Aktuelle Pressemitteilungen

Summer School „Planetary Health“

„Gesundheit der Menschen ist untrennbar mit der Gesundheit des Planeten Erde verbunden“

Die Arbeitsgruppe „Klima und Planetare Gesundheit“ der Universitätsmedizin Würzburg untersucht und lehrt mit Projektpartnerinnen und Partnern aus Tansania und Kenia im SOPHEA-Projekt die zunehmenden Klima- und Umweltveränderungen und ihre Wechselwirkungen mit der Gesundheit und entwickelt Handlungsoptionen. Interessierte können via Zoom an ausgewählten Seminaren der Summer School teilnehmen.

Würzburg. Vom 7. bis zum 16. Oktober 2022 werden am Universitätsklinikum Würzburg mehr als 30 Teilnehmende aus Ostafrika und Europa zusammenkommen und gemeinsam Lösungen für die Eindämmung der größten Gesundheitsbedrohung des Jahrhunderts erarbeiten: den Klimawandel. Perspektiven werden ausgetauscht und verschiedene globale und lokale Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel erkundet. Ernährung, biologische Vielfalt, Landwirtschaft, Mobilität, nachhaltige Gesundheitsversorgung, Wärme- und Stadtplanung, Ethik – all diese Themen sehen in Ghana, Nigeria, Ruanda und Tansania ganz anders aus als in Deutschland, Großbritannien, Polen oder der Slowakei. „Trotz der geografischen Unterschiede können kreative Lösungen durch transdisziplinäre und transformative Zusammenarbeit gefunden werden, die für Afrika und Europa relevant sind“, ist sich die Koordinatorin der Summer School, Dr. med. Eva-Maria Schwienhorst-Stich, sicher.

Ziel ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu helfen, Wissen, Einstellungen, Fertigkeiten und Selbstvertrauen zu erwerben und weiterentwickeln und sie dazu befähigen, Akteure des Wandels zu werden und eigene Projekte zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit planen und umzusetzen. „Wo immer sie studieren, arbeiten oder leben, können sie sich für planetare Gesundheit einsetzen. Die wissenschaftliche Datenlage unterstreicht die Dringlichkeit zum Handeln auf allen Ebenen“, bringt es Eva-Maria Schwienhorst-Stich auf den Punkt.

Die Vorträge am Mittwoch-, Donnerstag- und Freitagnachmittag (12. bis 14. Oktober) der Summer School finden online über Zoom statt und sind für alle Interessierten offen: https://www.med.uni-wuerzburg.de/planetaregesundheit/summer-school-planetary-health/programme/ 

SOPHEA - Strengthening One and Planetary Health in Eastern Africa

Die Summer School ist Teil des Projekts SOPHEA, dies steht für Strengthening One and Planetary Health in Eastern Africa und wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von 2022 bis 2025 mit knapp 400.000 Euro gefördert. An SOPHEA beteiligt sind neben der Arbeitsgruppe Klima und Planetare Gesundheit vom Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg und dem Zentrum für Studiengangsmanagement und -entwicklung (ZSME) an der Universität Würzburg, die Catholic University of Health and Allied Sciences (CUHAS) in Mwanza in Tansania und die School of Environmental Sciences at the University of Eldoret in Kenia. Weitere Partner sind die Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) und das Else Kröner Center Würzburg. SOPHEA hat zum Ziel, die zunehmenden Klima- und Umweltveränderungen und ihre Wechselwirkungen mit der Gesundheit zu zu untersuchen, zu lehren und zu konkreten Lösungen beizutragen.

Gesunde Menschen auf einem gesunden Planeten Erde

Der One Health-Ansatz, der schon lange vom BMZ unterstützt wird, basiert auf dem Verständnis, dass die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt eng miteinander zusammenhängen. „Wir sprechen heute auch von den sogenannten triple planetary crises: Klimakrise, Biodiversitätsverlust und Verschmutzung. Bei letzterem ist wiederum die Luftverschmutzung für den Großteil der Todes- und Krankheitsfälle verantwortlich“, mahnt Eva-Maria Schwienhorst-Stich. Die Ärztin mit mehrjähriger klinischer Erfahrung in der Kinderheilkunde und Tropenmedizin hat zuvor die Lehrklinik an der Medizinischen Fakultät Würzburg geleitet. Beim Planetary Health-Ansatz geht es um die planetaren Belastungsgrenzen. Die Menschheit kann langfristig nur existieren, wenn sie die Grenzen nicht überschreitet. Das heißt: Die Gesundheit der Menschen ist untrennbar mit der Gesundheit des Planeten Erde verbunden. Daher seien eben auch vor allem Menschen in Gesundheitsberufen in der Pflicht, hier aktiv zu werden und ihren Teil dazu beizutragen.

Vier Schwerpunkte: Ernährung, Entwicklung der Kinder, Infektionskrankheiten und Krebs

Die Projektpartnerinnen und -partnern hatten vor Antragsstellung in einem gemeinsamen Workshop vier thematische Schwerpunkte festgelegt innerhalb derer die Verbindungen zwischen Klima, Umwelt und Gesundheit bearbeitet werden: Ernährung, Entwicklung der Kinder, Infektionskrankheiten und Tumorerkrankungen. Die Themen basieren auf dem bisherigen Wissensstand der beteiligten Arbeitsgruppen sowie auf gemeinsam identifizierten Forschungslücken und relevanten regionalen Gesundheitsthemen. So gibt es zum Beispiel in der Region des Viktoriasees ein erhöhtes Auftreten verschiedener Krebsarten, und in den Bergbaugebieten ist die Bevölkerung gefährlichen Giften ausgesetzt. Darüber hinaus gibt es komplexe Wechselwirkungen zwischen Änderungen der Landnutzung, Ernährungssicherheit und Infektionskrankheiten.

SOPHEA adressiert damit gleich mehrere der insgesamt 17 Ziele (SDG für Sustainable Development Goal), auf die sich die Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung geeinigt haben. Im SDG3 geht es um die Gesundheit, im SDG4 um Bildung, im SDG14 um Klimaschutz, SDG15 um Leben an Land und im SDG14 um Leben unter Wasser.

Forschung, Lehre und Engagement in den Gemeinden

Im Rahmen von SOPHEA soll Lehre zu Planetary Health in Studiengängen integriert werden und die Themen in verschiedenen Kursen und Veranstaltungen wie etwa der Summer School in Würzburg diskutiert werden. Symposien sollen die Vernetzung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Dozentinnen und Dozenten sowie Studierenden fördern und den Austausch über Forschungsinitiativen erleichtern. Ein wissenschaftlicher Beirat sichert die fachliche Begleitung. Ferner werden Studierende über eigene kleine Forschungsprojekte und mit Reisestipendien in die Projektaktivitäten integriert. Die zahlreichen Zusammenhänge zwischen Klima, Umwelt und Gesundheit sollen zudem auch auf kreative Weise einer breiten Bevölkerung zugänglich gemacht werden.

Ziel von SOPHEA ist es, evidenzbasiertes Wissen kontinuierlich in notwendige Maßnahmen zu überführen. Kommuniziert im Team wird vornehmlich digital, Flugreisen werden auf ein Minimum reduziert Das erhöht nicht nur die Reichweite und Flexibilität der Interaktion, sondern spart auch CO2-Emissionen. „Um unsere Kolleginnen und Kollegen in Afrika zu unterstützen, die aktuellen und zukünftigen Gesundheitsbedrohungen durch die Umweltkrisen in den Griff zu bekommen, müssen wir auch hier in Würzburg, Deutschland und Europa aktiv werden“, so Schwienhorst-Stich. „Wir können das Problem nur gemeinsam lösen. Die Frage lautet: Was sind ganz konkret unsere Handlungsspielräume in unserem Setting?“

Die dreifache Mutter sieht vor allem das Gesundheitswesen in der Pflicht, seinen Ressourcenverbrauch zu überdenken und den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Immerhin sei der Gesundheitssektor für die Produktion von 4,4 Prozent der globalen Treibhausgase wie CO2 verantwortlich und liege damit über den Emissionen des Flugverkehrs und der Schifffahrt. Gute Ansätze brächten hier die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) sowie die Initiative KLIK Green und die Organisation Healthcare without Harm.

Informationen zu den afrikanischen Partnern im SOPHEA-Projekt:

Zu Mwanza pflegt Würzburg bereits eine langjährige Städtepartnerschaft, im Oktober haben die Julius-Maximilians-Universität Würzburg und die Catholic University of Health and Allied Sciences (CUHAS) in Mwanza ein Abkommen unterzeichnet, dass den Medizin-Studierenden einen Erfahrungsaustausch ihm Rahmen eines klinischen Praktikums ermöglicht. Darüber hinaus wurden zahlreiche medizinische und humanitäre Projekte ins Leben gerufen, die seit August 2020 unter dem Dach des neu gegründeten Else Kröner Center (EKC) Würzburg-Mwanza gebündelt und koordiniert werden. Zwischen der Uni Würzburg und der School of Environmental Sciences at the University of Eldoret in Kenia bestand ebenfalls bereits über die globale Planetary Health Alliance, die von der Harvard University aus koordiniert wird, eine gute Zusammenarbeit.

https://www.med.uni-wuerzburg.de/en/planetaregesundheit/home/ 

Um ein tieferes Verständnis von planetarer Gesundheit zu erlangen, empfiehlt das Team von SOPHEA einen Blick in den Abschlussbericht der Lancet Commission on Planetary Health von 2015 und die jährlichen Aktualisierungen des Lancet Countdown on Climate Change and Health.

 

 

 

Personalia vom 4. Oktober 2022 - Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

Prof. Dr. Dr. Manfred Schartl, Seniorprofessor am Lehrstuhl für Entwicklungsbiochemie der Medizinischen Fakultät, wurde in die Europäische Akademie der Wissenschaften, Academia Europaea, aufgenommen. Die Mitgliedschaft wird durch Einladung an europäische Wissenschaftler nach Vorschlag einer Gutachterkommission erworben. Die Academia Europaea ist eine nichtstaatliche Vereinigung, die 1988 gegründet wurde. Ihre Mitglieder haben sich unter anderem das Ziel gesetzt, das Verständnis der Wissenschaften in der Öffentlichkeit zu verbessern und zu fördern.

 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 4. Oktober 2022

Begründer der modernen Medizin

Rudolf Virchow, sein Leben, sein Wirken und seine Jahre in Würzburg stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung, die vom 5. Oktober 2022 an im Lichthof der Neuen Universität zu sehen sein wird.

Rudolf Virchow zählt zu den größten Medizinern der Geschichte. Der 1821 in Pommern geborene Pathologe, Anthropologe und Politiker befasste sich zeitlebens mit der Konstituierung einer humanen Gesellschaft und einer sozialen Medizin, die er auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage stellte. Noch heute wird sein Name in Verbindung gebracht mit bahnbrechenden Erkenntnissen im Bereich der Pathologie und Sozialhygiene.

Weltweit wurde in Fachkreisen sein 200. Geburtstag mit Aufsätzen, Dokumentationen und Vorträgen gefeiert. Da er über 50 Jahre lang an der Berliner Charité wirkte, geraten seine fruchtbaren Würzburger Jahre oftmals an den Rand der Wahrnehmung. Gerade hier jedoch gelangte er auf dem neu eingerichteten Lehrstuhl für Pathologische Anatomie in den 1850er-Jahren zu spektakulären Forschungserfolgen.

Ein Stimmungsbild des 19. Jahrhunderts

Seine so berühmt gewordene „Cellular-Pathologie“, die der Medizin eine völlig neue Richtung vorgab, entwickelte er im Juliusspital. Virchows populäre Lehrveranstaltungen zogen so viele Medizinstudenten nach Würzburg, dass die Fakultät zur medizinischen Hochburg Deutschlands aufstieg.

Eine bilderreiche Ausstellung im Lichthof der Neuen Universität beleuchtet nun das Leben und Wirken eines Mannes, der das 19. Jahrhundert maßgeblich mitgestaltete, aber auch den Menschen hinter seinen Leistungen. Dabei entfaltet sich zugleich ein Stimmungsbild des spannungsgeladenen 19. Jahrhunderts, das durch Industrialisierung, Revolutionen und Kriege, durch wichtige Reformen, Entdeckungen und Erfindungen geprägt war.

In der Dokumentation wird das Leben und Wirken Rudolf Virchows in chronologischer Abfolge beleuchtet, wobei den einzelnen Kapiteln jeweils ein bis zwei Tableaus gewidmet sind. Um von der Person Virchows einen möglichst intensiven Eindruck zu erlauben, kommt der sprachgewaltige Autor selbst häufig in Zitaten und Auszügen aus Briefen und Schriften zu Wort. Für einen plastischen Eindruck sorgen zudem Äußerungen seiner Studenten und Mitstreiter über ihn.

Kuratiert wurde die Ausstellung von der Münchner Diplomdesignerin Martina Kerl.

Zeit und Ort

Die Ausstellung ist vom 5. Oktober bis zum 14. November 2022 zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen im Lichthof der Neuen Universität Würzburg, Sanderring 2. Der Eintritt ist frei.

Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration über das Haus des Deutschen Ostens in München.

 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 4. Oktober 2022

Ab 1. Oktober: FFP2-Maskenpflicht bei Besuchen am UKW

Würzburg. Ab dem 1. Oktober gilt am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) FFP2-Maskenpflicht für Patienten, Besucher und Begleitpersonen ab 14 Jahren auf Basis des aktuellen  Infektionsschutzgesetzes. Auch weiterhin sind nur Besucherinnen und Besucher zugelassen, die einen tagesaktuellen negativen Testnachweis vorlegen können. Mehr Informationen zu den Besuchsregelungen hat das UKW auf seiner Homepage zusammengestellt.

Stimme als Indikator für Herzschwäche

Start des BMBF-geförderten Innovationsprojekts UNISONO zur Entwicklung eines neuartigen Sensorsystems mit KI-gesteuerten stimmlichen Biomarkern für Menschen mit Herzinsuffizienz. Mit UNISONO wollen die Projektpartner Zana, DZHI und Cosinuss° einen wichtigen Beitrag zur effektiveren Behandlung von Herzinsuffizienz, Früherkennung von Dekompensationen und Reduzierung von Krankenhausaufenthalten leisten.

 

Das Bild zeigt einen Sensor im Ohr und Sprechblasen.
Im Projekt UNISONO wird geprüft, wie sich Vitaldaten und Stimme kombinieren lassen und wie die Datenqualität durch einen intelligenten Sprachassistenten verbessert werden kann, um diese als Gesundheitsindikator bei Herzinsuffizienz zu nutzen. © Cosinuss GmbH & Zana Technologies GmbH

Würzburg. Ob Freud oder Leid, Wut, Angst oder Enttäuschung – unsere Gefühle schlagen sich wie die Persönlichkeit auf die Stimme nieder. Auch Krankheiten können hörbar sein. In den vergangenen Jahren ist ein neues Forschungsgebiet entstanden, in dem untersucht wird, wie sich Krankheitsverläufe an Veränderungen der Stimme festmachen lassen und wie sich stimmliche Biomarker in die Gesundheitsversorgung integrieren lassen. Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) am Uniklinikum Würzburg ist an der Entwicklung eines neuartigen Sensorsystems mit durch Künstliche Intelligenz (KI) gesteuerten stimmlichen Biomarkern für Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz beteiligt. Das DZHI liefert die klinische Expertise für das Innovationsprojekt UNISONO während die Cosinuss° GmbH mit ihrem patentierten Ohrsensor die Hardware in das Projekt einbringt. Zana Technologies GmbH koordiniert das Projekt und entwickelt als Anbieter von Konversations- und Sprach-KI-Lösungen für das Gesundheitswesen die neuartige Technologie. Das Projekt wird seit August drei Jahre lang vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 1,248 Mio Euro gefördert.

Wassereinlagerungen können Stimme beeinflussen

„Eine Herzinsuffizienz ist insbesondere durch häufig wiederkehrende Wassereinlagerungen im Körper gekennzeichnet. Betreffen diese sogenannten Ödeme die Stimmlippen und die Lunge, kann sich das auf die Stimme der Betroffenen auswirken“, erklärt Dr. Fabian Kerwagen, Projektleiter von UNISONO am DZHI. Veränderungen in der Stimme könnten sich somit als Frühindikatoren einer beginnenden Dekompensation, also einer Verschlechterung oder ganz allgemein von Veränderungen des Gesundheitszustands der Betroffenen eignen.

Die ersten Stimmanalysen sollen Anfang nächsten Jahres am DZHI und in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am Uniklinikum Würzburg durchgeführt werden. Dazu nehmen die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zunächst über eine mobile Anwendung, App, mehrere Wochen lang ihre Stimme auf, und zwar in verschiedenen Phasen ihrer Erkrankung, angefangen beim stationären Aufenthalt aufgrund einer akuten Dekompensation bis hin zum rekompensierten Zustand.

Stimm-Biomarker für klinische Phänotypisierung mittels Ohr-Sensor

Primäres Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Stimmanalysen mit Hilfe eines Sensors, der am Ohr getragen wird, und vermittels neuer KI-Technologien durchzuführen. Der Cosinuss°-In-Ear-Sensor wird bereits erfolgreich zur Erfassung physiologischer Körpersignale wie Körpertemperatur, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz angewendet. Um eine gleichzeitige Sprachinteraktion zu ermöglichen, soll der Sensor nun um Mikrofon und Lautsprecher erweitert werden. Ein intelligenter Sprachassistent analysiert über Gespräche mit den Nutzerinnen und Nutzern die Stimme. Für die Entwicklung neuartiger Sprach-Biomarker und die digitale Erkennung von Krankheitszuständen entwickelt Zana innovative Methoden, die die bereits bestehende KI-Plattform erweitern.

„Mit UNISONO untersuchen wir, wie sich Sprach- und Vitaldaten kombinieren lassen und wie die Datenqualität durch einen intelligenten Sprachassistenten verbessert werden kann, um sie als Gesundheitsprädiktor bei Herzinsuffizienz zu nutzen“, legt Dr. Julia Hoxha dar, Geschäftsführerin von Zana und koordinierende Projektpartnerin. „Unser Ziel ist es, aus den gesammelten Daten neuartige stimmliche Biomarker für die KI-gestützte klinische Phänotypisierung von Menschen mit Herzinsuffizienz abzuleiten“, fasst Dr. Johannes Kreuzer, Geschäftsführer von Cosinuss°, zusammen.

Großes Potential für Telemonitoring und Prävention bei Herzinsuffizienz

Fabian Kerwagen zufolge haben stimmliche Biomarker ein enormes Potential für die Verbesserung der Patientenversorgung bei Herzinsuffizienz, da sie nicht-invasiv, kostengünstig und einfach zu erheben sind und aus der Ferne beurteilt werden können. „Die Kombination der Patientenstimme mit der am Ohr getragenen Technologie wird eine umfassende digitale Phänotypisierung von Menschen mit Herzinsuffizienz ermöglichen. Das eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten für Telemonitoring und Prävention bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz.“

Herzinsuffizienz, an der fast vier Millionen Menschen in Deutschland leiden, ist hierzulande der Nummer-1-Grund für Krankenhauseinweisungen und mit einer höheren Sterblichkeit verbunden als die meisten Tumorerkrankungen.

www.unisono-projekt.com 

Das Bild zeigt einen Sensor im Ohr und Sprechblasen.
Im Projekt UNISONO wird geprüft, wie sich Vitaldaten und Stimme kombinieren lassen und wie die Datenqualität durch einen intelligenten Sprachassistenten verbessert werden kann, um diese als Gesundheitsindikator bei Herzinsuffizienz zu nutzen. © Cosinuss GmbH & Zana Technologies GmbH

Personalia vom 27. September 2022 - Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

Dr. Sven Flemming, Oberarzt, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie, wurde mit Wirkung vom 06.09.2022 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Chirurgie“ erteilt.

Anja Kurz, Ph.D., Technische Leiterin, Comprehensive Hearing Center, Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen, wurde mit Wirkung vom 31.08.2022 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Experimentelle und klinische Audiologie und Neurootologie“ erteilt.

Gustavo Campos Ramos, Ph.D., wissenschaftlicher Angestellter, Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz, wurde mit Wirkung vom 31.08.2022 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Experimentelle Kardiologie“ erteilt.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 27. September 2022

 

 

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung macht es möglich: Sie fördert den Austausch von Medizin-Studierenden zwischen Würzburg und Mwanza – einer Stadt, die in Tansania am Südufer des Victoriasees liegt. Nun hat die Medizinische Fakultät der Uni Würzburg fünf Neuankömmlinge begrüßt, und zwar Alicia Adiberth, Gloria Kanimba, James Mushi, Glorian Nnko und Faustine Temu.

Die tansanischen Studierenden durchlaufen sieben Wochen lang verschiedene Stationen am Universitätsklinikum. Sie bekommen unter anderem Einblicke in Kardiologie, Nephrologie, Kinderchirurgie und Unfallchirurgie. Außerdem nehmen sie an einer internationalen Summer School zum Thema „Planetary Health“ teil.

Vom Austauschprogramm zum Else Kröner Center

Die Kontakte der Würzburger Universitätsmedizin mit Mwanza sind seit langem etabliert. 2008 startete das Austauschprogramm mit der Catholic University of Health and Allied Sciences und mit dem Bugando Medical Center. 2020 wurde das Programm dann in das neu gegründete Else Kröner Center (EKC) for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies Würzburg-Mwanza eingebettet.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert dieses Zentrum mit 2,5 Millionen Euro. Unter seinem Dach laufen neben dem Austausch von Studierenden, Forschenden und Lehrenden auch gemeinsame Forschungsprojekte und Maßnahmen zur klinischen Fortbildung. Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung in der Region um Mwanza weiter zu verbessern.

Offizielle Begrüßung im Hörsaal

Zu einer kleinen Begrüßungsfeier waren die fünf Studierenden am 19. September 2022 in den Hörsaal des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie eingeladen. Professor Oliver Kurzai, Mitglied im EKC-Direktorium, hieß sie dort willkommen. Er machte die Studierenden unter anderem darauf aufmerksam, dass sie im Rahmen des Else Kröner Centers später auch für Forschungsprojekte nach Würzburg kommen können.

Das können zum Beispiel Projekte sein, die sich mit Antibiotikaresistenzen oder Infektionskrankheiten wie Schistosomiasis befassen. Darüber informierte Dr. Franziska Pietsch, wissenschaftliche Koordinatorin am EKC. Die Schistosomiasis ist eine schwerwiegende Krankheit, die von den Larven des Pärchenegels verursacht wird. Sie ist rund um den Victoriasee weit verbreitet.

In einem Projekt zur Schistosomiasis forscht derzeit beispielsweise Doktorand Nyanda Justine aus Mwanza, der ebenfalls vom EKC gefördert wird. Weitere vom EKC geförderte Promovierende waren bei der Begrüßung dabei, um Fragen der neuen Austausch-Studierenden zu beantworten.

Bilateraler Masterstudiengang in Vorbereitung

Lilly Brandstetter vom Institut für klinische Epidemiologie und Biometrie stellte schließlich den neuen bilateralen Masterstudiengang „Biostatistics and Epidemiology“ vor, den die Würzburger Universitätsmedizin gemeinsam mit ihren Partnern in Mwanza plant.

Abgerundet wurde die Begrüßungsveranstaltung mit Kaffee und Kuchen. Danach trafen sich die Studierenden für eine Stadtführung mit dem Prodekan für Internationalisierung, Professor Jürgen Deckert, vor der Residenz.

Weblink

Else Kröner Center Würzburg-Mwanza: https://www.wuerzburg-mwanza.de/ 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 27. September 2022