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EASi-KIDNEY testet vielversprechenden Meilenstein bei chronischer Nierenerkrankung

INTERNATIONALE STUDIE MIT ALDOSTERON-SYNTHASE-HEMMER (ASI) ALS ERGÄNZUNG ZUM SGLT2-INHIBITOR EMPAGLIFLOZIN

EASi-KIDNEY ist eine neue internationale, multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, die untersucht, ob ein Aldosteron-Synthase-Hemmer in Kombination mit dem SGLT2-Inhibitor Empagliflozin das Fortschreiten einer chronischen Niereninsuffizienz verlangsamen und das Risiko einer Krankenhauseinweisung aufgrund von Herzinsuffizienz oder Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung verringern kann. Weltweit sollen 11.000 Patientinnen und Patienten mit und ohne Typ-2-Diabetes in 450 Kliniken rekrutiert werden. Die deutsche Studienzentrale ist am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) angesiedelt.

Das Studienteam in Würzburg stellt sich vor.
Das Studienteam von EASi-KIDNEY in Würzburg v.l.n.r.: Franziska Scheidemantel (Monitoring), Dr. Marcela Fajardo-Moser (Projektleiterin), Dr. Mirjam von Lucadou (Monitoring), Dr. Tereza Cairns (Prüfärztin), Prof. Dr. Christoph Wanner (Hauptprüfer), Dr. Sharang Ghavampour (Monitoring), Dr. Vladimir Cejka (Prüfarzt), Anja Knoppe (Study-Nurse), Isabell Endrich (Projektkoordinatorin) © Anja Knoppe / UKW

Würzburg. Weltweit leben mehr als 850 Millionen Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung. Die unaufhaltsame Krankheit ist nicht heilbar. Doch dank der Forschung und neuer medikamentöser Therapien kann das Fortschreiten der Erkrankung in vielen Fällen verzögert werden. Ein wichtiger Therapiebaustein, der noch mehr Patientinnen und Patienten noch länger vor der Dialyse und dem endgültigen Versagen von Herz und Nieren bewahren könnte, wird jetzt in der neuen klinischen Studie EASi-KIDNEY geprüft. 

Aldosteron-Synthase-Inhibitor (ASi) zur Senkung des Blutdrucks und Entlastung von Herz und Niere

Im Fokus der internationalen Phase-III-Studie steht ein Aldosteron-Synthase-Inhibitor (ASi) Vicadrostat. Der von Boehringer Ingelheim entwickelte Wirkstoff blockiert die Aktivität eines Enzyms, das für die Produktion des Hormons Aldosteron verantwortlich ist. Durch die Hemmung der Aldosteron-Synthase wird weniger Aldosteron produziert, was dazu führt, dass der Körper weniger Natrium und Wasser speichert und mehr Kalium behält. „Das kann helfen, den Blutdruck zu senken und das Herz sowie die Nieren zu entlasten“, erklärt Prof. Dr. Christoph Wanner, stellvertretender Vorsitzender des EASi-KIDNEY Trial Steering Committee. Christoph Wanner ist Senior Professor sowohl am Department für Klinische Forschung und Epidemiologie des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) als auch am Nuffield Department of Population Health (NDPH) der Clinical Trial Service Unit (CTSU) der Universität Oxford.

Empagliflozin kann Nierenkranke jahrelang vor der Dialyse bewahren und ist Teil von EASi-Kidney

Seit fast 20 Jahren führt Christoph Wanner zusammen mit der Universität Oxford große Studien wie SHARP, REVEAL und EMPA-Kidney durch. In der multizentrischen EMPA-Kidney-Studie bewies das Studienteam bereits eindrucksvoll die Wirksamkeit des SGLT2-Inhibitors Empagliflozin. Die tägliche Einnahme einer Tablette Empagliflozin senkt nicht nur den Blutzucker, sondern kann bei Nierenpatientinnen und -patienten auch eine Verschlechterung der Nierenfunktion oder den Tod durch Herzerkrankungen verhindern, unabhängig davon, ob sie an Diabetes Typ 2 leiden oder nicht. 

Empagliflozin ist deshalb auch Teil der EASi-KIDNEY-Studie. Alle Studienteilnehmenden nehmen einmal täglich 10 mg Empagliflozin ein. Die Hälfte der Teilnehmenden erhält zusätzlich 10 mg des Aldosteron-Synthase-Inhibitor (ASi), die andere Hälfte ein Scheinmedikament (Plazebo). Da es sich um eine doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Studie handelt, wissen weder die Teilnehmenden noch die Behandelnden, wer Vicadrostat erhält.

11.000 Patientinnen und Patienten aus 450 Kliniken weltweit – 50 Kliniken in Deutschland – Studienzentrale ist in Würzburg

450 Kliniken in 18 Ländern sollen insgesamt 11.000 Patientinnen und Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz rekrutieren. Die deutsche Studienzentrale ist am DZHI Würzburg angesiedelt und wird von Dr. Marcela Fajardo-Moser geleitet. Für die Organisation, Koordination und das Monitoring der Investigator-initiierten Studie erhält das Clinical Trial Office am DZHI rund 8 Millionen Euro aus Oxford. „Wir konnten bereits 47 Zentren in Deutschland für die Studie gewinnen, 50 Zentren sind unser Ziel“, sagt Tereza Cairns, Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie am UKW und verantwortlich für das Prüfzentrum in Würzburg. „Voraussetzung für die Teilnahme ist ein gültiges Good Clinical Practice Certificate des medizinischen Personals sowie eine Study Nurse und eine Stellvertretung. Insgesamt wollen wir 1.250 Patientinnen und Patienten mit etablierter chronischer Niereninsuffizienz in Deutschland rekrutieren.“ 

ASi als Ergänzung zu Empagliflozin lieferte vielversprechende Ergebnisse in Phase-II-Studie

Die Ergebnisse der Phase-II-Studie für Vicadrostat, die auf der Kidney Week 2023 der American Society of Nephrology (ASN) vorgestellt wurden, waren vielversprechend. Nach 14-wöchiger Einnahme von Vicadrostat zusätzlich zu Empagliflozin zeigte sich bereits ein signifikanter Rückgang der Albuminurie um bis zu 40 Prozent im Vergleich zum Placebo - das Vorhandensein von Albumin im Urin gilt als Marker für Nierenschäden.

Für Christoph Wanner ist der Aldosteron-Synthase-Inhibitor eine Weiterentwicklung der dritten Therapiesäule zur Stabilisierung der Nierenerkrankung. Während der Aldosteron-Rezeptor-Blocker Finerenon die Wirkung von Aldosteron verhindert, indem er das Hormon an seine Rezeptoren bindet, setzt der Aldosteron-Synthase-Inhibitor früher an, indem er die Produktion von Aldosteron verhindert und das dafür notwendige Enzym blockiert. ASi könnte diese Lücke noch etwas besser schließen.  

Verschiedene Säulen um die Nierenerkrankung eines Tages vollständig zu stoppen

Welche Säulen gibt es bereits? „Wir haben als erste Säule die RAS-Blocker wie etwa die ACE-Hemmer, die das Renin-Angiotensin-System (RAS) hemmen, und dabei helfen, den Blutdruck zu senken, die Herzbelastung zu reduzieren und die Nierenfunktion zu schützen. Die zweite Säule bilden die SGLT-2-Hemmer.“ Die dritte Säule bilden wie oben beschrieben der Aldosteron-Rezeptor-Blocker beziehungsweise der Aldosteron-Synthase-Inhibitor. Als vierte Säule sieht Wanner den Schlankmacher Semaglutid, auch als Abnehmspritze bekannt. Der GLP-1-Rezeptoragonist ahmt die Wirkung des körpereigenen Hormons GLP-1 nach, das eine wichtige Rolle bei der Blutzucker- und Appetitregulation spielt. Das ursprünglich als Antidiabetikum entwickelte Medikament hat neben der Gewichtsabnahme, der Verbesserung der Blutzuckerwerte und der Blutdrucksenkung auch positive Auswirkungen auf Herz und Nieren, wie Studien gezeigt haben. Derzeit ist der Wirkstoff nur für Diabetiker zugelassen, eine Zulassung für Niereninsuffizienz erwartet Wanner im kommenden Jahr. „Wir haben in kurzer Zeit vier Säulen, mit denen wir das Fortschreiten der Krankheit deutlich verzögern können“, sagt Christoph Wanner. Leider sterben immer noch zu viele Patientinnen und Patienten an Komplikationen, Komorbiditäten oder erreichen das Dialysestadium. Es brauche eine Früherkennung und weitere Säulen. Die fünfte könnte Wanner zufolge ein endokriner Rezeptor-Antagonist sein, die sechste ein löslicher Guanylatzyklase-Aktivator. „Wir arbeiten an dem Konzept, um diese Nierenerkrankung eines Tages hoffentlich komplett zum Stillstand zu bringen“, sagt Wanner. Denn es wird wohl nicht bei den 850 Millionen Betroffenen weltweit bleiben. Es wird erwartet, dass die chronische Nierenerkrankung parallel zu Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Adipositas im Alter weiter zunimmt.

Internationale Studienwebseite: https://www.easikidney.org/

Kontakt zum EASi-KIDNEY-Studienteam: 
Clinical Trial Office am
Universitätsklinikum Würzburg
Am Schwarzenberg 15, Haus A15
97078 Würzburg
Telefon: 0931 201-46343
E-Mail: ClinicalTrialOffice@ukw.de

Text: Kirstin Linkamp / UKW 

Zukunft der Gesundheitsfachberufe: Deutsche Hochschulmedizin fordert Akademisierung und interprofessionelle Zusammenarbeit

Für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung setzt die Deutsche Hochschulmedizin (DHM) auf akademische Qualifizierung und interprofessionelle Zusammenarbeit. Auf einem von ihr ausgerichteten Symposium zum Thema Akademisierung von Gesundheitsfachberufen diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, medizinischer Versorgung und Politik über Erfordernisse einer modernen Personalentwicklung.

Die wachsenden Herausforderungen im Gesundheitswesen sowie die steigenden Anforderungen an Gesundheitsfachberufe durch komplexe Versorgungsbedarfe verdeutlichen die Notwendigkeit der interprofessionellen Zusammenarbeit. Auch machen sie moderne Strategien der Personalentwicklung in der Universitätsmedizin unerlässlich. Die DHM setzt sich daher konsequent für die verstärkte Anerkennung und Integration akademisierter Gesundheitsfachberufe mit patientenorientierter Ausrichtung in die klinische Praxis ein. Dies erfordert die Schaffung und Stärkung entsprechender Stellenprofile, die erweiterte heilkundliche Kompetenzen und Verantwortungen sowie eine gezielte Karriereförderung umfassen.

„Die Akademisierung relevanter Teile der Gesundheitsfachberufe ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit“, erklärt Prof. Dr. Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages. „Nur durch eine fundierte Ausbildung können die komplexen Anforderungen der modernen Medizin bewältigt werden. Akademisierte Gesundheitsfachberufe spielen eine zentrale Rolle in der Patientenversorgung und sind ein Schlüssel zu einer nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung. Eine enge Verzahnung zwischen Forschung, Lehre und Praxis, wie sie die Universitätsmedizin bietet, ist dabei unerlässlich.“

„Eine weitgehende Akademisierung der Gesundheitsfachberufe hat das Potenzial, diese aufzuwerten und attraktiver zu machen. Zugleich kann die Anpassung der Berufsbilder an die gestiegene Komplexität eine Qualitätsverbesserung in der Versorgung bewirken. Interprofessionelle Zusammenarbeit und wissenschaftlicher Fortschritt gehen Hand in Hand“, betont Martina Saurin, Vorstandsmitglied des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands.

Mit ihrer einzigartigen Verknüpfung von medizinischer Forschung, Lehre und Patientenversorgung sowie dem Promotionsrecht bietet die Universitätsmedizin das ideale professionsübergreifende Umfeld, um die Entwicklung der Gesundheitsfachberufe hin zu wissenschaftlich forschenden Disziplinen zu fördern. Die DHM unterstützt Vertreterinnen und Vertreter aller Berufsgruppen in ihrem Wunsch nach erfolgreicher interprofessioneller Tätigkeit und will ihnen langfristig verantwortungsvolle Aufgaben in Forschung, Lehre und Patientenversorgung ermöglichen. Damit dies im Sinne einer zukunftssicheren Gesundheitsversorgung gelingt, muss die Akademisierung der Gesundheitsfachberufe mit einer klaren Kompetenzübertragung verbunden sein und darf sich nicht auf die Delegation von Aufgaben beschränken. Deutschland kann in diesem wichtigen Themenfeld von seinen Nachbarländern und weiteren EU-Ländern lernen, in denen die Akademisierung bereits weiter vorangetrieben wurde.

Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) und der Medizinische Fakultätentag (MFT) vertreten die Interessen der 36 Universitätsklinika sowie der 39 Medizinischen Fakultäten in Deutschland. Ihr Dachverband ist die Deutsche Hochschulmedizin e.V. Gemeinsam stehen die Verbände für Spitzenmedizin, erstklassige Forschung sowie die international beachtete Medizinerausbildung und Weiterbildung.


Text: Barbara Ogrinz, Verband der Universitätsklinika Deutschlands

Prof. Dr. Georg Ertl mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
Prof. Dr. Georg Ertl wurde am 28.10.2024 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Übereicht wurde der Verdienstorden durch Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach. Foto: StMGP

Prof. Dr. Georg Ertl, der frühere Ärztliche Direktor des UKW, wurde am 28.10.2024 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland („Bundesverdienstkreuz“) ausgezeichnet. Übereicht wurde der Verdienstorden durch Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach. Mit der Auszeichnung wurde speziell das Wirken von Prof. Ertl bei der Erforschung von Mechanismen und Prävention der Herzinsuffizienz und für die Entwicklung moderner Bildgebungsverfahren des Herzens gewürdigt, so die Ministerin in ihrer Laudatio. Dabei hob sie auch seine Verdienste um die Etablierung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) als einer zentralen Forschungs- und Versorgungseinrichtung hervor. Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird u.a. für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen. Mehr dazu lesen Sie in dieser Mitteilung des Gesundheitsministeriums.

Prof. Dr. Georg Ertl wurde am 28.10.2024 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Übereicht wurde der Verdienstorden durch Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach. Foto: StMGP

Infoabend: Herzschwäche erkennen und behandeln

Im Zusammenhang mit den bundesweiten Herzwochen findet am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) Würzburg am 21. November 2024 für alle Interessierten ein inhaltlich breit aufgestellter Infoabend zum Thema Herzinsuffizienz statt.

Eine Vortragsveranstaltung am 21. November 2024 informiert laienverständlich über diverse Aspekte des Volksleidens Herzinsuffizienz. Bild: UKW

Würzburg. Die Deutsche Herzstiftung widmet ihre diesjährigen bundesweiten Herzwochen zwischen dem 1. und 30. November dem Volksleiden Herzinsuffizienz. Während des Aktionszeitraums sollen möglichst viele Menschen lernen, mit welchen Warnzeichen sich die Herzschwäche bemerkbar macht – und wie man der Erkrankung entgegenwirken kann.

Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) Würzburg und die Medizinische Klinik I des Uniklinikums Würzburg (UKW) nehmen das Motto der Herzwochen „Stärke Dein Herz! Herzschwäche erkennen und behandeln“ auf und laden unter diesem Titel alle Interessierten am Donnerstag, den 21. November 2024 zu einem Informationsabend ein. Bei der kostenlosen Veranstaltung im Hörsaal des DZHI werden in laienverständlichen Kurzvorträgen viele Aspekte rund um die Herzinsuffizienz zur Sprache kommen, wie zum Beispiel Symptome, genetische Faktoren, hilfreiche diagnostische Verfahren, diverse Behandlungsoptionen, Herzunterstützungssysteme und nicht zuletzt auch persönliche Vorbeugemöglichkeiten. Neben Referentinnen und Referenten aus den beiden organisierenden Einrichtungen teilen auch Experten der Klinik für Herz-Thoraxchirurgie des UKW und der Deutschen Herzstiftung ihr Wissen mit den Zuhörerinnen und Zuhörern. Bei einer Publikumsrunde besteht zudem die Chance, kompetente Antworten auf individuelle Fragen zu bekommen.

Der Infoabend findet in Haus A15, Am Schwarzenberg 15 statt und geht von 17:00 bis 19:00 Uhr.Für die Teilnahme ist eine Anmeldung unter E-Mail dzhi@ukw.de unter dem Stichwort „Herzwochen“ wünschenswert.Details zum Vortragsprogramm gibt es unter www.ukw.de/dzhi.

Über die Herzinsuffizienz

Nach Expertenschätzungen haben bis zu vier Millionen Menschen in Deutschland eine chronische Herzinsuffizienz. Obwohl die Zahl der Todesfälle in den vergangenen Jahren abgenommen hat, steigt die Häufigkeit dieser Erkrankung, insbesondere aufgrund der alternden Bevölkerung. Neben dem Vermeiden von Risikofaktoren, die zu Herzschwäche führen können, ist es daher wichtig, die ersten Anzeichen der Erkrankung wie Atemnot und nachlassende Leistungsfähigkeit bei körperlicher Belastung zu kennen und richtig einzuordnen.

 

Text: Pressestelle / UKW

Eine Vortragsveranstaltung am 21. November 2024 informiert laienverständlich über diverse Aspekte des Volksleidens Herzinsuffizienz. Bild: UKW

Hentschel-Preis 2024 an zwei Würzburger Schlaganfallforscher vergeben

Mit Dr. Felipe A. Montellano und Dr. Christoph Vollmuth wurden zwei Wissenschaftler aus der Würzburger Universitätsmedizin für ihre Beiträge zur Schlaganfallforschung mit dem diesjährigen Hentschel-Preis ausgezeichnet.

Die Hentschel-Preisträger 2024 Dr. Felipe A. Montellano (links) und Dr. Christoph Vollmuth (rechts), zusammen mit Günter Hentschel, dem Gründer der gleichnamigen Stiftung.
Die Hentschel-Preisträger 2024 Dr. Felipe A. Montellano (links) und Dr. Christoph Vollmuth (rechts), zusammen mit Günter Hentschel, dem Gründer der gleichnamigen Stiftung. Bild: Michael Schuhmann / UKW

Würzburg. Der bundesweit ausgeschriebene und in Summe mit 5.000 Euro dotierte Hentschel-Preis ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an Dr. Felipe A. Montellano und Dr. Christoph Vollmuth für ihre Arbeiten zur prognostischen Wertigkeit von blutbasierten Biomarkern nach akutem Schlaganfall. Beide Preisträger sind Mitarbeiter der von Prof. Dr. Jens Volkmann geleiteten Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). Dr. Montellano ist zudem am von Prof. Dr. Peter U. Heuschmann geleiteten Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg tätig.

Hinter dem Award steht die Würzburger Hentschel-Stiftung, die seit dem Jahr 2011 jährlich wissenschaftliche Erkenntnisse zur Prävention, Diagnostik oder Therapie des Schlaganfalls auszeichnet. Die Preisverleihung fand am 23. Oktober 2024 im Rahmen des 9. Würzburger Schlaganfallsymposiums statt, einer interdisziplinären Fortbildungsveranstaltung der Neurologischen Klinik des UKW. Gemeinsam mit dem Stiftungsgründer Dipl.-Ing. Günter Hentschel und Prof. Dr. Michael Schuhmann, dem Inhaber der Stiftungsprofessur der Hentschel-Stiftung am UKW, gratulierte Prof. Dr. Karl Georg Häusler, Leitender Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW sowie Organisator des Schlaganfallsymposiums, den Preisträgern sehr herzlich.

Um auch künftig Projekte zum Thema Schlaganfall unterstützen zu können, freut sich die Hentschel-Stiftung Würzburg über Spenden auf das folgende Konto: Kampf dem Schlaganfall, HypoVereinsbank Würzburg, BIC: HYVEDEMM455, IBAN: DE45790200760347390402. Die Stiftung ist vom Finanzamt Würzburg unter der Steuernummer 257/147/00343 als gemeinnützig anerkannt. Zustiftungen und Spenden sind daher steuerlich absetzbar.

 

Text: Pressestelle / UKW

Die Hentschel-Preisträger 2024 Dr. Felipe A. Montellano (links) und Dr. Christoph Vollmuth (rechts), zusammen mit Günter Hentschel, dem Gründer der gleichnamigen Stiftung.
Die Hentschel-Preisträger 2024 Dr. Felipe A. Montellano (links) und Dr. Christoph Vollmuth (rechts), zusammen mit Günter Hentschel, dem Gründer der gleichnamigen Stiftung. Bild: Michael Schuhmann / UKW

Krimis für die Krebsforschung: Autor spendet 5.000 Euro

Bei einer Benefiz-Lesung aus seinem dritten historischen Würzburg-Krimi spendete Prof. Dr. Alexander Meining vom Uniklinikum Würzburg erneut sein Autorenhonorar an die Stiftung „Forschung hilft“.

Prof. Dr. Alexander Meining überreichte einen Spendenscheck über 5.000 Euro an Gabriele Nelkenstock, die Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung „Forschung hilft“.
Prof. Dr. Alexander Meining überreichte einen Spendenscheck über 5.000 Euro an Gabriele Nelkenstock, die Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung „Forschung hilft“. Bild: Angelika Cronauer

Würzburg. Mittlerweile hat die von Prof. Dr. Alexander Meining verfasste Reihe von historischen Würzburg-Krimis drei Bände. Das verkaufsabhängige Autorenhonorar der Bücher spendet der stellvertretende Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) vollständig der Stiftung „Forschung hilft“. Diese fördert besonders hoffnungsvolle Krebsforschungsprojekte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Am 25. Oktober dieses Jahres war wieder „Zahltag“: Wie schon mehrfach in der Vergangenheit überreichte der Freizeitschriftsteller erneut 5.000 Euro an Gabriele Nelkenstock. Die Vorsitzende des Stiftungsrats von „Forschung hilft“ bedankte sich herzlich für die kontinuierliche Unterstützung.

Spendenübergabe nach Benefiz-Lesung

Die Übergabe des symbolischen Riesenschecks fand in einem außergewöhnlichen Rahmen statt. Im Hofkeller der Würzburger Residenz lauschten zuvor über 200 Zuhörerinnen und Zuhörer einer rund einstündigen Lesung von Prof. Meining aus seinem jüngsten Krimi-Band „Die Käppele Verschwörung“. Die rundum gelungene Benefiz-Veranstaltung – ebenfalls zugunsten von „Forschung hilft“ – wurde von vielen Schultern getragen. Der Staatliche Hofkeller Würzburg stellte kostenlos seinen stimmungsvollen Gewölbekeller zur Verfügung und versorgte mit seinem Team die Gäste mit von ihm gesponserten fränkischen Weinen. Begleitet wurden die Schoppen von knusprigen Backwaren, die von der Bäckerei Schmitt ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellt worden waren. Die Gesamtorganisation übernahmen freiwillige Kräfte des UKW und der Stiftung „Forschung hilft“. Dabei konnten sie auf die Unterstützung des Besuchsdienstes „Grüne Damen und Herren“ des Klinikums zählen. Die Fotografin Angelika Cronauer dokumentierte ehrenamtlich den Abend und seine gut gelaunten Teilnehmenden. Wer wollte, konnte sich an einem Stand der Buchhandlung Hugendubel direkt vor Ort mit signierten Bänden der Krimi-Reihe eindecken.

Über die Stiftung

„Forschung hilft“ schüttet ihre finanziellen Mittel in etwa jährlichem Abstand über Förderpreise aus. Seit der Gründung der Stiftung im Jahre 2017 unterstützte sie so bislang 49 wissenschaftliche Projekte. Dabei wurden knapp 679.000 Euro in den Kampf gegen eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit investiert.

Wer die Krebsforschung in Würzburg auch in Zukunft unterstützen will, ist nicht nur eingeladen, die historischen Krimis zu kaufen, sondern auch eine Spende auf das Konto Stiftung „Forschung hilft“ zu überweisen:

Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN DE19 7905 0000 0000 0655 65
BIC: BYLADEM1SWU

Text: Pressestelle / UKW

 

Impressionen von der Benefizlesung im Hofkeller sehen Sie HIER
Fotos Angelika Cronauer

 

Prof. Dr. Alexander Meining überreichte einen Spendenscheck über 5.000 Euro an Gabriele Nelkenstock, die Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung „Forschung hilft“.
Prof. Dr. Alexander Meining überreichte einen Spendenscheck über 5.000 Euro an Gabriele Nelkenstock, die Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung „Forschung hilft“. Bild: Angelika Cronauer

Informationsveranstaltung am Weltpankreaskrebstag

Anlässlich des Weltpankreaskrebstags am 21. November 2024 organisiert das Uniklinikum Würzburg in Kooperation mit der Selbsthilfegruppe für Bauchspeicheldrüsenerkrankte Würzburg (AdP e.V. Regionalgruppe Würzburg) und dem Klinikum Würzburg Mitte eine breit angelegte Vortragsveranstaltung für Betroffene, deren Angehörige und alle weiteren Interessierten.

Das Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg wird violett beleuchtet.
ZOM_violett.jpg, © Annika Wolf / UKW Wie hier beim letztjährigen Weltpankreaskrebstag wird das Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg auch am 21. November 2024 wieder violett beleuchtet.

Würzburg. Bauchspeicheldrüsenkrebs hat eine der niedrigsten Überlebensraten aller onkologischen Erkrankungen. Um für mehr Aufmerksamkeit für die schwere Krankheit zu werben, veranstaltet die World Pancreas Cancer Coalition jährlich den Weltpankreaskrebstag. Rund um den Globus nehmen Krankenhäuser, Selbsthilfegruppen und Forschungseinrichtungen an dem Aktionstag teil. Bei der diesjährigen Neuauflage am Donnerstag, den 21. November ist auch das Uniklinikum Würzburg (UKW) wieder dabei – diesmal mit einer umfassenden Informationsveranstaltung. Als Partner fungieren das Klinikum Würzburg Mitte und die Selbsthilfegruppe für Bauchspeicheldrüsenerkrankte Würzburg (AdP e.V. Regionalgruppe Würzburg). 
Gemeinsam bieten sie ab 15:00 Uhr im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin des UKW an der Oberdürrbacher Straße eine Reihe von Vorträgen an, die sich an Patientinnen und Patienten, deren Angehörige und alle sonstig Interessierten wenden. Expertinnen und Experten der beiden Krankenhäuser beleuchten dabei laienverständlich Aspekte wie Früherkennung, aktuelle operative und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten sowie komplementärmedizinische Angebote. Im Sinne der Psychoonkologie werden auch die Belastungen und Unterstützungsmöglichkeiten der Angehörigen in den Blick genommen. 
Das für seine Selbsthilfefreundlichkeit ausgezeichnete UKW gibt zudem gerne der Selbsthilfegruppe für Bauchspeicheldrüsenerkrankte Würzburg ein Forum, um ihre Leistungen in der Aufklärungsarbeit und bei der Unterstützung von Erkrankten zu präsentieren. Sie wird speziell die Möglichkeiten zur Früherkennungen aufzeigen –  in einem Vortrag und an einem Infostand in der Magistrale des ZOM.
Die kostenlose und ohne Anmeldung zu besuchende Veranstaltung endet gegen 19:00 Uhr. Das ausführliche Programm findet sich auf der Homepage des Uniklinikums unter www.ukw.de in der Rubrik „Veranstaltungen“.

Klinikumsgebäude erstrahlen in violettem Licht

Um auch nach außen mit einem weithin sichtbaren Zeichen für mehr Aufmerksamkeit für die schwere Krankheit zu sorgen, taucht das Würzburger Universitätsklinikum am Aktionstag nach Einbruch der Dunkelheit sein Zentrum für Operative Medizin in violettes Licht.

Über die Behandlungsoptionen bei Pankreaskrebs

Etwa ein Drittel der lokalisierten – das heißt noch nicht fernmetastasierten – Pankreaskrebsfälle können durch eine Kombination aus Chemotherapie und Operation geheilt werden. 
Operationen an der Bauchspeicheldrüse sind kompliziert. Der Eingriff sollte am besten in Kliniken mit diesbezüglich hohen Fallzahlen und somit großem Erfahrungsschatz stattfinden. Das UKW gehört zu den Krankenhäusern, die im deutschlandweiten Vergleich die meisten Bauchspeicheldrüsenoperationen durchführen.
Ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten, können durch eine individualisierte Chemotherapie tumorbedingte Symptome und Komplikationen vermieden oder zumindest gelindert werden. In vielen Fällen lässt sich dabei auch die Überlebensdauer relevant verlängern. 
Was die Entwicklung neuer Behandlungswege angeht, gibt es für bestimmte Subgruppen von Bauchspeicheldrüsenkrebs innovative, zielgerichtete Immuntherapie-Ansätze.

Text: Pressestelle / UKW
 

Das Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg wird violett beleuchtet.
ZOM_violett.jpg, © Annika Wolf / UKW Wie hier beim letztjährigen Weltpankreaskrebstag wird das Zentrum für Operative Medizin des Uniklinikums Würzburg auch am 21. November 2024 wieder violett beleuchtet.