ADHS und das metabolische Syndrom: Kardiovaskuläre Risiken bei Erwachsenen mit ADHS

ADHS wird meist mit den Kernsymptomen der Unaufmerksamkeit, motorischer Unruhe, Impulsivität und psychischen Belastungen in Verbindung gebracht. Zunehmend rückt jedoch auch die körperliche Gesundheit in den Fokus.

Im Rahmen der KoR-ADHS Studie (Kardiovaskuläre Regulation bei ADHS), die aus dem von der DFG geförderten UNION-CVD Clinician Scientist Programm hervorging, untersuchte das Forscherteam um Georg Ziegler nun, ob Erwachsene mit ADHS bereits in mittlerem Lebensalter häufiger kardiovaskuläre Risikofaktoren aufweisen. Dazu wurden in der Querschnittsstudie 83 Erwachsene mit ADHS mit 82 gesunden Kontrollpersonen verglichen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die ADHS-Gruppe etwa doppelt so häufig die Kriterien eines metabolischen Syndroms erfüllte. Darüber hinaus wiesen die Teilnehmenden mit ADHS einen leicht erhöhten nächtlichen Blutdruck und eine höhere durchschnittliche Herzfrequenz auf. Weitere Analysen deuten darauf hin, dass impulsives Essverhalten und ein höherer Body-Mass-Index zu diesem erhöhten Risiko beitragen könnten.

Die Studie unterstreicht, dass ADHS nicht ausschließlich die psychische Gesundheit betrifft. Vielmehr sprechen die Ergebnisse dafür, kardiovaskuläre Risikofaktoren bei Erwachsenen mit ADHS frühzeitig im Blick zu behalten und präventive Maßnahmen einzuleiten.

Publikation: Georg C. Ziegler, Katharina Kürten, Karla Roshop, Matthias Nieberler, Bodo Warrings, Sarah Kittel-Schneider, Klaus-Peter Lesch, Martin J. Herrmann, Stefan Störk & Jürgen Deckert. ADHD and metabolic syndrome: behavioral and weight-related pathways to cardiovascular risk. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci (2026). https://doi.org/10.1007/s00406-026-02246-6

Säulendiagramm zur Verteilung der BMI-Kategorien bei Personen mit ADHS (schwarz) und gesunden Kontrollpersonen (HC, hell). Auf der x-Achse sind die BMI-Kategorien dargestellt (<18,5; 18,5–24,9; 25–29,9; ≥30), auf der y-Achse der Anteil in Prozent. In der Normalgewichtsgruppe (BMI 18,5–24,9) ist der Anteil bei den Kontrollpersonen deutlich höher (70,7 %) als bei Personen mit ADHS (39,8 %). Dagegen sind bei ADHS Übergewicht (BMI 25–29,9: 37,3 % vs. 23,2 %) und Adipositas (BMI ≥30: 19,3 % vs. 2,4 %) häufiger. Untergewicht (BMI <18,5) tritt in beiden Gruppen nahezu gleich häufig auf (3,6 % bzw. 3,7 %).
Neben den Hauptergebnissen wurde in der Studie auch der bekannte Zusammenhang zwischen ADHS und Adipositas repliziert: 57 Prozent der ADHS-Kohorte (ADHD) lag im Bereich Übergewicht oder Adipositas (BMI ≥ 25), während dies in der gesunden Kontrollkohorte (HC) nur bei 26 Prozent der Fall war.

Neben den Hauptergebnissen wurde in der Studie auch der bekannte Zusammenhang zwischen ADHS und Adipositas repliziert: 57 Prozent der ADHS-Kohorte (ADHD) lag im Bereich Übergewicht oder Adipositas (BMI ≥ 25), während dies in der gesunden Kontrollkohorte (HC) nur bei 26 Prozent der Fall war.