Aktuelle Pressemitteilungen

2.112 Entbindungen im Jahr 2020 – neuer Rekord an der Würzburger Universitäts-Frauenklinik

Im Jahr 2020 fanden in der Frauenklinik des Würzburger Universitätsklinikums 2.112 Entbindungen statt. Dabei kamen 2.210 Kinder zur Welt.

Eine kleine Auswahl der im Jahr 2020 an der Würzburger Universitäts-Frauenklinik geborenen Kinder. Bild: Daniela Krischik / Uniklinikum Würzburg

Im Jahr 2020 fanden an der Würzburger Universitäts-Frauenklinik 2.112 Entbindungen statt – eine nochmalige Steigerung zu den 2.067 Entbindungen des bisherigen Rekordjahrs 2019. Da es im vergangenen Jahr 92 Zwillings- und drei Drillingsgeburten am Uniklinikum Würzburg (UKW) gab, erblickten insgesamt 2.210 Kinder das Licht der Welt.

„Neben der nochmals höheren Anzahl an Entbindungen haben speziell die Infektionsschutzvorgaben des Corona-Jahrs meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor beträchtliche Herausforderungen gestellt. Ich bin dankbar, dass ich mich auf ein so einsatzbereites Team aus Ärztinnen und Ärzten, Hebammen und Pflegekräften verlassen kann, das alle Maßnahmen perfekt umgesetzt hat – professionell, sicher und dabei mit einem Höchstmaß an Empathie für die Mütter, Väter und Kinder“, lobt Prof. Dr. Achim Wöckel. Der Direktor der UKW-Frauenklinik fährt fort: „Gleichermaßen bedanke ich mich bei den Eltern und Angehörigen der Neuankömmlinge für ihre Akzeptanz der Pandemie-Bedingungen, speziell der eingeschränkten Besuchs- und Kontaktmöglichkeiten.“

 

Die beliebtesten Kindernamen 2020

Die zehn beliebtesten Namen bei den letztjährig am Uniklinikum Würzburg geborenen Mädchen waren Ella, Lea, Marie, Emma, Sophia, Lina, Nora, Mia, Emilia und Lara. Bei den Buben wird die Namens-Top-Ten gebildet aus Noah, Felix, Ben, Emil, Jonas, Leon, Paul, Leo, Hannes und Max.

 

Das erste Kind des Jahres ist ein Junge

Als erstes Kind des Jahres 2021 in der Frauenklinik des UKW kam am Neujahrsmorgen um 3:11 Uhr Paulo Lionel zur Welt.

 

 

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HNO-Vorlesungen jetzt als interaktive Live-Sendungen

Die Corona-Krise als Chance zur sinnvollen Digitalisierung genutzt: Seit Beginn des Wintersemesters 2020/21 bereichert die HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg die studentische Lehre durch ein aufwändiges Live-Broadcast- und -Streaming-System. Dieses ermöglicht den Humanmedizin-Studierenden an ihren digitalen Endgeräten zu Hause eine simultane und interaktive Teilnahme an Vorlesungen, die dem Präsenz-Erlebnis nahekommt.

Blick in das Broadcast-Studio der HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg, in dem zur studentischen Online-Lehre seit diesem Jahr Live-Streams produziert werden. Links im Bild Dr. Johannes Völker, einer der Organisatoren des Projekts. Das Fenster im Hintergrund blickt in den Hörsaal der Klinik. Bild: Johannes Völker/ Uniklinikum Würzburg
Im Broadcast-Studio werden Bild- und Ton-Informationen, zum Beispiel live aus dem Operationssaal, zusammengestellt. Am Videomischpult im Vordergrund arbeitet hier gerade Dr. Tassilo Müller-Graff, am Audiomischpult dahinter der Informationselektroniker Michael Grünewald. Bild: Johannes Völker/ Uniklinikum Würzburg

Seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland im Frühjahr dieses Jahres sind Präsenzveranstaltungen am Uniklinikum Würzburg (UKW) nur mit deutlichen Einschränkungen möglich. „Dies stellt gerade auch die studentische Lehre vor große Herausforderung“, berichtet Prof. Dr. Dr. h.c. Rudolf Hagen. Der Direktor der HNO-Klinik des UKW nahm dies zum Anlass, mit seinem Team ein neues Konzept für eine „hybride Lehre“ zu entwickeln. Die Idee dabei ist, Präsenzveranstaltungen mit kleinerer Teilnehmerzahl so aufzubereiten, dass den Humanmedizin-Studierenden die Lehrinhalte auch per Fernzugriff vermittelt werden können – und zwar simultan und interaktiv. „Wir sind der Meinung, dass ‚asynchrone‘ Formate, wie zum Beispiel Videoaufzeichnungen, dem Anspruch von Präsenzveranstaltungen nicht gerecht werden können, da die Möglichkeit zur so wichtigen Interaktion zwischen den Dozenten und dem Auditorium fehlt“, erläutert Prof. Hagen.

 

Bisher Erfahrungen mit hausinternen Übertragungen

Bei der Suche nach einer Lösung konnte das HNO-Team auf seine schon seit dem Jahr 2006 gesammelten Erfahrungen mit der 3D-HDTV-Übertragungs-Technik zurückgreifen. Mit der entsprechenden klinikeigenen Anlage ist es möglich, sowohl makroskopische, als auch mikroskopische oder endoskopische Live-Bilder während der Operationen in den Hörsaal zu übertragen sowie über eine Audio-Anbindung mit dem Operateur synchron Rücksprache zu halten. Die bislang hausintern arbeitende Technologie wird seither sowohl für die studentische Lehre, als auch bei Operationskursen und Kongressen eingesetzt. „Unser Ziel war es, ein ähnliches Konzept mit einer Anbindung über das Internet zu entwerfen“, schildert Dr. Johannes Völker, Facharzt der Würzburger HNO-Universitätsklinik.

 

Neu: Produktion eines Broadcast-fähigen Live-Streams

Eine der Herausforderungen hierbei war es, die diversen Inhalte einer Vorlesung digital so aufzubereiten, dass sie Streaming-tauglich sind und ein annäherndes Präsenz-Erlebnis am digitalen Endgerät zu Hause bieten. Das dazu zur Verfügung stehende Bild- und Tonmaterial ist vielfältig: Aus dem Operationssaal lassen sich mehr als zehn verschiedene Videokanäle von Mikroskopen, Endoskopen und Makro-Kameras übertragen. Hinzu kommen Aufnahmen von Hörsaalkameras zur Interaktion mit dem Referenten und die Vorlesungsfolien vom Präsentations-Rechner. „Um daraus eine ausgewogene, informative ‚Sendung‘ zu generieren, installierten wir in einem bereits bestehenden Raum am Kopf des Hörsaals ein System mit einem Audio- und einem Videomischpult. Es entstand eine Art kleines Fernsehstudio“, berichtet Privatdozent Dr. Kristen Rak, Oberarzt der HNO-Klinik. Am Ende steht ein Broadcast-fähiger Stream, der über etablierte Videokonferenz- oder Streaming-Plattformen live übertragen werden kann. Zur Kommunikation in die Gegenrichtung – also von den online zuschauenden Studierenden zum Dozenten – dient die Chat-Funktion der Streaming-Plattformen.

Damit die Live-Sendungen gelingen können, müssen die Veranstaltungen hochpräzise vorbereitet werden. Und auch der personelle Aufwand für die Produktion eines Streams ist beträchtlich. Als Audioregisseur fungiert der Informationselektroniker Michael Grünewald. Sein Pendant im Videobereich – auch als Kameramann im Hörsaal – ist der Foto- und Videotechniker Michael Bogár. Beide Fachkräfte sind Mitarbeiter der HNO-Klinik. Für die Moderation wird jeweils einer der Ober- oder Fachärzte der Klinik eingesetzt. Sie nehmen die Fragen aus dem Live-Chat entgegen und stellen sie im Auditorium zur Diskussion. Das Videomischen und den eigentlichen Broadcasting-Prozess leistet Dr. Völker oder ein*e Mitarbeiter*in aus dem Pool der Vorlesungsassistent*innen.

 

Ergänzende Neugestaltung des Vorlesungsablaufs

Für das neue Konzept gestaltete das HNO-Team auch die Vorlesungsform um: Für jede Vorlesung im Laufe des Semesters wurden spezifische Lernziele vorbereitet, die über das interaktive System erreicht werden sollten. Zur Vorbereitung wurde das grundlegende Wissen als asynchrone Vorbereitungsvorlesung online eingestellt und den Studierenden kurz vor den Veranstaltungen spezifische Fachfragen übermittelt. Die gestreamten Live-Veranstaltungen präsentieren vornehmlich hierzu passende chirurgische Eingriffe inklusive einer Kommunikationsmöglichkeit mit dem Operateur. Desweiteren werden die Lernziele und zuvor gestellte Fragen vom Referenten mit entsprechenden Folien beantwortet. Für einen vorab im Rahmen eines Online-Quiz bestimmten, kleineren Anteils an Studierenden ist es weiterhin möglich, die Vorlesung auch direkt im Hörsaal zu besuchen. „Mit diesem Hybridkonzept können wir flexibel auf die aktuelle Situation der Pandemie reagieren, entsprechende Hygieneabstände und -vorschriften einhalten sowie zu gegebener Zeit auch wieder mehr vor Ort anwesende Teilnehmerinnen und Teilnehmer integrieren“, verdeutlicht Dr. Völker.

 

Seit November erfolgreich im Einsatz

Das neue Konzept wird seit Beginn des Wintersemesters 2020/21 für die Lehre der Humanmedizin-Studierenden regelmäßig eingesetzt und mit einem Online-Publikum von jeweils 80 bis 100 Teilnehmer*innen sehr gut angenommen. Das bisherige Feedback war laut Dr. Rak durchgehend positiv.

„Es zeigt sich, dass unser Konzept für hybrid ausgerichtete Präsenzveranstaltungen zukunftsfähig ist. Deshalb planen wir, das Broadcast-System des HNO-Hörsaals kontinuierlich auszubauen und den technischen Neuerungen anzupassen. Außerdem wollen wir künftig noch mehr Videokanäle und noch höhere Auflösungen der Live-Operationen online anbieten“, kündigt Prof. Hagen an.

 

Auch im Operationskurs- und Kongressprogramm nutzbar

Mit der gefundenen Lösung können nicht nur weiterhin qualitativ hochwertige Lehrinhalte für die studentische Lehre angeboten werden – auch für das Operationskurs- und Kongressprogramm der Würzburger Universitäts-HNO-Klinik lässt sich das Broadcast-System nutzen. So wird im März 2021 der 33. englischsprachige Kurs zur Mikrochirurgie des Mittelohrs und der auditorischen Implantate ebenfalls als Hybridveranstaltung ausgerichtet werden. „Wir gehen davon aus, dass wir mit dem interaktiven Broadcast ein noch größeres internationales Publikum erreichen“, nennt Prof. Hagen einen der sich abzeichnenden Vorteile der Neuerung. „Gerade unter den Aspekten der Nachhaltigkeit und des Ressourcenschutzes ist es sinnvoll, eine Option zur Teilnahme an derartigen Veranstaltungen ohne hohe Reiseaufwendungen anzubieten“, betont der Klinikdirektor. Unter dem Strich waren die initialen Ideen für eine vorübergehende Überbrückung der Pandemiezeit nach seinen Worten ein weitgreifender Anstoß zur sinnvollen Digitalisierung von Lehre und wissenschaftlichem Austausch.

 

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Prof. Dr. Georg Ertl: Ein Rückblick zum Abschied
Prof. Dr. Georg Ertl war von Anfang 2016 bis Ende 2020 der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg. Bild: Kathrin Heyer / Uniklinikum Würzburg

Nach fünf Jahren als Ärztlicher Direktor geht Prof. Dr. Georg Ertl zum Jahresende 2020 in den Ruhestand. In seiner Amtszeit waren viele Herausforderungen am Universitätsklinikum Würzburg zu meistern – vom Ringen um dessen bauliche Zukunft bis zum Management der Corona-Pandemie.

 

Am 31. Dezember dieses Jahres endet die Amtszeit von Prof. Dr. Georg Ertl als Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW). In dieser Funktion gestaltete er seit Januar 2016 als Vorsitzender des vierköpfigen Vorstands die Geschicke des Klinikums und seiner aktuell über 7.000 Beschäftigten maßgeblich mit. „Eines der umfangreichsten Themen in den vergangenen Jahren war sicher das – zum Glück letztlich von Erfolg gekrönte – Ringen um die bauliche Zukunft des UKW“, urteilt der „ÄD“ rückblickend. Dabei waren kritische Entscheidungen zu treffen – allen voran die über den Standort des Neubaus für die mit 50 Betriebsjahren veraltete Kopfklinik des UKW. „In die Planungen dazu waren schon erhebliche Mittel geflossen, aber es zeigte sich mehr und mehr, dass der Verbleib der betroffenen Kliniken während der Bauphase nicht zu lösen war“, berichtet Prof. Ertl. Stattdessen wurden der Ankauf des sogenannten Erweiterungsgeländes Nord und damit Neubauten auf der „grünen Wiese“ projektiert. Durch das dort zusätzlich geplante Zentrum Frauen-Mutter-Kind verdoppelten sich die zu erwartenden Kosten. „Das war politisch schwierig durchzusetzen. Neben einiger Geduld und Beharrlichkeit waren hierfür sehr viele Überzeugungsgespräche erforderlich. Ein Segen war, dass wir dabei auf die wertvolle Unterstützung unserer Politikerinnen und Politiker, insbesondere auch der damaligen Landtagspräsidentin Barbara Stamm zählen konnten“, schildert Ertl. Ein besonders erfreulicher Moment war für ihn die Erteilung der Planungsaufträge für die ersten Bauabschnitte der beiden Klinikneubauten durch das bayerische Wissenschaftsministerium im Juli dieses Jahres. „Aktuell stehen wir unmittelbar vor dem Architektenwettbewerb. Wenn ich Glück habe, erlebe ich noch, dass die ersten Gebäude auf dem Nordgelände in Betrieb gehen“, schmunzelt der drahtige Siebzigjährige.

 

Medienarbeit zur Behandlung der Axtattentat-Opfer

In völlig anderer Weise fordernd waren für ihn die Umstände um das Axtattentat vom 18. Juli 2016. Bei dem islamistisch motivierten Anschlag in einer Regionalbahn bei Würzburg wurde eine fünfköpfige Hongkonger Familienreisegruppe teilweise schwer verletzt. Vier der Opfer wurden am UKW behandelt. „Neu für uns war das enorme internationale Medieninteresse“, erinnert sich Prof. Ertl und fährt fort: „In unserer Öffentlichkeitsarbeit ging es darum, den Balanceakt zwischen den Patientenrechten und dem Recht der Allgemeinheit auf Information zu meistern.“ Hilfreich bei den vielen Interviews war für ihn nach eigenen Worten, dass er nicht nur ziemlich stressresistent, sondern als Wissenschaftler auch darin geübt ist, Themen in öffentlichen Auftritten zu vertreten. „Außerdem war es für mich sehr beruhigend zu wissen, dass ich mich bei der von der Öffentlichkeit sehr genau beobachteten medizinischen Behandlung der Opfer zu 100 Prozent auf die Ärzte des UKW verlassen konnte“, unterstreicht Ertl. Insgesamt habe er die Kooperation mit den Medien als sehr positiv erlebt, viel dazugelernt und gerade auch in der lokalen Presse „fantastische Partner“ gefunden.

 

Corona: Optimale Versorgung auch unter Pandemiebedingungen

Die jüngste große Herausforderung für den ÄD ist die seit diesem Frühjahr auch am UKW zu managende Covid-19-Pandemie. „Unser Job war und ist es, auch unter diesen erschwerten Bedingungen eine optimale Versorgung aller Patentinnen und Patienten zu gewährleisten“, beschreibt Ertl und ergänzt: „Das Alltagsgeschäft läuft für unsere Beschäftigten weiter, das Corona-Problem kommt ‚on top‘ dazu.“ Auch hier liegt die Lösung nach seinen Angaben in guter Teamarbeit. „Beim Anpassen der jeweiligen Maßnahmen an die sich ständig ändernde Situation konnten wir uns auf das Know-how und die Einsatzfreude vieler Kolleginnen und Kollegen stützen, beispielsweise auf Prof. Dr. Ulrich Vogel, den Stabsstellenleiter für Krankenhaushygiene, oder Prof. Dr. Thomas Wurmb, den Leiter der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin, sowie natürlich auch auf meinen Stellvertreter, Prof. Dr. Ralf-Ingo Ernestus“, zeigt sich Prof. Ertl dankbar.

Zu den Höhepunkten der ersten Pandemiewelle widmete der Direktor schätzungsweise 80 Prozent seiner Arbeitszeit den Problemen rund um Corona. „Dadurch mussten andere Dinge, wie zum Beispiel die wissenschaftliche Arbeit, stagnieren – das war herb“, sagt Ertl. Gleichzeitig brachte die Krise aus seiner Sicht auch Chancen mit sich. So habe die Pandemie Impulse für eine in Teilbereichen noch bessere Organisation von Prozessen am UKW gegeben. „Außerdem haben wir gelernt, quasi ‚aus dem Stand‘ Forschung zu machen, die innerhalb von Monaten beim Patienten ankommt. Dazu haben sich die Uniklinika deutschlandweit zusammengetan und stellen einen bedeutenden Teil ihrer Ressourcen der Corona-Forschung zur Verfügung. Durch dieses Engagement wird man innerhalb kürzester Zeit sehr viel mehr von Epidemien verstehen. An diesem Prozess beteiligt gewesen zu sein, hat mir auch Spaß gemacht“, gesteht der Professor.

 

Einsatz für ein altersgerechtes Krankenhaus

Neben diesen „Top-Themen“ hatte er in seine Amtszeit viele weitere wichtige, aber weniger plakative Aufgaben am Klinikum im Blick. So lag ihm beispielsweise das „altersgerechte Krankenhaus“ sehr am Herzen. „Als Internist habe ich in meiner Laufbahn gesehen, dass unsere Patienten im Schnitt pro Jahrzehnt 2,5 Jahre älter werden. Patienten mit Herzschwäche haben aktuell einen Altersdurchschnitt von 75 Jahren und fünf zusätzliche Erkrankungen. Dadurch wird die Medizin immer interdisziplinärer“, weiß Ertl. Speziell in den letzten zwei Jahren setzt sich das UKW verstärkt dafür ein, mit neuen Konzepten und vielen Einzelmaßnahmen Lösungen für die mit dem demografischen Wandel verbundenen Probleme in der Patientenversorgung zu finden.

Wie in allen Bereichen der Gesellschaft gewinnt auch im Krankenhausalltag die Digitalisierung mehr und mehr Bedeutung. „Ich habe mich in den vergangenen Jahren intensiv für die Nutzung von IT in der Patientenversorgung eingesetzt, aber immer auch deutlich gemacht, dass die Informatik in der Medizin eine Hilfswissenschaft bleiben muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir zukünftig einen ‚Facharzt für Digitale Medizin‘ brauchen, der beide Ansätze und Denkweisen zu einem barrierefreien Ganzen zusammenführt“, erklärt Prof. Ertl.

 

Zeiten starken personellen Wechsels

Die letzten Jahre am UKW waren ferner geprägt von zahlreichen personellen Wechseln in der Führungsebene – im Vorstand ebenso wie bei Klinikdirektoren und Bereichsleitern. Ertl: „Ich bin glücklich, dass es uns in allen Fällen gelungen ist, die Stellen mit exzellenten Persönlichkeiten zu besetzen, insbesondere auch mit Prof. Dr. Stefan Frantz in meiner Nachfolge als Direktor der Medizinischen Klinik I sowie mit Prof. Dr. Christoph Maack, der mich als Sprecher des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz ablöste“. Das letztgenannte DZHI – im Jahr 2011 als gemeinsame Einrichtung der Würzburger Universität und des UKW eröffnet – gehört zu Prof. Ertls persönlichen Lieblingsprojekten. „Ein Bestandteil meiner Arbeit als Ärztlicher Direktor war es, nach der Startfinanzierung dazu beizutragen, diese so wichtige Einrichtung zu verstetigen – ein Ziel, das nun Gott sei Dank in greifbarer Nähe ist“, zeigt sich der Kardiologe optimistisch.

 

In Zukunft keine Langeweile

Das DZHI wird auch in Zukunft eine bedeutende Rolle für ihn spielen. „Ich werde als Seniorprofessor dorthin zurückkehren, um meine Forschungsvorhaben weiterzutreiben und das Einwerben von Fördergeldern zu unterstützen“, kündigt Prof. Ertl an. Außerdem bleibt er dem Gesundheitswesen als Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin verbunden. Und dann gibt’s da auch noch Sport und Kunst sowie nicht zuletzt Familie und Freunde, auf die er sich freut.

Die Nachfolge als Ärztlicher Direktor des UKW wird zum 1. Januar 2021 Prof. Dr. Jens Maschmann antreten. Der Kinderarzt arbeitete zuletzt als Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Jena.

 

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Uniklinikum Würzburg: Corona-Impfung der exponierten Beschäftigten gestartet

Heute startete die Impfung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Uniklinikums Würzburg gegen das Covid-19-Virus. Als erste erhielt Martina Nembach, eine der Intensiv-Krankenpflegerinnen der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, den von der Firma BioNTech hergestellten Impfstoff.

Martina Nembach ist die erste Mitarbeiterin des Uniklinikums Würzburg, die gegen den Corona-Virus geimpft wurde. Die Impfung führte der Arzt David Kern aus dem 19-köpfigen Impfteam des Klinikums durch. Bild: Julia Weimert / Uniklinikum Würzburg

Gestern trafen die ersten 200, vom Bayerischen Gesundheitsministerium für die Stadt und den Landkreis Würzburg vorgesehenen Corona-Impfdosen in Würzburg ein. Heute, am 27. Dezember 2020, startete auch die Impfung der Mitarbeiter*innen des Uniklinikums Würzburg (UKW). Als erste Empfängerin des Klinikums erhielt um 14:00 Uhr Martina Nembach den von der Firma BioNTech hergestellten Wirkstoff. Die 50-Jährige arbeitet als Krankenpflegerin auf der Intensivstation M51 der Medizinischen Klinik und Poliklinik I. Verabreicht wurde die muskuläre Injektion von David Kern, einem Arzt aus dem 19-köpfigen Impfteam des UKW.

„Unser Plan ist es, zunächst vorrangig diejenigen Kolleginnen und Kollegen zu schützen, die einem hohen Corona-Risiko ausgesetzt sind“, erläutert Prof. Dr. Georg Ertl. Der Ärztliche Direktor des UKW fährt fort: „Das betrifft in erster Linie Beschäftigte, die an der unmittelbaren Versorgung von Covid-19-Patienten beteiligt sind. Dazu gehören neben den Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten auch andere Berufsgruppen.“

Dabei macht Ertl auch deutlich, dass für die Beschäftigten des Uniklinikums keine Impfpflicht bestehe. „Allerdings hoffen wir im Vorstand, durch umfassende Aufklärung eine möglichst hohe Impfquote zu erreichen“, unterstreicht der Direktor. Der Start der Kampagne am UKW stimmt hierzu schon mal optimistisch: Laut der Terminvergabe werden die dem Klinikum zugewiesenen Impfdosen bis spätestens zum Nachmittag des 28. Dezembers 2020 an Interessierte der Berufsrisikogruppe I verabreicht sein.

Die Verfügbarkeit der entsprechenden Impfstoffe vorausgesetzt, will das UKW alle Impfwilligen unter seinen Beschäftigten innerhalb der kommenden drei Monate impfen.

 

 

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Mit Hemibodies gegen Krebs

Die aus der Universität entstandene Cherry Biolabs GmbH entwickelt eine neuartige Immuntherapie gegen Krebs. Mit der MorphoSys AG als Lizenzpartner soll diese Therapie in die klinische Anwendung gebracht werden.

Seit 2005 arbeitet ein Team um die Würzburger Mediziner Professor Gernot Stuhler und Dr. Thomas Bumm an einer neuartigen Immuntherapie gegen Krebs. Im Mittelpunkt stehen Fragmente von Antikörpern, sogenannte Hemibodies, die mit höchster Präzision zwischen Tumorzellen und gesundem Gewebe unterscheiden können.

Konkret handelt es sich um jeweils zwei Antikörperfragmente, die auf der Oberfläche der Tumorzellen zu einer funktionalen Einheit zusammenfinden. Erst in dieser Form erlangen sie die Eigenschaft, das Immunsystem zur Zerstörung der bösartigen Zellen zu stimulieren.

„Hemibodies adressieren keine einzelnen Zielmoleküle, sondern Antigen-Kombinationen, die für Tumorzellen hochspezifisch sind“, erklärt Stuhler. Diese Innovation erlaube es, Tumorzellen anzugreifen, die bislang als immunologisch nicht ansprechbar gelten. Damit soll eine Immuntherapie ermöglicht werden, die sicher ist und wenig Nebenwirkungen zeigt. Hemibodies könnten gegen Blutkrebs und unterschiedlichste Tumore eingesetzt werden.

Universität hat Firmengründung unterstützt

Um diese medizinische Innovation auf den Markt und damit zu möglichst vielen Patientinnen und Patienten zu bringen, haben Stuhler und Bumm 2019 die Cherry Biolabs GmbH gegründet. Gefördert wurden sie durch die GO-Bio-Gründungsoffensive Biotechnologie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Begleitet und unterstützt bei der Gründung wurden und werden sie vom Servicezentrum Forschung und Technologietransfer der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg. Die Universität hat dem Unternehmen die weltweiten Vermarktungsrechte für die Hemibody- echnologie erteilt.

Erste Lizenzvereinbarung abgeschlossen

In diesen Tagen haben die Cherry Biolabs GmbH und die MorphoSys AG den Abschluss einer Lizenzvereinbarung bekanntgegeben. Die Vereinbarung räumt MorphoSys die Rechte ein, die Hemibody-Technologie für sechs exklusive Zielmoleküle zu nutzen. Cherry wurde bei den Verhandlungen zum Abschluss dieser ersten, für das Unternehmen wichtigen Lizenzvereinbarung von EMBL Ventures vertreten.

„Mit MorphoSys haben wir einen sehr starken und kompetenten Lizenzpartner gefunden, der das Potenzial dieses neuen Behandlungsansatzes nutzen will. Wir sind zuversichtlich, dass MorphoSys dieses innovative Konzept in die Klinik bringen und einen spürbaren Unterschied für Patientinnen und Patienten bewirken wird“, freut sich Cherry Biolabs CEO Gernot Stuhler.

„Wir sind im Rahmen unserer Forschungsaktivitäten kontinuierlich auf der Suche nach neuen, innovativen Technologien, die die firmeneigene Pipeline um differenzierte, wirksamere und sicherere antikörperbasierte Therapeutika erweitern. Die Lizenzvereinbarung mit Cherry Biolabs ist ein wichtiger Schritt zur Entwicklung neuer Therapien für Krebspatienten mit ungedecktem medizinischem Bedarf“, sagt Dr. Jean-Paul Kress, Vorstandsvorsitzender von MorphoSys.

Das Unternehmen wolle die Hemibody-Technologie im Rahmen seines CyCAT® (Cytotoxic Cell Activation at Tumor) Dual-Targeting-Konzeptes anwenden, um neuartige Behandlungsoptionen für Patientinnen und Patienten mit hämatologischen und soliden Tumoren zu erforschen und voranzutreiben.

„Die Universität Würzburg und das Universitätsklinikum sind sehr daran interessiert, dass relevante Fortschritte für Krebspatientinnen und Krebspatienten erzielt werden. Mit der Weiterentwicklung der Hemibody-Technologie sind wir diesem Ziel einen Schritt nähergekommen“ erklärt Professor Hermann Einsele, Vizepräsident der JMU.

Förderer der Hemibody-Technologie

Das aus der JMU entstandene Unternehmen strebt den Aufbau einer eigenen Medikamentenpipeline und die Auslizenzierung der Technologie auf Basis der jeweiligen Zielmoleküle an. Das am weitesten fortgeschrittene Programm von Cherry Biolabs ist ein Hemibody-Paar zur Behandlung des Multiplen Myeloms, einer seltenen bösartigen Erkrankung des Knochenmarks. Hier wird 2022 die erste Anwendung bei Patientinnen und Patienten erwartet.

Die Entwicklung der Hemibody-Technologie wurde neben der GO-Bio-Gründungsoffensive durch den Bayerischen m4-Award, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Würzburger Medizinische Klinik II und den Würzburger Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ gefördert.
 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 22.12.2020

Universitätsklinikum Würzburg: Ärztlicher Direktor Professor Georg Ertl übergibt sein Amt zum 1. Januar 2021 an Professor Jens Maschmann

Wissenschaftsminister Bernd Sibler dankt scheidendem Ärztlichem Direktor für engagierte Arbeit und begrüßt Nachfolger

Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) bekommt zum 1. Januar 2021 einen neuen Ärztlichen Direktor: Prof. Dr. med. Georg Ertl übergibt sein Amt an seinen Nachfolger Prof. Dr Jens Maschmann. Wissenschaftsminister Bernd Sibler dankte dem scheidenden Ärztlichen Direktor für seinen großen Einsatz und begrüßte zugleich den künftigen.

„Prof. Dr. Georg Ertl ist ein herausragender Wissenschaftler und Klinikdirektor“

Wissenschaftsminister Bernd Sibler würdigte Professor Ertl als „Mediziner aus Leidenschaft“ und als „herausragenden Wissenschaftler und Klinikdirektor, der auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Klinikumsvorstands Maßstäbe gesetzt hat.“ Der Minister betonte:„Professor Ertl hat während seiner fünfjährigen Amtszeit die Weiterentwicklung des Universitätsklinikums Würzburg maßgeblich geprägt, er hat in vielerlei Hinsicht für die Würzburger Universitätsmedizin Großes geleistet.“ Die Errichtung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz bleibe mit seinem Namen ebenso verbunden wie der Aufbruch des Universitätsklinikums Würzburg auf das ‚Erweiterungsgelände Nord‘. Dafür seien in Professor Ertls Amtszeit die entscheidenden Weichen gestellt worden. Minister Sibler habe in ihm stets einen verlässlichen und konstruktiven Partner des Freistaats gefunden. „Im letzten Jahr seiner fünfjährigen Amtszeit hat Professor Ertl als hochprofessioneller Krisenmanager das Universitätsklinikum Würzburg in der Corona-Pandemie geführt. Damit hat er uns zu jedem Zeitpunkt tief beeindruckt. Ich wünsche ihm einen erfüllten Ruhestand und bin sicher, dass er die Fachdisziplinen, in denen er an führender Stelle präsent ist, weiter prägen wird.“

Prof. Dr. Georg Ertl wirkte nach seinem Medizinstudium in Mainz und Graz als Arzt und Professor an den Universitäten Würzburg und Heidelberg. 1999 kehrte der profilierte Kardiologe als Lehrstuhlinhaber und Klinikdirektor nach Würzburg zurück. Am 1. Januar 2016 übernahm er für fünf Jahre das Amt des Ärztlichen Direktors des Universitätsklinikums. Der mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftler ist u.a. Mitglied der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer und der Deutschen Herzstiftung.

„Prof. Dr. Jens Maschmann ist ausgezeichneter Wissenschaftler und erfahrener Klinikmanager“

„Jeder Abschied bedeutet zugleich einen Neuanfang. In diesem Sinne freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit dem künftigen Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Jens Maschmann. Mit ihm konnten wir einen ausgezeichneten Wissenschaftler und zugleich einen erfahrenen Klinikmanager gewinnen. Seine Erfahrungen aus der langjährigen Tätigkeit als Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Jena werden der Würzburger Universitätsmedizin gerade in der aktuellen Situation zugutekommen. Ich wünsche ihm einen guten Start in dieser sehr herausfordernden Pandemiezeit und ein erfolgreiches Wirken als Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg“, heißt Wissenschaftsminister Sibler den Nachfolger an der Spitze des UKW willkommen.

Professor Dr. Maschmann war nach seinem Medizinstudium in Tübingen und Bordeaux zunächst als Kinderarzt an den Universitätskliniken Tübingen und Würzburg tätig. In der Folgezeit arbeitete er an verschiedenen Kliniken innerhalb und außerhalb der Hochschulmedizin und habilitierte sich im Fach Kinderheilkunde. Seit November 2014 war er hauptamtlicher Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Jena.


Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vom 21.12.2020

Uniklinikum Würzburg verhängt Besuchsverbot

Ab 19. Dezember ist der Besuch von Patienten mit wenigen Ausnahmen untersagt. Das Universitätsklinikum bittet um Verständnis!

Aufgrund der aktuellen besorgniserregenden Entwicklung der COVID-19-Infektionen hat sich der Vorstand des Universitätsklinikums Würzburg entschieden, ein generelles Besuchsverbot auszusprechen, das am Samstag, 19. Dezember 2020 beginnt.

Ausgenommen sind hiervon der Kreißsaal (nicht die Geburtsstationen) und die Kinderklinik für engste Angehörige. Das Besuchsverbot betrifft nicht die Palliativstationen und die Begleitung Sterbender. Zudem ist es den Klinikleitungen vorbehalten, in begründeten Fällen weitere Ausnahmen zuzulassen.

 

Die Dauer des Besuchsverbots gilt vorerst bis zum 10.01.2021.

Ausgenommen sind Heiligabend und der 1. Weihnachtsfeiertag (24.12./25.12.2020). An diesen beiden Feiertagen gilt die Regel, dass Patienten einen Besucher pro Tag für 1 Stunde empfangen dürfen. Dabei sind die Hygiene- und Schutzmaßnahmen einzuhalten: der am Eingang der Kliniken ausgegebene medizinische Mund-Nasen-Schutz ist während des ganzen Aufenthalts in der Klinik zu tragen, zudem ist auf die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 m zu achten. Es erfolgt weiterhin auch die Registrierung der Besucher mittels Fragebogen, der persönliche Daten erfasst, um im Fall eines Corona-Ausbruchs zu helfen, die Infektionswege nachzuverfolgen und so eine weitere Ausbreitung zu verhindern.


Das Uniklinikum bittet um Verständnis für diese Maßnahmen. Es ist uns bewusst, dass sie insbesondere in dieser Jahreszeit eine große Härte für unsere Patienten und deren Angehörige bedeuten. Aber zum Schutz unserer Patienten und der Beschäftigten, die durch die Pandemie einer besonders hohen Belastung ausgesetzt sind, sind sie leider unvermeidlich!