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Erste Betriebserfahrungen: Patienten profitieren von Hochtechnologie-MRT-Gerät am König-Ludwig-Haus

Einfachere Terminvergabe, schnellere Diagnoseergebnisse und kurze Kommunikationswege – dies sind einige der Faktoren, von denen Patienten des König-Ludwig-Hauses im Zusammenhang mit einem neu installierten 1,5 Tesla-Magnetresonanztomografen profitieren. Nach rund fünf Monaten ziehen die Würzburger Orthopädische Klinik und das Uniklinikum Würzburg eine positive Bilanz für die partnerschaftliche Nutzung des topmodernen Diagnosegeräts.

Seit Anfang Juni dieses Jahres können die Ärztinnen und Ärzte der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus (KLH) in Würzburg unkompliziert und schnell auf die Untersuchungsergebnisse eines topmodernen 1,5 Tesla-Magnetresonanztomografen (MRT) zugreifen. Das Hochtechnologie-Gerät steht im benachbarten Zentrum für seelische Gesundheit. Gemäß eines Kooperationsvertrags wurde das „Siemens Magnetom Avanto fit“ vom Uniklinikum Würzburg (UKW) finanziert. Zudem betreibt das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des UKW das Gerät.

Dichte Nutzung des Gerätes angestrebt

„Ob zur Diagnosestellung, zur OP-Vorbereitung oder zur Nachsorge – MRT-Untersuchungen sind in der Orthopädie einfach ‚State of the Art‘“, sagt Prof. Dr. Maximilian Rudert, der Ärztliche Direktor des KLH. Passend zum hohen Bedarf soll das Gerät möglichst dicht genutzt werden. „Unser Ziel ist es, die Patienten des König-Ludwig-Hauses sehr zeitnah und in direkter Abstimmung mit den Behandlungsterminen der Orthopäden direkt in den Räumen des König-Ludwig-Hauses zu untersuchen. Dadurch wird die MRT-Diagnostik unmittelbar in den Behandlungspfad der Orthopädie integriert“ schildert Prof. Dr. Thorsten Bley, der Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des UKW. Zusätzlich zur Untersuchung von Patienten aus der Orthopädie können mögliche Messzeiten durch das Uniklinikum und das Zentrum für seelische Gesundheit genutzt werden. Letztes setzt MRT-Aufnahmen ein, um bei Menschen mit psychischen Auffälligkeiten organische Ursachen, wie Hirntumore, auszuschließen.

Kurze Wege zwischen Orthopäde und Radiologen

Das Gros der von den Fachärzten des König-Ludwig-Hauses angeforderten kernspintomografischen Scans sind mit ungefähr je einem Drittel Darstellungen des Knies und der Schulter, der Rest verteilt sich auf andere Gelenke und die Wirbelsäule. „Ein bedeutender Vorteil der gefundenen Kooperationslösung liegt in der sehr engen und organisatorisch unkomplizierten Zusammenarbeit unserer Orthopäden mit den Radiologen des UKW. So sind fachliche Rückfragen auf kurzen Wegen möglich“, unterstreicht Prof. Rudert. Vor der Anschaffung des Magnetom Avanto fit waren die organisatorischen Hürden für Absprachen zwischen den „behandelnden Orthopäden“ und den „klinischen Radiologen “ viel höher. Schließlich mussten Prof. Rudert und seine Kollegen ihre ambulanten Patienten zu niedergelassenen Radiologen oder an ein Krankenhaus mit Radiologie-Fachabteilung überweisen. Stationäre Patienten mussten für eine MRT-Untersuchung aus dem KLH ans UKW und wieder zurückgebracht werden.
Ein weiterer Ausdruck für die jetzt mögliche fruchtbare Zusammenarbeit ist auch ein in den vergangenen Wochen aus der Praxis heraus angestoßenes, gemeinsames Forschungsprojekt von UKW und KLH, bei dem es um Verbesserungen der kontrastmittelgestützten Darstellung des Schultergelenks im MRT geht.

Schnellere Terminvergabe in der Ambulanz

Ein für die KLH-Patienten besonders spürbarer Pluspunkt ist die mit dem MRT im eigenen Haus machbare, zügige Terminvergabe. „Wir können jetzt die MRT-Diagnostik sehr effizient mit unserem Sprechstundensystem eintakten. Für die ambulanten Patienten bedeutet dies, dass sie in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen eine MRT-Untersuchung bei uns bekommen können“, freut sich Prof. Rudert.

Ein Baustein im sportmedizinischen Angebot des König-Ludwig-Hauses

Die durch die Kooperation gewonnenen MRT-Kapazitäten passen auch sehr gut zum sich immer weiter ausdehnenden sportmedizinischen Angebot des König-Ludwig-Hauses. „Wir haben Kompetenzen in der medizinischen Betreuung von Sportlerinnen und Sportlern aus vielerlei Disziplinen. Für unterschiedliche Mannschaften und Individualsportler im Rahmen der sportmedizinischen Betreuung im König-Ludwig-Haus bieten wir nun ein Komplettpaket aus Diagnostik, konservativer und operativer Behandlung sowie Nachsorge und Kontrolle an“, umreißt Prof. Rudert. MRT-Untersuchungen sind gerade im Leistungssport, beispielsweise in der Betreuung der Bundesligahandballer der Rimpar Wölfe, ein unverzichtbares Mittel für schnelle und präzise Diagnosen. Schließlich sind bei dieser Zielgruppe genaue Aussagen über den Zustand des Bewegungsapparates sowie verlässliche Heilungsprognosen besonders wichtig.

Fallbeispiel: Der Turner Julius Rabenstein

Einer der Athleten, die schon die Vorteile des neuen MRT am KLH nutzen konnten, ist Julius Rabenstein. Der 20-jährige gebürtige Ochsenfurter turnt mit dem TSV Monheim in der 1. Bundesliga und arbeitet derzeit an seinem Aufstieg in die Deutsche Turner-Nationalmannschaft. Seit etwa zwei Jahren ist das König-Ludwig-Haus die Orthopädische Klinik seines Vertrauens. In diesem Zeitraum waren bei ihm schon fünf MRT-Untersuchungen nötig. „Zum Glück ging es dabei nur um kleinere Gesundheitsprobleme, die bei meiner Sportart einfach dazugehören“, berichtet der Turner. Dennoch sei es auch hier nötig gewesen, durch eine professionelle Diagnostik abzuklären, ob muskuloskelettal etwas ernsthaft geschädigt ist.
„Schon vor der Lösung mit dem neuen Gerät konnten mir die KLH-Ärzte immer vergleichsweise schnell MRT-Termine organisieren. Jetzt ist eine Untersuchung sogar noch am selben Tag möglich“, freut sich Julius Rabenstein.
Erst vor Kurzem erlebte er erneut, wie wertvoll eine MRT-Untersuchung sein kann. Ein Arzt an seinem Sportinternatsort Chemnitz riet ihm – ohne MRT-Bildinformationen – bei einem Schulterproblem zu einer sofortigen Operation. Bei einer anschließenden vollständigen Untersuchung inklusive MRT erkannten die KLH-Experten jedoch, dass das Problem auch konservativ zu lösen ist. „Ich habe die Schulter innerhalb weniger Wochen mit Physiotherapie wieder hinbekommen. Dazu musste ich noch nicht mal eine Trainingspause einlegen, während mich eine Operation für Monate aus dem Training genommen hätte“, schildert der leistungsorientierte junge Mann. Generell schätzt er am König-Ludwig-Haus die fundierte Diagnostik und den freundlichen Umgang. Rabenstein: „Neben den MRT-Bildern wird immer auch der Patient selbst in den Blick genommen. So kommen die Ärztinnen und Ärzte des KLH zu individuell sinnvollen Therapieangeboten.“

Magnetresonanztomografie
Bei der Magnetresonanztomografie – auch Kernspintomografie genannt – wird ein sehr starkes Magnetfeld erzeugt. Dieses ist maßgeblich für die Auflösung der erzeugten Schnittbilder. Die magnetische Flussdichte wird in Tesla angegeben. Ein Tesla entspricht etwa der 20.000-fachen Stärke des Erdmagnetfeldes. Die Magnetresonanztomografie ist vor allem für die Darstellung von Weichteilen und Organen geeignet. Im Gegensatz zur Computertomografie, die mit Röntgenstrahlen arbeitet, birgt sie keine Strahlenbelastung.

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Das Uniklinikum Würzburg engagiert sich in unterfränkischem Energieeffizienz-Netzwerk

Im September dieses Jahres trafen sich die Mitglieder der Energieeffizienz-Initiative Unterfranken 4 am Uniklinikum Würzburg (UKW) zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Ziel der Netzwerkarbeit ist es, durch geteiltes Wissen schneller und besser die hohen Unternehmens-Energieziele zu erreichen – auch am UKW.

LEEN steht für „Lernende Energieeffizienz-Netzwerke“ und ist ein Netzwerk-Standard. Als Projekt des Bundesumweltministeriums soll damit die Initiative „Energieeffizienz-Netzwerke“ der Bundesregierung unterstützt werden. Letztere hat zum Ziel, bis zum Jahr 2020 deutschlandweit 500 Energieeffizienz-Netzwerke zu etablieren. Nach dem Motto „Wer Wissen teilt, kommt schneller zu besseren Lösungen“ ermutigt und fördert die Initiative Unternehmen, ihre Energieeffizienz zu steigern, Kohlendioxid-Emissionen zu minimieren und als Folge ihre Energiekosten zu senken.
Eines dieser Netzwerke ist die „Energieeffizienz-Initiative Unterfranken 4“ (EEI4), getragen vom Verein Förderkreis Umweltschutz. Neben den Unternehmen Kneipp, SKF, Cordenka, KBA – Industrial Solutions, Franken Guss und Magna Mirrors gehören auch das Klinikum Würzburg Mitte, das Leopoldina Krankenhaus Schweinfurt und das Uniklinikum Würzburg (UKW) der EEI4 an.

Uniklinikum Würzburg Gastgeber des 6. Energieeffizienz-Tisches

Am 19. September dieses Jahres waren Vertreter der Initiative am UKW zum 6. Energieeffizienz-Tisch zu Gast. Thema war ein Austausch über die jeweiligen Unternehmens- und Netzwerkziele im Rahmen der EEI4.
Dipl.-Ing. (FH) Jörn Braungardt von der Abteilung Betriebstechnik des UKW wies in seinem Vortrag darauf hin, dass sich die Themen Energieeffizienz und Ressourcenschutz schon im Leitbild des Klinikums finden. Dort heißt es unter anderem: Unser wirtschaftliches Handeln verbinden wir mit einem effizienten Einsatz von Energie, optimierter Versorgung und bewusstem Umgang mit Ressourcen.

Strategische und operative Energieziele des Klinikums

Daraus ergeben sich laut Braungardt strategische und operative Ziele für das UKW. Das strategische Ziel ist eine Reduzierung des spezifischen Energieverbrauchs des Klinikums um drei Prozent bis zum Jahr 2020, bezogen auf das Jahr 2015. Operative Ziele sind Steigerungen der Energieeffizienz bei der Wärmeverteilung, bei der Beleuchtung und bei der Lüftung. Zum Teil wurden aus den operativen Zielen am Klinikum schon konkrete Einzelmaßnahmen. So wurden zu einer optimierten Wärmeverteilung in verschiedenen Häusern des UKW die Standardpumpen durch hocheffiziente Geräte ersetzt. Die dabei eingesparte Energie sorgt nach Angaben des Ingenieurs für eine Amortisation der Investitionen innerhalb von drei Jahren. In Punkto Beleuchtung wurden sämtliche Außenleuchten des Klinikums auf LED umgerüstet. Pro Jahr werden dadurch rund acht Megawattstunden Strom gespart. Dies entspricht dem Stromverbrauch von etwa zwei Drei-Personen-Haushalten.
Darüber hinaus setzt das UKW auch auf Erneuerbare Energie: Drei Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Zentren für Operative und Innere Medizin an der Oberdürrbacher Straße haben zusammen eine Spitzenleistung von etwa 180 Kilowatt –, das ist, was 45 Vier-Personen-Haushalte bräuchten!
Ein zentraler Faktor für das Nutzen weiterer Energiesparpotenziale ist ein systematisches Energiemanagement. Ein Meilenstein in diesem Zusammenhang war nach Einschätzung von Jörn Braungardt die erfolgreiche Zertifizierung des Energiemanagementsystems des UKW im Mai dieses Jahres. Diese brachte Aufbesserungen in der Mess- und Regeltechnik einschließlich einer speziellen Datenverarbeitung mit sich.

Rundgang durch hocheffizientes Heizkraftwerk

Zur Eigendarstellung des Gastgebers in der Expertenrunde der EEI4 zählte auch ein Rundgang durch das Heizkraftwerk des UKW. Im Mittelpunkt der Führung mit Harald Thal, dem Leiter des Geschäftsbereichs Technik und Bau, stand die hier praktizierte, moderne Kraft-Wärme-Kopplung. Das Verfahren verwendet das „Abfallprodukt“ Wärme, das bei der Stromerzeugung im Klinikum entsteht, weiter als Energie. Zwei Gasturbinen und fünf, hauptsächlich mit Gas betriebene Kessel haben eine Gesamtleistung von drei Megawatt Strom und fast 50 Megawatt thermischer Energie. Gemäß der EU-Richtlinie 2004/8/EG ist die Anlage als hocheffizient einzustufen.
Am Nachmittag des Energieeffizienz-Tisches kamen dann verstärkt die anderen Netzwerkteilnehmer zu Wort. Sie referierten und diskutierten den Status ihrer der Energieziele und -maßnahmen sowie ihre zukünftigen Pläne in diesem Zusammenhang.

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Uniklinikum Würzburg: Zeitkapsel im Glockenturm der katholischen Klinikumskirche

Bei Sanierungsarbeiten am Glockenturm der katholischen Kirche des Uniklinikums Würzburg kam eine Zeitkapsel aus dem Jahr 1971 zum Vorschein. Nach der Sichtung der enthaltenen Unterlagen setzten die Leitung und die Seelsorge des Klinikums die Tradition fort: Sie platzierten einen um aktuelle Zeitdokumente ergänzten Behälter unter der Kirchturmspitze.

Zeitkapseln sind meist in den Fundamenten von Gebäuden untergebrachte, verschlossene Behälter, die zeittypische Dinge für nachfolgende Generationen bewahren und dokumentieren sollen. Eine solche Botschaft aus der Vergangenheit kam im vergangenen Jahr bei Sanierungsarbeiten im Glockenturm der katholischen Kirche auf dem Campusgelände des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Josef-Schneider-Straße ans Tageslicht. Nach ihrer Öffnung war klar: Die Kapsel stammt von einer früheren Sanierung im Jahr 1971. Enthalten waren – neben einer handgeschriebenen und mit einem Wachssiegel geschmückten Urkunde – eine Ausgabe der Tageszeitung Volksblatt aus dem Sanierungsjahr sowie ein Satz Münzen aus den damaligen D-Mark-Zeiten.

Eine Botschaft für zukünftige Generationen

„Diese besondere Form der Kommunikation mit zukünftigen Generationen wollen wir gerne fortsetzen“, berichtet Pater Maximilian Bauer, der katholische Leiter des ökumenischen Seelsorgeteams des UKW. Deshalb wurde aus Zinkblech eine neue, etwas größere Zeitkapsel geschaffen, die am 20. Oktober 2017 in einer feierlichen Zeremonie wieder am Fundort im Glockenturm, direkt unter der Turmspitze, platziert wurde. Zu den ursprünglichen Inhalten hinzu kamen dabei eine Urkunde, die das aktuelle Sanierungsvorhaben beschreibt, ein Euro-Münzensortiment sowie jeweils ein Exemplar der UKW-Mitarbeiterzeitschrift Klinikum & wir, der Zeitung Uni-Klinik und des Katholischen Sonntagsblatts.

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Brustkrebs-Forum am Uniklinikum Würzburg: Bedürfnisse während und nach der Therapie

Am Samstag, den 25. November 2017, veranstaltet die Würzburger Universitätsfrauenklinik ihr 4. Brustkrebs-Forum. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedürfnisse, die bei den Betroffenen während und nach der Tumortherapie aufkommen. Unter den Referentinnen ist die Schauspielerin Kathrin Spielvogel, bekannt unter anderem aus der Fernsehserie „Forsthaus Falkenau“, die nach ihrer eigenen Brustkrebserkrankung authentisch auch intime Aspekte des Krankheitserlebnisses ansprechen kann.

„Unser Brustkrebs-Forum hat sich mittlerweile als Veranstaltung etabliert, die nicht nur die medizinischen Gesichtspunkte der Krankheit thematisiert, sondern gezielt einen ganzheitlichen Informationsansatz verfolgt“, unterstreicht Prof. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitätsfrauenklinik. Die vierte Neuauflage der kostenlosen Veranstaltung am Samstag, den 25. November 2017, steht unter der Überschrift „Bedürfnisse während und nach Brustkrebs: Was brauchen Betroffene wirklich?“.

Kompetente Referentinnen geben Hoffnung

„Unser Ziel ist es, mit kompetenten Rednerinnen Hoffnung für das Leben mit und nach dem Krebs zu geben“, erläutert Prof. Wöckel. So zeigen Beate Beyrich von der Frauenhilfe nach Krebs, Johanna Schlereth, Breast Care Nurse der Würzburger Universitätsfrauenklinik, und eine Patientin, die ihren Weg in einer besonderen Fotografie gefunden hat, in einem gemeinsamen Vortrag den „Weg zurück in den Alltag“ auf.
Dr. Elisabeth Jentschke, Psychoonkologin am Uniklinikum Würzburg (UKW), greift mit „Intimität und Sexualität nach Krebserkrankungen“ ein Thema auf, das noch viel zu oft tabuisiert wird.

Kathrin Spielvogel will „Lebensräume öffnen“

Als Gastreferentin konnte die Frauenklinik des UKW außerdem die Schauspielerin und Sprecherin Kathrin Spielvogel gewinnen. Den Zuschauer/innen ist sie vor allem bekannt aus den TV-Serien „Samt und Seide und „Forsthaus Falkenau“ sowie vielen Fernsehfilmen. Die heute 43-Jährige erkrankte vor einigen Jahren schwer an metastasiertem Brustkrebs. Ihre Krankheitserfahrungen verarbeitete Spielvogel in dem Dokumentarfilm „Ich will ja leben, oder?“, mit dem sie im Jahr 2010 für den Grimme-Preis nominiert wurde. Bei Vorträgen wird sie geschätzt für ihre authentische Art, auch intime Aspekte einer Krebserkrankung zu thematisieren. Mit ihrem Vortrag „Lebensräume öffnen – wenn alle Türen verschlossen scheinen“ spricht sie beim Brustkrebs-Forum sicher vielen Betroffenen aus dem Herzen und macht ihnen Mut für ein Leben nach dem Krebs.
Nach dem Vortragsblock haben die Zuhörerinnen und Zuhörer ausreichend Gelegenheit, den Referentinnen und Prof. Wöckel Fragen zu stellen.

Infostände im Foyer vor dem Hörsaal

Stände von Selbsthilfegruppen sowie Anbietern von Haarersatz, Brustprothesen und Physiotherapie runden das Informationsangebot ab.
Das Brustkrebs-Forum findet statt im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) des Uniklinikums Würzburg an der Oberdürrbacher Straße. Es beginnt um 10:00 Uhr und endet gegen 14:00 Uhr.
Wichtig ist eine Anmeldung bei Gabriele Nelkenstock unter Tel: +49 931 29985095 oder E-Mail: info@ kampfgegenkrebs.de.

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Öffentliche Infoveranstaltung zur Diagnostik und Therapie von Harnblasenkrebs

Bei einer kostenlosen „Abendsprechstunde“ am Donnerstag, den 16. November 2017, schildern drei Experten der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Uniklinikums Würzburg allgemeinverständlich die aktuellen Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten beim Harnblasenkarzinom. Dabei beantworten sie gerne auch individuelle Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer.

Die „Abendsprechstunde“ ist eine Veranstaltungsserie, die das Uniklinikum Würzburg (UKW) gemeinsam mit der Main-Post-Akademie organisiert. Beim nächsten Termin – am Donnerstag, den 16. November 2017 – stehen die Fortschritte in der Diagnostik und Therapie von Harnblasentumoren im Zentrum.
„Das Harnblasenkarzinom ist nach dem Prostatakrebs der zweithäufigste bösartige Tumor in unserem Fachgebiet. Männer sind rund dreimal häufiger betroffen als Frauen“, berichtet Prof. Dr. Hubert Kübler. Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des UKW fährt fort: „Der unter anderem von der genetischen Veranlagung und vom Rauchen begünstigte Tumor entsteht in der Blasenschleimhaut. Wird das Karzinom nicht frühzeitig entdeckt, kann es in tiefere Schichten der Blase vordringen und sich auch über das Organ hinweg ausbreiten.“ Die Aussicht auf Heilung der Erkrankung hängt nicht zuletzt davon ab, wie weit der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnose schon gewachsen ist.
Prof. Kübler sowie seine Mitarbeiter Prof. Dr. Georgios Gakis und Dr. Arkadius Kocot zeigen am Infoabend auf, an welchen Symptomen man ein Harnblasenkarzinom erkennt, welche diagnostischen Schritte auf dem Weg zu einer individuellen Behandlung möglich sind und welche stadienabhängigen Therapiemöglichkeiten es gibt.

Fragen schon bei der Anmeldung einreichen
Die Abendsprechstunde findet im Großen Hörsaal der Würzburger Universitäts-Zahnklinik am Pleicherwall 2 statt. Sie beginnt um 18:00 Uhr und endet gegen 19:30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Wichtig ist eine Anmeldung unter www.akademie.mainpost.de oder Tel: +0049 0931-60016009. Eine besondere Chance: Zusammen mit der Anmeldung können Fragen eingereicht werden, die die Experten dann bei der Veranstaltung beantworten werden.

Focus-Klinikliste 2018: Uniklinikum Würzburg in Bayern auf dem vierten Platz

Platz 14 unter mehr als 1.100 deutschen Krankenhäusern so schnitt das Universitätsklinikum Würzburg in der aktuellen Klinikliste des Nachrichtenmagazins Focus ab. Bezogen auf Bayern kam das Würzburger Krankenhaus der Maximalversorgung auf Platz 4.

Die „Klinikliste“ des Nachrichtenmagazins Focus gilt als der umfangreichste Qualitätsvergleich der deutschen Krankenhäuser. Kürzlich erschien im Sonderheft „Focus Gesundheit“ die Klinikliste 2018. Laut dem Tabellenwerk landete das Uniklinikum Würzburg (UKW) im bundesweiten Vergleich auf dem 14. Platz, während es in Bayern den vierten Platz erzielte.

In sechs Bereichen in der bundesweiten Spitzengruppe
Die Studie deckt 16 Fachbereiche und Erkrankungen ab. Das UKW zählt laut Focus in folgenden Bereichen zur deutschen Spitzengruppe: Angststörungen, Darmkrebs, Hirntumoren, Kardiologie, Parkinson und Strahlentherapie. In die zweitbeste Wertungsstufe – als „empfohlene Klinik“ – kam das Würzburger Klinikum bei der Behandlung von Alzheimer, Brustkrebs, Depression, Multipler Sklerose, Prostatakrebs und Risikogeburten sowie im Fachbereich Herzchirurgie.

Daten aus 1.115 Krankenhäusern berücksichtigt
Für die Klinikliste analysierte das unabhängige Recherche-Institut Munich Inquire Media (MINQ) Daten zu 1.115 Krankenhäusern mit insgesamt 3.093 Fachabteilungen. In die Wertung flossen die Empfehlungen von rund 14.000 Ärztinnen und Ärzten ein. Weitere Recherchewege waren die Qualitätsberichte der Kliniken, Fragebögen zum Krankenhaus und zu den Fachabteilungen sowie die Ergebnisse der nationalen Kampagne „Aktion Saubere Hände“.

Neuer Spezialist für Harnblasenkrebs am Uniklinikum Würzburg

Seit Anfang Oktober dieses Jahres arbeitet Prof. Dr. Georgios Gakis an der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums Würzburg. Der zuletzt am Universitätsklinikum Tübingen beschäftigte Mediziner ist ein Experte in der Behandlung von Harnblasentumoren.

In der Urologie sind Harnblasentumore die zweithäufigste Krebsart nach dem Prostata-Karzinom. Schwerpunktmäßig für die bestmögliche Behandlung dieser heterogenen Krankheit gewann die Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) zum 1. Oktober 2017 Prof. Dr. Georgios Gakis als neue Kraft.

In den vergangenen elf Jahren war der 38-Jährige an der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Tübingen tätig, zuletzt als Oberarzt und außerplanmäßiger Professor. Schon während seines Humanmedizin-Studiums an der Eberhard-Karls Universität in Tübingen entdeckte der in Baden-Württemberg geborene Sohn griechischer Eltern sein Interesse an der Urologie. „Entgegen der sonst verbreiteten Tendenz zu einer immer weiteren Spezialisierung ist die Urologie ein chirurgisches Fachgebiet, das noch weitgehende Kompetenzen in der Hand eines Facharztes vereinigt“, beschreibt Prof. Gakis und fährt fort: „Damit verbunden sind eine Vielfalt von unterschiedlichen ärztlichen Tätigkeiten sowie der immer spannende Umgang mit Patienten aus einem sehr breiten Altersspektrum – von kleinen Kindern bis zu betagten Senioren.“

Zwei sehr unterschiedliche Formen von Harnblasentumoren

Auf seine Doktorarbeit in Allgemeinchirurgie in Tübingen im Jahr 2006 folgten sechs Monate als Assistenzarzt an der Klinik für Allgemeinchirurgie des Klinikums München Großhadern, bevor er nach Tübingen zurückkehrte, diesmal an die Universitätsklinik für Urologie. Hier erarbeitete er sich unter Prof. Dr. Arnulf Stenzl unter anderem seine Spezialkenntnisse in der Behandlung von Harnblasenkarzinomen. „Krebserkrankungen der Harnblase lassen sich grob in zwei sehr unterschiedliche Formen einteilen“, erläutert Prof. Gakis und präzisiert: „Dreiviertel der Fälle sind oberflächliche Tumore, die in der Regel bei einem Eingriff über die Harnröhre abgetragen werden können. Die Harnblase bleibt dabei erhalten. Das restliche Viertel sind wesentlich aggressivere Tumore, die in die Blasenwand einwachsen und zudem Metastasen bilden können. Diese muskelinvasiven Tumore können meist nur durch die vollständige Entfernung der Blase geheilt werden.“

Orthotope Neoblase als Ersatzreservoir „bauen“

Für beide Krebsformen besitzt Prof. Gakis das Know-how zu einer Behandlung nach dem aktuell bestverfügbaren Wissensstand. So ist er in der Lage, nach der radikalchirurgischen Behandlung von muskelinvasiven Harnblasentumoren an der Position der entfernten Blase aus patienteneigenem Dünndarmgewebe ein Ersatzreservoir zu bilden. Man spricht dann von einer orthotopen Neoblase. Zu den weiteren chirurgischen Herausforderungen bei diesem Eingriff zählt es, für die Kontinenz den Schließmuskel unter der ehemaligen Harnblase zu erhalten. Auch für die Beibehaltung der sexuellen Funktion bei Männern wie Frauen ist chirurgisches Können gefragt.

En-bloc-Resektion für oberflächliche Harnblasentumore

Zur Behandlung der oberflächlichen Harnblasentumoren hat Prof. Gakis eine neue Methode „im Gepäck“, die er nun auch am UKW etablieren wird. Bei der von ihm mitentwickelten „En-bloc-Resektion mit Hydrojet“ wird unter den Tumor ein Depot aus Kochsalzlösung injiziert, wodurch das Krebsgewebe in das Blaseninnere angehoben wird. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, bei denen der Tumor beim Abtragen in viele kleine Segmente zerteilt wird, ist bei diesem Vorgehen das in der Onkologie favorisierte Herausschneiden des Tumors in einem Stück möglich“, erläutert Prof. Gakis. Nach seinen Angaben wird dieses Verfahren beim Kolonkarzinom schon seit Jahren erfolgreich angewandt.

Gefragter Autor diverser Leitlinien

Speziell in der Fachwelt anerkannte Nachweise für die uro-onkologische Expertise von Prof. Gakis sind seine Mitgliedschaften in nationalen und internationalen Komitees. So ist er Erstautor der Leitlinien der Europäischen Vereinigung für Urologie (EAU) zum primären Urethralkarzinom und Mitglied in der EAU-Leitliniengruppe zum muskelinvasiven und metastasierten Harnblasenkarzinom. Darüber hinaus leitete er die Arbeitsgruppe der S3-Leitlinie zum nicht-muskelinvasiven Urothelkarzinom.

Maximilian-Nitze-Preis 2014 für Habilitationsschrift

Als engagierter Forscher kann sich Prof. Gakis bislang auf fast 150 wissenschaftliche Publikationen stützen. Unter diesen wurde seine Habilitationsschrift im Jahr 2014 mit dem Maximilian-Nitze-Preis ausgezeichnet. Dies ist der höchste Preis, den die Deutsche Gesellschaft für Urologie zu vergeben hat. „Das Thema war der Einfluss von männlichen Hormonen auf die Entwicklung von Harnblasenkarzinomen. Es gibt Hinweise darauf, dass Androgene das Wachstum von aggressiven Blasentumoren beeinflussen können. Meine Forschungsarbeit widmete sich den dabei auf genetischer Ebene ablaufenden Mechanismen“, berichtet der Preisträger.

Gute Forschungsmöglichkeiten am UKW

Die an der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie vorhandenen Forschungsmöglichkeiten zählten auch zu den Faktoren, die Prof. Gakis auf die ausgeschriebene Stelle nach Würzburg zogen: „Besonders wertvoll ist zum Beispiel die Anbindung an das eigene Labor der Urologie, was mir die Chance gibt, im Bereich des Urothelkarzinoms weiter zu forschen. Außerdem freue ich mich darauf, von der Expertise von Prof. Dr. Hubert Kübler zu profitieren.“ Prof. Gakis kennt den Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie am UKW von der gemeinsamen Arbeit an der S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom.
Ein weiterer Anziehungspunkt am UKW war für den in der Laparoskopie erfahrenen Urologen die derzeitige, von Prof. Kübler in seinem Fachbereich vorangetriebene Ausweitung der Roboterchirurgie.

In Punkto Lehre bietet Prof. Gakis Tutorenschaften und Doktorarbeiten an. Außerdem hält er einen Teil der Vorlesung zum Harnblasenkarzinom.