Aktuelle Pressemitteilungen

Die wenigsten Menschen leben herzgesund

Dass Frauenherzen anders schlagen, weiß man schon seit längerem. Über den spezifischen Einfluss kardiovaskulärer Risikofaktoren auf die Herzfunktion bei Männern und Frauen ist bislang jedoch wenig bekannt. Ein Forschungsteam am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) und dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) um die Kardiologin Dr. Caroline Morbach hat jetzt belegt, dass sich die typischen kardiovaskulären Risikofaktoren unterschiedlich auf die Herzfunktion auswirken können. Frauen scheinen beispielsweise anfälliger für Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte zu sein. Am gefährlichsten für den Herzmuskel, sowohl für den weiblichen als auch für den männlichen, zeigte sich Übergewicht. Das weibliche Herz scheint zwar empfindlicher gegenüber kardiovaskulären Risikofaktoren zu sein, Frauen wiesen diese aber seltener auf. Generell hatten jedoch überraschend viele Menschen im mittleren Alter mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor. Die Ergebnisse basieren auf Untersuchungen an der STAAB-Kohortenstudie, einer repräsentativen Stichprobe der Einwohner der Stadt Würzburg.

Die Echokardiografie, auch als Herzecho bekannt, ist eine der wichtigsten Untersuchungen, um Veränderungen am Herzen zu erkennen. In der Ultraschalluntersuchung wird die Bewegung des Herzmuskels sichtbar. Das Verkürzungs- und Ausdehnungsprofil, das über strain (Maß der Längenveränderung) und strain rate (Geschwindigkeit der Längenveränderung) gemessen wird, liefert wichtige Informationen über die Pumpleistung des Herzens. Doch das Erkennen „abnormaler“ Funktionen erfordert zunächst eine Definition von „normal“. Bislang gab es weder Referenzwerte für die diastolische strain rate noch ausreichende Erkenntnisse über die Auswirkungen von Alter und Geschlecht auf die Verformung des Herzmuskels.

Normwerte für Bewegungsprofil des Herzmuskels
Ein Forschungsteam am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) und dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) um die Kardiologin Dr. Caroline Morbach hat jetzt Normwerte für die systolische und diastolische Verformung des Herzens erstellt. Ferner haben sie die Auswirkungen von Alter, Geschlecht und klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren auf die Funktion des Herzmuskels untersucht.

Für die Referenzwerte haben die Echo-Spezialisten die Werte von 1818 Teilnehmern aus der STAAB-Studie untersucht. In der STAAB-Kohortenstudie am DZHI wurden und werden insgesamt 5.000 Probanden aus Würzburg im Alter von 30 bis 79 und ohne bekannte Herzinsuffizienz innerhalb von circa drei Jahren zweimal untersucht. Ziel der STAAB-Studie, die von den Professoren Peter Heuschmann (IKE-B) und Stefan Störk (DZHI) geleitet wird, ist es, herauszufinden, wie häufig eine noch unentdeckte Herzschwäche in der Bevölkerung auftritt und welche Faktoren die frühen Stadien A und B der Volkserkrankung auslösen. Die Subkohorte war im Schnitt 54 Jahre alt, 52 Prozent von ihnen war weiblich.

Überraschend viele Menschen haben Risikofaktoren
Bei der Stichprobe für die Erstellung der Normwerte, haben sich die Forscher auf die Probanden konzentriert, die keine bekannten Herzerkrankungen und keine kardiovaskulären Risikofaktoren hatten. „Überraschenderweise waren das sehr wenige“, bemerkt Caroline Morbach. „Von den 1818 Probanden waren lediglich 542 Personen augenscheinlich gesund, noch nicht einmal jeder dritte. Die anderen 1276 Personen hatten mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor.“ Zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht (Adipositas = Body Mass Index von über 30kg/m2), Diabetes mellitus, Nikotinkonsum, Bluthochdruck (Hypertonie = Blutdruck höher als 140 / 90 mmHg oder eine blutdrucksenkende Therapie) und Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie = LDL-Cholesterin-Wert von über 190 mg/dl oder fettsenkende Therapie).

„Allein diese Erkenntnis ist schon ein Alarmzeichen“, warnt Caroline Morbach. „Sehr viele Menschen haben vor allem schon in jüngeren Jahren mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor. Interessanterweise überwiegen in der gesunden Gruppe die Frauen. 58 Prozent der Probanden ohne Risikofaktoren waren Frauen und hatten ein Durchschnittsalter von 49 Jahren.“

Frauenherzen schlagen anders
In einem zweiten Schritt haben die Forscher den Einfluss kardiovaskulärer Risikofaktoren auf die Herzfunktion untersucht und dabei eine wichtige Entdeckung gemacht, die das weibliche Herz betrifft. Denn Frauen scheinen zunächst zwar gesünder zu sein, liegt jedoch ein kardiovaskulärer Risikofaktor vor, reagieren ihre Herzen vermutlich empfindlicher als Männerherzen. „Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass der weibliche Herzmuskel anfälliger ist gegenüber hohem Blutdruck und erhöhten Blutfettwerten. Adipositas hatte einen geschlechtsunabhängigen und insgesamt den stärksten negativen Einfluss auf die Funktion des Herzmuskels“, erläutert Caroline Morbach.

Gesunder Lebensstil und Gesundheits-Check-ups beim Arzt
„Diese Ergebnisse belegen einmal mehr, wie wichtig ein gesunder Lebensstil und Achtsamkeit im Alltag sind“, kommentiert Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung und Epidemiologie im DZHI. „Versuchen Sie, Ihr Normalgewicht zu erreichen und zu halten, ernähren Sie sich gesund, meiden Sie Nikotin und dauerhaften Stress und lassen Sie regelmäßig Ihre Risikowerte wie Blutdruck, Blutzucker und Blutfette bei Ihrem Hausarzt kontrollieren.“

Die Ergebnisse wurden jetzt in “The Public Library of Science ONE” (PLOS ONE) veröffentlicht https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0221888.

Pressemitteilung als PDF.

Rimparer Wölfe unterstützen Stammzelltypisierungsaktion des Uniklinikums Würzburg auf der Mainfranken-Messe

Am Sonntag, den 29. September 2019, führt das Netzwerk Hoffnung, die Stammzellspenderdatei des Uniklinikums Würzburg, auf der Mainfranken-Messe eine Typisierungsaktion durch. Die Handballer der Rimparer Wölfe unterstützen das für viele Krebspatienten überlebenswichtige Vorhaben mit einer Autogrammstunde. Außerdem gibt es als Dankeschön für die Teilnehmer/innen Freikarten zum Heimspiel am 3. November 2019.

Der Bedarf an potenziellen Stammzellspenderinnen und -spendern ist nach wie vor groß: Jährlich erkranken in Deutschland etwa 11.000 Menschen an Leukämie oder ähnlichen Bluterkrankungen. Viele von ihnen benötigen zur Heilung eine Stammzelltransplantation. „Für diese Patienten ist es lebensnotwendig, dass sich möglichst viele Menschen typisieren und registrieren lassen“, betont Prof. Dr. Markus Böck, der Direktor des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Uniklinikums Würzburg (UKW). Deshalb führt das an seinem Institut angesiedelte Netzwerk Hoffnung – die Stammzellspenderdatei des UKW – am Sonntag, den 29. September 2019, auf der Mainfranken-Messe eine große Typisierungsaktion durch. Den Teilnehmer/innen wird dabei vor Ort mittels eines Wattestäbchens jeweils ein Wangenabstrich entnommen. Im Labor werden daraus die wichtigsten Gewebemerkmale des Spenders bestimmt und die anonymisierten Daten unter einer Spendernummer an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschlands in Ulm gemeldet.

Autogrammstunde und Freikarten

Um die Typisierung – neben dem humanitären Aspekt – für die Messebesucher/innen noch attraktiver zu machen, kooperiert das Netzwerk Hoffnung mit den Handballern der DJK Rimpar Wölfe. Zum einen findet auf dem Stand des Klinikums in Halle 1 an diesem Tag um 12:00 Uhr eine Autogrammstunde mit den Stars der Mannschaft statt. Zum anderen laden die Wölfe und das UKW jeden, der sich typisieren lässt, mit einer Freikarte zum Heimspiel gegen TuSEM Essen am 3. November 2019 in der Würzburger S.Oliver-Arena ein. „Wir engagieren uns immer gerne für Krebspatienten“, sagt Roland Sauer, der Manager der Rimparer Wölfe, und fährt fort: „So sind wir schon seit vielen Jahren Botschafter des Vereins ‚Hilfe im Kampf gegen Krebs‘ und stolz ein Teil des Netzwerks zu sein. Wir haben schon in der Vergangenheit eine Typisierungsaktion mit Netzwerk Hoffnung durchgeführt und in der Folge wurde einer unserer Spieler als Spender ausgewählt. Dies zeigt uns allen, wie wichtig jede einzelne Knochenmarkspende ist und wie wertvoll diese für das Leben anderer sein kann.“ Nach seinen Worten ist die Typisierungsaktion auf der Mainfranken-Messe den Wölfen ein aktuell besonders großes Anliegen, da Steffen Lieb, ein Spielerkollege vom TV Großwallstadt, an Blutkrebs erkrankt und auf eine passende Stammzellspende angewiesen ist.

Um noch mehr potenzielle Spender/innen zu erreichen, wird es auch beim Heimspiel der Wölfe am 3. November eine Typisierungsaktion geben.

 

Link zur Pressemitteilung

Nadel im Heufhaufen gefunden

Lange hat er danach gesucht, jetzt hat er es gefunden: Den Teil des Proteins, der für die Bildung der T-Zellen verantwortlich ist, die als Helferzellen des Immunsystems eine frühe Heilung nach einem Herzinfarkt unterstützen. „Es war wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, resümiert Dr. Gustavo Ramos. Fünf Jahre suchte er danach, in den letzten Jahren wurde er unterstützt von seiner Juniorforschungsgruppe am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI), die vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) gefördert wird. Nicht nur die Nadel, das Protein, auch der Ort ist entscheidend für seine bahnbrechende Entdeckung. Denn erstmals konnte gezeigt werden, dass die T-Zellen nicht im Herzgewebe gebildet werden, sondern in den Lymphknoten. Je größer der Infarkt, desto größer der Lymphknoten und vermutlich auch desto besser die Heilung. Die Nuklearmedizin der Universitätsklinik Würzburg bestätigte Ramos‘ Ergebnisse aus den Untersuchungen am Mausmodell: Patienten wiesen nach einem Herzinfarkt im PET-CT (eine Kombination aus Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie) eine analoge Herz-, Lymphknoten- und T-Zell-Achse auf.

Myosin-spezifische CD4+ T-Zellen (TCR-M-Zellen in Magenta), die in das infarzierte Herzmuskelgewebe (dunkelgrün) eindringen. LV: linker Ventrikel, RV: rechter Ventrikel. Dieses und weitere Bilder begleiten die Publikation „Myocardial infarction triggers cardioprotective antigen-specific T helper cells responses“ in The Journal of Clinical Investigation www.jci.org/articles/view/123859 © American Society of Clinical Investigation

Es gibt 20.000 Proteine im Herzen. Ein für die Herzmuskelzellen wichtiges Strukturprotein ist das Myosin Heavy Chain Alpha (MYHCA). Würzburger Forscher haben nun herausgefunden, dass dieses Protein ein dominantes kardiales Antigen ist, welches die Entstehung von speziellen Immunzellen, den T-Zellen, nach einem Herzinfarkt aktiviert. Der Würzburger Oberarzt Prof. Dr. Ulrich Hofmann hatte schon im Jahr 2012 entdeckt, dass T-Zellen eine wichtige Rolle bei der Wundheilung nach einem Herzinfarkt spielen. Der Biologe Dr. Gustavo Ramos vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) knüpfte an diese Entdeckung an und hat jetzt mit seiner Juniorforschungsgruppe nicht nur herausgefunden, welcher Molekülabschnitt die Bildung von T-Zell-Rezeptoren auslöst, nämlich MYHCA614-629, sondern auch, wo sich die so genannten CD4+T-Zellen bilden: in den mediastinalen Lymphknoten, also in den Lymphknoten, die in der Mitte des Brustkorbs zwischen beiden Lungenflügeln liegen. Anschließend wandern sie ins Herz, wo sie die frühe Heilung des geschädigten Herzmuskelgewebes unterstützen.

Dank an das Team und das IZKF für die Förderung
„Mit diesen Entdeckungen habe ich mit meiner Juniorforschungsgruppe einen wichtigen Meilenstein erreicht und dafür möchte ich meinem gesamten Team herzlich danken, allen voran den Co-Autoren Murilo Delgobo, Chiara Gaal und Lotte Büchner. Chiara Gaal war maßgeblich an der Entdeckung des Myosin-Antigens beteiligt und kam mit einem Stipendium der Deutschen Herzstiftung zu uns, Lotte Büchner hat mit einem Stipendium der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ihre Doktorarbeit bei uns geschrieben. Außerdem gilt mein Dank dem Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung, das unser Forschungsprojekt in großem Umfang gefördert hat.“

Je schwerer der Infarkt, desto größer die Lymphknoten und desto besser die Heilung
Die Erkenntnisse aus den Untersuchungen am Mausmodell konnten in Zusammenarbeit mit der Nuklearmedizin des Uniklinikums Würzburg an Herzinfarktpatienten bestätigt werden. Bei der nicht-invasiven PET-CT zeigte der Radioligand CXCR4 bei Patienten nach einem Myokardinfarkt vergrößerte Lymphknoten und eine erhöhte Zellzahl. „Bemerkenswerterweise korrelierte die Veränderung der Lymphknoten mit der Größe des Infarktes und scheinbar auch mit der Herzfunktion“, berichtet Gustavo Ramos. „Das heißt, je schwerer der Infarkt, desto mehr herzreaktive T-Zellen bildet der Körper. Erste Untersuchungen sechs Monate nach dem Infarkt deuten zudem darauf hin, dass die Menge der T-Zellen mit der Regeneration des Herzens in Verbindung steht. Je größer die Lymphknoten, desto besser die Heilung.“

Diese Beobachtung gilt es nun wissenschaftlich zu belegen sowie die Wundheilung längerfristig zu untersuchen. Ferner soll in Follow-up-Studien geprüft werden, ob auch andere Bildgebung-verfahren als das PET-CT für die Darstellung der Lymphknoten und entsprechend der Aktivierung der T-Zellen genutzt werden können, zum Beispiel die Magnetresonanztomographie.

Erkenntnisse helfen in der klinischen Praxis
Die Studie wurde jetzt im Journal of Clinical Investigation veröffentlicht (https://www.jci.org/articles/view/123859). Interessanterweise hat in diesem Journal schon Prof. Dr. Stefan Frantz vor 20 Jahren seine Erkenntnisse zu Entzündungsreaktionen nach einem Herzinfarkt publiziert. Damals war er Postdoc an der Harvard University in Boston, heute ist er Leiter der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am UKW und Mentor von Gustavo Ramos. „Ich freue mich sehr über diese Entwicklung, und dass sich so der Kreis schließt“, kommentiert Stefan Frantz. „Die Erkenntnisse könnten uns helfen, demnächst auf einfache, nicht-invasive Weise die Patienten zu identifizieren, bei denen auf Grund des Immunsystems die Wundheilung beeinträchtigt sein könnte und die eine spezifischere Behandlung benötigen.“

Die guten von den schlechten „Heilern“ unterscheiden
Generell sei entscheidend, die Entzündung nach dem Infarkt zunächst nicht zu blockieren, da erst durch diese entzündlichen Prozesse das Immunsystem und somit die T-Zellen aktiviert wird und damit der Heilungsprozess angeregt wird. Bei einigen Patienten ist die Wundheilung aufgrund des Immunsystems jedoch beeinträchtigt. Sie bilden nicht so viele T-Zellen und möglicherweise auch schlechte T-Zellen. Denn nicht alle haben eine positive Wirkung auf die Wundheilung. Daher liegt ein weiterer Forschungsschwerpunkt der Juniorgruppe Ramos auf der Identifizierung spezifischer T-Zell-Profile, um die guten von den schlechten „Heilern“ zu unterscheiden und zu prüfen, ob und wann sich gute T-Zellen in schlechte entwickeln und mehr schaden als helfen.

Unterstützt werden diese Forschungsvorhaben unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und vom Europäischen Forschungsnetzwerk ERA-CVD (European Rese-arch Area Network on Cardiovascular Diseases).

Pressemitteilung als PDF

Link zur Forschungsgruppe

Der Jahresbericht 2018 des Uniklinikums Würzburg ist erschienen

Der Jahresbericht 2018 fasst auf über 100 Seiten die wichtigsten Ereignisse am Uniklinikum Würzburg zusammen. Außerdem liefert er wesentliche Kennzahlen aus allen Kliniken, Instituten und Bereichen.

Die Titelseite des Jahresberichts 2018 nimmt Bezug auf das Jahresmotto „Ökologie“ des Uniklinikums Würzburg.

Der Jahresbericht 2018 des Uniklinikums Würzburg (UKW) ist da! Das über 100-seitige Werk verdeutlicht die herausragende Position, die das Krankenhaus der Supramaximalversorgung in der Gesundheitsversorgung, Forschung und Lehre hat. So wurden hier im vergangenen Jahr 61.356 vollstationäre und 12.271 teilstationäre Patienten versorgt. In 264.644 Fällen vertrauten ambulante Patienten auf das Können der Klinikumsbeschäftigten.

Mit 6.803 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war das UKW auch in 2018 der mit Abstand größte Arbeitgeber Würzburgs. Übrigens: 4.913 Beschäftigte des letzten Jahres waren weiblich.

Neben weiteren zentralen Zahlen und Fakten liefert der Jahresbericht in vielen, reich bebilderten Artikeln und Meldungen einen Überblick über hinzugewonnene Experten, innovative Therapieangebote, wegweisende Forschungsergebnisse und sonstige wichtige Ereignisse am Klinikum. Besondere Aufmerksamkeit bekommt nochmals das Thema Ökologie als Jahresmotto 2018 des UKW. Diverse Bemühungen des Krankenhauses um Umweltverträglichkeit werden zusammengefasst. „Ökologie" zieht sich auch durch die grafische Gestaltung des Berichts.

Unter „Wir stellen uns vor" präsentiert er die Kliniken, Abteilungen und Institute und ihre Schwerpunkte und benennt Kontaktmöglichkeiten.

Ein PDF des Jahresberichts kann HIER abgerufen werden.   

Pressemitteilung zum Download 

Bunte Mützen freuen Krebspatientinnen

Ehrenamtlich von einer fleißigen Strickerin erstellte Mützen kommen bei den Patientinnen der Chemotherapie-Ambulanz der Würzburger Universitäts-Frauenklinik sehr gut an.

Patientin der Würzburger Universitäts-Frauenklinik, freut sich über ihre neue, bequeme Mütze. Bild: Katja Ziegler / Uniklinikum Würzburg
Eine Patientin präsentiert die Vielfalt der von der fleißigen Strickerin aus eigenen Antrieb hergestellten und gespendeten Mützen. Bild: Katja Ziegler / Uniklinikum Würzburg
Die Mützen sind nicht nur praktisch, sie transportieren auch eine positive Botschaft. Bild: Katja Ziegler / Uniklinikum Würzburg
Tolle Verarbeitung und modische Farben – da fällt die Auswahl schwer. Bild: Katja Ziegler / Uniklinikum Würzburg

Von Zeit zu Zeit gibt eine Strickerin aus der Region Würzburg von ihr handgestrickte Mützen im Büro des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ in der Zeller Straße 10 in Würzburg ab. Nach ihrem Wunsch sollen diese an interessierte Patientinnen der Chemotherapie-Ambulanz der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg ausgegeben werden. Ende August dieses Jahres leitete der Verein eine neue Charge der von der Spenderin vorgewaschenen und hygienisch verpackten, modischen Kopfbedeckungen an die Klinik weiter. Dort werden sie laut der Krankenschwester Katja Ziegler von den Patientinnen liebend gerne angenommen. Sie berichtet: „Unsere Frauen freuen sich zum einen über die geschmackvollen und gerade jetzt im Herbst wieder praktischen Mützen. Zum anderen tut ihnen dieses gespendete Geschenk als Zeichen einer mitmenschlichen Solidarität auch seelisch gut.“

Gemeinsam mit Gabriele Nelkenstock vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ dankt sie im Namen der Empfängerinnen der bescheiden-anonymen Handarbeiterin herzlich für ihre freundliche Unterstützung in einer schwierigen Lebensphase.

 

Link zur Pressemitteilung

 

 

 

 

 

5.000 Euro für Angehörigenwohnungen von Patienten des Uniklinikums Würzburg

Das internationale Energieerzeugungs- und Handelsunternehmen Uniper SE spendete 5.000 Euro an den Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“. Das Geld soll helfen, das Angebot an klinikumsnahen, temporären Wohnungen für Angehörige von Krebspatienten des Uniklinikums Würzburg zu erhalten und auszuweiten.

 

Der Würzburger Standort von Uniper überreichte dem „Verein Hilfe im Kampf gegen Krebs“ kürzlich eine Spende von 5.000 Euro zur Finanzierung von Angehörigenwohnungen am Uniklinikum Würzburg (UKW). Die beiden Wohnungen, klinikumsnah in der Robert-Koch-Straße und Pestalozzi-Straße gelegen, stehen Angehörigen von Krebspatienten zur Verfügung. Finanziert werden sie durch Spenden der temporären Nutzer und Zuschüsse von „Hilfe im Kampf gegen Krebs“. „Der Bedarf ist immens und die Warteliste lang“, sagt Gabriele Nelkenstock, die Gründerin des Vereins. Deshalb würde der Verein dieses Angebot gerne durch zusätzliche Wohnungen ausweiten. „Da sind Spenden, wie von Uniper, stets hochwillkommen“, betont Nelkenstock.

Angehörigenwohnungen von unschätzbarem Wert für die Patienten

Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, ergänzt: „Die Nähe von Angehörigen in einer belastenden Zeit ist gerade für die psychische Widerstandskraft vieler unserer Tumorpatienten von unschätzbarem Wert. Die Angehörigenwohnungen sind hier ein extrem hilfreicher Service, der ohne Initiativen wie ‚Hilfe im Kampf gegen Krebs‘ nicht geboten werden könnte.“

In Würzburg sitzen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Uniper IT GmbH, dem IT-Dienstleister der Uniper SE. Innerhalb des internationalen Energieunternehmens gibt es den Hilfsfonds RestCent. Dabei verzichten die Beschäftigten auf die Auszahlung des Cent-Betrages, der bei der Abrundung der monatlichen Nettovergütung auf volle Euro anfällt. Die Mitarbeiter/innen können Spendenvorschläge unterbreiten. Diese werden durch ein Kuratorium bewertet und freigegeben. Der Arbeitgeber verdoppelt alle Spenden, für die sich das Kuratorium ausgesprochen hat. So kam beim Würzburger Standort das Geld für die Unterstützung der Angehörigenwohnungen zusammen.

 

Link zur Pressemitteilung

Uniklinikum Würzburg: Forschungsförderung ermöglicht erstmalig systematische Nachuntersuchung moderner minimalinvasiver Zahnrestaurationen

Dr. Britta Hahn von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des Uniklinikums Würzburg erhielt eine Forschungsförderung von 16.500 Euro. Mit diesem Geld kann sie in einer Studie überprüfen, ob laborgefertigte minimalinvasive Composite-Restaurationen nach langjährigem Einsatz eine Alternative zu klassischen invasiveren Versorgungsformen darstellen.

 

Dr. Britta Hahn von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des Uniklinikums Würzburg (UKW), ist eine der beiden Empfängerinnen des diesjährigen DGR²Z-GC-Grants. Hinter dieser Forschungsförderung stehen die Deutsche Gesellschaft für Restaurative und Regenerative Zahnerhaltung (DGR²Z) und das Dentalunternehmen GC. Dr. Hahn erhielt 16.500 Euro für ihre geplante Studie zur „Überlebensrate und klinischen Qualität laborgefertigter glasfaserverstärkter Composite-Restaurationen von reduzierter Schichtstärke im jugendlichen und erwachsenen Gebiss – nach bis zu zehn Jahren Liegedauer“.

Ästhetische, minimalinvasive und schonende Lösung

Die Zahnärztin erläutert: „Komposite sind zahnfarbene plastische Verbundwerkstoffe, die unter anderem als direkt im Mund eingebrachtes Füllungsmaterial für die zahnärztliche Behandlung dienen. Mit indirekten, also im Labor gefertigten Voll- und Teilkronen sowie Inlays aus diesem Material können wir Strukturanomalien bei Kindern und Jugendlichen ästhetisch hochwertig und minimalinvasiv versorgen.“ Die Verwendung klassischer Restaurationen, wie Teilkronen/Kronen aus Metall und Keramik erfordern die Präparation des erkrankten Zahnes, um die materialspezifischen Mindestschichtstärken zu erreichen. Moderne Kompositwerkstoffe ermöglichen hingegen die Verwendung deutlich geringerer Schichtstärken. Dadurch kann rein defektbezogen gearbeitet und nicht betroffene Zahnhartsubstanz maximal geschont werden.

Im jugendlichen Gebiss stellt die therapeutische Alternative die konfektionierte Stahlkrone dar, für die der Zahn zirkulär beschliffen werden muss und die bei einer späteren endgültigen Versorgung nur durch eine Vollkrone ersetzt werden kann. Indirekte Composite-Restaurationen können dagegen zu einem späteren Zeitpunkt gegen ein Keramik-Inlay oder eine Teilkrone ausgetauscht werden. Darüber hinaus kann das Composite-Material einfach im Mund repariert und in die kieferorthopädische Therapie integriert werden. „Bei Erwachsenen können indirekte Composite-Restaurationen im Rahmen einer diagnostischen Bisserhöhung bei Erosion und Abrasion als minimal- oder non-invasives Langzeitprovisorium zum Einsatz kommen“, ergänzt Dr. Hahn.

Erste systematische Nachuntersuchung

Die geplante Langzeitbeobachtungsstudie ist die erste systematische Nachuntersuchung von Zähnen mit dieser Restaurationsform über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren. Bis zu 70 Patienten zwischen sechs und 50 Jahren, die zwischen 2008 und 2018 so versorgt wurden, sollen einbezogen werden.

Die Bekanntgabe der Förderung fand am DGZ-Tag der Wissenschaft/Universitäten am 13. Juni dieses Jahres in Berlin statt. Weitere Fördergelder erhielt Dr. Iris Frasheri vom Universitätsklinikum München für ihr Forschungsprojekt zum Effekt von Amelogenin Protein auf die Regeneration parodontaler Gewebe.

 

Link zur Pressemitteilung