Aktuelle Pressemitteilungen

Uniklinikum Würzburg: Zeitkapsel im Glockenturm der katholischen Klinikumskirche

Bei Sanierungsarbeiten am Glockenturm der katholischen Kirche des Uniklinikums Würzburg kam eine Zeitkapsel aus dem Jahr 1971 zum Vorschein. Nach der Sichtung der enthaltenen Unterlagen setzten die Leitung und die Seelsorge des Klinikums die Tradition fort: Sie platzierten einen um aktuelle Zeitdokumente ergänzten Behälter unter der Kirchturmspitze.

Zeitkapseln sind meist in den Fundamenten von Gebäuden untergebrachte, verschlossene Behälter, die zeittypische Dinge für nachfolgende Generationen bewahren und dokumentieren sollen. Eine solche Botschaft aus der Vergangenheit kam im vergangenen Jahr bei Sanierungsarbeiten im Glockenturm der katholischen Kirche auf dem Campusgelände des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Josef-Schneider-Straße ans Tageslicht. Nach ihrer Öffnung war klar: Die Kapsel stammt von einer früheren Sanierung im Jahr 1971. Enthalten waren – neben einer handgeschriebenen und mit einem Wachssiegel geschmückten Urkunde – eine Ausgabe der Tageszeitung Volksblatt aus dem Sanierungsjahr sowie ein Satz Münzen aus den damaligen D-Mark-Zeiten.

Eine Botschaft für zukünftige Generationen

„Diese besondere Form der Kommunikation mit zukünftigen Generationen wollen wir gerne fortsetzen“, berichtet Pater Maximilian Bauer, der katholische Leiter des ökumenischen Seelsorgeteams des UKW. Deshalb wurde aus Zinkblech eine neue, etwas größere Zeitkapsel geschaffen, die am 20. Oktober 2017 in einer feierlichen Zeremonie wieder am Fundort im Glockenturm, direkt unter der Turmspitze, platziert wurde. Zu den ursprünglichen Inhalten hinzu kamen dabei eine Urkunde, die das aktuelle Sanierungsvorhaben beschreibt, ein Euro-Münzensortiment sowie jeweils ein Exemplar der UKW-Mitarbeiterzeitschrift Klinikum & wir, der Zeitung Uni-Klinik und des Katholischen Sonntagsblatts.

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Brustkrebs-Forum am Uniklinikum Würzburg: Bedürfnisse während und nach der Therapie

Am Samstag, den 25. November 2017, veranstaltet die Würzburger Universitätsfrauenklinik ihr 4. Brustkrebs-Forum. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedürfnisse, die bei den Betroffenen während und nach der Tumortherapie aufkommen. Unter den Referentinnen ist die Schauspielerin Kathrin Spielvogel, bekannt unter anderem aus der Fernsehserie „Forsthaus Falkenau“, die nach ihrer eigenen Brustkrebserkrankung authentisch auch intime Aspekte des Krankheitserlebnisses ansprechen kann.

„Unser Brustkrebs-Forum hat sich mittlerweile als Veranstaltung etabliert, die nicht nur die medizinischen Gesichtspunkte der Krankheit thematisiert, sondern gezielt einen ganzheitlichen Informationsansatz verfolgt“, unterstreicht Prof. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitätsfrauenklinik. Die vierte Neuauflage der kostenlosen Veranstaltung am Samstag, den 25. November 2017, steht unter der Überschrift „Bedürfnisse während und nach Brustkrebs: Was brauchen Betroffene wirklich?“.

Kompetente Referentinnen geben Hoffnung

„Unser Ziel ist es, mit kompetenten Rednerinnen Hoffnung für das Leben mit und nach dem Krebs zu geben“, erläutert Prof. Wöckel. So zeigen Beate Beyrich von der Frauenhilfe nach Krebs, Johanna Schlereth, Breast Care Nurse der Würzburger Universitätsfrauenklinik, und eine Patientin, die ihren Weg in einer besonderen Fotografie gefunden hat, in einem gemeinsamen Vortrag den „Weg zurück in den Alltag“ auf.
Dr. Elisabeth Jentschke, Psychoonkologin am Uniklinikum Würzburg (UKW), greift mit „Intimität und Sexualität nach Krebserkrankungen“ ein Thema auf, das noch viel zu oft tabuisiert wird.

Kathrin Spielvogel will „Lebensräume öffnen“

Als Gastreferentin konnte die Frauenklinik des UKW außerdem die Schauspielerin und Sprecherin Kathrin Spielvogel gewinnen. Den Zuschauer/innen ist sie vor allem bekannt aus den TV-Serien „Samt und Seide und „Forsthaus Falkenau“ sowie vielen Fernsehfilmen. Die heute 43-Jährige erkrankte vor einigen Jahren schwer an metastasiertem Brustkrebs. Ihre Krankheitserfahrungen verarbeitete Spielvogel in dem Dokumentarfilm „Ich will ja leben, oder?“, mit dem sie im Jahr 2010 für den Grimme-Preis nominiert wurde. Bei Vorträgen wird sie geschätzt für ihre authentische Art, auch intime Aspekte einer Krebserkrankung zu thematisieren. Mit ihrem Vortrag „Lebensräume öffnen – wenn alle Türen verschlossen scheinen“ spricht sie beim Brustkrebs-Forum sicher vielen Betroffenen aus dem Herzen und macht ihnen Mut für ein Leben nach dem Krebs.
Nach dem Vortragsblock haben die Zuhörerinnen und Zuhörer ausreichend Gelegenheit, den Referentinnen und Prof. Wöckel Fragen zu stellen.

Infostände im Foyer vor dem Hörsaal

Stände von Selbsthilfegruppen sowie Anbietern von Haarersatz, Brustprothesen und Physiotherapie runden das Informationsangebot ab.
Das Brustkrebs-Forum findet statt im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) des Uniklinikums Würzburg an der Oberdürrbacher Straße. Es beginnt um 10:00 Uhr und endet gegen 14:00 Uhr.
Wichtig ist eine Anmeldung bei Gabriele Nelkenstock unter Tel: +49 931 29985095 oder E-Mail: info@ kampfgegenkrebs.de.

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Öffentliche Infoveranstaltung zur Diagnostik und Therapie von Harnblasenkrebs

Bei einer kostenlosen „Abendsprechstunde“ am Donnerstag, den 16. November 2017, schildern drei Experten der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Uniklinikums Würzburg allgemeinverständlich die aktuellen Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten beim Harnblasenkarzinom. Dabei beantworten sie gerne auch individuelle Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer.

Die „Abendsprechstunde“ ist eine Veranstaltungsserie, die das Uniklinikum Würzburg (UKW) gemeinsam mit der Main-Post-Akademie organisiert. Beim nächsten Termin – am Donnerstag, den 16. November 2017 – stehen die Fortschritte in der Diagnostik und Therapie von Harnblasentumoren im Zentrum.
„Das Harnblasenkarzinom ist nach dem Prostatakrebs der zweithäufigste bösartige Tumor in unserem Fachgebiet. Männer sind rund dreimal häufiger betroffen als Frauen“, berichtet Prof. Dr. Hubert Kübler. Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des UKW fährt fort: „Der unter anderem von der genetischen Veranlagung und vom Rauchen begünstigte Tumor entsteht in der Blasenschleimhaut. Wird das Karzinom nicht frühzeitig entdeckt, kann es in tiefere Schichten der Blase vordringen und sich auch über das Organ hinweg ausbreiten.“ Die Aussicht auf Heilung der Erkrankung hängt nicht zuletzt davon ab, wie weit der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnose schon gewachsen ist.
Prof. Kübler sowie seine Mitarbeiter Prof. Dr. Georgios Gakis und Dr. Arkadius Kocot zeigen am Infoabend auf, an welchen Symptomen man ein Harnblasenkarzinom erkennt, welche diagnostischen Schritte auf dem Weg zu einer individuellen Behandlung möglich sind und welche stadienabhängigen Therapiemöglichkeiten es gibt.

Fragen schon bei der Anmeldung einreichen
Die Abendsprechstunde findet im Großen Hörsaal der Würzburger Universitäts-Zahnklinik am Pleicherwall 2 statt. Sie beginnt um 18:00 Uhr und endet gegen 19:30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Wichtig ist eine Anmeldung unter www.akademie.mainpost.de oder Tel: +0049 0931-60016009. Eine besondere Chance: Zusammen mit der Anmeldung können Fragen eingereicht werden, die die Experten dann bei der Veranstaltung beantworten werden.

Focus-Klinikliste 2018: Uniklinikum Würzburg in Bayern auf dem vierten Platz

Platz 14 unter mehr als 1.100 deutschen Krankenhäusern so schnitt das Universitätsklinikum Würzburg in der aktuellen Klinikliste des Nachrichtenmagazins Focus ab. Bezogen auf Bayern kam das Würzburger Krankenhaus der Maximalversorgung auf Platz 4.

Die „Klinikliste“ des Nachrichtenmagazins Focus gilt als der umfangreichste Qualitätsvergleich der deutschen Krankenhäuser. Kürzlich erschien im Sonderheft „Focus Gesundheit“ die Klinikliste 2018. Laut dem Tabellenwerk landete das Uniklinikum Würzburg (UKW) im bundesweiten Vergleich auf dem 14. Platz, während es in Bayern den vierten Platz erzielte.

In sechs Bereichen in der bundesweiten Spitzengruppe
Die Studie deckt 16 Fachbereiche und Erkrankungen ab. Das UKW zählt laut Focus in folgenden Bereichen zur deutschen Spitzengruppe: Angststörungen, Darmkrebs, Hirntumoren, Kardiologie, Parkinson und Strahlentherapie. In die zweitbeste Wertungsstufe – als „empfohlene Klinik“ – kam das Würzburger Klinikum bei der Behandlung von Alzheimer, Brustkrebs, Depression, Multipler Sklerose, Prostatakrebs und Risikogeburten sowie im Fachbereich Herzchirurgie.

Daten aus 1.115 Krankenhäusern berücksichtigt
Für die Klinikliste analysierte das unabhängige Recherche-Institut Munich Inquire Media (MINQ) Daten zu 1.115 Krankenhäusern mit insgesamt 3.093 Fachabteilungen. In die Wertung flossen die Empfehlungen von rund 14.000 Ärztinnen und Ärzten ein. Weitere Recherchewege waren die Qualitätsberichte der Kliniken, Fragebögen zum Krankenhaus und zu den Fachabteilungen sowie die Ergebnisse der nationalen Kampagne „Aktion Saubere Hände“.

Neuer Spezialist für Harnblasenkrebs am Uniklinikum Würzburg

Seit Anfang Oktober dieses Jahres arbeitet Prof. Dr. Georgios Gakis an der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums Würzburg. Der zuletzt am Universitätsklinikum Tübingen beschäftigte Mediziner ist ein Experte in der Behandlung von Harnblasentumoren.

In der Urologie sind Harnblasentumore die zweithäufigste Krebsart nach dem Prostata-Karzinom. Schwerpunktmäßig für die bestmögliche Behandlung dieser heterogenen Krankheit gewann die Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) zum 1. Oktober 2017 Prof. Dr. Georgios Gakis als neue Kraft.

In den vergangenen elf Jahren war der 38-Jährige an der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Tübingen tätig, zuletzt als Oberarzt und außerplanmäßiger Professor. Schon während seines Humanmedizin-Studiums an der Eberhard-Karls Universität in Tübingen entdeckte der in Baden-Württemberg geborene Sohn griechischer Eltern sein Interesse an der Urologie. „Entgegen der sonst verbreiteten Tendenz zu einer immer weiteren Spezialisierung ist die Urologie ein chirurgisches Fachgebiet, das noch weitgehende Kompetenzen in der Hand eines Facharztes vereinigt“, beschreibt Prof. Gakis und fährt fort: „Damit verbunden sind eine Vielfalt von unterschiedlichen ärztlichen Tätigkeiten sowie der immer spannende Umgang mit Patienten aus einem sehr breiten Altersspektrum – von kleinen Kindern bis zu betagten Senioren.“

Zwei sehr unterschiedliche Formen von Harnblasentumoren

Auf seine Doktorarbeit in Allgemeinchirurgie in Tübingen im Jahr 2006 folgten sechs Monate als Assistenzarzt an der Klinik für Allgemeinchirurgie des Klinikums München Großhadern, bevor er nach Tübingen zurückkehrte, diesmal an die Universitätsklinik für Urologie. Hier erarbeitete er sich unter Prof. Dr. Arnulf Stenzl unter anderem seine Spezialkenntnisse in der Behandlung von Harnblasenkarzinomen. „Krebserkrankungen der Harnblase lassen sich grob in zwei sehr unterschiedliche Formen einteilen“, erläutert Prof. Gakis und präzisiert: „Dreiviertel der Fälle sind oberflächliche Tumore, die in der Regel bei einem Eingriff über die Harnröhre abgetragen werden können. Die Harnblase bleibt dabei erhalten. Das restliche Viertel sind wesentlich aggressivere Tumore, die in die Blasenwand einwachsen und zudem Metastasen bilden können. Diese muskelinvasiven Tumore können meist nur durch die vollständige Entfernung der Blase geheilt werden.“

Orthotope Neoblase als Ersatzreservoir „bauen“

Für beide Krebsformen besitzt Prof. Gakis das Know-how zu einer Behandlung nach dem aktuell bestverfügbaren Wissensstand. So ist er in der Lage, nach der radikalchirurgischen Behandlung von muskelinvasiven Harnblasentumoren an der Position der entfernten Blase aus patienteneigenem Dünndarmgewebe ein Ersatzreservoir zu bilden. Man spricht dann von einer orthotopen Neoblase. Zu den weiteren chirurgischen Herausforderungen bei diesem Eingriff zählt es, für die Kontinenz den Schließmuskel unter der ehemaligen Harnblase zu erhalten. Auch für die Beibehaltung der sexuellen Funktion bei Männern wie Frauen ist chirurgisches Können gefragt.

En-bloc-Resektion für oberflächliche Harnblasentumore

Zur Behandlung der oberflächlichen Harnblasentumoren hat Prof. Gakis eine neue Methode „im Gepäck“, die er nun auch am UKW etablieren wird. Bei der von ihm mitentwickelten „En-bloc-Resektion mit Hydrojet“ wird unter den Tumor ein Depot aus Kochsalzlösung injiziert, wodurch das Krebsgewebe in das Blaseninnere angehoben wird. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, bei denen der Tumor beim Abtragen in viele kleine Segmente zerteilt wird, ist bei diesem Vorgehen das in der Onkologie favorisierte Herausschneiden des Tumors in einem Stück möglich“, erläutert Prof. Gakis. Nach seinen Angaben wird dieses Verfahren beim Kolonkarzinom schon seit Jahren erfolgreich angewandt.

Gefragter Autor diverser Leitlinien

Speziell in der Fachwelt anerkannte Nachweise für die uro-onkologische Expertise von Prof. Gakis sind seine Mitgliedschaften in nationalen und internationalen Komitees. So ist er Erstautor der Leitlinien der Europäischen Vereinigung für Urologie (EAU) zum primären Urethralkarzinom und Mitglied in der EAU-Leitliniengruppe zum muskelinvasiven und metastasierten Harnblasenkarzinom. Darüber hinaus leitete er die Arbeitsgruppe der S3-Leitlinie zum nicht-muskelinvasiven Urothelkarzinom.

Maximilian-Nitze-Preis 2014 für Habilitationsschrift

Als engagierter Forscher kann sich Prof. Gakis bislang auf fast 150 wissenschaftliche Publikationen stützen. Unter diesen wurde seine Habilitationsschrift im Jahr 2014 mit dem Maximilian-Nitze-Preis ausgezeichnet. Dies ist der höchste Preis, den die Deutsche Gesellschaft für Urologie zu vergeben hat. „Das Thema war der Einfluss von männlichen Hormonen auf die Entwicklung von Harnblasenkarzinomen. Es gibt Hinweise darauf, dass Androgene das Wachstum von aggressiven Blasentumoren beeinflussen können. Meine Forschungsarbeit widmete sich den dabei auf genetischer Ebene ablaufenden Mechanismen“, berichtet der Preisträger.

Gute Forschungsmöglichkeiten am UKW

Die an der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie vorhandenen Forschungsmöglichkeiten zählten auch zu den Faktoren, die Prof. Gakis auf die ausgeschriebene Stelle nach Würzburg zogen: „Besonders wertvoll ist zum Beispiel die Anbindung an das eigene Labor der Urologie, was mir die Chance gibt, im Bereich des Urothelkarzinoms weiter zu forschen. Außerdem freue ich mich darauf, von der Expertise von Prof. Dr. Hubert Kübler zu profitieren.“ Prof. Gakis kennt den Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie am UKW von der gemeinsamen Arbeit an der S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom.
Ein weiterer Anziehungspunkt am UKW war für den in der Laparoskopie erfahrenen Urologen die derzeitige, von Prof. Kübler in seinem Fachbereich vorangetriebene Ausweitung der Roboterchirurgie.

In Punkto Lehre bietet Prof. Gakis Tutorenschaften und Doktorarbeiten an. Außerdem hält er einen Teil der Vorlesung zum Harnblasenkarzinom.

Eine Widmung, die Leben rettet

Die Vogel Stiftung hat Unipräsident Alfred Forchel anlässlich seines 65. Geburtstags einen mit 30.000 Euro dotierten Forschungsförderpreis gewidmet. Dessen Ziel ist es, eine schnelle und zielgerichtete Behandlung von Schlaganfällen zu ermöglichen.

Im August dieses Jahres konnte der Präsident der Julius-Maximilians-Universität (JMU) seinen 65. Geburtstag feiern. Zu diesem Anlass hatte die Universität am 13. Oktober Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Kirche und Wirtschaft zu einem Festsymposium in die Neubaukirche eingeladen.

Eine besondere Überraschung überreichte dabei Dr. Kurt Eckernkamp an Alfred Forchel. Eckernkamp war viele Jahre Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzender der Vogel-Mediengruppe in Würzburg; gemeinsam mit seiner Gattin Nina Eckernkamp-Vogel gründete er 2010 die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, die sich der Förderung von Bildung, Wissenschaft, Medizin und Kultur verschrieben hat.

Durch gute Forschung Leben retten

Das Geschenk: ein Forschungsförderpreis in Höhe von 30.000 Euro, der dem Unipräsidenten gewidmet ist. „Ich möchte Ihren Geburtstag, Herr Präsident, zum Anlass nehmen, im Namen der Vogel Stiftung Ihnen und der Universität herzlich Danke zu sagen für Ihre Unterstützung und die überaus erfolgreiche Kooperation“, sagte Eckernkamp beim Überreichen der Urkunde. Unter dem Leitgedanken „Durch gute Forschung Leben retten“, soll das Geld dafür eingesetzt werden, die Versorgung von Schlaganfallpatienten in Unterfranken zu verbessern.

Die beteiligten Wissenschaftler können dabei auf bereits existierende Strukturen zugreifen: Das Schlaganfallnetzwerk TRANSIT-Stroke wurde 2011 unter der Federführung des Universitätsklinikums Würzburg gegründet. Es bietet allen angebundenen Kliniken in Unterfranken eine lückenlose Schlaganfallversorgung mit den neuesten medizinischen Diagnostik- und Therapieoptionen. Durch die telemedizinische Vernetzung der Kliniken können vor allem schwer betroffene Patienten zeitgerecht in die entsprechend spezialisierten Zentren verlegt werden, um hier eine optimale medizinische Behandlung zu erhalten.

Neue Therapie nach einem Schlaganfall

In der jüngsten Vergangenheit hat die Therapie des Schlaganfalls eine bahnbrechende Neuerung erfahren. Durch spezielle Verfahren können verschlossene Gefäße wiedereröffnet und die Durchblutung des Gehirns wiederhergestellt werden. Dieses Verfahren ist vergleichbar mit der Durchführung eines Herzkatheters nach einem Herzinfarkt und verbessert sowohl das funktionelle Ergebnis wie auch das Überleben des Patienten mit einem Schlaganfall.

Diese neue Methode wurde nun am Universitätsklinikum Würzburg etabliert und wird mit großem Erfolg angewendet. Die mechanische Wiedereröffnung von Gefäßen des Gehirns ist der bisherigen Akuttherapie mit Gerinnsel auflösenden Medikamenten überlegen. Allerdings ist die Therapie nur für eine Untergruppe der Schlaganfallpatienten mit Verschluss eines großen Gefäßes geeignet – etwa zehn bis 15 Prozent aller Schlaganfälle.

Die beste Behandlung für die Betroffenen

In einem nächsten Schritt wollen die Beteiligten deshalb ein Verfahren etablieren, das sicherstellt, dass diejenigen Patienten, die von diesem Verfahren am meisten profitieren, identifiziert und schnellstmöglich in ein spezialisiertes Behandlungszentrum eingeliefert oder aus einer anderen Klinik verlegt werden, die das Verfahren selbst nicht vorhält. Um dies zu erreichen, müssen sowohl die Strukturen des TRANSIT-Stroke Netzwerkes als auch die notfallmedizinische Versorgungsstrategie angepasst werden. Das Ziel ist es, Schlaganfallpatienten die jeweils beste Behandlung ohne Zeitverzögerung anzubieten.

Schulungen stehen am Anfang 

Schulungen sollen den erstversorgenden Notärzten die klinischen Entscheidungskriterien vermitteln, die einen umgehenden Transport in ein Zentrum sinnvoll machen, das die mechanische Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes durchführen kann. In Unterfranken sind diese Zentren aktuell die überregionalen Schlaganfalleinheiten in Bad Neustadt und Schweinfurt (zu bestimmten Zeiten) und das Universitätsklinikum Würzburg mit 24-stündiger Rufbereitschaft.

Darüber hinaus muss die teleradiologische Vernetzung unter den an TRANSIT beteiligten Kliniken verbessert werden, um die großen Gefäßverschlüsse sicher durch Spezialisten zu diagnostizieren und die Verlegungen aus anderen Kliniken zu steuern. Diese Maßnahmen erfordern einen hohen strukturellen Aufwand; zusätzlich müssen weitreichende Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen für Kliniken, Notärzte und Rettungsdienst durchgeführt werden.

Das hierfür geplante Projekt ist interdisziplinär angelegt, daran beteiligt sind Experten aus der Neurologie, der Epidemiologie, der Neuroradiologie und Notfallmedizin.
Dank an Kurt Eckernkamp
Hocherfreut zeigte sich Unipräsident Alfred Forchel über diese Unterstützung. „Das Projekt verbessert die Lebensqualität nach einem Schlaganfall und rettet Leben. Außerdem kommt es den Menschen der Region Unterfranken unmittelbar zu Gute“, sagte er und dankte Kurt Eckernkamp herzlich.

Links
Mehr Informationen zu TRANSIT-Stroke (https://www.transit-stroke.de/index.php)
Homepage der Vogel Stiftung: www.vogel-stiftung.de

 

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Uniklinikum Würzburg: Infotag zur Diagnostik und Therapie des Multiplen Myeloms

Am Samstag, den 4. November 2017, findet zum fünften Mal das Myelom-Forum am Uniklinikum Würzburg statt. Die Veranstaltung informiert Patienten, Angehörige und alle sonstigen Interessierten über Neuigkeiten in der Diagnostik und Behandlung der bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks.

Violette Plasmazellen eines Myelom-Patienten
Im Knochenmark-Ausstrichpräparat sind die vielen, hier violetten Plasmazellen eines Myelom-Patienten zu erkennen. Bei Gesunden darf höchstens jede 20. Knochenmarkzelle eine Plasmazelle sein. Bild: Uniklinikum Würzburg

Das jährlich am Uniklinikum Würzburg (UKW) veranstaltete Myelom-Forum bringt regelmäßig hunderte Patienten, Angehörige und sonstige Interessierte aus ganz Deutschland nach Würzburg. Grund ist das hier versammelte, hohe Spezialwissen zum Multiplen Myelom (MM). So gilt das UKW als eines der europaweit führenden Zentren bei der Behandlung der bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks. Darüber hinaus gehört MM zu den Forschungsschwerpunkten des Comprehensive Cancer Center (CCC) Mainfranken, des am UKW angesiedelten Onkologischen Spitzenzentrums.

Chancen der Personalisierten Medizin

Die diesjährige Neuauflage des Forums findet am Samstag, den 4. November 2017, statt. Ab 9:00 Uhr referieren Experten des UKW im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) an der Oberdürrbacher Straße über neue Erkenntnisse sowie aktuelle Diagnose- und Therapiemethoden. „Ein wichtiges Stichwort dabei ist ‚Personalsierung‘ – sowohl in der Diagnostik, wie auch in der Behandlung“, schildert Prof. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW. Der international renommierte Myelom-Experte fährt fort: „Beim Forum werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Beispiel mehr erfahren über die am Uniklinikum Würzburg gebotenen Möglichkeiten der innovativen Genomsequenzierung in der MM-Diagnostik. Außerdem werden wir erläutern, wie weit wir mit unseren Plänen vorangeschritten sind, das körpereigene Immunsystem gegen die Krankheit zu wenden.“

Nuklear- und Komplementärmedizin, Symptom-Management

Weitere Vorträge widmen sich neuen nuklearmedizinischen Verfahren sowie komplementärmedizinischen Ansätzen. Das Forum thematisiert zudem die Probleme, die das Myelom selbst, wie auch die Nebenwirkungen aus dessen Behandlung bei den Knochen und den Nieren der Betroffenen hervorrufen können. Wie in den vergangenen Jahren auch, wird eine Diskussion den Zuhörerinnen und Zuhörern Gelegenheit geben, von qualifizierter Seite Antworten auf persönliche Fragen zu erhalten. Ebenfalls schon gute Tradition sind die begleitenden Infostände in der Magistrale des Zentrums für Innere Medizin, die eine unkomplizierte Kontaktaufnahme mit Selbsthilfegruppen und weiteren Initiativen ermöglichen.

Anmeldung erforderlich

Die Teilnahme am 5. Myelom-Forum Würzburg ist kostenlos. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl bitten die Veranstalter allerdings um eine Anmeldung im Sekretariat von Prof. Hermann Einsele unter E-Mail: schaefer_b@ukw.de oder Tel: 0931/201-40001.

Über das Multiple Myelom

Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses.

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Violette Plasmazellen eines Myelom-Patienten
Im Knochenmark-Ausstrichpräparat sind die vielen, hier violetten Plasmazellen eines Myelom-Patienten zu erkennen. Bei Gesunden darf höchstens jede 20. Knochenmarkzelle eine Plasmazelle sein. Bild: Uniklinikum Würzburg