Aktuelle Pressemitteilungen

Neues Projekt soll chronische Schmerzen nach Operationen verhindern

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. hat beim Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine Förderung von sieben Millionen Euro für das Projekt POET-Pain eingeworben. Das unter Beteiligung des Uniklinikums Würzburg geplante Vorhaben will helfen, die Chronifizierung postoperativer Schmerzen zu verhindern.

 

Unter der Präsidentschaft von Prof. Dr. Claudia Sommer von der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) hat die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. beim Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) sieben Millionen Euro für das Projekt POET-Pain eingeworben. Der Name steht für „Prävention operationsbedingter anhaltender Schmerzen durch Einführung eines perioperativen Transitional Pain-Service“. Ziel des Projektes ist es, zukünftig die Schmerzversorgung von Patienten in Krankenhäusern nach einer Operation zu verbessern.

Neuer Service für spezielle Risikogruppen

„Das besondere Augenmerk liegt auf speziellen, vor einer Operation identifizierten Risikogruppen, bei denen eine Chronifizierung postoperativer Schmerzen verhindert werden soll“, schildert Prof. Sommer. Dazu soll nach ihren Angaben ein modulares, individuell an den Patienten angepasstes Interventionsangebot aufgebaut werden. Als Ergänzung der Regelversorgung und ausschließlich für Risikopatienten wird ein sogenannter „Transitional Pain Service“ eingesetzt. Dieser arbeitet im zeitnahen Umfeld des Eingriffs stationär und für sechs Monate nach der Operation ambulant. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und nach Abschluss umfassend evaluiert. „Im Idealfall könnte der Service nach Projektende regelhaft in die Strukturen des deutschen Gesundheitswesens eingebaut werden“, hofft Prof. Sommer.

Uniklinikum Würzburg am Forschungskonsortium beteiligt

POET-Pain startet unter Federführung der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. in der zweiten Jahreshälfte 2020 mit einem Konsortium von zwölf Partnern. Die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Dr. Esther Pogatzki-Zahn vom Universitätsklinikum Münster. Am UKW werden Prof. Dr. Heike Rittner als Leiterin der Schmerztagesklinik und Privatdozent Dr. Elmar-Marc Brede, Leiter des Akutschmerzdienstes, an dem Projekt beteiligt sein.

 

Kastentext:

Über den G-BA
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den Auftrag, neue Versorgungsformen, die über die bisherige Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, und Versorgungsforschungsprojekte, die auf einen Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der bestehenden Versorgung ausgerichtet sind, zu fördern. Zu diesem Zweck legte die Bundesregierung einen Innovationsfonds auf. In der aktuellen Förderwelle, in der sich die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V erfolgreich mit ihrem jüngsten Projektantrag POET-Pain durchsetzen konnte, werden 31 Projekte neu gefördert. Pro Jahr unterstützt der G-BA entsprechende Vorhaben mit insgesamt 200 bis 300 Millionen Euro.

 

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Achillesferse von Tumorzellen gefunden

Bei fast allen Fällen von Darmkrebs ist ein ganz bestimmtes Gen mutiert - das bietet Chancen, um breit wirksame Therapieansätze zu entwickeln. Würzburger Forschungsteams sind hier einen Schritt weitergekommen.

 

Bei 90 Prozent aller Fälle von Dickdarmkrebs haben die Tumorzellen eine Gemeinsamkeit: Das APC-Gen ist mutiert. In genau diesen Zellen suchten Forschungsgruppen der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg nach Angriffspunkten, über die man die Krebszellen zerstören könnte.

"Wir wollten Gene finden, die nur für das Überleben von Zellen mit APC-Mutation wichtig sind, nicht aber für gesunde Zellen", erklärt Dr. Armin Wiegering, Leiter einer Nachwuchsgruppe am Biozentrum der JMU und Oberarzt in der Chirurgie des Würzburger Universitätsklinikums.

Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen hatte Erfolg. Das berichten die Forschungsteams jetzt im Fachjournal Nature Cell Biology: Hemmten sie das Gen mit dem Namen eIF2B5, dann starben die mutierten Darmkrebszellen den sogenannten programmierten Zelltod - das ist ein Selbstzerstörungsprogramm, mit dem der Organismus im Normalfall beschädigte oder gealterte Zellen entsorgt. Gesunde Zellen dagegen verkrafteten die Hemmung des Gens ohne jegliche Beeinträchtigung.

Möglicher Angriffspunkt für die Behandlung

"Damit haben wir eine sehr spezifische Achillesferse von APC-mutierten Tumoren identifiziert", sagt Professor Martin Eilers, Krebsforscher am Biozentrum. Man kenne nun eine Stelle, an der neu zu entwickelnde Antitumor-Medikamente möglicherweise sehr gezielt wirken können.

Die Wirksamkeit einer elF2B5-Hemmung zeigte sich zum einen im Tierversuch. Wenn das Gen in Mäusen nicht voll aktiv ist, bekommen sie nicht so schnell Dickdarmkrebs und überleben diesen deutlich länger, falls sie ihn doch bekommen. Zum anderen experimentierten die Forscher mit Organoiden. Das sind Miniatur-Tumore, die im Labor aus dem Krebsgewebe von Patienten herangezogen werden. Wurde hier die elF2B5-Menge reduziert, starben die Organoide ab.

Weitere Gene sollen untersucht werden

Als nächstes wollen die Forscher weitere Gene in Dickdarmkrebszellen untersuchen - denn elF2B5 ist nur eine von fünf Untereinheiten des größeren eIF2B-Genkomplexes. "Wir möchten auch die anderen Untereinheiten charakterisieren und prüfen, ob wir hier ebenfalls eine Spezifität finden", wie Wiegering ankündigt. Anschließend soll eine Methode etabliert werden, mit der sich eIF2B5 in Krebszellen abbauen lässt. Ist man hierbei erfolgreich, könnte sich daraus vielleicht eine neue Option für Therapien ergeben.

Stichwort: Dickdarmkrebs

Dickdarmkrebs ist eines der drei häufigsten Tumorleiden. Rund sechs Prozent aller Menschen in Deutschland erkranken im Laufe ihres Lebens daran; etwa die Hälfte der Betroffenen stirbt an den Folgen des Tumors. Nachdem über 90 Prozent aller Dickdarmtumoren eine APC-Mutation aufweisen, könnte sich aus den Forschungen an der JMU ein sehr breiter, neuer Therapieansatz ergeben.

Publikation

A MYC-GCN2-eIF2? negative feedback loop limits protein synthesis to prevent MYC-dependent apoptosis in colorectal cancer. Nature Cell Biology, 4. November 2019, DOI 10.1038/s41556-019-0408-0

Förderer und Kooperationspartner

Finanziell gefördert wurden diese Arbeiten vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung IZKF Würzburg, von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Europäischen Union.

Am Zustandekommen der Publikation in Nature Cell Biology waren maßgeblich beteiligt: die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Würzburg, der Lehrstuhl für Biochemie und Molekularbiologie am Biozentrum der JMU, das Institut für Pathologie der JMU und das Beatson Institute in Glasgow, Schottland.

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Infoveranstaltung: Alzheimer-Erkrankung – vom Verdacht zur Diagnose und zu neuen Therapieverfahren

Am Donnerstag, den 7. November 2019, um 17:00 Uhr lädt ein Ärzte-Team aus der Neurochirurgie, der Neurologie und der Psychiatrie des Uniklinikums Würzburg zu einer Informationsveranstaltung über die Alzheimer-Erkrankung in die Würzburger Stadtbücherei ein. Hierbei werden das Krankheitsbild, die Diagnoseverfahren und die medikamentösen Behandlungsversuche erläutert. Außerdem stellen die Experten eine neue Studie und deren Teilnahmebedingungen vor. Zielgruppen des Nachmittags sind Betroffene, Angehörige, Mediziner/innen sowie sonstige Interessierte.

Krankheitsbild, Diagnostik und Behandlungsansätze der Alzheimer-Erkrankung stehen im Mittelpunkt einer öffentlichen Infoveranstaltung am 7. November 2019 in Würzburg. Bild: Pixabay

 

Für die Behandlung der Alzheimer-Erkrankung stehen bisher nur wenige zugelassene Medikamente zur Verfügung, die nur für eine kurze, meist nur einige Monate dauernde Phase die Symptome lindern, die Erkrankung aber nicht aufhalten können. Zwei Studien in Kanada und den USA mit Tiefer Hirnstimulation im Bereich des Fornix (Hirngewölbes) zeigten unter bestimmten Voraussetzungen eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs. Eine neue, internationale Studie zur Fornix-Stimulation namens ADvance II steht unmittelbar am Beginn. Sie bietet unter Beteiligung mehrerer deutscher Universitätsklinika – darunter des Uniklinikums Würzburg (UKW) – auch Patienten in Deutschland die Möglichkeit zur Teilnahme. Unter größtmöglichen Sicherheitsmaßnahmen eröffnet sie erstmals die Hoffnung und die Chance, den Krankheitsverlauf bei Alzheimer günstig zu beeinflussen.

Eine Informationsveranstaltung des UKW mit Fachleuten aus der Neurochirurgischen und der Neurologischen Klinik sowie des Zentrums für psychische Gesundheit des UKW stellt am 7. November 2019 diese Studie vor. Darüber hinaus werden das Krankheitsbild, die Diagnoseverfahren und die medikamentösen Behandlungsversuche erläutert. Abschließend besteht für die Teilnehmer/innen in einer Diskussionsrunde Gelegenheit, Antworten auf persönliche Fragen zu erhalten.

Zielgruppen der kostenlosen Veranstaltung zwischen 17:00 und 19:00 Uhr sind Betroffene, Angehörige, Mediziner/innen sowie sonstige Interessierte. Der Veranstaltungsort ist im zweiten Stock der Stadtbücherei am Oberen Markt in Würzburg.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Einen detaillierten Programm-Flyer gibt es unter www.ukw.de, Rubrik „Veranstaltungskalender".

 

 

Über die Alzheimer-Erkrankung

Weltweit leiden rund 25.000 Millionen Menschen unter einer Alzheimer-Erkrankung, allein in Deutschland sind es etwa 1,2 Millionen. Die Betroffenen zeigen eine fortschreitende Verschlechterung von Gedächtnis, räumlicher Orientierung und im Bewältigen einfacher Alltagsvorgänge wie Waschen und Ankleiden. Auch im Urteilsvermögen und in der Sprache ist ein Leistungsrückgang zu beobachten. Den Angehörigen fallen besonders Veränderungen im Verhalten und in der Persönlichkeit auf. Die Erkrankung bedeutet eine große Belastung für die Patienten, die das Schwinden ihrer Fähigkeiten anfangs noch bemerken und frustriert und depressiv reagieren. Auch die Angehörigen werden in besonderer Weise belastet.

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Krankheitsbild, Diagnostik und Behandlungsansätze der Alzheimer-Erkrankung stehen im Mittelpunkt einer öffentlichen Infoveranstaltung am 7. November 2019 in Würzburg. Bild: Pixabay

Abendsprechstunde: Das Uniklinikum Würzburg informiert über Schuppenflechte

Am Mittwoch, den 6. November 2019, lädt das Uniklinikum Würzburg gemeinsam mit der Main-Post-Akademie zu einer „Abendsprechstunde“ über Schuppenflechte (Psoriasis) ein. Bei der kostenlosen Veranstaltung informieren drei Experten der Hautklinik des Uniklinikums Würzburg über die möglichen Krankheitsformen und ihre Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem beantworten sie individuelle Fragen der Zuhörer/innen.

Prof. Dr. Matthias Goebeler, Privatdozent Dr. Andreas Kerstan und Johanna Heitmann
Prof. Dr. Matthias Goebeler, Privatdozent Dr. Andreas Kerstan und Johanna Heitmann von der Würzburger Universitäts-Hautklinik (von links) referieren und informieren bei der Abendsprechstunde am 6. November 2019 zu Schuppenflechte. Bilder (3): Daniel Peter / Uniklinikum Würzburg

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die schätzungsweise zwei Millionen Menschen in Deutschland betrifft. Eine dauerhafte Heilung ist nicht möglich und die Krankheit hat oft erhebliche Folgen für Gesundheit, Lebensqualität und Arbeitsleben der Patienten.
Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich eine „Abendsprechstunde“ am Mittwoch, den 6. November 2019, mit dem Thema „Psoriasis – Schuppen(flechte) ohne Ende?“. Mit Prof. Dr. Matthias Goebeler, Privatdozent Dr. Andreas Kerstan und Johanna Heitmann referieren zwei Experten und eine Expertin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Uniklinikums Würzburg (UKW) über die Symptome, Verlaufsformen und Therapiemöglichkeiten.
Dabei kommt auch zur Sprache, dass die Psoriasis in vielen Fällen nicht auf die Haut beschränkt bleibt, sondern als sogenannte Systemerkrankung auch den ganzen Körper betreffen kann. Häufige Begleiterkrankungen sind zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes und Psoriasis-Arthritis.
Bei bis zu 80 Prozent der Patienten befällt die Schuppenflechte außerdem die Nägel an Händen und Füßen. Auch hier nennen die Spezialisten Behandlungsmöglichkeiten.
Die Abendsprechstunde ist eine kostenlose, öffentliche Veranstaltungsserie, die vom UKW gemeinsam mit der Main-Post-Akademie organisiert wird. Sie dauert von 18:00 bis 19:30 Uhr und findet im Hörsaal 1 der Zahnklinik am Pleicherwall in Würzburg statt.

Fragen schon bei der Anmeldung einreichen
Für die Teilnahme wichtig ist eine Anmeldung unter www.akademie.mainpost.de oder Tel: 0931/6001 6009. Eine besondere Chance: Zusammen mit der Anmeldung können Fragen eingereicht werden, die die Referentinnen und Referenten dann bei der Veranstaltung beantworten.

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2. Tag der Allgemeinmedizin in Würzburg: Neue Strukturen & Projekte

Bereits zum zweiten Mal luden die beiden Direktorinnen des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität Würzburg, die Professorinnen Dr. Ildikó Gágyor und Dr. Anne Simmenroth, am 9. Oktober zum Tag der Allgemeinmedizin nach Würzburg ein. Rund 170 Teilnehmer – Hausärztinnen und Hausärzte, Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung Allgemeinmedizin und Medizinische Fachangestellte - nutzten die Chance auf interessante Fortbildungen und einen intensiven Austausch.

 

Zahlreiche Partner machen mit

Dr. Dieter Geis, Hausarzt aus Würzburg und Ehrenvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, lobte in seinem Grußwort den noch jungen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin in Würzburg, den sich die beiden Professorinnen seit Ende 2017 teilen, als „Erfolgsmodell“. Beide zeigten die vielen positiven Entwicklungen seit dem 1. Tag der Allgemeinmedizin 2018 auf: Die Universität Würzburg konnte inzwischen sieben Allgemeinmediziner aus Würzburg und Umgebung als Lehrbeauftragte gewinnen. 82 Lehrpraxen in Würzburg und Umkreis bieten Studierenden Blockpraktika an und 13 Lehrpraxen betreuen Studierende im Praktischen Jahr. Das reicht allerdings noch nicht: Es werden weitere Lehrpraxen benötigt, da die Universität Würzburg voraussichtlich in die Ausweitung des Projekts „BeLa - Beste Landpartie“ auf die Regionen Schweinfurt/Haßfurt, Lohr und Ochsenfurt eingebunden wird. Positiv sei, dass das Bayerische Gesundheitsministerium eine Förderung bereits mündlich zugesagt habe.

Strukturiertes Mentoring erfolgreich angelaufen

Erfolgreich angelaufen ist in Würzburg auch das Strukturierte Mentoring in der Weiterbildung Allgemeinmedizin - ein Pilotprojekt des Kompetenzzentrums Weiterbildung Allgemeinmedizin Bayern (KWAB). Neben Würzburg ist das Programm auch an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Erlangen in 2019 gestartet. Eine Online-Plattform ermittelt dabei auf Grundlage verschiedener Kriterien, welche Mentoren mit welchen Mentees zusammenpassen könnten und macht entsprechende Vorschläge.

Neue Forschungsprojekte

Prof. Dr. Ildikó Gágyor gab ein Update zum Bereich Forschung am Institut für Allgemeinmedizin. So ist die Beobachtungsphase der Kardio-Studie, für die beim 1. Tag der Allgemeinmedizin noch teilnehmende Praxen aus der Region Schweinfurt akquiriert wurden, inzwischen abgeschlossen. Aktuell wird ein diagnostischer Behandlungspfad entwickelt, der dann in einer Interventionsphase in den Praxen zum Einsatz kommen soll, um die Versorgung von Patienten mit Brustschmerz zu verbessern. Darüber hinaus führt das Institut weitere Projekte durch, darunter beispielsweise ein Projekt zur Reduktion von Antibiotikaresistenten durch eine leitliniengerechte Behandlung von Patienten mit unkomplizierten Harnwegsinfekten. Weniger Antibiotika einzusetzen ist auch das Ziel einer Metaanalyse. Dabei werden Arzneimittelstudien zusammengefasst, die sich mit nichtantibiotischen Behandlungsstrategien bei Frauen mit unkomplizierten Harnwegsinfekten in der Hausarztpraxis befasst haben. „Ziel ist, Hausärztinnen und Hausärzten sowie Patientinnen und Patienten eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben“, erläuterte Prof. Gágyor.

„Think-Tank“ soll entstehen

„Unser aktuell größtes Projekt ist das Bayernweite Forschungspraxisnetz, an dem die derzeit vier Lehrstühle für Allgemeinmedizin beteiligt sind. Wir suchen Hausarztpraxen, die sich als Forschungspraxis einbringen möchten“, so Prof. Gágyor: „Ziel sind nicht nur hochwertige Studien, sondern gerade auch der Austausch“. Dazu gehört, dass Forschungsideen aus den Praxen einbezogen werden und ein „Think-Tank“ mit Hausärztinnen und Hausärzten, MFA sowie Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung entsteht. Diese können so die künftigen Studien mitentwickeln und -gestalten.

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Infoveranstaltung am Uniklinikum Würzburg: Leben nach einer Brustkrebserkrankung

Am Samstag, den 23. November 2019, veranstaltet die Würzburger Universitätsfrauenklinik für alle Interessierten ihr 6. Brustkrebs-Forum. Im Mittelpunkt steht diesmal die Zeit nach einer überstandenen Brustkrebserkrankung. Wie meistert man die Angst vor einem Rückfall? Was kann bei körperlichen Langzeitproblemen helfen? Wie sieht das Nachsorgeprogramm nach Brustkrebs aus? Und wie wird behandelt, wenn der Krebs tatsächlich zurückkehrt?

 

Moderne diagnostische und therapeutische Verfahren haben es möglich gemacht, dass die Heilungsraten bei Brustkrebs in den letzten Jahren stark gestiegen sind. „Doch vom Krebs geheilt bedeutet für viele Frauen noch lange nicht, gesund zu sein“, weiß Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitätsfrauenklinik. So gibt es nach seinen Angaben eine Vielzahl von möglichen seelischen und körperlichen Langzeitbelastungen – angefangen von der kräftezehrenden Angst vor einem Rückfall über Erschöpfungszustände und Schlafstörungen bis zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Diesen und weiteren Aspekten des „Lebens nach einer Brustkrebserkrankung“ widmen Prof. Wöckel und sein Team ihr diesjähriges Brustkrebs-Forum. Am Samstag, den 23. November 2019, sind alle Interessierten zwischen 10:00 und 14:00 Uhr in den Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg an der Oberdürrbacher Straße zu kostenlosen Vorträgen eingeladen. Weitere Themen dabei sind das Nachsorgeprogramm nach Brustkrebs und die Behandlungskonzepte bei einem Rezidiv.

Anschließend an den Vortragsblock besteht ausreichend Zeit, um in einer offenen Diskussion Fragen aus dem Auditorium zu beantworten. Dafür stehen neben den ärztlichen Referentinnen und Referenten zwei Vertreterinnen der Frauenselbsthilfe nach Krebs zur Verfügung.

Infostände im Foyer vor dem Hörsaal

Vor dem Hörsaal ergänzen Stände von Selbsthilfegruppen sowie von Anbietern von Hilfsmitteln rund um die Krebstherapie das Informationsangebot.

Für die Forumsgäste wichtig ist eine Anmeldung bei Gabriele Nelkenstock bis 8. November 2019 unter Tel: 0931/880 79 447 oder E-Mail: info@ kampfgegenkrebs.de.

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Uniklinikum Würzburg: Kauf des Erweiterungsgeländes Nord vertraglich besiegelt

Mit der Vertragsunterzeichnung am 22. Oktober dieses Jahres erwarb der Freistaat Bayern von der Stiftung Juliusspital Würzburg ein zehn Hektar großes Gelände im Norden des Würzburger Stadtteils Grombühl. Damit ist der Weg frei für eine umfassende bauliche und strukturelle Weiterentwicklung des Uniklinikums Würzburg in den kommenden Jahren.

Am 22. Oktober 2019 setzten Walter Herberth, der Oberpflegamtsdirektor der Stiftung Juliusspital Würzburg, Katrin Hartmann, die Leiterin der Regionalvertretung Unterfranken des Staatsbetriebs Immobilien Freistaat Bayern, sowie Sabine Wehrmann, die Leiterin der Abteilung Bau, Liegenschaften, Körperschaftsvermögen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, ihre Unterschriften unter einen für die zukünftige Gesundheitsversorgung Mainfrankens und die Würzburger Universitätsmedizin essentiellen Kaufvertrag. Mit dem Dokument erwarb der Freistaat Bayern aus dem Besitz der Stiftung Juliusspital Würzburg eine Fläche von zehn Hektar im Norden des Würzburger Stadtteils Grombühl, auf dem sich das Uniklinikum Würzburg (UKW) in Zukunft baulich und strukturell weiterentwickeln will.

Glücklicher Endpunkt eines Verhandlungsmarathons

Bei der anschließenden Pressekonferenz freute sich Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW: „Wir sind allen, die am Verhandlungstisch saßen, sehr dankbar, dass nun die Planungen für die dringend notwendigen Neubauten der Kopfklinik und des Zentrums Frauen-Mutter-Kind mit Hochdruck weitergehen können.“ Auch Katrin Hartmann zeigte sich als Vertreterin des Freistaats Bayern hochzufrieden, dass die seit dem Jahr 2016 andauernden Verhandlungen um den Grunderwerb nun zu einem guten Ende geführt haben: „Wir sind erfreut, dass mit der heutigen notariellen Beurkundung die langwierigen und schwierigen Verhandlungen mit der Stiftung Juliusspital erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnten und nun die Weichen für die Erweiterung des Uniklinikums gestellt sind.“

Hart in der Sache, aber immer fair im Umgang – so kommentierte Walter Herberth von der Stiftung Juliusspital Würzburg den Verhandlungsverlauf und die zum Schluss mit Bayerns Bauminister Hans Reichhart geführten Gespräche. „Wie bei Grundstücksgeschäften dieser Dimension üblich, mussten beide Parteien ihre Positionen nachdrücklich vertreten. Dabei war und ist die Stiftung Juliusspital ihrem Stiftungsauftrag und dem Erhalt des Stiftungsvermögens verpflichtet. Der Verkauf des Geländes an den Freistaat stand hierbei nie grundsätzlich in Frage, sondern lediglich die Wertermittlung der Transferfläche“, betonte Herberth. Dass sich die Verhandlungen doch so lang hingezogen hätten, lag nach Einschätzung des Oberpflegamtsdirektors sicher auch an der Vielzahl der an der Entscheidung beteiligten Stellen. Herberth lobte den tatkräftigen Einsatz mehrerer Mandatsträger – sowohl für die Interessen der Stiftung, als auch die des Klinikums. Hierbei hob er die Leistungen der früheren Bayerischen Landtagspräsidentin Barbara Stamm, des Staatssekretärs Gerhard Eck und des Beauftragten für den Bürokratieabbau, MdL Walter Nussel, besonders hervor.

„Durchatmen – endlich geschafft!“, kommentierte Barbara Stamm den besiegelten Grunderwerb. Nach ihren Worten müsse es nun allerdings unverzüglich weitergehen. „Die Devise lautet jetzt Planung, Planung, Planung – und die entsprechenden Mittel bereitstellen. Ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben“, versprach die Landtagspräsidentin a. D.

Für Christian Schuchardt ist der Vertrag für Würzburg und die Region eines der wertvollsten Dokumente der letzten Jahre. Der Würzburger Oberbürgermeister erläuterte: „Durch die Norderweiterung des Uniklinikums entstehen weitere hochattraktive Arbeitsplätze und auch aus Patientensicht ist die erzielte Einigung beim Grundstücksankauf ebenfalls ein Segen. Die Wege zu einer optimalen medizinischen Versorgung sind in Würzburg kürzer als in vielen Millionenmetropolen.“

Der Weg für wichtige Klinikneubauten ist frei

Was soll der neue Würzburger Medizincampus genau umfassen? Prof. Ertl listete bei der Pressekonferenz nochmals auf: „Wir planen auf der angekauften Fläche ein neues Zentrum Frauen-Mutter-Kind, in dem alle Disziplinen, die Frauen und Kinder behandeln, gemeinsam untergebracht werden, sowie eine neue Kopfklinik. Hinzukommen soll eine Energiezentrale.“

Laut Prof. Dr. Alfred Forchel, dem Präsidenten der Würzburger Universität, werden diese Neubauten nicht nur Meilensteine auf dem Weg zu einer noch besseren Krankenversorgung sein. Nach seiner Einschätzung bedeuten diese Gebäude auch für die medizinische Forschung und Lehre an der Julius-Maximilians-Universität signifikante Entwicklungsmöglichkeiten.

Von Seiten des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) soll das Erweiterungsgelände Nord vor allem mit der Straßenbahn erschlossen werden. „Dass der Spatenstich zur Straßenbahnerweiterung in Grombühl bereits im Februar dieses Jahres stattfand, ist die richtige Reihenfolge. Wir werden weiterhin eine hohe Priorität auf eine komfortable Erreichbarkeit des Klinikkomplexes setzen – dem ÖPNV kommt hierbei die Schlüsselrolle zu“, unterstrich Oberbürgermeister Schuchardt bei der Pressekonferenz.

Die nächsten Schritte

Und wie geht es nun im Detail weiter? „Wenn die Planungsaufträge für die ersten Bauabschnitte des Zentrums Frauen-Mutter-Kind und der neuen Kopfklinik durch das bayerische Wissenschaftsministerium in Einvernehmen mit dem Bau- und dem Finanzministerium an das Staatliche Bauamt erteilt sind, beginnt unverzüglich die Wettbewerbsphase“, berichtete Jan Knippel, der Bereichsleiter Universitätsbau im Staatlichen Bauamt Würzburg. Der geplante EU-weite Realisierungswettbewerb beinhalte auch einen städtebaulichen Ideenteil für die Erschließung und die weiteren Bauabschnitte. Bereits jetzt bereite das Staatliche Bauamt den Wettbewerb durch diverse Fachgutachten intensiv vor.

Bis zum Baubeginn wird das Gelände nach Angaben von Walter Herberth weiterhin landwirtschaftlich genutzt.

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