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Immungeschwächte potentielle Quelle für SARS-CoV-2-Mutationen

In einer deutsch-österreichischen Kooperation haben Martina Prelog vom Uniklinikum Würzburg und Sissy Sonnleitner von der Medizinischen Universität Innsbruck am Beispiel einer Krebs-Patientin gezeigt, wie in einer einzigen immunsupprimierten Person besorgniserregende Varianten des Corona-Virus entstehen können.

Das Bild zeigt Martina Prelog
Martina Prelog, Immunologin und Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, war federführend an der Konzeption der Aufarbeitung des Falles und der immunologischen Analysen und dem Manuskript beteiligt. (Bild: Daniel Peter / Universität Würzburg)
Das Bild zeigt Sissy Sonnleitner.
Die Österreicherin Sissy Therese Sonnleitner war im vergangenen Jahr zweimal jeweils zwei Wochen lang Gastwissenschaftlerin am Uniklinikum Würzburg und hat im Labor von Martina Prelog verschiedene Methoden kennengelernt, um zelluläre und immunologische Analysen durchzuführen. (Bild: privat)
Das Bild zeigt Martina Prelog, Sissy Sonnleitner und Hanna Jury
v.r.n.l. Martina Prelog, Sissy Sonnleitner und Hanna Jury, Doktorandin der Arbeitsgruppe Prelog, diskutieren die Ergebnisse ihrer Analysen am Uniklinikum Würzburg. Hanna Jury ist Co-Autorin einer weiteren Publikation von Sissy Sonnleitner und Martina Prelog. (Bild: Eric Psota)

Es war ein außergewöhnlicher Fall, den die Österreicherin Sissy Therese Sonnleitner von der Abteilung für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck und Leiterin der Forschungsabteilung im Labor Dr. Gernot Walder GmbH in Außervillgraten/Osttirol im vergangenen Jahr mit nach Würzburg gebracht hatte. Eine Patientin in den Sechzigern, seit 2015 an einer chronischen lymphatischen Leukämie erkrankt, infizierte sich im November 2020 mit SARS-CoV-2. Doch das durch zahlreiche Chemotherapien geschwächte Immunsystem der Patientin hat es lange Zeit nicht geschafft, das Coronavirus zu bekämpfen. Erst nach sieben Monaten konnte der Körper, gefördert durch zwei Impfungen, eine Immunantwort bilden und das Virus loswerden. Sieben Monate lang hat die Patientin das Virus ausgeschieden, und das bei relativ milden Symptomen. Das österreichisch-deutsche ForscherInnenteam wollte nun wissen, wie sich das Virus in dieser langen Infektionszeit verhalten hat.

Eine Simulation der Entstehung von Omikron

Schon länger ist bekannt, dass sich das Virus bei Immungeschwächten besonders gut vermehren und neue Varianten entwickeln kann. ExpertInnenn diskutieren, ob die Entstehung von Omikron möglicherweise auf die hohe Zahl an immundefizienten HIV-Infizierten in Südafrika zurückzuführen sei. Omikron tauchte erstmals im November 2021 in Deutschland auf und macht inzwischen mehr als 95 Prozent der Corona-Fälle aus. Sissy Sonnleitner und Martina Prelog haben mit ihren Teams nun gezeigt, dass Personen, bei denen das Immunsystem mittels Medikamente heruntergefahren werden musste, als potenziell neue Quelle für Virusvarianten in Frage kommen.

„Mit unserer Krebs-Patientin haben wir gewissermaßen ein Modell für die Entstehung von Omikron“, bemerkt Prof. Dr. Martina Prelog, Immunologin und Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Würzburg. „Denn in diesem außergewöhnlichen Fall konnten wir demonstrieren, dass die Evolution von Mutationen zu bekannten besorgniserregenden Varianten bereits in einem einzelnen Individuum innerhalb von sieben Monaten stattfinden kann.“ Gemeinsam mit Sissy Sonnleitner ist Martina Prelog, ebenfalls gebürtige Österreicherin, Erstautorin der Studie „Cumulative SARS-CoV-2 mutations and corresponding changes in immunity in an immunocompromised patient indicate viral evolution within the host”, die jetzt im renommierten Journal Nature Communications publiziert wurde.

„Dem Virus Tür und Tor geöffnet"

Die Forscherinnen haben während des gesamten Infektionsverlaufes bei der Patientin insgesamt 17 nicht-synonyme Mutationen gefunden, von denen 15 bereits bekannte Mutationen sind, die eine Immunantwort umgehen. Das heißt, 88,2 Prozent sind prominente Immunflucht-Mutationen, die als neue besorgniserregende Varianten (VOC für variants of concern) oder Varianten von Interesse (VOI) eingestuft wurden. 55,8 Prozent der Mutationen stimmen mit Omikron überein. Besonders prominent sind die Mutationen auf dem Spike-Protein. Mit diesen Veränderungen kann das Virus weniger effizient von Antikörpern neutralisiert werden und so leichter in menschliche Zellen eindringen.

„Das unterdrückte Immunsystem hat dem Virus Tür und Tor geöffnet, um neue Varianten zu entwickeln und so seine Fitness zu steigern“, berichtet Sissy Sonnleitner. „Nun gilt es die Mutationen zu definieren und herauszufinden, welchen Trick das Virus verfolgt, um fit zu bleiben. Das könnte der Entwicklung neuer, angepasster Impfstoffe und Therapeutika für COVID-19 dienen.“

„Zu guter Letzt unterstreicht unsere Studie die Notwendigkeit, allen immungeschwächten Personen weltweit besondere Beachtung zu schenken und Priorität bei der Impfung einzuräumen“, schließen die beiden Forscherinnen ab.

Publikation: 

Sonnleitner, S.T., Prelog, M., Sonnleitner, S. et al. Cumulative SARS-CoV-2 mutations and corresponding changes in immunity in an immunocompromised patient indicate viral evolution within the host. Nat Commun 13, 2560 (2022). doi.org/10.1038/s41467-022-30163-4

Fünf Jahre HIRI Das Helmholtz-Institut Würzburg feiert Geburtstag – und blickt auf bisherige Erfolge

Würzburg / Braunschweig, 10. Mai 2022 – Mit zahlreichen Wegbegleiter:innen und Kooperationspartner:innen hat das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) Würzburg am heutigen 10. Mai sein fünfjähriges Bestehen gefeiert. Der Standort des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Kooperation mit der der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg hatte gut 200 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Ministerien und Behörden in die Würzburger Residenz geladen. Gemeinsam feierten sie bisher Erreichtes und blickten auf bevorstehende Vorhaben des Instituts. Zu den Gratulantinnen und Gratulanten zählte unter anderem die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner.

Im Mai 2017 wurde in Würzburg die weltweit erste Einrichtung gegründet, die die Forschung an Ribonukleinsäuren (RNA) mit der Infektionsbiologie vereint: das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI). Seitdem hat das noch junge Würzburger HIRI in der RNA-Grundlagenforschung und als technologischer Vorreiter eine Strahlkraft entwickelt, die weltweit wahrgenommen wird.

Das HIRI kann bereits beachtliches Renommee vorweisen: So erhielt Gründungsdirektor Jörg Vogel im Jahre 2017 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis – den wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland. Zudem wurden vier von acht Forschungsgruppenleitern am HIRI mit einem ERC Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) gewürdigt – Auszeichnungen, die zu den angesehensten und bedeutendsten in Europa zählen.

Internationaler Durchbruch bei SARS-CoV-2

An Forschungserfolgen mangelt es dem HIRI ebenfalls nicht: Es veröffentlichte seit seiner Gründung circa 200 wissenschaftliche Arbeiten, darunter einige in den weltbesten Fachmagazinen wie „Nature“, „Science“ und „Cell“. Im Jahr 2020 gelang Wissenschaftler:innen aus Würzburg und den USA unter Federführung des HIRI ein internationaler Durchbruch in der Erforschung des Pandemievirus SARS-CoV-2: Sie erfassten als erstes Team weltweit die Wechselwirkungen der Coronavirus-RNA mit den Proteinen menschlicher Zellen. Damit lieferten sie eine wichtige Grundlage etwa für die Entwicklung von Medikamenten. 2021 schuf das HIRI in Kooperation mit der JMU eine neue RNA-Diagnostiktechnologie auf Basis der Genschere CRISPR. Mittlerweile zum Patent angemeldet, bietet das „LEOPARD“ genannte Verfahren die Chance, einmal herkömmliche PCR-Tests abzulösen, da es deutlich präziser und schneller ist.

Ilse Aigner, amtierende Präsidentin des Bayerischen Landtags und zur Zeit der Gründung als Wirtschaftsministerin des Freistaats eine Starthelferin des Würzburger Helmholtz-Instituts, ließ es sich nicht nehmen, Erfolge wie diese als erste Gratulantin zu würdigen: „Die Gründung des Helmholtz-Instituts bedeutete damals nicht weniger als einen gewaltigen Sprung nach vorne für den Wissenschaftsstandort Bayern. Für eine Politikerin ist es gerade in turbulenten und schwierigen Zeiten schön zu sehen, dass etwas nicht nur bleibt, sondern sich entwickelt hat zu einem echten Turbo in der medizinischen Forschung. Ich bin tief beeindruckt.“

Digitale Geburtstagsglückwünsche überbrachten Roland Weigert, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Christian Schuchardt, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, sowie Katja Becker, Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, und Helmholtz-Präsident Otmar D. Wiestler.

HIRI-Gründungsdirektor Jörg Vogel zeigte sich erfreut angesichts des großen Zuspruchs und rief Meilensteine der ersten fünf Institutsjahre in Erinnerung. Mit Blick auf bevorstehende Ziele sagte er: „Wir haben uns seit Institutsgründung auf unserem Forschungsgebiet einen Platz an der Weltspitze gesichert. Diesen wollen wir in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Wir richten den Fokus auf Zukunftsfelder der Grundlagenforschung und ihrer Anwendung: allen voran die personalisierte Medizin, aber beispielsweise auch programmierbare Antibiotika.“ Den Zuwendungsgebern des HIRI dankte Vogel, dass sie es seinem Institut ermöglichten, auf höchstem Niveau zu forschen. „Und dafür wird auch unser Institutsneubau mit eigenen Laboren auf dem Medizin-Campus Würzburg besonders wichtig sein“, so Vogel. Denn nach fünf Jahren Wachstum am HIRI in den Räumlichkeiten der Universität mangele es hauptsächlich an einem: ausreichend Platz. 

Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI Braunschweig, erklärte, welchen Stellenwert das Würzburger HIRI für das Mutterzentrum habe: „Die Corona-Pandemie und insbesondere die neuartigen mRNA-Impfstoffe haben sehr deutlich gemacht, dass RNA-basierte Technologien ein ausgesprochener Innovationstreiber sind. Wir sind sehr stolz darauf, mit dem HIRI an dieser Revolution teilzuhaben und gemeinsam mit der JMU starke Beiträge nicht nur in der Grundlagenforschung, sondern auch in der Translation in die medizinische Anwendung leisten zu können.“ 

JMU-Präsident Paul Pauli betonte die Bedeutung des HIRI für die Exzellenzstrategie der Würzburger Universität: „Mit dem HIRI sind unsere forschungsstarke medizinische Fakultät und unser Universitätsklinikum bestens an die Helmholtz-Gemeinschaft und die Expertise des HZI angebunden. Die wissenschaftlichen Erfolge, die die Julius-Maximilians-Universität gemeinsam mit dem HIRI erzielt, sind eine großartige Visitenkarte, die wir erfolgreich zu nutzen wissen, um die Exzellenz des Standorts Würzburg und der JMU weiter zu profilieren.“ 

Fünf Jahre HIRI – fünf Fakten 

Gründung 

Im Mai 2017 wird das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) in Würzburg gegründet. Es ist ein Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg.

Gründungsdirektor

Gründungsdirektor ist der Biochemiker Jörg Vogel. Er ist zugleich der Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) an der JMU 

Team

Bei seiner Gründung im Jahr 2017 startet das HIRI mit einem zwölfköpfigen Team und zwei Forschungsgruppen. Heute zählt das Institut acht Forschungsgruppen und beschäftigt mehr als 100 Personen in Wissenschaft, technischem Betrieb und Verwaltung.

Finanzierung

Finanziert wird das HIRI zu 90 Prozent aus Mitteln des Bundes. 10 Prozent trägt der Freistaat Bayern. Hinzu kommen zusätzlich eingeworbene Projektmittel vom Europäischen Forschungsrat, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Stiftungen. 

Neubau

Das HIRI ist bis zur Errichtung und Inbetriebnahme seines eigenen Institutsgebäudes interimsweise in den Räumlichkeiten der Alten Chirurgie auf dem Medizin-Campus Würzburg untergebracht. Der Institutsneubau entsteht in direkter Nachbarschaft und wird vom Münchener Architekturbüro doranth post architekten geplant. Bauherr ist das Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI). Finanziert wird das Vorhaben aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und der Europäischen Union.

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung:

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) wurde im Mai 2017 als Standort des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gegründet. Mit Sitz auf dem Campus des Würzburger Uniklinikums widmet sich das HIRI als weltweit erstes Institut seiner Art der Rolle von Ribonukleinsäuren (RNAs) in Infektionsprozessen. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden in einem integrativen Forschungsansatz neue Therapieansätze entwickelt und diese durch Entwicklung pharmazeutischer Anwendungsformen klinisch anwendbar gemacht. www.helmholtz-hiri.de

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. Das HZI ist Mitglied im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Weitere Informationen: www.helmholtz-hzi.de

Diese Medieninformation inkl. Pressefoto zum Download können Sie hier einsehen (Link zur HIRI-Webseite).

HIRI Medieninformation vom 10. Mai 2022.

Sylite: Neue Sonde zur vereinfachten Visualisierung inhibitorischer Synapsen in Neuronen und Hirngewebe

Hemmende Synapsen in neuronalen Kulturen und Hirngewebe können jetzt einfach und kontrastreich sichtbar gemacht werden. Die neu entwickelte synthetische Affinitätssonde Sylite kann sowohl für die volumetrische Visualisierung von Synapsen in der Weitwinkel- und konfokal 3D-Mikroskopie, als auch für die Kartierung inhibitorischer neuronaler Schaltkreise im Hirngewebe und superauflösende Bildgebung von Synapsen, verwendet werden

Vladimir Khayenko und Noah Nordblom aus der Forschungsgruppe von Dr. Hans Michael Maric am Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) der Universität Würzburg (Deutschland) haben kürzlich Sylite entwickelt: Eine kompakte peptidbasierte Sonde zur Visualisierung von inhibitorischen Synapsen in Neuronen und Gehirngewebe. Sylite ist eine aktivitätsbasierte Sonde, die Antikörper in Sachen Selektivität, Einfachheit und Vielseitigkeit übertrifft. Die Entwicklung von Sylite und seine Anwendung in der konventionellen und superauflösenden Mikroskopie sowie in Studien auf Zell- und Schaltkreisebene wurde nun in der Peer-Review-Fachzeitschrift Angewandte Chemie veröffentlicht.

Visualisierung von Synapsen und aktuelle Einschränkungen  

Inhibitorische Synapsen im zentralen Nervensystem sind entweder glycinerg oder GABAerg und werden in der Regel mittels Gephyrin, dem Marker für inhibitorische Synapsen, identifiziert und visualisiert. Gephyrin fungiert als Gerüstprotein, das hemmende Rezeptoren an der Postsynapse stabilisiert. Die Anzahl der Gephyrinproteine bestimmt somit die Anzahl an Rezeptoren und korreliert daher auch mit der neuronalen Signalstärke.

Die Visualisierung hemmender Synapsen kann durch genetische Markierung erreicht werden, was jedoch aufwändig ist und ungewollte morphologische sowie funktionelle Änderungen hervorrufen kann. Ein alternativer Ansatz ist die Immunfärbung von Gephyrin, die allerdings eine spezielle Anpassung des Färbeprotokolls an die jeweiligen Probentypen und Bildgebungsverfahren erfordert und insbesondere in Gewebeanwendungen, durch die begrenzte Eindringtiefe der dabei verwendeten Antikörper, problematisch ist.

Sylite enthüllt die Ultrastruktur hemmender Synapsen und die Vernetzung des Gehirns

„Ausgehend von einem endogenen Liganden von Gephyrin, entwickelten wir einen kurzen peptidbasierten Binder und dimerisierten ihn, wodurch wir, ähnlich wie es bei Antikörpern der Fall ist, die Selektivität deutlich erhöhen konnten. Die Sonde mit den besten Eigenschaften nannten wir Sylite“, sagt Maric.

Sylite ist eine funktionelle Sonde, die auf rezeptorbindende Gephyrin-Isoformen abzielt, d. h. auf Isoformen, die in Neuronen eine funktionelle Rolle spielen. Im Labor von Dr. Christian Specht (INSERM, Paris, Frankreich) bestätigte Khayenko nicht nur eine lineare Korrelation der Sondenmarkierung mit neuronalem Gephyrin, sondern beobachtete sogar eine Verbesserung gegenüber den Anti-Gephyrin-Antikörpern, die momentan als Goldstandard gelten. Zusammen mit Specht machte Khayenko die Synapse auch mit hochauflösender Mikroskopie sichtbar. „Von den herausragenden Sylite Färbungen in der Zellkultur motiviert wollte ich das Potenzial der Sonde in der Bildgebung von Geweben erforschen, da hier die geringe Größe das Eindringen in das Gewebe erleichtern sollte", beschreibt Khayenko. Aus diesem Grund wandte sich das Team an Prof. Philip Tovote und seine Studentin Sara Reis vom Institut für Klinische Neurobiologie der Universität Würzburg. Gemeinsam führten sie mehrere Färbungen von Hirngewebe durch, wobei Sylite die Gephyrin-Antikörper in jeder Hinsicht übertraf. Sylite ermöglicht die Visualisierung von Synapsen ohne Färbungsartefakte und durchdrang 50 μm dicke Hirnschnitte innerhalb von nur einer Stunde, während die getesteten Antikörper selbst nach 24 Stunden nur teilweise ihre Zielproteine erreichten und insbesondere bei längeren Einwirkdauern Fehlfärbungen verursachten. Um das Potential von Sylite zu demonstrieren, nutzte die Forschergruppe die Sonde, um die synaptische Vernetzung im Mittelhirn zusammen mit genauen Synapsengrößen zu bestimmen.

Künftige Anwendungen und Verfügbarkeit von Syliten

„Ich arbeite derzeit an Sylite-Derivaten, die es uns ermöglichen werden, hemmende Postsynapsen sichtbar zu machen und die Modulation der hemmenden Signalübertragung in lebenden Zellen zu erforschen", sagt Khayenko. Maric fasst zusammen: „Kompakte synthetische Sonden wie Sylite eröffnen neue Forschungsmöglichkeiten in den Neurowissenschaften, da sie eine bessere Lokalisierungspräzision und Auflösung ermöglichen und weil sie die Bildgebung im Gewebe erleichtern".

Sylite ist kommerziell über die NanoTag Biotechnologies GmbH erhältlich.

Publikation

A Versatile Synthetic Affinity Probe Reveals Inhibitory Synapse Ultrastructure and Brain Connectivity. Vladimir Khayenko, Clemens Schulte, Sara L. Reis, Orly Avraham, Cataldo Schietroma, Rafael Worschech, Noah F. Nordblom, Sonja Kachler, Carmen Villmann, Katrin G. Heinze, Andreas Schlosser, Ora Schueler-Furman, Philip Tovote, Christian G. Specht, Hans M. Maric.  Angew Chem Int Ed Engl. 2022 Apr 14.

Kontakt

Vladimir Khayenko, Rudolf Virchow Center - Center for Integrative and Translational Bioimaging, University of Würzburg, +49 931 31-80151, vladimir.khayenko@ uni-wuerzburg.de

Dr. Hans Michael Maric, Rudolf Virchow Center - Center for Integrative and Translational Bioimaging, University of Würzburg, +49 931 31-85371, hans.maric@ uni-wuerzburg.de

Dr. Daniela Diefenbacher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Rudolf Virchow Center - Center for Integrative and Translational Bioimaging, University of Würzburg, +49 931 31-88631, daniela.diefenbacher@ uni-wuerzburg.de

Pressemitteilung des Rudolf-Virchow-Zentrum

Daniela Bürtsch und Christine Blum sind die neuen Babylotsinnen am Uniklinikum Würzburg.

Am Uniklinikum Würzburg beraten ab diesem Frühjahr zwei Babylotsinnen werdende und frischgebackene Eltern bei sozialen und psychischen Fragen und Sorgen. Das Projekt ist das Erste seiner Art in Bayern.

Mit der Geburt eines Kindes beginnt auch für die Eltern ein neues Leben, das neben Freude und Glück auch Fragen und Sorgen mit sich bringen kann. Um Mütter und Väter für den Familienalltag zuhause zu stärken, gibt es seit diesem Frühjahr an der Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) zwei Babylotsinnen.

 

Für eine gesunde Kindesentwicklung

 

„Familien unterliegen zunehmenden Belastungen mit möglichen Auswirkungen auf eine gesunde Kindesentwicklung, wie zum Beispiel finanzielle Sorgen und Arbeitslosigkeit, fehlende Integration, schwindende familiäre Strukturen sowie Trennung oder Krankheit der Eltern“, sagt Prof. Dr. Sarah Kittel-Schneider. Die stellvertretende Klinikdirektorin des Zentrums für Psychische Gesundheit des UKW leitet an der Würzburger Universitäts-Frauenklinik eine Spezialambulanz für psychische Erkrankungen rund um die Geburt in Zusammenarbeit mit der Frauen- und der Kinderklinik. Sie fährt fort: „Das freiwillige und kostenlose Gespräch mit unseren Babylotsinnen bietet die Chance, schon in der Geburtsklinik psychosozialen Hilfsbedarf der – werdenden – Eltern zu erkennen und passende Angebote zu vermitteln.“

 

Unterstützt durch Fördergelder

 

Für diese Aufgabe wurden in diesem Frühjahr die speziell weitergebildeten Mitarbeiterinnen Christine Blum und Daniela Bürtsch eingestellt. Nach einer Etablierungsphase konnten sie Mitte April ihre Arbeit vollständig aufnehmen. Finanziert und getragen wird das Projekt vom klinischen Förderverein „Der Regenbogen e.V. – Verein der Freunde und Förderer der Psychiatrischen Tagesklinik“, unterstützt von Fördergeldern der gemeinnützigen Stiftung SeeYou, der Deutschen Fernsehlotterie und dem Lions Club.

Das Babylotsen-Programm der Stiftung SeeYou ist bereits in 103 Kliniken und Arztpraxen in ganz Deutschland etabliert. „Ich kenne es aus meiner früheren Arbeit im peripartalen Netzwerk Frankfurt und dem dortigen Universitätsklinikum und bin vom Nutzen des Angebots überzeugt“, sagt Prof. Kittel-Schneider. Sie beantragte deshalb zusammen mit Ursula Berninger und Hans-Reiner Waldbröl, den Vorsitzenden des klinischen Fördervereins „Der Regenbogen e.V.“, Prof. Dr. Achim Wöckel, dem Direktor der Frauenklinik, und Prof. Dr. Christoph Härtel, dem Direktor der Kinderklinik des UKW, die erforderlichen Drittmittel.

 

Vorreiter in Bayern

 

Die Würzburger Babylotsinnen sind das erste Projekt dieser Art in Bayern. „Unser Ziel bei diesem interdisziplinären und multiprofessionellen Vorhaben ist es, in enger Zusammenarbeit mit den koordinierenden Kinderschutzstellen junge Familien nach Kräften zu unterstützen und den Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen“, fasst Prof. Kittel-Schneider zusammen.

 

Wer das Projekt durch Sponsoring unterstützen will, kann dies über folgendes Konto tun:

 

Klinischer Förderverein „Der Regenbogen e.V., Verein der Freunde und Förderer der psychiatrischen Tagesklinik“

 

Sparkasse Mainfranken

 

IBAN DE76 790500000049366438

Uniklinikum Würzburg: Normalhörende über 70 gesucht

Das Comprehensive Hearing Center des Uniklinikums Würzburg sucht für eine Studie Menschen über 70 Jahre, die altersgerecht normalhörend sind.

Das zur HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg gehörende Comprehensive Hearing Center (CHC) Würzburg führt derzeit eine Studie durch, bei der es um kortikale akustisch evozierte Potenziale (CAEP) geht, also um Veränderung des Elektroenzephalogramms (EEG), die durch ein Schallereignis hervorgerufen werden. Eines der Ziele dabei ist es, diese Veränderungen bei älteren und jüngeren Erwachsenen zu vergleichen. Im Idealfall könnte so ermittelt werden, ob eine Degeneration des Hörens bereits vor der Verschlechterung des Tonaudiogramms erkennbar ist.

Für diese Forschungsarbeit suchen die beteiligten Wissenschaftlerinnen des CHC Probandinnen und Probanden, die über 70 Jahre alt und altersgerecht normalhörend sind. Diesen werden für die CAEP-Messung Klebeelektroden am Kopf befestigt. Anschließend werden verschiedene Stimuli über Lautsprecher dargeboten. Über die Elektroden werden die Potenziale ohne aktive Mitarbeit der Probandin oder des Probanden aufgezeichnet. Die Sitzung dauert insgesamt etwa eine Stunde. Die Messungen finden in der HNO-Klinik in der Abteilung CHC statt.

Weitere Informationen gibt es bei Michelle Krüger unter E-Mail krueger_m@ ukw.de oder Tel. 0931-201-21209.

Uniklinikum Würzburg: Online-Vortrag über Achtsamkeit und Akzeptanz als Schlüssel zur Selbstfürsorge

Am 15. Juni 2022 organisiert der Steuerkreis Selbsthilfefreundliches Krankenhaus des Uniklinikums Würzburg eine kostenlose digitale Infoveranstaltung, die aufzeigt, was die Konzepte von Achtsamkeit und Akzeptanz zur Selbstfürsorge von chronisch Erkrankten beitragen können.

„Gerade bei Menschen mit chronischen Erkrankungen ist es wichtig, dass sie alle inneren Kräfte aktivieren können, die ihnen helfen, mit Stress, Krisen und Rückschlägen umzugehen“, betont Gabriele Nelkenstock. Die externe Selbsthilfebeauftragte des Uniklinikums Würzburg (UKW) fährt fort: „Deshalb wollen wir als ‚Selbsthilfefreundliches Krankenhaus‘ den Patientinnen und Patienten sowie den Selbsthilfegruppen Hilfestellungen geben, wie sie bei Bedarf noch besser auf diese psychischen Ressourcen zugreifen können.“ 

Folgeveranstaltung aufgrund der hohen Nachfrage

Hierzu gab es bereits im März dieses Jahres einen Online-Vortrag von Prof. Dr. Imad Maatouk, bei dem Anregungen zur Selbstfürsorge und zum Erhalt eines selbstbestimmten Umgangs mit chronischen Erkrankungen vermittelt wurden. Aufgrund der positiven Resonanz und der starken Nachfrage folgt am 15. Juni 2022 eine weitere Veranstaltung, die den Fokus auf die praktische Umsetzung mittels der Konzepte Achtsamkeit und Akzeptanz richtet. 

Hilfreiche Konzepte: Achtsamkeit und Akzeptanz

„Achtsamkeit ist eine wissenschaftlich gut belegte, hochwirksame Methode, um wieder mit den eigenen Ressourcen und der eigenen Lebendigkeit in Kontakt zu kommen“, sagt Prof. Maatouk, der den Schwerpunkt Psychosomatik, Psychotherapie und Psychoonkologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW leitet. Nach seinen Worten geht es darum, im Rahmen von Übungen eine friedvolle, anerkennende Haltung gegenüber allen Geistes- und Körperphänomenen zu erlangen. „Akzeptanz wiederum strebt nach einer offenen, flexiblen und wertfreien Haltung gegenüber einer momentanen Erfahrung – auch wenn die Umstände schwierig erscheinen und im Falle einer Erkrankung alles andere als erwünscht sind“, erläutert der Internist und ärztliche Psychotherapeut.

Teilnahme per Zoom

Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr und nutzt die Online-Plattform Zoom. Anmelden kann man sich bei Gabriele Nelkenstock unter Tel: 0931 880 794 47 oder E-Mail: selbsthilfe@ ukw.de.

Das UKW trägt seit dem Jahr 2019 als eine von bayernweit sechs Kliniken die durch das bundesweite Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ vergebene Auszeichnung „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“.

Nebennierentumore im Blick behalten

Eine von Würzburg aus geleitete internationale multizentrische Studie belegt: Eine erhöhte Kortisolausschüttung von gutartigen Nebennierentumoren geht mit einer gesteigerten Sterblichkeit einher, vor allem bei Frauen unter 65 Jahren.

Martin Fassnacht (links) und Timo Deutschbein vom Uniklinikum Würzburg leiten die multizentrische Studie NAPACA, die bei 3656 StudienteilnehmerInnen die Auswirkungen einer Kortisolaussschüttung von gutartigen Nebennierentumoren untersucht. © Daniel Peter / UKW
Das MRT zeigt einen drei Zentimeter großen Nebennierentumor auf der rechten Seite. 80 bis 90 Prozent dieser Tumore, die meist zufällig entdeckt werden, sind gutartig. © UKW
Die Grafik zeigt das Überleben während der 24-monatigen Studiendauer von Frauen unter 65 mit Nebennierentumor. Die blaue Linie steht für die Patientinnen, die einen Tumor haben, der nicht vermehrt Kortisol ausschüttet, ihr Risiko zu sterben, ist am niedrigsten. Grün steht für mögliche unkontrollierte Kortisolausschüttung. Signifikant hoch war die Sterberate bei denen mit unkontrollierter Kortisolausschüttung. (rot). © UKW

Drei Prozent der über 50-Jährigen haben Nebennierentumore. Bei den über 80-Jährigen ist sogar jeder zehnte betroffen. 80 bis 90 Prozent dieser Tumore, die meist zufällig, zum Beispiel bei einer Computertomographie bei Gallenproblemen, Nierensteinen oder Rückenleiden, entdeckt werden, sind jedoch gutartig und vermeintlich harmlos. Vermeintlich. Denn eine leicht gesteigerte Produktion des Hormons Kortisol, die viele dieser Tumore mit sich bringen, spaltete vor einiger Zeit die Meinungen. Muss man den Tumor operativ entfernen oder nicht?

Bis vor kurzem war Prof. Dr. Martin Fassnacht, Leiter des Lehrstuhls Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Würzburg, noch der Meinung, dass man die meisten gutartigen Nebennierentumore nicht behandeln müsse, sondern nur diejenigen, die zu einem schweren Hormonexzess führen. Im Jahr 2014 berichteten zwei Studien unabhängig voneinander, dass Patienten und Patientinnen mit gutartigen Nebennierentumoren und erhöhter Hormonproduktion eher sterben als diejenigen, deren Tumor kein Kortisol produziert. Untersucht wurden insgesamt 400 Betroffene. „Das war uns zu wenig, wir wollten es genau wissen“, erinnert sich Martin Fassnacht. Bei einem europäischen Nebennierentreffen im Jahr 2014 in München adressierte er die Hypothese, dass das Krankheitsbild bei den meisten Betroffenen zu ignorieren sei und animierte seine europäischen Kolleginnen und Kollegen zu einer großen Kohortenstudie namens NAPACA-Outcome. 28 Zentren aus 16 europäischen Ländern und zwei Zentren aus den USA schlossen sich an. Die selbst gesetzte Mindestmarke von 2014 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern wurde schnell erreicht und schlussendlich sogar verdoppelt. Von den 4374 aufgenommenen Patientinnen und Patienten erfüllten 3656 sämtliche Studienkriterien: Erwachsene mit gutartigem Nebennierentumor, der größer als ein Zentimeter ist und bei denen mittels Dexamethason-Test untersucht worden war, ob der Tumor vermehrt Kortisol produziert. Patientinnen und Patienten mit bösartigem Tumor und klinisch erkennbarem Hormonüberschuss wie zum Beispiel einem Cushing-Syndrom wurden ausgeschlossen. „Bei einem Cushing Syndrom sieht man den Betroffenen im Rahmen der ärztlichen Untersuchung gleich an, dass sie schwer krank sind. Hier besteht dann zweifelsohne rascher Handlungsbedarf“, bemerkt Martin Fassnacht.

Frauen unter 65 gefährdet das Zuviel an Kortisol am meisten

Die Auswertung dieser großen Studie hat selbst Skeptiker wie Martin Fassnacht überzeugt: „Entgegen meiner Hypothese sterben diejenigen mit einem Zuviel an Kortisol tatsächlich eher als diejenigen ohne. Doch es trifft nicht alle gleich. Zu unserer Überraschung haben wir festgestellt, dass Frauen unter 65 mit vermehrter Kortisolausschüttung ein vierfach höheres Risiko haben, eher zu sterben als Frauen ohne Kortisolüberschuss. Interessanterweise scheint letzterer bei Männern über 65 kaum eine Rolle zu spielen.“

Warum ist das so? Es könnte an dem Schutz liegen, den Frauen generell bis zu den Wechseljahren und zehn Jahre danach haben, zum Beispiel was Herz-Kreislauf-Erkrankungen angeht. Sie seien generell gesünder als Männer und hätten eine höhere Lebenserwartung. „Je gesünder die Patienten sind, desto relevanter ist die Rolle des Kortisols“, vermutet Priv.-Doz. Dr. Timo Deutschbein, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Endokrinologie und Erstautor der Publikation. „Hätten die jungen Frauen unabhängig vom Kortisol ein relevant erhöhtes Risikoprofil, zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und Nikotinkonsum, würde das Kortisol wahrscheinlich keine wesentliche Rolle mehr spielen.“ All das werde jetzt in Folgestudien genauer untersucht. Auch der kausale Zusammenhang zwischen Zuviel an Kortisol und höherer Sterblichkeit müsse unter die Lupe genommen werden. Schließlich könnte die Sterblichkeit auch mit einem bisher unbekannten Faktor zusammenhängen, der für die Entstehung und das Wachstum des Nebennierentumors verantwortlich ist und „nur nebenbei“ zur vermehrten Kortisolausschüttung führt.

Zukünftig gilt es vor allem zu prüfen, wem eine Operation oder medikamentöse Behandlung empfohlen werden kann. „Ein Teil der Patientinnen und Patienten würde vermutlich von einer Operation oder medikamentösen Behandlung profitieren“, revidiert Martin Fassnacht seine anfängliche Meinung. 

Die Auswertungen dieser von Würzburg aus geleiteten multizentrischen Studie wurde jetzt im renommierten Journal Lancet Diabetes Endocrinology publiziert: doi.org/10.1016/S2213-8587(22)00100-0