Aktuelle Pressemitteilungen

Osterhasenaktion auf den Kinderkrebsstationen

Eine Aktion des Vereins "Jonas hilft" sorgt für Freude

Osterhasenaktion auf den Kinderkrebsstationen
Bildunterzeile: Dr. Gerrit Weber, Annegret Schreyer, OÄ Dr. Christina Pfann, Jochen Bock und Mona Lutz (von links). Foto: Nadine Kempa

Gerade in schwierigen Zeiten sind es oft die kleinen Gesten, die besonders viel bewirken. Der Verein „Jonas hilft“ setzt genau hier an und sorgt mit liebevollen Überraschungen für Freude bei schwer kranken Kindern.

Mehrmals im Jahr besucht der Verein die onkologischen Stationen Leuchtturm, Regenbogen und Schatzinsel der Uni-Kinderklinik Würzburg. Zu verschiedenen Anlässen werden kleine Geschenke verteilt – etwa zu Ostern, an Halloween oder zum Nikolaustag. Ziel ist es, den jungen Patientinnen und Patienten sowie ihren Familien in einer belastenden Zeit ein Lächeln zu schenken.

Die Aktionen sind Teil der „Herzensmomente“, mit denen „Jonas hilft“ besondere Erlebnisse ermöglicht. Neben größeren Veranstaltungen wie einem Bauernhoftag oder einer Alpakawanderung spielen auch diese kleinen Aufmerksamkeiten eine wichtige Rolle im Klinikalltag. Damit dienen diese als wertvolle Ergänzung zu den Angeboten der Elterninitiative Regenbogen, die bereits seit über 40 Jahren in enger Zusammenarbeit mit der Uni-Kinderklinik aktiv ist. 

Ein fester Bestandteil ist inzwischen die Osteraktion: Vereinsmitglied Jochen Bock übernimmt dabei die Rolle des Osterhasen und verteilt Schoko-Osterhasen – auch an die Geschwisterkinder. Der Besuch auf der Station Leuchtturm sorgte für große Begeisterung. Die Kinder nahmen die Geschenke mit strahlenden Augen entgegen und ein kleiner Junge hüpfte vor Freude über die gesamte Station. Auch Eltern und Pflegepersonal zeigten sich dankbar für die gelungene Aktion. "Der Besuch des Osterhasen hat Kinderaugen zum Leuchten gebracht und bei den Patienten für eine gelungene Abwechslung gesorgt" bekräftigen Mona Lutz und Annegret Schreyer. Die beiden Sozialpädagoginnen sind Teil des psychosozialen Diensts, der den Familien während und nach der Krebsbehandlung unterstützend zur Seite steht. Einige Stellen werden von der Elterninitiative Regenbogen durch Spendengelder finanziert.

Die Osterhasenaktion macht einmal mehr deutlich, wie wertvoll kleine Lichtblicke für die Patienten und Familien sein können.

 

Text: Timo Krambo für Jonas hilft e.V., Nadine Kempa für die Elterninitiative Regenbogen e.V.

Osterhasenaktion auf den Kinderkrebsstationen
Bildunterzeile: Dr. Gerrit Weber, Annegret Schreyer, OÄ Dr. Christina Pfann, Jochen Bock und Mona Lutz (von links). Foto: Nadine Kempa

Manuela Wunderling vom UKW hat sich als 1000. Ersthelferin für die Lebensretter-App registriert

Die Ersthelfer-App verfolgt das Ziel, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheidend zu verkürzen

Dr. Andreas Klinger, ärztlicher Leiter im Rettungsdienst, dankt Manuela Wunderling, die sich als 1000. Ersthelferin in der App „TEAM Bayern – Lebensretter“ registriert hat.  Foto: UKW, Stefan Dreising
Dr. Andreas Klinger, ärztlicher Leiter im Rettungsdienst, dankt Manuela Wunderling, die sich als 1000. Ersthelferin in der App „TEAM Bayern – Lebensretter“ registriert hat. Foto: UKW, Stefan Dreising

Würzburg. Seit der Inbetriebnahme der Ersthelfer-App „TEAM Bayern – Lebensretter“ durch den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Würzburg am 11. Februar 2026 haben sich in der Region bereits über tausend Personen registriert.

Als 1000. Ersthelferin hat sich Manuela Wunderling angemeldet. Damit kann sie bei aktivierter App von der Integrierten Leitstelle Würzburg bei einem vermuteten Herzstillstand in ihrer Nähe als Lebensretterin alarmiert werden. Mit Manuela Wunderling hat sich eine ausgewiesene Expertin für Wiederbelebungsmaßnahmen in der App angemeldet: Die Pflegefachkraft ist Koordinatorin des Notfall-Simulationszentrums am Universitätsklinikum Würzburg. „Ich bin über Social Media und über die interne Kommunikation am Universitätsklinikum auf die neue App aufmerksam geworden“, sagt Manuela Wunderling. Dr. Andreas Klinger, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im ZRF, überreichte ihr für das freiwillige Engagement einen Blumenstrauß.

Klinger betont: „Um sich als Ersthelfer bei TEAM Bayern registrieren zu können, ist eine berufliche Qualifikation nicht erforderlich.“ Die App richtet sich an Personen ab 18 Jahren mit Kenntnissen in der Herz-Lungen-Wiederbelebung, beispielsweise durch einen Erste-Hilfe-Kurs mit mindestens neun Unterrichtseinheiten. Für die Freischaltung ist unter anderem eine Legitimation erforderlich; die Berechtigungen werden in der Regel für zwei Jahre erteilt. Bis zum 13. April 2026 setzte die Integrierte Leitstelle Würzburg die App in 86 Fällen zur Alarmierung ein. In 18 Fällen konnten registrierte Ersthelfer in unmittelbarer Nähe eines Notfallpatienten geortet und gezielt zum Einsatzort geleitet werden.

Warum die App wichtig ist

Die Ersthelfer-App verfolgt das Ziel, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheidend zu verkürzen. „Durch die gezielte Alarmierung von qualifizierten Helfern in unmittelbarer Nähe können lebensrettende Maßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung und der Einsatz eines Defibrillators deutlich früher beginnen. Dies erhöht die Überlebenschancen der Betroffenen erheblich“, so Prof. Dr. Patrick Meybohm, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Würzburg.

„Wir freuen uns sehr über das schnelle Engagement so vieler Menschen in unserer Region: Tausend Registrierungen sind ein starkes Signal. Gleichzeitig müssen wir das Helfernetzwerk weiter verdichten. Je mehr Menschen mitmachen, desto größer die Chance, dass bei einem Notfall schnell qualifizierte Hilfe vor Ort beginnt“, sagt Christine Haupt-Kreutzer, Vorsitzende des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg.

Starkes Netzwerk für die Region

An der Einführung und Umsetzung des Systems sind zahlreiche Partner beteiligt: der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg, die Integrierte Leitstelle Würzburg sowie viele Feuerwehren, Rettungs- und Hilfsorganisationen und Kliniken in den Landkreisen Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart sowie in der Stadt Würzburg. Gemeinsam bilden sie ein leistungsfähiges Netzwerk für schnelle Hilfe im Notfall.

Jede zusätzliche Registrierung kann im Ernstfall entscheidend sein. Bürgerinnen und Bürger sind daher aufgerufen, sich zu registrieren und Teil dieses wichtigen Helfernetzwerks zu werden. Fragen zur Ersthelfer-App beantwortet der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg per E-Mail an zrf-ersthelfer@ lra-wue.bayern.de

Text: Pressemitteilung, Landratsamt Würzburg vom 14.04.2026

Dr. Andreas Klinger, ärztlicher Leiter im Rettungsdienst, dankt Manuela Wunderling, die sich als 1000. Ersthelferin in der App „TEAM Bayern – Lebensretter“ registriert hat.  Foto: UKW, Stefan Dreising
Dr. Andreas Klinger, ärztlicher Leiter im Rettungsdienst, dankt Manuela Wunderling, die sich als 1000. Ersthelferin in der App „TEAM Bayern – Lebensretter“ registriert hat. Foto: UKW, Stefan Dreising

Personalia vom 14. April 2026 +++ Wir gratulieren herzlich!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

Dr. Dr. Stefan Hartmann, Privatdozent für das Fachgebiet Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, insbesondere experimentelle Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, stellvertretender Klinikdirektor und leitender Oberarzt, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Kopf- und Hals-Chirurgie, wurde mit Wirkung vom 26.03.2026 zum außerplanmäßigen Professor bestellt.
 

einBlick - Das Online Magazin der Universität Würzburg vom 14. April 2026

Den Ursachen von Alzheimer und Co. auf der Spur

Irina Dudanova ist neu in der Anatomie der Uni Würzburg. Sie erforscht molekulare und zelluläre Mechanismen neurodegenerativer Erkrankungen und will verstehen, warum manche Nervenzellen besonders anfällig für Degeneration sind.

Irina Dudanova arbeitet daran, die komplexen Vorgänge im Gehirn zu entschlüsseln, die am Beginn krankhafter Prozesse stehen.
Irina Dudanova arbeitet daran, die komplexen Vorgänge im Gehirn zu entschlüsseln, die am Beginn krankhafter Prozesse stehen. (Bild: Daniel Peter / Universität Würzburg)

Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Chorea Huntington sind in einer alternden Gesellschaft immer häufiger anzutreffen, eine wirksame Therapie existiert noch nicht. „Das Nervensystem ist extrem komplex und besitzt eine riesige Vielfalt an Zelltypen, die unterschiedlich stark von diesen Krankheiten betroffen sind“, erklärt Irina Dudanova.

Die Wissenschaftlerin, die zum 1. April 2026 auf den Lehrstuhl für Anatomie I der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gewechselt ist, möchte genau hier ansetzen: Sie erforscht unter anderem, warum einige Neuronen absterben, während andere Zellen in der direkten Nachbarschaft lange Zeit verschont bleiben. Vielleicht verbirgt sich hinter diesem Geheimnis ein Ansatz für eine wirksame Therapie.

Ein Leuchtturm für die anatomische Forschung

Der Wechsel von Köln nach Würzburg war für Dudanova eine bewusste Entscheidung für einen traditionsreichen Standort. „Würzburg ist ein wichtiges Zentrum der deutschen Anatomie und durch Namen wie Kölliker oder Röntgen weltbekannt“, so Dudanova. In Würzburg sieht sie ideale Bedingungen, um ihre Forschung zu erweitern. Und die anstehende Sanierung des neuen Institutsgebäudes auf dem Gelände des Uniklinikums biete ihr eine klare Zukunftsperspektive.

Um die komplexen Vorgänge im Gehirn zu entschlüsseln, setzt Dudanovas Arbeitsgruppe auf eine Kombination aus modernster Technik und biologischer Grundlagenforschung. Ein Werkzeug, mit dem sie unter anderem arbeitet, ist eine eigens entwickelte „Proteostase-Sensor-Maus“.

Der Sensor macht mittels fluoreszenter Bilder sichtbar, wenn eine Zelle unter Ansammlungen geschädigter Proteine leidet, noch bevor bleibende Schäden entstehen. „So erhalten wir ein Zeitfenster, in dem wir experimentell eingreifen und versuchen können, die Schäden umzukehren“, erläutert die Professorin. Neben Mausmodellen nutzt sie auch humane Stammzellen und Gewebeproben, um ihre Erkenntnisse auf den Menschen zu übertragen.

Begeisterung für das Sezieren und für moderne Lehre

Trotz ihrer intensiven Forschung liegt Irina Dudanova die Ausbildung der Medizinstudierenden am Herzen. Den klassischen Präparierkurs, bei dem angehende Ärztinnen und Ärzte den menschlichen Körper beim Sezieren kennenlernen, sowie Anatomie-Seminare in kleinen Gruppen empfindet sie als besonders prägend. „Man arbeitet dort sehr nah mit den Studierenden zusammen, das schafft eine ganz andere persönliche Beziehung als in einer Frontalvorlesung“, sagt sie.

Dennoch möchte sie die Lehre modernisieren. Geplant sind interaktive Formate wie anonyme digitale Umfragen oder der Einsatz von 3D-Apps und VR-Brillen, um den Körper virtuell zu erkunden. Auch der frühe Bezug zur Klinik ist ihr wichtig: Durch die Einbindung beispielsweise von Ultraschall, MRT- oder Röntgenbildern sollen Studierende bereits in der Anatomie verstehen, welche Bedeutung das Gelernte für spätere Diagnosen hat. Ihre Lehrveranstaltungen in Histologie sollen darüber hinaus Kenntnisse über den zellulären und molekularen Aufbau des Körpers vermitteln, die für die personalisierte Präzisionsmedizin der Zukunft entscheidend sind.

Karriere und Familie als Teamleistung

Irina Dudanova ist Mutter von drei Kindern und möchte jungen Wissenschaftlerinnen als Vorbild dienen. Dass man sich zwischen einer Karriere in der Spitzenforschung und einer Familie entscheiden müsse, hält sie für ein veraltetes Vorurteil. „Es ist nicht immer einfach, aber mit Disziplin und einem unterstützenden Partner absolut machbar“, betont sie. Es sei ihr ein besonderes Anliegen, den weiblichen Nachwuchs zu fördern und zu ermutigen, Führungspositionen anzustreben.

Zur Person

Irina Dudanova wurde 1981 im russischen Petrozavodsk geboren; in Russland studierte sie Humanmedizin. Für ein internationales Master- und Promotionsprogramm im Bereich der Neurowissenschaften kam sie nach Göttingen, wo sie 2007 promoviert wurde. Nach langjähriger Forschung am Max-Planck-Institut für Neurobiologie/biologische Intelligenz in Martinsried, zuletzt als Leiterin der Forschungsgruppe „Molekulare Neurodegeneration“, folgte sie 2022 einem Ruf an die Universität zu Köln. Seit dem 1. April 2026 leitet sie den Lehrstuhl für Anatomie I der Universität Würzburg.

Kontakt

Prof. Dr. Irina Dudanova, T +49 931 31-82976, irina.dudanova@ uni-wuerzburg.de 
 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 14. April 2026

Irina Dudanova arbeitet daran, die komplexen Vorgänge im Gehirn zu entschlüsseln, die am Beginn krankhafter Prozesse stehen.
Irina Dudanova arbeitet daran, die komplexen Vorgänge im Gehirn zu entschlüsseln, die am Beginn krankhafter Prozesse stehen. (Bild: Daniel Peter / Universität Würzburg)

CAR-T-Zelltherapie im Wissenschaftsjahr 2026 „Medizin der Zukunft“

Bundesweite Wissenschafts-Ausstellung unter Beteiligung von Würzburger Forschenden

Das Boot mit schwarzem Rumpf fährt auf einem Fluss durch eine grüne Landschaft
MS Wissenschaft im Wissenschaftsjahr 2026: Am 7. Mai startet die MS Wissenschaft ihre neue Tour zum Thema Medizin der Zukunft. Bis September macht das umgebaute Frachtschiff an rund 35 Orten halt. Die Mitmach-Ausstellung mit rund 30 interaktiven Exponaten befindet sich im Schiffsbauch. Hier haben Forschende ihre Arbeit in Exponate zum Anfassen, Experimentieren und Mitmachen verwandelt.

Forschende des Universitätsklinikums Würzburg, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und des Fraunhofer Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI, Leipzig, beteiligen sich im Wissenschaftsjahr 2026 mit einem interaktiven Exponat an der Wanderausstellung auf dem Schiff MS Wissenschaft. Die Ausstellung steht unter dem Motto „Medizin der Zukunft“ und zeigt aktuelle Forschungsprojekte aus ganz Deutschland. 

Auf dem Wissenschaftsschiff dreht sich alles um die Frage, wie Personalisierung, Prävention und neue Technologien die Medizin von morgen prägen. Zu den innovativen Ansätzen zählen auch Immuntherapien: „Mit unserem Exponat wollen wir den Besucherinnen und Besuchern die Funktionsweise der CAR-T-Zelltherapie anschaulich vermitteln“, erklärt Prof. Michael Hudecek, Inhaber des Lehrstuhls für Zelluläre Immuntherapie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und Leiter der Außenstelle Würzburg des Leipziger Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI

Bei der CAR-T-Zelltherapie werden körpereigene Immunzellen so verändert, dass sie Krebszellen erkennen und gezielt bekämpfen - ein Beispiel für die innovativen Behandlungsmethoden, die am Klinikum entwickelt werden: „Mit unserer Forschung prägen wir die Medizin der Zukunft - von innovativen Diagnostikverfahren bis hin zu neuartigen, personalisierten Therapieansätzen. Wir freuen wir uns, auf der MS Wissenschaft einen offenen Austausch darüber anstoßen zu können“, sagt Prof. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW.

Auch die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) sieht das Wissenschaftsjahr „Medizin der Zukunft“ als Anlass, ihre Kompetenzen in Forschung und Lehre herauszustellen. „Die Beteiligung am Wissenschaftsjahr ist Ausdruck unseres Selbstverständnisses, wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden und den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu stärken“, betont Universitätspräsident Prof. Paul Pauli.

Innovative Therapie wird in einem Spiel greifbar

Das Exponat ist eines von rund 30 Ausstellungsstücken auf dem Schiff. Auf einem großen Touchtable können die Ausstellungsgäste in einem Drag-and-Drop-Spiel eigene CAR-T-Zellen zusammenbauen. Mit dem passenden Rezeptor, dem CAR, erhalten die Immunzellen eine „Superkraft“, um Krebszellen gezielt zerstören. 

„Wir wollen damit eine komplexe und zugleich vielversprechende Krebstherapie verständlich machen und das Bewusstsein für ihre Chancen und Grenzen in der Öffentlichkeit stärken“, ergänzt Michael Hudecek, dessen Lehrstuhl das Spiel gemeinsam mit der Games Engineering Group des Lehrstuhls für Human-Computer Interaction an der JMU unter der Leitung von Prof. Sebastian von Mammen konzipiert.

Das Exponat wird unterstützt vom Comprehensive Cancer Center Allianz WERA (CCC WERA), dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA, der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, PlasmidFactory GmbH, Miltenyi Biotec und Johnson & Johnson.

Die MS Wissenschaft

Am 7. Mai 2026 startet die MS Wissenschaft ihre diesjährige Tour. Von Berlin aus führt die Route des 100 Meter langen Binnenfrachtschiffs zunächst nach Polen, anschließend durch Deutschland und Österreich. Insgesamt werden rund 35 Städte angelaufen. Der Eintritt ist frei. Jedes Jahr besuchen etwa 100.000 Menschen die Ausstellung, darunter viele Schulklassen und Familien. Die MS Wissenschaft wird realisiert von Wissenschaft im Dialog gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).

Der letzte Deutschland-Stopp ist vom 8. bis 11. September 2026 in Würzburg. Die schwimmende Ausstellung liegt in dieser Zeit in der Nähe der Mainkuh, Höhe Felix-Freudenberger-Platz.

Das Wissenschaftsjahr 2026

Die Wissenschaftsjahre des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt bringen Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch: über bundesweite Ausstellungen, Schulprojekte, Bürgerdialoge und Events. Das Wissenschaftsjahr 2026 steht im Zeichen der „Medizin der Zukunft“ und rückt innovative Entwicklungen in Diagnostik, Therapie und Prävention in den Mittelpunkt. Im Fokus stehen insbesondere personalisierte Behandlungsansätze, digitale Technologien und interdisziplinäre Forschung, die neue Wege im Umgang mit Krankheiten eröffnen. 

Text: Christina Bornschein / Kommunikation am Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie UKW

Das Boot mit schwarzem Rumpf fährt auf einem Fluss durch eine grüne Landschaft
MS Wissenschaft im Wissenschaftsjahr 2026: Am 7. Mai startet die MS Wissenschaft ihre neue Tour zum Thema Medizin der Zukunft. Bis September macht das umgebaute Frachtschiff an rund 35 Orten halt. Die Mitmach-Ausstellung mit rund 30 interaktiven Exponaten befindet sich im Schiffsbauch. Hier haben Forschende ihre Arbeit in Exponate zum Anfassen, Experimentieren und Mitmachen verwandelt.

Bayernweites Projekt zur Hepatitis-Elimination gestartet

Eine bayernweite Initiative will die Virusinfektionen Hepatitis B und C eliminieren. Koordiniert wird das vom Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention mitfinanzierte Vorhaben durch das Universitätsklinikum Würzburg.

Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Würzburg. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfolgt das Ziel, Virushepatitis bis zum Jahr 2030 zu eliminieren. Zentrale Zielmarken sind dabei unter anderem eine Behandlungsrate von 80 Prozent, 65 Prozent weniger Todesfälle sowie 90 Prozent weniger Neuinfektionen. Dazu startete im Februar dieses Jahres das bayernweite Projekt „Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Geier, Leiter der Hepatologie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Das Vorhaben zur Elimination von Hepatitis B und C umfasst folgende Hauptmaßnahmen:

  • Aufklärung und Prävention,
  • Diagnose und Screening,
  • Screening-Aktionen für vulnerable Gruppen,
  • strukturierte und nachhaltige Organisation der Initiative,
  • Stärkung von Therapie und Behandlung durch Netzwerkarbeit.

Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach sagte: „Es ist wichtig, verstärkt gegen Hepatitis vorzugehen. Deshalb unterstützen wir dieses Projekt. Der Freistaat Bayern stellt dafür aktuell Mittel in Höhe von 85.000 Euro zur Verfügung. Die Initiative ergänzt unseren bayerischen Masterplan Prävention, der mehr als 250 konkrete Maßnahmen enthält, um Gesundheitsförderung, Vorsorge und Früherkennung im Freistaat systematisch zu stärken.“ 

Bestehende Strukturen nutzen und vernetzen 

Laut Andreas Geier nutzt das Projekt bestehende Strukturen. Auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes spielen die Gesundheitsämter in Bayern eine zentrale Rolle bei der Überwachung, Prävention und Bekämpfung von Hepatitis-Infektionen. Als zentrale Koordinatorin steuert Christina Löhner vom UKW die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsämtern und lokalen Organisationen, die Zugang zu vulnerablen Gruppen haben. Zu diesen gehören zum Beispiel Menschen mit intravenösem Drogenkonsum, mit Migrationshintergrund aus Hochprävalenzländern oder mit eingeschränktem Zugang zum Gesundheitssystem. „Die Testung dieser Personen erfolgt direkt vor Ort, um die Zielgruppen effektiv zu erreichen“, schildert Geier und fährt fort: „Außerdem wollen wir die Diagnostik im Rahmen der kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen für Versicherte bekannter machen und zusätzliche Behandlungskapazitäten schaffen.“

Das Vorhaben „Hepatitis-Elimination Bayern“ läuft bis Januar 2028. Interessierte kontaktieren die Projektkoordination unter E-Mail: hepatitiselimination@ukw.de.

Hepatitis B und C – kurz erklärt

Hepatitis B und C sind Virusinfektionen, die die Leber betreffen und oft lange unbemerkt bleiben. Beide können chronisch verlaufen und zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen. Hepatitis B wird vor allem über Blut, durch Sexualkontakte und von der Mutter auf das Kind übertragen – eine Impfung schützt. Auch Hepatitis C wird hauptsächlich über Blut übertragen, etwa durch gemeinsam genutzte Spritzen. Deutlich weniger häufig wird eine sexuelle Übertragung von Hepatitis C berichtet. Eine Impfung gibt es nicht, aber moderne Medikamente können die Infektion in den meisten Fällen heilen. Frühe Tests und Behandlungen sind entscheidend. „Vor diesem Hintergrund ist die Hepatitis-Elimination eines der großen globalen Gesundheitsziele unserer Zeit“, ist sich Prof. Geier sicher. 

Text: Pressestelle / UKW

Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Wie aussagekräftig und fair sind VR-Prüfungen?

Würzburger Arbeitsgruppe „VR-Simulation im Medizinstudium“ veröffentlicht neue Erkenntnisse aus zwei Studien zu VR-Prüfungen in hochrangigen Fachzeitschriften für Digital Health

Großaufnahme des Anwenders mit VR-Brille und Hand mit Controller
Die immersive Kompetenz, also die Fähigkeit, sich in virtuellen Umgebungen sicher bewegen zu können, kann die klinische Beurteilung in der virtuellen Realität verzerren. © Liam König / UKW
VR-Situation aus Sicht des Anwenders: links im Bildrand die VR-Brille und in der Mitte des Bildes die Hand des Anwenders mit VR-Gerät - im Hintergrund die virtuelle Welt mit Patient und Geräten
Durch immersive Simulationen ermöglicht die virtuelle Realität eine realitätsnahe, standardisierte und reproduzierbare Vermittlung klinisch-praktischer Kompetenzen. © Tobias Mühling / UKW

Würzburg. Anwendungen in der virtuellen Realität (VR) gelten als vielversprechende Innovation für die medizinische Ausbildung. Insbesondere für Prüfungen zu klinisch-praktischen Kompetenzen erscheinen sogenannte immersive Simulationen attraktiv: Durch das Eintauchen in eine digitale Welt, in der die Anwenderinnen und Anwender ihre Handlungen selbst bestimmen müssen, lassen sich komplexe Notfallszenarien standardisiert abbilden. Abläufe sind reproduzierbar, und die Prüfungsbedingungen können für alle Teilnehmenden identisch gestaltet werden.

Zwei aktuelle Studien der Arbeitsgruppe VR-Simulation im Medizinstudium am Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung (IMLA) des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) zeigen jedoch, dass VR-basierte Prüfungsformate derzeit möglicherweise nicht uneingeschränkt einsetzbar sind. Die Ergebnisse wurden in den renommierten Fachzeitschriften npj Digital Medicine, ein Journal des Nature-Portfolios, und JMIR Medical Education veröffentlicht.

Immersive Kompetenz beeinflusst Prüfungsleistung

In den Studien wurde der Frage nachgegangen, inwiefern die medizinische Prüfungsleistung in VR-Szenarien durch die immersive Kompetenz, also die Fähigkeit, sich in virtuellen Umgebungen sicher bewegen zu können, beeinflusst wird. Diese Fähigkeit wird unter anderem durch Vorerfahrungen mit 3D- und VR-Anwendungen geprägt. Dadurch könnten Studierende mit intensiver Gaming-Erfahrung einen Leistungsvorteil haben.

Die im JMIR veröffentlichte erste Arbeit schuf dafür die methodische Grundlage: Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Mensch-Computer Interaktion der Universität Würzburg wurde erstmals ein Instrument entwickelt und erprobt, mit dem sich die immersive Kompetenz direkt innerhalb einer VR-Anwendung erfassen lässt. 

In der darauf aufbauenden, randomisiert-kontrollierten Studie wurde die immersive Kompetenz bei einem Teil der Prüflinge gezielt trainiert. Die trainierte Gruppe erzielte anschließend signifikant bessere medizinische Ergebnisse in einem VR-Notfallszenario als die nicht trainierte Kontrollgruppe. 

„Unsere Daten deuten darauf hin, dass VR-Prüfungen nicht nur medizinisches Wissen und klinisches Handeln, sondern auch den Umgang mit der Technologie selbst messen“, erklärt Jan Schaal, Erstautor der Validierungsstudie und Doktorand am IMLA. „Damit entsteht die Gefahr, dass digitale Vorerfahrung unbeabsichtigt zu einem Vorteil wird – unabhängig vom eigentlichen Leistungsvermögen“, ergänzt Verena Schreiner, ebenfalls Doktorandin und Erstautorin der methodenzentrierten Studie.

Training allein gleicht Unterschiede nicht automatisch aus

Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft vorbereitende VR-Tutorials. Solche Trainings sollen eigentlich gleiche Ausgangsbedingungen schaffen. Die Würzburger Daten legen jedoch nahe, dass die derzeit üblichen Einführungen möglicherweise nicht ausreichen, um bestehende Unterschiede vollständig auszugleichen. In bestimmten Konstellationen könnten die Trainings anfängliche Leistungsunterschiede sogar verstärken statt reduzieren.

Konsequenzen für die digitale Transformation der Lehre

Die Ergebnisse legen nahe, dass der Einsatz von VR in zukünftigen Prüfungen sorgfältig vorbereitet und überwacht werden muss. Entscheidend sind ein intuitives und zugängliches Design von VR-Hardware und -Software, gezielte Trainings zur Entwicklung immersiver Kompetenz sowie eine sorgfältige wissenschaftliche Prüfung von Aussagekraft und Fairness, bevor Ergebnisse über das Weiterkommen im Studium entscheiden.

„VR bietet enormes Potenzial für die medizinische Ausbildung – aber wir müssen sehr genau untersuchen, was wir eigentlich messen“, betont Dr. Tobias Mühling, Arbeitsgruppenleiter und Letztautor der Studien. „Wenn VR in Zukunft auch in benoteten Prüfungen über den Studienfortgang entscheiden soll, müssen die Ergebnisse zuverlässig sein und für alle Studierenden die gleichen Chancen bieten“, ergänzt die Institutsleitung Prof. Dr. Sarah König.

 

Publikationen:

Schreiner V, Backhaus J, Lindner M, Heinisch M, König S, Oberdörfer S, Mühling T. Specific Immersive Competence in VR-Based Medical Assessments: Development and Exploratory Evaluation of an In-Situ Measurement Approach. JMIR Medical Education. 24/02/2026:82136 (forthcoming/in press). DOI: 10.2196/82136 URL: https://preprints.jmir.org/preprint/82136

Schaal, J., Leutritz, T., Lindner, M. et al. Immersive competence as a source of bias in virtual reality clinical assessment. npj Digit. Med. (2026). https://doi.org/10.1038/s41746-026-02482-z

Großaufnahme des Anwenders mit VR-Brille und Hand mit Controller
Die immersive Kompetenz, also die Fähigkeit, sich in virtuellen Umgebungen sicher bewegen zu können, kann die klinische Beurteilung in der virtuellen Realität verzerren. © Liam König / UKW
VR-Situation aus Sicht des Anwenders: links im Bildrand die VR-Brille und in der Mitte des Bildes die Hand des Anwenders mit VR-Gerät - im Hintergrund die virtuelle Welt mit Patient und Geräten
Durch immersive Simulationen ermöglicht die virtuelle Realität eine realitätsnahe, standardisierte und reproduzierbare Vermittlung klinisch-praktischer Kompetenzen. © Tobias Mühling / UKW