Aktuelle Pressemitteilungen

Stiftung „Forschung hilft“: Auch im Corona-Jahr gibt es Förderpreisgelder für die Würzburger Krebsforschung

Die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg unterstützt in 2020 vier wissenschaftliche Projekte mit insgesamt 80.000 Euro. Gerade im wirtschaftlich schwierigen Corona-Jahr setzt sie damit erneut ein Signal der Wertschätzung für den Kampf der Forscherteams gegen Tumorerkrankungen.

Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ gründete Ende 2017 unter dem Namen „Forschung hilft“ eine Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Würzburger Universität. Wie in den vergangenen beiden Jahren schüttet die Stiftung auch heuer wieder Förderpreisgelder an Würzburger Forschergruppen aus. Im Corona-Jahr 2020 keine Selbstverständlichkeit. „Einer der Effekte der Pandemie ist ein deutlich gesunkenes Spendenaufkommen. Dennoch entschieden wir uns, auch unter diesen schwierigen Bedingungen nicht auf die Unterstützung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlicher zu verzichten, die mit ihren Vorhaben die Behandlung von onkologischen Patienten verbessern wollen“, berichtet Gabriele Nelkenstock vom Stiftungsrat von „Forschung hilft“.

Weiterhin für Spitzenforschung stark machen


Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags a.D. und Ehrenpräsidentin der Stiftung, bringt die Situation so auf den Punkt: „Die Bekämpfung und Eindämmung des Virus verlangen jedem von uns derzeit viel ab. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir gut aufeinander schauen. Denn in der Gemeinschaft liegt unsere Stärke! Dazu gehört auch, dass wir uns weiterhin zusammen für die Spitzenforschung im Kampf gegen Krebs stark machen.“ Dank des medizinischen Fortschritts hätten sich die Überlebenschancen und die Lebensqualität von Krebskranken mittlerweile deutlich verbessert. Deswegen sei es dringend notwendig, die hervorragenden Ansätze der Forschung weiterzuführen, weiterzuentwickeln und weiter zu fördern. „Denn so kann man die Perspektive für die Betroffenen ändern und den Schrecken reduzieren“, unterstreicht die Politikerin.

Daran forschen die geförderten Teams

Aus den eingegangenen Forschungsanträgen wählte der externe wissenschaftliche Beirat der Stiftung in diesem Jahr vier Projekte aus, die mit jeweils 20.000 Euro gefördert werden. Dazu zählt die Entwicklung eines völlig neuartigen Therapieansatzes zur Prävention von Hirnmetastasen beim Brustkrebs durch eine Stärkung der Barrierefunktion der Blut-Hirn-Schranke. Dahinter steht eine Arbeitsgruppe des Uniklinikums Würzburg (UKW), geleitet von Prof. Dr. Carola Förster von der Klinik für Anästhesiologie und Prof. Dr. Mario Löhr von der Klinik für Neurochirurgie.

Beim kolorektalen Karzinom können Metastasen in der Leber auftreten, die chirurgisch entfernt werden müssen. Eine erprobte Behandlungsstrategie führt die Eingriffe in den beiden Leberlappen zu unterschiedlichen Zeitpunkten durch. Zwischen den Operationen wird für mehrere Wochen die besondere Wachstumsfähigkeit des Organs genutzt. Eine Zeit, in der aber auch die Metastasen weiterwachsen. Ein interdisziplinäres Forscherteam unter Betreuung von Privatdozent Dr. Armin Wiegering, dem Stellvertretenden Klinikdirektor der Chirurgischen Klinik I des UKW, will diese Methode optimieren.

Chemotherapien, aber auch neue Ansätze wie die Immuntherapien, üben einen Selektionsdruck auf den Tumor aus und verändern dessen zelluläre Architektur. Um neue Strategien zur effektiven Krebsbekämpfung zu entwickeln, ist es wichtig, diese evolutionären Vorgänge zu entschlüsseln, die einer Tumorzelle erlauben, trotz Therapie zu überleben und weiter zu wachsen. Das wissenschaftliche Team um Dr. Leo Rasche von der Medizinischen Klinik II des UKW widmet sich speziell dem Selektionsdruck, der von neuen Immuntherapien, wie den CAR-T- Zellen oder bispezifischen Antikörpern, auf Blutkrebszellen ausgeht.
Das Team um Prof. Dr. Jürgen Löffler von der Medizinischen Klinik II bearbeitet eine sehr aktuelle Frage: Inwieweit sind verschiedene Immunzellen – wie zum Beispiel T-Zellen oder natürliche Killerzellen – von Patienten mit Covid-19 in der Lage, eine effektive Immunantwort aufzubauen? Diese immunbiologische Charakterisierung ist insbesondere für onkologische Patienten hoch relevant, die durch ihr geschwächtes Immunsystem ein erhöhtes Risiko für einen schweren Infektionsverlauf haben. Desweiteren wird das Forscherteam untersuchen, wie effizient eine Impfung gegen das Coronavirus speziell für Krebspatienten ist. Da momentan unklar ist, ob das Immunsystem dieser Patienten einen vergleichbaren Schutz wie bei gesunden geimpften Personen aufbauen kann, soll explizit die Immunantwort nach Impfung charakterisiert werden.

Wer die Stiftung „Forschung hilft“ unterstützen will, kann eine Spende auf folgendes Konto überweisen:
Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN DE19 7905 0000 0000 0655 65
BIC: BYLADEM1SWU

 

Statements der Förderpreisträger*innen:

„Ich fühle mich als Preisträger der Stiftung ‚Forschung hilft‘ sehr geehrt. Diese finanzielle Unterstützung motiviert mein Team, meine Kooperationspartner in Cardiff und Dublin und mich, unser Projektvorhaben voranzubringen und hilft, das Coronavirus und die Antwort des Immunsystems – gerade auch von Krebspatientinnen und -patienten – besser zu verstehen.“

Prof. Dr. Jürgen Löffler, Medizinische Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg


„Wir haben uns riesig über die Förderung durch die Stiftung „Forschung hilft“ gefreut. Es ist etwas ganz Besonderes, Forschungsgelder zur Verfügung gestellt zu bekommen, die nicht vom Staat, sondern von Spenderinnen und Spendern kommen, die aus den unterschiedlichsten Gründen aktiv die Krebsforschung unterstützen möchten. Dieser Akt der Philanthropie ist hoch willkommen und spornt uns weiter an, die Tumorbiologie zu entschlüsseln sowie die Situation für Krebspatienten in Zukunft zu verbessern.“

Dr. Leo Rasche, Medizinische Klinik II des Uniklinikums Würzburg


„Brustkrebs betrifft uns alle – Frauen, Kinder, Partner und Familien. Hirnmetastasen des Brustkrebses führen fast ausnahmslos zum tödlichen Verlauf. Durch das Entwickeln von Strategien zum Verhindern von Hirnmetastasen des Brustkrebses wollen wir Patientinnen und ihren Familien sowie den betreuenden Medizinerinnen und Medizinern sowie dem Pflegepersonal mehr Hoffnung geben. Dies wollen wir danach möglichst auch auf andere hirnmetastasierende Krebsarten – wie das Maligne Melanom oder Lungenkrebs –übertragen.“

Prof. Dr. Carola Förster von der Klinik für Anästhesiologie und Prof. Dr. Mario Löhr von der Klinik für Neurochirurgie des Uniklinikums Würzburg


„Die Unterstützung durch die Stiftung und ihre Spender erlaubt es uns, schnell und unkompliziert neue Ansätze zur Verbesserung der Patientenversorgung im Labor zu untersuchen und die hieraus gewonnenen Erkenntnisse wieder in die Klinik zu überführen.“

PD Dr. Armin Wiegering, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie des Uniklinikums Würzburg

 

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Uniklinikum Würzburg: Schmerzmedizin in neuen Räumen

Das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg befindet sich jetzt im Gebäude A9 oberhalb der Zentren für Operative und Innere Medizin. Am neuen Standort lassen sich der interdisziplinäre, multimodale Therapieansatz der Einrichtung sowie die Studien der Klinischen Forschungsgruppe ResolvePAIN noch besser umsetzen.

Bislang befand sich das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) des Uniklinikums Würzburg mit seiner Ambulanz und Tagesklinik in den Gebäuden C13 und C16 auf dem Klinikumsaltgelände an der Josef-Schneider-Straße. In den vergangenen Wochen zog das Zentrum in umgebaute und frisch renovierte Räume im Gebäude A9 am Straubmühlweg um. Mit dem Ortswechsel sind für chronische Schmerzpatienten eine Reihe von Vorteilen verbunden. „An dem für unsere Zwecke maßgeschneiderten neuen Standort mit seiner hochmodernen Ausstattung können wir unserem interdisziplinären, multimodalen Therapieansatz, bei dem der Patient ganzheitlich im Mittelpunkt steht, noch besser gerecht werden“, freut sich Prof. Dr. Heike Rittner. Laut der Leiterin der Schmerztagesklinik haben sich zudem die Arbeitsbedingungen für die im September dieses Jahres eingerichtete Klinische Forschungsgruppe ResolvePAIN nochmals deutlich verbessert. Diese untersucht, warum sich bei einem Teil der Erkrankten Nervenschmerzen nach einer Schädigung wieder zurückbilden.

In günstiger Lage

Hinzu kommen nützliche Lagebeziehungen. So liegt das Gebäude A 9 in direkter Nähe zum großen Parkplatz des Klinikums sowie zu den Zentren für Operative und Innere Medizin (ZOM/ZIM). Das vereinfacht die Anfahrt und verkürzt die Wege zur Physiotherapie im ZOM/ZIM. Außerdem ist das ZiS jetzt unmittelbar über die Buslinie 24 zu erreichen.

Mit vorteilhafter Nachbarschaft


Seit kurzem ist auch ein wichtiger Partner des ZiS, die Early Clinical Trial Unit (ECTU), im selben Haus untergebracht. Die ECTU ist eine hochspezialisierte, interdisziplinäre klinische Einheit des Comprehensive Cancer Centers Mainfranken, die sich auf die Durchführung neuer und experimenteller Therapieansätze zur Behandlung von Krebspatienten konzentriert. „Gemeinsam mit der ECTU und der ebenfalls benachbarten Interdisziplinären Biomaterial- und Datenbank Würzburg sowie unterstützt von in der letzten Zeit eingeworbenen Fördermitteln können wir künftig Schmerzen noch genauer untersuchen und neue Therapien noch schneller zu den Patienten bringen“, kündigt Prof. Rittner an.

Kastentexte:


Über das ZiS

Das im Jahr 2017 am Uniklinikum Würzburg gegründete Zentrum für Interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) steht unter der Leitung der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie als Sprecher. Es widmet sich der erweiterten Diagnostik und Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen. Dies schließt auch komplexe Schmerzsyndrome, Tumorschmerzen oder Schmerzzustände in Folge von Operationen ein.

Über die Schmerztagesklinik


Die Schmerztagesklinik ist eine teilstationäre Einrichtung des ZiS für Patientinnen und Patienten, die eine multimodale interdisziplinäre Schmerztherapie benötigen, da bei ihnen eine reine Schmerzmittelgabe oder eine ambulante Behandlung allein nicht ausreichend sind. In einem oder mehreren Behandlungszyklen von jeweils einigen Wochen werden nach einem individuell festgelegten Stundenplan unterschiedliche Methoden angewandt, um den Schmerz möglichst umfassend und intensiv zu behandeln.
Kontakt: Tel: 0931/201-30251 (Mo – Fr 7:00 bis 14:00 Uhr), E-Mail: schmerztagesklinik@ukw.de

Über die Schmerzambulanz


Die Schmerzambulanz versorgt Patientinnen und Patienten, deren Schmerzen vorrangig medikamentös behandelt werden. Das betrifft Menschen mit chronischen Schmerzen, aber auch akuten Schmerzsyndromen wie Post-Zoster-Schmerz oder Tumorschmerzen. Ganzheitlich integrative Naturheilverfahren als Schwerpunkt von Prof. Dr. Jens Broscheit ergänzen die ambulante medikamentöse Therapie. Insbesondere erfolgt in der Schmerzambulanz auch die Betreuung nach der tagesklinischen Behandlung, um die Sektoren zu vernetzen.
Kontakt: Tel: 0931/201-30200 (Mo – Fr 8:00 bis 12:00 Uhr), E-Mail: schmerzambulanz@ ukw.de

 

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Corona-Spezial: Uniklinikum Würzburg mit Online-Veranstaltung zu zentralen Themen der Pandemie

Am Samstag, den 12. Dezember 2020, informieren Experten des Uniklinikums Würzburg in Online-Vorträgen alle Interessierten rund vier Stunden lang zu hoch relevanten Themen der Covid-19-Pandemie. Die kostenlose Veranstaltung orientiert sich an dem bekannten Format „Abendsprechstunde“ und ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

„Die Covid-19-Pandemie stellt jeden Einzelnen vor viele Herausforderungen. Aus unserer täglichen Praxis wissen wir, dass dabei zahlreiche Fragen mit medizinischem Hintergrund aufkommen. Einen Teil davon werden wir bei unserem ersten Corona-Spezial am 12. Dezember 2020 beantworten“, kündigt Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW), an. An jenem Samstag organisiert das UKW gemeinsam mit der Mediengruppe Main-Post zwischen 10:00 und ca. 13:45 Uhr eine kostenlose Online-Vortragsveranstaltung mit sechs hochkarätigen Experten.

Was bedeutet Corona für Herz- oder Krebspatienten?

Nach einer Einführung durch Prof. Ertl wird Prof. Dr. Stefan Frantz, der Direktor der Medizinischen Klinik I, erläutern, wie sich speziell Herzpatienten vor einer Corona-Infektion schützen können. Außerdem wird er verdeutlichen, wann Menschen mit angeborenen Herzfehlern und Herzerkrankungen im Zusammenhang mit der Pandemie ins Krankenhaus kommen müssen.

Sind Krebspatienten anfälliger für eine Covid-19-Infektion als Gesunde oder müssen sie mit einem schwereren Verlauf rechnen? Bei welcher Tumortherapie sollte man in Corona-Zeiten lieber zurückhaltend sein? Diese Fragen wird Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik II, beantworten.

Effekte auf Geburten und Psyche


„Die Geburt eines Kindes ist ein ganz besonderer Moment, der von Vorfreude geprägt sein sollte. Die Pandemie-Situation wirft aber bei vielen Schwangeren und Stillenden Fragen auf und sorgt für Unsicherheiten“, weiß Dr. Monika Rehn. Die Oberärztin, die an der Universitäts-Frauenklinik die Bereichsleitung Kreißsaal, Geburtsmedizin und Pränataldiagnostik innehat, wird in diesem Themenkreis alle Interessierten auf den aktuellen Stand bringen.

Anschließend wird Prof. Dr. Jürgen Deckert, der Klinikdirektor der Psychiatrie, der Frage nachgehen: „Angst vor Corona und Soziale Vereinsamung durch den Lockdown – wie lasse ich mich nicht unterkriegen?“.

Sicherheit beim Krankenhausaufenthalt


Zum Abschluss der Veranstaltung wird Prof. Dr. Ulrich Vogel, der Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene, schildern, mit welchen Maßnahmen das UKW sicherstellt, dass sich seine Patienten nicht mit SARS-CoV-2 anstecken.

Das Corona-Spezial nutzt die Plattform „Skype for Business“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. Für die Durchführung nutzen die Mediengruppe Main-Post und das UKW ihre in diesem Jahr bereits bei der Reihe „Abendsprechstunde“ mit digitalen Formaten gesammelten Erfahrungen. Wichtig ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6009 oder unter akademie.mainpost.de.

 

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Uniklinikum Würzburg und Klinik Kitzinger Land: Gemeinsam gegen Antibiotikaresistenzen

Das Uniklinikum Würzburg wird künftig die Klinik Kitzinger Land bei der leitliniengerechten Antibiotikaanwendung unterstützen. Der Kooperationsvertrag ist ein Meilenstein auf dem Weg, durch einen regionalen Ansatz der Ausbreitung von multiresistenten Erregern entgegenzuwirken.

Am 24. November dieses Jahres schlossen Vertreter des Uniklinikums Würzburg (UKW) und der Klinik Kitzinger Land (KKL) einen Kooperationsvertrag zur Antimicrobial Stewardship (AMS). Darunter versteht man eine etablierte Methode, die darauf abzielt, die Verschreibungsqualität von Antiinfektiva zu verbessern. Antiinfektiva sind Arzneimittel zur Behandlung von Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel Antibiotika und Antimykotika. Durch AMS sollen Resistenzen verhindert und gleichzeitig das Behandlungsergebnis der Patienten optimiert werden. „Hierfür braucht man ein interdisziplinär aufgestelltes Expertenteam, das eng mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zusammenarbeitet. Eine Leistung, die für kleinere Krankenhäuser mit eigenen Kräften organisatorisch und wirtschaftlich kaum umzusetzen ist“, sagt Dr. Daniel Holzheid, Oberarzt des KKL. Mit 205 Betten und jährlich rund 11.000 Fällen gehört die Klinik Kitzinger Land zu dieser Kategorie.

AMS-Visiten am KKL – und vieles mehr

Der Kooperationsvertrag mit dem UKW schließt diese Lücke. So wird ab jetzt die von Dr. Güzin Surat geleitete AMS-Arbeitsgruppe des Uniklinikums die Kitzinger Kolleg*innen beraten und schulen. „Gemeinsam werden wir zudem den Antibiotikaverbrauch und die Resistenzentwicklung bewerten sowie abgestimmte Therapiestandards einführen“, kündigt Dr. Surat an. Dazu wird die Infektiologin unter anderem wöchentlich für zwei- bis dreistündige AMS-Visiten an die KKL kommen. „Wir freuen uns, dass wir – gerade auch im Sinne der Patientensicherheit – mit dem UKW eine professionelle Lösung gefunden haben, unseren Beitrag im Kampf gegen die rasante Ausbreitung von multiresistenten Erregern und den damit einhergehenden Wirkungsverlust von Antibiotika zu leisten“, kommentierte KKL-Vorstand Thilo Penzhorn bei der Vertragsunterzeichnung. „Das Abkommen mit der Klinik Kitzinger Land ist die Blaupause für ähnliche AMS-Kooperationsverträge mit anderen unterfränkischen Krankenhäusern und unterstreicht die enge Kooperation der Region im Gesundheitswesen“, berichtet Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW. So lägen schon entsprechende Absichtserklärungen von drei weiteren Einrichtungen vor.

Auf dem Weg zu einem regionalen AMS-Kliniknetzwerk

Das UKW arbeitet derzeit an der Etablierung eines AMS-Kliniknetzwerks, um die Kommunikation zu stärken, die Fortbildung auf dem Gebiet der Antibiotikatherapie zu verbessern und die Therapieansätze in der Region zu vereinheitlichen. Auch das KKL unterstützt diese Netzwerkbildung. „Die Kliniken einer Region stehen durch Verlegungen in einem ständigen Patientenaustausch. Da ist es höchst sinnvoll, über eine verbesserte Kommunikation und Abstimmung zwischen den Häusern regional eine gleichbleibende Qualität der Antibiotikaversorgung sicherzustellen“, betont Prof. Dr. Ulrich Vogel, der Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene des UKW. Für die Netzwerkbildung unter Leitung des UKW wurde beim Bayerischen Gesundheitsministerium eine dreijährige Förderung als Anschubfinanzierung beantragt.
 
Kastentext:

Ein Teufelskreis in Zahlen

Der globale Verbrauch von Antibiotika ist in den letzten 15 Jahren um mindestens 65 Prozent gestiegen. Dabei zeigt sich insbesondere ein Anstieg im Einsatz von Antibiotika, die für die Therapie von schwerwiegenden Infektionen reserviert sein müssen. 30 bis 50 Prozent aller im ambulanten oder stationären Setting verordneten Antibiotika sind entweder falsch gewählt – zum Beispiel in Bezug auf die Substanzselektion, Dosierung und/oder Dauer – oder nicht indiziert. Dies führt in einem Teufelskreis zu einer Zunahme von Resistenzen. Andererseits fehlt die Entwicklung neuartiger Antibiotika. In Europa erkranken jährlich 670.000 Menschen an Infektionen mit Multiresistenten Erregern, in Deutschland zwischen 30.000 und 35.000. Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Krankenhauskeimen wird für Europa mit rund 91.000 angegeben.

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Wie das Pflegeberufegesetz Karriereperspektiven gestaltet und die Position der Pflege stärkt - 7. Mainfränkisches Gesundheitssymposium

Neue Wege in die Pflege – unter diesem Motto stand das 7. Mainfränkische Gesundheitssymposium, das am 18. November 2020 von der Region Mainfranken GmbH in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Würzburg und dem Landkreis Bad Kissingen virtuell durchgeführt wurde.

Expertinnen und Experten aus dem Pflegebereich tauschten Ihre Meinungen zur Pflegereform aus und verschafften dem teilnehmenden Fachpublikum einen breiten Überblick über die neuen Bildungswege. Zu Beginn der Veranstaltung betonte Landrat Thomas Bold: „Der demographische Wandel stellt uns in Mainfranken vor immense Herausforderungen. Das Durchschnittsalter unserer Bürgerinnen und Bürger steigt und damit auch der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal. Wir müssen dafür sorgen, dass die Gesundheitsversorgung auch in ländlichen Gebieten nicht auf der Strecke bleibt. Die Digitalisierung der Medizin ist eine große Chance, aber auch hierfür braucht es spezialisierte Fachkräfte.“ Die neu eingeführte, generalistische Pflegeausbildung und die angestrebte Akademisierung des Pflegeberufes in Bayern sollen dazu beitragen, das Arbeitsfeld attraktiver zu machen.

Schülerzahlen seit Einführung der Generalistik gestiegen

Über die politischen Ansätze hinter der Reform und die geplanten Finanzierungswege berichtete Regierungsdirektorin Sonja Stopp vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in München. In ihrem Vortrag nannte sie die zahlreichen Vorteile der Generalistik. Mit der Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau wurde ein EU-weit anerkannter Abschluss etabliert, der unter anderem Erfahrungen im Ausland ermöglicht. Zudem erhielten Absolventinnen und Absolventen durch den Erwerb allgemeingültiger Kenntnisse die Chance, sich im Laufe ihrer Karriere nochmals umzuorientieren und den Tätigkeitsschwerpunkt im Pflegebereich zu wechseln. Die Attraktivität der neuen Ausbildung habe sich bereits bayernweit in einer steigenden Anzahl an Berufsanfängern niedergeschlagen. „Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich die Zahl der Ausbildungsanfänger um rund 700 erhöht – das ist weitaus mehr, als in den vergangenen Jahren. Diese Erkenntnis bestärkt uns darin, dass die Reform ein richtiger und wichtiger Schritt ist “, schlussfolgerte Frau Stopp.

Akademisierung steigert Qualität in der Gesundheitsversorgung

Über die Notwendigkeit einer stärkeren Akademisierung des Pflegeberufes berichtete
Frau Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck von der FH Bielefeld und gratulierte dem Uniklinikum in Würzburg zum neuen Studienangebot. Im Rahmen mehrerer Studien befasste sie sich bereits intensiv mit den Karriereverläufen von Pflegestudierenden und den Sichtweisen der Arbeitgeber. „Das Neue an den primärqualifizierenden Bachelorstudiengängen ist, dass Studierende für die klientennahe Pflege ausgebildet werden und nicht nur für bürokratische Tätigkeiten oder Leitungsfunktionen“, erklärte die Studiengangsleiterin. „Die Absolventen verfügen anschließend über klinisch-wissenschaftliches Fachwissen, das heutzutage dringend gebraucht wird“, sagt sie. Darüber hinaus verwies Prof. Latteck auf Forschungen, welche die Verbesserung der Betreuungsqualität durch den Einbezug studierter Pflegekräfte belegen.

Blick aus der Praxis

Wie das Wissen aus dem Studium im praktischen Klinikalltag weiterhelfen kann, schilderte Franziska Ottenbreit, Herzinsuffizienz Schwester am Uniklinikum Würzburg. Ihr habe das Masterstudium wertvolle Werkzeuge an die Hand gegeben, um schwierige Entscheidungen zu treffen, Projektgruppen zu leiten und selbst zu forschen. „Ich bin immer die Advokatin des Patienten und muss bestmöglich für seine Interessen eintreten. Hierfür ist ein breites Kompetenzspektrum nötig, das durch ein Studium gewährleistet wird “, argumentierte sie.

Ob Bachelor, Master oder Doktor – alle haben Sie Ihren Platz am Pflegebett

Im Anschluss an die Impulsvorträge fand eine rege Diskussionsrunde statt. Zunächst berichtete Prof. Dr. Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg über die Einführung des Bachelorstudiengangs Pflege. Ab dem Wintersemester 2021/22 wird auch in seiner Institution angehenden Pflegekräften medizinischen Fachwissen gelehrt. „Die Studienpläne sind schon ausgearbeitet“, erzählte Prof. Ertl. „Corona beschert unserem Start natürlich erschwerte Bedingungen, doch wir bleiben am Ball.“ Wichtig ist dem Ärztlichen Direktor, dass künftig mehr Vertrauen in die Kompetenzen der Pflegekräfte entsteht und mehr Aufgaben offiziell delegiert werden. In diesem Punkt pflichtete ihm auch Günther Leimberger bei, ehemaliger Pflegedirektor des Uniklinikums und Initiator des Studienangebots. Er forderte, dass studierte Pflegekräfte ihr heilkundliches Fachwissen künftig eigenständig und vollumfänglich anwenden dürfen und erwartet, dass mit dem Studium neue Kompetenzbereiche für Pflegende hinzukommen. Den Blick auf die Situation in ländlichen Gebieten warf Dr. Ralph Brath, Hausarzt im Landkreis Bad Kissingen. Um die Gesundheitsversorgung trotz Hausärztemangel auf einem hohen Niveau zu halten, rät er zu Lösungen aus der Telemedizin. „Medizinisch ausgebildete Pflegekräfte können für uns Ärzte in diesem Bereich als rechte Hand fungieren. So muss nicht jedes Problem an den Arzt kommuniziert werden, sondern kann zum Teil direkt von dem oder der Pflegenden gelöst werden –auch mit digitaler Unterstützung.“

WEITERE INFORMATIONEN

Die Region Mainfranken GmbH – Hintergründe

Als Standortagentur der sieben mainfränkischen Landkreise, der beiden kreisfreien Städte Würzburg und Schweinfurt sowie der Wirtschaftskammern bündelt die Region Mainfranken GmbH die regionalen Kräfte in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zur Positionierung Mainfrankens im nationalen und internationalen Standortwettbewerb. Durch zielorientiertes Standortmarketing wird Mainfranken für potenzielle Fachkräfte, Investoren und Interessenten sichtbar. Gesellschafter der Region Mainfranken GmbH sind neben den beiden kreisfreien Städten Würzburg und Schweinfurt die Landkreise Bad Kissingen, Haßberge, Kitzingen, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und Würzburg sowie die IHK Würzburg-Schweinfurt und die Handwerkskammer für Unterfranken.

KONTAKT FÜR RÜCKFRAGEN

Region Mainfranken GmbH - Åsa Petersson
Ludwigstraße 10 a, 97070 Würzburg
Tel.: 0931 - 452 652 11
E-Mail: petersson@ mainfranken.org


Pressemitteilung der Region Mainfranken GmbH vom 20.11.2020

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ZEP - 21. Präsentationsrunde wissenschaftlicher Forschungsprojekte

Mittwoch, 2. Dezember 2020 - 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Interdisziplinäres Zentrum für Suchtforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (IZSW)

 

Liebe Mitglieder des IZSW,
sehr geehrte Gäste,

Abhängigkeit im Sinne von Sucht führt zu einer Veränderung von Verhalten, Kognition und sozialer Interaktion, was in den internationalen Krankheitsklassifikationssystemen als „Psychische und Verhaltensstörung“ zusammengefasst wird. In Verbindung mit ihren zahlreichen neurologischen und internistischen Folgeerkrankungen stellen Abhängigkeits-erkrankungen somit ein relevantes medizinisches und gesellschaftliches Problem dar, dem man nur in einem interdisziplinären Ansatz gerecht wird. Diesen Umstand wollen wir erneut in unserer Präsentation von Forschungsprojekten des Interdisziplinären Zentrums für Abhängigkeitserkrankungen (IZSW) beleuchten, die wir in diesem Jahr bedingt durch die Covid 19 – Pandemie erstmals in digitaler Form veranstalten wollen.

Diese neue Form der Veranstaltung eröffnet zugleich neue Möglichkeiten. So ist es uns gelungen, in diesem Jahr gleich zwei renommierte Referenten aus Übersee für Vorträge über ihre Forschung zu gewinnen. Zunächst werden Prof. Hugh Garavan aus Vermont über die Ursachen und Konsequenzen des Substanzgebrauchs bei Erwachsenen und dann Frau Prof. Harriet deWit aus Chicago über ihre Suchtforschung an gesunden Probanden sprechen. Die sonst bei Präsenzveranstaltungen an dieser Stelle übliche Kaffeepause werden wir danach wohl alle gemeinsam, doch jeder für sich vor unseren PCs und Laptops verbringen. Im Anschluss folgen Vorträge lokaler ReferentInnen zu verschiedenen Aspekten stoffgebundener wie nicht-stoffgebundener Abhängigkeiten mit den Themen Spielsucht, Nikotinabhängigkeit, Esssucht und Alkoholabhängigkeit.

Wir wenden uns mit dieser kostenfreien Veranstaltung an Kolleginnen und Kollegen aus Kreativtherapien, Medizin, Pflege, Pädagogik, Psychologie, Sozialpädagogik und alle, die mit dem Thema Abhängigkeitserkrankungen in Forschung, aber auch klinischem Alltag befasst sind. Die Zertifizierung wurde bei der Bayrischen Landesärztekammer beantragt.
Informationen zu Themen, Referentinnen und Referenten sowie Anmeldemöglichkeiten erhalten Sie auf den folgenden Seiten. Wir würden uns sehr darüber freuen, interdisziplinär mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. 

Prof. Dr. A. Kübler                     PD Dr. T. Polak
1. Vorsitzender des IZSW          Stellvertretender Vorsitzender IZSW



Programm

14.00 Uhr Begrüßung und Einführung
Jürgen Deckert
Moderation: Andrea Kübler

14.05 – 14.50 Uhr On causes and consequences of substance use in adolescence 
Hugh Garavan, Vermont, USA

14.50 – 15:35 Uhr Laboratory studies with psychoactive drugs: MDMA and LSD
Harriet deWit, Chicago, USA

Digitale Kaffeepause

Moderation: Thomas Polak

15.40 – 16.00 Uhr Behavioral and neural signatures of goal-directed control in addictive behaviors
Lorenz Deserno, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und
Psychotherapie

16.00 – 16.20 Uhr Evaluation einer longitudinalen Erweiterung einer Lehrveranstaltung zur Nikotinentwöhnung im Medizinstudium
Jessica Sudmann, Institut für Allgemeinmedizin

16.20 – 16.40 Uhr Mütter nach bariatrisch-metabolischer OP im Focus – Depression & Angst: die SPOt Mom Studie
Ann-Cathrin Koschker, Klinik für Innere Medizin I, Abt. Endokrinologie

16.40 – 17.00 Uhr Cognitive Bias Modification in der Behandlung der Alkoholabhängigkeit – Theorie und Anwendung
Thomas Polak, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Im Anschluss Mitgliederversammlung des IZSW



Ansprechpartner für Rückfragen und Link zur Teilnahme
Frau Sabine Landolt, Landolt_S@ukw.de oder
Frau Gabi Lesch, Lesch_G@ukw.de, Tel. 0931 201-77110


Referentinnen und Referenten

Hugh Garavan, PhD
Professor of Psychiatry/Psychology The University of Vermont, College of Art and Sciences Department of Psychological Sciences, USA

Harriet deWit, PhD
Professor of Psychiatry and Behavioral Neuroscience The University of Chicago, Department of Psychiatry and Behavioral Neuroscience, Chicago, USA

Prof. Dr. med. Lorenz Deserno
W2-Professur für Experimentelle Neurowissenschaften in der Entwicklungspsychiatrie. Universitätsklinikum Würzburg, Zentrum für Psychische Gesundheit, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Margarete-Höppel-Platz 1, 97080 Würzburg

Jessica Sudmann, cand. med.
Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Josef-Schneider-Str. 2/Haus D7, 97080 Würzburg

Dr. med. Ann-Cathrin Koschker
Universitätsklinikum Würzburg, Klinik für Innere Medizin I, Abteilung Endokrinologie, Versbacher Str. 6, 97080 Würzburg

Prof. Dr. rer. nat. Andrea Kübler
Dipl.-Biol., Dipl.-Psych., 1. Vorsitzende IZSW, Universität Würzburg, Institut für Psychologie, Lehrstuhl für Psychologie I, Abteilung Interventionspsychologie, Marcusstr. 9 - 11, 97070 Würzburg

Prof. Dr. med. Jürgen Deckert
Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg, Margarete-Höppel-Platz 1, 97080 Würzburg

PD Dr. med. Thomas Polak
Dipl-Chem., Oberarzt, Stellv. Vorsitzender IZSW Universitätsklinikum Würzburg, Zentrum für Psychische Gesundheit, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Margarete-Höppel-Platz 1, 97080 Würzburg


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Gemeinsam gegen Corona: Bayerische Universitätsklinika für Corona-Winter gut gerüstet

Wissenschaftsminister Bernd Sibler: „Vorausschauende Maßnahmen für bestmögliche medizinische Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten“ – passgenaue Konzepte zur bedarfsorientierten Erhöhung von Intensivkapazitäten vor Ort

 

MÜNCHEN. „Die sechs bayerischen Universitätsklinika sehen sich auch angesichts der aktuell hohen Infektionszahlen für die medizinische Versorgung von an COVID-19 erkrankten Patientinnen und Patienten sowie für die Behandlung weiterer Patientinnen und Patienten im bevorstehenden Corona-Winter gut gerüstet. Mit ihren Kompetenzen in Forschung und Patientenversorgung tragen sie entscheidend dazu bei, der Corona-Pandemie zu begegnen“, informierte Wissenschaftsminister Bernd Sibler heute in München. Die Staatsregierung stehe wie bereits während der ersten Corona-Welle im Frühjahr in engem Austausch mit den Einrichtungen und habe die verfügbaren Behandlungskapazitäten fest im Blick. „Unsere Universitätsklinika haben vorausschauende Maßnahmen ergriffen, um die bestmögliche medizinische Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten weiterhin zu gewährleisten. Unsere hohen medizinischen Standards sind selbstverständlich auch in der Pandemie der zugrundeliegende Maßstab jeder Behandlung.“

Intensivkapazitäten können kurzfristig erhöht werden

An den Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, München (LMU und TUM), Regensburg und Würzburg gibt es momentan rund 850 Intensivbetten, davon rund 650 mit Beatmungsmöglichkeit. Die Intensivkapazitäten können bei Bedarf rasch auf 1.000 Betten ausgebaut werden. Jedes Universitätsklinikum verfügt über ein passgenaues Konzept, um die Intensivkapazitäten im Bedarfsfall kurzfristig zu erhöhen. Angesichts der dynamischen Entwicklung des Infektionsgeschehens sei es laut Sibler sehr wichtig, sich flexibel und schnell auf die Situation vor Ort einstellen zu können. „Unser Gesundheitssystem ist ohne Zweifel einer Belastungsprobe ausgesetzt. Unsere Universitätsklinika sind gewappnet, diese zu meistern“, so der Minister.

15 Millionen Euro für Forschungsprojekte zu COVID-19

Neben der Versorgung von Patientinnen und Patienten ist die Forschung zu SARS-CoV-2 – etwa zur Übertragung und Ausbreitung, zu Behandlungsmöglichkeiten und Impfstoffen – eine weitere zentrale Kompetenz der Universitätsklinika und Hochschulmedizin im Kampf gegen Corona. Der Freistaat unterstützt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Kräften bei ihrer wegweisenden Arbeit. „Unsere bayerischen Universitätsklinika spielen im Kampf gegen Corona eine herausragende Rolle. In zahlreichen Studien begleiten sie die Pandemie und tragen wertvolle, ja lebensrettende Erkenntnisse zusammen. Mit rund 15 Millionen Euro fördern wir verschiedene vielversprechende, teils auch standortübergreifende Forschungsprojekte an den bayerischen Universitätsklinika und medizinischen Fakultäten“, betonte Sibler. Unter anderem wurden erst im Oktober rund 800.000 Euro für den Bayerischen Forschungsverbund „FOR-COVID“, in dem die Universitäten in München, Erlangen-Nürnberg, Regensburg und Würzburg interdisziplinär kooperieren, bereitgestellt.

Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vom 22.11.2020