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Am Uniklinikum Würzburg mitentwickeltes Anti-Leukämiemedikament besonders wirksam bei minimaler Resterkrankung

Eine kürzlich veröffentlichte Studie kombinierte hochpräzise Krebsdiagnostik auf molekularer Ebene mit dem zukunftsweisenden Immuntherapeutikum Blinatumomab. Es zeigte sich, dass die Behandlung mit dem am Uniklinikum Würzburg maßgeblich mitentwickelten Medikament in einem sehr frühen Rezidiv-Stadium das Überleben von Patienten mit Akuter Lymphatischer Leukämie deutlich verbessert. Geleitet wurde die europaweite, multizentrische Studie unter anderem von Prof. Dr. Ralf Bargou, dem Direktor des am UKW angesiedelten Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken.

Ende Januar dieses Jahres erschien in der Fachzeitschrift Blood der US-amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie die Publikation zu einer Studie, bei der Patienten mit einer minimalen Resterkrankung von Akuter Lymphatischer Leukämie erfolgreich mit dem Antikörper-Medikament Blinatumomab behandelt wurden. Hier die Hintergründe und Details.

Über die Krankheit und ihre bisherige Behandlung

Die Akute Lymphatische Leukämie (ALL) ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems (Blutkrebs), bei der eine frühe Vorstufe der Lymphozyten entartet und sich unkontrolliert vermehrt. Lymphozyten sind weiße Blutkörperchen und Teil des Immunsystems. Ihre Vermehrung und Erneuerung ist bei gesunden Menschen strikt reguliert. Bei der ALL ist dieser Prozess außer Kontrolle geraten.
Nach dem klassischen Behandlungspfad erhalten die Patienten nach der Erstdiagnose eine so genannte Induktions-Chemotherapie, deren Ziel es ist, eine Rückbildung (Remission) des Blutkrebses zu induzieren. 50 bis 60 Prozent der Erkrankten sprechen auf diese Therapie gut an und gelten – oft nach weiterer konsolidierender Chemotherapie – als geheilt. Bei den restlichen Patienten bleibt nach der Induktions-Chemotherapie mindestens eine minimale Resterkrankung (Minimal Residual Disease – MRD) bestehen. Patienten mit MRD-positiver Erkrankung erleiden praktisch immer ein klinisches Rezidiv und haben in aller Regel eine sehr schlechte Prognose. Einem Teil kann noch eine allogene Stammzelltransplantation als weitere Behandlungsoption angeboten werden, aber insgesamt ist die Sterberate unter den Betroffenen sehr hoch.

Über den Wirkstoff Blinatumomab

Blinatumomab gehört zu einer neuen Klasse von so genannten bispezifischen Antikörpern, die direkt das menschliche Immunsystem gegen Tumorzellen wirken lassen. Es ist das erste zugelassene Medikament, das die körpereigenen T-Zellen, eine Form der Lymphozyten, einspannt, um Leukämiezellen zu vernichten. Diese „Killer“ können in der Regel Krebszellen nicht von gesunden Zellen unterscheiden und greifen sie deshalb auch nicht an. Den Forschern gelang es, diese biochemische Blindheit zu überwinden, indem sie gentechnisch einen Antikörper designten, der einerseits in der Lage ist, an der Krebszelle anzudocken und andererseits an T-Zellen binden kann. Mit Hilfe dieses „Adapters“ werden die Abwehrzellen aktiviert, sie erkennen die schädlichen Zellen und können sie in der Folge zerstören.
An der Erfindung, Entwicklung und klinischen Erprobung von Blinatumomab entscheidend beteiligt waren Prof. Dr. Ralf Bargou, der Direktor des am Uniklinikum Würzburg (UKW) angesiedelten Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken, Dr. Marie-Elisabeth Goebeler, die Leiterin der Early Clinical Trial Unit am UKW, sowie Prof. Dr. Max Topp, der Leiter des Bereichs Hämatologie an der Medizinischen Klinik II des Würzburger Uniklinikums.

Über die Studie

Die jetzt veröffentlichte Studie nutzte modernste Methoden der molekularen Diagnostik, um mit hoher Sensitivität und Spezifität ALL-Patienten mit MRD zu identifizieren. Diese wurden mit Blinatumomab behandelt. Die Studie begann im Jahr 2010 und wurde von Krebszentren in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Tschechien getragen. Die Leitung lag in den Händen von Dr. Nicola Gökbuget vom Uniklinikum Frankfurt/Main und von Prof. Ralf Bargou vom CCC Mainfranken. Mit 116 Teilnehmer/innen war die Grundgesamtheit an Studienpatienten für eine seltene Erkrankung wie ALL sehr hoch. Als Ergebnis zeigte sich, dass knapp 80 Prozent der Behandelten auf die Antikörpertherapie sehr gut ansprachen und MRD-negativ wurden, was zu einer deutlichen Verbesserung der Überlebenswahrscheinlichkeit der betroffenen Patienten führte. „Die Studie zeigt, dass Blinatumomab nicht nur bei einem voll entwickelten Rezidiv hilfreich eingesetzt werden kann, sondern auch – und gerade – in einem viel früheren Stadium. Die moderne, hochempfindliche molekulare Diagnostik zusammen mit den neuen therapeutischen Entwicklungen in der Immun-Onkologie hilft uns, das Rezidiv immer frühzeitiger zu erkennen und gezielt zu behandeln. Dadurch lassen sich die Heilungschancen für die betroffenen Patienten weiter verbessern“, resümiert Prof. Bargou.

Literaturnachweis:
Blinatumomab for minimal residual disease in adults with B-precursor acute lymphoblastic leukemia
Gökbuget N., Dombret H., Bonifacio M., Reichle A., Graux C., Faul C., Diedrich H., Topp MS., Brüggemann M., Horst HA., Havelange V., Stieglmaier J., Wessels H., Haddad V., Benjamin JE., Zugmaier G., Nagorsen D., Bargou RC.
Blood. 2018 Jan 22. pii: blood-2017-08-798322. doi: 10.1182/blood-2017-08-798322

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Die Organisation der Kopfklinik des Uniklinikums Würzburg ist auch heute noch ein internationales Vorbild

Zwei Professoren der Universitätsmedizin aus St. Petersburg/Russland besuchten Ende Januar dieses Jahres die Kopfklinik des Uniklinikums Würzburg, um sich Anregungen für den Neubau einer ähnlichen Einrichtung in ihrer Heimat zu holen. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von dem rund 45 Jahre alten Bauwerk und seinen organisatorischen Strukturen.

Am 31. Januar dieses Jahres begrüßte Prof. Dr. Rudolf Hagen, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des Uniklinikums Würzburg (UKW), zwei ausländische Gäste mit einem nicht alltäglichen Anliegen: Prof. Dr. Sergej Bagnenko, der Rektor der Medizinischen Pavlov-Universität in St. Petersburg/Russland und Prof. Dr. Sergej Karpischenko, der Direktor der dortigen Universitäts-HNO-Klinik, interessierten sich gezielt für die bauliche und organisatorische Struktur der Würzburger Universitäts-Kopfklinik. Ihre Intention dabei war es, Informationen und Anregungen für die geplante Errichtung einer Kopfklinik in St. Petersburg zu gewinnen. Dass sie bei ihrer Reise hierfür ausschließlich nach Würzburg kamen, spricht laut Prof. Hagen dafür, dass die Kopfklinik des UKW international nach wie vor als besondere Institution bekannt ist. Der Klinikdirektor präsentierte den Besuchern den Gebäudekomplex und seine Organisationslösungen in einem Vortrag und bei einem Rundgang. „Das spezielle Interesse der russischen Kollegen galt vor allem der Vereinbarkeit von Klinik, Forschung und Lehre in einem einzigen Bauwerk“, berichtet Prof. Hagen und fährt fort: „Am Ende des Besuchs zeigten sich Prof. Bagnenko und Prof. Karpischenko sehr beeindruckt. Sie lobten die hier realisierte Organisation und bezeichneten unsere Kopfklinik als einmalige Einrichtung.“

Über die Kopfklinik des UKW

Die Würzburger Kopfklinik wurde zwischen 1964 und 1973 erbaut. Sie gilt als erste Kopfklinik mit einem integralen Konzept: Zur möglichst engen interdisziplinären Zusammenarbeit in Patientenversorgung, Forschung und Lehre wurden hier als damalige Weltneuheit die Spezialkliniken der Kopforgane architektonisch in einem Gebäudekomplex zusammengeführt. Ungeachtet dieses internationalen Vorreitercharakters ist die Bausubstanz der Würzburger Kopfklinik in die Jahre gekommen und muss perspektivisch erneuert werden. Aktuell wird ein Neubau – gemeinsam mit einem ebenfalls neuen Zentrum Frauen-Mutter-Kind – auf einem Erweiterungsgelände nördlich des Zentrums für Operative und Innere Medizin des UKW geplant. Das integrale Erfolgsmodell, für das die Kopfklinik steht, wechselt mit an den neuen Standort.

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Rodungsarbeiten für Baumaßnahmen am Uniklinikum notwendig

Für den geplanten Abriss der ehemaligen Urologie sowie des MRT-Gebäudes auf dem Altgelände des Uniklinikums sind vorbereitende Rodungsarbeiten erforderlich, um das Baufeld freizumachen. Auf der Eingriffsfläche entsteht bis 2022 die geplante neue Strahlentherapie. Sie liegt zwischen Frauenklinik, Comprehensive Cancer Center sowie Logistik- und Verwaltungsgebäuden in Höhe der Josef-Schneider-Straße. Die Rodungsarbeiten beginnen voraussichtlich ab 5. Februar und sind bis Ende Februar abgeschlossen. Sie wurden unter Berücksichtigung artenschutzrechtlicher Belange mit dem Umweltamt der Stadt Würzburg abgestimmt. Entsprechende Ausgleichsmaßnahmen in Form von Aufforstungen, Entsiegelungen und Anpflanzungen sind vorgesehen. Das staatliche Bauamt weist darauf hin, dass es im Bereich der Rodungsarbeiten auf dem UKW-Gelände zu geringfügigen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen kann.

Würzburger Lehrstuhl für Allgemeinmedizin mit weiblicher Doppelspitze

Im Januar dieses Jahres wurde der bisherige Lehrbereich für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg durch einen Lehrstuhl ersetzt. An dessen Spitze stehen die Professorinnen Dr. Ildikó Gágyor und Dr. Anne Simmenroth, die sich als eingespieltes Team die vielfältigen Aufgaben in Forschung und Lehre teilen.

Bislang verfügte die Würzburger Universität lediglich über einen Lehrbereich für Allgemeinmedizin. Im Unterschied zu einem Lehrstuhl hatte dieser zum Beispiel keine Verpflichtung zur Forschung, keine ständig angestellten Mitarbeiter/innen und kein Mitspracherecht in universitären Gremien. Außerdem gab es an der von Dr. Hans-Jörg Hellmuth parallel zu seiner Würzburger Hausarztpraxis geleiteten Einrichtung keine Möglichkeit, im Fach Allgemeinmedizin zu promovieren oder gar zu habilitieren. „Allein vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie groß die akademische Aufwertung der Allgemeinmedizin am Standort Würzburg durch die Gründung eines ordentlichen Lehrstuhls zu Beginn dieses Jahres ist“, unterstreicht Prof. Dr. Matthias Frosch, der Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg.

Seltene Tandemlösung

Bei der Besetzung zeigte sich die Hochschule innovationsbereit: den neuen Lehrstuhl teilen sich die zwei Professorinnen Anne Simmenroth und Ildikó Gágyor. Eine solche „Tandemlösung“ gilt in der deutschen Hochschullandschaft (noch) als Seltenheit. Geplant ist, dass sich Prof. Simmenroth schwerpunktmäßig um die Lehre kümmert, während sich Prof. Gágyor hauptsächlich Forschungsfragen widmet. „Wobei die thematische Trennung keineswegs starr und ausschließlich ist, vielmehr planen wir, uns gegenseitig zu ergänzen und bei Bedarf auch zu vertreten“, betont die Neu-Professorin Simmenroth. Hilfreich ist da, dass die beiden Medizinerinnen, die sich auch im „Doppelpack“ für den Würzburger Lehrstuhl bewarben, ein seit langem eingespieltes Team mit vielen Gemeinsamkeiten sind. So wurden beide im Jahr 1968 geboren und studierten beide Medizin in Göttingen. Beide wurden während der Studienzeit zweifache bzw. dreifache Mütter. Nachdem sich ihre Wege während der Weiterbildungszeit getrennt hatten, kamen sie in den 2000er-Jahren am Institut für Allgemeinmedizin der Göttinger Universitätsmedizin wieder zusammen.

Erfahrungen in der Lehrkoordination aus Göttingen

Prof. Simmenroth engagierte sich hier vornehmlich in der Lehre und Lehrkoordination sowie in der Medizindidaktik. Sie war maßgeblich beteiligt am Aufbau des Skills Labs, der Lehrklinik der Universitätsmedizin Göttingen, sowie an der Entwicklung und Implementierung des dortigen hochschuleigenen Auswahlverfahrens für Studierende. Ferner lag die Koordination der Lehre mit Schauspielpatienten in ihren Händen. „Für mich ist es extrem bereichernd, junge Menschen für das Fach Medizin zu begeistern“, sagt die Fachärztin für Allgemeinmedizin. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt unter anderem dem Erwerb von kommunikativer und sozialer Kompetenz. Simmenroth: „Zentrale Fragen hierbei sind: Wie kann man in der Medizin kommunikative Kompetenzen lehren und vor allem auch prüfen?“ Eines ihrer letzten Forschungsprojekte in Göttingen thematisierte die Kommunikation von Mediziner/innen mit Geflüchteten.

Expertise bei Studien mit Niedergelassenen

Prof. Gágyor fand in ihrem beruflichen Werdegang zunehmend Freude an klinischen Studien. Einer ihrer Schwerpunkte ist das Konzipieren und Durchführung von klinischen Studien in hausärztlichen Praxen. Thematisch fokussierten sich ihre bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten auf Harnwegsinfekte. Gágyor: „Dabei zeigte sich, dass mit entsprechend geschulten Praxen eine Forschung auf hohem Niveau möglich ist. So kann man doppelblinde Studien nach dem Arzneimittelgesetz nicht nur an Kliniken, sondern sehr wohl auch in Hausarztpraxen durchführen.“ Aus ihrer Sicht gibt es noch viele wichtige Fragen, die sich auf diesem Weg zielführend bearbeiten lassen: „Wichtig ist es zum Beispiel, die Antibiotika-Verordnung in den Praxen bei häufigen Infektionskrankheiten zu untersuchen und zu hinterfragen. Welche Verbesserungsmöglichkeiten in der Menge und in der Wahl der Antibiotika gibt es? Welche alternativen Strategien können verfolgt werden?“ Ein weiteres bedeutsames Thema sei die Begleitung von Patienten am Lebensende im ambulanten Setting: Welche ethischen Probleme treten bei der Versorgung von Patienten am Lebensende auf? Wie kann man die Versorger bei der Problemlösung beraten und unterstützen?

Persönliches Arbeiten in Praxen weiterhin wichtig

Beide Ärztinnen sind noch in Hausarztpraxen in Göttingen angestellt, in denen sie ein bis zwei Tage pro Woche arbeiten. In nächster Zeit werden sie in Würzburg Praxen suchen, in denen sie mitarbeiten können. „Diese Verbindung in den hausärztlichen Alltag wollen wir unbedingt aufrechterhalten“, betont Prof. Gágyor und fährt fort: „Nur so können wir die Bodenhaftung behalten.“ Schließich sei die Allgemeinmedizin eines der wenigen klinischen Fächer, das keine Betten in einem Klinikum hat. Forschungsfragen entstünden häufig aus der Versorgungspraxis heraus, zur Formulierung interessanter, realitätsnaher Fragen sei der Kontakt mit dem Praxisalltag wichtig. „Ähnlich gilt dies auch für die Lehre“, ergänzt Prof. Simmenroth. So sehe man nur in der Arbeit vor Ort, welche Herausforderungen zum Beispiel bei niedergelassenen Praxen entstehen können, die Studierende im Praktischen Jahr (PJ) ausbilden. Das Arbeitszeitenmodell der beiden Lehrstuhlinhaberinnen sieht vor, dass sie sich – alternierend und überschneidend – an wöchentlich drei bis fünf Präsenztagen der Institutsarbeit in Würzburg widmen.

Ziel: Ein Netzwerk von Forschungspraxen aufbauen

Was sind die Ziele des akademischen Duos? Prof. Gágyor: „Im Bereich der Forschung geht es darum, eine möglichst weitreichende Infrastruktur an Praxen aufzubauen, die bei wissenschaftlichen Untersuchungen mitarbeiten wollen. Das Institut für Allgemeinmedizin kann mit Hilfe des Forschungspraxen-Netzes auch mit anderen Instituten und Kliniken der Würzburger Universitätsmedizin kooperieren, zum Beispiel für Forschungsprojekte an der Schnittstelle zwischen klinischer und hausärztlicher Versorgung. Ich denke da beispielsweise an Fächer wie Palliativmedizin, Geriatrie, Innere Medizin oder Chirurgie.“

Ziel: Expansion der Lehre

„In der Ausbildung streben wir nach einer Expansion des bestehenden Lehrangebots in der Allgemeinmedizin. Das heißt: Mehr Seminare, weniger Frontalunterricht, schon im frühen Studium einen größeren Anamnese-Gesprächsführungskurs etablieren und die Arbeit mit Simulationspatienten ausweiten“, zählt Prof. Simmenroth auf. Als kommende Herausforderung sieht sie den bundesweiten „Masterplan Medizinstudium 2020“, in dessen Folge sich aller Voraussicht nach auch die Approbationsordnung ändern wird. „Allgemeinmedizin wird dann verpflichtendes Prüfungsfach im letzten Examen für alle Studierenden. Dies zu schultern ist eine Riesenaufgabe – personell, wie organisatorisch. Dazu brauchen wir nicht zuletzt jede Menge Praxen, in der das dann erforderliche ambulante Quartal in hoher Qualität absolviert werden kann“, verdeutlicht die Lehrstuhlinhaberin. In Zahlen bedeutet dies: Im Moment kann sich das Institut für Allgemeinmedizin der Uni Würzburg auf rund ein Dutzend PJ-Praxen stützen. In den nächsten Jahren müssen dies nach Schätzungen von Prof. Simmenroth bis zu 170 werden.
Untergebracht ist der Lehrstuhl für Allgemeinmedizin im ersten Obergeschoss in Haus D7 auf dem Altgelände des Uniklinikums Würzburg an der Josef-Schneider-Straße.

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Sport Trauma Würzburg: Tennis (nicht nur) aus medizinischer Sicht des Universitätsklinikum

Die vom Universitätsklinikum Würzburg seit dem Jahr 2012 organisierte Vortragsreihe „Sport Trauma Würzburg“ stellt in diesem Jahr Tennis in den Mittelpunkt. Neu bei der am Freitag, 23. März 2018, stattfindenden Veranstaltung ist, dass zusätzlich zum Symposium auch ein praktischer Teil angeboten wird. Dabei geht es um Spiel- und Trainingstechniken unter dem Aspekt der Verletzungsprävention.

Hinter der Reihe „Sport Trauma Würzburg“ steht die Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie (Chirurgische Klinik II) des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). Kern der jährlichen Veranstaltung ist der fächerübergreifende Austausch von Ärzten, Physiotherapeuten, Sportlern, Sportwissenschaftlern, Trainern und Sportbegeisterten. „Dieser multiprofessionelle Ansatz spiegelt sich auch bei der diesjährigen Neuauflage wider, die sich mit vielfältigen Aspekten der Sportart Tennis beschäftigt“, sagt Prof. Dr. Rainer Meffert, der Direktor der Chirurgischen Klinik II. Dr. Kai Fehske, Oberarzt der Klinik mit Spezialisierung auf Sportverletzungen – er selbst ist Dozent mit Magister in den Sportwissenschaften – macht den interdisziplinären Dialog möglich: „Das Symposium am Freitag, den 23. März 2018, im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin des UKW widmet sich den für das Spiel typischen Verletzungen und Überlastungsschäden von Schulter, Handgelenk und Ellenbogen sowie deren Therapieoptionen. Das ist aber nur ein Teilaspekt. Experten beantworten die Fragen: Was macht Tennis geschichtlich und sportwissenschaftlich aus? Was gilt es im Jugend- und Nachwuchsbereich besonders zu beachten? Wie lebt es sich auf der Tour als Spieler und Schiedsrichter? Wie entscheidend ist die Wahl des Materials und welchen Einfluss hat diese wiederum auf körperliche Schäden?“

Vormittags in der Halle des Tennis-Clubs Weiß-Blau Würzburg

Zusätzlich zu diesem, in den vergangenen Jahren erprobten, weitgespannten Theorieteil wird es in diesem Jahr erstmals auch einen praktischen Part geben. „Am Vormittag laden wir alle Interessierten in die Halle des Tennis-Clubs Weiß-Blau Würzburg in die Mergentheimer Straße ein. Dort erarbeiten wir zwischen 9:00 und 11:00 Uhr Spiel- und Trainingstechniken, die dazu beitragen können, Verletzungsrisiken zu vermeiden“, erläutert Dr. Fehske. Der Organisator von „Sport Trauma Würzburg“ ist der Mannschaftsarzt von Weiß-Blau Würzburg.
Während das Symposium frei und kostenlos zu besuchen ist, ist für die Vormittagsveranstaltung aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl eine Anmeldung erforderlich und es wird eine Teilnahmegebühr von zehn Euro erhoben. Für die Anmeldung kontaktieren Interessierte Brigitte Hofmann unter Tel: 0931/201-37002 oder E-Mail: hofmann_b7@ ukw.de.
Das detaillierte Programm des Symposiums kann abgerufen werden unter www.chirurgie2.ukw.de/veranstaltungen-fortbildungen

Abschied bei den Patientenfürsprecherinnen: Uniklinikum dankt für das geleistete Ehrenamt

Margitta Sternkopf, eine der beiden Patientenfürsprecherinnen des Uniklinikums Würzburg (UKW), beendete zum 1. Januar 2018 ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Der Klinikumsvorstand bedankte sich für ihr wichtiges Engagement in den vergangenen sechs Jahren.

„Ein modernes Krankenhaus kann auf unabhängige, wohlinformierte und empathische Problemlöser wie Frau Sternkopf nicht verzichten“, unterstrich Prof. Dr. Georg Ertl bei ihrer Verabschiedung Ende Dezember 2017. Der Ärztliche Direktor des UKW fuhr fort: „Margitta Sternkopf und ihre weiterhin aktive Kollegin Sylvia Opel bauen Brücken zwischen den verschiedenen Bereichen im Krankenhaus. Sie vereinfachen die Kommunikation und klären etwaige Missverständnisse, denn unsere Patienten stehen bei uns am Würzburger Uniklinikum jederzeit im Mittelpunkt.“  

Die examinierte Krankenschwester Margitta Sternkopf trat im Oktober 1986 in den Dienst des UKW. Bis zum Frühjahr 2012 war sie als Klinikpflegedienstleiterin der Chirurgischen Klinik und Poliklinik tätig. Mit ihrem dann beginnenden Vorruhestand in der Pflege übernahm sie den ehrenamtlichen Posten als Patientenfürsprecherin bis zu ihrer Verabschiedung.

Ihre Kollegin Frau Sylvia Opel nimmt sich auch weiterhin der Patientenanliegen an und ist unter Telefon / Anrufbeantworter 0931/201-55078 oder E-Mail: Patientenfuersprecher@ ukw.de zu erreichen.

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Uniklinikum Würzburg für hohe Expertise bei Penisprothesen ausgezeichnet

Die Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Uniklinikums Würzburg wurde als „Center of Excellence for Penile Implants“ ausgezeichnet. Nur zwei weitere Kliniken in Deutschland können eine ähnlich hohe Expertise bei Schwellkörperimplantationen vorweisen.

Bei seinem Besuch am Uniklinikum Würzburg (UKW) Anfang Dezember hatte der renommierte Mitbegründer der urologischen Prothetik, Prof. Steven K. Wilson aus Kalifornien/USA, das Exzellenz-Zertifikat „Center of Excellence for Penile Implants“ im Gepäck. Er überreichte es an Privatdozent Dr. Georgios Hatzichristodoulou und Prof. Dr. Hubert Kübler, den Oberarzt und den Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des UKW. Die Auszeichnung wird ausschließlich an Kliniken verliehen, die Implantationen von künstlichen Schwellkörpern (Penisprothesen) mit sehr hohen Qualitätsstandards durchführen – und dies in großer Zahl und mit besonders niedrigen Komplikationsraten. Zudem müssen die Kliniken auch wissenschaftliche Erfolge in diesem Bereich nachweisen. Neben der Würzburger Urologischen Universitätsklinik erfüllen in Deutschland aktuell lediglich zwei weitere Kliniken diese hohen Anforderungen.

Die erforderliche Expertise brachte PD Dr. Hatzichristodoulou bei seinem Dienstantritt am UKW Anfang 2017 mit nach Würzburg. Der Urologe hat seit mehr als zehn Jahren einen klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt in der Penischirurgie. Sein internationales Renommee in diesem Bereich verdeutlicht zum Beispiel der von ihm im Oktober vergangenen Jahres am Uniklinikum Würzburg veranstaltete „1. Interaktive Live-Workshop zur operativen Therapie der erektilen Dysfunktion und der Induratio penis plastica“, an dem nicht nur Mediziner aus Deutschland, sondern auch aus Schweden, Italien, Belgien und den USA teilnahmen.

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