Anfang Juli überreichte das Ehepaar Frank und Edith Kulinna, Weinstuben Juliusspital, dem Vorstand der Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder e.V. in der Universitäts-Kinderklinik eine Spende von 1.200,-- Euro. Diese Spendensumme stammt aus dem Verkauf von „Spargeltalern“, die rund 900 Gästen der Weinstube serviert wurden; die restliche Summe spendierte das Ehepaar Kulinna.
Der Spargeltaler, ein kross gebackener Kartoffelpuffer, in dem Stücke des Edelgemüses eingebacken werden und der mit einer Senf-Silvaner-Sauce und Spargelstangen serviert wird, stand währen der Spargelsaison bis Johanni, 24. Juni auf der Speisekarte der Weinstuben Juliusspital.
„Diese besondere Aktion, die zum 11. mal stattgefunden hat, ist ein veritables Beispiel für regionales soziales Engagement, das direkt unseren Patienten und betroffenen Familien zu Gute kommt“ so Prof. Christian P. Speer, Direktor der Universitäts-Kinderklinik.
Aktuelle Pressemitteilungen
Mehr als 600.000 Menschen in Bayern leiden an einer von etwa 8.000 seltenen Erkrankungen. Aufgrund der geringen Fallzahlen je Erkrankung können Patienten weder auf ein flächendeckendes Netz an medizinischer Versorgung, noch auf eine rasche Diagnose hoffen. Was die Ursache ihrer Beschwerden ist, erfahren sie oft erst in einem auf seltene Erkrankungen spezialisierten Zentrum. Bayernweit gibt es davon fünf. „Bei einer seltenen Erkrankung ist für Betroffene der Weg zum nächsten Experten weit. Bei akuten Problemen, aber auch für Routinekontrollen wäre eine Versorgung vor Ort mit telemedizinischer Unterstützung durch einen Experten extrem hilfreich. Doch es fehlt an der notwendigen Infrastruktur sowie an geeigneten Softwarelösungen“, informiert Professor Dr. med. Mark Berneburg, Sprecher des Zentrums für Seltene Erkrankungen Regensburg (ZSER) am UKR und einer der Projektleiter von BASE-Netz.
Wissenschaftsministerium unterstützt BASE-Netz mit 500.000 Euro
BASE-Netz ist ein Zusammenschluss der Zentren für Seltene Erkrankungen der Universitätsklinika Regensburg, Würzburg, Erlangen, LMU und TU München mit dem
Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen. Die Verbundpartner wollen die einzelnen Zentren in Bayern mit einer eigens entwickelten Software-Lösung IT-medizinisch vernetzen. Für 2018 erhält BASE-Netz vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Masterplans Bayern Digital II insgesamt 462.095 Euro. Weitere Fördermittel wurden in Aussicht gestellt. Insgesamt beläuft sich der Förderbedarf von BASE-Netz auf rund 1,8 Millionen Euro. „Mit dem Masterplan BAYERN DIGITAL II investieren wir in die digitale Zukunft Bayerns. BASE-Netz nimmt bei der zentrumsübergreifenden Betreuung von Patienten mit seltenen Erkrankungen in den Bereichen Telemedizin und Patientendatenschutz bayernweit eine Vorreiterrolle ein und hat das Potenzial, auch international den Austausch von Experten für seltene Erkrankungen zu erleichtern“, begründet Professor Dr. med. Marion Kiechle, Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, die Projektförderung.
Erstes BASE-Netz-Treffen in Regensburg konkretisiert Projektumsetzung
Am 28. Juni 2018 traf sich das Konsortium von BASE-Netz erstmals zu einem Netzwerktreffen im Universitätsklinikum Regensburg. Die Mitglieder konkretisierten hier die Anforderungen an die IT für die Umsetzung des Projekts, definierten die Aufgaben der Projektverantwortlichen der Uniklinika Regensburg und Würzburg sowie die Besetzung der Steuerungsgruppe. Demnach obliegen nun dem ZSER unter anderem die Mittelverwaltung und Berichterstattung für BASE-Netz, während das Zentrum für Seltene Erkrankungen Nordbayern am Universitätsklinikum Würzburg die Koordination innerhalb der verschiedenen Zentren verantwortet und die Datenschutzkonzepte federführend entwickelt.
„Wir wollen mit BASE-Netz die fachärztliche Beratung für Menschen mit seltenen Erkrankungen auch außerhalb der Ballungszentren verbessern und klinische Studien zu seltenen Erkrankungen koordiniert unterstützen“, nennt Professor Dr. med. Helge Hebestreit, Projektkoordinator von BASE-Netz und Sprecher des Zentrums für seltene Erkrankungen Nordbayern am Universitätsklinikum Würzburg, die wichtigsten Ziele des Projekts. Darüber hinaus will BASE-Netz aufbauend auf einem eigens entwickelten Datenschutzkonzept und mit entsprechender Datenschutzfreigabe eine elektronische Patientenakte entwickeln, die sowohl für ärztliches Personal als auch für den Patienten außerhalb der individuellen Klinikinformationssysteme einsehbar und bearbeitbar ist. Geplant sind auch die Forschungsunterstützung durch Aufbau einer zentralen Datenbank, die Vernetzung mit dem Projekt „1000 Genome in Bayern“ sowie das Ausweiten des Netzwerks auf kleinere Zentren für Seltene Erkrankungen an nicht-universitären Krankenhäusern.
BASE-Netz integriert Patienten, Hausärzte, Uniklinika und IT-Spezialisten
Das Konsortium von BASE-Netz setzt sich zusammen aus den Projektleitern Professor Dr. med. Mark Berneburg und Professor Dr. med. Helge Hebestreit sowie einer Steuerungsgruppe mit Vertretern der bayerischen Zentren für Seltene Erkrankungen, des Zentrums für Telemedizin in Bad Kissingen sowie den IT-Spezialisten der einzelnen Häuser. Patientenvertreter und der Bayerische Hausärzteverband sind in Form von Beiräten in die Arbeit von BASE-Netz einbezogen. Der Initiative voran ging die elektronische Vernetzung der Zentren für Seltene Erkrankungen Regensburg und Würzburg.
Kontakte
Sprecher BASE-Net
Professor Dr. Mark Berneburg
Sprecher Zentrum für Seltene Erkrankungen am Universitätsklinikum Regensburg
Tel.: 0941 944-9601
mark.berneburg@ukr.de
www.ukr.de
Koordinator BASE-Net
Prof. Dr. Helge Hebestreit
Sprecher Zentrum für Seltene Erkrankungen am Universitätsklinikum Würzburg
Tel: 0931/201-27729
E-Mail: Hebestreit_H@ukw.de
www.zese.ukw.de
Gemeinsame Pressemitteilung UKR, UKW, UKE, KLMU, MRI, und ZTM.
Die Stadt Würzburg bietet gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern auch in diesem Sommer wieder viele erlebnispädagogische Veranstaltungen für Kinder an. „Hier, wie auch in den Kindertageseinrichtungen, verbringen die Mädchen und Jungen bei schönem Wetter viel Zeit im Freien“, weiß Dr. Hülya Düber. Die Leiterin des Jugend-, Familien- und Sozialreferats der Stadt Würzburg fährt fort: „Allerdings bergen die angenehmen Sonnenstrahlen auch Risiken für die Haut der Kinder. Deshalb ist die Aufklärung und Sensibilisierung sowohl der Eltern, wie auch des Fachpersonals in den Einrichtungen für dieses Thema nach wie vor wichtig.“
Vortrag der Hautklinik vor Trägern und Leiter/innen
Eine gute Gelegenheit dazu war das Treffen der Träger/innen und Leiter/innen der Würzburger Kindertagesstätten sowie deren Dachverbände am 28. Juni 2018 im Würzburger Rathaus. Die rund 60 Teilnehmer/innen sind verantwortlich für etwa 5.100 Plätze in Tageseinrichtungen für Kinder zwischen einem und zehn Jahren. Als einer der Tagesordnungspunkte des Meetings referierte Dr. Tina Giner von der Hautklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) auf Einladung von Dr. Düber über die Zusammenhänge zwischen Sonnenstrahlung, Folgeerkrankungen und richtigem Sonnenschutz. „Übermäßige UV-Bestrahlungen, gerade die in der Kindheit und Jugend erworbenen Sonnenschäden, zählen zu den Hauptrisikofaktoren für die spätere Entstehung von Hautkrebs“, betonte die Dermatologin. Als Schutzmaßnahme – neben dem Tragen von Textilien und einer Kopfbedeckung sowie dem Meiden der Mittagssonne – empfiehlt sie das Eincremen der undeckten Körperpartien mit einem Sonnenschutzmittel, das einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 haben sollte. Dabei sei auch die eingesetzte Menge wichtig. Dr. Giner: „Häufig wird nicht genügend Sonnencreme aufgetragen. Um den angegebenen Schutzfaktor zu erreichen, ist zudem ein wiederholtes Nachcremen notwendig, um die Verluste durch Abrieb, Wasserkontakt und Schwitzen auszugleichen.“
2.000 Euro-Spende für Sonnencreme
Um die regionalen Veranstalter von Ferienfreizeiten und die Akteure von Betreuungsangeboten beim Sonnenschutz der ihnen anvertrauten Kinder zu unterstützen, stellt der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ in diesem Jahr erstmals Sonnencremes im Wert von 2.000 Euro als Spende zur Verfügung. Gabriele Nelkenstock, die Gründerin des Vereins, überreichte am Rande des Träger/innen- und Leiter/innen-Treffens einen Scheck über diese Summe an Dr. Düber.
„Bislang haben wir uns der Unterstützung von Tumorpatienten und ihren Angehörigen sowie der Förderung der Krebstherapieforschung gewidmet. Mit diesem Projekt steigen wir erstmals in die Präventionsarbeit ein. Wenn es uns gelingt, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Kinder von heute nicht die Hautkrebspatienten von morgen werden, so ist hier jeder Euro äußerst sinnvoll investiert“, kommentierte Gabriele Nelkenstock.
Die Sozialreferentin Hülya Düber bedankte sich herzlich für die Spende des Vereins und die Wissensvermittlung durch die Hautklinik. Die Sonnenschutzmittel können von den Kinderfreizeit-Veranstaltern ab sofort angefragt werden im Bereich „Kids, Jiz & Fiz“ im Erdgeschoss des Sozialreferats in der Karmelitenstraße 43, Telefon: 0931/373346 oder E-Mail: Jiz@stadt.wuerzburg.de.
Vor allem in der Palliativmedizin, gelegentlich aber auch bei Krebspatienten in einer früheren Krankheitssituation können Cannabis und seine Inhaltsstoffe, die sogenannten Cannabinoide, gegen Nebenwirkungen eingesetzt werden. Schon seit einigen Jahren wird darüber hinaus daran geforscht, ob Cannabinoide eine das Wachstum hemmende Wirkung auf Krebszellen haben. Im vergangenen Jahr tauchte dann die Behauptung auf, dass Methadon hilfreich gegen Krebs sei. In ihrem Vortrag am Mittwoch, den 4. Juli 2018, gibt Prof. Dr. Jutta Hübner vom Universitätsklinikum Jena Antworten auf Fragen wie: Was ist Krebs und wie wirken moderne Therapien? Wie unterscheide ich seriöse begleitende Angebote von unseriöser alternativer Medizin? Was machen Methadon und Cannabinoide mit Krebszellen? Sind sie für die Therapie bei Krebs geeignet?
Ort der kostenlosen Veranstaltung ist der Hörsaal II des Zentrums für Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg an der Oberdürrbacher Straße. Beginn ist um 16:00 Uhr.
Wie können bestehende große Datenmengen, wie zum Beispiel aus digitalen Patientenakten, unter Berücksichtigung aller Datenschutz- und Sicherheitsaspekte für eine noch präzisere und effizientere Behandlung von Erkrankten nutzbar gemacht werden? Dies ist eine der Kernfragen des „Digitalisierungszentrums Präzisions- und Telemedizin (DZ.PTM)“, das seit 1. Juni 2018 vom bayerischen Wissenschaftsministerium gefördert wird. In dem virtuellen Zentrum kooperieren unter Federführung des Uniklinikums Würzburg (UKW) das Institut für Informatik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und das Dienstleistungsunternehmen Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen. In einem Teilprojekt ist zudem das Uniklinikum Regensburg beteiligt.
Voraussetzung für den Startschuss des bis zum Jahr 2023 mit einem Antragsvolumen von rund acht Millionen Euro geplanten Vorhabens war die Aufnahme der Fördermaßnahme in den Nachtragshaushalt des Freistaats im April 2018. Das Wissenschaftsministerium sagte dabei zunächst für die Jahre 2018 und 2019 Mittel in Höhe von über 2,1 Millionen Euro zu.
Digitale Patientenakten als Big Data-Teststrecke nutzbar machen
Bei der Konzeption des Projekts federführend war Prof. Dr. Christoph Reiners. Der ehemalige Ärztliche Direktor des UKW ist seit seiner Pensionierung Ende des Jahres 2015 Wissenschaftlicher Sprecher der Plattform „Gesundheit/Medizin“ der vom Freistaat getragenen Kooperations-, Forschungs- und Gründungsplattform Zentrum Digitalisierung.Bayern (ZD.B). „Das Uniklinikum Würzburg ist mit mehreren Millionen von digitalen Patientenakten im Besitz eines riesigen Informationsschatzes, der durch intelligente Datenverarbeitung zum Wohle zukünftiger Patienten und der sie behandelnden Ärzte erschlossen werden kann“, ist sich Prof. Reiners sicher. So ist eines der Ziele des DZ.PTM-Projekts, diese „Big Data“ in einem nach außen geschützten Datenintegrationszentrum (DIC) so aufzubereiten, dass sie vollkommen anonymisiert und sicher als „Teststrecke“ für die Entwicklung und Erprobung von vielen zukünftigen Digitalisierungsprojekten im Gesundheitswesen zur Verfügung stehen. Das Servicezentrum für Medizininformatik des Uniklinikums unter Leitung von Helmut Greger hat zusammen mit Prof. Dr. Frank Puppe vom Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz und Angewandte Informatik der Würzburger Universität in den letzten Jahren erhebliche Vorarbeiten für ein solches DIC geleistet.
Anwendungsfall: Das Anfordern von radiologischen Untersuchungen
Einige dieser Digitalisierungsideen werden schon bei dem jetzt gestarteten Projekt beispielhaft verfolgt. So soll im DZ.PTM unter dem Stichwort „Wissensbasiertes Leistungsmanagement“ zusammen mit Prof. Dr. Thorsten Bley vom Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie des UKW erforscht werden, ob und wie sich das Anordnen von radiologischen Untersuchungen durch Künstliche Intelligenz optimieren lässt. Zur Diagnostik steht den Ärztinnen und Ärzten heute eine ganze Palette unterschiedlicher Bildgebungsverfahren zur Verfügung – vom Ultraschall bis zum PET/CT. Bei der Entscheidung für das im Einzelfall zielführende Verfahren greifen sie auf publiziertes Wissen aus Lehrbüchern und Leitlinien sowie die eigenen Erfahrungen und die von Kollegen zurück. „Diese Informationen beziehen sich aber nie auf den individuellen Patienten, sondern auf ganze Patientengruppen mit ähnlichen Diagnosen und Erkrankungsstadien. Die damit verbundenen Ungenauigkeiten führen häufig noch zu zeit- und kostenaufwändigen Bildgebungskaskaden mit teilweise vermeidbarer Strahlenbelastung für die Patienten“, schildert Prof. Reiners. Bei intelligenter Nutzung von Digitalisierungsmöglichkeiten, die auch Häufigkeitsstatistiken aus bisherigen, vergleichbaren Patientenakten und die Unterstützung durch speziell ausgebildete Experten einbeziehen, könnte dieser Entscheidungsprozess im Sinne der „Präzisionsmedizin“ verbessert und auch formal vereinfacht werden. Das Ergebnis wären präzisere, schnellere und preiswertere Abläufe, die eine „Überdiagnostik“ vermeiden und den Patienten und das klinische Personal entlasten.
Teilprojekt: Telemedizin für Menschen mit Seltenen Erkrankungen ermöglichen
In einem weiteren Zweig kooperiert das DZ.PTM eng mit dem Projekt BASE-NET der bayerischen Zentren für Seltene Erkrankungen. „Für Seltene Erkrankungen gibt es bayern- oder gar deutschlandweit oft nur wenige Experten. Bei akuten Problemen, wie auch für Routinekontrollen wäre für die Betroffenen eine Versorgung vor Ort mit telemedizinischer Unterstützung durch einen Spezialisten extrem hilfreich“, weiß Prof. Reiners. Hierzu fehle jedoch bisher die Infrastruktur. Ziel von BASE-NET beziehungsweise des DZ.PTM ist die Entwicklung einer speziellen digitalen Patientenakte sowie der Aufbau einer IT-Vernetzung der spezialisierten Behandlungszentren mit den Patienten sowie den behandelnden Ärzten und Einrichtungen vor Ort. Die Federführung von BASE-NET haben die Uniklinika Regensburg und Würzburg.
Der Schockraum ist der Dreh- und Angelpunkt der Notaufnahme, wenn es um die Versorgung von Schwerverletzten geht. Dass dieser Raum zur besseren Patientenversorgung idealerweise auch multifunktional eingesetzt werden kann, zeigt die Neukonzeption am Uniklinikum Würzburg, die auf ein gelungenes Zusammenspiel von Radiologen, Unfallchirurgen und Anästhesisten zurückgeht: Entstanden ist ein Doppelschockraum, dessen Kern ein neues Hochleistungs-CT mit Sliding-Gantry-Technologie bildet, das gleichermaßen für die Akutdiagnostik von bis zu zwei Schwerverletzten genutzt werden kann sowie ergänzend für Routineuntersuchungen stationärer Patienten.
„Die Idee ist so simpel wie genial“, erläutert Prof. Thorsten Bley, Direktor des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie am UKW. „Raum ist am Uniklinikum Gold wert. Daher haben wir aus zwei getrennten Schockräumen einen doppelten Schockraum gemacht, der mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllt. Neben der akuten Diagnostik von Schwerverletzten kann einer der Schockräume zusätzlich für Routine-Untersuchungen genutzt werden. So können wir unsere Abläufe besser planen, die Auslastung der Schockräume erhöhen und Wartezeiten für Patienten mit Termin minimieren, die entstehen, wenn ein schwerverletzter Patient kurzfristig in den Schockraum eingeliefert wird.“
Ein CT mit drei Funktionen
Das neue Schockraumkonzept trägt den Bedürfnissen einer hochwertigen Versorgung von Patienten ebenso Rechnung wie einer Optimierung der Strukturen und Abläufe: An die Stelle des bisherigen Schockraumes ist nun ein 140 m² großer Doppelschockraum getreten. Im Kern befindet sich ein mobiles CT, das sich auf Schienen bewegt und über den untersuchten Patienten gefahren wird, ohne dass dieser sich bewegen muss („Sliding Gantry“). Der Clou an dem neuen System: Das Gantry kann auf dem Schienensystem in beide Richtungen der Schockräume gefahren werden. Damit kann das CT für zwei Patienten quasi gleichzeitig eingesetzt werden. Neueste Prozessoren und CT-Spiraltechnik ermöglichen eine Ganzkörper-Computertomographie innerhalb weniger Minuten. „Die technische Leistungsfähigkeit des Gerätes ist so hoch, dass wir das CT zur Routinediagnostik und gleichermaßen für ein bis zwei Schockraumpatienten einsetzen können“, erläutert Prof. Dr. Rainer Meffert, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie. „Wir fassen dieses Prinzip unter dem Namen ‚Ein CT mit drei Funktionen‘ zusammen. Es ist patientenorientiert, praktikabel, schnell und durch Synergien bei Personal und Wartung auch rentabel. Damit stellen wir die Weichen für die nächsten Jahre“, ist der Unfallchirurg überzeugt.
Auch die Entwicklung der Patientenzahlen machte eine Neukonzeption des Schockraums erforderlich. Innerhalb von zehn Jahren sind die Schockraumeinsätze jährlich um 6% von 401 in 2007 auf 722 in 2017 gestiegen. Um diesem Trend gerecht werden zu können, bilden verbesserte Strukturen bei der Schwerverletztenversorgung eine wichtige Voraussetzung.
Vorteile für beteiligte Fachdisziplinen
Auch der Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Prof. Dr. Dr. Norbert Roewer, sieht aus anästhesiologischer Perspektive viele Vorteile: „Für unsere Klinik ist zentral, dass Akuttherapie und Diagnostik Hand in Hand gehen. So gewinnen wir wertvolle Zeit, die gerade bei der Versorgung von lebensbedrohlich verletzten Patienten eine entscheidende Rolle spielt. All diese Aspekte sind durch die innovative Neukonzeption 1:1 umgesetzt.“
Als Leiter der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin richtet Prof. Dr. Thomas Wurmb seinen Blick auch auf einen reibungslosen Übergang von der präklinischen in die klinische Versorgung, den er durch den neuen Doppelschockraum optimal gewährleistet sieht: „Nach der notärztlichen Erstversorgung von Trauma-Patienten ist eine nahtlose Übergabe an das Schockraumteam der Klinik essentiell. Durch die schnelle Ganzkörper-Computertomographie im Schockraum kann umgehend eine genaue Diagnose gestellt werden, auf deren Basis die notärztlichen Verdachtsdiagnosen direkt verifiziert und die begonnene Therapie weitergeführt werden kann. Die beiden neuen Schockräume bieten dafür ideale Möglichkeiten.“
An einem Strang ziehen
Gemeinsam geplant wurde das Konzept im Schockraumführungsteam, einem interdisziplinären Gremium mit Ärzten und Pflegekräften aus Radiologie, Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie und Anästhesiologie, das bereits 2004 von Prof. Norbert Roewer eingeführt wurde, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken und klare Zuständigkeiten festzulegen.
Für das Schockraum-Projekt kamen 2017 Experten u.a. aus der UKW-Bauabteilung und Medizintechnik ins Team. In der Planungs- und Umsetzungsphase umfasste das Gremium 15 bis 20 Beteiligte. Zunächst galt es, eine Raumlösung zu entwickeln, die den vergrößerten Doppelschockraum fassen konnte. Dabei erwies sich die Bauabteilung als kompetenter Berater: Im Ergebnis entstand der Doppelschockraum, indem die bisherige Raumstruktur komplett überarbeitet und das neue CT um 90 Grad im Vergleich zum Vorgänger gedreht wurde.
Reibungslose Umsetzung in kurzer Zeit
Die Umsetzung erfolgte bei laufendem Klinikbetrieb in nur vier Monaten von Januar bis April 2018. Während dieser Umbauphase galt es, für etwa 200 Schockraum-Patienten einen alternativen Behandlungsraum zu finden. Zwischenzeitlich erfüllte ein großer multifunktionaler Eingriffsraum diesen Zweck. Insgesamt 26 Firmen beteiligten sich an den aufwändigen Umbauarbeiten, vom Estrich- über den Fliesenleger bis hin zu Sanitär, Elektroinstallation und Brandschutz, von der Medizintechnik bis zum CT-Hersteller. In Decken, Boden und Wänden wurden 8.000 Meter Energie- und Datenleitungen eingelassen, damit die Hochleistungstechnik reibungslos funktionieren kann.
Über die gelungene Umsetzung freut sich auch der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Prof. Georg Ertl: „Die Schockraumspange bildet das Herzstück unserer chirurgischen Notaufnahme im Universitätsklinikum. Mit dieser Neukonzeption denken wir zukunftsfähig und bauen qualitativ ebenso wie quantitativ Hochleistungsmedizin mit vollem Funktionsrepertoire auf.“
Schlafstörungen sind ein medizinisches Massenphänomen mit tiefgreifenden sozio-ökonomischen Auswirkungen. Nach einem im vergangenen Jahr veröffentlichten Report der Krankenkasse DAK hatten 35 Prozent der Erwerbstätigen über 18 Jahren in den vorangegangenen vier Wochen mindestens dreimal pro Woche Ein- oder Durchschlafstörungen. Außerdem klagte rund jede/r Vierte über eine schlechte Schlafqualität. Die Ursachen dafür können sowohl physischer wie auch psychischer Natur sein.
Die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des Uniklinikums Würzburg (UKW) widmet sich diesem Thema am Mittwoch, den 11. Juli 2018, mit dem 1. Schlafmedizinischen Abend. Die Vortragsveranstaltung richtet sich in erster Linie an Allgemeinmediziner und HNO-Ärzte, wobei aber auch interessierte Patienten herzlich willkommen sind.
Eine interdisziplinäre Herausforderung
Passend zum Untertitel „Schlafstörungen – eine interdisziplinäre Herausforderung“ sind die Fachrichtungen der Referenten und ihre Blickwinkel auf das Gesundheitsproblem weit gespannt. So werden Schnarchen, Atemaussetzer und weitere Störungen aus Sicht der HNO-Medizin, der Kieferorthopädie, der Neurologie, der Kardiologie und der Psychiatrie beleuchtet. Als mögliche technische Hilfsmittel stellen die Experten zum Beispiel Schlafmasken und einen Zungenschrittmacher vor.
Der von Prof. Dr. Dr. h.c. Rudolf Hagen, dem Direktor der HNO-Klinik des UKW, geleitete Schlafmedizinische Abend findet von 17:30 bis 19:00 Uhr statt. Veranstaltungsort ist der Hörsaal der HNO-Klinik, Gebäude B2, an der Josef-Schneider-Straße. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Das detaillierte Programm findet sich auf www.hno.ukw.de unter der Rubrik „Veranstaltungen“.