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Uniklinikum Würzburg: Landrat Nuß lernt Liberal-Studie kennen

Bei einem Besuch an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg lernte der Würzburger Landrat Eberhard Nuß sowohl den neuen Klinikdirektor Prof. Dr. Patrick Meybohm, wie auch die von diesem geleitete, speziell für ältere Patienten hochrelevante Bluttransfusionsstudie „Liberal“ kennen.

Anfang März dieses Jahres lud das Uniklinikum Würzburg (UKW) den scheidenden Landrat Eberhard Nuß an die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie ein. Bei diesem Info-Besuch lernte der Politiker zum einem Prof. Dr. Patrick Meybohm kennen, der Anfang dieses Jahres die Leitung der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie übernahm. Zum anderen informierte Prof. Meybohm den Politiker über eine von ihm geleitete klinische Studie, die erstmalig untersucht, ob bei Patienten über 70 Jahren ein höherer Ziel-Hämoglobinwert (Hb-Wert) mittels Fremdbluttransfusionen besser geeignet ist, potenzielle Dysfunktionen von Herz, Gehirn, Niere oder Darm während und nach einer Operation zu vermeiden. Ein weiteres Ziel der bundesweiten Studie namens „Liberal“ ist es, zu erfahren, ob sich die Lebensqualität operierter Patienten mithilfe einer bestimmten Transfusionsstrategie verbessern lässt. „Basierend auf den aktuellen Leitlinien können derzeit kaum verlässliche Angaben gemacht werden, ab welchem Wert des Blutfarbstoffes der geeignete Moment gekommen ist, eine Blutkonserve zu verabreichen. In der Studie vergleichen wir nun die Gesundheitseffekte einer restriktiven Transfusionsstrategie, bei der der Zielwert für den Hb-Wert zwischen 7,5 und 9 g/dl liegt mit denen bei einer Patientengruppe, die frühzeitiger bereits ab einem Hb-Wert von unter 9 g/dl eine Bluttransfusion erhält und bei denen der angestrebte Zielwert höher – zwischen 9,0 und 10,5 g/dl – liegt“, erläuterte Prof. Meybohm. „Da die Querschnittsleitlinien derzeit durch eine Arbeitsgruppe im Auftrag der Bundesärztekammer aktualisiert werden und Studiendaten gerade bei älteren Patienten kaum vorhanden sind, werden die Ergebnisse dieser Studie ganz besonders sehnsüchtig erwartet“, unterstrich Prof. Dr. Peter Kranke. Der Ärztliche Leiter für Klinische Studien an der Klinik für Anästhesiologie ist als Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin Mitglied der Arbeitsgruppe der Bundesärztekammer.

Bemühen um das Wohlergeben der älteren Generation

Landrat Nuß zeigte sich bei dem Treffen, an dem auch eine 77-jährige Liberal-Studienteilnehmerin des UKW teilnahm, von dem Projekt begeistert: „Aus der zwischenmenschlichen Perspektive finde ich es genial, dass sich die klinische Forschung hier ein weiteres Mal gezielt um das Wohlergehen der älteren Generation kümmert, der wir so viel verdanken.“ Darüber hinaus sei das damit erneut dokumentierte Bemühen um eine möglichst optimale medizinische Versorgung ein bedeutender Standortvorteil für Würzburg und die Region.

Studienleitung jetzt am Uniklinikum Würzburg

Das UKW beteiligt sich schon seit Anfang 2018 als eines von 14 deutschen Universitätsklinika an der Liberal-Studie. Mit dem Wechsel von Prof. Meybohm vom Universitätsklinikum Frankfurt nach Würzburg wechselte auch die Studienleitung ans UKW. „Die Aufmerksamkeit für die Studie in der Öffentlichkeit und der Fachwelt wird in den kommenden Monaten sicher noch weiter wachsen. Liberal passt sehr gut in unser Portfolio von Maßnahmen für ein Altersgerechtes Krankenhaus, um das wir uns auf allen Ebenen bemühen“, freut sich Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW.

 

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Als sich die Ladeklappe des Lkw senkte, fiel auch bei Margot Rössler von der Stabsstelle Kommunikation des Uniklinikums Würzburg (UKW) fast die Kinnlade herunter: Aus dem Inneren des Fahrzeugs strahlten ihr Tausende Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Rosen in voller Farbenpracht entgegen. Die vom Würzburger Blumenladen „Der Holländer“ gespendeten Sträuße füllten drei mannshohe Rollwägen. Nach dem Entladen wurden die Blumen von Margot Rössler und fleißigen Helfern aus der Abteilung Wirtschaft und Logistik des Klinikums umgehend auf die Pforten und Stationen des UKW verteilt. „Überall – bei unseren Beschäftigten wie auch den Patienten – sorgten die Frühlingsboten für große Begeisterung“, berichtet die Verwaltungsangestellte.

Im Zusammenhang mit der Corona-Krise

Der Hintergrund der Spende ist jedoch ernst: Nach Informationen der Bundesregierung vom Dienstag dieser Woche musste Oscar Maarten Verhoef, der Geschäftsführer von „Der Holländer“, davon ausgehen, dass er das Ladengeschäft in der Eichhornstraße und den Verkaufspavillon am Sternplatz in Würzburg als Vorsichtsmaßnahme gegen eine weitere Verbreitung des Corona-Virus schließen muss. Allerdings war da für ihn und seine Mitarbeiter/innen schon ein weiterer 20-Meter-Laster mit frischen Blumen von den Niederlanden an den Main unterwegs. In Absprache mit Jan Maarten Koster, dem Inhaber des Ladens, wurde entschieden, dass die verderbliche Ware lieber an die Würzburger Krankenhäuser verschenkt werden sollte, statt sie zu entsorgen. Auch mit dem UKW wurde über die Stabsstelle Kommunikation eine Lieferung vereinbart. Am Mittwoch stellte sich dann heraus, dass Blumenläden durch eine Ausnahmeregelung doch geöffnet bleiben können. Jan Maarten Koster und Oscar Maarten Verhoef blieben jedoch bei ihrer nun freiwilligen Entscheidung, den Laden geschlossen zu halten. „Wir halten die soziale Abstandsregelung für absolut richtig und wollen alles dafür tun, diese zu unterstützen – auch wenn dies für uns einen großen wirtschaftlichen Schaden bedeutet“, erläutert Verhoef und fährt fort: „Auch an unsere Spendenzusage vom Dienstag fühlten wir uns moralisch weiterhin gebunden.“ So kam es, dass am 18. März der LKW des Blumenladens mit seiner blühenden Fracht am UKW vorfuhr.

Ein Danke für das selbstlose Engagement

„Mit der Spende ans Uniklinikum wollen wir speziell unseren Dank an die Beschäftigten ausdrücken, die sich in diesen fordernden Zeiten selbstlos dafür engagieren, für uns alle den Krankenhausbetrieb aufrechtzuerhalten. Wir freuen uns, wenn es uns damit gelingt, etwas Freude in den anstrengenden Arbeitsalltag zu bringen“, sagt Jan Maarten Koster. Und dieses Ziel wurde voll erreicht: Über die Verteilstellen am Klinikum erreichten die Sträuße viele Mitarbeiter/innen sowie Patienten – und wurden von diesen liebend gerne angenommen. „Aus vielen Einzel-Feedbacks weiß ich, dass diese positive Botschaft bei unseren Beschäftigten sehr gut angekommen ist“, freut sich Prof. Dr. Georg Ertl. Der Ärztliche Direktor des UKW bedankte sich bei den Spendern und allen Helfern am Klinikum herzlichst für die gelungene Aktion.

 

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Uniklinikum Würzburg: Neue Simulatoren ermöglichen ein realitätsnahes Teamtraining

Für ihr Simulationszentrum hat die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg in diesem Jahr neue Hochtechnologie-Patientensimulatoren angeschafft, mit denen sich Routine- wie auch Notfallsituationen realitätsnah nachstellen lassen. Für Studierende, Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte aller Weiterbildungsstufen werden so potenzielle Fehlerquellen erlebbar – und das ohne Patientengefährdung.

Als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland betreibt das Uniklinikum Würzburg (UKW) an seiner Klinik für Anästhesiologie schon seit den 1990er Jahren ein Simulationszentrum. Gefördert von Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst und dem Uniklinikum Würzburg wurde die Schulungs- und Trainingseinrichtung jetzt ein weiteres Mal auf den aktuellsten Technologiestand gebracht. „Zu diesem Update zählen zwei Full-Scale-Simulatoren der neuesten Generation sowie eine neue Audio- und Videoanlage“, schildert Dr. Oliver Happel. Der Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie leitet das Simulationszentrum. Er erläutert: „Full-Scale-Simulatoren sind lebensgroße Nachbildungen des menschlichen Körpers – wir sprechen hier auch von Mannequins. Computergestützt und verbunden mit einer aufwändigen technischen Apparatur reagiert das Mannequin auf diverse klinische Eingriffe wie ein echter Patient.“ Das bedeutet zum Beispiel, dass die künstlichen Pupillen auf Licht reagieren. Und noch viel komplexer: Die beiden Mannequins in Kinder- und Erwachsengröße verfügen über eine Lungensimulation, bei dem die Maschine eigenständig auf die Zusammensetzung der eingesaugten, also „eingeatmeten“ Luft reagiert. Außerdem „atmet“ der Kunstmensch auch tatsächlich ein Gasgemisch aus, das in seiner Zusammensetzung der Ausatemluft eines Menschen entspricht. „Daher können wir auch mit Narkose- und Intensivbeatmungsgeräten trainieren – inklusive des Einsatzes von volatilen Anästhetika“, sagt Dr. Happel. Die ausfeilten Patientensimulatoren und die realistische Umgebung lassen nach seinen Beobachtungen viele Nutzerinnen und Nutzer schnell vergessen, dass sie hier nicht mit einem Menschen aus Fleisch und Blut agieren.

Rund 20 Minuten auf dem „Heißen Stuhl“

Geschult werden im Simulationszentrum sowohl Medizinstudierende und Pflegekräfte, wie auch Ärztinnen und Ärzte aller Weiterbildungsstufen. Bei den rund 20-minütigen Trainingssessions wird meistens von einem Dreier-Team – bestehend aus einer/einem jüngeren Anästhesistin/Anästhesisten, einer/einem erfahrenen Kollegin oder Kollegen sowie einer Anästhesie-Pflegekraft – absolviert. Je nach gewähltem Setting füllen auch noch Statisten die der Realität nachempfundene Trainingsumgebung, zum Beispiel als operatives Team. Alle Handlungen der Teilnehmer/innen und ihre Kommunikation während der Session wird von mehreren im Raum verteilten Videokameras und Mikrofonen aufgezeichnet. In einem angrenzenden Kontrollraum, hinter einem verspiegelten Fenster, beobachten die Instruktoren die Abläufe und markieren Schlüsselmomente in den auf mehreren Bildschirmen angezeigten Videoaufzeichnungen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, den Verlauf des ansonsten programmiert ablaufenden Szenarios zu beeinflussen.

Menschliche Limitationen erkennen

„Wir bieten hier in erster Linie ein sogenanntes Soft Skills- oder auch Human-Factors-Training an“, berichtet Dr. Happel und erläutert: „Dabei sollen die Kolleginnen und Kollegen unmittelbar erfahren, wo typische menschliche Limitationen und die daraus folgenden Fehlermöglichkeiten liegen. Hierzu zählen zum Beispiel unzureichende Kommunikation oder mangelndes Situationsbewusstsein.“

Nach dem Szenario findet in einem benachbarten Seminarraum ein ausführliches Debriefing statt. Unterstützt von den Video- und Audioaufzeichnungen diskutieren die Teilnehmer/innen untereinander und mit den Instruktoren bis zu einer Stunde lang die Schlüsselmomente und Abläufe der erlebten Situation. Dabei werden nicht nur fehlerhafte, sondern auch vorbildliche Handlungsweisen des Teams reflektiert.

„Durch den Austausch mit anderen Universitätsklinika wissen wir, dass wir im bundesweiten Vergleich eine sehr hohe Auslastung unseres Simulationszentrums fahren“, berichtet Prof. Dr. Patrick Meybohm. Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des UKW fährt fort: „Den damit verbundenen hohen technischen, räumlichen und personellen Aufwand leisten wir gerne, denn Simulation ist aus unserer Sicht ein unverzichtbares Element der modernen klinischen Aus- und Weiterbildung sowie ein essentieller Beitrag zur Patientensicherheit.“

 

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Uniklinikum Würzburg: Versorgung schwer Erkrankter ist gesichert

Das Universitätsklinikum Würzburg schiebt alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe ab heute, Montag den 16.3.2020 für unbestimmte Zeit auf, wenn sie nicht medizinisch zwingend in absehbarer Zeit durchgeführt werden müssen.

Dies gilt insbesondere für planbare Eingriffe, die eine intensivmedizinische Versorgung nach sich ziehen können. „Ziel ist es, alle zur Verfügung stehenden Intensiv- und Beatmungskapazitäten auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen durch COVID-19 zu konzentrieren“, sagt Staatsminister Bernd Sibler.

Damit Ausweichmöglichkeiten jenseits der spezialisierten Infektionsstation bei deren Überlastung zur Verfügung stehen, hat das Universitätsklinikum für die Testung und Behandlung von COVID-19-Patienten zusätzlich Bereiche ertüchtigt.

Bei der Durchführung der Testungen spielen die Institute für Virologie und Mikrobiologie der Universität Würzburg jeweils eine entscheidende Rolle. „Wir konnten die Testkapazität um ein Vielfaches steigern und die Verlagerung außerhalb der Bereiche für die Patientenversorgung, insbesondere der Notaufnahmen ermöglichen“, so die Auskunft von Dr. Benedikt Weißbrich, Virologie, und Prof. Dr. Dr. Christoph Schoen, Mikrobiologie.

Ein abgestufter Plan wurde entwickelt, um Räumlichkeiten für die Intensivbehandlung einschließlich künstlicher Beatmung frei machen zu können. So kann das Universitätsklinikum Würzburg ganz erhebliche weitere intensivmedizinische Kapazitäten für die Behandlung von gravierenden COVID-19-Fällen zur Verfügung stellen. Das notwendige Personal wird aus anderen unkritischeren Bereichen und aus wissenschaftlichen Ambulanzen und Laboren herangezogen.

Ungeachtet dessen werden in den Universitätsklinika aber weiterhin alle Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen behandelt und operiert, deren Versorgung aus medizinischen Gründen nicht verschiebbar ist. Dazu gehören beispielsweise Notfälle wie der Herzinfarkt oder Schlaganfall, oder onkologische Behandlungen und Operationen, die keinen Aufschub dulden.

Das Universitätsklinikum Würzburg hat jetzt die besondere Aufgabe, umfangreiche Intensivkapazitäten für die Patientinnen und Patienten bereitzuhalten, die an COVID-19 erkrankt sind, und zugleich die Kapazitäten für die Behandlung anderer schwer Erkrankter aufrecht zu erhalten. „Wir stimmen uns dabei eng mit unserer Landesregierung, dem für uns zuständigen Wissenschaftsministerium, der Stadt, dem Kreis und dem Gesundheitsamt, den umliegenden Krankhäusern, insbesondere dem Klinikum Würzburg Mitte, das mit uns diese großen Belastungen schultert, und unseren Kollegen in der Niederlassung ab“, sagt Professor Dr. Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Würzburg.

Todesfall nach Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus

Das Universitätsklinikum Würzburg gibt bekannt, dass ein hochbetagter Patient (über 80 Jahre), mit Vorerkrankungen und Pflegebedürftigkeit wegen einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus SARS-CoV-2 am Uniklinikum stationär behandelt wurde. Dieser Patient, der auch unter anderen schweren Infektionen litt, ist leider heute Nacht verstorben.


Aus datenschutzrechtlichen Gründen können wir keine weitere Auskunft zum konkreten Patientenfall geben.


Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Dr. Georg Ertl, weist darauf hin, dass es sich bei dem Verstorbenen wegen seiner schweren Vorerkrankungen um einen Hochrisiko-Patienten gehandelt hat.

 

Die meisten Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Corona-Virus haben zum Glück einen milden Krankheitsverlauf, besonders bei jüngeren Menschen und Kindern.

Das Universitätsklinikum ist aber insbesondere auf die Behandlung solcher schwerkranker Patienten gut vorbereitet. 

WICHTIGE RICHTIGSTELLUNG zur Möglichkeit von Corona-Tests - Nicht unangemeldet zu Teststellen kommen

Gemeinsame Pressemeldung des Gesundheitsamts/Landratsamts Würzburg und des Universitätsklinikums

In den Medien wurde gestern (fälschlicherweise) berichtet, dass im Universitätsklinikum Würzburg eine offen zugängliche Untersuchungsstelle für Bürger aus Stadt und Landkreis Würzburg, die den Verdacht haben, sich ggf. mit dem neuen Coronavirus infiziert zu haben, eingerichtet wurde.

 

Dadurch ist der Eindruck entstanden, die Bürger könnten direkt, d.h. ohne vorherige Abklärung in das Uniklinikum kommen. Diese Vorgehensweise würde die Möglichkeiten des Universitätsklinikums sprengen und dazu führen, dass Patienten, die eine Untersuchung gesundheitlich dringend benötigen, diese wegen fehlender Kapazitäten nicht erhalten können.

 

Nur als Risikopatienten Eingestufte werden getestet

Die neu eingerichtete ambulante Untersuchungsstelle am Universitätsklinikum kann ausschließlich Patienten berücksichtigen, die vorher mit dem Gesundheitsamt unter der Bürgertelefonnummer 0931 8003 5100 Kontakt aufgenommen haben und als gefährdet eingestuft worden sind.

 

Das Gesundheitsamt meldet begründete Verdachtsfälle an die Untersuchungsstelle zur Testung an. Für den kommenden Montag, 9. März, sind die Kapazitäten an Testungen bereits ausgeschöpft.

 

Testkapazitäten sind beschränkt

Dr. Johann Löw, Leiter des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Würzburg, betont: „Nicht jeder, der sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt mit einer solchen Person hatte, muss getestet werden. Das Gesundheitsamt entscheidet, wer getestet werden muss. Die Kapazitäten der Labore reichen nur aus, um wirklich ernsthafte Verdachtsfälle testen zu lassen.“

 

Dr. Löw ruft zur Besonnenheit auf und verweist auf die Risikobewertung durch das Robert-Koch-Institut (RKI): „Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland aktuell als mäßig eingeschätzt.“

 

Wer Kontakt mit einer bereits positiv auf eine Corona-Infektion getesteten Person hatte, wird nicht automatisch getestet, solange er keine Symptome zeigt und für die Eindämmung der Infektionen nicht von Bedeutung ist. Vorsichtshalber sollen diese Personen vom Tag des Kontaktes an 14 Tage nicht in Kita, Schule oder zur Arbeit gehen.

 

Kita- und Schulbesuch für Rückkehrer aus Risikogebieten neu geregelt

Die Verfügung des Bayerischen Gesundheitsministeriums vom 6. März 2020 besagt, dass alle Kinder und Jugendlichen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet entsprechend der aktuellen Festlegung durch das RKI aufgehalten haben, für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr aus dem Risikogebiet keine Schule, Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogische Tagesstätte betreten dürfen.  (Risikogebiete unter: www.rki.de)

 

Die Vertreter des Gesundheitsamtes, des Universitätsklinikums Würzburg und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns waren sich bei einem Treffen am Samstag im Landratsamt Würzburg einig: „Bei Kindern scheint die Erkrankung laut Weltgesundheitsorganisation WHO vergleichsweise selten aufzutreten und dann mild zu verlaufen. Schwere oder gar kritische Verläufe wurden nur bei einem sehr kleinen Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen beobachtet.“

 

Uniklinikum Würzburg: Zwei Tage lang Erkenntnisse über ADHS ==> DIE VERANSTALTUNG WURDE ABGESAGT!

Am 25. und 26. April dieses Jahres laden die Landesgruppe Bayern des ADHS Deutschland e.V. und die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Uniklinikums Würzburg zu einem gemeinsamen Symposium nach Würzburg ein. Dort werden Betroffene, Pädagogen, Therapeuten sowie alle sonstigen Interessierten von Fachleuten über neue Entwicklungen zu diversen Aspekten der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) informiert.

Gemeinsam ist besser – so lautet der Titel des diesjährigen ADHS Deutschland Symposiums, der gleichzeitig auch der 8. Bayerische ADHS-Tag ist. Das Motto spielt auf die hier verwirklichte, allseits vorteilhafte Kooperation von Selbsthilfe und Klinik an. Denn die zweitägige Veranstaltung wird gemeinschaftlich organisiert von der Landesgruppe Bayern des Selbsthilfevereins ADHS Deutschland e.V. und der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP) des Uniklinikums Würzburg (UKW). Am Wochenende vom 25. und 26. April 2020 laden beide Einrichtungen gemeinsam zu aktuellen Informationen aus einem breiten Themenspektrum rund um die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in die Hörsäle der Zentren für Operative und Innere Medizin des UKW in Würzburg ein. Mit allgemeinverständlichen Vorträgen wollen die neun Referentinnen und Referenten gleichermaßen Betroffene, Pädagoginnen und Pädagogen, Therapeutinnen und Therapeuten sowie alle sonstigen Interessierten erreichen.

Die häufige Abwärtsspirale frühzeitig unterbrechen

„ADHS ist eine in den letzten Jahren medial sehr kontrovers diskutierte Erkrankung. Die Betroffenen – darunter auch viele Erwachsene – fühlen sich häufig durch ihre Unaufmerksamkeit, Impulsivität oder Überaktivität im Alltag beeinträchtigt“, berichtet Silvia Stein. Die 2. Landesgruppenleiterin der Landesgruppe Bayern des ADHS-Deutschland e.V. und Co-Organisatorin des Symposiums fährt fort: „Bei hoher Symptomausprägung können persönliche, schulische, berufliche wie private Ziele kaum erreicht werden, was langfristig zu einem erhöhten Risiko für weitere Erkrankungen wie Depressionen führen kann. Um diese Abwärtsspirale zu unterbrechen, ist es wichtig, frühzeitig zu informieren und Behandlungsangebote zu unterbreiten.“

Breites Themenspektrum

Dazu deckt das Themenspektrum der Großveranstaltung, zu der über 500 Teilnehmer/innen erwartet werden, den Verlauf von ADHS bei Kindern wie auch Erwachsenen, gesellschaftliche Aspekte sowie Behandlungsmöglichkeiten, wie Verhaltenstherapie, Medikation und weitere Ansätze ab.

„Der Schulterschluss mit der Selbsthilfe ermöglicht uns einen besonders ganzheitlichen Blick auf diese Erkrankung, die zu den häufigsten psychischen Problemen der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gehört“, freut sich Prof. Dr. Marcel Romanos, der Direktor der KJPPP des UKW über die gelebte Kooperation.

Auch spezielles Kinder- und Jugendprogramm

Neben den Fachvorträgen für Erwachsene bietet das Symposium an beiden Tagen auch ein Kinder- und Jugendprogramm an. Gegliedert in drei Altersgruppen gibt es hier zielgruppengerechte Angebote. Diese reichen von psychomotorisch und entspannend wirkendem Spielen und Basteln bis hin zu Workshops, in denen Antworten gegeben werden auf Fragen wie: Wie kann ich mich besser steuern? Brauche ich Medikamente? Und wenn ja: Wie wirkt mein Medikament?

„Neben dem Informationsgewinn und der Selbsterfahrung profitieren viele Kinder durch die Gruppenveranstaltungen von der Erkenntnis, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind“, verdeutlicht Silvia Stein.

Schirmherrin des Symposiums ist Staatssekretärin Anna Stolz vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist als Fortbildung für Lehrer/innen anerkannt und wird zudem durch die Bayerische Landesärztekammer und die Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zertifiziert.
Das Symposium geht am Samstag von 9:00 bis 16:30 Uhr und am Sonntag von 9:15 bis 12:30 Uhr. Alle Details über das Programm, die Kosten und die Online-Anmeldung finden sich unter www.adhs-deutschland.de. Eine Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich, es wird vor Ort keine Tageskasse geben.

 

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