Neben medikamentösen Therapien und medizinischer Rehabilitation werden auch nicht-medikamentöse Ansätze untersucht, darunter gemeinschaftliches Singen, das Atemkontrolle, Körperwahrnehmung und soziale Interaktion fördern kann.
J. Matt McCrary vom Institut für Klinische Genetik und Genommedizin hat als Letztautor in einem Cochrane Review die Wirksamkeit und Sicherheit von Singangeboten für Erwachsene mit chronischen Atemwegserkrankungen untersucht. Dazu wertete er mit seinen Kooperationspartnerinnen und -partnern randomisierte und quasi-randomisierte kontrollierte Studien aus, in denen Singen mit keiner Intervention, der üblichen Versorgung oder anderen Kontrollbedingungen verglichen wurde. In die Analyse wurden Studien mit Erwachsenen mit chronischen Atemwegserkrankungen, insbesondere COPD, einbezogen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Singen möglicherweise einen positiven Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität und bestimmte Aspekte der Atemwegsbeschwerden haben kann. Die Evidenzqualität wurde jedoch aufgrund der begrenzten Anzahl und Größe der verfügbaren Studien sowie methodischer Unsicherheiten als niedrig bis moderat bewertet. Hinsichtlich körperlicher Leistungsfähigkeit, Lungenfunktion und unerwünschter Ereignisse konnten keine eindeutigen Schlussfolgerungen gezogen werden. Die Autorinnen und Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass weitere gut geplante, größere Studien notwendig sind, um den Nutzen von Singen bei Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen besser zu beurteilen.
Publikation: Mette Kaasgaard, Stephen Clift, Camilla Hansen Nejstgaard, Kirsten Buch Rasmussen, Katarzyna Grebosz-Haring, Helene Louise Hartmeyer, Morten Hostrup, Arne Bathke, J. Matt McCrary. Singing for adults with chronic respiratory disease. Cochrane Database Syst Rev. 2026 May 6;5(5):CD016265. https://doi.org/10.1002/14651858.CD016265