Aktuelle Pressemitteilungen

Ehrendoktor für Prof. Dr. Martin Paul - Carl Casper von Siebold-Medaille für Barbara Stamm

Die Medizinische Fakultät der Universität Würzburg hat am 17.05.2019 im Rahmen des Dies Academicus Prof. Dr. Martin Paul, Präsident der Universität Maastricht, die Ehrendoktorwürde verliehen. Sie würdigt damit seine langjährigen Verdienste um den Aufbau des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz am Universitätsklinikum Würzburg. Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm wurde von der Fakultät und dem Universitätsklinikum Würzburg mit der Carl Casper von Siebold-Medaille für ihre herausragenden Verdienste um die Universitätsmedizin in Würzburg geehrt.

Der Pharmakologe Martin Paul gehört zu den renommiertesten Wissenschaftlern auf dem Gebiet des Renin-Angiotensin-Aldosteron Systems (RAAS), ein wichtiges Hormonsystem zur Regulation des Blutdrucks. Die Forschungsarbeiten von Prof. Paul und seinen Kollegen legten den Grundstein für die Ära der Neurohumoralen Aktivierung bei Herzschwäche. Die darauf beruhenden ACE-Hemmer waren die ersten Medikamente, die das Leben von Patienten mit Herzinsuffizienz nachweislich verlängerten.

Professor Paul ist heute Präsident der Universität Maastricht. Von 2010 bis 2018 war er Mitglied und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) in Würzburg. Das DZHI ist seit 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt rund 50 Mio. Euro als Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum gefördert. „Durch seine engagierte, nachhaltige und umsichtige Beratung und Unterstützung hat er den Aufbau und die weitere Entwicklung des DZHI über die Jahre entscheidend vorangebracht und sich dadurch für die Julius-Maximilians-Universität Würzburg überaus verdient gemacht.“ fasste Prof. Dr. Mathias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät, das Engagement von Prof. Paul zusammen.

Prof. Dr. Christoph Maack, Sprecher des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz, würdigte in seiner Laudatio die Leistungen von Prof. Paul zur Profilierung des DZHI als interdisziplinäres Forschungs- und Behandlungszentrum. „Herr Prof. Paul hat schon in der ersten Begutachtungsphase dafür Sorge getragen, dass die nicht-kardiologischen und kardiologischen Kliniken und Institute aktiv im DZHI zusammenarbeiten, was die einzigartige Interdisziplinarität als Grundprinzip des DZHI entscheidend geprägt hat. Durch die gemeinsame Arbeit an den Mechanismen, der Prävention und Behandlung der Herzinsuffizienz und ihrer Komplikationen hat das DZHI durch dieses Grundprinzip weltweit ein Alleinstellungsmerkmal erlangt.“

Prof. Paul hob in seiner Festrede die Bedeutung der Zusammenarbeit von Universität und Klinikum zum Erreichen der gemeinsamen Ziele in Forschung und Krankenversorgung hervor: „Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz steht beispielhaft für innovative Strukturen, in denen ausgehend von einem klinischen Problem in einem multi- und interdisziplinären Ansatz die Brücke von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung am Patienten geschlagen wird.“

Im Anschluss verlieh Prof. Dr. Georg Ertl, ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, die Carl Casper von Siebold-Medaille an Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm. Mit dieser Auszeichnung würdigen Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät gemeinsam Persönlichkeiten, die sich um die Universitätsmedizin in Würzburg in herausragender Weise verdient gemacht haben. Im Laufe ihrer gesamten politischen Laufbahn hat sich Barbara Stamm für deren Belange eingesetzt. In der jüngeren Vergangenheit hat sie u. a. die Erweiterung des Medizincampus mit der neuen Kopfklinik und dem Mutter-Kind-Zentrum, die Institutionalisierung der Palliativmedizin, die Einrichtung des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung, des Comprehensive Cancer Centers sowie des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz wegbereitend unterstützt. „Nicht zuletzt ihr Engagement hat dazu beigetragen, das Ansehen der Würzburger Universitätsmedizin in Bayern, in Deutschland und über die Grenzen Deutschlands hinweg wesentlich zu befördern“ fasste Prof. Ertl die Leistung von Barbara Stamm zusammen. In ihren spontanen Dankesworten engagierte sich Barbara Stamm noch einmal für die Universitätsmedizin, den wissenschaftlichen Nachwuchs und die ehrenamtlichen Leistungen in allen Bereichen.

Im Rahmen des Dies Academicus wurden außerdem die Promotionspreise der Medizinischen Fakultät verliehen. Dr. Matthias Lutz wurde mit dem Preis aus dem Nachlass von Klug und Sichler für seine Arbeit über die Immunität gegen Tumorantigene ausgezeichnet. Der Mediziner und Physiker Dr. Alexander Gotschy erhielt den Preis der Ernst und Hedda Wollheim-Stiftung für die Entwicklung eines neuen Verfahrens zur Bildgebung von Atherosklerose.

Symposium: Translationale Immunologie

Für den Wissenschaftsnachwuchs aus dem medizinischen Bereich findet im Juni eine internationale Tagung statt. Sie ermöglicht den Austausch mit renommierten Spitzenforschern aus der translationalen Immunologie.

Das vom Else-Kröner-Forschungskolleg Würzburg organisierte Symposium „Translational Immunology – From Target to Therapy“ findet am Donnerstag und Freitag, 27. und 28. Juni 2019, statt. Folgende Persönlichkeiten haben ihre Teilnahme zugesagt:

Jannie Borst (Leiden), Triantafyllos Chavakis (Dresden), Tanja de Gruijl (Amsterdam), Bernie A. Fox (Portland), Wolf Hervé Fridman (Paris), Florent Ginhoux (Singapur), Claudia Kemper (Bethesda), Tak Mak (Toronto), Federica Marelli-Berg (London) und Sylviane Muller (Straßburg).

Poster bis 10. Juni einreichen

Tagungsort ist der historische Pavillon des Juliusspitals in Würzburg. Das Programm beinhaltet neben hochkarätigen wissenschaftlichen Vorträgen auch eine Posterbegutachtung. Die jeweils besten Posterbeiträge aus Medizin und Naturwissenschaften werden mit einem Preis ausgezeichnet. Für die Posterpräsentation können bis 10. Juni 2019 Abstracts auf der Website des Else-Kröner-Forschungskollegs eingereicht werden:

Das Else-Kröner-Forschungskolleg

Das Forschungskolleg für interdisziplinäre und translationale Immunologie in Würzburg ist ein von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung gefördertes Programm für den medizinischen Nachwuchs.

Es ermöglicht Ärztinnen und Ärzten bis zu 18 Monate Forschungszeit außerhalb der Klinik, Teilnahme an einem Mentoring-Programm sowie Unterstützung durch erfahrene Mentoren und Mentorinnen aus ihrem Forschungsumfeld.

Seit 2013 organisieren die Kollegiatinnen und Kollegiaten des Forschungskollegs regelmäßig
diese Symposien, bei denen international renommierte Fachleute ihre aktuellen Forschungsergebnisse präsentieren. Dank zahlreicher hochkarätiger Gastredner hat sich die Veranstaltung in der internationalen immunologischen Gemeinschaft ein beachtliches Renommee erworben.

Licht am Ende des Tunnels – Unterstützung für Familien mit einem krebskranken Kind

„Die Diagnose können wir nicht ändern, aber das gesamte Umfeld positiv beeinflussen“ – Das ist der Leitsatz der Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg e.V..

Und es gibt viele Dinge, die die schwere Zeit der Ungewissheit, der langen Krankenhausaufenthalte und der intensiven medizinischen Behandlung für die Familien ein wenig leichter machen kann. Familien kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, um die hochspezialisierte Versorgung der Würzburger Universitäts-Kinderklinik in Anspruch zu nehmen. Während bei kleinen Kindern ein Elternteil mit im Krankenzimmer schlafen darf, stellt sich bei älteren Kindern die Frage: Wohin mit Mama oder Papa? Möglichst nah dran, gemütlich und ohne die finanzielle Belastung eines Hotelaufenthaltes. Die Elterninitiative hält deshalb in unmittelbarer Kliniknähe 14 Elternwohnungen bereit, in denen betroffene Eltern ein Zuhause auf Zeit finden können. So können sie zeitweise abschalten und trotzdem Tag und Nacht in wenigen Minuten bei ihrem Kind sein. Auch Großeltern und Geschwistern ermöglichen die Elternwohnungen regelmäßige Krankenbesuche. Die Elterninitiative hat aber auch das große Ganze im Blick: Während die medizinische Versorgung hervorragend geleistet werden kann, ist die psychosoziale Versorgung der Patienten und Ihrer Familien nach wie vor ein Bereich, für dessen Ausbau und Finanzierung es viel Engagement braucht. Auch hier ist Würzburg ein Vorreiter: seit mehr als 30 Jahren werden die Kinder nicht nur medizinisch betreut, sondern auch von einem Team aus Sozialpädagog*innen, Seelsorger*innen und Erzieher*innen begleitet. Dank der finanziellen Unterstützung der Elterninitiative ist seit Anfang Februar 2019 auch Dr. Lisa Schubert als Psychologin mit an Bord. „Die Erkrankung eines Kindes wirbelt das ganze Familiengefüge durcheinander. Natürlich richtet sich erstmal alle Aufmerksamkeit auf das kranke Kind. Darüber vergessen Eltern schnell, sich auch um sich selbst zu kümmern. Ist beim Kind das Schlimmste überstanden, merken die Eltern oft erst, wie kräftezehrend die Krankheitszeit auch für sie war“ sagt die Psychologin. Hier hilft die Aufklärung über Stress- und Belastungsreaktionen, eine fachliche Einordnung der eigenen Empfindungen und manchmal auch eine „Hausaufgabe“. Es kann schon ein großer Schritt in die richtige Richtung sein, sich jeden Tag fünf Minuten Zeit für sich zu nehmen. Sollte sich im Laufe der Erkrankung bei Kindern, Eltern oder Geschwistern eine psychische Erkrankung entwickeln, hilft die Psychologin, die Situation einzuschätzen und die passende Unterstützung zu finden. Oder wie ein Patientenvater es ausdrückt: „Ihr Engagement und Ihre positive Sicht auf die Dinge hilft uns, das Ende des Tunnels zu sehen“.
 

Mit dem zweiten Grant zur Vermarktung

Ein exaktes Bild der Genaktivitäten in einer Zelle über einen möglichst langen Zeitraum hinweg: Das ist das Ziel eines Forschungsprojekts an der Uni Würzburg. Finanzielle Unterstützung gibt es dafür vom Europäischen Forschungsrat.

Wer im Biologieunterricht aufgepasst hat, kann sich möglicherweise noch daran erinnern: In menschlichen Zellen liegt die Erbinformation in Form eines langen DNA-Strangs im Zellkern. Wird ein Gen aktiviert, muss es seine Information aus dem Kern hinaus transportieren, damit die Zelle dann die weiteren Schritte in Angriff nehmen kann. An diesem Punkt kommt die RNA ins Spiel: Ihre Aufgabe ist es in allen lebenden Zellen, die genetische Information von der DNA zu den Orten der Proteinbiosynthese zu übertragen.

Ziel ist die wirtschaftliche Verwertung

Wer also wissen will, welche Gene zu welchem Zeitpunkt in einer Zelle aktiv sind, muss exakt bestimmen können, welche RNA-Moleküle jeweils unterwegs sind. Diese ermöglichen den Rückschluss auf das entsprechende Gen sowie das zugehörige Protein. Das entsprechende Verfahren gibt es bereits: Die sogenannte Hochdurchsatz-RNA-Sequenzierung. Ihre Entwicklung hat die biomedizinische Grundlagenforschung in den vergangenen zehn Jahren revolutioniert. Das Verfahren erlaubt es, gleichzeitig die Aktivitäten tausender Gene auf RNA-Ebene präzise zu bestimmen und so beispielsweise die im Rahmen von Erkrankungen auftretenden Veränderungen zu erkennen und besser zu verstehen.

Forscher der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) arbeiten jetzt daran, dieses Analyseverfahren zu verbessern und einer wirtschaftlichen Verwertung zuzuführen. Ihr Ziel ist die Entwicklung und Bereitstellung der dafür notwendigen Analyseplattformen. An dem Projekt beteiligt sind Professor Lars Dölken, Inhaber des Lehrstuhls für Virologie, und Florian Erhard, Juniorprofessur für Systemvirologie am gleichen Lehrstuhl. Der Europäische Forschungsrat hat ihnen dafür einen ERC Proof-of-Concept-Grant genehmigt, der mit 150.000 Euro dotiert ist.

Verräterischer Baustein-Tausch

„T-GRAND-SLAM:  Zeitlich hochauflösende Messungen zur transkriptionalen Aktivität von Zellen“: So lautet der exakte Titel des Forschungsprojekts der beiden Virologen. Sie greifen dabei auf drei Verfahren zurück, die in den vergangenen zwei Jahren entwickelt wurden und die das zeitliche Auflösungsvermögen von Hochdurchsatz-RNA-Sequenzierungsverfahren substantiell verbessert haben. Das dahinter liegende Prinzip erklärt Dölken so: „Zellen in Kultur wird für kurze Zeit ein modifizierter RNA-Baustein zur Verfügung gestellt – das sogenannte 4-thio-Uridine (4sU) anstelle des normalen Uridin“. Die Zellen nehmen das 4sU effizient auf und bauen es in alle neu transkribierten RNA-Moleküle mit einer Rate von etwa 1 in 50 ein.

Anschließend lassen sich die eingebauten 4sU-Moleküle chemisch in einen anderen RNA-Baustein umwandeln – in ein Cytosin. Im Rahmen der Hochdurchsatzsequenzierung der entsprechenden Proben können Wissenschaftler dann nicht nur Änderungen im Gesamt-RNA-Profil der jeweiligen Zellen für mehr als 10.000 Gene bestimmen. Anhand der beobachteten Tauschprozesse von 4sU-Molekülen zu Cytosin-Bausteinen können sie gleichzeitig auch noch den Anteil der „neuen“ RNA-Moleküle anhand der Uridin- zu Cytosin-Austausche messen.

Gewaltige Datenmengen erfordern neue Methoden

Für die Analyse der gewaltigen Datenmengen werden neue bioinformatische Verfahren benötigt. Hier haben Dölken und Erhard kürzlich einen wesentlichen Durchbruch erzielt. Anstatt, wie bisher, einfach nur die Uridin- zu Cytosin-Tauschprozesse in den erhobenen Daten für jedes Gen zu zählen, haben sie ein statistisches Verfahren entwickelt, das die Einbauraten des 4sU, Sequenzierfehler und spezielle stochastische Effekte berücksichtigt, um den Anteil von neuen zu alten RNA-Molekülen für jedes Gen präzise zu bestimmen.
Mit ihrem 2018 zum Patent eingereichten Verfahren können die beiden Wissenschaftler so beispielsweise feststellen, wenn der Anteil aller neu gebildeten RNA-Moleküle in den ersten beiden Stunden einer Herpesvirusinfektion für ein bestimmtes Gen von 25 auf 75 Prozent ansteigt. In der Gesamt-RNA sind solche Änderungen in der Regel nach ein bis zwei Stunden noch nicht zu erkennen.

Vorarbeiten in einem zweiten ERC-Projekt

Die entsprechenden Arbeiten laufen in einem weiteren Forschungsprojekt, für das Dölken im Jahr 2016 ebenfalls einen Preis des Europäischen Forschungsrats erhalten hat – einen mit zwei Millionen Euro dotierten ERC Consolidator Grant. Dort erforscht Dölken mit seiner Arbeitsgruppe die molekularen Mechanismen, mit denen Herpes-simplex-Viren vom Typ 1 menschliche Zellen zu ihrem eigenen Vorteil umprogrammieren. Ziel dieser Arbeiten ist es insbesondere, die in menschlichen Zellen ablaufenden Vorgänge im RNA-Metabolismus besser zu verstehen. Florian Erhard entwickelt dafür neue bioinformatische Verfahren, die erforderlich sind, um die Datenmengen zu analysieren und optimal miteinander abzugleichen.

Mit der finanziellen Unterstützung des Proof-of-Concept-Grants wollen die Virologen nun Analyse-Pipelines für ihr Verfahren entwickeln und auf neue Anwendungen erweitern. Von den verbesserten Analyseverfahren versprechen sich die Forscher fundamentale neue Erkenntnisse in allen Bereichen von der biomedizinischen Grundlagenforschung bis hin zu translationalen Projekten – also Projekten, deren Ergebnisse direkt in die Behandlung von Patienten einfließen. 

Proof of Concept Grant

Einen Proof-of-Concept-Grant können ausschließlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beantragen, die bereits einen ERC Grant erhalten haben und die nun ein Forschungsergebnis aus ihrem Projekt vorkommerziell verwerten möchten.
Ziel eines Proof-of-Concept-Projektes soll es sein, das Marktpotenzial einer solchen Idee zu überprüfen. Der ERC finanziert damit also Maßnahmen zur Weiterentwicklung im Hinblick auf die Anwendungsreife, Kommerzialisierung oder Vermarktung der Idee.

Kontakt
Prof. Dr. Lars Dölken, Lehrstuhl für Virologie, Universität Würzburg
T (0931) 31-89781, lars.doelken@ uni-wuerzburg.de

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Zwei Experten des Uniklinikums Würzburg in den Wehrmedizinischen Beirat berufen

Prof. Dr. Andreas Buck und Privatdozent Dr. Mario Löhr vom Uniklinikum Würzburg sind seit Anfang April dieses Jahres Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats für das Sanitäts- und Gesundheitswesen beim Bundesverteidigungsministerium.

 

Der Wissenschaftliche Beirat für das Sanitäts- und Gesundheitswesen – kurz Wehrmedizinischer Beirat (WMB) – berät das Bundesministerium der Verteidigung in allen Fragen der Gesundheitsvorsorge und -versorgung der Soldatinnen und Soldaten. Auf Basis der Stellungnahmen und Empfehlungen des Beirats werden Vorschriften und Bestimmungen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr erstellt. Seit diesem Jahr gehören auch zwei Experten des Uniklinikums Würzburg (UKW) diesem Gremium an. Prof. Dr. Andreas Buck, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, bringt neben seinem nuklearmedizinischen Wissen auch sein Know-how im Strahlenunfallmanagement ein. Die Expertise von Privatdozent Dr. Mario Löhr, dem Leitenden Oberarzt der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik, beruht – neben seiner klinischen Tätigkeit – auf seiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit als Tutor und Dozent sowie als Telemedizinischer Berater der internationalen Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“.

Die beiden Würzburger Mediziner wurden am 4. April 2019 im Rahmen der Jahrestagung des WMB, an der auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen teilnahm, in den bis zu 45-köpfigen Beirat berufen.

Die Arbeit in dieser Position ist ehrenamtlich und unabhängig. Zwei aktuelle Schwerpunkte des Beirats sind das nationale und globale Management von gesundheitlichen Risiken sowie die Möglichkeiten und Chancen einer zivil-militärischen Kooperation in der Gesundheitsversorgung.


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Uniklinikum Würzburg: Tag der Organspende am 1. Juni 2019

Anlässlich des bundesweiten Tags der Organspende laden das Uniklinikum Würzburg, Selbsthilfegruppen, Verbände und weitere Partner am Samstag, den 1. Juni 2019, zu einer Informationsveranstaltung auf den Innenhof des Würzburger Rathauses ein.

 

Die weitere Gestaltung der Organspende in Deutschland ist derzeit Thema intensiver politischer Diskussionen. Eine Gelegenheit, sich über alle relevanten Aspekte zu informieren, ist der bundesweite Tag der Organspende am Samstag, den 1. Juni 2019. In Würzburg übernimmt das Uniklinikum zusammen mit Selbsthilfegruppen, Verbänden und weiteren Partnern diese Aufgabe. Gemeinsam laden sie alle Interessierten zwischen 10:00 und 14:30 Uhr auf den Innenhof des Würzburger Rathauses ein.

An Ständen besteht dort die Möglichkeit, in einer entspannt-offenen Atmosphäre mit ärztlichen Experten, Organempfängern sowie Angehörigen von Organspendern ins Gespräch zu kommen.

Mit Posterausstellung und Familienprogramm

Neben diesem Wissen „aus erster Hand“ gibt es eine Posterausstellung zu Fragen wie: Wie läuft eine Organspende ab? Wer darf spenden? Wie sind die Voraussetzungen dafür? Darüber hinaus liegen Broschüren und weitere schriftliche Unterlagen zur Mitnahme bereit.

„Zur Organspende sollte jede und jeder einen fundierten Standpunkt haben. Wichtig ist, dass Sie Ihre persönliche, freiwillige Entscheidung für oder gegen Ihre Spendenbereitschaft auf einer breiten und sachlich richtigen Wissensbasis treffen“, unterstreicht Prof. Dr. Georg Ertl. Der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg fährt fort: „Darüber hinaus ist der Aktionstag auch eine hervorragende Gelegenheit, allen, die zur Organspende bereit sind, zu danken.“

Begleitet wird die Veranstaltung von einem Familien- und Unterhaltungsprogramm mit Kinderschminken und Glücksrad. Außerdem organisieren die Footballer der Würzburg Panthers ein Torwandwerfen.

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Wissenschaftsrat empfiehlt weiteren Forschungsbau

Die Pläne der Universität für ein „Center of Polymers for Life“ kommen weiter voran: Der Wissenschaftsrat hat das Neubauprojekt mit dem Prädikat „herausragend“ zur Realisierung empfohlen.

Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) möchte ihre Forschungslandschaft um einen weiteren Neubau bereichern: das „Center of Polymers for Life“ (CPL). Worum es dabei geht? Die „Polymere fürs Leben“ sind für innovative Anwendungen in der Medizin gedacht. Polymere sind komplex aufgebaute Moleküle, die schon heute vielfach klinisch eingesetzt werden – als Knochenzemente, Blutgefäßstents oder synthetische Herzklappen.

Aber: Die aktuell zugelassenen Polymere eignen sich nicht für alle Anwendungen. Zu verbessern sind beispielsweise die Verarbeitbarkeit oder das Abbauverhalten im Körper. Außerdem gibt es seit wenigen Jahren eine neue Forschungsrichtung, die weitere Innovationen für den Einsatz von Polymeren verspricht: die Biofabrikation. Darunter versteht man automatisierte 3D-Druck-Prozesse, bei denen Polymere und lebende Zellen als „Biotinten“ gleichzeitig verarbeitet werden. Auf diesem Weg entstehen Konstrukte, die gleich nach der Herstellung einem Körpergewebe ähneln.

„Das birgt die Möglichkeit einer automatisierten und standardisierten Herstellung funktionierender Gewebemodelle“, sagt JMU-Professor Jürgen Groll, Sprecher des CPL und Inhaber des Lehrstuhls für Funktionswerkstoffe der Medizin und Zahnheilkunde. Solche Modelle seien von großem Wert als Alternativen für Tierversuche, für die Pharma- und Krebsforschung und auch für regenerative Therapien, etwa als maßgeschneiderte Implantate für den Wiederaufbau von Knochen.

Gratulation von Wissenschaftsminister Sibler

Auf diesem Gebiet wollen zehn Arbeitsgruppen der JMU unter Federführung von Jürgen Groll in dem Neubau für weitere Fortschritte sorgen. Vom Wissenschaftsrat hat das „Center of Polymers for Life“ (CPL) jetzt eine Förderempfehlung mit dem Prädikat „herausragend“ erhalten.

Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler gratulierte der JMU zu ihrem Erfolg: „Die Forschung der Zukunft ist in Würzburg zuhause! Das heutige Votum des Wissenschaftsrates ist ein deutlicher Beleg für die exzellente Spitzenforschung der Julius-Maximilians-Universität im Bereich der Biofabrikation. Mit dem neuen Forschungsbau bieten sich den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über die verschiedenen Disziplinen hinweg hervorragende Rahmenbedingungen für eine eng vernetzte Forschungsarbeit.“

Kriterien der Begutachtung im Wissenschaftsrat

Der Wissenschaftsrat begutachtet die Anträge auf Förderung von Forschungsbauten unter anderem mit Blick auf deren Relevanz, Originalität und Innovationspotential sowie nationale und internationale Ausstrahlungskraft. Nur Anträge, die rundum überzeugen, werden vom Wissenschaftsrat zur Förderung empfohlen. Auf Grundlage dieser Empfehlungen trifft die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern die abschließende Entscheidung über den Neubau. Die Finanzierung des Gebäudes wird dann jeweils hälftig vom Freistaat Bayern und dem Bund übernommen.

23-Millionen-Bau beim Chemiezentrum

Das neue Gebäude soll am Hubland auf einem freien Baufeld neben dem Chemiezentrum angesiedelt werden. Vorgesehen ist eine Nutzfläche von über 1.570 Quadratmetern, die Gesamtkosten belaufen sich voraussichtlich auf rund 23 Millionen Euro. Für Großgeräte und die Erstausstattung sind zusätzlich vier Millionen Euro veranschlagt. Baubeginn ist voraussichtlich im Jahr 2020, die Fertigstellung ist für 2024 geplant.

JMU als Pionierin der Biofabrikation

„Die JMU kann auf den Gebieten Polymerchemie und Biofabrikation eine sehr große Expertise und internationale Sichtbarkeit vorweisen“, sagt Universitätspräsident Alfred Forchel, der sich sehr über das Votum des Wissenschaftsrates freut.

Schon 2014 hat die JMU eine Professur für Biofabrikation geschaffen. Im Jahr darauf wurde der internationale Double-Degree-Masterstudiengang „Biofabrication for Future Manufacturing“ eingerichtet – in Zusammenarbeit mit dem University Medical Center der Queensland University of Technology und der University of Wollongong, beide in Australien.

Zudem ist die JMU Sprecheruniversität des deutschlandweit ersten Forschungsverbunds zum Thema Biofabrikation: Der Sonderforschungsbereich SFB/TRR 225 „Von den Grundlagen der Biofabrikation zu funktionalen Gewebemodellen“ hat seine Arbeit im Januar 2018 aufgenommen; Sprecher ist Professor Jürgen Groll.

Weiterer Erfolg für die Universität

Die aktuelle Empfehlung des Wissenschaftsrates setzt die Erfolge der JMU bei der Bemühung um neue Forschungsbauten fort. Seit 2016 hat der Rat das Zentrum für Topologische Isolatoren (ITI, Physik) und das Institut für nachhaltige Chemie und Katalyse mit Bor als Schlüsselelement (ICB, Chemie) zur Realisierung empfohlen. Beide Gebäude sind derzeit im Bau. Außerdem hat der Wissenschaftsrat das Zentrum für Philologie und Digitalität befürwortet. Dieses soll auf dem Campus Nord gebaut werden und voraussichtlich ab 2022 in Betrieb gehen.

Über den Wissenschaftsrat

Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung. Zur Website des Wissenschaftsrates: www.wissenschaftsrat.de

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