Schwache Handkraft als Warnsignal für psychische Erkrankungen

Die Griffstärke gilt bereits als allgemeiner Marker für körperliche Fitness und wird zunehmend auch im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit betrachtet.

Kann die Handkraft also als einfach messbarer körperlicher Parameter Hinweise auf psychische Erkrankungen liefern? Das wurde in einer internationalen Studie unter der Leitung von Sebastian Walther untersucht. 

Die Studie zeigt, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Schizophrenie im Durchschnitt eine geringere Handkraft aufweisen als gesunde Vergleichspersonen. Besonders interessant ist dabei, dass diese reduzierte Muskelkraft nicht nur während einer akuten depressiven Episode besteht, sondern auch nach überstandener Erkrankung fortbestehen kann.

Dies deutet darauf hin, dass psychische Erkrankungen möglicherweise mit längerfristigen körperlichen Veränderungen verbunden sind, die über die eigentliche Krankheitsphase hinausreichen. Die Forschenden diskutieren daher, ob die Handkraft als einfaches Warnsignal für psychische Belastungen oder auch für eine eingeschränkte körperliche Gesundheit dienen könnte.

Gleichzeitig betonen sie, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um zu klären, ob die verminderte Handkraft ursächlich mit der Erkrankung zusammenhängt oder durch Faktoren wie reduzierte Aktivität oder veränderte motorische Kontrolle entsteht.

Insgesamt legt die Studie nahe, dass ein so einfacher Test wie die Messung der Handkraft künftig helfen könnte, psychische Erkrankungen besser einzuordnen und deren körperliche Auswirkungen früher zu erkennen.

Zur Pressemeldung

Publikation: Sofie von Känel, Anastasia Pavlidou, Niluja Nadesalingam, Victoria Chapellier, Melanie G. Nuoffer, Lydia Maderthaner, Alexandra Kyrou, Alexios Malifatouratzis, Florian Wüthrich, Stephanie Lefebvre, Victor Pokorny, Zachary Anderson, Stewart A. Shankman, Vijay A. Mittal, Sebastian Walther. Transdiagnostic Patterns of Grip Strength in Schizophrenia, Current Depression, and Remitted Depression. JAMA Psychiatry. Published Online: March 18, 2026, doi: 10.1001/jamapsychiatry.2026.0144

Person hält elektronischen Manometer, andere Person misst die Zeit
Für die Studie wurden in Bern und Boston einheitliche elektronische Manometer verwendet sowie eine identische Messmethodik. Hier eine Szene aus der Schweiz. © Phil Wenger

Für die Studie wurden in Bern und Boston einheitliche elektronische Manometer verwendet sowie eine identische Messmethodik. Hier eine Szene aus der Schweiz. © Phil Wenger