Aktuelle Pressemitteilungen

Neuer Ausbildungskurs an der Würzburger OTA-Schule gestartet

Anfang Oktober dieses Jahres startete der inzwischen fünfte Ausbildungsjahrgang an der OTA-Schule des Uniklinikums Würzburg.

Voller Elan begannen zwölf Frauen und drei Männer am 2. Oktober 2017 ihre Ausbildung zu Operationstechnischen Assistentinnen und Assistenten (OTA). Wie schon in den vergangenen Jahren kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des neuen Kurses an der OTA-Schule des Uniklinikums Würzburg (UKW) aus dem Klinikum selbst sowie aus verschiedenen Kooperationskrankenhäusern. Los ging es für sie mit einem sechswöchigen Einführungsblock, der die Auszubildenden gezielt auf ihren ersten praktischen Einsatz vorbereitete. Seit Mitte November arbeiten und lernen sie in den verschiedenen OP-Abteilungen des UKW und der anderen Häuser. 

Das machen OTA

Die Hauptaufgaben von Operationstechnischen Assistenten/innen sind das Instrumentieren und die Assistenz im Operationssaal, in der Endoskopie und in Ambulanzen. Hinzu kommen das Vorbereiten, Lagern und Versorgen der Patienten, die Gewährleistung der Patientensicherheit, das Warten und Pflegen der Instrumente und technischen Geräte sowie die Mitverantwortung für die Einhaltung der Hygienevorschriften im Operationsbereich.

App hilft bei der Organisation

Bei ihrer Ausbildung profitieren die Schülerinnen und Schülern von den modernsten Lehrmethoden und Unterrichtsmitteln. So wird zur Zeit eine App eingeführt, mit der sie jederzeit ihre Stunden- und Einsatzpläne einsehen können. Außerdem erhalten die Azubis damit Informationen zu Änderungen und sonstige Neuigkeiten per Push-Nachricht auf ihr Smartphone.

Weitere Details zur OTA-Ausbildung und der Würzburger Schule gibt es unter www.ukw.de/ausbildung-fort-und-weiterbildung/ota-schule/spezialisten-am-op-tisch.

Außerdem ist die OTA-Schule auch bei Facebook (OTA-Schule am UKW) und auf Instagram (#otaschuleukw) vertreten.

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Studie des Uniklinikums Würzburg: Hirnschrittmacher bald auch nach Schlaganfall?

Eine neue Studie an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg lässt hoffen, dass durch die elektrische Stimulation einer bestimmten Mittelhirnregion die Gangstörungen von Schlaganfallpatienten gebessert werden könnten. Der fachwissenschaftliche Artikel dazu erschien kürzlich in der renommierten US-amerikanischen Zeitschrift „Annals of Neurology“.

Etwa ein Drittel der Überlebenden eines Schlaganfalls können kaum oder gar nicht mehr gehen. „Für diese chronischen Gangstörungen gibt es bisher keine wirklich wirksamen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten – und auch die Erfolge von übenden Therapien sind sehr beschränkt“, bedauert Prof. Dr. Jens Volkmann, der Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW). Jetzt haben Mitarbeiter seiner Klinik in einem seit dem Jahr 2015 laufenden Forschungsprojekt möglicherweise einen neuen, vielversprechenden Behandlungsansatz gefunden. 

Vermutung: Störende Signale werden abgeschirmt

In einem Tiermodell des Schlaganfalls bei Ratten konnten sie zeigen, dass die elektrische Stimulation einer bestimmten Mittelhirnregion die koordinierte Gehfähigkeit der Tiere wiederherstellen kann. „Das mesencephale lokomotorische Zentrum ist schon länger als Koordinationszentrum des Gehens bekannt“, berichtet Dr. Felix Fluri. Der Oberarzt der Neurologischen Klinik des UKW betreute maßgeblich die gemeinsam mit Prof. Volkmann und Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz (zwischenzeitlich Universitätsklinikum Essen) konzipierte Studie. Allerdings werde die fragliche Mittelhirnzone nach seinen Worten von einem typischen Schlaganfall im Bereich des Großhirns nicht betroffen. Weshalb sie trotzdem in Folge des Schlaganfalls ihre Funktion in der Steuerung des Gehens nicht mehr korrekt ausübt, sei bislang nicht bekannt. Warum und wie wirkt dann ihre elektrische Stimulation? „Wir vermuten, dass die elektrische Reizung die mesencephale Lokomotionsregion von störenden Signalen aus übergeordneten Hirnregionen abschirmt. Dadurch wird das Mittelhirn wieder in die Lage versetzt, das Gehen über nachgeordnete Rückenmarkszentren normal zu kontrollieren und zu steuern“, erläutert Dr. Fluri. Dabei seien die positiven Effekte auf die Gehfähigkeit zeitlich streng an die elektrische Reizung gebunden. „Das funktioniert wie mit einem Schalter: Strom an – die Ratten können sich normal bewegen, Strom aus – die Ratten haben massive motorische Einschränkungen“, so Dr. Fluri. 

Hoffnung: Tiefe Hirnstimulation auf Schlaganfall adaptierbar

„Diese Arbeit könnte von unmittelbarer Relevanz für Schlaganfallpatienten sein“, freut sich Prof. Volkmann und fährt fort: „Mit der tiefen Hirnstimulation verfügen wir bereits über ein zugelassenes Verfahren, das in anderen Hirnregionen und bei anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel der Parkinson-Krankheit, sehr gute Erfolge erzielt. Vor diesem Hintergrund streben wir eine klinische Prüfung der Übertragbarkeit des Verfahrens auf geeignete Schlaganfallpatienten in naher Zukunft an.“

Literatur

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse des Projekts am 11. November dieses Jahres in der namhaften US-amerikanischen Fachzeitschrift „Annals of Neurology“: F Fluri et al. „Stimulation of the Mesencephalic Locomotor Region for Gait Recovery After Stroke”, Ann Neurol 82 (5), 828-840, 2017 Nov 11 

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Günter Landbeck Excellence Award für Würzburger Hämatologen

Prof. Dr. Harald Schulze vom Uniklinikum Würzburg erhielt den diesjährigen Günter Landbeck Excellence Award in der Kategorie „Klinische Arbeiten“. Der Preis zeichnet herausragende Studien zur Blutgerinnung aus.

Beim 48. Hämophilie Symposion in Hamburg wurde am 10. November 2017 der diesjährige Günter Landbeck Excellence Award (GLEA) verliehen. Mit der Auszeichnung sollen vielversprechende Forschungsansätze und neue Perspektiven in der Behandlung von Gerinnungsstörungen – insbesondere bei Hämophilie-Patienten – gefördert werden. Preisträger in der Kategorie „Klinische Arbeiten“ ist Prof. Dr. Harald Schulze. Seine Arbeitsgruppe „Experimentelle Hämostaseologie“ ist am Lehrstuhl für Experimentelle Biomedizin angesiedelt, der Teil des Uniklinikums Würzburg und des Würzburger Rudolf-Virchow-Zentrums ist.

Test für verschiedene Formen der Storage Pool Disorder entwickelt

Der Preis würdigt die Entwicklung eines Tests zur Unterscheidung verschiedener Gerinnungsstörungen. Im Fokus standen dabei angeborene und erworbene Blutungsstörungen von Kindern. Im Detail ging es um die Erforschung von zwei Formen von Granula (körnchenförmige Einlagerungen) im Inneren von Thrombozyten, von denen bislang nicht bekannt ist, wie sie zur Blutungsstillung beitragen. Prof. Schulze und sein Team untersuchten dazu das Blut von Kindern, die von der Storage Pool Disorder (SPD) betroffen sind. Dies ist ein Sammelbegriff für verschiedene Gerinnungsstörungen, die durch einen Mangel an thrombozytären Granula gekennzeichnet sind. „Um eine gezieltere Diagnostik zu ermöglichen, entwickelten wir ein Testverfahren, das hilft, verschiedene Formen der SPD zu unterscheiden – und das einfach, schnell und kostengünstig. Für unseren Test werden nur minimale Blutmengen benötigt, was besonders bei Kinder mit Blutungsneigung relevant ist“, erklärt der Preisträger.

Mit 25.000 Euro dotiert

Der jährliche Günter Landbeck Excellence Award wird außer in der Kategorie „Klinische Arbeiten“ auch für „Experimentelle Arbeiten“ vergeben. Dieser Part ging in 2017 an die Mikrobiologin Dr. Simone Bergmann von der TU Braunschweig. Sie und Prof. Schulze erhielten jeweils ein Preisgeld von 25.000 Euro.
Der Award wird vom Günter Landbeck Stipendium verliehen und von der Baxalta Deutschland GmbH finanziert, die zum internationalen Biotechnologie-Unternehmen Shire gehört. Der Namensgeber des Preises, Prof. Günter Landbeck (1925 – 1992), gilt als einer der Pioniere in der deutschen Hämophilie-Forschung.

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Hentschel-Preis ehrt jetzt auch bundesweit Erfolge im Kampf gegen den Schlaganfall

Der Hentschel-Preis zeichnet Weiterentwicklungen im Kampf gegen den Schlaganfall aus. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Dr. Cordula Rakers vom Deutschen Zentrum für Neurodegeneration in Bonn.

Mit dem Hentschel-Preis ehrt die Stiftung „Kampf dem Schlaganfall“ thematisch passende Arbeiten aus Forschung, Prävention, Diagnostik und Therapie. In diesem Jahr überreichte Günter Hentschel, der Gründer der Stiftung, die Auszeichnung an Dr. Cordula Rakers vom Deutschen Zentrum für Neurodegeneration in Bonn. Die Biologin führte als Postdoktorandin das prämierte Projekt „Astrocytic calcium release mediates peri-infarct depolarizations in a rodent stroke model“ durch. Gegenstand der Arbeit sind die Entstehungsmechanismen von elektrischen Fehlentladungen („peri-infarct depolarizations“), die in der Randzone eines frischen Hirninfarktes auftreten und zum Wachstum des Schlaganfalls beitragen.

Ein möglicher Ansatzpunkt für eine medikamentöse Behandlung

Dr. Rakers konnte zeigen, dass diese Phänomene auf eine Calciumfreisetzung aus Astrozyten zurückzuführen sind. Die auch Sternzellen genannten Astrozyten sind essentielle Bestandteile des zentralen Nervensystems mit vielfältigen Funktionen. Der nachgewiesene Mechanismus der Calciumfreisetzung ist prinzipiell pharmakologisch beeinflussbar. Die Arbeit der Forscherin wurde im international hochrangigen „Journal of clinical investigation“ publiziert.

Erstmals bundesweit ausgeschrieben

Der seit dem Jahr 2011 jährlich vergebene Hentschel-Preis konzentrierte sich bislang auf Forschungsleistungen aus der Würzburger Universitätsmedizin. In diesem Jahr wurde er zum ersten Mal bundesweit ausgeschrieben. Dr. Rakers nahm den mit 5.000 € dotierten Preis im Rahmen des 2. Würzburger Schlaganfallsymposiums der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg am 25. Oktober 2017 entgegen.

Um auch in Zukunft den Kampf gegen den Schlaganfall vorantreiben zu können, freut sich Günter Hentschel über Spenden auf das Konto:
Kampf dem Schlaganfall, HypoVereinsbank Würzburg
BIC: HYVEDEMM455 / IBAN: DE45790200760347390402

Die Stiftung ist vom Finanzamt Würzburg unter der Steuernummer 257/147/00343 als gemeinnützig anerkannt. Zustiftungen und Spenden sind daher steuerlich absetzbar.

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16 Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten erfolgreich ausgebildet

Am 30. September dieses Jahres erhielten 16 Absolventinnen und Absolventen der Schule für Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten (OTA) an der Akademie des Uniklinikums Würzburg ihre Zeugnisse. Damit steht der zweite fertige Jahrgang der Würzburger OTA-Schule der Arbeitswelt zur Verfügung.

Bei der Zeugnisübergabe am 30. September 2017 gab es nur positive Ergebnisse: Alle 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ausbildungsgangs zur/zum Operationstechnischen Assistentin oder Assistenten schlossen mit gutem oder sehr gutem Erfolg ab. Das theoretische Wissen hierfür hatten sie sich während der letzten drei Jahre an der Akademie des Uniklinikums Würzburg (UKW) angeeignet. Sie sind der zweite Abschlussjahrgang der Würzburger OTA-Schule.

Das Uniklinikum Würzburg bildet die OTA zu einem bedeutenden Teil für den eigenen Bedarf aus. So starteten aus dem aktuellen Abschlussjahrgang sechs Frauen und Männer in ein weiteres Berufsleben am UKW. Teilnehmer/innen aus den Kooperationskrankenhäusern füllen zusätzlich die Kurse des Klinikums.
„Der Bedarf der deutschen Gesundheitsbranche an Fachkräften ist ungebrochen groß und aktuell stetig steigend“, weiß Egbert Stanka, der Leiter der Würzburger OTA-Schule. In diesem Jahr begannen 15 Schülerinnen und Schülern die dreijährige duale Ausbildung.

Ein Job für technikbegeistere Teamplayer

Die Hauptaufgaben von Operationstechnischen Assistenten/innen sind das Instrumentieren und die Assistenz im Operationssaal, in der Endoskopie und in Ambulanzen. Hinzu kommen das Vorbereiten, Lagern und Versorgen der Patienten, die Gewährleistung der Patientensicherheit, das Warten und Pflegen der Instrumente und technischen Geräte sowie die Mitverantwortung für die Einhaltung der Hygienevorschriften im Operationsbereich.
Weitere Details zur OTA-Ausbildung und der Würzburger Schule gibt es unter www.ukw.de/ausbildung-fort-und-weiterbildung/ota-schule/spezialisten-am-op-tisch. Außerdem ist OTA-Schule auch bei Facebook (OTA-Schule am UKW) und auf Instagram (#otaschuleukw) vertreten.

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Eine Schwangerschaft dauert 40 Wochen. Kommt ein Kind schon vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt, spricht man von einer Frühgeburt. Laut dem Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V. betrifft dies pro Jahr in Deutschland rund 60.000 Kinder. Demnach ist eines von zehn Neugeborenen ein Frühchen! Obwohl sie die größte Kinderpatientengruppe Deutschlands darstellen, werden ihre spezifischen Probleme nach Angaben des Verbands nicht adäquat wahrgenommen. Daher machen jährlich am 17. November weltweit Elternvertreter mit einem Aktionstag auf die Belange von Frühgeborenen und ihren Familien aufmerksam.

Gefragt ist ein ganzheitliches Angebot

„Eine Frühgeburt ist in vielen Fällen ein kritisches Lebensereignis für die junge Familie. Unsere Aufgabe ist es, das Frühgeborene bestmöglich medizinisch zu versorgen und auch die jungen Eltern auf vielerlei Ebenen optimal zu unterstützen. Zusätzlich versuchen wir stets ein Maximum an Natürlichkeit, Nähe und Intimität zu ermöglichen.“, umreißt Prof. Dr. Christian P. Speer die Herausforderungen der modernen Frühgeborenenmedizin. Der Direktor der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) leitet gemeinsam mit dem Direktor der Universitäts-Frauenklinik, Prof. Dr. Achim Wöckel, eines der drei größten Perinatalzentren in Bayern. Aus diesem Spezialangebot für Früh- und Neugeborene ergeben sich ein Einzugsradius von bis zu 100 km um Würzburg und ein hohes Patientenaufkommen. „Von den 2.029 an der Würzburger Universitätsfrauenklinik im Jahr 2016 geborenen Kindern waren über 350 Frühgeborene“, berichtet Prof. Dr. Johannes Wirbelauer, der Leitende Oberarzt der Würzburger Universitäts-Kinderklinik, und ergänzt, dass 82 dieser Frühgeborenen ein Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm hatten.

Universitätsmedizin ermöglicht multidisziplinäre Versorgung

Wie Prof. Speer ist Prof. Wirbelauer ein bundesweit anerkannter Experte in der Neu- und Frühgeborenenmedizin. Fünf weitere Oberärzte sowie rund 70 Fachkinderkrankenschwestern umsorgen auf den Neugeborenen-Stationen rund um die Uhr die jungen und jüngsten Patienten. Die Frühchen profitieren bei Bedarf nicht nur von den Experten der Kinderklinik, sondern auch von weiteren Medizinern aus anderen Fachbereichen – den Kinderchirurgen und Kinder-Neurochirurgen, Augenärzten und vielen weiteren Spezialisten, die am UKW tätig sind.

Für ein Maximum an Natürlichkeit

„Ungeachtet unserer vielen und modernsten therapeutischen Möglichkeiten haben wir in den letzten Jahren gelernt, dass in der Frühgeborenenmedizin weniger oft mehr ist“, sagt Prof. Speer. Er meint damit weniger Medikamente und weniger künstliche Beatmung, aber auch weniger Geräusche und weniger Licht auf der Intensivstation. „Wir versuchen, auch im Rahmen des Krankenhausbetriebes eine warme und heimelige Atmosphäre zu schaffen. Wo irgend möglich fördern wir den Körperkontakt zwischen dem Früh- oder Neugeborenen und seinen Eltern“, schildert Prof. Wirbelauer.
Natürlich, bindungsfördernd und für das Immunsystem von Frühgeborenen wichtig ist die Ernährung mit Muttermilch. Obwohl viele Frühgeborene nicht gleich nach der Geburt angelegt werden können, gelingt eine Muttermilchernährung der meisten Frühgeborenen am UKW durch eine einfühlsame Begleitung und Anleitung durch Still- und Laktationsberaterinnen.

Unterstützung auch nach dem stationären Aufenthalt

Je nach Reifegrad dauert der Aufenthalt eines Frühchens in der Klinik zwischen wenigen Tagen und bis zu vier Monaten. „Gerade nach einem langen Krankenhausaufenthalt ist der Übergang von der High-Tech-Versorgung in der Klinik ins heimische Kinderzimmer für die Familien eine große Herausforderung“, weiß Prof. Wirbelauer. Ein wertvolles Hilfsangebot macht hier nach seinen Worten der Bunte Kreis Würzburg. Bei dem Projekt unterhalten die Kinderklinik und die Diakonie Würzburg ein Nachsorgeteam, das die Eltern bei der oft komplizierten Pflege ihrer Kinder unterstützt, begleitet und berät.

Dank an Sponsoren und Unterstützer

„Viele der heute am UKW bestehenden Angebote für Familien mit Frühgeborenen basieren auf dem Engagement unserer Unterstützer, denen ich ein weiteres Mal herzlich für ihre Hilfe danke“, unterstreicht Prof. Speer. Neben der Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation KIWI e.V, sind dies der Kiwanis-Club Würzburg-Mainfranken e.V., die Aktion Mensch sowie sehr viele Einzelpersonen, die diese Hilfen von Anfang an unterstützt und begleitet haben.

Frühchenfest: Ein fröhliches „Was-wurde-aus“

Einmal pro Jahr veranstaltet die Würzburger Universitäts-Kinderklinik mit Unterstützung von KIWI ein Sommerfest für Familien mit Frühgeborenen. Das Fest ist für viele Eltern eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Familien auszutauschen. „Für unsere Pflegekräfte und Ärzte, wie auch für uns persönlich ist es immer wieder eine große Freude, stolze Eltern und fröhliche Kindern wiederzusehen, die wir durch teils sehr schwierige Startbedingungen begleitet haben“, sind sich Prof. Speer und Prof. Wirbelauer einig.

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Erste Betriebserfahrungen: Patienten profitieren von Hochtechnologie-MRT-Gerät am König-Ludwig-Haus

Einfachere Terminvergabe, schnellere Diagnoseergebnisse und kurze Kommunikationswege – dies sind einige der Faktoren, von denen Patienten des König-Ludwig-Hauses im Zusammenhang mit einem neu installierten 1,5 Tesla-Magnetresonanztomografen profitieren. Nach rund fünf Monaten ziehen die Würzburger Orthopädische Klinik und das Uniklinikum Würzburg eine positive Bilanz für die partnerschaftliche Nutzung des topmodernen Diagnosegeräts.

Seit Anfang Juni dieses Jahres können die Ärztinnen und Ärzte der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus (KLH) in Würzburg unkompliziert und schnell auf die Untersuchungsergebnisse eines topmodernen 1,5 Tesla-Magnetresonanztomografen (MRT) zugreifen. Das Hochtechnologie-Gerät steht im benachbarten Zentrum für seelische Gesundheit. Gemäß eines Kooperationsvertrags wurde das „Siemens Magnetom Avanto fit“ vom Uniklinikum Würzburg (UKW) finanziert. Zudem betreibt das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des UKW das Gerät.

Dichte Nutzung des Gerätes angestrebt

„Ob zur Diagnosestellung, zur OP-Vorbereitung oder zur Nachsorge – MRT-Untersuchungen sind in der Orthopädie einfach ‚State of the Art‘“, sagt Prof. Dr. Maximilian Rudert, der Ärztliche Direktor des KLH. Passend zum hohen Bedarf soll das Gerät möglichst dicht genutzt werden. „Unser Ziel ist es, die Patienten des König-Ludwig-Hauses sehr zeitnah und in direkter Abstimmung mit den Behandlungsterminen der Orthopäden direkt in den Räumen des König-Ludwig-Hauses zu untersuchen. Dadurch wird die MRT-Diagnostik unmittelbar in den Behandlungspfad der Orthopädie integriert“ schildert Prof. Dr. Thorsten Bley, der Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des UKW. Zusätzlich zur Untersuchung von Patienten aus der Orthopädie können mögliche Messzeiten durch das Uniklinikum und das Zentrum für seelische Gesundheit genutzt werden. Letztes setzt MRT-Aufnahmen ein, um bei Menschen mit psychischen Auffälligkeiten organische Ursachen, wie Hirntumore, auszuschließen.

Kurze Wege zwischen Orthopäde und Radiologen

Das Gros der von den Fachärzten des König-Ludwig-Hauses angeforderten kernspintomografischen Scans sind mit ungefähr je einem Drittel Darstellungen des Knies und der Schulter, der Rest verteilt sich auf andere Gelenke und die Wirbelsäule. „Ein bedeutender Vorteil der gefundenen Kooperationslösung liegt in der sehr engen und organisatorisch unkomplizierten Zusammenarbeit unserer Orthopäden mit den Radiologen des UKW. So sind fachliche Rückfragen auf kurzen Wegen möglich“, unterstreicht Prof. Rudert. Vor der Anschaffung des Magnetom Avanto fit waren die organisatorischen Hürden für Absprachen zwischen den „behandelnden Orthopäden“ und den „klinischen Radiologen “ viel höher. Schließlich mussten Prof. Rudert und seine Kollegen ihre ambulanten Patienten zu niedergelassenen Radiologen oder an ein Krankenhaus mit Radiologie-Fachabteilung überweisen. Stationäre Patienten mussten für eine MRT-Untersuchung aus dem KLH ans UKW und wieder zurückgebracht werden.
Ein weiterer Ausdruck für die jetzt mögliche fruchtbare Zusammenarbeit ist auch ein in den vergangenen Wochen aus der Praxis heraus angestoßenes, gemeinsames Forschungsprojekt von UKW und KLH, bei dem es um Verbesserungen der kontrastmittelgestützten Darstellung des Schultergelenks im MRT geht.

Schnellere Terminvergabe in der Ambulanz

Ein für die KLH-Patienten besonders spürbarer Pluspunkt ist die mit dem MRT im eigenen Haus machbare, zügige Terminvergabe. „Wir können jetzt die MRT-Diagnostik sehr effizient mit unserem Sprechstundensystem eintakten. Für die ambulanten Patienten bedeutet dies, dass sie in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen eine MRT-Untersuchung bei uns bekommen können“, freut sich Prof. Rudert.

Ein Baustein im sportmedizinischen Angebot des König-Ludwig-Hauses

Die durch die Kooperation gewonnenen MRT-Kapazitäten passen auch sehr gut zum sich immer weiter ausdehnenden sportmedizinischen Angebot des König-Ludwig-Hauses. „Wir haben Kompetenzen in der medizinischen Betreuung von Sportlerinnen und Sportlern aus vielerlei Disziplinen. Für unterschiedliche Mannschaften und Individualsportler im Rahmen der sportmedizinischen Betreuung im König-Ludwig-Haus bieten wir nun ein Komplettpaket aus Diagnostik, konservativer und operativer Behandlung sowie Nachsorge und Kontrolle an“, umreißt Prof. Rudert. MRT-Untersuchungen sind gerade im Leistungssport, beispielsweise in der Betreuung der Bundesligahandballer der Rimpar Wölfe, ein unverzichtbares Mittel für schnelle und präzise Diagnosen. Schließlich sind bei dieser Zielgruppe genaue Aussagen über den Zustand des Bewegungsapparates sowie verlässliche Heilungsprognosen besonders wichtig.

Fallbeispiel: Der Turner Julius Rabenstein

Einer der Athleten, die schon die Vorteile des neuen MRT am KLH nutzen konnten, ist Julius Rabenstein. Der 20-jährige gebürtige Ochsenfurter turnt mit dem TSV Monheim in der 1. Bundesliga und arbeitet derzeit an seinem Aufstieg in die Deutsche Turner-Nationalmannschaft. Seit etwa zwei Jahren ist das König-Ludwig-Haus die Orthopädische Klinik seines Vertrauens. In diesem Zeitraum waren bei ihm schon fünf MRT-Untersuchungen nötig. „Zum Glück ging es dabei nur um kleinere Gesundheitsprobleme, die bei meiner Sportart einfach dazugehören“, berichtet der Turner. Dennoch sei es auch hier nötig gewesen, durch eine professionelle Diagnostik abzuklären, ob muskuloskelettal etwas ernsthaft geschädigt ist.
„Schon vor der Lösung mit dem neuen Gerät konnten mir die KLH-Ärzte immer vergleichsweise schnell MRT-Termine organisieren. Jetzt ist eine Untersuchung sogar noch am selben Tag möglich“, freut sich Julius Rabenstein.
Erst vor Kurzem erlebte er erneut, wie wertvoll eine MRT-Untersuchung sein kann. Ein Arzt an seinem Sportinternatsort Chemnitz riet ihm – ohne MRT-Bildinformationen – bei einem Schulterproblem zu einer sofortigen Operation. Bei einer anschließenden vollständigen Untersuchung inklusive MRT erkannten die KLH-Experten jedoch, dass das Problem auch konservativ zu lösen ist. „Ich habe die Schulter innerhalb weniger Wochen mit Physiotherapie wieder hinbekommen. Dazu musste ich noch nicht mal eine Trainingspause einlegen, während mich eine Operation für Monate aus dem Training genommen hätte“, schildert der leistungsorientierte junge Mann. Generell schätzt er am König-Ludwig-Haus die fundierte Diagnostik und den freundlichen Umgang. Rabenstein: „Neben den MRT-Bildern wird immer auch der Patient selbst in den Blick genommen. So kommen die Ärztinnen und Ärzte des KLH zu individuell sinnvollen Therapieangeboten.“

Magnetresonanztomografie
Bei der Magnetresonanztomografie – auch Kernspintomografie genannt – wird ein sehr starkes Magnetfeld erzeugt. Dieses ist maßgeblich für die Auflösung der erzeugten Schnittbilder. Die magnetische Flussdichte wird in Tesla angegeben. Ein Tesla entspricht etwa der 20.000-fachen Stärke des Erdmagnetfeldes. Die Magnetresonanztomografie ist vor allem für die Darstellung von Weichteilen und Organen geeignet. Im Gegensatz zur Computertomografie, die mit Röntgenstrahlen arbeitet, birgt sie keine Strahlenbelastung.

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