Aktuelle Pressemitteilungen

Uniklinikum Würzburg: Breite Dankbarkeit am zweiten Tag der Selbsthilfe

Am Samstag, dem 5. Dezember 2020, beging das Uniklinikum Würzburg seinen zweiten Tag der Selbsthilfe. Die Referent*innen der online übertragenen Veranstaltung – unter ihnen der Würzburger Bischof Dr. Franz Jung – würdigten die oft ehrenamtlich erbrachten Leistungen der vielen, mit dem Klinikum kooperierenden Selbsthilfegruppen.

Der 5. Dezember ist der jährliche „Internationale Tag des Ehrenamts“. Wie schon im vergangenen Jahr nutzte das Uniklinikum Würzburg (UKW) diesen Anlass auch heuer zu einem „Tag der Selbsthilfe“. Seit gut zwei Jahren intensiviert das Klinikum kontinuierlich seine Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen. Seit einem Jahr darf es den vom bundesweiten Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ vergebenen Titel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ führen.
Wegen der Kontaktbeschränkungen der Corona-Pandemie musste der zweite Tag der Selbsthilfe als Online-Veranstaltung stattfinden. Dazu kam eine kleine Gruppe von Aktiven und Gastredner*innen in der Magistrale und im Raum der Stille am Zentrum für Operative Medizin des UKW zusammen. Alle Interessierten konnten sich über eine Internet-Kommunikationsplattform zuschalten und den Ansprachen in Wort und Bild folgen.
In seiner Begrüßungsrede wies Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, darauf hin, dass die Medizin gerade in den letzten Jahren gelernt habe, die Patienten noch viel weitreichender als Partner zu akzeptieren. Selbsthilfegruppen spielen in diesem Beziehungsgeflecht nach seinen Worten eine entscheidende Rolle. Der Tag der Selbsthilfe sei eine Gelegenheit, sich hierfür seitens des Uniklinikums herzlichst bei allen Beteiligten zu bedanken.

Selbsthilfe schließt eine Lücke im Gesundheitssystem

Als erster Gastredner würdigte der Würzburger Bischof Dr. Franz Jung Selbsthilfegruppen als „eine ansteckende Form von Gesundheit“. Der Selbsthilfe gehe es darum, die Ehre des Patienten zu wahren und ihn in seiner Würde und Selbstwirksamkeit zu bestärken. „Zugleich will sie aber dem Krankenhaus zur Ehre gereichen, das erkannt hat, dass Selbsthilfe eine Lücke im Gesundheitssystem schließt, die weder durch den Patienten noch durch die Klinik abgedeckt werden kann“, sagte der Bischof. Um das facettenreiche Zusammenspiel von Patient, Selbsthilfe und Arzt weiter zu beschreiben, nutzte Jung die Geschichte des „Hauptmanns von Kafarnaum“ aus dem achten Kapitel des Matthäus-Evangeliums. Unter anderem wurde hierbei deutlich, dass es zu den wesentlichen Aufgaben der Selbsthilfe gehört – kombiniert mit einer kritisch-konstruktiven Begleitung – das Vertrauen des Patienten in die behandelnde Institution und Person zu stärken.

Die Digitalisierung eröffnet neue Wege

Christian Schuchardt, der Würzburger Oberbürgermeister, nutzte seine Ansprache, um die gemeinsamen Digitalisierungsbemühungen des UKW und des Aktivbüros der Stadt Würzburg im Corona-Jahr zu loben. So hätten, neben dem virtuellen Tag der Selbsthilfe, in den vergangenen Monaten schon eine ganze Reihe von erfolgreichen Online-Veranstaltungen stattgefunden, die dazu beigetragen hätten, mit der Selbsthilfe in Kontakt zu bleiben.

„Die Digitalisierung wird uns auch in Zukunft weitere neue Wege eröffnen“, betonte anschließend Dr. Hülya Düber. Die Sozialreferentin der Stadt Würzburg fuhr fort: „Es ist uns wichtig, auch diejenigen Menschen zu erreichen, die hier bislang Berührungsängste oder keine technischen Voraussetzungen hatten.“ Deshalb werde das Aktivbüro der Stadt Würzburg im Jahr 2021 das Projekt „Digitalisierung in der Selbsthilfe“ durchführen. Hierzu zählt das Online-Seminar „Gesundheit stärken“, das im kommenden Jahr vom Aktivbüro im Verbund mit den anderen unterfränkischen Selbsthilfe-Kontaktstellen angeboten werden soll.

Selbsthilfefreundlichkeit trotz aller Hindernisse vorangekommen

Kathrin Speck, die Geschäftsführerin des Bezirksverbands Unterfranken des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, schilderte in ihrem Vortrag einige der Herausforderungen, die die Selbsthilfe unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie zu meistern hatten – und teilweise nach wie vor zu meistern haben. So konnten zum Beispiel mit dem Lockdown über lange Zeit keine persönlichen Treffen der Gruppen stattfinden, viele Veranstaltungen mussten abgesagt werden. „Hier war eine große Flexibilität und Kreativität gefragt, um überhaupt weiterarbeiten zu können“, berichtete Speck. Trotz dieser Hindernisse sei der Prozess des „Selbsthilfefreundlichen Krankenhauses“ am UKW durch das bereitwillige Engagement aller Beteiligten auch in diesem Jahr ein gutes Stück vorangekommen.

Drei regionale Selbsthilfegruppen vorgestellt

Im Vorfeld des Tags der Selbsthilfe hatte das UKW alle kooperierenden Selbsthilfe eingeladen, an einem Preisrätsel teilzunehmen. Barbara Stamm, die bayerische Landtagspräsidentin a.D., übernahm die Aufgabe, die drei Gewinnergruppen vorzustellen. Dazu zählt die Selbsthilfegruppe Grombühl 4 des Kreuzbundes. In der Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Sucht kommen Betroffene mit Schwerpunkt Alkohol, Medikamente und illegale Drogen – zum Teil mit Doppeldiagnosen, wie beispielsweise Depressionen – zusammen.

Gewonnen hat auch die Selbsthilfegruppe Aphasie & Schlaganfall Mömbris. Die seit 13 Jahren bestehende Gruppe umfasst Schlaganfallpatienten und teils von Aphasie betroffene Personen im Alter von etwa 45 bis gut 70 Jahren sowie deren Angehörige.
Das Losglück war außerdem der Selbsthilfegruppe Würzburg 3 für Leukämie-und Lymphomerkrankte hold. Deren rund 15 Gruppenmitglieder sind der festen Überzeugung, dass sie sich gegenseitig im Umgang mit diesen Krankheiten unterstützen, informieren und ermutigen können.

Alle drei Gewinnergruppen erhielten jeweils einen großen, kulinarischen Geschenkkorb.
Zum Abschluss der Veranstaltung dankte Gabriele Nelkenstock, die externe Selbsthilfebeauftragte des UKW, nochmals allen Engagierten für ihren Einsatz – für den zweiten Tag der Selbsthilfe, wie auch während des gesamten Jahres 2020.
Aufgelockert wurden die Redebeiträge durch Musikstücke, an Violine und Piano vorgetragen von Paula und Michaela Schlotter, sowie eine humoristische Videobotschaft des Bauchredners und Comedians Sebastian Reich.

 

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Uniklinikum Würzburg: Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V. fördert zwei Projekte der Palliativmedizin

Der Verein Hilfe im Kampf gegen Krebs stellt in einer Sonderförderung die Anschubfinanzierung von zwei innovativen palliativmedizinischen Vorhaben am Uniklinikum Würzburg sicher. Zum einen soll in Zukunft eine Würdetherapie angeboten werden, zum anderen ist geplant, vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie videobasierte Arzt- und Familiengespräche zu organisieren.

„Viele Menschen haben am Lebensende das tiefe Bedürfnis, dass etwas von ihnen bleibt“, sagt Dr. Elisabeth Jentschke. Die Psychologin, die unter anderem den Psychoonkologischen und Gerontologischen Dienst am Interdisziplinären Zentrum Palliativmedizin des Uniklinikums Würzburg (UKW) leitet, fährt fort: „Genau da setzt die Dignity Therapy an.“ Bei dieser „Würdetherapie“ werden palliativ behandelte Patient*innen im Rahmen von teilstrukturierten Interviews zu einem Lebensrückblick eingeladen, wobei die Erinnerungen an positive Aspekte im Vordergrund stehen sollen. Das jeweilige Gespräch wird aufgenommen und anschließend von psychologisch geschulten Kräften transkribiert und editiert. Das Ergebnis wird nochmals mit dem Patienten abgestimmt. Nach dessen Tod erhalten die Angehörigen das biografische Dokument. „Nach den internationalen Erfahrungen mit der Dignity Therapy gewinnen die Patienten durch diesen Gesamtprozess ein Gefühl von gestärkter Zufriedenheit und Würde, was sich sehr positiv auf die Qualität der verbleibenden Lebenszeit auswirkt. Den Angehörigen wiederum kann das sogenannte Generativitäts-Dokument in der Zeit der Trauer und auch langfristig ein Trost sein“, berichtet Dr. Jentschke.

Damit diese, die regulären palliativmedizinischen Leistungen ergänzende Therapie in Zukunft am Interdisziplinären Zentrum Palliativmedizin des UKW angeboten werden kann, fördert „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ das Vorhaben in einer Sonderausschüttung mit 5.000 Euro. Gabriele Nelkenstock, die Vorsitzende des Würzburger Vereins, überreichte dazu am 5. Dezember 2020 einen entsprechenden symbolischen Scheck an Dr. Jentschke.

Online für wichtige Entscheidungen im Gespräch bleiben

Ein zweites, von „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ mit 2.500 Euro gefördertes palliativmedizinisches Projekt am UKW zielt auf die besonderen Bedingungen während der Corona-Pandemie ab. „Die Besuchs- und Kontaktbeschränkungen limitieren unsere Möglichkeiten, Angehörige, Vorsorgebevollmächtigte oder Betreuer bei Aufklärungsgesprächen und bei Gesprächen zur Therapiezielklärung hinzuzuziehen – obwohl dies vielfach der ausdrückliche Wunsch unserer Patienten ist“, schildert Prof. Dr. Birgitt van Oorschot. Wie die Leiterin des Interdisziplinären Zentrums Palliativmedizin in der täglichen Praxis beobachtet, können nahestehende Menschen außerdem den Krankheitsverlauf nicht mehr ausreichend nachvollziehen und werden dann – zum Beispiel von Verschlechterungen – geradezu überrascht.

„Um hier neue Wege zu öffnen, wollen wir mit Hilfe einer Online-Videoplattform Familiengespräche mit den primär behandelnden Ärztinnen und Ärzten sowie den Palliativmedizinerinnen und -medizinern ermöglichen“, erläutert Prof. van Oorschot. Nach ihren Worten soll von dem Fördergeld eine studentische Hilfskraft finanziert werden, die Termine abstimmt, den Ablauf organisiert, die Teilnehmer*innen der Gespräche bei Bedarf schult sowie technischen Support leistet.

„Selbst wenn eine Krebserkrankung nicht heilbar ist, stehen Lebensqualität und Wohlbefinden des Patienten weiterhin im Mittelpunkt. Wir freuen uns, wenn wir durch unsere Förderung hier weitere hilfreiche Therapieangebote und Unterstützungsleistungen mit anschieben können“, unterstreicht Gabriele Nelkenstock von „Hilfe im Kampf gegen Krebs“.

Um die Arbeit des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ auch in Zukunft voranzutreiben, sind Spenden immer willkommen unter:
Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.
Castell Bank Würzburg
IBAN: DE 74 7903 0001 0000 0092 45
BIC: FUCEDE77XXX

 

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Würzburger Universitätsmedizin: Covid-19-Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität

Immer häufiger wird im Zusammenhang mit SARS-CoV-2-Infektionen von sogenannten Langzeitfolgen berichtet. Ein Forschungsteam aus Universitätsklinikum und Universität Würzburg erforscht nun deren chronische Langzeitschäden.

Covid-19-Erkrankungen betreffen hauptsächlich Atemwege und Lunge. Das Virus SARS-CoV-2 kann aber auch andere Organe schwer schädigen und bei einem Teil der Infizierten zu chronischen Folgeschäden führen. Um derartige Auswirkungen einer Infektion zuverlässig zu messen und zukünftig besser zu behandeln, wurde das Forschungsprojekt COVIDOM ins Leben gerufen. Zur Erforschung von „Folgemorbidität von SARS-CoV-2-Infektionen – Auswirkungen auf Gesundheitszustand und Lebensqualität“ richtet das Projekt an den Standorten Berlin, Kiel und Würzburg derzeit Studienzentren ein. Hier werden Personen, die vor einigen Monaten mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert waren, untersucht.

Ein Projekt des Netzwerks Universitätsmedizin


COVIDOM ist ein Projekt im Rahmen des „Netzwerks Universitätsmedizin“ (NUM), einem Zusammenschluss deutscher Universitätsklinika im Verbund mit der Politik, um Wissen und Forschung zur Covid-19-Pandemie zu bündeln. Gefördert werden das Netzwerk und dessen Projekte durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
Das Forschungsteam von Universitätsklinikum und Universität Würzburg wird mögliche Langzeitschäden nach einer Covid-19-Akuterkrankung untersuchen. Anhand der Ergebnisse sollen repräsentative Abschätzungen für die Studienregion Unterfranken möglich sein.

Mit Befragungen und Untersuchungen

Ziel der Studie ist es, die Art und Häufigkeit von Folgeerkrankungen nach einer SARS-CoV-2-Infektion festzustellen. Auch die Symptome, deren Dauer und deren mögliche Langzeitschäden – selbst im Falle eines nur leichten Krankheitsverlaufs – sind von Interesse. Hierfür werden die Würzburger Studienteilnehmer*innen zu ihrem Krankheitsverlauf befragt und zu einer Untersuchung in das Studienzentrum des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) und des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) der Uni Würzburg eingeladen.

„Im Studienzentrum findet ein ausführlicher Gesundheitscheck mit umfangreichen Untersuchungen zu Herz- und Lungenfunktion statt, außerdem werden neurologische Funktionen und Blutproben analysiert“, sagt Prof. Dr. Peter Heuschmann vom IKE-B, einer der Projektleiter, und Prof. Dr. Stefan Störk vom DZHI, sein Partner, ergänzt: „Ein weiterer Fokus liegt auf der Erfassung der individuellen Gesundheit, Lebensqualität und sozioökonomischen Auswirkungen. Hierbei stehen psychische Gesundheit, Sorgen, soziale Aktivitäten und der Umgang mit Isolation im Mittelpunkt“.

Nutzen für die Allgemeinheit – und die Studienteilnehmer*innen

Die Ergebnisse der Studie über mögliche Schäden sollen nicht nur dem Gesundheitssystem in Bayern und darüber hinaus zugutekommen, sondern auch den einzelnen Patientinnen und Patienten: Diese erhalten nach der Untersuchung die Ergebnisse der umfangreichen Untersuchungen und ein ärztliches Abschlussgespräch, das sie über mögliche Langzeitfolgen informiert.

Das Projekt wird unterstützt durch die Regierung von Unterfranken, das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie durch die Gesundheitsämter, Landräte und Oberbürgermeister von Würzburg und Schweinfurt. Dr. Eugen Ehmann, Regierungspräsident von Unterfranken, berichtet: „Auch für uns ist dies ein erstes Modell für Kooperationen zwischen Forschung und örtlichen Behörden wie den Gesundheitsämtern.“ Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, ergänzt: „Wieder ein Zeugnis der vertrauensvollen und hocheffektiven Zusammenarbeit in der Region“.
Die Gesundheitsämter Würzburg und Schweinfurt luden Anfang Dezember 2020 bei ihnen registrierten Personen zur Teilnahme an der Studie ein. Eine Einladung erhielten alle Personen, die bereits vor mehreren Monaten eine Infektion hatten. Interessierte können sich auf die Einladung hin freiwillig zur Teilnahme beim Studienzentrum in Würzburg melden.


Kontakt:

Projektadresse COVIDOM@ ukw.de

Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung und Epidemiologie der Herzinsuffizienz am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz, E-Mail: Stoerk_S@ukw.de

Prof. Dr. Peter Heuschmann, Vorstand des Instituts für klinische Epidemiologie und Biometrie an der Universität Würzburg, E-Mail: E_Heuschma_P@ukw.de
 
Weitere Informationen zum Netzwerk Universitätsmedizin (NUM), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird: www.netzwerk-universitaetsmedizin.de/

 

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Eigentlich könnte es die Apotheke des Uniklinikums Würzburg (UKW) schon seit fast 100 Jahren geben, denn bereits in den Planungen des im Jahr 1921 in Betrieb gegangenen Luitpoldkrankenhauses in Grombühl war eine solche Einrichtung vorgesehen. „Allerdings wurden die dafür vorgesehenen Räume damals anderweitig vergeben. Stattdessen versorgten in den anschließenden Jahrzehnten öffentliche Apotheken das Krankenhaus mit Medikamenten“, berichtet Dr. Johann Schurz, der die Klinikapotheke des UKW von 1994 bis Ende 2015 leitete und sich intensiv mit deren Geschichte beschäftigt.

Start mit fünf Kräften auf 210 m2

Laut seinen Quellen wuchs ab den 1930er Jahren am Klinikum die Unzufriedenheit mit dieser externen Lösung. Insbesondere gab es Bedenken bezüglich der Sterilität der „Einspritzungslösungen“, also der zugelieferten Infusionen. Dennoch dauerte es – nicht zuletzt wegen des Zweiten Weltkriegs – noch bis 1949, bis die Genehmigung zur Ersteinrichtung einer Krankenhausapotheke vorlag. Zum Jahresbeginn 1950 wurde die Betriebserlaubnis erteilt und die Apotheke startete im Keller und im Erdgeschoss des Gebäudes D2 im heutigen Klinikumsaltgelände an der Josef-Schneider-Straße. Gerade mal 210 m2 Betriebsfläche standen zur Verfügung. Der leitende Apotheker Dr. Fritz Köchel konnte damals auf die Unterstützung von vier Beschäftigten zurückgreifen und versorgte damit die in Grombühl untergebrachte Chirurgische und Medizinische Klinik sowie die Haut-, Kinder- und Ohrenklinik. Bereits in den Anfangsjahren wurde eine Sterilabteilung aufgebaut, um die Kliniken mit selbst hergestellten sterilen Infusionslösungen zu versorgen. Durch die Ausweitung der Patientenversorgung auf die im Stadtbereich verbliebenen Kliniken, die Erweiterung des Klinikums sowie das steigende Arzneimittelangebot breitete sich die Apotheke während der nächsten Jahrzehnte innerhalb des Gebäudes D2 kontinuierlich aus. Zu Beginn der 1980er Jahre belegte sie nach einem Komplettumbau vier Ebenen des Gebäudes und verfügte über rund 1200 m2. Dort war es unter anderem möglich, gerade patentfrei gewordene, kleinvolumige Lösungen mit Wirkstoffen in größeren Chargen mit deutlichen wirtschaftlichen Vorteilen zu produzieren. Als organisatorische Weiterentwicklung wurde 1981 außerdem die Arzneimittelkommission ins Leben gerufen. Sie kümmert sich seither um eine sinnvolle Auswahl und den rationellen Einsatz der am UKW angebotenen Arzneistoffe.

Seit 2002 eigene Chemotherapeutika-Herstellung
 

„Ein wichtiger Schritt in Richtung Qualität und Wirtschaftlichkeit war die Eröffnung der Zytostatika-Abteilung im Jahr 2002“, schildert Dr. Schurz und fährt fort: „Seit diesem Zeitpunkt ist die Apotheke in der Lage, Krebspatienten des Klinikums mit individuell dosierten und unter Reinraumbedingungen hergestellten Chemotherapeutika zu versorgen.“ Eine weitere essentielle Erweiterung des Leistungsspektrums ist die seit 2011 mögliche eigene Herstellung von klinischen Ernährungslösungen. Die aseptisch im Gebäude D5 gefertigten Produkte dienen der patientenindividuellen Versorgung von Früh- und Neugeborenen sowie Kindern mit Krebserkrankungen, die anderweitig nicht ausreichend ernährt werden können.

2014: Umzug in die Aumühle

Im Lauf der Zeit wurde es immer schwieriger, das Sortiment im Altbau D2 gemäß den gesetzlichen Vorschriften zu lagern und zu kommissionieren. Auch bei der Eigenherstellung von Medikamenten wurden immer höhere Standards gefordert, die laut Dr. Schurz am Altstandort kaum noch zu realisieren waren. Deshalb zog ein Großteil der Klinikapotheke in 2014 und 2015 in den ersten Stock des UKW-Zentrallagers im nahegelegenen Industriegebiet Aumühle um. Nur die Herstellung von Zytostatika und der parenteralen Ernährung, wie auch das Infusionslager im Zentrum für Operative Medizin verblieben bis heute an den alten Standorten. Der räumliche Neustart bot die Chance, die Ausstattung und die Organisationsstruktur der Arzneimittellogistik dem Stand der Technik anzupassen. So ist dort seither beispielsweise ein halbautomatisches Kommissionierungssystem im Einsatz, das hilft, menschliche Zuordnungsfehler zu minimieren. Nach der Logistik wurde auch die Arzneimittelproduktion in die Innere Aumühlstraße verlagert. Die Apotheke stellt für die Kliniken des UKW vor allem Medikamente her, die von der Pharmaindustrie nicht angeboten werden. Außerdem überbrückt sie – sofern technisch realisierbar – Lieferengpässe. Viele Präparate werden auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten „maßgefertigt“.
 
Heute: Ein immenses Produktportfolio

Nachdem Dr. Schurz Ende 2015 in den Ruhestand ging, übernahm im Jahr 2016 Dr. Mareike Kunkel die Führung der Apotheke. Sie ist damit die fünfte Leitungskraft in der 70-jährigen Geschichte der Einrichtung. Im Vergleich zu den bescheidenen Anfängen führt sie ein veritables „Unternehmen“ mit fast 70 Mitarbeiter*innen. „Unser Lager verwaltet rund 2200 Firmenprodukte, während wir über 150 weitere Arzneimittel standardmäßig in fast 2000 Herstellungen pro Jahr – von Kapseln über Salben und Nasentropfen bis zu Infusionslösungen – selbst herstellen“, beschreibt Dr. Kunkel. Besonders gefordert wurden die Apothekenleiterin und ihr Team durch die erste Welle der Corona-Pandemie in diesem Frühjahr. „Durch die Pandemie verdreifachte sich am UKW – wie auch weltweit – der Verbrauch an Arzneimitteln für die Sedierung von beatmeten, intensivpflichtigen Patienten“, erläutert Dr. Kunkel und fährt fort: „Dadurch kam es zu massiven Engpässen. Hier zahlte sich unter anderem unsere gut aufgestellte Sterilherstellung aus, mit der wir bestimmte Infusionen für unsere Intensivstationen standardmäßig selbst herstellen. Im Großen und Ganzen waren wir auch in diesen schwierigen Zeiten zum Glück immer Herr der Lage.“ Neben der Medikamentenversorgung erfüllt die Klinikapotheke des UKW viele weitere Aufgaben. Beispielsweise betreibt sie seit 2003 eine von drei Arzneimittelinformationsstellen der Bayerischen Landesapothekerkammer im Freistaat. Die Informationsstellen beantworten den Apotheker*innen Fragen rund um die klinisch-pharmazeutische Praxis sowie zur Arzneimitteltherapie, die mit der in den öffentlichen Apotheken vorhandenen Literatur und EDV nicht geklärt werden können.

Zukunftspläne für Gebäude und Logistik

Für die zukünftige Entwicklung der Klinikapotheke hat Dr. Kunkel schon eine ganze Reihe von Plänen auf dem Tisch. So laufen nach ihren Worten intensive Planungen für ein neues Gebäude in Modulbauweise. Dort sollen die bislang an zwei Standorten untergebrachten Abteilungen für die aseptische und patientenindividuelle Zubereitung von Zytostatika und Ernährungslösungen zusammengeführt und dabei auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.„Was die Arzneimittellogistik angeht, wollen wir in der Zukunft ein sogenanntes Unit-Dose-System einführen“, kündigt die Apotheken-Chefin an. Darunter versteht man ein Konzept, bei dem auch Tabletten und Kapseln maschinell in der Klinikapotheke patientenindividuell zusammengestellt, in kleine durchsichtige Tütchen verpackt, mit den wichtigsten Informationen für den Patienten versehen und anschließend direkt an die Stationen geliefert werden. Diese Verfahren verspricht eine weitere Verbesserung in der Arzneimitteltherapiesicherheit.


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Stiftung „Forschung hilft“: Auch im Corona-Jahr gibt es Förderpreisgelder für die Würzburger Krebsforschung

Die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg unterstützt in 2020 vier wissenschaftliche Projekte mit insgesamt 80.000 Euro. Gerade im wirtschaftlich schwierigen Corona-Jahr setzt sie damit erneut ein Signal der Wertschätzung für den Kampf der Forscherteams gegen Tumorerkrankungen.

Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ gründete Ende 2017 unter dem Namen „Forschung hilft“ eine Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Würzburger Universität. Wie in den vergangenen beiden Jahren schüttet die Stiftung auch heuer wieder Förderpreisgelder an Würzburger Forschergruppen aus. Im Corona-Jahr 2020 keine Selbstverständlichkeit. „Einer der Effekte der Pandemie ist ein deutlich gesunkenes Spendenaufkommen. Dennoch entschieden wir uns, auch unter diesen schwierigen Bedingungen nicht auf die Unterstützung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlicher zu verzichten, die mit ihren Vorhaben die Behandlung von onkologischen Patienten verbessern wollen“, berichtet Gabriele Nelkenstock vom Stiftungsrat von „Forschung hilft“.

Weiterhin für Spitzenforschung stark machen


Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags a.D. und Ehrenpräsidentin der Stiftung, bringt die Situation so auf den Punkt: „Die Bekämpfung und Eindämmung des Virus verlangen jedem von uns derzeit viel ab. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir gut aufeinander schauen. Denn in der Gemeinschaft liegt unsere Stärke! Dazu gehört auch, dass wir uns weiterhin zusammen für die Spitzenforschung im Kampf gegen Krebs stark machen.“ Dank des medizinischen Fortschritts hätten sich die Überlebenschancen und die Lebensqualität von Krebskranken mittlerweile deutlich verbessert. Deswegen sei es dringend notwendig, die hervorragenden Ansätze der Forschung weiterzuführen, weiterzuentwickeln und weiter zu fördern. „Denn so kann man die Perspektive für die Betroffenen ändern und den Schrecken reduzieren“, unterstreicht die Politikerin.

Daran forschen die geförderten Teams

Aus den eingegangenen Forschungsanträgen wählte der externe wissenschaftliche Beirat der Stiftung in diesem Jahr vier Projekte aus, die mit jeweils 20.000 Euro gefördert werden. Dazu zählt die Entwicklung eines völlig neuartigen Therapieansatzes zur Prävention von Hirnmetastasen beim Brustkrebs durch eine Stärkung der Barrierefunktion der Blut-Hirn-Schranke. Dahinter steht eine Arbeitsgruppe des Uniklinikums Würzburg (UKW), geleitet von Prof. Dr. Carola Förster von der Klinik für Anästhesiologie und Prof. Dr. Mario Löhr von der Klinik für Neurochirurgie.

Beim kolorektalen Karzinom können Metastasen in der Leber auftreten, die chirurgisch entfernt werden müssen. Eine erprobte Behandlungsstrategie führt die Eingriffe in den beiden Leberlappen zu unterschiedlichen Zeitpunkten durch. Zwischen den Operationen wird für mehrere Wochen die besondere Wachstumsfähigkeit des Organs genutzt. Eine Zeit, in der aber auch die Metastasen weiterwachsen. Ein interdisziplinäres Forscherteam unter Betreuung von Privatdozent Dr. Armin Wiegering, dem Stellvertretenden Klinikdirektor der Chirurgischen Klinik I des UKW, will diese Methode optimieren.

Chemotherapien, aber auch neue Ansätze wie die Immuntherapien, üben einen Selektionsdruck auf den Tumor aus und verändern dessen zelluläre Architektur. Um neue Strategien zur effektiven Krebsbekämpfung zu entwickeln, ist es wichtig, diese evolutionären Vorgänge zu entschlüsseln, die einer Tumorzelle erlauben, trotz Therapie zu überleben und weiter zu wachsen. Das wissenschaftliche Team um Dr. Leo Rasche von der Medizinischen Klinik II des UKW widmet sich speziell dem Selektionsdruck, der von neuen Immuntherapien, wie den CAR-T- Zellen oder bispezifischen Antikörpern, auf Blutkrebszellen ausgeht.
Das Team um Prof. Dr. Jürgen Löffler von der Medizinischen Klinik II bearbeitet eine sehr aktuelle Frage: Inwieweit sind verschiedene Immunzellen – wie zum Beispiel T-Zellen oder natürliche Killerzellen – von Patienten mit Covid-19 in der Lage, eine effektive Immunantwort aufzubauen? Diese immunbiologische Charakterisierung ist insbesondere für onkologische Patienten hoch relevant, die durch ihr geschwächtes Immunsystem ein erhöhtes Risiko für einen schweren Infektionsverlauf haben. Desweiteren wird das Forscherteam untersuchen, wie effizient eine Impfung gegen das Coronavirus speziell für Krebspatienten ist. Da momentan unklar ist, ob das Immunsystem dieser Patienten einen vergleichbaren Schutz wie bei gesunden geimpften Personen aufbauen kann, soll explizit die Immunantwort nach Impfung charakterisiert werden.

Wer die Stiftung „Forschung hilft“ unterstützen will, kann eine Spende auf folgendes Konto überweisen:
Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN DE19 7905 0000 0000 0655 65
BIC: BYLADEM1SWU

 

Statements der Förderpreisträger*innen:

„Ich fühle mich als Preisträger der Stiftung ‚Forschung hilft‘ sehr geehrt. Diese finanzielle Unterstützung motiviert mein Team, meine Kooperationspartner in Cardiff und Dublin und mich, unser Projektvorhaben voranzubringen und hilft, das Coronavirus und die Antwort des Immunsystems – gerade auch von Krebspatientinnen und -patienten – besser zu verstehen.“

Prof. Dr. Jürgen Löffler, Medizinische Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg


„Wir haben uns riesig über die Förderung durch die Stiftung „Forschung hilft“ gefreut. Es ist etwas ganz Besonderes, Forschungsgelder zur Verfügung gestellt zu bekommen, die nicht vom Staat, sondern von Spenderinnen und Spendern kommen, die aus den unterschiedlichsten Gründen aktiv die Krebsforschung unterstützen möchten. Dieser Akt der Philanthropie ist hoch willkommen und spornt uns weiter an, die Tumorbiologie zu entschlüsseln sowie die Situation für Krebspatienten in Zukunft zu verbessern.“

Dr. Leo Rasche, Medizinische Klinik II des Uniklinikums Würzburg


„Brustkrebs betrifft uns alle – Frauen, Kinder, Partner und Familien. Hirnmetastasen des Brustkrebses führen fast ausnahmslos zum tödlichen Verlauf. Durch das Entwickeln von Strategien zum Verhindern von Hirnmetastasen des Brustkrebses wollen wir Patientinnen und ihren Familien sowie den betreuenden Medizinerinnen und Medizinern sowie dem Pflegepersonal mehr Hoffnung geben. Dies wollen wir danach möglichst auch auf andere hirnmetastasierende Krebsarten – wie das Maligne Melanom oder Lungenkrebs –übertragen.“

Prof. Dr. Carola Förster von der Klinik für Anästhesiologie und Prof. Dr. Mario Löhr von der Klinik für Neurochirurgie des Uniklinikums Würzburg


„Die Unterstützung durch die Stiftung und ihre Spender erlaubt es uns, schnell und unkompliziert neue Ansätze zur Verbesserung der Patientenversorgung im Labor zu untersuchen und die hieraus gewonnenen Erkenntnisse wieder in die Klinik zu überführen.“

PD Dr. Armin Wiegering, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie des Uniklinikums Würzburg

 

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Uniklinikum Würzburg: Schmerzmedizin in neuen Räumen

Das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg befindet sich jetzt im Gebäude A9 oberhalb der Zentren für Operative und Innere Medizin. Am neuen Standort lassen sich der interdisziplinäre, multimodale Therapieansatz der Einrichtung sowie die Studien der Klinischen Forschungsgruppe ResolvePAIN noch besser umsetzen.

Bislang befand sich das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) des Uniklinikums Würzburg mit seiner Ambulanz und Tagesklinik in den Gebäuden C13 und C16 auf dem Klinikumsaltgelände an der Josef-Schneider-Straße. In den vergangenen Wochen zog das Zentrum in umgebaute und frisch renovierte Räume im Gebäude A9 am Straubmühlweg um. Mit dem Ortswechsel sind für chronische Schmerzpatienten eine Reihe von Vorteilen verbunden. „An dem für unsere Zwecke maßgeschneiderten neuen Standort mit seiner hochmodernen Ausstattung können wir unserem interdisziplinären, multimodalen Therapieansatz, bei dem der Patient ganzheitlich im Mittelpunkt steht, noch besser gerecht werden“, freut sich Prof. Dr. Heike Rittner. Laut der Leiterin der Schmerztagesklinik haben sich zudem die Arbeitsbedingungen für die im September dieses Jahres eingerichtete Klinische Forschungsgruppe ResolvePAIN nochmals deutlich verbessert. Diese untersucht, warum sich bei einem Teil der Erkrankten Nervenschmerzen nach einer Schädigung wieder zurückbilden.

In günstiger Lage

Hinzu kommen nützliche Lagebeziehungen. So liegt das Gebäude A 9 in direkter Nähe zum großen Parkplatz des Klinikums sowie zu den Zentren für Operative und Innere Medizin (ZOM/ZIM). Das vereinfacht die Anfahrt und verkürzt die Wege zur Physiotherapie im ZOM/ZIM. Außerdem ist das ZiS jetzt unmittelbar über die Buslinie 24 zu erreichen.

Mit vorteilhafter Nachbarschaft


Seit kurzem ist auch ein wichtiger Partner des ZiS, die Early Clinical Trial Unit (ECTU), im selben Haus untergebracht. Die ECTU ist eine hochspezialisierte, interdisziplinäre klinische Einheit des Comprehensive Cancer Centers Mainfranken, die sich auf die Durchführung neuer und experimenteller Therapieansätze zur Behandlung von Krebspatienten konzentriert. „Gemeinsam mit der ECTU und der ebenfalls benachbarten Interdisziplinären Biomaterial- und Datenbank Würzburg sowie unterstützt von in der letzten Zeit eingeworbenen Fördermitteln können wir künftig Schmerzen noch genauer untersuchen und neue Therapien noch schneller zu den Patienten bringen“, kündigt Prof. Rittner an.

Kastentexte:


Über das ZiS

Das im Jahr 2017 am Uniklinikum Würzburg gegründete Zentrum für Interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) steht unter der Leitung der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie als Sprecher. Es widmet sich der erweiterten Diagnostik und Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen. Dies schließt auch komplexe Schmerzsyndrome, Tumorschmerzen oder Schmerzzustände in Folge von Operationen ein.

Über die Schmerztagesklinik


Die Schmerztagesklinik ist eine teilstationäre Einrichtung des ZiS für Patientinnen und Patienten, die eine multimodale interdisziplinäre Schmerztherapie benötigen, da bei ihnen eine reine Schmerzmittelgabe oder eine ambulante Behandlung allein nicht ausreichend sind. In einem oder mehreren Behandlungszyklen von jeweils einigen Wochen werden nach einem individuell festgelegten Stundenplan unterschiedliche Methoden angewandt, um den Schmerz möglichst umfassend und intensiv zu behandeln.
Kontakt: Tel: 0931/201-30251 (Mo – Fr 7:00 bis 14:00 Uhr), E-Mail: schmerztagesklinik@ukw.de

Über die Schmerzambulanz


Die Schmerzambulanz versorgt Patientinnen und Patienten, deren Schmerzen vorrangig medikamentös behandelt werden. Das betrifft Menschen mit chronischen Schmerzen, aber auch akuten Schmerzsyndromen wie Post-Zoster-Schmerz oder Tumorschmerzen. Ganzheitlich integrative Naturheilverfahren als Schwerpunkt von Prof. Dr. Jens Broscheit ergänzen die ambulante medikamentöse Therapie. Insbesondere erfolgt in der Schmerzambulanz auch die Betreuung nach der tagesklinischen Behandlung, um die Sektoren zu vernetzen.
Kontakt: Tel: 0931/201-30200 (Mo – Fr 8:00 bis 12:00 Uhr), E-Mail: schmerzambulanz@ ukw.de

 

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Corona-Spezial: Uniklinikum Würzburg mit Online-Veranstaltung zu zentralen Themen der Pandemie

Am Samstag, den 12. Dezember 2020, informieren Experten des Uniklinikums Würzburg in Online-Vorträgen alle Interessierten rund vier Stunden lang zu hoch relevanten Themen der Covid-19-Pandemie. Die kostenlose Veranstaltung orientiert sich an dem bekannten Format „Abendsprechstunde“ und ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

„Die Covid-19-Pandemie stellt jeden Einzelnen vor viele Herausforderungen. Aus unserer täglichen Praxis wissen wir, dass dabei zahlreiche Fragen mit medizinischem Hintergrund aufkommen. Einen Teil davon werden wir bei unserem ersten Corona-Spezial am 12. Dezember 2020 beantworten“, kündigt Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW), an. An jenem Samstag organisiert das UKW gemeinsam mit der Mediengruppe Main-Post zwischen 10:00 und ca. 13:45 Uhr eine kostenlose Online-Vortragsveranstaltung mit sechs hochkarätigen Experten.

Was bedeutet Corona für Herz- oder Krebspatienten?

Nach einer Einführung durch Prof. Ertl wird Prof. Dr. Stefan Frantz, der Direktor der Medizinischen Klinik I, erläutern, wie sich speziell Herzpatienten vor einer Corona-Infektion schützen können. Außerdem wird er verdeutlichen, wann Menschen mit angeborenen Herzfehlern und Herzerkrankungen im Zusammenhang mit der Pandemie ins Krankenhaus kommen müssen.

Sind Krebspatienten anfälliger für eine Covid-19-Infektion als Gesunde oder müssen sie mit einem schwereren Verlauf rechnen? Bei welcher Tumortherapie sollte man in Corona-Zeiten lieber zurückhaltend sein? Diese Fragen wird Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik II, beantworten.

Effekte auf Geburten und Psyche


„Die Geburt eines Kindes ist ein ganz besonderer Moment, der von Vorfreude geprägt sein sollte. Die Pandemie-Situation wirft aber bei vielen Schwangeren und Stillenden Fragen auf und sorgt für Unsicherheiten“, weiß Dr. Monika Rehn. Die Oberärztin, die an der Universitäts-Frauenklinik die Bereichsleitung Kreißsaal, Geburtsmedizin und Pränataldiagnostik innehat, wird in diesem Themenkreis alle Interessierten auf den aktuellen Stand bringen.

Anschließend wird Prof. Dr. Jürgen Deckert, der Klinikdirektor der Psychiatrie, der Frage nachgehen: „Angst vor Corona und Soziale Vereinsamung durch den Lockdown – wie lasse ich mich nicht unterkriegen?“.

Sicherheit beim Krankenhausaufenthalt


Zum Abschluss der Veranstaltung wird Prof. Dr. Ulrich Vogel, der Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene, schildern, mit welchen Maßnahmen das UKW sicherstellt, dass sich seine Patienten nicht mit SARS-CoV-2 anstecken.

Das Corona-Spezial nutzt die Plattform „Skype for Business“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. Für die Durchführung nutzen die Mediengruppe Main-Post und das UKW ihre in diesem Jahr bereits bei der Reihe „Abendsprechstunde“ mit digitalen Formaten gesammelten Erfahrungen. Wichtig ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6009 oder unter akademie.mainpost.de.

 

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