Aktuelle Pressemitteilungen

Spendenübergabe von 39.000 €: Nachhaltige Unterstützung schwerkranker Kinder durch den KIWI-Cup 2018 in Bergrheinfeld

Der Verein KIWI e.V. konnte sich am Freitag, den 14.09.2018, 11:00 Uhr über eine Summe von fast 39.000 € als Großspende freuen. Klinik-Direktor Prof. Dr. C. P. Speer von der Universitäts-Kinderklinik Würzburg war überwältigt vom Erfolg des diesjährigen KIWI-Cups und der Unterstützung durch mehrere EDEKA- und Kupsch-Einzelhändler.

Der größte Teil der Spende wurde beim 24. KIWI-Cup eingeworben, der zum 8. Mal als Fußballturnier von 44 U-7 und U-9 Jugend-Fußballmannschaften in Bergrheinfeld ausgerichtet wurde und unter der Schirmherrschaft von Frau Landtagspräsidentin Barbara Stamm stand. Die Organisatoren um den Kupsch-Einzelhändler Burkhard Pfister und den sportlichen Leiter Ernst Gehling konnten auf ein bewährtes Team von Helfern und die Unterstützung der EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen zurückgreifen. Herr Gehling betont: „Mir ist es eine Herzens-angelegenheit, KIWI mit unseren Einnahmen zu ermöglichen, die Versorgungsstrukturen für die schwerkranken Patienten der Früh- und Neugeborenenmedizin an der Uni-Kinderklinik in Würzburg immer noch weiter zu verbessern!“ Die Vorsitzende von KIWI e.V. Frau Ina Schmolke freut sich allerdings auch über die vielen kleineren und größeren Beträge, die im Laufe des Jahres von einer Vielzahl von KUPSCH-Edeka-Kaufleuten beigetragen werden. So ist die Aktion „Pfandzettel“ von Kaufmann Popp und seinen Kunden, die jetzt weitere Nachahmer finden wird, ein riesiger und nachhaltiger Erfolg. Ebenso wie die KIWI-Spendendosen, die KIWI-Wein-Aktion und anderes einer Vielzahl von Edeka-Einzelhändlern.
„Diese Unterstützung durch alle Beteiligten ist einmalig. Wir können uns nur aufrichtig im Namen unserer kleinen und großen Patienten herzlichst bedanken!“ so der leitende Oberarzt der Uni-Kinderklinik, Prof. Dr. Johannes Wirbelauer.

Besuch von Staatsminister MdL Georg Eisenreich und MdL Oliver Jörg am 13.09.2018 in der Universitätsmedizin Würzburg im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI)

Auf Initiative von MdL Oliver Jörg, stellvertretender Vorsitzender des Hochschulausschusses des bayerischen Landtags, besuchten am 13. September der bayerische Staatsminister für Digitales, Medien und Europa MdL Georg Eisenreich, sowie weitere hochrangige CSU Mitglieder aus Stadtrat, Bezirkstag und Kreisverband das DZHI.

Bei der Begrüßung des Staatsministers stellte MdL Jörg die Universitätsmedizin als eine der Stärken der Universität Würzburg und der Region heraus. Experten der Universitätsmedizin Würzburg präsentierten die im Vergleich zu anderen Universitätsklinika weit entwickelte IT-Infrastruktur des Universitätsklinikums und die Einbindung der Universitätsmedizin Würzburg in bundesweite Fördermaßnahmen zur Medizininformatik.

Prof. Ertl dankte für die stete und umfassende Unterstützung der Würzburger Projekte durch die Landesregierung und weist darauf hin, dass die Digitalisierung für die Medizin ein besonderes Thema ist: Einerseits würde sie kaum noch ohne Digitalisierung funktionieren und es lägen in der Digitalisierung riesige Chancen für eine sicherere, präzisere und personalisierte Medizin auf Wissensbasis. Andererseits bestünden berechtigte Ängste vor einer „entpersonalisierten Medizin“, die Ärzte durch Informatiker oder Techniker ersetzt.

In einer Live-Demonstration wurden zwei beeindruckende Anwendungsbeispiele vorgestellt. Eine am Universitätsklinikum selbst entwickelte App-Lösung dient der Unterstützung des Stationsarztes und erlaubt am Krankenbett den Zugriff auf alle wichtigen Untersuchungsergebnisse, Bilddaten und Befunde auf einem Tablet-PC. Die Forschungsdatenbank des Universitätsklinikums enthält mehrere Millionen Patientendaten in anonymisierter Form und erlaubt wissenschaftliche Analysen mit hocheffizienten Auswerteverfahren, die in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Informatik VI „Künstliche Intelligenz“ der Universität entwickelt wurden.

Der ehemalige Ärztliche Direktor, Seniorprofessor und derzeit wissenschaftlicher Sprecher der Plattform Gesundheit/Medizin des Zentrums Digitalisierung Bayern (ZD.B) Prof. Dr. Christoph Reiners ist an diesen Projekten wesentlich beteiligt. Auf seine Initiative wird zukünftig im Rahmen des vom Wissenschaftsministeriums geförderten neuen „Digitalisierungszentrums Präzisions- und Telemedizin (DZ.PTM)“ unter Einbindung des Zentrums für Telemedizin in Bad Kissingen die Kooperation noch intensiviert werden. Darüber hinaus wollen Universität und Uniklinikum sich intensiv am Aufbau des Forschungsschwerpunkts „Künstliche maschinelle Intelligenz“ in Würzburg beteiligen.

Staatsminister Eisenreich bedankte sich für die spannenden Einblicke, die er gewinnen konnte. Generell hob er hervor, dass sich im Bereich der Digitalisierung unglaublich viel tue.

Er sei als Staatsminister für Digitales, Medien und Europa für die Koordination, Steuerung und strategische Weiterentwicklung des Masterplans „Bayern Digital II“ zuständig. Digitalisierung müsse aber als Querschnittaufgabe aller politisch Verantwortlichen verstanden werden. Jeder müsse das Thema Digitalisierung „mitdenken“. So sei jeder Minister für sein Ressort gleichzeitig auch der jeweilige Digitalisierungsminister.

Dabei betonte er, dass es wichtig sei, die sich aus der Digitalisierung ergebenden Chancen zu nutzen, ohne aber die damit potenziell verbundenen Risiken aus den Augen zu verlieren. In diesem Zusammenhang müsse man die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und auf diese eingehen. Gerade aber im ländlichen Raum, weit weg von den Ballungszentren, würde durch eine weitere Digitalisierung der Arbeits- und Alltagsprozesse eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreicht werden können. Gleiches gelte für die Krankenversorgung wie die Altenpflege.

Neben dem Standort München fördere die Staatsregierung das zukunftsträchtige Thema Künstliche Intelligenz am Standort Würzburg an Universität und Fachhochschule mit zweistelligen Millionenbeträgen. Minister Eisenreich bezeichnete die Zusammenarbeit der Universitätsmedizin mit der Informatik speziell in Würzburg als „großartig“, so dass er diese gerne auch weiterhin unterstützen wolle.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Straßensperrung auf dem Altcampus am Uniklinikum und Verringerung der Parkplätze

Ab dem 1. Oktober 2018 ändert sich im Zuge der umfangreichen Baumaßnahmen auf dem UKW-Altcampus die interne Straßenführung. Der innere Ring nahe der Kinderklinik auf Höhe des Gebäudes C5/C6 wird gesperrt, das heißt eine Durchfahrt ist an dieser Stelle nicht mehr möglich. Das Uniklinikum bietet verschiedene alternative Verkehrslösungen an.

Durch die Sperrung ist die interne Ringstraße über die Einfahrt an der Hauptpforte am Anfang der Josef-Schneider-Straße nur noch bis zur Baustelle befahrbar. Künftig wird man von dort über die gleiche Strecke zurückgeleitet. Die Rückfahrt ist über eine neu eingerichtete Gegenfahrbahn vorgesehen. Durch den Bau dieser Gegenfahrbahn entfallen 66 Parkplätze im Bereich C/D.
In der Kinderklinik (Gebäude C5/C6) sind das Sozialpädiatrische Zentrum sowie die Stationen „Seestern“ (Infektionsstation der Universitäts-Kinderklinik) und „Wunderland“ zur Behandlung von Kindern mit allgemeinpädiatrischen Erkrankungen untergebracht. Das Gebäude ist über eine neu installierte Schrankenanlage erreichbar. Diese Schranke wird für berechtigte Fahrzeuge geöffnet, das sind Krankenfahrzeuge bzw. Fahrzeuge von Eltern, deren Kinder in diesem Gebäude behandelt werden.
Die Straßensperrung erfolgt im Rahmen der Verlegung eines neuen unterirdischen Versorgungskanals, an dem das UKW mit dem Staatlichen Bauamt und den beteiligten Firmen seit Mai mit Hochdruck arbeitet. Die Baustelle bleibt voraussichtlich bis März 2021 bestehen.

Initiativen zur Verbesserung der Verkehrssituation

Um die schwierige Verkehrssituation zu entschärfen, sind am Uniklinikum verschiedene Maßnahmen vorgesehen. Anfang Oktober werden die Fahrzeiten des kostenlosen Shuttlebusses, der Patienten, Besucher und Mitarbeiter über das UKW-Gelände transportiert, ausgeweitet auf Montag bis Freitag von 5.45 bis 22.30 Uhr. Der Bus hält im 10-15 Minuten Takt an den vorgesehenen Haltestellen. Als weitere Maßnahme stockt das UKW die Parkplatzkapazitäten im Bereich des Parkplatzes A/B voraussichtlich zum Jahresbeginn 2019 um 370 neue Parkplätze auf.

Der UKW-Vorstand ist sich bewusst, dass die laufenden und anstehenden Bau- und Verkehrsprojekte Patienten, Besuchern und Mitarbeitern einiges an Toleranz und Verständnis abverlangen. „Wir bemühen uns, die Störungen durch die Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten“, führt Anja Simon, Kaufmännische Direktorin am UKW, aus. „Bei so komplexen Bauprojekten, wie wir sie aktuell haben, lassen sich Beeinträchtigungen leider nicht ganz vermeiden. Wir möchten die Situation für alle Betroffenen dadurch erleichtern, indem wir anstehende Maßnahmen möglichst früh kommunizieren.“

Die besten Lehrveranstaltungen der Humanmedizin

Am Ende jedes Semesters können die Würzburger Medizin-Studierenden per Online-Umfrage die Lehrveranstaltungen bewerten. Hier sind die Teile der Ergebnisse aus dem Wintersemester 2017/18 zusammengefasst.

 „Die Medizinische Fakultät der Würzburger Universität hat ein hohes Interesse daran, die Qualität ihres Lehrangebots regelmäßig zu analysieren und in einem kontinuierlichen Prozess immer weiter zu verbessern“, unterstreicht Prof. Dr. Sarah König. Die Leiterin des Instituts für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung am Uniklinikum Würzburg fährt fort: „Eine wesentliche Informationsquelle dazu ist die umfassende Online-Umfrage unter allen Humanmedizinstudentinnen und -studenten am Ende jedes Semesters.“

Bestätigung und Ansatz für Verbesserungen

Für das Wintersemester liegen jetzt die Ergebnisse dieser Befragung vor. Die nachstehende Tabelle bildet die 20 am besten bewerteten Lehrveranstaltungen ab. „Für die jeweils verantwortlichen Dozentinnen und Dozenten ist dies natürlich eine sehr erfreuliche Bestätigung in ihren Bemühungen um gute Lehre“, weiß Prof. König. Und auch am anderen Ende der Bewertungsskala hat die Evaluation Folgen. „Vergleichsweise schlechte Bewertungen werden vom Studiendekan mit den Lehrverantwortlichen besprochen, um die Ursachen zu ergründen und Möglichkeiten zur Abhilfe zu klären. Bei übergeordnet strukturellen oder curricularen Defiziten wird das Studiendekanat miteinbezogen“, berichtet die Institutsleiterin.

Die Rücklaufquoten der Befragung bei den hier wiedergegebenen Top 20-Veranstaltungen lagen zwischen 27 und 51 Prozent. „Ich bedanke mich – auch im Namen der Medizinischen Fakultät – bei allen Studierenden, die sich die Zeit für die Beantwortung genommen haben. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung Ihres Studiengangs“, betont Prof. König.

So läuft die Umfrage

Die Zugangsdaten zur Online-Befragung werden per Mail an alle Humanmedizin-Studierenden am Semesterende versendet. Pro Lehrveranstaltungsreihe, Modul oder Fach können sie eine Globalnote zwischen 1 und 5 vergeben. Außerdem wird ein Freitextkommentar erhoben.
Die Freitextkommentare, die personenbezogene Äußerungen enthalten können, gehen direkt an die Instituts- oder Klinikleitungen.
Mehr zum Evaluationskonzept unter www.med.uni-wuerzburg.de/studium/lehrevaluation

Die Evaluationsdaten bzw. -zahlen werden für alle Medizinstudierende und Dozierende über die universitätsinterne
Plattform WueCampus im Kursraum „Evaluation Humanmedizin“ veröffentlicht.

Die kompletten Freitextkommentare erhalten Sie gerne auf Anfrage unter Kasseckert_K@ ukw.de.

Die Ergebnisse aus der Online-Umfrage für das Wintersemester 2017/18 hier zum Download.

 

 

Das Uniklinikum Würzburg freut sich über ausgezeichnete Berufsschulabsolventinnen

Das Uniklinikum Würzburg ist stolz auf seine Auszubildenden. Beispielhaft erhielten in diesem Jahr vier Berufsschülerinnen mit hervorragenden Abschlüssen eine besondere Ehrung – nicht nur vom Klinikumsvorstand, sondern auch von der Regierung von Unterfranken. Die Preisträgerinnen verstärken jetzt als Fachkräfte das Universitätsklinikum Würzburg.

Alljährlich zeichnet die Regierung von Unterfranken hervorragende Leistungen von Berufsschüler/innen aus. Der Staatspreis geht an Absolventinnen und Absolventen der bayerischen Berufsschulen für besondere schulische Leistungen. Voraussetzung ist ein Notendurchschnitt von mindestens 1,5. Eine Hürde, die Anna Elsner an der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen mit der Note 1,0 bestmöglich übersprang. Die nun ehemalige Auszubildende des Uniklinikums Würzburg (UKW) erwarb den Titel Kauffrau im Gesundheitswesen.

Ihre Klassenkameradin Hanna Ziegler erhielt mit der Durchschnittsnote von 1,3 ebenfalls den Staatspreis. Das UKW übernahm beide Absolventinnen im Bereich der Aufnahme und Kostensicherung.

Die Medizinische Fachangestellte Kim Alessa Grebe besuchte die Klara-Oppenheimer-Schule in Würzburg und erzielte einen Notendurchschnitt von 1,0. Nach ihrer Übernahme ist sie als Dokumentationsassistentin und DRG-Assistentin am UKW beschäftigt.

Stefanie Freiberg lernte ebenfalls an der Klara-Oppenheimer-Schule, allerdings in der Fachklasse für Kaufleute für Büromanagement. Sie schloss mit einem Notendurchschnitt von 1,5 ab. Sie ist jetzt Assistentin der Abteilungsleiterin Controlling am Uniklinikum Würzburg.

„In einer Zeit, in der alle Unternehmen um die besten Köpfe konkurrieren, sind wir natürlich besonders froh und stolz, solche exzellenten Mitarbeiterinnen in unseren Reihen zu haben“, sagt Anja Simon. Die Kaufmännische Direktorin des UKW gratulierte den vier jungen Frauen mit einer kleinen Anerkennung.
Das Uniklinikum Würzburg bietet inklusive der angeschlossenen Berufsfachschulen mehr als 700 Ausbildungsplätze in mehr als 20 Berufen.

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg (UKW) beschäftigt sich schon seit Anfang der 1990er Jahre intensiv mit dem Thema Übelkeit und Erbrechen nach Anästhesie und Operation sowie deren Vermeidung – sowohl in ihrer klinischen Arbeit, wie auch in zahlreichen Studien. In der Fachwelt bezeichnet man diese Nebenwirkungen gemeinhin als PONV – die Abkürzung für das englische Postoperative Nausea and Vomiting. „PONV zählt zu den häufigsten postoperativen Komplikationen“, berichtet Prof. Dr. Peter Kranke, der an der Klinik die Klinischen Studien leitet. Der Oberarzt fährt fort: „Zur Prophylaxe dieser Nebenwirkung steht bereits eine Reihe von zugelassenen Medikamenten zur Verfügung, die Pharmaindustrie arbeitet allerdings weiter an potenziell noch nebenwirkungsärmeren Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen, um PONV noch besser in den Griff zu bekommen.“

Aufhänger: Zwei Studien zu Amisulprid

Ein aktueller Wirkstoffkandidat ist die Substanz Amisulprid. Der Dopamin-Rezeptor-Antagonist wird schon seit Jahrzehnten in oraler Gabe zur Therapie von Psychosen eingesetzt. Das hat er mit anderen bereits bekannten Wirkstoffen, wie Droperidol, gemeinsam, die in sehr niedriger Dosierung seit langer Zeit gegen Übelkeit postoperativ eingesetzt werden. Ein Pharmaunternehmen strebt nun die behördliche Zulassung für Amisulprid – in geringer Dosierung und intravenös – zur Vorbeugung und Therapie von PONV an. Dazu hat es einen Zulassungsantrag bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) gestellt. Für die Zulassung sind zahlreiche klinische Studien erforderlich. An vielen dieser unter Berücksichtigung internationaler Expertise akribisch geplanten Untersuchungen ist auch die Klinik für Anästhesiologie des UKW als international renommiertes Studienzentrum maßgeblich beteiligt. „Bei zwei der jüngeren, im Juli 2016 sowie im Januar 2017 abgeschlossenen Therapiestudien rekrutierten wir zusammen über 660 Patienten“, schildert Prof. Kranke. Vermutlich war diese hohe Teilnehmerzahl ein Grund dafür, dass sich die FDA in diesem Jahr zu einer Inspektion am UKW anmeldete.

Untersuchungsziel: Wurde gemäß guter klinischer Praxis gearbeitet?

Vereinfacht gesagt, will die Zulassungsbehörde mit einer solchen Untersuchung feststellen, ob an den Studienzentren „alles mit rechten Dingen“ zugeht. Typische Fragen, die dabei geklärt werden, sind beispielsweise: Sind die Daten, die der Sponsor, also das Pharmaunternehmen, für die Zulassung bei der FDA eingereicht hat, auf tatsächlich existierende Patienten zurückzuführen? Kamen die Daten nachweislich gemäß guter klinischer Praxis zustande? Wurde dem Patientenschutz genüge getan? Wurden die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zum Beispiel adäquat aufgeklärt und war ihre Sicherheit zu jeder Zeit gewährleistet? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, sandte die FDA im April dieses Jahres für zwei Wochen eine Inspektorin aus den USA ans UKW. „Da es keine Handlungsanweisungen seitens der Behörde im Vorfeld gab, waren wir sehr gespannt auf den Ablauf der Überprüfung. Da solche Inspektionen außerdem bislang in Deutschland sehr selten durchgeführt wurden, war es für uns auch kaum möglich, von den Erfahrungen anderer Studienzentren zu profitieren“, verdeutlicht Prof. Kranke.

Tiefschürfende Überprüfung erfordert hohen Aufwand

Wie sich zeigte, waren sowohl der Umfang der Untersuchungen durch die Inspektorin, wie auch der damit für die Klinik verbundene Aufwand extrem hoch. Allein alle Patientenakten der annähernd 700 Studienteilnehmer/innen für die Inspektion an einem Ort parat zu haben, war eine organisatorische und logistische Herausforderung. „Diese konnte jedoch dank der guten Kooperation mit der Würzburger Universitätsfrauenklinik gemeistert werden“, berichtet Prof. Kranke.
Außer den Patientenakten wurden auch sämtliche anderen Unterlagen stichprobenartig überprüft, die jemals etwas mit den fraglichen beiden Studien zu tun hatten. So wurden beim Labor, das für die Blutwerte zuständig war, die Zertifikate der eingesetzten Geräte und des involvierten Personals kontrolliert. Die Inspektorin überprüfte, ob der Datenschutz vollumfänglich eingehalten wurde und wird. Außerdem verlangte sie Nachweise, dass die Kühlkette für das Medikament kontinuierlich eingehalten wurde. Hinzukamen Labor- und OP-Begehungen. Sehr wichtig waren der Prüferin laut Prof. Kranke ferner von einem unabhängigen Dolmetscher begleitete Interviews mit vielen Beschäftigten, um die einzelnen Arbeitsprozesse im Zusammenhang mit den Studien genau nachvollziehen zu können. „Generell beeindruckte uns das äußerst autonome Agieren der Inspektorin. Für ein nach FDA-Maßstäben vollkommen unbeeinflusstes Arbeiten hatte all die Gastfreundlichkeit, die wir normalerweise anbieten, hier wenig Platz, was für uns im zwischenmenschlichen Umgang zunächst schon gewöhnungsbedürftig war“, beschreibt Prof. Kranke.

Bestmögliches Ergebnis: No Action Indicated

Nachdem die Inspektorin im April abgereist war, dauerte es noch bis Ende August dieses Jahres, bis die FDA das offizielle Ergebnis schriftlich mitteilte: No Action Indicated, kein Handlungsbedarf. Hinter diesen nüchternen Worten verbirgt sich die bestmögliche Antwort innerhalb des dreistufigen Bewertungssystems der Zulassungsbehörde. „Dieses Ergebnis stärkt natürlich weiter unser internationales Renommee als Prüfzentrum. Wir empfinden die erfolgreiche Inspektion als eine Auszeichnung, die belegt, dass hier an der Klinik bei Studien nachweislich solide und akkurat gearbeitet wird – auch bei großen Zahlen an Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern“, freut sich Prof. Dr. Norbert Roewer, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie am UKW. Darüber hinaus sieht er auch ein wichtiges Signal für die Patienten und für die pharmainduzierten Studien gegenüber oft kritische Öffentlichkeit: „Die FDA-Inspektion und andere Kontrollmechanismen beweisen, mit welcher Stringenz, Akribie und Sicherheit in der Medikamentenzulassung vorgegangen wird – auch und gerade bei gesponserten Studien. Nicht vergessen sollte man auch, dass alle klinischen Studienvorhaben zuvor intensiv durch Ethikkommissionen und im Rahmen interner Begutachtungen überprüft werden. Vor diesem Hintergrund würden wir uns freuen, wenn wir auch in Zukunft für den so wichtigen anwendungsnahen Erkenntnisgewinn mit der Unterstützung unserer Patienten rechnen könnten.“

Pressemitteilung als PDF zum Download.

Würzburger Bündnis gegen Depression: Dokumentarfilm-Vorführung und Podiumsdiskussion am Uniklinikum

Am Dienstag, den 25. September 2018, zeigt das Würzburger Bündnis gegen Depression den Film „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“. Die Dokumentation will helfen, die Volkskrankheit Depression anhand der portraitierten Betroffenen begreifbar zu machen. Ein „Markt der Möglichkeiten“ und eine Podiumsdiskussion runden die kostenlose Veranstaltung ab.

Das große Leiden eines von Depression betroffenen Menschen ist selbst für Angehörige oft schwer nachvollziehbar. Über ein Jahr begleiteten die deutschen Filmemacher Michaela Kirst und Axel Schmidt ganz unterschiedliche Menschen auf ihrem eigenen Weg durch und aus der Depression. „Unser Filmprojekt soll Menschen ermutigen, sich früher Hilfe zu suchen. Es soll Dialog schaffen, Verständnis vermitteln, Vorurteile abbauen und einen Beitrag dazu leisten, im Umgang mit der Erkrankung wieder handlungsfähig zu werden“, schildert Axel Schmidt seinen Anspruch.

Das Würzburger Bündnis gegen Depression zeigt den Dokumentarfilm am Dienstag, den 25. September 2018, im Hörsaal des Zentrums für Psychische Gesundheit (ZEP) am Margarete-Höppel-Platz 1.

Die kostenlose Filmvorführung beginnt um 17:30 Uhr. Schon ab 16:30 Uhr haben Interessierte die Chance, sich vor Ort auf einem „Markt der Möglichkeiten“ zu informieren: Rund ein Dutzend thematisch passende Beratungsstellen und Vereine stehen zu Gesprächen zur Verfügung.
Nach dem Film – gegen 19:00 Uhr – startet eine Podiumsdiskussion mit Spezialisten des ZEP: Der Sprecher des Würzburger Bündnisses gegen Depression, Privatdozent Dr. Andreas Menke, die Leitende Diplom-Sozialpädagogin und Familientherapeutin Ursula Berninger und die Psychologische Psychotherapeutin Catherina Wurst stellen hier ihre jeweilige Expertise zur Verfügung.
Die Veranstaltung endet gegen 20:00 Uhr, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 Pressemitteilung als PDF zum Download.