Aktuelle Pressemitteilungen

Experten des Uniklinikums Würzburg informieren zum Thema Schlaganfall

Am Dienstag, den 16. März 2021, beantworten drei Experten des Uniklinikums Würzburg in einer Online-Veranstaltung laienverständlich Fragen rund um das Thema Schlaganfall. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

Jedes Jahr erleiden allein in Deutschland etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Weltweit zählt die Erkrankung zu den häufigsten Todesursachen, außerdem ist sie der häufigste Grund für eine Behinderung im Erwachsenenalter. Vor diesem Hintergrund haben Laien zu Recht viele Fragen: Wie beeinflussen Krankheiten wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, aber auch der individuelle Lebensstil das Schlaganfall-Risiko? Wann ist die Behandlung von verengten Halsgefäßen sinnvoll? Wie erkenne ich Symptome eines Schlaganfalls? Und wie werden Schlaganfallpatienten in der Region Mainfranken versorgt? 

Kompetente Antworten auf diese und weitere Fragen geben bei einer Online-Veranstaltung am Dienstag, den 16. März 2021, drei Experten des Uniklinikums Würzburg (UKW): Univ.-Prof. Dr. Karl Georg Häusler (Geschäftsführender Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik), Dr. Thorsten Odorfer (Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik sowie Koordinator des Telemedizin-Netzwerks Transit-Stroke) und Univ.-Prof. Dr. Stefan Frantz (Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW). 

Nach kurzen Vorträgen zur Prävention und Therapie des Schlaganfalls werden die Experten auch auf vorab – im Rahmen der Anmeldung – von den Teilnehmer*innen eingereichte Fragen eingehen. 

Das UKW organisiert die Veranstaltung gemeinsam mit der Mediengruppe Main-Post. Beginn ist um 18:00 Uhr unter Nutzung der Plattform „Skype for Business“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. 

Wichtig ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6009 oder unter http://akademie.mainpost.de.

 

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Drei Millionen Euro für Bayerns Ultrafeinstaub-Forschung

Das Bayerische Umweltministerium unterstützt einen breit angelegten Projektverbund zu Ultrafeinstaub in den kommenden drei Jahren mit drei Millionen Euro. Unter den Projektpartnern ist auch die HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg, die speziell die Auswirkungen von ultrafeinen Partikeln auf die Schleimhaut des oberen Atemtrakts untersuchen wird.

Vor wenigen Tagen gab Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber den Startschuss zu einem Projektverbund, der die Eigenschaften und die Wirkung von ultrafeinen Partikeln untersuchen soll. „Ultrafein“ steht für Partikeldurchmesser von unter 0,1 Mikrometer, was kleiner als beispielsweise Tabakrauch ist. Der Verbund mit dem Namen BayUFP hat sechs Teilprojekte, die von Forscher*innen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), der Universität Bayreuth, der Ludwig-Maximilians-Universität in München und dem Uniklinikum Würzburg (UKW) bearbeitet werden. In einigen Bereichen ist zudem das Helmholtz Zentrum München dabei. Geleitet wird der Verbund von Prof. Dr. Hans Drexler von der FAU.

Das Teilprojekt des UKW

Am UKW ist die von Prof. Dr. Stephan Hackenberg geleitete Arbeitsgruppe Onkologie der HNO-Klinik beteiligt. Der Stellvertretende Klinikdirektor erläutert: „Unsere Aufgabe im BayUFP ist die toxikologische Untersuchung der Schleimhaut des oberen Atemtrakts nach Exposition mit ultrafeinen Partikeln. Außerdem sollen Aussagen zu deren Auswirkungen auf die Funktionalität der Schleimhaut getroffen werden.“ Dazu zählen die Schädigung der Schleimhautbarriere, die Ausschüttung von Entzündungsstoffen und der Einfluss von Atemwegsschleim auf die schädigenden Eigenschaften der Partikel. 

Würzburger Zellkulturmodelle hilfreich

Besonders hilfreich sind hierbei komplexe Zellkulturmodelle aus Nasenschleimhaut, die seit Jahren in der Arbeitsgruppe Onkologie der Würzburger Universitäts-HNO-Klinik eingesetzt und kontinuierlich optimiert werden. 

Das Bayerische Umweltministerium hat für den gesamten Projektverbund knapp drei Millionen Euro für die kommenden drei Jahre bewilligt. Rund 298.000 Euro davon stehen für den Würzburger Part zur Verfügung.

Mehr zu BayUFP findet sich hier: www.ultrafeinepartikel.de

 

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Viola unterstützt das Würzburger Bündnis gegen Depression

Seit Kurzem ist die Aschaffenburger Sängerin und Diplom-Gesangspädagogin Viola die Schirmherrin der Würzburger Regionalgruppe des Deutschen Bündnisses gegen Depression. Mit diesem Engagement will sie dazu beitragen, psychische Erkrankungen zu enttabuisieren.

Weltweit – auch in Deutschland – erkranken etwa 16 bis 20 Prozent aller Menschen mindestens einmal im Leben an einer Depression. „Depressionen sind demnach häufige Erkrankungen. Trotzdem wird noch immer zu wenig darüber gesprochen“, bedauert Prof. Dr. Sarah Kittel-Schneider. Die Stellvertretende Klinikdirektorin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Uniklinikums Würzburg leitet auch die Würzburger Regionalgruppe des Deutschen Bündnisses gegen Depression e.V. Eines der zentralen Ziele des Vereins ist es, durch Offenheit und Aufklärung das Stigma weiter abzubauen, das mit psychischen Erkrankungen einhergeht. 

Selbst dunkle Zeiten überstanden

In Zukunft kann das Würzburger Bündnis hierbei verstärkt auf die Unterstützung der Aschaffenburger Sängerin Viola zählen: Sie übernahm im Januar 2021 die Schirmherrschaft der Regionalgruppe. Sie reiht sich damit ein neben Entertainer Harald Schmidt, dem Schirmherrn der Dachorganisation Stiftung Deutsche Depressionshilfe, und dem Kabarettisten Henni Nachtsheim, der als Schirmherr des Frankfurter Bündnisses gegen Depression fungiert. „Ich habe selbst dunkle Zeiten erlebt und zum Glück gut überstanden. Gerade deshalb möchte ich mithelfen, Depressionen und psychische Erkrankungen allgemein zu enttabuisieren“, sagt die Singer-Songwriterin Viola und fährt fort: „Es ist so wichtig, die Hoffnung zu verbreiten, dass Betroffenen geholfen werden kann und immer wieder herauszuarbeiten, wie sinnvoll es ist, über diese Themen zu sprechen.“

Veranstaltungen in Planung

Schon im September 2019 trat Viola, die ihren Musikstil als Alternative Soul bezeichnet, bei einem erfolgreichen Benefizkonzert in Kooperation mit dem Bündnis gegen Depression und der Marcé-Gesellschaft im Colos-Saal in Aschaffenburg auf. „Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die meisten Veranstaltungen des Bündnisses in 2020 leider abgesagt werden, aber in 2021 soll es wieder unterschiedliche öffentliche Aktivitäten geben – auch zusammen mit Viola“, kündigt Prof. Kittel-Schneider an. Die Planungen laufen, die Bekanntmachung der Termine folgt. Als Willkommensgruß veröffentlicht Viola am 19. Februar 2021 außerdem das Lied „Enter the Fray“. Ein Mutmachsong, der zum Kämpfen animiert und somit nicht passender sein könnte.

 

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Prof. Dr. Jens Maschmann: Erfahrener Manager im Vorstand des Uniklinikums Würzburg

Seit Beginn dieses Jahres ist Prof. Dr. Jens Maschmann der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg. Der Pädiater beschäftigt sich seit knapp zwei Jahrzehnten in verantwortlichen Positionen mit dem Management und der Weiterentwicklung großer Krankenhäuser – zuletzt als Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Jena.

Seit Beginn dieses Jahres ist Prof. Dr. Jens Maschmann der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg. Der Pädiater beschäftigt sich seit knapp zwei Jahrzehnten in verantwortlichen Positionen mit dem Management und der Weiterentwicklung großer Krankenhäuser – zuletzt als Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Jena.Der Start als Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW) Anfang Januar dieses Jahres war für Prof. Dr. Jens Maschmann eine räumliche Rückkehr zum Beginn seiner Medizinkarriere: 1988 leistete der in Bad Urach aufgewachsene Schwabe (Jahrgang 1969) einen Teil seines Bundeswehrdienstes an der Sanitätsschule der Luftwaffe am damaligen Standort Klingholz, nur 18 km südlich von Würzburg. Es schloss sich von 1989 bis 1996 das Humanmedizin-Studium an der Universität Tübingen an, bereichert durch einen zwischengeschalteten, einjährigen Erasmus-Studienaufenthalt in Bordeaux/Frankreich. 

Ehemaliger Kinderarzt am Uniklinikum Würzburg

Klinische Erfahrungen sammelte Jens Maschmann anschließend als Arzt im Praktikum und Assistenzarzt an der Universitäts-Kinderklinik Tübingen unter Leitung von Prof. Dr. Christian Speer. Als dieser im Jahr 1999 zum Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik berufen wurde, folgte ihm der damals 30-Jährige in die mainfränkische Metropole. Hier legte er im Jahr 2002 die Facharztprüfung für Pädiatrie ab. 

„Parallel zur kinderärztlichen Arbeit habe ich mich in das damals aufkommende leistungsgerechte Fallpauschalensystem, auch bekannt als DRG-System, eingearbeitet. Hinzu kamen diverse Digitalisierungsaufgaben an der Kinderklinik“, berichtet Maschmann. Aufgaben, die ihm nicht schwerfielen, denn nach eigenen Worten interessierte ihn die Optimierung von Abläufen im ärztlichen Alltag schon vorher. Für noch mehr Detail-Know-how in diesem Themenfeld absolvierte er im Jahr 2002 die Zusatzausbildung „Medizinische Informatik“. „Insgesamt wurde damals mein Interesse geweckt, zu verstehen, wie der ‚Organismus Klinikum‘ funktioniert und wie er sich gestalten lässt“, sagt der Ärztliche Direktor heute rückblickend. 

Wechsel zu Strategischer Planung und Qualitätsmanagement

Mit diesem Interesse und den dazu bereits erworbenen „handwerklichen“ Kenntnissen qualifizierte er sich für eine im Jahr 2002 ausgeschriebene Stelle als Leiter der Stabsstelle Strategische Planung am Evangelischen Krankenhaus in Bielefeld, die er bis 2006 ausfüllte. „Anfangs war ich innerlich noch hin- und hergerissen zwischen einer Laufbahn als Kinderarzt und einer managementorientierten Verwaltungskarriere“, bekennt der empathische Mediziner. Für den letztlich gewählten zweiten Weg sammelte er in den folgenden Jahren weiteres Wissen: mit der Zusatzbezeichnung „Ärztliches Qualitätsmanagement“ in 2004 und der Ausbildung zum KTQ-Visitor in 2006. KTQ ist die Abkürzung zu „Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen“. Dahinter steht eines der führenden Zertifizierungsverfahren für Krankenhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch das UKW ist seit 2013 KTQ-zertifiziert. „Ich halte die im Qualitätsmanagement gepflegten Prinzipien der kontinuierlichen Verbesserung und der Risikominimierung gerade in Krankenhäusern für fundamental wichtig“, unterstreicht Prof. Maschmann. Um hier die Entwicklung mit voranzutreiben, engagiert er sich seit dem Jahr 2005 in verschiedenen Positionen in der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (GQMG). Seit dem Jahr 2017 ist er deren Vorsitzender.

Während seiner Zeit in Bielefeld schuf das Uniklinikum Tübingen eine Stelle, die Jens Maschmann zurück an den Neckar und in die Universitätsmedizin zog: Im Jahr 2006 wurde er Geschäftsführer des dortigen „Zentralbereichs Medizin: Struktur-, Prozess-, Qualitätsmanagement“. Auch hier erweiterte er sein fachliches Rüstzeug, unter anderem durch ein berufsbegleitendes Studium zum Master of Business Administration an der SRH-Fernhochschule Riedlingen zwischen 2007 und 2009.

In Jena Bau-Erfahrungen gesammelt

Im Jahr 2014 lockte ihn die ausgeschriebene Stelle als Medizinischer Vorstand ans Uniklinikum Jena (UKJ). „Besonders herausfordernd und dadurch attraktiv war hierbei die seinerzeit laufende Zusammenführung der Patientenversorgung am Klinikstandort in Jena-Lobeda. Eine Maßnahme, die mit einem der bundesweit größten Bauvorhaben im Krankenhausbereich verbunden war“, erläutert Maschmann. Neben seinen Managementaufgaben am UKJ nutzte er die letzten Jahre, um seine wissenschaftliche Entwicklung abzurunden: In 2015 habilitierte er an der Uni Tübingen in der Kinder- und Jugendmedizin und wurde dort im vergangenen Jahr Außerplanmäßiger Professor für dieses Fach.

Geplante Erweiterung des UKW als einer der „Pull-Faktoren“

Jena war seine letzte Karrierestation vor dem Wechsel ans UKW. Was waren die Beweggründe für diesen weiteren Neustart? „Zum einen bin ich Würzburg und der Region aus meiner Zeit an der Universitäts-Kinderklinik nach wie vor sehr verbunden. Zum anderen habe ich aus der Ferne die sehr erfolgreiche Entwicklung der Würzburger Universitätsmedizin in den letzten Jahren interessiert mitverfolgt“, erläutert Maschmann. Ein wichtiger „Pull-Faktor“ war für ihn das Erweiterungsgelände Nord des UKW. Auf dem im Jahr 2019 erworbenen, zehn Hektar großen Areal will sich das Uniklinikum in den kommenden Jahren und Jahrzehnten baulich und strukturell weiterentwickeln. Unter anderem sollen dort ein neues Zentrum Frauen-Mutter-Kind und eine neue Kopfklinik entstehen. „Nachdem ich in Jena die Endphase eines solch großen Bauvorhabens begleiten konnte, freue ich mich jetzt darauf, ganz am Anfang einer so entscheidenden Entwicklung dabei sein zu können“, betont der Direktor. Bis auf dem Erweiterungsgelände Nord die Bagger rollen, sind eine Reihe von großen Baumaßnahmen im Bestand des UKW erfolgreich abzuwickeln – auch dies ist laut Maschmann mit fordernden Führungsaufgaben verbunden. 

Masterplan für die Standortentwicklung erarbeiten

Auf seiner Agenda steht ferner die Ausarbeitung eines Masterplans für die sonstige Entwicklung des Standorts. Wichtige Punkte dabei sind beispielsweise das Zusammenspiel des UKW mit außeruniversitären Einrichtungen oder die weitere Ausgestaltung von wegweisenden Strukturen wie dem NCT WERA. Die Abkürzung steht für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen, das von einem Verbund der Universitäten und Universitätsklinika in Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg getragen wird. Die Federführung des vom Bundesforschungsministerium geförderten Netzwerks hat die Würzburger Universitätsmedizin mit dem Comprehensive Cancer Center Mainfranken. 

„Was die tägliche Arbeitswelt am UKW angeht, freue ich mich als Teil des Vorstands darauf, mit allen Berufsgruppen ein Vorgehen zu definieren, das einerseits eine weiterhin bestmögliche Patientenversorgung gewährleistet und anderseits die Voraussetzungen schafft, dass die Arbeit am Klinikum auch Spaß macht“, kündigt der Ärztliche Direktor an. 

Non-Covid-Patienten im Blick behalten

Ein aktueller Prüfstein dabei ist natürlich das Management der Corona-Pandemie. „Hier muss unser Ziel sein, auch in Zukunft einen ‚atmenden‘ Klinikbetrieb zu ermöglichen: In Phasen mit höherem Aufkommen an Covid-19-Patienten müssen wir für diese den erforderlichen Platz schaffen; werden es weniger, können wir wieder zurückfahren. Und dies unter der Maßgabe, dass auch für die Non-Covid-Patienten immer ausreichend Kapazitäten vorhanden sind“, erläutert Maschmann. Als höchst hilfreich in diesem Prozess empfindet er die am UKW dazu innerhalb des letzten Jahres geschaffenen Strukturen, wie die Krankenhauseinsatzleitung (KEL).

Einer der jüngsten Ärztlichen Direktoren Deutschlands

Mit bei Dienstantritt am UKW 51 Jahren zählt Jens Maschmann zu den jüngsten Ärztlichen Direktoren der deutschen Universitätsklinika. Auch die Besetzung mit einem externen Experten ist bislang eher selten – traditionsgemäß übernehmen klinikumsintern langjährig bewährte Klinikdirektoren diese wichtige Führungsaufgabe. „Umso mehr freue ich mich über die Innovationsbereitschaft des Aufsichtsrates des UKW und das in mich gesetzte Vertrauen“, unterstreicht der neue Ärztliche Direktor.

 

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T2EVOLVE will Europa an die Spitze der Krebsimmuntherapie bringen

T2EVOLVE ist eine bahnbrechende Allianz von akademischen und industriellen Marktführern in der Krebsimmuntherapie, die im Januar 2021 im Rahmen der Innovative Medicines Initiative (IMI) der Europäischen Union startete. Hauptziel ist es, die Entwicklung zu beschleunigen und den Zugang von Krebspatienten zur Behandlung mit reprogrammierten Immunzellen zu verbessern. Die Reprogrammierung erfolgt durch gentechnische Veränderung mit einem T-Zell-Rezeptor (TCR) oder einem synthetischen Chimären Antigen Rezeptor (CAR).

Die Zelluläre Immuntherapie mit CAR-T-Zellen und TCR-transgenen T-Zellen ist eine revolutionäre Krebsbehandlung, bei der die Immunzellen des Patienten so reprogrammiert werden, dass sie Krebszellen suchen und zerstören. Sie hat das Potenzial, Krebs mit einer einzigen Spritze zu heilen. Bislang ist sie in der EU für die Behandlung von Leukämie zugelassen und verfügbar. Darüber hinaus besteht die berechtigte Hoffnung, dass sie sich in Zukunft auch zu einer Blockbuster-Therapie für andere Krebsarten sowie für Infektions- und Autoimmunkrankheiten entwickeln lässt. 

Die T-Zell-Behandlung muss für jede Krebsart im Forschungslabor angepasst werden und die klinische Entwicklung durchlaufen. Die Innovationspipeline der europäischen Forscherinnen und Forscher ist gefüllt mit neuartigen T-Zell-Produkten, doch die Umsetzung in klinische Studien und der Markteintritt in der EU erfolgen nur langsam. Europa liegt in diesem zukunftsträchtigen Feld hinter den USA und China zurück.

Für mehr Standardisierung, Zugänglichkeit und Aufklärung

Was hindert Europa daran, bei der klinischen Entwicklung solcher innovativer Therapien und ihrer Integration in das Gesundheitssystem die weltweite Führung zu übernehmen? Zum einen fehlt es an neuen und standardisierten Vorhersage-Modellen zur Sicherheit und Wirksamkeit während der präklinischen Entwicklung, mit denen sich die Identifizierung von Leitkandidaten beschleunigen ließe. Zum anderen werden standardisierte Strategien für die optimale Vorbehandlung, die Verabreichung und die Nachbeobachtung der Patienten benötigt. Und schließlich mangelt es an maßgeschneiderten Herstellungs- und Freigabeschemata für die umprogrammierten Immunzellen. 

Das T2EVOLVE-Konsortium will seine ehrgeizigen Projektziele erreichen, indem es Innovation und Kooperation fördert sowie den Stand der Technik in den folgenden Schlüsselaspekten verbessert:

  1. Optimierung der präklinischen Modelle für eine bestmögliche Sicherheits- und Wirksamkeitsvorhersage,
  2. Definition von Gold-Standard-Analysemethoden vor und nach der Immunzell-Infusion, 
  3. Auswahl der optimalen Vorbehandlung um das „Anwachsen“ der Immunzellen zu unterstützen,
  4. Erstellung von Good-Manufacturing-Practice-(GMP)-Richtlinien und Etablierung von Standard-Produktprofilen,
  5. Integration von Patienten und Ärzten in den F&E-Lebenszyklus der Immunzell-Therapie und Verbesserung der Patientenerfahrung durch ein gemeinsames Erstellen innovativer Kommunikations-, Aufklärungs- und Schulungsinstrumente,
  6. Erweiterung des Patientenzugangs, um allen europäischen Patienten die jeweils beste Krebstherapie zu ermöglichen. 

Dazu verfolgt T2EVOLVE eine Reihe strategischer Zielen. So soll der Entwicklungsprozess der CAR-T-Zell-Therapie und der TCR-transgenen T-Zell-Therapie in der Europäischen Union beschleunigt werden. Den Patienten in der EU soll der Zugang zur bestverfügbaren medizinischen Versorgung gewährt werden. Gleichzeitig wollen die Konsortialpartner zeigen, wie die neuartige Behandlung nachhaltig im EU-Gesundheitssystem implementiert werden kann und dazu beitragen, die finanzielle Belastung durch eine solche „High-Tech-Medizin“ für die Gesellschaft zu minimieren. Darüber hinaus wird die Einbeziehung von Krebspatienten sicherstellen, dass deren Perspektiven im Mittelpunkt stehen – sowohl im Forschungsumfeld als auch entlang des Kontinuums der Krebsversorgung.

Öffentlich-private Partnerschaft für schnellen Fortschritt und nachhaltige Wirkung

Alle Mitglieder des T2EVOLVE-Konsortiums sind Innovatoren und Pioniere auf dem Gebiet der Immuntherapie, die sich in hohem Maße dafür engagieren, die bestehenden Lücken zwischen Forschung und klinischer Anwendung in Europa zu schließen. Sie alle wollen die EU an die Spitze im weltweiten Wettbewerb der Immuntherapie bringen. 

Das T2EVOLVE-Konsortium wird vom Universitätsklinikum Würzburg/Deutschland und dem Pharmaunternehmen Servier/Frankreich, koordiniert. Es setzt sich aus 27 Partnern aus neun europäischen Nationen zusammen. Dazu gehören universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Pharma- und Biotechnologieunternehmen, Zulassungsbehörden sowie Patienten- und Berufsverbände. Ein zentrales Merkmal des verfolgten Ansatzes ist die Einbeziehung von Patienten als mitwirkende Teammitglieder auf allen Ebenen des F&E-Prozesses. 

Das Universitätsklinikum Würzburg führt das EU-Projekt T2EVOLVE an und bringt vor allem seine Expertise bei CAR-T-Zellen für die Krebsimmuntherapie ein. Die Arbeit des Universitätsklinikums Würzburg wird von Prof. Dr. Michael Hudecek als Koordinator und Prof. Dr. Hermann Einsele (beide Medizinische Klinik und Poliklinik II) geleitet.

Das Projekt wird von der Innovative Medicines Initiative 2 Joint Undertaking unter der Finanzhilfevereinbarung Nr. 945393 gefördert. Das Joint Undertaking wird vom Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union und vom Europäischen Verband der pharmazeutischen Industrie (EFPIA) unterstützt.

Kontakt und erster öffentliche Auftritt

Weitere Informationen zum Projekt werden ab dem 3. Februar 2021 auf der Website www.t2evolve.eu und auf dem LinkedIn-Profil des Projekts „T2EVOLVE consortium“ verfügbar sein. 

Das T2EVOLVE-Projekt wird seinen ersten öffentlichen Auftritt auf dem virtuell abgehaltenen 3. EHA & EBMT European CAR-T Cell Meeting (4. bis 6. Februar 2021) haben: Am 5. Februar findet um 19:00 Uhr MEZ ein Workshop mit dem Titel „How to rapidly move new CAR-Ts forward from bench to bedside? Key questions and answers!“ statt.

Das T2EVOLVE-Konsortium:

Koordinator: 

Prof. Dr. Michael Hudecek, MD, Universitätsklinikum Würzburg, Deutschland

Leiter: 

Dr. Hélène Negre, PhD, Servier, Frankreich

Projekt-Partner:

Academisch Medisch Centrum Amsterdam, Niederlande

Astellas, Niederlande

Bayer, Deutschland

BioSci Beratung, Belgien

Celgene-BMS, Schweiz

Clinica Universidad de Navarra, Spanien

European Hematology Association (EHA), Niederlande

Erasmus School of Health Policy & Management, Niederlande

European Cancer Patient Coalition, Italien

Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie, Deutschland

Französisches Nationales Krebsinstitut, Frankreich

Hospital Clinic Barcelona – August Pi i SunyerBiomedical Research Institute, Spanien

Hospital de la Santa Creu i Sant Pau, Spanien

Institut national de la santé et de la recherche médicale, Frankreich

IT for Translational Medicine, Luxemburg

Janssen Pharmaceutica, Belgien

Medizinische Universität Wien, Österreich

MiltenyiBiotec, Deutschland

Ospedale Pediatrico Bambino Gesù, Italien

Paul Ehrlich Institut, Deutschland

Servier, Frankreich

Takeda, Schweiz

T-CURX GmbH, Deutschland

Technische Universität München, Deutschland

Università Vita-Salute San Raffaele Milano, Italien

University College London, Großbritannien

Universitätsklinikum Würzburg, Deutschland

 

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Uniklinikum Würzburg: Arterienembolisation als neue Behandlungsoption bei Prostatavergrößerung

Seit vergangenem Herbst kann das Uniklinikum Würzburg ausgewählten Patienten mit vergrößerter Prostata ein neues, minimal-invasives und besonders schonendes Therapieangebot machen.

Die gutartige Prostatavergrößerung ist die häufigste urologische Erkrankung des Mannes. Sie beginnt in der Regel ab dem 50. Lebensjahr. Typische Symptome sind unter anderem häufiger und starker Harndrang, Probleme, das Wasserlassen zu beginnen und schwacher Harnstrahl. Zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie hat das Uniklinikum Würzburg (UKW) seit Oktober 2020 mit der Prostata-Arterienembolisation (PAE) eine weitere, vergleichsweise neue Therapieoption im Angebot. Für die Durchführung des minimal-invasiven und damit sehr schonenden Verfahrens ist das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie zuständig. Prof. Dr. Ralph Kickuth, der Leiter der Interventionellen Radiologie am UKW, erläutert: „Das Ziel der PAE ist es, den Blutfluss innerhalb der Prostataarterien einzuschränken, um das Organ weniger zu durchbluten. Dadurch verkleinert sich die Prostata und drückt nicht mehr auf die Harnröhre.“

Kunststoffkügelchen blockieren Gefäße

Hierfür führen Prof. Kickuth und sein Team einen etwa 0,7 Millimeter starken Gefäßkatheter in die Leistenarterie ein und schieben ihn von dort durch die Beckenarterie bis in die linke beziehungsweise rechte Prostata-Arterie. Über den Katheter werden dann feine Kunststoffkügelchen mit unterschiedlichen Durchmessern bis maximal 200 Mikrometer in die Gefäße eingespült. Sie blockieren die Arterien und sorgen dafür, dass dauerhaft weniger Blut in die Prostata gelangt, wodurch sich die Vergrößerung zurückbildet. Der Eingriff wird unter Röntgen-Durchleuchtungskontrolle unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Für die Behandlung ist ein stationärer Aufenthalt von wenigen Tagen erforderlich.

Für einen ausgewählten Patientenkreis sinnvoll

„Insgesamt ist dieses Vorgehen hochpräzise und schonend. Zudem bleibt die Harnröhre selbst bei dem Eingriff unberührt“, nennt Prof. Kickuth die wesentlichen Vorteile. Bislang wurde von ihm ein Patient so behandelt – mit gutem Erfolg. Nach seiner Einschätzung kommen am UKW pro Jahr bis zu zehn Patienten für eine PAE in Frage. „Die mögliche Anwendung einer Prostata-Arterienembolisation muss von Fall zu Fall gegen die operativ-chirurgischen Standardverfahren abgewogen werden. Deshalb wählen wir die entsprechenden Patienten nur in enger Abstimmung mit den Kollegen der urologischen Klinik aus“, verdeutlicht der Experte. Diese Zusammenarbeit ist nach seinen Worten zwingend für die Abschätzung des Behandlungserfolgs erforderlich. Besonders geeignet sind Patienten, bei denen eine Operation zu risikoreich erscheint, zum Beispiel wegen einer medikamentös bedingten eingeschränkten Blutgerinnung oder eines erhöhten Narkoserisikos. Ausschlusskriterien sind unter anderem Prostatakarzinome, akute Prostata- oder Harnwegsinfekte sowie Ausstülpungen der Blase. 

 

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Expertenstatements der CCC Allianz WERA anlässlich des Weltkrebstages 2021

Die Comprehensive Cancer Center Allianz WERA veröffentlicht anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar Videoclips, in denen Experten der Zentren ihre persönliche Sicht auf die „Perspektiven der Krebsmedizin“ aufzeigen. WERA steht für die beteiligten Universitäten und Uniklinika in Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg.

Seit dem Jahr 2006 findet jährlich am 4. Februar der Weltkrebstag statt. Der internationale Aktionstag hat das Ziel, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Da in diesem Jahr die Beschränkungen der Corona-Pandemie die hierbei bislang üblichen Informationsveranstaltungen mit direkten Kontakten praktisch unmöglich machen, weichen die Akteure an den Universitäten und Universitätsklinika Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg in einer gemeinschaftlichen Aktion ins Internet aus. Dieser bayernweite Schulterschluss bietet sich an, denn die Comprehensive Cancer Center (CCC) der vier Standorte arbeiten schon seit längerem in der CCC Allianz WERA zusammen. Diese wurde zudem im September 2020 in das Netzwerk der Nationalen Centren für Tumorerkrankungen (NCT) aufgenommen. Die Aufgaben der vom Bundesforschungsministerium geförderten NCT sind die Versorgung von Tumorpatienten mit neuen Diagnostik- und Therapieverfahren sowie die schnellstmögliche Umsetzung von Forschungserkenntnissen in die klinische Praxis. Die Federführung des NCT WERA hat die Würzburger Universitätsmedizin mit dem CCC Mainfranken.

Videobotschaften von jedem WERA-Standort

Am 4. Februar 2021 wird das CCC Mainfranken eine Internetseite freischalten, auf der jeweils zwei Experten von jedem WERA-Standort in kompakten Videobotschaften ihre jeweiligen „Perspektiven der Krebsmedizin“ verdeutlichen. Beispielsweise erläutert Prof. Dr. Hermann Einsele, Sprecher des NCT WERA und Direktor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Würzburg, die Chancen und den Stand der Immunonkologie. Diese eröffnet nach seinen Worten speziell bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen völlig neue Therapiemöglichkeiten, mit denen zum Teil dauerhafte Remissionen erreicht werden können.

Laut Prof. Dr. Dr. Michael Frühwald können derzeit rund 80 Prozent aller Kinder und Jugendlichen mit einer Krebserkrankung dauerhaft geheilt werden. Für die verbleibenden 20 Prozent müssten dringend neue Medikamente entwickelt werden. In seinem Video zeigt der Direktor der I. Klinik für Kinder und Jugendliche des Universitätsklinikums Augsburg unter anderem die dabei bestehenden Hürden und deren Lösungsmöglichkeiten auf. „Die gentherapeutischen Optionen sind mittlerweile auf einem so beeindruckenden Niveau, dass wir sehr schnell und hocheffizient nebenwirkungsarme Therapien entwickeln können.“ Das ist eine der Botschaften des Videoclips von Prof. Dr. Selim Corbacioglu, der am Universitätsklinikum Regenburg die Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation leitet. Für Prof. Dr. Matthias W. Beckmann, Direktor des Comprehensive Cancer Centers Erlangen-EMN, bietet die Digitalisierung die Option, Informationen aus allen Bereichen der Onkologie zusammenzubringen. Darin liegt laut dem Direktor des Comprehensive Cancer Centers Erlangen-EMN eine der Chancen, Krebs zu bekämpfen und letztendlich zu besiegen.

Diese sowie vier weitere Experten-Videoclips und ein Patientenstatement finden sich ab dem Weltkrebstag 2021 unter www.ccc-wera.de

 

Kastentext:

Die Expertenvideos im Überblick

Hier die Themen und Referenten der Videosammlung der CCC Allianz WERA zum Weltkrebstag 2021. Die Reihenfolge entspricht den Porträtfotos der Bildmontage – von links nach rechts und von oben nach unten.

Chancen der Gentherapie bei seltenen oder speziellen Krebserkrankungen

Prof. Dr. Selim Corbacioglu, Leiter der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Regensburg

Digitalisierung in der Versorgung von Krebspatienten

Prof. Dr. Matthias W. Beckmann, Direktor der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen und des CCC Erlangen-EMN

Perspektiven der Nuklearmedizin für die Krebsdiagnostik und Krebsbehandlung

Prof. Dr. Andreas Buck, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Würzburg

Das Immunsystem als Waffe – Chancen der Immunonkologie

Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II am Universitätsklinikum Würzburg, und Sprecher des NCT Wera

Perspektiven in der Kinderonkologie

Prof. Dr. Dr. Michael Frühwald, Direktor der I. Klinik für Kinder und Jugendliche am Universitätsklinikum Augsburg

Patientenbeteiligung in der Krebsmedizin

Dr. Wolfgang Schäfer, Sprecher der Selbsthilfegruppen am CCC Mainfranken 

Jeder Krebs ist anders – Personalisierte Krebs-Therapien

Prof. Dr. Peter A. Fasching, Stellv. Koordinator Genitalkrebszentrum am Universitätsklinikum Erlangen

Chancen der Personalisierten Tumortherapie

Prof. Dr. Christoph Klein, Bereichsleiter Personalisierte Tumortherapie am Universitätsklinikum Regensburg 

Anwendung intelligenter Systeme und künstlicher Intelligenz in der Krebsmedizin und -diagnostik

Prof. Dr. Dr. h.c. Ralf Huss, Kommissarischer Leiter des Instituts für Digitale Medizin am Universitätsklinikum Augsburg

 

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