Unter dem Motto „Krankheiten erforschen – Gesundheit erhalten“ lädt die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) in Kooperation mit dem Institut für klinische Epidemiologie und Biometrie der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg vom 20. bis 22. September 2021 zur 16. Jahrestagung der DGEpi ein. Die Veranstaltung findet als digitaler Kongress statt.
Das Motto passt nicht nur zur aktuellen Corona-Pandemie; immer stärker rückt das Thema Prävention auch als wichtige Maßnahme zur Vorbeugung von übertragbaren und nicht-übertragbaren Erkrankungen in den Vordergrund. In Vorträgen und Workshops werden während des dreitägigen Kongresses offene Fragen zu Krankheitsentstehung, Krankheitsverläufen und Therapien aufgegriffen und von den teilnehmenden Epidemiologinnen und Epidemiologen gemeinsam diskutiert. Zur digitalen Konferenz werden über 300 Teilnehmende erwartet.
Workshops, Tutorien und Vorträge für Fachleute
„Die Bedeutung der Epidemiologie wurde uns allen in der jetzigen Pandemie noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt. Die Epidemiologie hat mit der Erhebung von Daten zu Entstehung und Verlauf der Corona-Erkrankung entscheidend zur Bewältigung der Pandemie beigetragen,“ so Professor Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät der JMU und Präsident des Medizinischen Fakultätentages. Er betont auch den wichtigen Stellenwert der Epidemiologie in der zukünftigen Ausbildung der Medizinstudierenden.
„Wir sind gespannt auf drei hochkarätige Keynotes, zahlreiche thematisch vielfältige Workshops, Tutorien und Vorträge. Die Schnittstellen und Interaktionen mit den Institutionen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sind von hoher Bedeutung und dringender Aktualität, nicht nur zu Pandemiezeiten“, erläutert Professorin Eva Grill, Präsidentin der DGEpi und verweist auf den anschließenden Bayerischen Kongress für den Öffentlichen Gesundheitsdienst.
Zunehmende Bedeutung der Fachdisziplin
Professor Peter Heuschmann, Tagungspräsident und Vorstand des Instituts für klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) der JMU, betont die zunehmende Bedeutung der Fachdisziplin Epidemiologie: „Die Forschungsschwerpunkte des IKE-B umfassen die Bereiche klinische Epidemiologie, Versorgungsforschung, Digitalisierung, Präventionsforschung sowie klinische Forschung.“ Aus diesem Grund wurde das Motto der DGEpi 2021 „Krankheiten erforschen – Gesundheit erhalten“ gewählt. „Dieser Leitgedanke verdeutlicht, wie wir als Epidemiologinnen und Epidemiologen in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen Disziplinen die relevanten Fragen zu Krankheitsentstehung, Krankheitsverläufen und Therapien beantworten“, so Heuschmann.
Kontakt
Prof. Dr. Peter Heuschmann, Institut für klinische Epidemiologie und Biometrie, Universität Würzburg, T. +49 931 – 201 47308, dgepi_2021@uni-wuerzburg.de, www.dgepi.de
Pressemitteilung der Uni Würzburg
Aktuelle Pressemitteilungen
Die Aktionswoche findet aktuell vom 13. bis 19. September 2021 statt:
Heute startet die deutschlandweite Aktionswoche #HierWirdGeimpft des BMG. Gemeinsam mit Bund und Ländern soll Bürger*innen nochmals die Möglichkeit gegeben werden, sich schnell und unkompliziert über bestehende Impfangebote in ihrer Nähe informieren zu können.
Sie können sich unter www.zusammengegencorona.de/impfen/hier-wird-geimpft/ kurzfristig über Impfangebote informieren und anmelden. Ob auf dem Marktplatz, dem Sportplatz, am Ärztezentrum oder vor dem Supermarkt… schnell und einfach DEINE Schutzimpfung gegen das Coronavirus erhalten.
Weitere Informationen erhalten Sie hier:
www.zusammengegencorona.de/impfen/hier-wird-geimpft/
#gemeinsamgegencorona #HierWirdGeimpft #AHA-Regeln
In einem Online-Vortrag am Mittwoch, den 15. September 2021 stellen Dr. Roxanne Sell und Dr. Stefan Unterecker von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Uniklinikums Würzburg das Erkrankungsbild der Posttraumatischen Belastungsstörung vor. Sie erläutern Symptome und den Verlauf der Erkrankung. Außerdem präsentieren sie Entstehungsmodelle und Behandlungsmöglichkeiten. Weiterhin werden verschiedene Arten von Traumatisierungen in Zusammenhang mit dem Risiko der Entstehung einer Traumafolgestörung gesetzt sowie unterschiedliche Phasen und Strategien der Bewältigung thematisiert.Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr. Eine Anmeldung ist möglich unter E-Mail: psy_veranst@ukw.de
Bei der wiederkehrenden Trinkwasseruntersuchung durch die WVV wurde heute eine Kontamination des Trinkwassers mit Enterokokken nachgewiesen. Betroffen ist das Trinkwasser im Versorgungsbereich des Hochbehälters Grombühl 2 mit den zugeordneten Stadtteilen Lengfeld, Lindleinsmühle, Versbach, Grombühl und Ober- / Unterdürrbach und der Gemeinde Estenfeld.
Am Standort des Universitätsklinikums Würzburg versorgt der Hochbehälter den Klinikbereich A (ZOM|ZIM, DZHI, Wohnheime, Berufsfachschulen, Biobank, Schmerzzentrum/ECTU - siehe Lageplan).
Alle anderen Bereiche des Uniklinikums sind nicht betroffen.
Das Universitätsklinikum hat für diesen betroffenen Klinikbereich bereits differenzierte Maßnahmen zum Schutz seiner Patient*innen und Beschäftigten abgestimmt und in die Wege geleitet.
Weitere Informationen finden Sie auch unter www.wvv.de/trinkwasser/
Bakterien nutzen spezielle Kanalproteine durch die sie Flüssigkeit und Ionen aus der Zelle schleusen können, um sich im Notfall vor dem Platzen zu schützen. Die Forschungsgruppe um Professorin Bettina Böttcher vom Rudolf-Virchow-Zentrum - Center for Integrative and Translational Bioimaging (RVZ) der Universität Würzburg entdeckte nun, dass bestimmte Fettmoleküle (Lipide), welche die bakterielle Membran aufbauen, den Öffnungsmechanismus steuern. Da auch schädliche Bakterien diesen Schutzmechanismus anwenden, ist es relevant die zugrundeliegenden Mechanismen zu kennen.
Abgewaschene Lipide führen zur Öffnung
Bekannt war bisher, dass die mechanische Spannung der Membran, in der die Kanalproteine eingebettet sind, über „Fühler“ von den Proteinen gemessen wird und bei großer Spannung zur Öffnung der Kanäle führt. Böttcher und ihre Gruppe zeigten jetzt, dass auch Lipide die sich an Falten und Taschen des Proteins anlagern, eine wichtige Rolle bei der Steuerung spielen. Dazu behandelten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die Proben, in denen die Proteine ohne umgebende Membran vorlagen, mit unterschiedlichen Seifenlösungen. „Die Seifenmoleküle waschen die angelagerten Lipide langsam ab, es kommt zu Strukturveränderungen und die Kanäle öffnen sich. Werden wieder mehr Lipide dazu gegeben, dann kehrt sich der Vorgang um und die Kanäle schließen sich wieder“, erklärt Böttcher.
Studentinnen werden Mitautorinnen der Studie
Eine Besonderheit dieser Studie ist die enge Verknüpfung von Forschung und Lehre. Die Studierenden des Praktikums „Elektronenmikroskopie und Bildverarbeitung“ des letzten Jahres nahmen die Messungen an den forschungsrelevanten Proben vor und trugen so maßgeblich zu der Veröffentlichung bei. „Die Verknüpfung von Lehre und Forschung ist nicht immer leicht, da die forschungsrelevanten Proben aufwendiger in der Vorbereitung und risikoreicher in der Untersuchung sind als typische Proben, die für Praktika verwendet werden“, stellt Böttcher klar. Julia Halang, eine der Studierenden, erzählt begeistert: „Das Praktikum hat mir einen Einblick in die Elektronenmikroskopie geboten, den ich anders nie erhalten hätte. Dabei durften wir bei der Probenvorbereitung bis hin zur Bildaufnahme und der Prozessierung alles durchführen. Dafür bin ich sehr dankbar!“
Publikation
Vanessa Judith Flegler, Akiko Rasmussen, Karina Borbil, Lea Boten, Hsuan-Ai Chen, Hanna Deinlein, Julia Halang, Kristin Hellmanzik, Jessica Löffler, Vanessa Schmidt, Cihan Makbul, Christian Kraft, Rainer Hedrich, Tim Rasmussen and Bettina Böttcher; Mechanosensitive channel gating by delipidation. PNAS (2021) doi: org/10.1073/pnas.2107095118
Personen
Prof. Dr. Bettina Böttcher ist Professorin für Biochemie und leitet seit 2016 eine Forschungsgruppe am Lehrstuhl für Biochemie und am Rudolf-Virchow-Zentrum - Center for Integrative and Translational Bioimaging der Universität Würzburg.
Dr. Tim Rasmussen forscht als Postdoktorand in der Arbeitsgruppe von Bettina Böttcher am Rudolf-Virchow-Zentrum - Center for Integrative and Translational Bioimaging der Universität Würzburg.
Kontakt
Prof. Dr. Bettina Böttcher, Rudolf-Virchow-Zentrum, Universität Würzburg, T. +49 931 - 31 84193,
bettina.boettcher@uni-wuerzburg.de; Dr. Tim Rasmussen, Rudolf-Virchow-Zentrum, Universität Würzburg, T. +49 931 - 31 89659,
tim.rasmussen@uni-wuerzburg.de
Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 07.09.2021
Sie ist „die Frau hinter dem Impfstoff-Durchbruch“, wie Euronews schreibt. Sie machte „eine Entdeckung, die heute vielen Fachleuten nobelpreiswürdig erscheint“, so die Süddeutsche Zeitung. Und für die New York Times ist sie „die Frau, die dabei half, die Welt vor dem neuen Corona-Virus zu schützen“.
Gemeint ist in allen drei Fällen die Biochemikerin Katalin Karikó. Die gebürtige Ungarin lebt und forscht seit 1985 in den USA an der University of Pennsylvania. Seit 2013 ist sie zudem Senior Vice President bei der Firma BioNTech (Mainz).
Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht die RNA-vermittelte Aktivierung der Immunantwort. Damit ebnete sie den Weg „für die Herstellung mRNA-basierter Impfstoffe, auf denen zurzeit große Hoffnungen bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie ruhen“, wie das Ärzteblatt schreibt.
Höchste Auszeichnung der Lebenswissenschaften der Uni Würzburg
Für ihre Arbeiten wird Katalin Karikó jetzt mit der höchsten Auszeichnung in den Lebenswissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) geehrt: Die Würzburger Physikalisch-Medizinische Gesellschaft, die Societas Physico-Medica, und das Komitee des Theodor-Boveri-Preises haben ihr die Theodor-Boveri-Vorlesung 2021 verliehen.
Mit dieser Auszeichnung prämiert die Gesellschaft „herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren exzellente Arbeiten neue Möglichkeiten in der biomedizinischen Forschung und ihrer Anwendung am Menschen eröffnet haben“, wie es in der Laudatio heißt.
Entscheidender Durchbruch nach jahrelanger Arbeit
„Ohne die grundlegenden Vorarbeiten von Katalin Karikó wäre es nicht möglich gewesen, innerhalb so kurzer Zeit einen wirksamen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 zu entwickeln“, sagt Professor Manfred Schartl, Vorsitzender der Physico-Medica.
„Prof. Karikó hat sich trotz zahlreicher Rückschläge und vieler Hindernisse nicht davon abhalten lassen, ihrer Forschung nachzugehen. Nur so ist es ihr gelungen, nach jahrelanger Arbeit im Labor den entscheidenden Durchbruch zu erzielen“, ergänzt Professor Utz Fischer, der Sprecher des Biozentrums.
Termin für die Preisverleihung ist noch offen
Die Societas Physico-Medica vergibt den Preis erstmals an eine Frau. Frühere Preisträger waren die renommierten Biowissenschaftler Edward De Robertis, Erich Nigg, Graham Warren und Denis Deboule.
Wann genau Katalin Karikó ihre „Theodor-Boveri-Vorlesung“ halten wird, steht derzeit noch nicht fest. Auch der Termin für die Preisverleihung ist noch offen. Die Mitglieder des Preiskomitees sind jedoch zuversichtlich, dass sich Anfang 2022 eine Gelegenheit finden wird.
Die Societas Physico-Medica
Die Würzburger Physikalisch-Medizinische Gesellschaft (Physico-Medica) wurde 1849 als eine der ersten medizinisch-naturwissenschaftlichen Gesellschaften in Deutschland gegründet. Zu ihren „Vätern“ gehörten die Wissenschaftler Franz von Rinecker, Rudolf Virchow und Albert von Koelliker.
Ziel der Gesellschaft war und ist es, Gemeinsamkeiten von Medizin und Naturwissenschaften aufzuzeigen und deren Fächer zu fördern. Darüber hinaus will sie praktizierende Ärztinnen und Ärzte motivieren, wissenschaftlich zu arbeiten. Außerdem bietet sie Studierenden die Möglichkeit, während des Studiums an aktuellen Forschungsprojekten teilzuhaben.
Derzeitiger Vorsitzender der Gesellschaft ist Professor Manfred Schartl, Seniorprofessor am Biozentrum und davor Inhaber des Lehrstuhls für Physiologische Chemie der JMU.
Kontakt
Prof. Dr. Dr. Manfred Schartl, T: +49 931 318-4148, physicomedica@uni-wuerzburg.de
Prof. Dr. Utz Fischer, T: +49 931 318-4029, utz.fischer@biozentrum.uni-wuerzburg.de
Homepage der Physico-Medica
Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 07.09.2021
Die neue Ausgabe des renommierten THE World University Rankings ist da. In diesem Jahr vergleicht das Ranking gut 1600 forschungsintensive Universitäten aus 99 Ländern. Die Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg kann darin ihre starke Position behaupten: Sie erreicht weltweit Platz 165 und rangiert in Deutschland an 16. Stelle. In Bayern können nur die beiden Münchener Exzellenzuniversitäten bessere Ergebnisse erzielen.
Zitationen: Veröffentlichungen der JMU finden weltweit große Beachtung
Das THE Ranking zieht im Vergleich zu anderen namhaften Rankings eine besonders große Bandbreite an Indikatoren aus den Bereichen Lehre, Forschung, Zitationen, Drittmittel aus der Wirtschaft und Internationalität heran. In unterschiedlicher Gewichtung werden dabei etwa die Anzahl der Publikationen und Zitationen in Fachzeitschriften, die weltweite Reputation der Universität als Forschungs- und Lehreinrichtung, der Erfolg bei der Einwerbung von Drittmitteln, das Verhältnis von Lehrenden zu Studierenden, die internationale Ausrichtung von Forschung und Lehre sowie Kooperationen mit Unternehmen berücksichtigt.
Dabei fällt erneut auf, dass die JMU im Bereich „Zitationen“ außergewöhnlich stark ist: Sie erreicht hier deutschlandweit Platz 7. Veröffentlichungen, die unter der Beteiligung von Würzburger Forscherinnen und Forschern entstanden sind, sind also weltweit sehr gut sichtbar und werden häufig in anderen Arbeiten erwähnt. Auch in den Bereichen Internationalität sowie Wissenstransfer und Industriekooperationen kann sich die JMU erneut klar verbessern und somit den Aufwärtstrend der letzten Jahre fortsetzen.
Präsident: „Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen“
JMU-Präsident Paul Pauli freut sich über das starke Abschneiden der Universität: „Die Tatsache, dass wir uns auch angesichts beständig wachsender internationaler Konkurrenz so gut im THE Ranking behaupten können, ist ein Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen in allen Bereichen unserer Universität. Ganz besonders im nationalen Vergleich können wir sehr stolz auf unser Ergebnis sein – nicht zuletzt weil die deutschen Universitäten, die vor der JMU rangieren, mehrheitlich als Exzellenzuniversitäten in besonderer Weise gefördert wurden. Nur vier Universitäten, die im THE Ranking vor der Uni Würzburg liegen, haben bisher keinen Exzellenzstatus. Wir sind also auf einem sehr guten Weg.“
Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 06.09.2021