Aktuelle Pressemitteilungen

Prämiertes pharmazeutisches Konsil

WIE GENE DIE WIRKSAMKEIT VON MEDIKAMENTEN BEEINFLUSSEN

Die Engel Apotheke aus Ochsenfurt und die MainArzt GmbH &Co.KG führten gemeinsam mit dem Zentrallabor und der Experimentellen Biomedizin II des Uniklinikums Würzburg (UKW) eine Maßnahme zur Qualitätssicherung der Clopidogrel-Therapie durch, indem sie den Genotyp der Patientinnen und Patienten untersuchten. Für dieses interdisziplinäre Medikationsmanagement, das als Modell für zukünftige Projekte dienen kann, wurde das Team beim 360° Winterthur Symposium der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) mit dem Anna-Laven-Preis ausgezeichnet.

Die Collage zeigt vier Porträts und drei Logos der Projektbeteiligten.
Barsom Aktas und Katrin Zehnter (oben) von der Engel Apotheke haben gemeinsam mit der MainArzt GmbH sowie Elke Butt (unten links) und Sabine Herterich (unten rechts) vom Uniklinikum Würzburg in einem Pilotprojekt eines pharmazeutischen Konsils die Pharmakogenetik der Clopidogrel-Therapie untersucht. © Engel Apotheke / MainArzt GmbH/ UKW
eine Hand mit blauem Handschuh hält ein kleines Reagenzglas in das Blut pipettiert wird.
Die Einbeziehung des Patientengenotyps in die Arzneimitteltherapie ist ein vielversprechender Ansatz, um eine optimale Wirkung von bestimmten Medikamenten zu erreichen. © Anna Wenzl / UKW

Würzburg. Dosierungsfehler, unregelmäßige oder falsche Anwendung, Wechsel- und Nebenwirkungen, Mehrfach- und Doppelverordnungen, Kontraindikationen sowie Alter, Geschlecht, Organfunktionsstörungen und genetische Faktoren gehören zu den arzneimittelbezogenen Problemen, die das Erreichen von Therapiezielen verhindern können. Arzneimittelbezogene Probleme, kurz ABP, werden für 3 bis 9 Prozent aller Krankenhauseinweisungen verantwortlich gemacht. Etwa jede dritte Krankenhauseinweisung, zahlreiche Todesfälle sowie erhöhte Gesundheitskosten könnten jedoch vermieden werden, zum Beispiel durch ein interdisziplinäres Medikationsmanagement. Das bedeutet, dass Patientinnen und Patienten gemeinsam von ihrer Apotheke und den behandelnden Ärztinnen und Ärzten betreut werden. 

Anna-Laven-Preis für interdisziplinäres Medikationsmanagement

Ein multidisziplinäres Team der Engel Apotheke und der MainArzt GmbH in Ochsenfurt sowie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) ist für eine beispielhafte Maßnahme zur Qualitätssicherung der Arzneimitteltherapie im Rahmen des 360° Winterthur Symposiums der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) mit dem Anna-Laven-Preis der IP-HEALTH Gesellschaft für interprofessionelle Gesundheitsversorgung e.V. ausgezeichnet worden.

Dr. Barsom Aktas und Katrin Zehnter von der Engel Apotheke, Prof. Dr. Elke Butt vom Institut für Experimentelle Biomedizin II, Dr. Sabine Herterich aus dem Zentrallabor des Universitätsklinikums sowie die MainArzt GmbH untersuchten in dem Projekt die Pharmakogenetik der Clopidogrel-Therapie. Dieses Pilotprojekt eines pharmazeutischen Konsils wurde in der Medizinischen Monatsschrift für Pharmazeuten (MMP) veröffentlicht.

Berücksichtigung des Patientengenotyps in der Clopidogrel-Therapie

Clopidogrel wird Patientinnen und Patienten verschrieben, bei denen ein erhöhtes Risiko für thrombotische Ereignisse besteht. Der so genannte Thrombozytenaggregationshemmer soll die Bildung von Blutgerinnseln in den Arterien verhindern, die zu schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können. Als Prodrug entfaltet Clopidogrel seine Wirkung erst nach der Metabolisierung in der Leber, hauptsächlich über Cytochrom P450 2C19 (CYP2C19). Genetische Varianten, so genannte Polymorphismen, können jedoch die Aktivität des Enzyms und damit die Fähigkeit zur Aktivierung von Clopidogrel beeinflussen. Solche Varianten kommen bei 20 bis 26 Prozent der amerikanischen und europäischen Bevölkerung vor.

Ist eine Person homozygot für eine inaktive Variante von CYP2C19, wenn also Vater und Mutter die inaktive Variante vererbt haben, kann Clopidogrel nicht in die aktive Form umgewandelt werden und bleibt unwirksam. Diese Person, benötigt ein alternatives Medikament für die Thrombose-Prophylaxe.

Es gibt auch Genvarianten, zum Beispiel das CYP2C19*17-Allel, die eine beschleunigte Aktivität des Enzyms zur Folge haben. Bei homozygoten Trägern dieser Variante sollte die Dosis von Clopidopgrel gegebenenfalls reduziert werden. 

„Um eine optimale Wirkung von Clopidogrel, aber auch von anderen Medikamenten wie Antidepressiva, Betablockern oder Opioiden zu erreichen, ist die Einbeziehung des Patientengenotyps in die Arzneimitteltherapie ein vielversprechender Ansatz, der die öffentlichen Apotheken als unverzichtbare Partner in der personalisierten Medizin positioniert“, sagt Prof. Dr. Elke Butt vom Institut für Experimentelle Biomedizin II des UKW, das vorwiegend Herz-Kreislauferkrankungen erforscht. 

Das interdisziplinäre Team aus Unterfranken untersuchte in seinem Projekt insgesamt 32 Patientinnen und Patienten, die Clopidogrel einnahmen, auf Varianten im CYP2C19-Gen, die die katalytische Aktivität des Enzyms beeinflussen.

Bei vier der 32 untersuchten Personen wurde ein Wechsel von Clopidogrel auf Ticagrelor oder Prasugrel empfohlen

Zunächst stellte der Apotheker alle Informationen für den Hausarzt zusammen. Nach umfassender Aufklärung und schriftlicher Einwilligung wurde den Patientinnen und Patienten in der Hausarztpraxis Blut abgenommen, das die Apotheke pseudonymisiert an das Zentrallabor des UKW zur Genotypisierung schickte. 

Bei vier Personen wurde das Allel CYP2C19*2 in heterozygoter Form nachgewiesen. Das Allel *2 ist die häufigste Variante in der europäischen Bevölkerung, die zu einem Funktionsverlust des Enzyms führt. Es wird für eine verminderte Wirksamkeit von sechs bis zwölf Prozent aller Clopidogrel-Therapien verantwortlich gemacht. Im pharmazeutischen Konsil empfahl der Apotheker dem behandelnden Arzt, diese vier Patienten auf Ticagrelor oder Prasugrel umzustellen. Diese neueren Medikamente müssen nicht mehr enzymatisch aktiviert werden.

Das CYP2C19*17-Allel, das mit einer gesteigerten Enzymaktivität und damit einer erhöhten Blutungsneigung unter Clopidogrel-Behandlung assoziiert ist, wurde bei zehn Personen heterozygot und bei zwei Personen homozygot nachgewiesen. Bei den homozygoten Trägern des CYP2C19*17-Allels empfahl der Apotheker dem Hausarzt eine regelmäßige Kontrolle des Gerinnungsstatus und eine Therapieumstellung bei erhöhter Blutungsneigung, beispielsweise bei Zahnfleisch- oder Nasenbluten oder Hämatomen ohne Trauma. 

Pharmazeutisches Konsil kann arzneimittelbezogene Probleme verringern

Das Team betont in seiner Publikation die Bedeutung einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung, insbesondere unter Berücksichtigung genetischer Faktoren, um die Wirksamkeit und Sicherheit einer Therapie zu gewährleisten. Dennoch wird die CYP2C19-Genotypisierung derzeit nicht routinemäßig durchgeführt, da sie nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten ist. 

„Wir plädieren sehr für ein gemeinsames Vorgehen von Ärztinnen und Ärzten und Apothekerinnen und Apothekern. Gemeinsam können wir umfassendes Fachwissen aus den großen Bereichen Pharmazie und Medizin zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten und zur Entlastung des Gesundheitssystems bündeln“, kommentiert Barsom Aktas. „Für diese Zusammenarbeit steht der Begriff Pharmakovigilanz. Er fasst die Idee des Medikationsmanagements, das arzneimittelbezogene Probleme reduzieren kann, kompakt zusammen.“

Text: Kirstin Linkamp / UKW 
 

Jahresbericht 2023 des Uniklinikums Würzburg erschienen

Noch nie in der über 200-jährigen Geschichte des Uniklinikums Würzburg wurden in einem Jahr mehr Patientinnen und Patienten behandelt als im vergangenen Jahr. Das ist eines der Ergebnisse aus dem jetzt erschienenen Jahresbericht 2023 des unterfränkischen Krankenhauses der Maximalversorgung.

Titelbild Jahresbericht
Die Titelseite des Jahresberichts 2023 zeigt die prägenden Klinik-Gebäude des Uniklinikums Würzburg. © UKW

Würzburg. Im vergangenen Jahr wurden am Uniklinikum Würzburg (UKW) rund 75 000 Patientinnen und Patienten nach höchsten medizinischen Standards stationär versorgt. Hinzu kamen mehr als 294 000 ambulant Behandelte. Diese historischen Rekorde gehören zu den Informationen, die das Klinikum in seinem jetzt erschienenen Jahresbericht 2023 liefert.

Auch bei der Beschäftigtenzahl gab es im Berichtsjahr ein Allzeithoch: Mit knapp 7 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern positionierte sich das UKW erneut als größter Arbeitgeber Würzburgs und der Region.

Neben diesen und weiteren Kennzahlen bietet die 76-seitige, reich bebilderte Publikation einen Überblick über letztjährige Ereignisse, Leistungen und Erfolge in Forschung, Lehre und Patientenversorgung. Beispielsweise verdeutlicht das Topthema die positive Entwicklung der neuen, auf den Pflegebereich abzielenden Rekrutierungskampagne FLEX4UKW.

Ein PDF und Webreader des Jahresberichts kann abgerufen werden unter www.ukw.de, Rubrik „Über das UKW“: HIER

 

Text: Pressestelle / UKW

 

Titelbild Jahresbericht
Die Titelseite des Jahresberichts 2023 zeigt die prägenden Klinik-Gebäude des Uniklinikums Würzburg. © UKW

Personalia vom 26. November 2024 +++ Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

Prof. Dr. Imad Maatouk ist mit Wirkung vom 01.11.2024 als Universitätsprofessor der BesGr. W 3 für Integrierte Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universität Würzburg eingestellt worden. 

PD Dr. Vivek Venkataramani, Studienarzt, Comprehensive Cancer Center Mainfranken und Zentrum für Personalisierte Medizin (ZPM), wurde mit Wirkung vom 18.11.2024 die Lehrbefugnis für die Fachgebiete „Molekulare Onkologie“ und „Klinische Onkologie“ erteilt.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 26.11.2024

Harald und Margit Seubert vom „Grünen Baum“ in Kist spenden 4.000 Euro an die Abteilung für Kinderchirurgie – Kinderurologie und Kindertraumatologie der Uniklinik Würzburg

Mit einer großzügigen Spende in Höhe von 4.000 Euro unterstützen Harald und Margit Seubert vom Gasthaus „Grüner Baum“ in Kist erneut die Abteilung für Kinderchirurgie – Kinderurologie und Kindertraumatologie der Universitätsklinik Würzburg im ZOM. Die Spende wird für Projekte eingesetzt, die das Wohl der kleinen Patientinnen und Patienten auf der Station fördern.

Professor Dr. Thomas Meyer, Leiter der Kinderchirurgie der Universitätsklinik Würzburg freut sich über eine Spende von 4.000 Euro von Harald und Margit Seubert (von links) an die Station „O15“ im ZOM.
Professor Dr. Thomas Meyer, Leiter der Kinderchirurgie der Universitätsklinik Würzburg freut sich über eine Spende von 4.000 Euro von Harald und Margit Seubert (von links) an die Station „O15“ im ZOM. Bild: Matthias Ernst

Die Spendenübergabe fand dieses Jahr vor dem großen Eisbären, dem Maskottchen der Kinderchirurgie, direkt auf der kinderchirurgischen Station „O15“ im ZOM statt. Professor Dr. Thomas Meyer, der Leiter der Kinderchirurgie – Kinderurologie und Kinderchirurgie der Universität Würzburg, nahm die Spende persönlich entgegen. Er zeigte sich erfreut und dankbar über die erneute Unterstützung durch die Familie Seubert und hob hervor, wie wertvoll diese Hilfe für die Kinder und ihre Familien ist. „Die wiederholte Großzügigkeit von Harald und Margit Seubert ermöglicht es uns, wichtige Projekte für unsere kleinen Patientinnen und Patienten zu realisieren und ihren Aufenthalt in der Klinik so angenehm wie möglich zu gestalten“, sagte Professor Meyer bei der Übergabe.

Dank der Spende sollen Maßnahmen finanziert werden, die die kindgerechte Ausstattung auf der Station „O15“ im ZOM weiter verbessern und zusätzliche Angebote ermöglichen, die zur Förderung der Genesung und des Wohlbefindens der Kinder beitragen.

„Es ist uns ein großes Anliegen, den Kindern und ihren Familien in dieser schweren Zeit beizustehen und sie zu unterstützen. Wir sind überzeugt, dass jede kleine Geste zählt“, sagte Harald Seubert. „Mit unserer Spende wollen wir dafür sorgen, dass es den kleinen Patientinnen und Patienten an nichts fehlt und sie bestmöglich versorgt werden“, ergänzte Margit Seubert.

 

Pressemitteilung Redaktionsservice Ernst vom 12. November 2024
 

Professor Dr. Thomas Meyer, Leiter der Kinderchirurgie der Universitätsklinik Würzburg freut sich über eine Spende von 4.000 Euro von Harald und Margit Seubert (von links) an die Station „O15“ im ZOM.
Professor Dr. Thomas Meyer, Leiter der Kinderchirurgie der Universitätsklinik Würzburg freut sich über eine Spende von 4.000 Euro von Harald und Margit Seubert (von links) an die Station „O15“ im ZOM. Bild: Matthias Ernst

Vier Würzburger Forscher sind „Highly Cited“

Erneut befinden sich mehrere Forscher der Universität Würzburg unter den „Highly Cited Researchers“. 2024 schaffen es vier Professoren auf die Liste. Ihre Arbeiten werden von Kolleginnen und Kollegen weltweit oft zitiert.

Weltweit häufig zitiert: Ronny Thomale, Christoph Wanner, José Pedro Friedmann Angeli und Hermann Einsele
Weltweit häufig zitiert: Ronny Thomale, Christoph Wanner, José Pedro Friedmann Angeli und Hermann Einsele. (Bilder: Daniel Peter / Uni Würzburg – UKW – Andreas Heddergott / TU München – Benedikt Knüttel)

Zum wiederholten Male finden sich Professoren der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) in der Liste der Highly Cited Researchers: die Mediziner Hermann Einsele und Christoph Wanner, der Zellforscher José Pedro Friedmann Angeli sowie erstmals der Theoretische Physiker Ronny Thomale.

Das auf Zitationsdaten spezialisierte Unternehmen Clarivate Analytics hat die aktuelle Highly-Cited-Liste erstellt und am 19. November 2024 veröffentlicht. Grundlage der Auswertung ist laut Clarivate die Datenbank Web of Science. Für 2024 hat das Analyseteam den Zeitraum von Anfang 2013 bis Ende 2023 betrachtet.

Als häufig zitiert gelten Publikationen, die in ihrem Erscheinungsjahr zu den ein Prozent meistzitierten ihres Fachgebiets gehören. Nur wer an besonders vielen Highly Cited Papers beteiligt ist, wird in den exklusiven Kreis der Highly Cited Researchers aufgenommen. 2024 besteht dieser Kreis aus 6.636 Persönlichkeiten aus 59 Ländern.

Gratulation vom Universitätspräsidenten

JMU-Präsident Paul Pauli gratuliert den Forschern: „Dass so viele Würzburger Wissenschaftler wiederholt zu den Highly Cited Researchers zählen, ist auch ein eindrucksvoller Beleg für die internationale Sichtbarkeit unserer Universität. Meinen Glückwunsch an die Ausgezeichneten!“

Highly Cited Researchers 2024: https://clarivate.com/highly-cited-researchers/

Prof. Dr. Hermann Einsele

Der Leiter des Lehrstuhls für Innere Medizin II und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II beschäftigt sich mit neuen Immuntherapien bei verschiedenen Tumorerkrankungen, dem Multiplen Myelom und Infektionserkrankungen bei immunabwehrgeschwächten Patienten. Unter seiner Leitung laufen immuntherapeutische Studien für viele Tumorerkrankungen. Einsele hat eine Krebstherapie mit spezifisch veränderten Immunzellen entwickelt und diese erstmals in Europa klinisch eingesetzt. An Auszeichnungen erhielt er unter anderen: 2003 den van Bekkum Award der Europäischen Gesellschaft für Zell- und Stammzelltherapie, 2012 Nobel Lecture Stem Cell Biology/Transplantation, Nobel Forum Karolinska Institute Schweden. 2014 wurde er als Mitglied in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz aufgenommen. 2022 erhielt er als erster Europäer den renommierten Erasmus Hematology Award für besondere Leistungen bei der Immuntherapie von Krebserkrankungen sowie den Bayerischen Verfassungsorden und 2023 den höchsten Preis der Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI), die Emil-von-Behring Lecture. Er ist Co-Sprecher der Sonderforschungsbereiche 124, 221 und 338 sowie Sprecher des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen WERA mit Hauptstandort Würzburg. Seit 2023 ist Hermann Einsele Mitglied Academia Europea und seit 2024 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. 2024 wurde er außerdem mit dem Ken Anderson Basic and Translational Research Award der International Myeloma Society ausgezeichnet.

Prof. Dr. José Pedro Friedmann Angeli

Der Professor für Translationale Zellbiologie am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging ist eine führende Persönlichkeit auf dem Gebiet der translationalen Zellbiologie. Er ist bekannt für seine bahnbrechenden Forschungsarbeiten über das Zusammenspiel von Stoffwechselsignalen und Zellüberleben, insbesondere im Zusammenhang mit der Ferroptose. Ferroptose, eine regulierte Form des Zelltods, die durch eisenabhängige Lipidperoxidation angetrieben wird, spielt eine entscheidende Rolle bei verschiedenen physiologischen und pathologischen Prozessen, die von Krebs bis zu neurodegenerativen Erkrankungen reichen. Als Co-Sprecher des Rudolf-Virchow-Zentrums an der Universität Würzburg hat Friedmann Angeli bahnbrechende Beiträge zur Aufklärung der Stoffwechselwege geleistet, die die Ferroptose-Empfindlichkeit beeinflussen. Seine Arbeit hat den Weg für innovative therapeutische Strategien geebnet, die diese Stoffwechselwege ausnutzen, um Krebsarten zu bekämpfen, die von Natur aus anfällig für Ferroptose sind, darunter B-Zell-Malignome, Melanome und Neuroblastome. Professor Friedmann Angelis Engagement geht über die Forschung hinaus und trug zur Einrichtung des von der DFG finanzierten Schwerpunktprogramms „Ferroptose: von molekularen Grundlagen zu klinischen Anwendungen“ (SPP 2306) bei. In Anerkennung des transformativen Potenzials seiner Arbeit verlieh ihm der Europäische Forschungsrat 2024 einen prestigeträchtigen ERC Consolidator Grant, um diesen wichtigen Forschungsbereich weiter voranzutreiben. Sein Labor zielt darauf ab, diese grundlegenden mechanistischen Erkenntnisse in klinische Anwendungen zu überführen, die Hoffnung auf wirksamere und selektivere Behandlungen für Ferroptose-empfindliche Krebsarten geben.

Prof. Dr. Ronny Thomale

Das Forschungsgebiet des Lehrstuhlinhabers für Theoretische Physik I befasst sich mit der theoretischen Beschreibung stark korrelierter Elektronenzustände. Materialien mit diesen Eigenschaften bringen erstaunliche Phänomene hervor, wie zum Beispiel Supraleitung, Quanten Hall Effekt, Spinflüssigkeiten, Topologische Isolatoren und Magnetismus. Die Grundlagenforschung am Lehrstuhl zielt darauf ab, neue Quantenzustände von Materie vorherzusagen und mögliche Materialkandidaten vereint mit experimentellen Untersuchungen besser zu verstehen. Dies erstreckt sich auch auf synthetische Festkörpersysteme, die als Simulatoren spezieller Eigenschaften von Quantenmaterialien verwendet werden können. Für seine Arbeit wurde Thomale unter anderem mit dem Karl-Heinz Hoffmann-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und dem Raymond and Beverly Sackler International Prize in Physics der Tel Aviv Universität ausgezeichnet.

Prof. Dr. Christoph Wanner

Der frühere Leiter des Schwerpunktes Nephrologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Würzburger Universitätsklinikums ist Experte für Nierenkrankheiten bei Diabetes mellitus sowie für Herzkreislauferkrankungen bei Dialysepatienten und nach Nierentransplantationen. Durch weltweit angelegte klinische Studien konnte er erstmals zeigen, dass bei Diabetikern ein in der Niere wirksames Medikament das Fortschreiten der Nierenerkrankung bis hin zur Nierenersatztherapie entscheidend verzögern kann. Die Diagnostik, Prognoseerstellung und Therapie von Fettstoffwechselstörungen bei Nierenkranken sind weitere Schwerpunkte seiner Arbeit. Diese setzt er mit einer neuen großen Studie fort, welche an der JMU federführend für Deutschland und Europa koordiniert wird. 2018 erhielt er die Franz-Volhard-Medaille. Seit Anfang 2023 wirkt er als Seniorprofessor an der JMU. 

 

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 22. November 2024

Weltweit häufig zitiert: Ronny Thomale, Christoph Wanner, José Pedro Friedmann Angeli und Hermann Einsele
Weltweit häufig zitiert: Ronny Thomale, Christoph Wanner, José Pedro Friedmann Angeli und Hermann Einsele. (Bilder: Daniel Peter / Uni Würzburg – UKW – Andreas Heddergott / TU München – Benedikt Knüttel)

Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis an Würzburger Zahnmedizinstudierende vergeben

37 Zahnmedizinstudierende des Uniklinikums Würzburg haben die Examensprüfung 2024/II bestanden. Die zwei besten wurden mit dem Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis ausgezeichnet.

37 Würzburger Zahnmedizinstudierende bestanden nach ihrer Ausbildung an der Zahnklinik des UKW (Bild) das Examen 2024/II.
37 Würzburger Zahnmedizinstudierende bestanden nach ihrer Ausbildung an der Zahnklinik des UKW (Bild) das Examen 2024/II. © Klaus Nowarra / UKW

Würzburg. Im November erhielten die 28 Absolventinnen und neun Absolventen des Examens 2024/II der Würzburger Zahnmedizin ihre Zeugnisse. Besonders freuen konnten sich die zwei Prüfungsbesten: Sie wurden mit dem Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis ausgezeichnet. Den mit 1.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt Alina Zänglein, die 500 Euro des zweiten Preises gingen an Carolin Bobbert. 

Der Adolf-und-Inka-Lübeck-Preis wurde im Jahr 1977 gestiftet: Inka Lübeck wollte damit an ihren vier Jahre zuvor gestorbenen Mann erinnern, den Würzburger Zahnmediziner Adolf Lübeck. Seit dem Tod von Inka Lübeck im Jahr 1990 wird die Prämie unter dem jetzigen Namen verliehen. 

 

Text: Pressestelle / UKW

37 Würzburger Zahnmedizinstudierende bestanden nach ihrer Ausbildung an der Zahnklinik des UKW (Bild) das Examen 2024/II.
37 Würzburger Zahnmedizinstudierende bestanden nach ihrer Ausbildung an der Zahnklinik des UKW (Bild) das Examen 2024/II. © Klaus Nowarra / UKW

Ausstellung zum Leben mit Spenderorgan

Am Uniklinikum Würzburg ist vom 2. Dezember 2024 bis 7. Januar 2025 eine Wanderausstellung zu sehen, in der junge Organtransplantierte porträtiert werden. Die persönlichen Geschichten gewähren Einblicke in ihr gerettetes Leben.

In der Ausstellung erzählen junge Organtransplantierte ihre Geschichte.
In der Ausstellung erzählen junge Organtransplantierte ihre Geschichte. © Micha Neugebauer/KiO

Würzburg. Bis zu zehn Prozent der Transplantationen in Deutschland werden bei Kindern unter 15 Jahren durchgeführt, meist wegen angeborener Organfehler. Wie erlebten die jungen Menschen rückblickend die Transplantation? Und wie lebt es sich mit einem Spenderorgan? Individuelle Antworten auf Fragen wie diese gibt die Ausstellung „Meine Geschichte“, die vom 2. Dezember 2024 bis 7. Januar 2025 am Uniklinikum Würzburg (UKW) zu sehen ist. Auf rund 20 Schauwänden in der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin des UKW an der Oberdürrbacher Straße erzählen junge Organtransplantierte ihre außergewöhnlichen persönlichen Geschichten und gewähren authentische Einblicke in ihr gerettetes Leben. Die Texte werden begleitet von einfühlsamen Porträtaufnahmen des Fotografen Micha Neugebauer aus Hannover. 

Hinter der Wanderausstellung steht KiO Youth, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Juniorteam des Vereins Kinderhilfe Organtransplantation – Sportler für Organspende e. V. (KiO). Für das Projekt wurde KiO Youth mit dem Organspendepreis der Stiftung Über Leben ausgezeichnet. Haupttätigkeit des gemeinnützigen Vereins KiO ist die finanzielle und psychosoziale Unterstützung von Familien mit einem organkranken Kind. 

www.kiohilfe.de 

 

Text: Pressestelle / UKW
 

In der Ausstellung erzählen junge Organtransplantierte ihre Geschichte.
In der Ausstellung erzählen junge Organtransplantierte ihre Geschichte. © Micha Neugebauer/KiO