Aktuelle Pressemitteilungen

Neuer Schub für Immuntherapien

Ein neuer Forschungsverbund will die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen weiter verbessern. Wichtige Partner sind Universität und Universitätsklinikum Würzburg.

Jedes Jahr erkranken rund 18 Millionen Menschen weltweit an bösartigen Tumoren. Mehr als die Hälfte der Betroffenen sterben daran.

Als Hoffnungsträger für bessere Überlebenschancen gelten neue Immuntherapien, bei denen den einzelnen Patientinnen und Patienten Abwehrzellen (T-Zellen) entnommen und so verändert werden, dass sie die Tumorzellen besser erkennen. Diese effektiveren CAR-T-Zellen werden den Erkrankten dann mittels Infusion wieder zugeführt.

Damit die CAR-T-Immuntherapie gelingt, müssen zuerst passende Antigene auf den Tumorzellen identifiziert werden. Dann gilt es, geeignete T-Zellen zu finden und sie mit hoher Präzision in effektive CAR-T-Zellen umzuwandeln. In diesem Prozess kommen bislang zwei Nachweismethoden zum Einsatz, deren Sensitivität zu wünschen übriglässt – die Immunhistochemie und die Durchflusszytometrie.

Mikroskopie-Plattform mit Super-Auflösung

Hier will das Initiativprojekt IMAGINE (Fighting Cancer with Optimal Personalized Immunotherapies) für Fortschritte sorgen.

„Wir möchten eine superauflösende Mikroskopie-Plattform entwickeln, die im klinischen Alltag einsetzbar ist“, sagt der Mikroskopie-Experte Professor Markus Sauer von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), der den neuen Verbund koordiniert.

Die Plattform soll automatisiert und mit hohem Probendurchsatz tumorspezifische Antigene auf Tumorzellen erkennen. Außerdem soll sie die Qualität der im Labor erzeugten Antigen-Rezeptoren für die CAR-T-Zellen charakterisieren. „Damit könnten die beiden Zielmoleküle, Tumorantigene und Rezeptoren, mit bislang ungekannter Präzision identifiziert werden“, so Professor Sauer.

Gefördert vom Bundesforschungsministerium

Dem neuen Verbund aus sieben Partnern steht ein Budget von zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wird er vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Offiziell ist das Projekt am 1. Oktober 2021 mit einer Laufzeit von drei Jahren gestartet.

Neben dem JMU-Lehrstuhl von Markus Sauer ist auch ein Team um Klinikdirektor Professor Hermann Einsele, Professor Michael Hudecek und Dr. Thomas Nerreter von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg beteiligt.

CAR-T-Zellen auch für andere Krankheiten

Das Team um Einsele und Hudecek arbeitet auf dem Gebiet der CAR-T-Zellen seit vielen Jahren in der Weltelite mit – das gilt sowohl für die präklinische Entwicklung als auch für die klinische Anwendung der ersten Präparate bei Leukämie und Multiplem Myelom.

Im Verbund wollen sich die Mediziner in der ersten Phase auf Patientinnen und Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie konzentrieren. „Sie sprechen zwar sehr häufig auf die CAR-T-Zell-Therapie an, erleiden dann aber oft einen Rückfall“, erklärt Professor Einsele. Weitere Krebsarten, gegen die CAR-T-Zellen schon eingesetzt werden, sind Lymphknotenkrebs oder das Multiple Myelom. „Bei beiden ist die Ansprechrate deutlich geringer und der Verbesserungsbedarf noch größer.“

IMAGINE lege den Grundstein dafür, dass CAR-T-Zellen in naher Zukunft auch für die Behandlung häufiger Krebsformen wie Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs zum Einsatz kommen können, sagt Professor Einsele. Zusätzlich seien Immuntherapien zukünftig auch bei Infektionserkrankungen, Autoimmunerkrankungen, degenerativen Erkrankungen und Herz-Gefäßkrankheiten denkbar.

„Die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen ist von höchster Bedeutung, weil sie das Potenzial hat, Monate oder Jahre dauernde konventionelle Krebstherapien durch eine Einmalbehandlung mit CAR-T-Zellen zu ersetzen“, so Professor Hudecek. Dadurch würden die Ressourcen des Gesundheitssystems geschont und die Wiedereingliederung der Patientinnen und Patienten in den Beschäftigungsprozess unterstützt.

Projektpartner

  • Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik, Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Koordination)
  • Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum Würzburg Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG, Bergisch Gladbach
  • LaVision BioTec GmbH, Bielefeld
  • Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. – Max-Planck-Institut für Biochemie, Planegg
  • Massive Photonics GmbH, Gräfelfing
  • T-CURX GmbH, Würzburg

Kontakt

Projektkoordinator Prof. Dr. Markus Sauer, Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, m.sauer@ uni-wuerzburg.de

Pressemitteilung der Universität Würzburg als PDF.

Zum CRPS-Weltaufmerksamkeitstag: Das Uniklinikum Würzburg therapiert und erforscht das seltene Schmerzsyndrom

Am 1. November dieses Jahres wird weltweit auf die Existenz und die Herausforderungen des komplexen regionalen Schmerzsyndroms hingewiesen. Die seltene Erkrankung gehört zu den Behandlungs- und Forschungsschwerpunkten des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg.

Zur Behandlung des CRPS am ZiS des Uniklinikums Würzburg gehört auch eine spezielle Physiotherapie, die zu guten Erfolgen mit Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit führt. Beispielsweise lernt das Gehirn bei der Spiegeltherapie über die gesunde Extremität wieder eine normale schmerzarme Wahrnehmung und Bewegung der erkrankten Extremität.

Am Montag, den 1. November 2021, ist der jährliche CRPS Orange Day – ein internationaler Aktions- und Informationstag, der auf das Complex Regional Pain Syndrome, also das komplexe regionale Schmerzsyndrom, aufmerksam machen will. Die früher auch als Morbus Sudeck bezeichnete, seltene Erkrankung ist gekennzeichnet von anhaltenden, starken Schmerzen an Armen oder Beinen nach Verletzungen oder Operationen. Oft sind die betroffenen Glieder massiv geschwollen oder schweißig, bläulich-rötlich verfärbt sowie entweder deutlich wärmer oder kälter als die Gegenseite. In Deutschland gibt es schätzungsweise zwischen 10.000 und 40.000 Betroffene.

Überregionale Anlaufstelle und breite Forschung in Würzburg

„Gerne nehmen wir den weltweiten Aufklärungstag zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass unser Zentrum eine überregionale Anlaufstelle für die Behandlung von CRPS ist“, sagt Prof. Dr. Heike Rittner, die Leiterin des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) des Uniklinikums Würzburg (UKW). Nach ihren Worten wird am ZiS für CRPS-Patientinnen und -Patienten individuell eine interdisziplinäre multimodale Therapie zusammengestellt. „Außerdem können wir eine besondere Betreuung im Rahmen klinischer Verlaufsstudien anbieten“, ergänzt die Schmerzexpertin. Generell sei das Forschungsengagement zum komplexen regionalen Schmerzsyndrom als Teil der klinischen Forschungsgruppe KFO5001 ResolvePAIN am UKW sehr breit aufgestellt.

Neu: Spezielle ambulante Patientenschulung

Brandneu im CRPS-Portfolio des ZiS ist eine eigene ambulante Patientenschulung, die sowohl den medizinisch-medikamentösen Bereich, wie auch psychosoziale und physiotherapeutische Aspekte abdeckt. Expertinnen und Experten für die Erkrankung erklären dabei die Hintergründe und zeigen besondere Übungen für die CRPS-Behandlung, wie das Graded Motor Imagery.

„Orange Day“ heißt der immer am ersten Montag im November stattfindende Infotag übrigens, weil in vielen Aktionen weltweit orange beleuchtete Bauwerke sowie orange Kleidung und Schleifen visuell auf die Krankheit aufmerksam machen.

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Einladung zum Würzburger Philosophicum am Do. 28. Oktober 18.00 Uhr c.t. bis 20.00 Uhr; Das Prinzip Verantwortung: Ökologie und Medizin

Hiermit möchten wir Sie sehr herzlich zu unserem Philosophicum im Wintersemester einladen. Das Semesterthema widmet sich der Ökologie, dem Klimawandel und den gesundheitlichen Folgen, stellt die Frage nach der Verantwortung für die Medizin und ist damit hochaktuell.

Unser Programm finden Sie in der Anlage. Nähere Informationen zum Philosophicum, unser Konzept und die ausgearbeiteten und exzellenten Vorträge von Prof. Dr. phil. Johann-Heinrich Königshausen, Mitbegründer des Philosophicums, finden Sie unter www.ukw.de/philosophicum.

Erfreulicherweise können wir unsere Veranstaltung zum Wintersemester sowohl vor Ort am Universitätsklinikum Würzburg abhalten (hier gilt die 3 G Regel), als auch über Zoom, hierfür erhalten Sie den Link mit dieser Einladung. Außerdem finden Sie die Vorträge auf dem Youtubekanal des Würzburger Philosophicum unter der Voraussetzung, dass unsere Referent*innen jeweils damit einverstanden sind. Eine separate Anmeldung für die Veranstaltungen ist mit Ausnahme des Präsenzseminars nicht erforderlich.  

Beginn der Veranstaltungsreihe:

Donnerstag, 28.10.2021 18.00 c.t. - 19.45 Uhr

Referent:
Prof. Dr. Michael Kühl (Lehrstuhlinhaber Institut für Biochemie und Molekulare Biologie der Universität Ulm) (zugeschaltet über Zoom)

Titel des Vortrags: Das Prinzip Verantwortung: Der Klimawandel und seine gesundheitlichen Folgen

Prof. Dr. Michael Kühl ist Biochemiker und Direktor des Instituts für Biochemie und Molekulare Biologie an der Universität Ulm. Neben seiner Tätigkeit in Forschung und Lehre an der Medizinischen Fakultät engagiert er sich seit Jahren in den Bereichen Nachhaltigkeit und Klimawandel. Er ist Vorstandsmitglied des Ulmer Initiativkreises für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung sowie Mitglied im Fachkollegium der Scientists for Future, in der Impulsgruppe Nachhaltigkeit der Stadt Blaustein und im Klimaschutzbeirat der Stadt Ulm. Zusammen mit seiner Frau betreibt er den Umweltblog.

Studierende, Philosophen, Mediziner, Ärzte und Interessierte reflektieren und diskutieren unser Schwerpunktthema transdisziplinär mit Bezug zu Praxis, Klinik, Forschung und verwandten Fächern. Die Veranstaltungen sind bewusst interaktiv gehalten und schließen neben dem Vortrag eine offene Diskussion ein. Besonders begrüßen wir dazu Studierende anderer Hochschulen, Kolleg*innen aus Klinik und Praxis sowie an der Thematik Interessierte.

Zusätzlich ist unser Auftritt auf Meetup eingerichtet und steht auf Wunsch zur Verfügung unter https://www.meetup.com/de-DE/wuerzburger-philosophicum. Dort können sich Interessent*innen des Würzburger Philosophicums austauschen und über die Veranstaltungen diskutieren. Sie finden hier außerdem unter anderem alle Veranstaltungen, die in diesem Semester noch stattfinden, und werden, wenn Sie unserer Gruppe beitreten, über den Newsletter hinaus über weitere Veranstaltungen informiert. Geplant ist beispielsweise eine zusätzliche Veranstaltung des Philosophicums am Internationalen Tag der Philosophie, 18. November 2021, an der Universitätsklinik Würzburg.

Über Ihre Teilnahme und Mitwirkung an der Diskussion freut sich sehr

Ihr Philosophicumsteam -

Carla Winter, Judith Kleiss, Hannah Gauger, Charlotte Göttmann, Gloria Griebel, Harriet Hahn, Antonia Mortsch, Camila Malkewitz, Michael Gabler, Till Gallasch, Valentin Metzner, Hans Aster, Jonas Daub, Michael Schmidt, Johannes Königshausen und Thomas Bohrer

Veranstaltungsprogramm als PDF.

Brustkrebs-Forum 2021: Von deeskalierten Therapien und ästhetischen onkoplastischen Operationen

Am Dienstag, den 30. November 2021, veranstaltet die Würzburger Universitätsfrauenklinik für alle Interessierten ihr 8. Brustkrebs-Forum. Ein Schwerpunkt dabei ist die derzeit vielfach propagierte Deeskalation: Bei welchen Patientinnen und wie können belastende Eingriffe und Therapien minimiert werden – und das möglichst ohne Effektivitätsverlust?

Prof. Dr. Achim Wöckel (links), Prof. Dr. Ute-Susann Albert und Prof. Dr. Rafael Jakubietz sind die Experten des Brustkrebs-Forums 2021.

Das jährliche Brustkrebs-Forum der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) ist für Patientinnen und deren Angehörige eine Chance, sich aus erster Hand über Neuerungen in der Therapie sowie weitere relevante Entwicklungen und Themen rund um das Mammakarzinom zu informieren. Die diesjährige Neuauflage am Dienstag, den 30. November, findet – wie schon in 2020 – als Online-Veranstaltung statt. Über die Videokonferenz-Plattform Zoom werden ab 18:00 Uhr drei Kurzvorträge angeboten.

Therapievielfalt reduzieren, Nebenwirkungen ersparen

Zunächst werden Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik, und Prof. Dr. Ute-Susann Albert, die in seinem Team den Bereich Senologie leitet, über neue chemo-, strahlen- und immuntherapeutische Behandlungswege referieren. „Nachdem in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer weitere Therapien entwickelt und zum Nutzen der Patientinnen eingesetzt wurden, hat sich beim Behandlungserfolg mittlerweile ein gewisses Plateau eingestellt“, berichtet Prof. Wöckel und fährt fort: „Deshalb geht es derzeit unter dem Stichwort Deeskalation darum, die individuell verabreichte Therapievielfalt möglichst wieder zu reduzieren und so den Patientinnen Nebenwirkungen zu ersparen – natürlich ohne Effektivitätsverlust.“

Das Körperbild erhalten

Ein wichtiger Partner der Frauenklinik ist die Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie. „Die moderne Onkoplastik ist in der Lage, einem hohen Prozentsatz der Brustkrebspatientinnen ihre Brust und somit das eigene Körperbild zu erhalten“, schildert Prof. Wöckel. Wie heute onkologische und rekonstruktive chirurgische Maßnahmen vereint werden, erläutert beim Brustkrebs-Forum Prof. Dr. Rafael Jakubietz, der Leiter der Plastischen und ästhetischen Chirurgie des UKW.

Da die Teilnehmerzahl der kostenlosen Veranstaltung begrenzt ist, ist eine Anmeldung bis spätestens 15. November 2021 wichtig. Wer sich rechtzeitig anmeldet, erhält per E-Mail die Zugangsdaten und eine detaillierte Anleitung zum technischen Ablauf. Für die Anmeldung kontaktieren alle Interessierten Gabriele Nelkenstock, die externe Selbsthilfebeauftragte des UKW, unter E-Mail: selbsthilfe@ukw.de oder Tel: 0931 / 88079447.

Pressemitteilung als PDF.

Sieben Slammer streiten um den Sieg

Am 5. November 2021 laden die Universität Würzburg und die Hochschule Würzburg-Schweinfurt zu einer Neuauflage des Science Slams ein. Sieben Kandidaten präsentieren ihre Forschung – so kurz, wie unterhaltsam.

In einem Vortrag von maximal sieben Minuten Länge das eigene Forschungsgebiet einem Laienpublikum präsentieren – also möglichst allgemeinverständlich, ohne dabei allzu stark zu vereinfachen, und im Idealfall auch noch unterhaltsam, ohne deswegen in Klamauk zu verfallen: Das ist die Herausforderung beim Science Slams.

Dieser stellen sich jetzt sieben Kandidaten vom Professor über den (fast) fertigen Doktor bis zum Alumnus in einer Veranstaltung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Organisiert hat den Science Slam das Alumnibüro der Universität in Kooperation mit der Stadt Würzburg und der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS).

Zeit und Ort

Der Slam findet statt in hybrider Form am Freitag, 5. November, im Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude (Z6) am Hubland Campus der Universität statt; Beginn ist um 19 Uhr. Hybrid bedeutet: „Es werden zum einen Zuschauerinnen und Zuschauer im Hörsaal vor Ort sein. Zum anderen können Interessierte den Slam vor ihrem eigenen Bildschirm genießen“, erklärt Michaela Thiel, Alumni-Beauftragte der Uni Würzburg. Wer vor Ort mit dabei sein will, muss die 3G plus-Regeln befolgen, also entweder geimpft, genesen oder aktuell getestet sein.

Eingeleitet wird der Slam vom letztjährigen Gewinner, Dr. Diego D’Angelo, Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Würzburg.

Die weiteren Teilnehmer sind

  • Der Gewinner 2020 leitet den Slam ein: Diego D’Angelo (Philosophie, JMU)
  • Prof. Dr. Heike Jüngst, (Studiengangsleitung Fach- und Medienübersetzen, FHWS)
  • Prof. Dr. Olaf Hoos (Sportwissenschaften, JMU)
  • Dr. Sebastian Markert (Alumnus der Biologie, heute Johns Hopkins University)
  • Prof. Dr. Markus H. Zink (Ingenieurswissenschaften, FHWS)
  • Prof. Dr. Jochen Griesbach (Archäologie, JMU)
  • Dr. Stefan Röttig (Philosophie, JMU)

An der Wahl des Gewinners sind selbstverständlich beide Zuschauergruppen beteiligt, zum einen durch die Lautstärke ihres Applauses, zum anderen durch die Vergabe von Zoom-Umfragepunkten.

Durch den Abend führt wie schon in den Vorjahren Alumnus und Radiomoderator Johannes Keppner.

Vorverkauf gestartet

Karten können zum Preis von drei Euro für den Zoom-Science Slam und von sechs Euro für die Teilnahme vor Ort erworben werden:

https://go.uniwue.de/zoomscienceslam2021

https://go.uniwue.de/praesenzscienceslam2021

Der Erlös kommt dem Deutschlandstipendium zugute, mit dem Studierende mit guten Studienleistungen gefördert werden, die sich neben ihrem Studium ehrenamtlich engagieren.

Aktuelle Informationen sowie Kurzportraits der diesjährigen Slammer sind auf der Website des Alumnibüros (https://www.uni-wuerzburg.de/alumni/veranstaltungen/science-slam/ ) der Universität Würzburg zu finden.

Kontakt

Universität Würzburg, Alumnibüro, T: +49 931 31 83150, E-Mail: alumni@ uni-wuerzburg.de

Uniklinikum Würzburg: Erneutes digitales Update zum Thema Multiples Myelom

Am Samstag, den 20. November 2021, informiert die nächste Ausgabe des Myelom-Forums des Uniklinikums Würzburg ein weiteres Mal über Neuigkeiten bei der Erforschung, Diagnostik und Therapie der bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks. Mittlerweile sehr gut etabliert ist die Durchführung des an Betroffene und deren Angehörige gerichteten Infotages als Webinar.

Das vierte digitale Myelom-Forum des Uniklinikums Würzburg findet am Samstag, den 20. November 2021 statt.

„Die Behandlung des Multiplen Myeloms wird aus verschiedenen Gründen immer komplexer“, sagt Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW), und zählt auf: „Wir verstehen die Heterogenität dieser bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks immer besser, so dass wir Untergruppen erkennen können, die individualisiert zu therapieren sind. Dafür können wir unter immer mehr zugelassenen Medikamenten mit unterschiedlichen Wirkprinzipien wählen. Zusammen mit dem Blick auf die persönliche Situation der Patientinnen und Patienten wird es immer anspruchsvoller, zu entscheiden, welcher Behandlungsweg für wen am besten geeignet ist.“ Hinzukomme, dass man durch das jetzt mögliche, längere Überleben der Betroffenen auch Nebeneffekten, wie Kiefernekrosen, noch mehr Aufmerksamkeit schenken müsse. Ein Update zu diesen und vielen weiteren Aspekten gibt es für Patient*innen, Angehörige und alle sonstigen Interessierten am Samstag, den 20. November 2021 bei einer halbtägigen Online-Vortragsveranstaltung des UKW.

 Sechs Vorträge für ein breites Themenspektrum

Beim 4. Digitalen Myelom-Forum referieren neben Prof. Einsele ab 9:30 Uhr fünf weitere Fachleute des Klinikums und der Uni Würzburg über die Softwareplattform Zoom zu Themen aus der Zahn-, Nuklear- und Komplementärmedizin sowie aus der Radiologie und Virologie. Aus dem letztgenannten Bereich wird Prof. Dr. Lars Dölken vom Institut für Virologie und Immunbiologie der Uni Würzburg verdeutlichen, warum gerade für die immungeschwächten Myelom-Patient*innen eine umfassende Corona-Impfung höchst sinnvoll ist.

Nach jedem Vortrag und bei der abschließenden Diskussionsrunde gegen 11:45 Uhr haben die Teilnehmer*innen Gelegenheit, sich per Chat zu Wort zu melden und individuelle Fragen zu stellen.

Eine Teilnahme an der Onlinekonferenz ist über Computer, Smartphone und Telefon – hier natürlich nur mit Ton-Empfang – möglich. Nach der Anmeldung erhalten die Interessenten per E-Mail die Zugangsdaten und eine detaillierte technische Anleitung.

Die Veranstaltung ist kostenlos, es wird allerdings um eine Spende von zehn Euro zugunsten der Stiftung „Forschung hilft“ (www.forschung-hilft.de) gebeten. Anmelden kann man sich bis spätestens 5. November 2021 unter E-Mail: selbsthilfe@ukw.de.

Das genaue Programm gibt es im Veranstaltungskalender unter www.ukw.de/medizinische

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Gebärmutterhalskrebs: Kooperation mit fatalem Ergebnis

Müssen Viren und Bakterien kooperieren, damit Gebärmutterhalskrebs entsteht? Dieser Frage geht die Infektionsforscherin Cindrilla Chumduri in einem neuen Forschungsprojekt nach. Sie arbeitet dabei mit künstlichen Gewebemodellen.

Das Bild zeigt Gewebe des Gebärmutterhalses, das mit Plattenepithelzellen (grün) ausgekleidet ist, die das endozervikale Säulenepithel (rot) ersetzen. Solche Plattenepithelgewebe sind sehr anfällig für die Besiedlung mit Krankheitserregern und die Entwicklung von Gewebeneubildungen

Gebärmutterhalskrebs ist weltweit der vierthäufigste Tumor bei Frauen. In Deutschland erkranken nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft jedes Jahr rund 4.400 Frauen daran, etwa 1.600 sterben jährlich. Dass in einem Großteil der Fälle – konkret: in etwa 90 Prozent – Viren zu diesen bösartigen Gewebeneubildungen beitragen, dürfte seit 2007 allgemein bekannt sein. In diesem Jahr startete in Deutschland eine Impfkampagne für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs. Der Impfstoff richtet sich gegen den Auslöser: das Humane Papillomvirus (HPV).

Das Virus allein führt nicht zum Krebs

Dass HPV für den überwiegenden Teil der Krebserkrankungen verantwortlich ist, bedeutet nicht, dass eine Infektion mit dem Virus zwangsläufig eine Erkrankung nach sich zieht: Aktuelle Statistiken gehen davon aus, dass etwa 80 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens eine Infektion durchmachen. Dennoch entwickeln nur 1,6 Prozent von ihnen Gebärmutterhalskrebs.

„Es ist also klar, dass eine HPV-Infektion allein wahrscheinlich keinen Gebärmutterhalskrebs verursachen kann. Es gibt zwar viele mögliche Kofaktoren, die das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erhöhen, einschließlich Koinfektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheitserregern, aber der relative Beitrag jedes einzelnen ist noch nicht geklärt", sagt Dr. Cindrilla Chumduri. Die Wissenschaftlerin leitet eine Arbeitsgruppe am Lehrstuhl für Mikrobiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU).

Gewebeveränderungen nach Infektionen bilden einen ihrer Forschungsschwerpunkte. Dafür entwickelt sie gemeinsam mit ihrem Team unter anderem lebensechte Organnachbildungen – sogenannte 3D-Organoide, an denen sie die Wechselwirkungen zwischen dem Krankheitserreger und den jeweiligen Geweben sowie die Krankheitsprozesse erforscht.

In einem neuen Forschungsprojekt untersucht Chumduri in den kommenden drei Jahren, welche Faktoren noch dazu kommen müssen, damit eine HPV-Infektion Krebs verursacht. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert das Projekt mit rund 400.000 Euro.

Viele Erkrankte sind auch mit Chlamydien infiziert

„Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass Patientinnen, die an Gebärmutterhalskrebs erkranken, nicht nur mit dem Humanen Papillomvirus infiziert sind, sondern gleichzeitig auch mit dem bakteriellen Erreger Chlamydia trachomatis“, sagt die Wissenschaftlerin. In früheren Arbeit konnte Chumduri bereits nachweisen, dass Chlamydia trachomatis in infizierten Zellen Schäden am Erbgut verursacht, ohne dass deshalb die sonst üblichen Reparaturmechanismen der Zellen starten.

Auch den programmierten Zelltod, mit dem der Organismus normalerweise verhindert, dass entartete Zellen sich unkontrolliert vermehren, unterdrückt das Bakterium erfolgreich. „Trotz dieser eindeutigen Zusammenhänge zwischen HPV- und Chlamydien-Infektionen und der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ist deren Rolle bei der Entwicklung von Gewebeneubildungen und den nachfolgenden Schritten der Krebsentstehung bisher nicht untersucht worden“, so Chumduri. Das will sie nun in ihrem neuen Forschungsprojekt ändern.

Für den Mangel an diesen Studien gibt es nach Chumduris Meinung einen einfachen Grund: „Es fehlt an den erforderlichen In-vitro-Infektionsmodellen, die dem natürlichen Gewebe eines Gebärmutterhalses so weit wie möglich entsprechen“, sagt sie. Darüber hinaus würden die meisten Studien auf diesem Gebiet mit Krebszellen durchgeführt, die die physiologischen Interaktionen kaum realistisch widerspiegeln.

Aus diesen Grund hat sie spezielle 3D-Organoid-Modelle entwickelt und verwendet Mausmodelle, die ein gutes Bild davon vermitteln was passiert, wenn in den verschiedenen Gewebsschichten des Gebärmutterhalses sowohl Humane Papillomviren als auch Chlamydien auftreten. Bei der Untersuchung dieser Vorgänge setzt sie auf neueste Technologien wie beispielsweise eine genetische Abstammungsanalyse, die Einzelzell-RNA-Sequenzierung und die sogenannte räumliche Transkriptomik.

Auf diese Weise will Chumduri gemeinsam mit ihrem Team in den kommenden Jahren neue Erkenntnisse über die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs gewinnen und – neben dem Humanen Papillomvirus – weitere Faktoren identifizieren, die zu einer HPV-Infektion hinzukommen müssen, damit das Gewebe tatsächlich entartet.

Kontakt

Dr. Cindrilla Chumduri, Lehrstuhl für Mikrobiologie, T: +49 931 31 86531, cindrilla.chumduri@ uni-wuerzburg.de

Pressemitteilung der Uni Würzburg