Aktuelle Pressemitteilungen

Schwachstelle für Herzproblem entdeckt

Würzburger Forscher machen fehlenden Calciumkanal als Auslöser für Arrhythmien und Herzinsuffizienz beim Barth-Syndrom aus

 

Das Calcium, das über den MCU in die Mitochondrien einströmt, aktiviert den Citratzyklus, der energiereiche Vorstufen für die Atmungskette liefert. Fehlender Calciumkanal bedeutet leere Lager für Energie. Die Verarmung der Speicher und der Mangel an ATP werden dem Herzschlag nicht mehr gerecht.
Edoardo Bertero (links) und Michael Kohlhaas an der Single-Cell-Force-Anlage im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI). © Gregor Schläger

Patienten mit dem Barth-Syndrom dürfen möglicherweise bald aufatmen. Im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) hat Christoph Maack mit seinem Team den Calciumkanal in den Mitochondrien als Ursache für ihre Herzfunktionsstörungen entlarvt. Das Barth-Syndrom geht auf einen Defekt des Tafazzin-Gens zurück, und Tafazzin produziert Cardiolipin, einen wesentlichen Bestandteil der Mitochondrienmembran. Die Erkrankung betrifft meist Jungen im frühen Kindesalter und verursacht Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass durch den Defekt des Cardiolipin der Calciumkanal in Mitochondrien verloren geht. Da Calcium der wichtigste Botenstoff für die Anpassung der Energieproduktion an einen erhöhten Bedarf ist, erklärt dieser Defekt die Unfähigkeit der Barth-Herzen, bei körperlicher Aktivität die Pumpleistung zu steigern, aber auch das Auftreten von Herzrhythmusstörungen. Diese Erkenntnisse, die jetzt im renommierten Journal Circulation der American Heart Association veröffentlicht wurden, sind nicht nur ein Lichtblick in der Behandlung des seltenen Barth-Syndroms, sondern könnten auch zum verbesserten Verständnis und der Behandlung der weiter verbreiteten Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion (HFpEF) beitragen.


Das Herz pumpt in der Regel pro Minute vier bis fünf Liter Blut in unseren Körper, bei hoher Belastung sogar bis zu 30 Liter pro Minute, sofern es gesund ist. Bei Jungen, die am Barth-Syndrom leiden, schlägt das Herz bei Anstrengung zwar schneller, der Auswurf kann aber nicht entsprechend gesteigert werden. Die Folge dieser verminderten Herzfunktions-Reserve bei Belastung ist Luftnot. Hinzu kommen Herzrhythmusstörungen, die auch zum plötzlichen Tod führen können.


Weniger Calcium = weniger Energie in Herzmuskelzellen

Der Kardiologe Christoph Maack und der Biologe Jan Dudek forschen bereits seit vielen Jahren an den Krankheitsmechanismen des Barth-Syndroms. Sie fanden heraus, dass die durch den Defekt des Tafazzin-Gens beeinträchtige Energiegewinnung der Herzmuskelzellen mit dem Calciumhaushalt zusammenhängen. Durch die verminderte Calciumaufnahme in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Herzmuskelzelle, wird die Aktivierung des Citratzyklus gestört. Im Citratzyklus werden mithilfe des energieliefernden Coenzym NADH Elektronen für die Produktion des energiereichen Moleküls Adenosintriphosphat (ATP), und über NADPH Elektronen für die Entgiftung von Sauerstoffradikalen hergestellt.


Durch fehlenden Calciumkanal leeren sich die Speicher

Die Forscher aus dem DZHI-Department Translationale Forschung, allen voran Edoardo Bertero, Alexander Nickel und Michael Kohlhaas, haben nun den Mechanismus erkannt, warum sich das Herz-Zeit-Volumen nicht steigern lässt, und warum vermehrt Arrhythmien auftreten.
Früher ging man davon aus, dass das Fehlen von Cardiolipin vor allem der Atmungskette Probleme bereitet und Sauerstoffradikale die Zellen schädigen. Das Cardiolipin ist auch bei vielen anderen Herzkrankheiten durch oxidativen Stress geschädigt. Ein Mangel an diesem Phospholipid stört die Atmungskette, wodurch weniger Energie produziert wird. "Obwohl wir in unseren Studien auch eine moderate Störung der Atmungskette feststellen konnten, haben wir keine übermäßigen Mengen an Radikalen gemessen", erklärt Edoardo Bertero, der Erstautor der Studie. "Stattdessen haben wir beobachtet, dass der Kanal, der für den Calciumimport in die Mitochondrien verantwortlich ist, der so genannte mitochondriale Calcium-Uniporter, kurz MCU, in Mäusen mit Tafazzin-Knockdown fast vollständig verschwunden war. Dies ist wichtig für Patienten mit Barth-Syndrom, weil es erklärt, warum ihre Herzen nicht in der Lage sind, ihre Auswurfleistung bei körperlicher Anstrengung zu erhöhen; aber auch für die allgemeine Herzphysiologie, weil es eine bisher nicht gewürdigte Funktion von Cardiolipin aufdeckt, nämlich die Stabilisierung des MCU-Protein-Komplexes.“


Entdeckung führt zu besserem Verständnis des Barth-Syndroms


Maack fügt hinzu: „Die Gen- und Proteinstruktur des mitochondrialen Calciumkanals ist erst seit zehn Jahren bekannt. Das Barth-Syndrom ist die erste uns bekannte Erkrankung, bei der ein relevanter Defekt des MCU in Herzzellen deren Funktion nachhaltig beeinträchtigt.“ Mit dieser Entdeckung liefern die Forscher des DZHI einen wichtigen Therapieansatz, möglicherweise nicht nur bei der Behandlung des Barth-Syndroms, sondern auch bei anderen Herzerkrankungen mit erhaltener Pumpfunktion, und im speziellen bei anderen genetischen Kardiomyopathien. „Hilfreich könnte vielleicht die Gabe von SGLT2-Hemmern sein. Sie reduzieren das Natrium in der Zelle, dadurch wird weniger Calcium aus den Mitochondrien herausgeholt, die Energiespeicher bleiben länger voll, sodass das Herz bei erhöhter Belastung besser mithalten kann“, spekuliert Maack. Dies müsse aber erst noch untersucht werden. Weniger empfehlenswert seien Wirkstoffe, die die Pumpkraft des Herzens steigern, indem sie das Natrium erhöhen, wie zum Beispiel das seit Jahrzehnten verwandte Digitalis.
In der Vergangenheit wurden Jungen mit Barth-Syndrom oft nicht älter als drei Jahre. Sie starben an Herzversagen oder Infektionen. Aber mit einer verbesserten Diagnose und einer angemessenen medizinischen Behandlung und Überwachung aller Symptome ist die Überlebensrate und die Zukunft dieser Menschen viel besser. „Genau das motiviert mich und spornt mich an. Die Krankheit ist zwar selten. Registriert sind etwa 300 Fälle weltweit. Wir gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Und was zählt ist das Schicksal jedes einzelnen“, betont Maack.


Die Arbeiten entstanden in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen Gruppen in Homburg/Saar, Göttingen und Würzburg. Gefördert wurden die Forschungsarbeiten durch die Margret Elisabeth Strauß-Projektförderung der Deutschen Herzstiftung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), den European Research Council (ERC) sowie die US-amerikanische Barth Syndrome Foundation.


Weitere Informationen zur Erkrankung: www.barthsyndrome.org


Publikation in AHA Journal Circulation: Loss of Mitochondrial Ca2+ Uniporter Limits Inotropic Reserve and Provides Trigger and Substrate for Arrhythmias in Barth Syndrome Cardiomyopathy
Edoardo Bertero, Alexander Nickel, Michael Kohlhaas, Mathias Hohl, Vasco Sequeira, Carolin Brune, Julia Schwemmlein, Marco Abeßer, Kai Schuh, Ilona Kutschka. Christopher Carlein, Kai Münker, Sarah Atighetchi, Andreas Müller, Andrey Kazakov, Reinhard Kappl, Karina von der Malsburg, Martin van der Laan, Anna-Florentine Schiuma, Michael Böhm, Ulrich Laufs, Markus Hoth, Peter Rehling, Michaela Kuhn ,Jan Dudek, Alexander von der Malsburg, Leticia Prates Roma and Christoph Maack
Originally published14 Oct 2021 https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.121.053755

 

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Press Release - Pressemitteilung in Englisch. 

Universitätsmedizin Würzburg: Neuer Schwerpunkt zur Immundermatologie besetzt

Prof. Dr. Astrid Schmieder trat im August dieses Jahres ihren Dienst am Universitätsklinikum Würzburg im Schwerpunkt Immundermatologie an. Mit ihr gewann die Würzburger Universitäts-Hautklinik eine ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Psoriasis-Therapie.

Bei vielen Hautkrankheiten bestehen Zusammenhänge mit dem Immunsystem. Deshalb nutzt die moderne Dermatologie immunologisch relevante Zielstrukturen für innovative Therapiestrategien. Um die Entwicklung auf diesem aussichtsreichen Feld weiter voranzutreiben, bestellte die Universität Würzburg zum 1. August 2021 Prof. Dr. Astrid Schmieder zur Universitätsprofessorin für Dermatologie und Venerologie mit dem Schwerpunkt Immundermatologie.

Die 1979 in Bozen in der norditalienischen Provinz Südtirol geborene Medizinerin studierte von 1999 bis 2007 an der Medizinischen Universität Innsbruck. „Zum einen, weil die dortige medizinische Fakultät als eine der besten in Österreich gilt, zum anderen, weil das Humanmedizinstudium in Österreich deutlich praxisnäher abläuft als an den italienischen Universitäten“, wie sie erläutert. Nach ihrer – in der Folge auch für Deutschland anerkannten – italienischen Approbation startete Astrid Schmieder im Jahr 2007 als Weiterbildungsassistentin für Dermatologie und Venerologie an der Universitätsmedizin Mannheim. 

Makrophagen als ein Forschungsschwerpunkt 

Dort konnte sie in der Arbeitsgruppe „Tumor-assoziierte Makrophagen (TAM)“ ihren Wunsch nach einer zunächst stark forschungsorientierten Tätigkeit verwirklichen. „Ein Untertyp dieser Abwehrzellen ist eigentlich dafür zuständig, Heilungsprozesse des Körpers zu unterstützen. Wir wissen aber heute, dass die sogenannten M2-Makrophagen leider auch die Bildung und Metastasierung von Krebszellen fördern“, schildert die Professorin. Die Mannheimer TAM-Arbeitsgruppe, die sie ab 2009 bis zu ihrem Wechsel nach Würzburg leitete, erforscht hierbei Mechanismen, um dieses schädliche Zusammenspiel möglichst zu unterbinden. Als Werkzeug dafür entwickelten die Forscherinnen und Forscher unter anderem zwei spezielle, genetisch modifizierte Mausmodelle, mit denen Prof. Schmieder nun auch in Würzburg weiterarbeiten wird. Sie verdeutlicht: „Wir hoffen, dass wir mit bestimmten Nanopartikeln einen spezifischen Rezeptor der Makrophagen hemmen können, um die Wirkung der beim Hautkrebs verbreitet eingesetzten Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren weiter verbessern zu können.“ 

Im Rahmen des Würzburger Schwerpunkts sollen die „mitgebrachten“ Mausmodelle neben Hautkrebs auch für die Erforschung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen – wie Neurodermitis und Schuppenflechte – verwendet werden. 

Nach dem erfolgreichen Start in der Wissenschaft durchlief Astrid Schmieder an der Klinik für Dermatologie in Mannheim auch eine steile ärztliche Karriere. So leitete sie schließlich als Oberärztin von 2016 bis 2017 die dortige Allergologie und im Anschluss die Hochschulambulanz für Dermatologie und Venerologie. Nach der Habilitation im Jahre 2015 wurde sie Mitte 2019 zur außerordentlichen Professorin ernannt.

Langjährige Erfahrung in der Psoriasis-Therapie

Einer der klinischen Schwerpunkte der Neu-Würzburgerin ist die Psoriasis. Seit mehr als zwölf Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit der auch Schuppenflechte genannten chronisch-entzündlichen Hauterkrankung. In Mannheim leitete sie ab 2016 das Kompetenzzentrum Psoriasis. „Grundsätzlich versuche ich immer, die Therapie an die Patientin oder den Patienten anzupassen – und nicht umgekehrt“, unterstreicht Prof. Schmieder. Sie meint damit auch, dass es bei der Behandlung der vielfach in Schüben verlaufenden Krankheit besonders wichtig ist, zum genau richtigen Zeitpunkt ärztlich zu intervenieren. „Das rechtzeitige Erkennen eines neuen Schubes kann unter anderem dabei helfen, länger bei einem Medikament zu bleiben und so die zur Verfügung stehende Wirkstoffpalette nicht zu schnell zu verbrauchen“, so die Expertin. 

Entwicklungsziel: Krankheitsmanagement mit Smartphone-App

Einen vielversprechenden Ansatzpunkt, das Krankheitsmanagement bei Psoriasis zu optimieren, sieht sie in der Digitalisierung. Konkret entwickelte Astrid Schmieder mit einem kleinen Team kürzlich eine Smartphone-App, mit deren Hilfe Patientinnen und Patienten den Status ihrer Krankheit fotografisch dokumentieren sowie wöchentliche Fragebögen zu Lebensqualität, Stimmung, Aktivität, Schmerzen und Juckreiz beantworten konnten. Zudem bestand die Möglichkeit, per Chat-Funktion mit der betreuenden Hautärztin oder dem betreuenden Hautarzt Kontakt aufzunehmen. Eine begleitende Studie zum Einsatz der Software zeigte als Ergebnis unter anderem eine Verringerung der depressiven und Angstsymptome der Nutzerinnen und Nutzer. 

Für die Professorin ist das Potenzial solcher Software-Lösungen damit noch lange nicht ausgeschöpft. Zusammen mit Partnern in Mannheim und Karlsruhe wird sie die Weiterentwicklung federführend nun von Würzburg aus vorantreiben. „Unser Plan ist jetzt die zusätzliche Einbindung von Künstlicher Intelligenz. Uns schwebt ein selbstlernendes System vor, das über die automatische Interpretation von Patientenfotos Psoriasis-Schübe erkennen kann“, beschreibt die Wissenschaftlerin. Die App könnte dann die Betroffenen frühzeitig zum Handeln auffordern. Gleichzeitig könnte das Programm auch die betreuenden Hautärztinnen und -ärzte informieren, die dann ihrerseits Kontakt mit den Patientinnen und Patienten aufnehmen können. „Das alles dient dem Ziel, Menschen mit Schuppenflechte durch rechtzeitige Interaktion Krankenhausaufenthalte zu ersparen“, fasst Prof. Schmieder zusammen. In einem weiteren Schritt soll das System dann auf andere Anwendungsfelder ausgedehnt werden, allen voran auf die Beobachtung und Behandlung von chronischen Wunden.

Auch in der Lehre engagiert

Ihr breites dermatologisches Wissen gibt Astrid Schmieder gerne weiter. So übernahm sie neben der Leitung des neuen Schwerpunkts und der klinischen Arbeit als leitende Oberärztin auch den Posten der Lehrbeauftragten der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Uniklinikums Würzburg (UKW). „Ich habe großes Interesse daran, junge Menschen zu fördern. So betreue ich zum Beispiel kontinuierlich Doktorandinnen und Doktoranden“, sagt die Professorin.

Mit Astrid Schmieder siedelte auch ihre Familie mit nach Würzburg um. Sie berichtet: „Wir sind hier sehr gut angekommen und freuen uns, hier unseren neuen Lebensmittelpunkt gefunden zu haben.“ 

 

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Uniklinikum Würzburg: Best Poster Award für den Biochemiker Marius Niklaus

Die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e.V. ehrte Marius Niklaus vom Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Uniklinikums Würzburg kürzlich mit einem Best Poster Award.

Marius Niklaus konnte mit seinem Posterbeitrag zur DGTI-Jahrestagung 2021 die Jury der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e.V. überzeugen.

Auf ihrer digital abgehaltenen Jahrestagung Ende September 2021 zeichnete die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e.V. (DGTI) die neun besten Abstracts und Poster aus. Unter den Preisträgern ist Marius Niklaus vom Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Uniklinikums Würzburg. Als Doktorand in der Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Jürgen Kößler und Dr. Anna Kobsar beschäftigt sich der Biochemiker mit der Bedeutung von Thrombozyten – sprich Blutplättchen – für immunologische Vorgänge. Seine wissenschaftlichen Arbeiten werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

In dem preiswürdigen Posterbeitrag untersucht Niklaus die Bedeutung proteinabbauender Systeme für die Funktion von Immunrezeptoren in Thrombozyten. Diese Vorgänge können eine wichtige Rolle für die Verträglichkeit von thrombozytenhaltigen Blutprodukten bei Transfusionen spielen.

Der Award ist verbunden mit einem Preisgeld von 250 Euro und einer Einladung zur DGTI-Jahrestagung 2022.

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Baumaßnahmen am UKW: Preisgericht kürt drei Preisträger für ersten Bauabschnitt

Entscheidung im interdisziplinären Planungswettbewerb für gemeinsamen Neubau von Kopfkliniken und Zentrum Frauen-Mutter-Kind gefallen: Erster Preis für HASCHER JEHLE Architektur aus Berlin. Bauministerin Schreyer: „Überzeugender Entwurf für hochmodernes Universitätsklinikum“ // Ausstellung im Rudolf-Virchow-Zentrum

 

Lageplan des mit dem ersten Preis prämierten Entwurfs (Quelle: Hascher Jehle Objektplanung GmbH, Berlin)
Lageplan des mit dem ersten Preis prämierten Entwurfs (Quelle: Hascher Jehle Objektplanung GmbH, Berlin)
Modell des mit dem ersten Preis prämierten Entwurfs (Quelle: H-P Wuthenow)
Modell des mit dem ersten Preis prämierten Entwurfs (Quelle: H-P Wuthenow)
Visualisierung des mit dem ersten Preis prämierten Entwurfs (Quelle Loomn Architektur Visualisierung)
Visualisierung des mit dem ersten Preis prämierten Entwurfs (Quelle Loomn Architektur Visualisierung)

Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr

Der interdisziplinäre, zweiphasige Planungswettbewerb für die Neubauten von Kopfkliniken und Zentrum Frauen-Mutter-Kind am Universitätsklinikum Würzburg ist entschieden. Nach zweitätiger Sitzung hat sich das Preisgericht für HASCHER JEHLE Architektur (Berlin) als Sieger entschieden. Der zweite Preis geht an Gerkan, Marg und Partner (Aachen) und der dritte Preis an Nickl & Partner Architekten (München).

Gegenstand des Wettbewerbs ist die interdisziplinäre Planung für den abschnittsweisen Neubau der Kopfkliniken und des Zentrums Frauen-Mutter-Kind auf dem Erweiterungsgelände Nord des Universitätsklinikums Würzburg. Der Planungswettbewerb umfasst im Realisierungsteil mit einer Nutzungsfläche von rund 30.000 Quadratmetern den ersten Bauabschnitt des gemeinsam entstehenden Großprojekts. Der erste Bauabschnitt umfasst auch die Erschließung des 12 Hektar großen sogenannten Erweiterungsgeländes Nord und die erforderliche Energieversorgung.

Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer betonte: „Beim Planen und Bauen stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt. Die Siegerentwürfe zeigen auf dem insgesamt rund 12 Hektar umfassenden Wettbewerbsgebiet, wie es gelingen kann, für das Erweiterungsgelände eine städtebaulich überzeugende und zugleich hochfunktionale und einladende Umgebung zu schaffen, in der sich sowohl die Patientinnen und Patienten als auch die Mitarbeitenden des Universitätsklinikums gut aufgehoben fühlen. Wir planen im Norden Bayerns ein Klinikum der höchsten Versorgungsstufe, das den Anforderungen an modernste Universitätsmedizin gerecht werden und das weit über die Grenzen Unterfrankens ausstrahlen wird.“

Der Bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte bei seinem Besuch vor Ort: „Das Universitätsklinikum Würzburg ist einer der führenden Standorte in medizinischer Forschung und Krankenversorgung und genießt auch international eine herausragende Reputation. Die Entscheidung des Preisgerichts ist ein wichtiger Meilenstein für die Erweiterung, mit der wir exzellente Rahmenbedingungen für die Universitätsmedizin der Zukunft schaffen. Alle drei Siegerentwürfe zeigen eine echte Vision, wie medizinische Forschung und hochmoderne Patientenversorgung im 21. Jahrhundert aussehen können. Sie bieten der Belegschaft eine erstklassige Infrastruktur für ihren Dienst am Menschen und den Patientinnen und Patienten optimale Voraussetzungen für ihre Behandlung.

Markus Hammes, freier Architekt BDA und Vorsitzender des Preisgerichts: „Die Aufgabenstellung für diesen interdisziplinären Wettbewerb ist von großer Komplexität geprägt, als Stichworte seien hier das anspruchsvolle Raumprogramm des Klinikums, die herausfordernde Topographie mit der Hanglage und die Aufteilung in zwei Bauabschnitte genannt. 

Die Arbeit des 1. Preises löst die Wettbewerbsaufgabe auf vorbildliche und hervorragende Art und Weise aufgrund ihrer hohen Funktionalität, der gelungenen Einbindung in die Topographie und den räumlichen Qualitäten für Patienten, Besucher und Mitarbeiter. Die Entscheidung des Preisgerichts unterstreicht und würdigt diese Leistung in besonderer Weise. Die Klarheit und Angemessenheit der baulichen Lösung ist eine robuste und belastbare Grundlage für die weitere Entwicklung des Universitätsklinikums an dieser Stelle.“

Zu den Siegerentwürfen:

  • Erster Preis:  HASCHER JEHLE Architektur (Berlin)
  • Zweiter Preis: Gerkan, Marg und Partner (Aachen)
  • Dritter Preis: Nickl & Partner Architekten (München)

Zum Wettbewerb:

Beim Planungswettbewerb handelte es sich um einen interdisziplinären Realisierungswettbewerb mit städtebaulichem Ideenteil. Dieser gliederte sich in zwei Phasen. Ging es zunächst um die städtebauliche Gesamtkonzeption des Projekts, so stand anschließend die genauere Planung des 1. Bauabschnitts für Kopfkliniken und Zentrum Frauen-Mutter-Kind im Fokus. Von den anfangs 15 eingereichten Beiträgen wurden sieben für die zweite Phase ausgewählt. In dieser wurden die Entwürfe raumscharf vertieft und die Gebäudeplanung einschließlich einer technischen Grobkonzeption ausgearbeitet. Mit den Preisträgern wird das Staatliche Bauamt Würzburg die weiteren Vertragsverhandlungen führen.

Zum Preisgericht:

Das Preisgericht setzte sich zusammen aus Fachpreisrichtern, bestehend aus Architekten, Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Vertreterinnen und Vertretern der Fachdisziplinen Tragwerksplanung sowie Maschinen- und Elektrotechnik, und Sachpreisrichtern. Diesen gehören Vertreterinnen und Vertreter des Klinikums, des Wissenschafts- und Finanzministeriums sowie der Stadt Würzburg an. Die Sitzungen des Preisgerichts fanden unter strengen Infektionsschutzmaßnahmen statt.

Die Fotos zeigen Lageplan, Modell und Visualisierung des mit dem ersten Preis prämierten Entwurfs.

Download Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr 

Mehr über die Ergebnisse des Planungswettbewerbs erfahren Sie in der Online Präsentation des Staatlichen Bauamts Würzburg

Hinweis:
Die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten der Preisträger im Luitpoldcampus / Altgelände des Universitätsklinikums Würzburg im Foyer des Rudolf-Virchow-Zentrums ist beendet.

6. Würzburger Schlaganfallsymposium am Mittwoch, 20. Oktober 2021, 16.30 Uhr

ONLINE LIVE-Übertragung aus dem Vogel Convention Center (VCC), Max-Planck-Str. 7/9, 97082 Würzburg

Gerne möchten wir Sie auf diesem Weg zum 6. Würzburger Schlaganfallsymposium einladen, das im Kontext der COVID-19 Pandemie auch in diesem Jahr als ONLINE Veranstaltung konzipiert ist. Unter Berücksichtigung eines detaillierten Hygienekonzepts, wird das Symposium am Mittwoch, den 20.10.2021 im Vogel Convention Center aufgezeichnet und LIVE übertragen.

Inhaltlich steht die Behandlung von Schlaganfallpatienten im Mittelpunkt des Symposiums, das somit wiederum ganz im Zeichen des TRANSIT-Stroke Netzwerks steht, das Kliniken in Unterfranken sowie je eine Klinik in Oberfranken und Baden-Württemberg telemedizinisch verbindet, um die Schlaganfallversorgung bestmöglich zu optimieren.

Nach Begrüßung durch Herrn Dr. Schunk einer Einführung durch Herrn Prof. Volkmann wird Prof. Endres (Charité, Berlin) über Neuerungen in der Akuttherapie des Schlaganfalls referieren.

Im Anschluss werden Prof. Heuschmann und Prof. Häusler über aktuelle Entwicklungen im TRANSIT-Stroke Netzwerk berichten und in diesem Kontext auch auf die Bedeutung der Telemedizin in der COVID-19 Pandemie eingehen. Herr Prof. Schlachetzki (Regensburg) wird den ersten Teil des Symposiums mit einem Vortrag über Durchblutungsstörungen der Netzhaut beschließen.

Nach einer kurzen Pause wird Herr Dr. Schuhmann über neue experimentelle Ansätze in der Schlaganfalltherapie berichten, die derzeit am Universitätsklinikum Würzburg erforscht werden.

Diesbezüglich besteht ein enger Bezug zu interventionellen Therapieverfahren, deren Relevanz für die Schlaganfalltherapie und -forschung Herr Prof. Pham in seinem Vortrag darstellen wird.

Im Rahmen des 6. Würzburger Schlaganfallsymposiums wird zudem der seit 2011 jährlich vergebene und unter dem Motto „Kampf dem Schlaganfall“ stehende Preis der Hentschel-Stiftung Würzburg verliehen, der mit 5000 Euro dotiert ist und erneut bundesweit ausgeschrieben wurde.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch im Rahmen der ONLINE Übertragung aus den Räumen des Vogel Convention Center, deren Nutzung uns freundlicherweise durch die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp ermöglicht wurde.

Zielgruppen: 
Mitarbeiter*Innen der Pflegeberufe sowie Ärztinnen und Ärzte und Rettungsdienst

Eine Online Anmeldung ist erforderlich. Anmeldeschluss ist der 19.10.2021

 

Flyer zum herunterladen

Personalia am UKW
Bild zeigt Herrn Prof. Dr. Jürgen Groll, Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde
Prof. Dr. Jürgen Groll, Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde

Wir gratulieren

Prof. Dr. Jürgen Groll, Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde, übernimmt bis 30.09.2022, längstens jedoch bis zur endgültigen Wiederbesetzung der Stelle, die kommissarische Leitung des Lehrstuhls für Tissue Engineering und Regenerative Medizin.

 

Link zum Lehrstuhl Tissue Engineering und Regenerative Medizin

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 12.10.2021

Bild zeigt Herrn Prof. Dr. Jürgen Groll, Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde
Prof. Dr. Jürgen Groll, Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde

87.000 Euro für exzellente Forschung

Die Vogel Stiftung hat zusammen mit dem Universitätsbund Würzburg Forschungsförderpreise an herausragende Projekte an der Universität vergeben.

 

Die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp (Würzburg) verleiht gemeinsam mit dem Universitätsbund alljährlich an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg den Forschungsförderpreis. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert und geht im Jahr 2021 an Dr. Florian Kleefeldt vom Institut für Anatomie und Zellbiologie.

Folgen von Diabetes vermeiden

Gefördert wird Kleefeldts Studie „Einfluss von CEACAM1 auf die diabetische Mikroangiopathie“. Darin geht es um die Grundlagen neuartiger Therapien bei Diabetes-Folgeerkrankungen. Der Schwerpunkt liegt darauf, die bei Diabetikerinnen und Diabetikern häufig vorkommenden Sehbeeinträchtigungen oder gar Erblindungen zu vermeiden.

Darüber hinaus wurden in diesem Jahr drei Sonderforschungsförderpreise verliehen.

Anlässlich des 100jährigen Unibund-Jubiläums beschloss der Stiftungsrat der Vogel Stiftung, einen Sonderforschungsförderpreis „100 Jahre Universitätsbund“ auszuloben.

Fitness-Armbänder als mobile Tracker

Dieser Preis geht an Philipp Helmer von der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie für sein Projekt „Evaluation und Implementierung von mobilen Trackern bei hospitalisierten Patienten zur Steigerung der Patientensicherheit (MONITOR)“. Dabei geht es um den Einsatz von handelsüblichen Fitness-Armbändern für die Verbesserung der Patientenversorgung und -sicherheit, vor allem nach einer Operation. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Visuelle Analyse von Big Data

Der Sonderforschungsförderpreis „Digital“ geht an Dr. Annika Kreikenbohm am Lehrstuhl für Physik und ihre Didaktik für Forschungen über „immersive Verfahren zur wissenschaftlichen visuellen Analyse von Big Data“. Die Forscherin möchte innere Strukturen großer Datenmengen mit interaktiven virtuellen Darstellungen sichtbar machen und verständlich aufbereiten. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Gegen Hass im Internet

Der Sonderforschungsförderpreis „Medien“ geht an Professorin Jana-Kristin Prigge für das Forschungsprojekt „Stop Hate for Profit – and Forever: Die Nutzung von Influencer-Potentialen im Rahmen gemeinnütziger Kampagnen gegen Hass im Internet“.

Mit ihrem Team will die JMU-Professorin für Digital Marketing & E-Commerce an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät den Einfluss von Social-Media-Influencerinnen und -Influencern auch für gesellschaftlich relevante und gemeinnützige Projekte und Kampagnen in einer deutschlandweiten Kampagne erforschen. Der Sonderpreis ist mit 22.000 Euro dotiert. 5.000 Euro stammen vom Würzburger Crossover-Benefizkonzert, 2.000 Euro vom Universitätsbund.

Stiftung will ihren Beitrag leisten

„Auf Grund der Vielzahl von exzellenten Anträgen haben wir uns in diesem Jahr entschieden, vier Förderpreise zu vergeben“, freut sich Dr. Gunther Schunk, Vorstandsvorsitzender der Vogel Stiftung. „Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt: Forschung ist der Schlüssel zur Zukunft. Es gibt keine nachhaltigere Investition für die Menschheit. Und die Vogel Stiftung will am Wissenschaftsstandort ihren Beitrag dazu leisten und herausragende Forscher:innen fördern.“

Fakten zur Stiftung

Die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp wurde im Jahr 2000 von dem Würzburger Verleger Dr. Kurt Eckernkamp und seiner Frau Nina Eckernkamp-Vogel gegründet. Die Stiftung fokussiert in ihrer Förderung auf vier Felder: Bildung, Wissenschaft, Medizin/Gesundheitswesen und Kultur. Sie hat ihren Sitz in Würzburg. Der Forschungsförderpreis ist einer der am höchsten dotierten privaten Forschungspreise im deutschsprachigen Raum. www.vogel-stiftung.de 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 12.10.2021