Aktuelle Pressemitteilungen

STAAB-COVID-Programm: Bitte Nasen-Abstriche durchführen!

Das Uniklinikum und die Universität Würzburg bitten alle Teilnehmer*innen des STAAB-COVID-Programms, ab Anfang November dieses Jahres an einer sogenannten Punktprävalenz-Erhebung teilzunehmen. Die Auswertung der dabei von den Probanden selbst durchzuführenden Nasen-Abstriche verspricht neue Erkenntnisse zur tatsächlichen Verbreitung und Verteilung des Corona-Virus.

Seit Juni dieses Jahres läuft in Würzburg das STAAB-COVID-Programm, das darauf abzielt, die Durchseuchung mit Covid-19 innerhalb der Bevölkerung in Würzburg und Umgebung zu messen und im Verlauf der Pandemie weiter zu beobachten (siehe Kasten). Hinter der Studie stehen das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) sowie das Uniklinikum und die Uni Würzburg.

3000 Abstrich-Sets werden versandt

Jetzt werden die bislang im Rahmen des Programms durchgeführten Blutabnahmen durch sogenannte Punktprävalenz-Messungen ergänzt. Hierbei wird zu einem Zeitpunkt erfasst, wie häufig eine Covid-Infektion in einer definierten Gruppe vorliegt. „Dazu senden wir an 3000 Probanden ein Abstrich-Set und bitten sie, alle am selben Tag – dem 4. November 2020 – sich selbst einen Nasen-Abstrich zu nehmen“, schildert Prof. Dr. Peter Heuschmann. Er ist Chef des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie und zusammen mit Prof. Dr. Stefan Störk vom DZHI STAAB-COVID-Studienleiter. Prof. Störk ergänzt: „Der Abstrich ist einfach durchzuführen und wird mit einer schriftlichen Anleitung sowie einem Video genau erklärt.“

Die Abstriche werden anschließend an das Uniklinikum Würzburg (UKW) zurückgesandt und am Institut für Virologie und Immunbiologie der Uni Würzburg analysiert. „Die Ergebnisse melden wir zeitnah an die jeweiligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer“, berichtet Prof. Dr. Lars Dölken vom Institut für Virologie und Immunbiologie. Nach dem Start Anfang November sind drei weitere Entnahmezeitpunkte geplant.

Ein Abbild der Verbreitung und Verteilung des Virus

Wo liegt der besondere Informationsgewinn dieser Punktprävalenz-Testung? „Bei der Corona-Pandemie ist die Infektion in vielen Fällen symptomarm bis symptomlos. Wir erhalten nun ein genaues Abbild der tatsächlichen Verbreitung des Virus in der Gesamtbevölkerung und darüber hinaus können wir nach Risikofaktoren für die Infektion suchen“, sagt Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW. Für die wissenschaftliche Aussagekraft des Vorhabens ist eine hohe Beteiligung der Studienteilnehmer*innen von großer Bedeutung. Daher bedanken sich die Organisatoren der STAAB-COVID-Studie bereits im Voraus herzlich bei allen Probanden für ihre großartige Unterstützung.

Kurzfristiger Anstieg der Inzidenz möglich

Durch die zusätzliche Anzahl an Abstrichen wird möglicherweise die sogenannte 7-Tages-Inzidenz für Corona-Infizierte in Würzburg kurzfristig steigen. „Durch die Aufdeckung ansonsten unerkannt gebliebener Infektionen werden aber weitere Ansteckungen verhindert und Infektionsketten unterbrochen, so dass sich die zusätzlichen Tests der Punktprävalenz-Messung innerhalb weniger Tage bereits positiv auf die 7-Tages-Inzidenz in Würzburg auswirken werden“, erklärt Dr. Benedikt Weißbrich vom Institut für Virologie und Immunbiologie.

Breites Lob und volle Unterstützung

Der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt und auch das Gesundheitsamt unter der Leitung von Dr. Johann Löw befürworten die Durchführung der Punktprävalenz-Testung. Schuchardt: „Ich unterstütze das STAAB-COVID-Programm ausdrücklich und bitte die Würzburger Probanden um ihre Teilnahme. Wir dürfen nichts unversucht lassen, das Virus, seine Verbreitung und seine Gefährlichkeit zu verstehen. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten intensiv daran, um die Pandemie weltweit in den Griff zu bekommen – und nun können auch die Bürgerinnen und Bürger ihren persönlichen Beitrag zum Forschungserfolg leisten.“

Auch der Bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler lobt die Würzburger Bemühungen: „Die Corona-Pandemie hat einen weiteren Höhepunkt erreicht. Mit Hilfe der Expertise unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschulmedizin können wir wertvolle Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus gewinnen und unsere Gesundheit bestmöglich schützen. Mit STAAB und STAAB-COVID wurden am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz in Würzburg wissenschaftliche Werkzeuge geschaffen, die nun für die Allgemeinheit höchst gewinnbringend eingesetzt werden.“

Die ersten Ergebnisse der Punktprävalenz-Erhebung sollen schon Anfang November vorliegen und werden umgehend veröffentlicht.

 

Kastentext:

Über die STAAB-Studie und das STAAB-COVID-Programm

Die STAAB-Herzinsuffizienz-Studie läuft seit dem Jahr 2013, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Bei dem in diesem Jahr gestarteten STAAB-COVID-Programm wurden die STAAB-Teilnehmer*innen bislang eingeladen, eine Blutprobe abzugeben und einen Fragebogen auszufüllen. Die Blutproben werden auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen das Corona-Virus untersucht. Das Bayerische Wissenschaftsministerium fördert das STAAB-COVID-Programm. Bernd Sibler, der Wissenschaftsminister des Freistaats, fungiert als Schirmherr. Außerdem unterstützen die Stadt und das Gesundheitsamt Würzburg das Programm.

 

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Focus-Klinikliste 2021: Uniklinikum Würzburg bayernweit auf dem dritten Platz

Das Nachrichtenmagazin Focus veröffentlicht jährlich eine Liste der besten Krankenhäuser Deutschlands. Das Uniklinikum Würzburg kam im aktuellen Ranking der Top-Kliniken 2021 auf den dritten Platz in Bayern. Im Bundesvergleich wurde Platz 13 unter den rund 1.250 einbezogenen Krankenhäusern erreicht.

Die „Klinikliste“ des Nachrichtenmagazins Focus gilt als der umfangreichste Qualitätsvergleich der deutschen Krankenhäuser. Kürzlich erschien im Sonderheft „Focus Gesundheit“ die Klinikliste 2021. Laut dem Tabellenwerk kam das Uniklinikum Würzburg (UKW) in diesem Jahr im bundesweiten Vergleich auf Platz 13, während es in Bayern den dritten Platz erreichte. Nur die beiden Münchener Universitätsklinika schnitten im Freistaat noch besser ab. Insgesamt stellte Focus deutschlandweit 1.247 Krankenhäuser mit zusammen fast 8.200 Kliniken und Fachabteilungen auf den Prüfstand.

In zwölf Bereichen in der bundesweiten Spitzengruppe

Die Studie deckt in diesem Jahr 40 Fachbereiche und Erkrankungen ab. In der Focus-Liste „empfohlen“ wurde das Würzburger Uniklinikum bei der Behandlung von Brustkrebs, Depression, gynäkologischen Krebserkrankungen, Hautkrebs, Knie (Kreuzband, Meniskus), Multipler Sklerose, Prostatakrebs und Risikogeburt sowie in den Fachgebieten Adipositas-Chirurgie, Herzchirurgie, Kardiologie, Schilddrüsen-Chirurgie, Unfallchirurgie und Zahnkliniken – hier sowohl in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, wie auch bei Zahnerhaltung und Parodontologie.

Zur deutschen Spitzengruppe gehört das UKW bei Alzheimer, Angst, Darmkrebs, Gallenblasen- und Gallenwegchirurgie, Hautkrankheiten, Hirntumoren, Kinderchirurgie, Leukämie, Nuklearmedizin, Parkinson, Schlaganfall und Strahlentherapie.

So kamen die Ergebnisse zustande

Laut Focus wurden in die Auswertung Aspekte einbezogen wie die Anzahl der behandelten Patienten, der Behandlungserfolg, die Qualifikation der Ärzte und des Pflegepersonals, die Ausstattung, Qualitäts- und Patientensicherheitsaspekte sowie die Patientenzufriedenheit und der Hygienestandard. Darüber hinaus bildete eine wechselseitige Empfehlung durch die Fachkollegen eine Grundlage der Befragung.

 

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Der Jahresbericht 2019 des Uniklinikums Würzburg ist erschienen

Der Jahresbericht 2019 fasst die wichtigsten Ereignisse am Uniklinikum Würzburg zusammen. Außerdem liefert die über 90-seitige Publikation wesentliche Kennzahlen zu Unterfrankens einzigem Krankenhaus der Supramaximalversorgung.

Der Jahresbericht 2019 des Uniklinikums Würzburg (UKW) ist da! Das über 90-seitige Werk verdeutlicht die herausragende Position, die das Krankenhaus für einen weiten Umkreis in Gesundheitsversorgung, Forschung und Lehre hat. So wurden hier im vergangenen Jahr 61.582 vollstationäre und 13.400 teilstationäre Patienten behandelt. In 272.544 Fällen vertrauten ambulante Patienten auf das Können der Klinikumsbeschäftigten.

Mit 7.151 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war das UKW auch in 2019 der mit Abstand größte Arbeitgeber Würzburgs. Und es zeigte sich erneut: Das Klinikum ist weiblich, denn 5.199 Beschäftigte des letzten Jahres waren Frauen.

Neben weiteren zentralen Zahlen und Fakten liefert der Jahresbericht in vielen, reich bebilderten Artikeln und Meldungen einen Überblick über hinzugewonnene Experten, innovative Therapieangebote, wegweisende Forschungsergebnisse und sonstige wichtige Ereignisse am Klinikum. Als Top-Thema besondere Aufmerksamkeit bekommt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das Jahresmotto der Jahre 2019 und 2020 am UKW.
Unter „Wir stellen uns vor“ präsentiert der Band die Kliniken, Abteilungen und Institute sowie deren Schwerpunkte und benennt Kontaktmöglichkeiten.

Als eine visuell-gliedernde Gestaltungslinie des Berichts dienen diesmal die Figuren des barocken Würzburger Vierröhrenbrunnens, die neben der Personifizierung Frankens die vier Kardinaltugenden Tapferkeit, Klugheit, Mäßigung und Gerechtigkeit verkörpern.

Ein PDF des Jahresberichts kann abgerufen werden unter www.ukw.de, Rubrik „Über das UKW“.

 

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Uniklinikum Würzburg: Wissenswertes zum Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober 2020

Prof. Dr. Karl Georg Häusler vom Uniklinikum Würzburg beleuchtet wichtige Aspekte der Akutbehandlung und Prävention der Volkskrankheit Schlaganfall im Kontext der aktuellen Covid-19-Pandemie

Jedes Jahr erleiden allein in Deutschland mehr als 270.000 Menschen einen Schlaganfall, der weltweit zu den häufigsten Todesursachen zählt und der häufigste Grund für eine Behinderung im Erwachsenenalter ist. Um die Öffentlichkeit für die Prävention und Therapie der Erkrankung zu sensibilisieren, wurde im Jahr 2006 von der World Stroke Organization der „Welt-Schlaganfalltag“ ins Leben gerufen, der seitdem jedes Jahr am 29. Oktober begangen wird.

Karl Georg Häusler, Professor für Neurologie mit Schwerpunkt Schlaganfallforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie Geschäftsführender Oberarzt an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (Direktor: Prof. Dr. Jens Volkmann), verweist im Kontext des Welt-Schlaganfalltages auf die vielfältigen Möglichkeiten zur Vermeidung eines Schlaganfalls, der so genannten Schlaganfallprävention. So können ein gesundheitsbewusster Lebensstil – Nikotinverzicht, regelmäßige körperliche Aktivität und gesunde Ernährung – und eine konsequente Behandlung von bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren – wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Vorhofflimmern – das individuelle Schlaganfallrisiko deutlich reduzieren.

Einen Schlaganfall auch als Laie erkennen

Im Hinblick auf die in den letzten Jahren gemachten Fortschritte in der Akutbehandlung des Schlaganfalls betont der Neurologe die Bedeutung einer schnellstmöglichen Vorstellung von Betroffenen in einem spezialisierten Krankenhaus: „Leider erkennen viele Menschen die Anzeichen eines Schlaganfalls nicht unmittelbar oder zögern zu lange, den Notruf zu wählen.“ Laut Prof. Häusler kann der sogenannte FAST-Test dazu beitragen, dass auch ein medizinischer Laie einen Schlaganfall erkennen kann. Hierfür sollten die folgenden Fragen gestellt werden:

  • Bitten Sie die Person zu lächeln. Ein einseitig verzogenes Gesicht deutet auf eine Lähmung hin.
  • Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorn zu strecken, so dass die Handflächen nach oben zeigen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme angehoben oder in der vorgegebenen Position gehalten werden.
  • Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen. Ist dies nicht möglich oder ist die Stimme verändert, liegt eine Sprach- oder Sprechstörung vor, die ebenfalls auf einen Schlaganfall hindeuten kann.

Prof. Häusler weist jedoch nachdrücklich darauf hin, dass die Symptome eines Schlaganfalls sehr vielfältig sind, so dass bei einem Verdacht auf einen Schlaganfall in jedem Fall ein Notruf erfolgen sollte, um eine schnellstmögliche ärztliche Vorstellung sicherzustellen.

Trotz Covid-19-Pandemie unbedingt das Krankenhaus aufsuchen

Auf die interdisziplinäre stationäre Therapie des Schlaganfalls sollte laut Prof. Häusler auch im Kontext der aktuellen Covid-19-Pandemie und der weltweit stark ansteigenden SARS-CoV-2-Infektionen in keinem Fall verzichtet werden. „Die in den Krankenhäusern getroffenen Maßnahmen machen eine Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus sehr unwahrscheinlich. Hingegen kann eine Therapie in der Akutphase und insbesondere in den ersten Stunden nach Symptom-Beginn in hohem Maße dazu beitragen, Schlaganfall-assoziierte Folgeschäden zu reduzieren“, betont der Experte.

Flächendeckende Schlaganfallversorgung durch Stroke Units und Telemedizin-Netzwerke

Trotz der Covid-19-Pandemie sei die Versorgung von Schlaganfallpatienten in Deutschland flächendeckend gewährleistet, betont Prof. Häusler, Mitglied der Stroke Unit Kommission der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und ärztlicher Gesamtgeschäftsführer des seit 2014 bestehenden „Transregionalen Netzwerks für Schlaganfallintervention mit Telemedizin“ (TRANSIT-Stroke), einem Verbund von zwölf Kliniken in Unterfranken sowie in Teilen von Oberfranken und Baden-Württemberg. Dazu tragen deutschlandweit mehr als 330 zertifizierte Spezialstationen zur Behandlung von Schlaganfallpatienten (so genannte Stroke Units) und mehr als 20 Telemedizin-Netzwerke bei, deren stetige Weiterentwicklung für die Schlaganfallversorgung unerlässlich sei. In diesem Sinne bemerkenswert ist nach seinen Worten eine vom Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg (Vorstand: Prof. Dr. Peter U. Heuschmann) koordinierte und vor wenigen Wochen im Fachblatt BMC Neurology veröffentlichte wissenschaftliche Studie, die in TRANSIT-Stroke-Netzwerkkliniken ohne eigene neurologische Abteilung durch telemedizinische Unterstützung der Netzwerkzentren eine weitere Verbesserung bezüglich der Erfüllung von Qualitätsindikatoren der Schlaganfallversorgung nachweisen konnte.

Auch in Würzburg wird am Welt-Schlaganfalltag eine virtuelle Fortbildungsveranstaltung stattfinden, die Rettungsdienste, Pflegekräfte und Ärzteschaft über aktuelle Entwicklungen in der Prävention und Behandlung des Schlaganfalls informieren wird. Weitere Informationen finden sich auf www.transit-stroke.de.

 

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Corona: Uniklinikum Würzburg betreibt bald Bayerisches Testzentrum

Das Uniklinikum Würzburg startet im Auftrag von Stadt und Landkreis Würzburg zum 1. November 2020 ein so genanntes Bayerisches Testzentrum. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Hygiene und Mikrobiologie sowie dem Institut für Virologie und Immunbiologie der Uni Würzburg können dort täglich bis zu 160 kostenlose und schnelle Testungen auf das Corona-Virus durchgeführt werden.

Mit ihren Unterschriften besiegelten Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (vorne), Prof. Dr. Oliver Kurzai vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Uni Würzburg, Landrat Thomas Eberth und Oberbürgermeister Christian Schuchardt (von links) die Einrichtung eines Bayerischen Testzentrums „Universitätsklinik“. Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg

Im August dieses Jahres hatte die Bayerische Staatsregierung beschlossen, dass jede kreisfreie Stadt und jeder Landkreis mindestens ein „Bayerisches Testzentrum“ einrichten soll. Dort soll sich jede*r kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen können. In Würzburg gibt es seit gut zwei Monaten dazu bereits die Teststrecke auf der Talavera. Zum 1. November 2020 startet das Uniklinikum Würzburg (UKW) auf dem Klinikums-Altgelände im Stadtteil Grombühl im Auftrag von Stadt und Landkreis ein weiteres solches Testzentrum. Dies wurde am 27. Oktober durch die Unterschriften von Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Landrat Thomas Eberth, dem Ärztlichen Direktor des UKW, Prof. Dr. Georg Ertl, und Prof. Dr. Oliver Kurzai vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Uni Würzburg besiegelt.

 

Willkommene Ausweitung der Testkapazitäten

„Das Uniklinikum sowie die Institute für Virologie und Immunbiologie und für Hygiene und Mikrobiologie zeigten sich mit der gleich zu Beginn der Pandemie in Deutschland spontan eingerichteten Untersuchungsstelle als verlässliche Partner, insbesondere wenn es um zeitkritische Testungen geht und die Befunde schnell vorliegen müssen. Ich freue mich, dass sich unsere fruchtbare Zusammenarbeit nun durch den Vertragsabschluss für ein ‚Bayerisches Testzentrum Universitätsklinik‘ noch intensiviert und die Testkapazitäten ausgeweitet werden“, kommentierte Landrat Eberth.

Und Oberbürgermeister Schuchardt führte aus: „Ich bin nicht nur froh, sondern auch dankbar, dass auf Initiative der Stadt Würzburg bei der Staatsregierung dieses weitere Testzentrum auf städtischem Gebiet installiert wird. Wir brauchen die Gewissheit, auf ausreichende Testkapazitäten zugreifen zu können. Durch die Einigkeit im Vorgehen und die Kooperation auf Augenhöhe schaffen wir gemeinsam Sicherheit für die Bevölkerung von Stadt und Land.“

Prof. Ertl und Prof. Kurzai sind ihrerseits dankbar, dass durch die jetzt gefundene Lösung die Finanzierung des Personals für die wichtigen Testungen durch den Bayerischen Staat sichergestellt ist.

 

Zwei Untersuchungslinien in Haus D20

Für den Betrieb des Testzentrums greift das UKW auf die bereits in diesem Frühjahr extra umgebauten und mit zwei Untersuchungslinien ausgestatteten Räume in Haus D 20 an der Josef-Schneider-Straße zurück. „Beide Linien zusammen haben eine maximale Kapazität von 220 Tests pro Tag. Davon werden wir 160 für das Bayerische Testzentrum nutzen. Der Rest soll der Testung von Klinikumsbeschäftigten und Studienpatienten dienen“, kündigt Prof. Ertl an.

 

Zuweisung durch das Gesundheitsamt

Die Testpersonen für das Bayerische Testzentrum werden vom Gesundheitsamt zugewiesen. „Menschen mit Corona-Symptomen und solche, die mit an Corona Erkrankten Kontakt hatten, können am Testzentrum Universitätsklinik binnen 24 Stunden getestet werden. Die Ergebnisse werden ihnen innerhalb weiterer 24 Stunden per Telefon, E-Mail und Brief mitgeteilt“, schildert Prof. Dr. Kurzai. Das Zentrum ist nach aktuellem Stand werktäglich von 8:00 bis 15:30 Uhr geöffnet. In speziellen Zeitfenstern können dank einer engen Zusammenarbeit mit der Universitäts-Kinderklinik auch Kinder unter sieben Jahren getestet werden.

Wichtig: Ein Corona-Test ist nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich – entweder unter Tel: 0800 2019444 oder über www.testzentrum-wuerzburg.de.

 

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Uniklinikum Würzburg: Das Projekt PAIN2020 steht jetzt Schmerzpatienten aller Gesetzlichen Krankenkassen offen

Bislang war die Teilnahme an dem auch am Uniklinikum Würzburg durchgeführten Projekt PAIN2020 auf Versicherte der Krankenkassen Barmer und KKH beschränkt. Ab sofort können Patienten aller Gesetzlichen Krankenkassen, die schon längere Zeit an Schmerzen leiden, an dem Forschungsvorhaben teilnehmen.

Das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg (UKW) ist eines von derzeit bundesweit 26 schmerzmedizinischen Zentren, die sich an dem von der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. und der Barmer-Krankenkasse ins Leben gerufenen Projekt PAIN2020 beteiligen. Von Beginn des vor knapp zweieinhalb Jahren gestarteten Vorhabens an konnten Barmer- und im Verlauf auch KKH-Versicherte teilnehmen. Jetzt steht PAIN2020 auch Patienten aller anderen Gesetzlichen Krankenkassen offen.
Das Projekt ist speziell auf Menschen zugeschnitten, die bereits längere Zeit Schmerzen haben. „Chronische Schmerzen können sich stark auf alle Belange des Lebens auswirken. Beispielsweise können zusätzlich Depressionen, Angst- und Schlafstörungen sowie Konzentrationsschwierigkeiten auftreten“, weiß Prof. Dr. Claudia Sommer, Präsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. sowie Leitende Oberärztin und Schmerzforscherin an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW. PAIN2020 (Patientenorientiert. Abgestuft. Interdisziplinär. Netzwerk) setzt früher an und ermöglicht eine interdisziplinäre Diagnostik sowie individuelle Therapieempfehlungen für Risikopatienten.

„Ein Risiko für eine Chronifizierung von Schmerzen besteht, wenn diese beispielsweise länger als sechs Wochen andauern oder immer wieder zurückkehren, obwohl der Patient in fachspezifischer Behandlung ist“, erklärt Prof. Dr. Heike Rittner, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Leiterin des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzmedizin des UKW. Auch wenn die Lebensqualität durch den Schmerz beeinträchtigt sei oder aufgrund der Schmerzen schon eine Arbeitsunfähigkeit bestehe, könne es sich um einen Risikopatienten handeln.

Ablauf der Studienteilnahme

Am Anfang der Studie wird der Patient umfassend von einem Team aus Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten untersucht, die im Anschluss eine interdisziplinäre multimodale Empfehlung geben. Das Team informiert und berät den Patienten gemeinsam, welche Therapie ambulant, stationär oder in einer Tagesklinik für ihn angemessen ist.
In dem Forschungsprojekt werden darüber hinaus zwei Therapiemodule verglichen, die die üblichen Therapieformen in der ambulanten Versorgung ergänzen und die Patienten über die Erkrankung sowie die Methoden der Schmerzbewältigung informieren. Außerdem werden sie dabei unterstützt, selbstverantwortlich mit körperlichen und psychischen Bedürfnissen umzugehen. Beim Therapiemodul „Edukation (E-IMST)“ handelt es sich um eine einmalige dreistündige Schulung, beim Therapiemodul „Begleitende Therapie (B-IMST)“ dauert die Schulung 30 Stunden, verteilt über zehn Wochen

Behandlungsansätze werden in die Regelversorgung übernommen

Konrad Rammelt vom Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des UKW betont: „Mit PAIN2020 werden neue Wege beschritten: Noch bevor die Schmerzen chronisch werden und ein langer Leidesweg beginnt, wird interveniert. Das Forschungsprojekt erprobt, was der Chronifizierung am besten entgegenwirkt. Und das kann dann spätestens im Jahr 2022 allen Patienten – unabhängig von der Studie – als Regelversorgung zu Gute kommen, wenn die Behandlungsansätze von PAIN2020 übernommen werden.“

Das Projekt wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit sieben Millionen Euro gefördert und läuft seit 2018 für vier Jahre.
Interessierte können ihre Teilnahmemöglichkeit testen unter www.pain2020.de/patienteninformationen

Kontakt:

Konrad Rammelt
Prof. Dr. Heike Rittner
Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin
Uniklinikum Würzburg
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
Straubmühlweg 2a
97078 Würzburg
Tel: 0931/201-30300 oder -30251
E-Mail: PAIN2020@ ukw.de

 

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Kein KIWI-Cup – trotzdem große Spende

Das Kinder-Fußballturnier KIWI-Cup musste in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Edeka überreicht trotzdem 10.000 Euro für die Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg.

Bei der Spendenübergabe (von links): Ina Schmolke, 1. Vorsitzende des KIWI e. V, Sebastian Kohrmann, Vorstand der Edeka Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen und Prof. Dr. Christoph Härtel, Direktor der Universitäts-Kinderklinik Würzburg. Bild: Matthias Emmert / Uniklinikum Würzburg

Kürzlich überreichte Sebastian Kohrmann, Vorstand der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen Stiftung, eine Spende von 10.000 Euro an den Verein KIWI. In anderen Jahren ist diese Unterstützung für die „Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation“ verbunden mit dem KIWI-Cup auf dem Gelände des TSV Bergrheinfeld. Heuer musste das traditionelle Kinder-Fußballturnier jedoch schweren Herzens wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

„Für uns war es selbstverständlich, auch in diesem besonderen Jahr nach Wegen zu suchen, wie wir die Arbeit von KIWI e.V. dennoch unterstützen können“, sagte Sebastian Kohrmann bei der Spendenübergabe an der Würzburger Universitäts-Kinderklinik. Gemeinsam mit den etatmäßigen Hauptorganisatoren Burkard Pfister (Edeka-Einzelhändler), Ernst Gehling (sportliche Leitung) und Helmut Müller (TSV Bergrheinfeld) wurden Freunde, Mitarbeiter und Geschäftspartner der Edeka angeschrieben und um Spenden gebeten. So kam der stolze Betrag zusammen.

 

Geld für psychosoziale Betreuung

Die Vorsitzende von KIWI e.V., Ina Schmolke, zeigte sich begeistert von diesem besonderen Geldsegen: „Wir sind sehr dankbar, damit die psychosoziale Betreuung der Familien der schwer kranken Kinder auf den Intensivstationen der Uni-Kinderklinik intensiv weiter unterstützen zu können.“

Prof. Dr. Christoph Härtel – im Mai dieses Jahres als Direktor der Kinderklinik gestartet – war beeindruckt von der langjährigen, vertrauensvollen und effektiven Zusammenarbeit zwischen Edeka, KIWI und seiner Klinik: „Es ist eine große Freude, eine Klinik anzutreffen und zu leiten, in der so viele wertvolle Unterstützungen – wie die kompetente psychosoziale Betreuung, Elternwohnungen und viele andere kleinere und größere Projekte – nachhaltig die Versorgungssituation für unsere schwerkranken Patienten und deren Familien verbessern können!“

Prof. Dr. Johannes Wirbelauer, leitender Oberarzt der Uni-Kinderklinik, hofft auf das kommende Jahr: „Alle ehrenamtlichen Helfer, die Sponsoren und die Geschäftspartner von Edeka hätten es mehr als verdient, wenn es uns allen gelingen könnte, den KIWI-Cup im kommenden Jahr wieder erfolgreich als besonderen Festtag für die ganze Familie organisieren zu können.“

 

Bei der Spendenübergabe (von links): Ina Schmolke, 1. Vorsitzende des KIWI e. V, Sebastian Kohrmann, Vorstand der Edeka Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen und Prof. Dr. Christoph Härtel, Direktor der Universitäts-Kinderklinik Würzburg. Bild: Matthias Emmert / Uniklinikum Würzburg