Aktuelle Pressemitteilungen

Digitaler Infoabend zu Schilddrüsenerkrankungen

Würzburg. Am Mittwoch, den 20. Juli 2022, informiert ein dreiköpfiges Expertenteam des Uniklinikums Würzburg in einem Webinar über die Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

 

Die Schilddrüse beeinflusst entscheidend das Herz-Kreislaufsystem, die Verdauung, den Stoffwechsel, die Nerven und das Gehirn. Wenn die wichtige Steuerzentrale nicht richtig funktioniert, kann dies viele Gesundheitsprobleme auslösen. In Deutschland werden jedes Jahr rund 70.000 Menschen an der Schilddrüse operiert, etwa 60.000 Patientinnen und Patienten erhalten eine Radioiodtherapie. In den meisten Fällen ist es jedoch auch möglich, von der Schilddrüse verursachte Beschwerden mit Medikamenten effektiv zu behandeln. 

Woran man eine Über- oder Unterfunktion erkennt und wie groß die Palette der Behandlungsmöglichkeiten ist, erfahren Interessierte bei einem kostenlosen Webinar des Uniklinikums Würzburg (UKW) am Mittwoch, den 20. Juli 2022. Als Vortragende bringen eine Expertin und zwei Experten des Klinikums ihre jeweils fachspezifischen Kenntnisse ein: Prof. Dr. Stefanie Hahner, die Stellvertretende Leiterin der Endokrinologie, Prof. Dr. Andreas Buck, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, sowie Prof. Dr. Nicolas Schlegel, der Leiter der Endokrinen Chirurgie.

Die vom UKW und der Mediengruppe Main-Post gemeinsam organisierte Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr und nutzt die Plattform Zoom. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. Wichtig – auch für die Übermittlung der Zugangsdaten – ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6001 oder unter http://akademie.mainpost.de.  

Chester Bennington-Gedächtniskonzert trägt zur Entstigmatisierung von Depressionen bei

Am 23. Juli dieses Jahres erinnert ein Gedächtniskonzert in der Posthalle Würzburg an Chester Bennington. Der ehemalige Frontmann der US-amerikanischen Rockband Linkin Park litt an Depressionen und nahm sich vor fünf Jahren das Leben. Die Veranstaltung mit der Tribute Band One Step Closer soll neben dem Musikgenuss auch der Entstigmatisierung der psychischen Erkrankung dienen.

Die schwersten Folgen einer Depression sind Suizidversuche und Suizide. „Auch wenn in Deutschland die Zahlen der Suizidopfer durch verschiedene präventive Anstrengungen zurückgehen, ist dies immer noch ein hochrelevantes Problem. Insbesondere von Depression und Suizidgedanken betroffene Männer haben Schwierigkeiten, sich Hilfe zu suchen“, weiß Prof. Dr. Sarah Kittel-Schneider. Die Stellvertretende Direktorin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Uniklinikums Würzburg leitet die Würzburger Regionalgruppe des Deutschen Bündnisses gegen Depression. Um es für Betroffene leichter zu machen, sollte nach ihrer Auffassung mehr über das Thema gesprochen werden. Daher unterstützt das Bündnis gegen Depression One Step Closer, eine Tribute Band der US-amerikanischen Rockformation Linkin Park. Deren ehemaliger Sänger, Chester Bennington, litt an Depressionen und nahm sich vor fünf Jahren das Leben. Am 23. Juli 2022 findet aus diesem Anlass in der Posthalle Würzburg zu seinen Ehren ein Gedächtniskonzert mit One Step Closer statt. „Neben dem Musikgenuss soll die Veranstaltung auch zur Entstigmatisierung von depressiven Erkrankungen und deren Folgen beitragen“, schildert Prof. Kittel-Schneider. Als Duettpartnerin wird auch Viola, die Aschaffenburger Sängerin und Schirmherrin des Bündnisses gegen Depression, bei dem Konzert einen Auftritt haben. 

Karten gibt es unter https://posthalle.de.    

Neuigkeiten aus dem Bereich Personal - wir gratulieren

Dr. Martin J. Lohse, Professor am Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Geschäftsführer des ISAR Bioscience Instituts in Planegg bei München, wurde von der University of Glasgow mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Am 15. Juni 2022 verlieh die Universität Ehrendoktorwürden an Empfänger aus ganz Europa in Anerkennung ihrer Leistungen in Politik, Kunst und Wissenschaft.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 05.07.2022

Neuigkeiten aus dem Bereich Personal - wir gratulieren

Dr. Leo Rasche, Oberarzt, Medizinische Klinik und Poliklinik II, wurde mit Wirkung vom 21.06.2022 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet Innere Medizin erteilt.

Dr. Michael Schuhmann, Leiter des diagnostischen Labors der Neurologischen Klinik und Poliklinik, wurde mit Wirkung vom 21.06.2022 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet Neuroimmunologie erteilt.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 05.07.2022

 

 

Lungenkrebs ist mit 2,2 Millionen Neuerkrankungen und rund 1,8 Millionen Todesfällen allein im Jahr 2020 die häufigste Krebserkrankung der Welt. Zwar hat sich das Wissen über die Krankheit erheblich verbessert, und mit neuen therapeutischen Strategien kann das Leben von zuvor unheilbaren Patientinnen und Patienten verlängert werden. Doch die Zahlen zeigen deutlich, dass die Sterblichkeitsrate immer noch viel zu hoch ist.

Um die Zahl der Todesfälle bei dieser Tumorart weiter zu senken, sind neuartige und verbesserte Behandlungen erforderlich. Ein Würzburger Forschungsteam konzentriert sich dabei auf die Strahlentherapie. Diese ist in Kombination mit der Chemotherapie nach wie vor einer der wichtigsten Behandlungsansätze. Das gilt besonders für nichtkleinzellige Lungentumore im Spätstadium, bei denen die Therapiemöglichkeiten eher begrenzt sind.

PTEN-Mutation eignet sich als Biomarker

Bei diesem Typ von Lungentumoren kann die Strahlentherapie wirkungslos bleiben. Das liegt am Zusammenspiel einer häufigen, spezifischen Mutation im PTEN-Gen mit dem DNA-Reparaturenzym ATM, wie das Würzburger Team herausgefunden hat.

Lungentumore, in denen diese Mutation auftritt, lassen sich aber therapeutisch beeinflussen. Mit zwei experimentellen Hemmstoffen gelang es den Forschenden, das DNA-Reparaturenzym in den Tumorzellen zu blockieren. Als Folge davon wurden die Tumore wieder empfindlich gegen die Bestrahlung und ließen sich in Tumormodellen abtöten.

Hemmstoffe in der präklinischen Testung

„Solche Hemmstoffe sind für den Einsatz am Menschen noch nicht zugelassen, befinden sich aber in der klinischen Testphase“, erklärt Krebsforscher Dr. Markus Diefenbacher vom Biozentrum der Universität Würzburg. Sein Team hat die neuen Erkenntnisse gemeinsam mit einer Gruppe um den Strahlentherapeuten Dr. Thomas Fischer aus der Arbeitsgruppe von Professor Michael Flentje vom Universitätsklinikum Würzburg im Journal Cell and Bioscience veröffentlicht.

Falls die Hemmstoffe die klinischen Tests bestehen, bieten sie eine neue Chance: Die PTEN-Mutation eignet sich als Biomarker, der eine Bestrahlungsresistenz des Tumors anzeigt. Mit entsprechenden Analysen könnte man gezielt Patienten und Patientinnen identifizieren, die womöglich von einer Kombination aus Hemmstoff und Strahlentherapie profitieren. Das könnte sich schnell realisieren lassen: Schon jetzt werden Erkrankte mit nichtkleinzelligem Lungenkrebs routinemäßig auf PTEN und andere krankheitsrelevante Mutationen untersucht.

Fokus auf Verringerung der Strahlendosis

Gegenwärtig befassen sich mehrere klinische Studien mit den Auswirkungen von PTEN und ATM auf die Therapieergebnisse. „Wir sind zuversichtlich, dass unsere neuen Erkenntnisse großes Interesse daran wecken werden, diese innovative Strategie für die Therapie der nichtkleinzelligen Lungentumore weiter zu verfolgen“, sagt Professor Michael Flentje.

Die Strahlentherapie ist eine Hauptstütze bei der Behandlung von Tumoren der Atemwege und anderer Organe im Spätstadium. Das Würzburger Team erforscht darum weiterhin neue Strategien und Zielmoleküle. Dabei liegt ein Fokus darauf, die Strahlendosis so zu verringern, dass sich der gewünschte therapeutische Erfolg noch einstellt und gleichzeitig das gesunde Gewebe um den Tumor herum so weit wie möglich geschont wird.

Publikation

Fischer, T., Hartmann, O., Reissland, M. et al. PTEN mutant non-small cell lung cancer require ATM to suppress pro-apoptotic signalling and evade radiotherapy. Cell Biosci 12, 50 (27. April 2022). https://doi.org/10.1186/s13578-022-00778-7 

Förderer der Arbeit

Diese Forschungsarbeit wurde finanziell gefördert von der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der German-Israeli Foundation und dem Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung Würzburg.

Kooperationspartner

Die Ergebnisse stammen von einem Team aus klinischer Forschung, Biochemie, Biologie, Strahlentherapie und Chirurgie. Unter der Leitung der translationalen Forschungsgruppe von Dr. Markus E. Diefenbacher und der Radio-Onkologie-Gruppe von Professor Michael Flentje haben Mitarbeiter aus der Würzburger Pathologie (Dr. Gerhard-Hartmann und Dr. Mathias Rosenfeldt), dem Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart (Professor Hans-Georg Kopp), vom Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für klinische Pharmakologie Stuttgart (PD Dr. Frank Essmann) und vom Institut für Biochemie II der Goethe-Universität Frankfurt (Dr. Christian Münch) die Arbeit maßgeblich unterstützt.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 05.07.2022

 

Dem Zytomegalievirus auf der Spur

Fortsetzung für ein erfolgreiches Projekt: Eine Forschungsgruppe, die das Zytomegalievirus untersucht, wird für weitere drei Jahre mit 3,9 Millionen Euro gefördert.

Neue diagnostische, prophylaktische und therapeutische Ansätze gegen Zytomegalieviren erarbeiten: Mit diesem Ziel ging 2019 eine international zusammengesetzte Forschungsgruppe an den Start. Ihr Sprecher ist der Virologe Professor Lars Dölken von der Universität Würzburg. In den ersten drei Jahren erhielt die Gruppe 3,4 Millionen Euro Fördermittel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

„Wir freuen uns sehr, dass die Zwischenbegutachtung durch die DFG so positiv verlaufen ist, dass unsere Arbeit noch einmal für drei Jahre gefördert wird“, freut sich Lars Dölken. Die DFG stellt für die zweite Arbeitsphase 3,9 Millionen Euro bereit; davon sind 1,8 Millionen für den Standort Würzburg vorgesehen.

Beteiligt sind außerdem Forschende aus Freiburg, Hannover, Braunschweig und Rijeka (Kroatien). Die Fördermittel der DFG fließen unter anderem in drei Stellen für Postdocs und in zwölf Stellen für Promovierende.

Zytomegalieviren – eine schlafende Gefahr

In Deutschland ist knapp die Hälfte der Bevölkerung mit dem Humanen Zytomegalievirus (HCMV) infiziert. In anderen Ländern der Erde trifft das auf bis zu 90 Prozent der Menschen zu. Zur Infektion kommt es meistens im Kleinkindalter. Nennenswerte Krankheitssymptome treten dabei nur sehr selten auf – und wenn doch, zeigen sich in der Regel grippeartige Symptome, Fieber und Lymphknotenschwellungen.

Nach der Erstinfektion bleibt HCMV lebenslang latent im Körper. Solange das Immunsystem fit ist, passiert nichts. Wird es aber stark gehemmt oder sogar ausgeschaltet, kommt es häufig zu lebensbedrohlichen Reaktivierungen des Virus. Das passiert besonders oft bei Personen, deren Immunsystem nach einer Organtransplantation unterdrückt werden muss, sowie bei Krebskranken mit Lymphomen oder Leukämien, die eine Stammzell-Transplantation erhalten haben.

Das Forschungsprogramm der Gruppe

Wie das Virus dem Immunsystem entkommt, wie die körpereigene Abwehr auf das Virus reagiert: Das untersucht die Forschungsgruppe sowohl für HCMV als auch in dessen Mausmodell, dem murinen Zytomegalievirus (MCMV). Dabei konzentrierte sie sich auf das Spannungsfeld zwischen infizierten Zellen, Antigen-präsentierenden Zellen (APCs), T-Zellen und natürlichen Killerzellen (NK Zellen).

In der zweiten Förderphase wird die Gruppe einen größeren Fokus auf HCMV legen. Die Brücke zur klinischen Anwendung bilden dabei ein Team um den Würzburger Krebsexperten Professor Hermann Einsele, Leiter der Medizinischen Universitätsklinik II, sowie weitere klinische Teams aus Freiburg und Hannover.

Über DFG-Forschungsgruppen

Mit dem Förderinstrument der Forschungsgruppen will es die DFG Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen, sich aktuellen und drängenden Fragen ihrer Fachgebiete zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Insgesamt fördert die DFG zurzeit 174 Forschungsgruppen, 14 Klinische Forschungsgruppen und 16 Kolleg-Forschungsgruppen. Letztere sind speziell auf geistes- und sozialwissenschaftliche Arbeitsformen zugeschnitten.

Kontakt

Prof. Dr. Lars Dölken, Lehrstuhl für Virologie, Universität Würzburg, T +49 931 31-88185, lars.doelken@ uni-wuerzburg.de   

Webseite der Forschungsgruppe

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 05.07.2022

Würzburger Universitäts-Kinderklinik: Neues Kursangebot für Eltern von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen

Nach einer Frühgeburt oder bei einem kranken Neugeborenen kann der Start ins Familienleben eine besondere Herausforderung sein. Mit einem neuen, kostenlosen Kursangebot will die Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg den Eltern hilfreiche Informationen an die Hand geben und ihnen den Rücken stärken.

Raketenstart ins Familienleben – so heißt ein neues Kursprogramm an der Würzburger Universitäts-Kinderklinik. Zielgruppe sind die Eltern von Frühgeborenen oder kranken Neugeborenen. „Ein vergleichsweise langer Klinikaufenthalt, die speziellen Bedürfnisse der Kinder sowie die Sorge um deren Gesundheit und Entwicklung zählen zu den besonderen Herausforderungen, denen sich viele dieser Familien stellen müssen“, schildert Klinikdirektor Prof. Dr. Christoph Härtel und fährt fort: „Um ihnen in dieser Situation gezielt unter die Arme zu greifen, hat unser Elternberatungsteam ein innovatives Schulungs- und Kommunikationsangebot entwickelt.“ 

Sechs eigenständige Module

Das kostenlose Kursprogramm besteht aus sechs inhaltlich eigenständigen Modulen, die unabhängig voneinander besucht werden können. Sie widmen sich Fragen wie: Wie sieht die Erlebniswelt eines Frühgeborenen aus? Wie kann ich mein Kind in seiner Entwicklung unterstützen? Was ist bei der Ernährung zu beachten? Was tue ich zuhause bei gesundheitlichen Problemen – vom ersten Schnupfen bis zur Ersten Hilfe? Wie finde ich für mich selbst in einer anstrengenden Zeit Zugang zu kraftspendenden Ressourcen? 

Laut Prof. Härtel kam bei der Zusammenstellung der Kursinhalte die interdisziplinäre Struktur des Elternberatungsteams voll zum Tragen. Während die Initiative von hoch engagierten Pflegekräften ausging, gehören dem Team neben Kinderärztinnen und -ärzten auch Expertinnen und Experten der Physiotherapie, Seelsorge, Psychologie und Sozialpädagogik an. Die Gestaltung der Themen wurde zudem von betroffenen Eltern maßgeblich unterstützt. „Raketenstart ins Familienleben ergänzt unser entwicklungsförderndes Behandlungskonzept, zu dem ansonsten Anleitungen während der Pflege der Kinder und individuelle Einzelschulungen, wie zum Beispiel die Badeanleitung, gehören“, erläutert Regina Thoma, die als stellvertretende Stationsleitung der Kinderintensivstation und Pflegewissenschaftlerin Teil des Elternberatungsteams ist.

Möglichkeit zum Austausch mit anderen Eltern

Bei den rund einstündigen Treffen wechseln sich Lerneinheiten und interaktive Elemente ab. Da es sich um Gruppenschulungen handelt, besteht immer auch die Möglichkeit, sich mit anderen Eltern in einer ähnlichen Lebenssituation auszutauschen.

Die Kursmodule werden in einem regelmäßig wiederkehrenden Intervall angeboten. Sie finden mit Ausnahme von Feiertagen immer donnerstags um 13:00 Uhr im Konferenzraum der Seelsorge im dritten Stock der Universitäts-Frauenklinik an der Josef-Schneider-Straße statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Das Programm gibt es unter www.ukw.de/kinderklinik bzw. unter www.ukw.de/kinderklinik/stationaere-behandlung/raketenstart-ins-familienleben/