Aktuelle Pressemitteilungen

Uniklinikum Würzburg: Hentschel-Preis 2020 ehrt Schlaganfallforscher

Der Hentschel-Preis zeichnet neue Erkenntnisse im Kampf gegen den Schlaganfall aus. In diesem Jahr ging der jährlich vergebene Preis an Dr. Alexander Kollikowski vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie des Uniklinikums Würzburg. Dr. Abass Eidizadeh vom Uniklinikum Göttingen erhielt zudem den Nachwuchs-Preis der Hentschel-Stiftung.

Im Rahmen des virtuellen 5. Würzburger Schlaganfallsymposiums der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) wurde am 29. Oktober der Hentschel-Preis 2020 verliehen. Mit dem seit dem Jahr 2011 jährlich vergebenen Preis ehrt die Stiftung „Kampf dem Schlaganfall“ Arbeiten aus Forschung, Prävention, Diagnostik und Therapie des Schlaganfalls.

In diesem Jahr überreichte Dipl.-Ing. Günter Hentschel, der Gründer der Stiftung, den bundesweit ausgeschriebenen und mit 5.000 Euro dotierten Preis an Dr. Alexander Kollikowski vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie des UKW (Direktor: Prof. Dr. Mirko Pham) für seine Arbeit „Lokale Leukozyten-Invasion während des humanen hyperakuten ischämischen Schlaganfalls“, die unlängst im Fachblatt Annals of Neurology publiziert wurde.

Zudem erhielt am Welt-Schlaganfalltag auch Dr. Abass Eidizadeh vom Universitätsklinikum Göttingen den mit 2.500 Euro dotierten Nachwuchs-Preis der Stiftung für seine Doktorarbeit zum Thema „Beurteilung des therapeutischen Potenzials von intraperitoneal injiziertem Metallothionein-II im Ischämischen Schlaganfallmodell der Maus“.

Außer dem Stiftungsgründer gratulierte auch Prof. Dr. Karl Georg Häusler, Geschäftsführender Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik des UKW, beiden Preisträgern zur Auszeichnung.

Um auch in Zukunft Projekte zum Thema Schlaganfall unterstützen zu können, freut sich die Hentschel-Stiftung über Spenden auf das Konto:

Kampf dem Schlaganfall, HypoVereinsbank Würzburg
BIC: HYVEDEMM455 / IBAN: DE45790200760347390402

 

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Die Stiftung ist vom Finanzamt Würzburg unter der Steuernummer 257/147/00343 als gemeinnützig anerkannt. Zustiftungen und Spenden sind daher steuerlich absetzbar

 

7. Gesundheitssymposium Mainfranken

Neue Wege in die Pflege – Wie das Pflegeberufegesetz Karriereperspektiven gestaltet

Am Mittwoch, den 18. November 2020, 15 – 17 Uhr online

Pflegefachkräfte müssen heute immer komplexere Aufgaben bewältigen. Als Reaktion auf diese Entwicklung wurde die Pflegeausbildung in Deutschland grundlegend reformiert. Am 17. Juli 2017 wurde das Pflegeberufereformgesetz vom Bundestag beschlossen. Mit diesem Gesetz werden die drei bisher nach Altersgruppen getrennten Berufe der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einer einzigen, generalistischen Berufsausbildung zusammengeführt. Auch der Aufbau primärqualifizierender Bachelorstudiengänge ist Teil dieser Strategie. Bereits ab dem Wintersemester 2020/21 starten junge Abiturienten an sieben bayerischen Hochschulen die akademische Erstausbildung zum „Pflegefachmann“ oder zur „Pflegefachfrau“.

Beim 7. Gesundheitssymposium Mainfranken tauschen sich Expertinnen und Experten über die Chancen und Herausforderungen der neuen Bildungswege im Gesundheitsbereich aus. Wie verändern sich das Fachkräfteangebot und die Berufsbilder in der Pflege? Welche Karriereperspektiven erwarten die künftigen Absolventen? Gewinnt der Pflegeberuf durch die Reformen an Attraktivität?

Die bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml wird mit einem Vortrag an der Online-Veranstaltung teilnehmen. Es erwarten Sie darüber hinaus spannende Impulsreferate und eine moderierte Diskussionsrunde. Wir freuen uns auf einen inspirierenden und informativen Dialog mit Ihnen!

Anmeldung und Programm:

Melden Sie sich verbindlich über untenstehenden Link zu unserer Online-Veranstaltung „7. Gesundheitssymposium Mainfranken“ an.
www.mainfranken.org/gesundheitssymposium
Anmeldefrist: 12. November 2020

Programm:

15:00 Uhr      Begrüßung 
                     
Prof. Dr. Georg Ertl, Ärztlicher Direktor Uniklinikum Würzburg
                      Thomas Bold, Landrat des Landkreises Bad Kissingen

15:10 Uhr      Die generalistische Pflegeausbildung und das Pflegestudium – 
                      neue Wege gehen in Bayern
                      Staatsministerin Melanie Huml, MdL 
                      Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
                                                                                                       
15:30 Uhr       Primärqualifizierende Pflegestudiengänge – lang ersehnte
                       Notwendigkeit? Neue Aussichten für den Pflegeberuf und den
                       Arbeitsmarkt
                      
Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck, Pflegewissenschaftlerin FH Bielefeld

15:45 Uhr       Heart Failure Discharge Management am Uniklinikum Würzburg-
                       Chancen und Perspektiven akademisierter Pflege in der Praxis
                      
Franziska Ottenbreit, Uniklinikum Würzburg


16:00 Uhr       Experten im Gespräch

  • Melanie Huml, Bayerische Gesundheitsministerin
  • Prof. Dr. Georg Ertl, Ärztlicher Direktor Uniklinikum Würzburg
  • Günther Leimberger, Pflegedirektor a.D. Uniklinikum Würzburg
  • Dr. Ralph Brath, Hausarzt in Bad Kissingen
  • Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck, Pflegewissenschaftlerin FH Bielefeld

16:45 Uhr       Abschluss
                      
Moderation: Anke Ames

 

 

 

 

 

Umstellung Telefon-Amtsleitungen am Dienstag, 03.11.2020

Im Laufe des Abends kann es wegen einer Umstellung der Amtsleitung kurzzeitig zur Verzögerungen in der Erreichbarkeit kommen.

Rund 800.000 Euro für Bayerischen Forschungsverbund „FOR-COVID“ zu Coronavirus

Universitäten in Erlangen-Nürnberg, München, Regensburg und Würzburg beteiligt – Wissenschaftsminister Sibler: „Durch interdisziplinäre Kooperation die Pandemie beherrschbarer machen und auf zukünftige ähnliche Krisen besser vorbereitet sein“

Das Bayerische Wissenschaftsministerium hat zum Coronavirus SARS-CoV-2 den bayerischen Forschungsverbund FOR-COVID eingerichtet. Dafür stellt der Freistaat rund 800.000 Euro an Fördermitteln für dieses und nächstes Jahr bereit. „Es ist unser erklärtes Ziel, mit FOR-COVID möglichst zügig zu weiteren wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Eindämmung, Behandlung und Erforschung der Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus zu gelangen“, betonte Wissenschaftsminister Bernd Sibler. Beteiligt sind die Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg, die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, die Technische Universität (TUM) München, die Universität Regensburg und die Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg sowie das Bundeswehr-Institut für Mikrobiologie in München. Im Rahmen von neun Projekten erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der kooperierenden Hochschulen Möglichkeiten zur Vorbeugung und zur Vorbereitung auf Epidemien, zur Infektionsprävention, zur aktiven und passiven Immunisierung durch Impfung, zur Verbesserung der antiviralen Therapiemöglichkeiten sowie zum besseren Verständnis der Entstehung und Entwicklung der Krankheit. „Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem bayernweiten Schulterschluss wertvolle Erkenntnisse zum Wohle der Bevölkerung gewinnen werden“, so der Wissenschaftsminister.

Der Forschungsverbund will durch eine bayernweite, interdisziplinäre Kooperation dazu beitragen, die derzeitige Pandemie beherrschbarer zu machen und auf zukünftige ähnliche Krisen besser vorbereitet zu sein. „Wir erleben derzeit, wie die Corona-Pandemie nicht nur in Bayern, sondern weltweit zu massiven Einschränkungen im öffentlichen und kulturellen Leben, in der Wissenschaft und in der Wirtschaft führt. Immer noch drängen viele Fragen, auf die wir schnell Antworten finden müssen“, betonte Sibler.

Der bayerische Forschungsverbund arbeitet auch mit Forschungsgruppen in Sachsen in einem bayerisch-sächsischen Forschungsnetzwerk zu SARS-CoV-2 zusammen. Sprecherin des bayerischen Forschungsverbunds FOR-COVID ist die Virologin Prof. Dr. Ulrike Protzer von der Technischen Universität (TUM) München. Ihre Stellvertreter sind Prof. Dr. Oliver Keppler vom Max-von-Pettenkofer Institut – Virologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München sowie Prof. Dr. Joerg Vogel vom Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg.

Würzburger Kinderbetreuungsstudie in der COVID-19 Pandemie (Wü-KiTa-CoV-Studie)

Würzburger Studie zur Akzeptanz unterschiedlicher Überwachungs-Protokolle zur frühzeitigen Detektion von SARS-CoV-2-Infektionen und deren Ausbreitung in Kinderbetreuungseinrichtungen

Mit dem Ziel, die Kinderbetreuung in Würzburger KiTas sicher zu stellen, ist die Wü-KiTa-CoV Studie vor einigen Wochen angelaufen. Um ein Auftreten des SARS-CoV-2-Virus in Kindertagesstätten schnell erkennen und eine Ausbreitung vermeiden zu können, hat sich ein interdisziplinäres Studienteam, zusammengesetzt aus Mitgliedern der Universität Würzburg (Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Lehrstuhl für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Institut für Virologie), des UKW (Kinderklinik, Allgemeinmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie) und der Stadt Würzburg zusammengeschlossen.
Geleitet wird die Studie von Prof. Oliver Kurzai, Mikrobiologie JMU und Prof. Johannes Liese, Kinderklinik UKW.
In seiner täglichen Arbeit wird das breit aufgestellte Studienteam aktiv von der Stadt Würzburg unterstützt.
Gefördert wird die Wü-KiTa-CoV Studie vom BMBF mit 1,2 Mio EUR im Rahmen des Forschungsnetzwerkes InfectControl.

Insgesamt konnten etwa 1.000 Personen (Kinder und Betreuer) aus 9 KiTas der Stadt Würzburg zu einer Teilnahme an der Studie eingeladen werden. Das entspricht etwa einem Viertel aller in Würzburg betreuten Kinder unter 6 Jahren. Die erfreulich hohe Teilnehmerrate von etwa 60% aller Kinder und BetreuerInnen aus diesen 9 KiTas ist ein erster großer Erfolg.

Ein erstes Screening zum Antikörpernachweis für die Detektion einer früheren Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus wurde bereits erfolgreich durchgeführt. Ebenso konnte eine erste Befragung der StudienteilnehmerInnen z.B. zu ihrer Einstellung zu Corona und dem Umgang mit der aktuellen Situation abgeschlossen werden.

Aktuell läuft in den Einrichtungen die Überprüfung auf eine akute Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus. Dabei werden drei unterschiedliche Methoden miteinander verglichen (Entnahme von Nasenabstrichen 1x bzw. 2x pro Woche und Entnahme von Mundspülwasser 2x pro Woche). Während in einigen KiTas alle Kinder und BetreuerInnen unabhängig von einer Symptomatik regelmäßig untersucht werden, werden die Kinder und BetreuerInnen und deren Haushaltsangehörige anderen KiTas nur bei Zeichen einer COVD-19-Infektion auf das Virus getestet.

Die Tests laufen bis Januar 2021. Mit ersten Ergebnissen ist im Frühjahr zu rechnen. Die Wü-KiTa-CoV Studie ist damit ein weiterer Baustein der engen Kooperation zwischen Universitätsklinikum, Universität und Stadt und Landkreis Würzburg im Rahmen der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

 

Aktuelle Informationen finden sich auch auf der Homepage der Studie https://www.med.uni-wuerzburg.de/wuekitacov/startseite/

 

 

 

 

 

Uniklinikum Würzburg: Behandlung in zertifizierten Darmkrebszentren verbessert das Überleben

Das Uniklinikum Würzburg konnte in einer bundesweiten Studie zeigen: Patienten mit Darm- oder Rektalkrebs haben bessere Überlebenschancen, wenn sie sich in einem Krankenhaus operieren lassen, das die Voraussetzungen für eine Zertifizierung von der Deutschen Krebsgesellschaft erfüllt.

Kliniken, die das von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) vergebene Zertifikat als Darmkrebszentrum tragen wollen, müssen wichtige Qualitätsstandards erfüllen. Aber wie aussagefähig sind diese Qualitätsstandards für das Behandlungsergebnis? Eine Antwort auf diese Frage erarbeitete ein Forschungsteam des Uniklinikums Würzburg (UKW), angeführt von Privatdozent Dr. Armin Wiegering, dem Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums. Die Ergebnisse der Studie wurden Ende September dieses Jahres in der Fachzeitschrift „European Journal of Surgical Oncology“ veröffentlicht.

Signifikant niedrigere Sterblichkeit

Die Wissenschaftler analysierten dabei retrospektiv die Krankenhausabrechnungsdaten von fast 288.000 Patienten in ganz Deutschland aus den letzten Jahren. Mit folgenden Ergebnissen: In Zentren, die die Qualitätsstandards erfüllten, war die Sterblichkeit mit 4,3 Prozent signifikant niedriger als in Krankenhäusern, die die Qualitätsstandards teilweise (5,7 Prozent) oder nicht (6,2 Prozent) erreichten.

Besonders wichtig zeigte sich in diesem Zusammenhang der erfahrene Umgang mit chirurgischen und nicht-chirurgischen Komplikationen: Die Rate der Todesfälle nach dokumentierten Komplikationen lag in Krankenhäusern, die die Qualitätsstandards erfüllten, um rund 20 Prozent unter der der Vergleichsgruppen.

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der von der DKG eingeschlagene Weg bei der Zertifizierung von Darmkrebszentren über Qualitätsstandards ein guter Anfang ist, die Behandlungsqualität messbar zu steigern“, sagt Dr. Wiegering und fährt fort: „Für die Patienten kann dies ein Hinweis sein, gerade bei komplexen Eingriffen eine zertifizierte Einrichtung aufzusuchen, um sich selbst die besten Chancen zu geben.“

Das UKW ist eines der führenden Zentren in Bayern für die Versorgung von Patienten mit Dickdarm- und Rektaltumoren. Darüber hinaus ist das Klinikum eines von sechs Nationalen Krebszentren sowie eines von 15 Zentren in Deutschland, die auch für Magen-, Leber- und Pankreaskrebs zertifiziert sind.

 

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Wenn das Herz müde oder steif wird

Vier Millionen Menschen leiden allein in Deutschland unter einer Herzschwäche. Mit jährlich rund 465.000 stationär behandelten Patienten ist die Herzschwäche der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt. Mehr als 40.000 Menschen sterben jedes Jahr an Herzschwäche. Die Volkskrankheit ist ernst und tückisch, da ihre Symptome oft unspektakulär sind und dem Alter zugeschrieben werden. Um die Bevölkerung für die Warnzeichen zu sensibilisieren, hat die Deutsche Herzstiftung die bundesweiten Herzwochen vom 1. bis 30. November unter das Motto „Das schwache Herz“ gestellt. In diesem Rahmen bietet das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) gemeinsam mit der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am 17. November 2020 von 15 bis 17 Uhr ein Webinar auf der Plattform „Skype for Business“ an. Kardiologinnen und Kardiologen stellen verschiedene Formen und Ursachen der Herzinsuffizienz vor und informieren über Symptome, Diagnostik, Therapie und Vorbeugung. Am 27. November steht in einem weiteren Webinar der Sport im Fokus. Weitere Informationen und Anmeldung: www.dzhi.de.

„Die Herzschwäche ist das Resultat verschiedener Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Herzklappenfehler. Aber auch der Diabetes ist mittlerweile ein sehr wichtiger Auslöser einer Herzschwäche“, erläutert Prof. Dr. Christoph Maack, Sprecher des DZHI. „Wir unterscheiden prinzipiell zwei Formen der Herzschwäche: Eine, bei der das Herz müde geworden ist und nicht mehr gut pumpt, die systolische Herzinsuffizienz. Und eine bei der es dem Herzen an Elastizität fehlt, sodass es in der Entspannungsphase zwischen den Herzschlägen, der Diastole, nicht genügend Blut aufnehmen kann. Man spricht daher beim steifen und dicken Herzen von der diastolischen Herzinsuffizienz sowie von einer Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion HFpEF (Heart Failure with preserved Ejection Fraction).

Fokus auf das dicke, steife Herz

Prof. Dr. Ulrich Hofmann, geschäftsführender Oberarzt an der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, konzentriert sich in seinem Vortrag auf die Entstehung der HFpEF: „Während es für die Hauptursachen des Elastizitätsverlustes, nämlich für Stoffwechselerkrankungen wie Blutzucker sowie Bluthochdruck, etablierte, medikamentöse Behandlungen gibt, existieren für andere Ursachen der HFpEF bislang noch keine kausalen Behandlungsmöglichkeiten - trotz großer Anstrengungen der Forscher.“ Körperliches Training sei aber unabhängig von der Ursache der HFpEF eine wirksame Behandlung, um den Herzmuskel elastisch zu halten und die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Generell lässt sich verschiedenen Studien zufolge mit einem gesunden Lebensstil und der Vorbeugung der Risikokrankheiten die Hälfte aller Herzschwäche-Fälle vermeiden.

Blick ins Herz mit dem Ultraschall

Wer Symptome bemerkt wie eine Abnahme der Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen, Atemnot bei körperlicher Belastung, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen sowie plötzliche und kontinuierliche Gewichtszunahme und geschwollene Beine durch Wassereinlagerung, der sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Zu den wichtigsten Diagnosemethoden gehört neben Bluttest und EKG auch der Herzultraschall, die so genannte Echokardiographie. Dr. Caroline Morbach, Leiterin des Echolabors am DZHI, wird im Webinar anhand bewegter Bilder verschiedene Formen der Herzinsuffizienz demonstrieren. Wie unterscheidet sich das müde Herz mit reduzierter Pumpfunktion vom steifen Herzen mit Füllungsstörung? Und wie sieht das besonders dicke Herz aus? 

Alkohol ins Herz

Einer, der das besonders dicke Herz, die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM/HOCM), seit Jahren erforscht und behandelt ist Prof. Dr. Hubert Seggewiß. Er hat sich vor allem mit der Weiterentwicklung der perkutanen Alkoholseptumablation weltweit einen Namen gemacht. Dabei wird mittels Herzkatheter-geführter Ablation Alkohol in die Ader gespritzt, die die verdickte Muskulatur versorgt, was einen künstlichen Herzinfarkt auslöst und wodurch sich der Herzmuskel verdünnt und die Herzfunktion normalisiert. Mit seiner Kollegin Dr. Angelika Batzner verstärkt Seggewiß seit April dieses Jahres im DZHI und der Med Eins das interdisziplinäre Team für Diagnostik und Therapie für Patienten mit HCM.

Was in den Genen steckt

HCM ist eine meist angeborene Erkrankung – eine von vielen familiären Kardiomyopathien, die zu einer Herzinsuffizienz führen können.  „Zurzeit sind etwa nur die Hälfte der genetischen Ursachen von Kardiomyopathien bekannt und viele der molekularen Zusammenhänge immer noch unklar“, weiß Prof. Dr. Brenda Gerull. Sie ist im DZHI die Leiterin des Departments Kardiovaskuläre Genetik, wo sie mit ihrem Team genetische Formen der Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen erforscht und behandelt. Im Webinar stellt sie verschiedene bereits bekannte genetische Ursachen von Herzmuskelerkrankungen vor, legt dar, wie sie sich vererben und wann ein genetischer Test sowie Familienuntersuchungen sinnvoll sind.

Covid-19 und Herzschwäche: Keine Panik aber Vorsicht!

Eine Frage, die angesichts Corona sicherlich viele beschäftigt: Wie gefährlich ist Covid-19 für Herzschwächepatienten? „Generell können sowohl bakterielle als auch virale Infektionen das geschwächte Herz zusätzlich belasten“, sagt Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I und Moderator des Webinars. Eine weltweite Studie zeigte, dass Herzschwäche-Patienten ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf haben als Patienten ohne Vorerkrankung. Panik sei aber nicht angebracht. Frantz rät Betroffenen zur Vorsicht: „Neben den AHA+L-Empfehlungen, also Abstand, Hygieneregeln, Alltagsmasken und Lüften, sollten Herzschwäche-Patienten weiterhin darauf achten, konsequent ihre Medikamente zu nehmen, Blutdruck und Gewicht zu kontrollieren, mögliche Warnzeichen ernst zu nehmen und im Notfall den Rettungsdienst zu rufen.“ Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen empfiehlt er zudem, sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen zu lassen.

Webinar „Das müde oder steife Herz“ am Dienstag, 17. November von 15 bis 17 Uhr, auf der Plattform Skype for Business.  Anmeldung per E-Mail unter dzhi@ ukw.de. Weitere Informationen zu den Referenten und Vorträgen auf der Webseite www.dzhi.de.

Herzen in Bewegung! Webinar zur Aktivität im Alltag

Zehn Tage später, am 27. November, bietet das DZHI gemeinsam mit dem niedergelassenen Kardiologen Dr. Christian Rost ein weiteres Webinar an. Dabei wird sich alles um den Sport drehen. „Bewegung kommt gerade in diesen Zeiten – Winter und Lockdown –  eine enorme Bedeutung zu“, sagt Christoph Maack. „Verkriechen Sie sich nicht. Gehen Sie regelmäßig draußen spazieren, wandern oder fahren Sie mit dem Rad. Machen Sie zudem einige Dehn- und Kraftübungen. Das stärkt das Herz ungemein und steigert darüber hinaus die Lebensqualität.“  Christoph Maack gibt gemeinsam mit Christian Rost auf der Plattform „Skype for Business“ Tipps, wie man schon mit ein bisschen Aktivität im Alltag seine Gesundheit stärken kann. Selbst schwache Herzen können mit regelmäßigem Training gestärkt werden. „Ein mit dem Arzt abgestimmtes Sportprogramm kann die Symptome der Herzinsuffizienz lindern, den Verlauf positiv beeinflussen und das Herz stärken“, weiß der Sportkardiologe und Vizepräsident des Bayerischen Sportärzteverbandes Christian Rost.

Webinar „Herzen in Bewegung“ am Freitag, 27. November um 17 Uhr, auf der Plattform Skype for Business.  Anmeldung per E-Mail unter dzhi@ ukw.de. Weitere Informationen zu den Referenten und Vorträgen auf der Webseite www.dzhi.de.