei Bedarf eine Kontrolle der Eisenwerte. Insbesondere nach erhöhtem Blutverlust kann eine erneute Therapie sinnvoll sein, um eine Anämie nach der Geburt rasch zu beheben.

Dass diese Therapieform bislang nicht deutschlandweit etabliert ist, hat für Peter Kranke mehrere Gründe. „Ärztinnen und Ärzte sind bei der Behandlung von Schwangeren häufig zurückhaltend. Zudem verfügen vor allem die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen oft nicht über die notwendigen räumlichen, zeitlichen und personellen Ressourcen für eine eng überwachte Infusionstherapie. Deshalb wird die für sie weniger aufwändige Behandlung mit Tabletten bevorzugt.“ Prof. Dr. Ulrich Pecks, der die Geburtshilfe und den Bereich Fetomaternale Medizin am UKW leitet, betont aber: „Das Interesse der Behandlerinnen und Behandler am Würzburger Behandlungskonzept wächst stetig.“ Regelmäßig hospitieren Interessierte aus ganz Deutschland in der Anämie-Ambulanz, um von den dort gemachten Erfahrungen zu profitieren.

Permanente Überwachung sorgt für hohe Sicherheit

Die Gabe von Eisenpräparaten kann, unabhängig von der Darreichungsform, in sehr seltenen Fällen Nebenwirkungen verursachen. Dazu zählen Blutdruckabfall und in den seltensten Fällen eine allergische Reaktion. „Schwere Komplikationen haben wir bislang nicht beobachtet. Dennoch sorgt die permanente Überwachung der Vitalzeichen für maximale Sicherheit während der Infusionsgabe“, erklärt Karina Reinhard, Leitende Anämie Nurse in der Ambulanz.

Zusätzlich erfolgt vor und nach der Infusion eine Ultraschallkontrolle, um das Wohlbefinden des Kindes zu überprüfen.

Kontakt und Terminvergabe

Schwangere können über ihre hausärztliche oder gynäkologische Praxis, die behandelnde Klinik oder das Geburtshaus in die Anämie-Ambulanz in der Anmeldung 11 im Zentrum für Operative Medizin des UKW überwiesen werden. Sie können auch selbst Kontakt aufnehmen und einen Termin über das Onlineportal der Ambulanz vereinbaren. In der Regel ist eine Vorstellung innerhalb von ein bis zwei Wochen möglich. Die Behandlung ist eine Kassenleistung und für Schwangere kostenfrei.

Eisenmangel gezielt behandeln und vorbeugen – nicht nur in der Schwangerschaft 

In der Anämie-Ambulanz des UKW werden nicht nur Schwangere, sondern auch Menschen behandelt, die vor größeren Operationen stehen. Eine mit hohem Blutverlust verbundene Operation kann die Eisenspeicher rasch erschöpfen. Durch eine gezielte Prävention vor dem Eingriff können postoperative Mangelzustände vermieden, das Risiko für Bluttransfusionen gesenkt und die Genesung nach der Operation unterstützt werden. Darüber hinaus werden Patientinnen und Patienten mit bestehendem Eisenmangel unabhängig von Schwangerschaft oder Operation behandelt, etwa infolge chronischer Erkrankungen, Entzündungen, Verletzungen oder bestimmter Ernährungsweisen.

All dies ist in das Patient Blood Management der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie eingebettet. Das evidenzbasierte, medizinische Konzept hat das Ziel, die Patientensicherheit zu erhöhen, indem die körpereigenen Blutreserven von Patientinnen und Patienten frühzeitig optimiert, Anämien rechtzeitig erkannt und das Risiko für Bluttransfusionen reduziert wird. 

Entsprechend richtet sich das Angebot der Anämie-Ambulanz des UKW ausdrücklich auch an nicht schwangere Patientinnen und Patienten mit diagnostiziertem oder zu erwartendem Eisenmangel.

 

Text: Annika Wolf / UKW

Ausstellung: Menschen auf Organspende-Listen wollen hoffen und leben

Eine neue Ausstellung am Uniklinikum Würzburg macht anhand der persönlichen Situation von Wartelistenpatientinnen und -patienten die Dringlichkeit der Organspende greifbar.

Im Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg verdeutlicht eine Ausstellung die Lebenssituation von Menschen, die auf ein Spenderorgan warten.
Im Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg verdeutlicht eine Ausstellung die Lebenssituation von Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. © Susanne Just / UKW

Würzburg. In der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) des Uniklinikums Würzburg (UKW) ist derzeit eine Ausstellung zu sehen, die auf authentische Weise an die Lebensumstände von Menschen heranführt, die am Würzburger Krankenhaus der Maximalversorgung – zum Teil schon seit vielen Jahren – auf eine Spenderniere warten oder gewartet haben. Unter dem Titel „Wir wollen hoffen – Wir wollen leben“ zeigen Rollups und Poster Fotos aus deren privatem Umfeld in glücklichen Momenten und bei geliebten Tätigkeiten. Ergänzt werden die Porträtaufnahmen durch jeweils kurze Statements.

Leben unter hoher physischer und psychischer Belastung 

„Wartelistenpatientinnen und -patienten müssen mit der Sorge leben, dass jederzeit eine plötzliche Verschlechterung ihres Zustandes eintreten kann, sodass die gezeigten Situationen, Begegnungen und Aktivitäten abrupt nicht mehr möglich sein könnten“, schildert Dr. Anna Laura Herzog. Die Leiterin des Transplantationszentrums des UKW fährt fort: „Die Schau verdeutlicht, dass Organversagen keinen Unterschied macht zwischen Faktoren wie Alter oder Geschlecht und auf Lebensziele keine Rücksicht nimmt.“

Im vergangenen Jahr haben am UKW 34 Patientinnen und Patienten eine Spenderniere erhalten – bei rund 180, die auf ein Organ warteten. „Neben der enormen psychischen und physischen Belastung während der Wartezeit zeigen wir auch die Dankbarkeit und Erleichterung derjenigen, die bereits transplantiert wurden“, beschreibt Herzog, die die Ausstellung konzipierte und organisierte.

Online-Umfrage soll regional weiteren Aufklärungsbedarf ermitteln 

Begleitet wird die Schau von einer Online-Umfrage. Damit will das Team des UKW-Transplantationszentrums herausfinden, welche Ängste die Menschen in Würzburg und der Region Mainfranken bei der Organspende haben, wo noch Aufklärungsbedarf besteht und wie dieser noch besser gedeckt werden kann. Den Fragenkatalog erreicht man unter www.ukw.de/behandlungszentren/transplantationszentrum

Die Ausstellung ist im ZOM noch bis zum 7. April 2026 zu sehen. „Danach sind wir gerne bereit, die Exponate an interessierte Einrichtungen zur Präsentation auszuleihen“, unterstreicht Anna Laura Herzog. Für eine entsprechende Anfrage kann man sie unter E-Mail: herzog_a1@ ukw.de kontaktieren.

Text: Pressestelle / UKW
 

Im Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg verdeutlicht eine Ausstellung die Lebenssituation von Menschen, die auf ein Spenderorgan warten.
Im Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg verdeutlicht eine Ausstellung die Lebenssituation von Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. © Susanne Just / UKW

Glücksmomente für die Elterninitiative Regenbogen

Datev bedenkt den Verein mit einer Spende

DATEV-Weihnachtsspende Scheckübergabe an die Elterninitiative Regenbogen.
Dr. Markus Algner, Denise Lampert, Nadine Kempa, Christoph Thiele, Saskia Lück und Dr. Michael Link bei der Scheckübergabe (von links). Foto: Daniel Tkatsch

"Datev schenkt Glücksmomente" - unter diesem Motto unterstützt die Genossenschaft mit Sitz in Nürnberg seit 35 Jahren gemeinnützige Initiativen aus ganz Deutschland. Vorgeschlagen werden die regionalen Projekte von Genossenschaftsmitgliedern sowie Mitarbeitern der Datev. Bei der vergangenen Weihnachtsspende wurde auch die Elterninitiative Regenbogen mit einer Spende in Höhe von 5.000 Euro unterstützt. Der Spendenscheck wurde im Rahmen einer Veranstaltung bei Datev in Nürnberg am 27. Februar 2026 an Denise Lampert und Nadine Kempa, die die Elterninitiative Regenbogen vertraten, übergeben. Vorgestellt wurde das Angebot des Vereins und dessen Entstehungshintergrund. Die Elterninitiative gründete sich 1984 als Verein aus einer im Jahr zuvor gebildeten Selbsthilfegruppe Eltern krebskranker Kinder heraus. Über die letzten 40 Jahre hinweg entwickelte sich das Angebot für betroffene Familien über kostenfreie Elternwohnungen in Kliniknähe bis hin zu diversen therapeutischen Angeboten auf den Stationen stetig weiter. Für den Verein engagieren sich hauptsächlich selbst betroffene Eltern, die die Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit einer onkologischen Erkrankung kennen und verstehen. Folglich richtet sich das Unterstützungsangebot des Vereins an den unterschiedlichen Bedürfnissen der Familienmitglieder aus.

Insgesamt 150.000 Euro wurden im Rahmen der Datev-Weihnachtsspende an gemeinnützige Einrichtungen übergeben. Die Elterninitiative Regenbogen bedankt sich herzlich bei Datev für die nachhaltige Unterstützung. Insgesamt 150.000 Euro wurden im Rahmen der Datev-Weihnachtsspende an gemeinnützige Einrichtungen übergeben. Die Elterninitiative Regenbogen bedankt sich herzlich bei Datev für die nachhaltige Unterstützung.

 

Pressetext: Nadine Kempa für die Elterninitiative Regenbogen e.V.

DATEV-Weihnachtsspende Scheckübergabe an die Elterninitiative Regenbogen.
Dr. Markus Algner, Denise Lampert, Nadine Kempa, Christoph Thiele, Saskia Lück und Dr. Michael Link bei der Scheckübergabe (von links). Foto: Daniel Tkatsch

Mobiler Ultraschall im Notarzteinsatz: Würzburg setzt neuen Standard in der Notfallmedizin

Der mobile Ultraschall erlaubt es Notärztinnen und Notärzten, auch in unklaren Situationen unmittelbar Diagnosen zu stellen – etwa bei inneren Blutungen, Herz- oder Lungenerkrankungen – und die Therapie gezielt einzuleiten.

Gemeinsamer Startschuss von BRK und UKW für den Einsatz eines mobilen Ultraschallgerätes Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerisches Rotes Kreuz (BRK). Die Anschaffung wurde möglich durch die Unterstützung des Universitätsbundes Würzburg (links Gunther Schunk, Vorsitzender des Universitätsbundes). Über die ergänzte Ausstattung des Fahrzeuges freut sich auch der Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes, Landrat Thomas Eberth (2.v.r.). Foto: UKW / Kim Sammet
Gemeinsamer Startschuss von BRK und UKW für den Einsatz eines mobilen Ultraschallgerätes Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerisches Rotes Kreuz (BRK). Die Anschaffung wurde möglich durch die Unterstützung des Universitätsbundes Würzburg (links Gunther Schunk, Vorsitzender des Universitätsbundes). Über die ergänzte Ausstattung des Fahrzeuges freut sich auch der Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes, Landrat Thomas Eberth (2.v.r.). Foto: UKW / Kim Sammet
Das neue Gerät unterstützt im Rettungseinsatz dabei, lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus schneller und präziser zu erkennen. Die Aufnahmen können direkt am Einsatzort bewertet werden. Das UKW schult sowohl Notärzte als auch Notfallsanitäter gezielt für den Einsatz. Foto: UKW / Kim Sammet
Das neue Gerät unterstützt im Rettungseinsatz dabei, lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus schneller und präziser zu erkennen. Die Aufnahmen können direkt am Einsatzort bewertet werden. Das UKW schult sowohl Notärzte als auch Notfallsanitäter gezielt für den Einsatz. Foto: UKW / Kim Sammet

Würzburg. Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) stärkt die notfallmedizinische Versorgung der Würzburger Bevölkerung nachhaltig. Ab sofort ist ein mobiles Ultraschallgerät auf dem Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Würzburg verfügbar.

Möglich ist dies durch die Unterstützung des Universitätsbundes Würzburg durch eine besondere Würdigung und die finanzielle Förderung durch den Baetz-Preis. Die Mittel flossen in die Beschaffung hochmoderner, mobiler Ultraschallgeräte und ermöglichen damit einen entscheidenden Fortschritt in der präklinischen Notfallmedizin. Solche mobilen Ultraschallgeräte zählen nicht zur Standardausstattung der Fahrzeuge.

Lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus präziser erkennen

Ziel des Projekts ist es, lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus schneller und präziser zu erkennen. Der mobile Ultraschall erlaubt es Notärztinnen und Notärzten, auch in unklaren Situationen unmittelbar Diagnosen zu stellen – etwa bei inneren Blutungen, Herz- oder Lungenerkrankungen – und die Therapie gezielt einzuleiten.

Unter der Federführung der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie wurden mit den neuen Geräten zertifizierte Fortbildungskurse etabliert. In diesen Kursen werden sowohl Notärzte als auch Notfallsanitäter geschult. Parallel wurde der mobile Ultraschall fest in die studentische Lehre sowie in die frühzeitige Ausbildung von Assistenzärztinnen und -ärzten integriert. Bereits jetzt befassen sich mehrere Dissertationsprojekte mit neuen wissenschaftlichen Fragestellungen rund um den präklinischen Ultraschalleinsatz.

Vorreiterrolle in Bayern

Nun folgte der entscheidende Meilenstein: Ab sofort ist ein mobiles Ultraschallgerät auf dem Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerischen Roten Kreuzes in Würzburg verfügbar. Damit nimmt Würzburg eine Vorreiterrolle in Bayern ein. Die moderne Ultraschalltechnik ist bereits auf dem Rettungshubschrauber der ADAC Luftrettung (Christoph 18) etabliert und bewährt, nun werden auch bodengebundene arztbesetzte Rettungsmittel in der Region mit dieser Diagnostik ausgestattet. 

„Die Notfallmedizin hat in Würzburg einen sehr hohen Stellenwert. Auf unterschiedlichen Ebenen nehmen wir schon seit Jahren eine Vorreiterrolle ein“, betont Prof. Dr. Thomas Wurmb, Leiter der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie.

Auch Prof. Dr. Patrick Meybohm, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Der mobile Ultraschall stellt einen großen medizinischen Fortschritt dar, den wir in der Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin konsequent voranbringen.“

Die Projektleiter Christian Zech, Oberarzt der Klinik und PD Dr. Maximilian Kippnich ebenfalls Oberarzt und stv. Chefarzt des Kreisverbandes Würzburg der Bayerischen Roten Kreuzes, heben insbesondere die enge Kooperation hervor: „Das erfolgreiche Projekt basiert vor allem auf der seit Jahren sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Roten Kreuz und den Notfallsanitäterinnen und -sanitätern vor Ort.“

Mit dem präklinischen Ultraschall auf dem Notarzteinsatzfahrzeug wird die Versorgungsqualität in Würzburg spürbar verbessert – zum unmittelbaren Nutzen der Patientinnen und Patienten.

Gemeinsamer Startschuss von BRK und UKW für den Einsatz eines mobilen Ultraschallgerätes Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerisches Rotes Kreuz (BRK). Die Anschaffung wurde möglich durch die Unterstützung des Universitätsbundes Würzburg (links Gunther Schunk, Vorsitzender des Universitätsbundes). Über die ergänzte Ausstattung des Fahrzeuges freut sich auch der Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes, Landrat Thomas Eberth (2.v.r.). Foto: UKW / Kim Sammet
Gemeinsamer Startschuss von BRK und UKW für den Einsatz eines mobilen Ultraschallgerätes Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerisches Rotes Kreuz (BRK). Die Anschaffung wurde möglich durch die Unterstützung des Universitätsbundes Würzburg (links Gunther Schunk, Vorsitzender des Universitätsbundes). Über die ergänzte Ausstattung des Fahrzeuges freut sich auch der Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes, Landrat Thomas Eberth (2.v.r.). Foto: UKW / Kim Sammet
Das neue Gerät unterstützt im Rettungseinsatz dabei, lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus schneller und präziser zu erkennen. Die Aufnahmen können direkt am Einsatzort bewertet werden. Das UKW schult sowohl Notärzte als auch Notfallsanitäter gezielt für den Einsatz. Foto: UKW / Kim Sammet
Das neue Gerät unterstützt im Rettungseinsatz dabei, lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus schneller und präziser zu erkennen. Die Aufnahmen können direkt am Einsatzort bewertet werden. Das UKW schult sowohl Notärzte als auch Notfallsanitäter gezielt für den Einsatz. Foto: UKW / Kim Sammet

Personalia vom 3. März 2026 +++ Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

Dr. Julia Geißler, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, wurde mit Wirkung vom 24.02.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet Klinische Kinder- und Jugendpsychologie erteilt.

Privatdozentin Dr. Carmen Roch, Akademische Oberrätin, Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, wurde mit Wirkung vom 15.02.2026 für fünf Jahre zur Universitätsprofessorin für Palliativmedizin an der Universität Würzburg ernannt.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 3. März 2026