Strukturierte, multidisziplinäre Versorgungsprogramme könnten die langfristigen Behandlungsergebnisse verbessern. HI-PLUS ist eine praxisnahe Studie, die untersucht, ob eine komplexe Versorgungsintervention die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz verbessern kann. In der Fachzeitschrift „Clinical Research in Cardiology beschreibt das Studienteam aus dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI), dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B), dem Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Controlling und interne Unternehmensrechnung und der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke das Studiendesign sowie die Ergebnisse einer vorgeschalteten Machbarkeitsstudie.
HI-PLUS ist eine cluster-randomisierte, kontrollierte Studie mit zwei parallelen Studienarmen. Die Cluster bestehen jeweils aus einer kardiologischen Praxis und bis zu fünf hausärztlichen Praxen bestehen. Die Kontrollgruppe erhält die leitliniengerechte Standardversorgung. In der Interventionsgruppe wird diese durch fünf Elemente ergänzt: Einer Betreuung durch speziell qualifizierte nichtärztliche Fachkräfte für Herzinsuffizienz (HI-MFA), ein von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifizierter Lehrgang für HI-MFA, eine eHealth-Plattform für Telemonitoring und die Erfassung von Symptomen, tragbare telemedizinische Geräte bei Bedarf sowie eine verbesserte Kommunikation zwischen Kardiologinnen und Kardiologen sowie Hausärztinnen und Hausärzten, unterstützt durch die HI-MFA und die eHealth-Plattform.
Primärer Endpunkt ist die Veränderung der herzinsuffizienzspezifischen Lebensqualität nach zwölf Monaten, gemessen anhand des Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire Overall Summary Score (KCCQ-OSS). Eine vor Beginn der Patientenrekrutierung durchgeführte Pilot-Machbarkeitsstudie bestätigte, dass die geplanten Studienabläufe praktikabel und von den Beteiligten gut akzeptiert sind.
Insgesamt wurden 712 Patientinnen und Patienten in die bundesweite HI-PLUS-Studie eingeschlossen, von denen 585 die zwölfmonatige Nachbeobachtung absolvierten. Mit deren Abschluss beginnt jetzt die wissenschaftliche Auswertung. Erweist sich das Versorgungskonzept als wirksam, könnte es als skalierbares Modell für eine integrierte Versorgung von Menschen mit Herzinsuffizienz in ganz Deutschland dienen.
Details zum Abschluss der Nachbeobachtung liefert die Pressemeldung vom 28.07. 2026.
Publikation: Martha Schutzmeier, Viktoria Rücker, Jonas Widmann, Peer Papior, Lisa Kimmelmann, Fabian Kerwagen, Lorenz Heil, Helena Manger, Andrea Szczesny, Yannick Maaser, Bettina Zippel-Schultz, Thomas Helms, Peter U Heuschmann & Stefan Störk. HI-PLUS: design of a cluster-randomized trial evaluating structured case management with telemonitoring to improve quality of life in heart failure. Clin Res Cardiol (2026). https://doi.org/10.1007/s00392-026-02904-8