Neue Forschungsergebnisse zur Entstehung von Angststörungen und deren biologischen Grundlagen

Im Mittelpunkt der in Nature Genetics veröffentlichte Studie stehen genetische und neurowissenschaftliche Erkenntnisse, die zeigen, dass Angststörungen nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen sind.

Stattdessen entsteht eine erhöhte Anfälligkeit durch das Zusammenspiel vieler genetischer Varianten, die jeweils nur kleine Effekte haben, sowie durch Umwelt- und Entwicklungsfaktoren.

Die Studie macht deutlich, dass diese genetischen Risikofaktoren mit bestimmten Hirnprozessen und Signalwegen verknüpft sind, die an der Verarbeitung von Bedrohung, Stress und Emotionsregulation beteiligt sind. Besonders betroffen sind dabei Netzwerke im Gehirn, die die Reaktion auf Angst steuern und normalerweise helfen, Angst angemessen zu regulieren.

Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse, dass Angststörungen als komplexe, biologisch mitgeprägte Erkrankungen zu verstehen sind, bei denen viele kleine Einflussfaktoren zusammenwirken. Dieses bessere Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen soll langfristig dazu beitragen, gezieltere und individuellere Präventions- und Behandlungsansätze zu entwickeln.

Weitere Details liefert die Pressemeldung

Publikation: Strom, N.I., Verhulst, B., Bacanu, SA. et al. Genome-wide association study of major anxiety disorders in 122,341 European-ancestry cases identifies 58 loci and highlights GABAergic signaling. Nat Genet (2026). https://doi.org/10.1038/s41588-025-02485-8

Collage von vier einzelnen Porträts
Prof. Jürgen Deckert (2. v.l.) ist u. a. Letztautor der genetischen Studie zu Angsterkrankungen. Aus Würzburg waren außerdem Privatdozentin Heike Weber (2.v.r), Prof. Angelika Erhardt-Lehmann und Prof. Paul Pauli an dem internationalen Forschungsprojekt beteiligt. Collage mit Bildern von Main-Post (Thomas Obermeier), JMU (Jonas Blank), UKW

Prof. Jürgen Deckert (2. v.l.) ist u. a. Letztautor der genetischen Studie zu Angsterkrankungen. Aus Würzburg waren außerdem Privatdozentin Heike Weber (2.v.r), Prof. Angelika Erhardt-Lehmann und Prof. Paul Pauli an dem internationalen Forschungsprojekt beteiligt. Collage mit Bildern von Main-Post (Thomas Obermeier), JMU (Jonas Blank), UKW