Aktuelle Pressemitteilungen

Tag der Intensivmedizin: Das Uniklinikum Würzburg liefert Impressionen aus der Corona-Pandemie

Am Samstag, den 20. Juni 2020, findet der bundesweite Tag der Intensivmedizin statt. Die Klinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg veröffentlicht aus diesem Anlass Interviews mit Beschäftigten, Patienten und Angehörigen – authentische Schlaglichter auf die Erlebnisse der zurückliegenden Corona-Monate.

Zwischen März und Mitte Juni 2020 wurde 27 Corona-Patienten von der Klinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg intensivmedizinisch versorgt. Bild: Hans-Georg Barsch / Uniklinikum Würzburg
Der Intensivpfleger Markus Merz schildert unter anderem seine größten Herausforderungen der vergangenen Arbeitsmonate.
Die Stationsärztin Katharina Schäfer beschreibt ihre Erfahrungen während annähernd zwölf Wochen Krisenbewältigung.

Der Tag der Intensivmedizin ist eine jährliche Veranstaltung des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten (BDA) sowie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Ziel des am Samstag, den 20. Juni 2020 stattfindenden Aktionstages ist es, die besonderen Leistungen der Intensivstationen herauszustellen. Was in den vergangenen Jahren vielfach über Gespräche an Informationsständen stattfand, wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ins Internet verlagert. Auch die Klinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg (UKW) beteiligt sich an diesem Online-Angebot.

 „In den zurückliegenden Monaten der Covid-19-Krise konnte die Intensivmedizin in Deutschland ihre Leistungsfähigkeit besonders augenscheinlich beweisen“, sagt Prof. Dr. Patrick Meybohm. Der Direktor der Klinik für Anästhesiologie des UKW fährt fort: „Viele Menschen haben mit großem Interesse unsere erfolgreichen Bemühungen um genügend Personal und ausreichende Behandlungskapazitäten in den Medien verfolgt. Nun nutzen wir den Aktionstag, um in Interviews authentische Einblicke in individuelle Erlebniswelten dieser Zeit zu geben.“ Zu Wort kommen dabei neben einer Stationsärztin und einem Intensivpfleger zwei wieder genesene Corona-Patienten sowie die Angehörige eines Betroffenen.

Hier geht es zu den Interviews:

Schriftliches Interview: Die Ehefrau eines Corona-Patienten beschreibt ihre emotionale Belastung während und nach der intensivmedizinischen Therapie ihres Mannes:
Link zum PDF „Auch die scheinbar auswegloseste Situation kann sich positiv entwickeln“

Schriftliches Interview: Ein Ehepaar wurde zeitlich versetzt auf der Intensivstation der Klinik für Anästhesiologie des Uniklinikums Würzburg behandelt. Wie erlebten die Corona-Patienten die Zeit ihrer künstlichen Beatmung, woran können sie sich erinnern?
Link zum PDF „Ohne die Intensivmedizin wäre ich gestorben“

Video-Interview: Der Intensivpfleger Markus Merz schildert unter anderem seine größten Herausforderungen der vergangenen Arbeitsmonate.
Link zum Video

Video-Interview: Die Stationsärztin Katharina Schäfer beschreibt ihre Erfahrungen während annähernd zwölf Wochen Krisenbewältigung.
Link zum Video

 

 

Der Intensivpfleger Markus Merz schildert unter anderem seine größten Herausforderungen der vergangenen Arbeitsmonate.
Die Stationsärztin Katharina Schäfer beschreibt ihre Erfahrungen während annähernd zwölf Wochen Krisenbewältigung.

Pressemitteilung der Universität Würzburg: Testphase für neue Corona-Tracing-App beginnt

Die App TraceCORONA, an der auch die Uni Würzburg beteiligt ist, ermöglicht eine effiziente und umfassende Pandemie-Rückverfolgung ohne Preisgabe persönlicher Daten. Nun geht sie in die Testphase.

Seit einigen Wochen arbeitet ein deutsches Forschungsteam an einer anonymen Contact-Tracing-App mit einer sicheren Informationsplattform gegen das Coronavirus: Nun ist TraceCORONA bereit für den Beta-Test. In der sogenannten Betatest-Phase haben Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, die App zu installieren und zu testen und das Forschungsteam durch ihr Feedback zu unterstützen. Die aktuelle Version der TraceCORONA-App wurde zunächst für Android-Geräte entwickelt, eine Version für das Apple-Betriebssystem iOS ist bereits geplant.

Ziel der App ist es, die Nachverfolgung der COVID-19-Infektionsketten zu unterstützen – und das völlig anonym und ohne die Preisgabe persönlicher Daten. Daran arbeitet ein Verbund von Forscherinnen und Forschern der Technischen Universität Darmstadt, der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg sowie der University of California in San Diego (USA) zusammen mit dem Unternehmen Kobil Systems aus Worms und Unterstützung von Intel.

Mehrere Apps im Rennen

Bislang standen drei Apps zu Corona im Fokus der Öffentlichkeit. Die App PEPP-PT wurde aus der Wissenschaft wegen dem stark zentralisierten Ansatz und Schwächen in Bezug auf Datenschutz kritisiert. Bekannt ist vor allem die App, die im Auftrag der Bundesregierung von Telekom und SAP entwickelt werden soll. Diese App verwendet die von Google und Apple entwickelte Schnittstelle zur Nutzung Bluetooth-basiertern Tracing-Funktion. Sie funktioniert dezentral, allerdings hat die verwendete Schnittstelle laut Experten aktuell noch Schwächen im Datenschutz.

TraceCORONA ist vollständig anonym und dezentral. Die Entwickler sehen die App jedoch keinesfalls als Konkurrenz zur App, die von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde. „Unsere App sehen wir eher als Alternative mit vielen Vorteilen gegenüber den bisher vorgeschlagenen Apps. Sie ist anonym mit starkem Datenschutz und auch international einfach einsetzbar. Sie wird an eine Plattform angedockt, welche die App mit weiteren Services wie Fake News-Filter oder Secure Messaging erweitert und eine Beteiligung von verschiedenen Institutionen wie Gesundheitsbehörden ermöglicht“, erklärt Informatik-Professorin Alexandra Dmitrienko von der JMU, die an der Entwicklung beteiligt ist.

Datensammeln auf freiwilliger Basis

Das Forschungsteam betrachtet an der App verschiedene Aspekte: Welche Technologien eignen sich am besten zur Kontaktnachverfolgung? Welche Daten sollten zur Unterstützung von Gesundheitsexperten gesammelt werden? Wie können die eingesetzten Technologien so gestaltet werden, dass die Sicherheit und Privatheit der Nutzer garantiert sind?
Für die Expertinnen und Experten war daher eine Plattform zur Pandemie-Nachverfolgung und Informationsanalyse die beste Option. Zur kurz- und langfristigen Bekämpfung von Pandemien wie COVID-19 werde ein ganzheitlicher Ansatz benötigt, bei dem eine Tracing-App nur einen Teil der Gesamtlösung darstelle, heißt es aus dem Forschungsteam. In der App wird daher auch auf ein System von Kommunikationsmöglichkeiten und Dienstleistungen gesetzt, um konkrete Fragen und Probleme von betroffenen Menschen zu beantworten. Auf freiwilliger Basis können zudem Informationen datenschutzgerecht gesammelt und analysiert werden, um die Pandemie und deren Auswirkungen besser zu verstehen.

Mehr als reine Nachverfolgung

Die App warnt ihre Nutzerinnen und Nutzer über einen Kontakt mit einer infizierten Person. Schnelle und vertrauliche Hilfe mit konkreten Angeboten sind dann laut dem Forschungsteam essentiell. Daher erweitert TraceCORONA die reine Kontaktnachverfolgung mit weiteren Diensten und bietet damit die Möglichkeit, eine sichere Kommunikationsplattform für Fragen, Informationen und Leistungen rund um COVID-19 zu sein.

Die zugrundeliegende Technologie basiert auf der Sicherheits-Plattform mPower von Kobil, die bereits seit mehreren Jahren zum Schutz von sicherheitskritischen Anwendungen wie Online-Banking oder Krankenkassen-Apps eingesetzt wird. TraceCORONA wird an diese Plattform andocken und deren Dienste nutzen. 

Da TraceCORONA im Moment zum Betatest freigegeben ist, ist sie noch nicht im Google Play Store oder im Apple App Store verfügbar. Eine Anleitung zum Download und Installation der App ist auf der Webseite der App verfügbar (https://tracecorona.net/download-tracecorona/). Ist die Testphase abgeschlossen, wird das Forscherteam die gefundenen Probleme bearbeiten und die App danach der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Dann wird TraceCORONA auch mit zusätzlichen Diensten erweitert.

Kontakt

Prof. Dr. Alexandra Dmitrienko, Lehrstuhl für Informatik II, Universität würzburg, T +49 931 – 31 81667, alexandra.dmitrienko@ uni-wuerzburg.de

 

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Pressemitteilung der Universität Würzburg: Kleines Protein, große Wirkung

In Meningokokken spielt das unscheinbare Protein ProQ eine tragende Rolle. Zusammen mit RNA-Molekülen reguliert es Prozesse, die für die krankmachenden Eigenschaften der Bakterien von Bedeutung sind.

Meningokokken sind Bakterien, die lebensbedrohliche Hirnhautentzündungen und Sepsis auslösen können. Diese Krankheitserreger besitzen ein sehr kleines Protein, das einen sehr großen Einfluss hat: Es heißt ProQ und wirkt bei der Aktivierung von mehr als 250 bakteriellen Genen mit.

ProQ sorgt dafür, dass die Meningokokken Schäden an ihrer DNA besser reparieren können. Und es macht sie widerstandsfähig gegen oxidativen Stress. Beides trägt wesentlich zu den krankmachenden Eigenschaften der Bakterien bei.

Das berichten Forschungsgruppen um die Würzburger Wissenschaftler Christoph Schoen und Jörg Vogel im Journal Nature Communications.

„Wir waren überrascht davon, dass ein vergleichsweise kleines Protein solch einen großen Einfluss auf die bakterielle Genregulation haben kann“, sagt Christoph Schoen, Professor am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg. ProQ besteht aus nur rund 120 Aminosäuren. Zum Vergleich: Mittelgroße Proteine sind in der Regel aus mehreren hundert Aminosäuren aufgebaut.

ProQ tritt in Wechselwirkung mit 200 RNAs

Das Mini-Protein gehört zur Gruppe der RNA-Bindeproteine. RNA-Moleküle spielen als Regulatoren in vielen biologischen Prozessen eine wichtige Rolle. Dabei üben sie ihre Funktionen oft im Verbund mit den Bindeproteinen aus.

ProQ ist auch in dieser Hinsicht ein großer Player: „In Meningokokken geht es mit fast 200 verschiedenen RNA-Molekülen Wechselwirkungen ein“, so Jörg Vogel. „Es bindet dabei an stark strukturierte Regionen der RNA und stabilisiert so seine Bindepartner.“

Das fanden die Forscher mit modernen Hochdurchsatzverfahren heraus. Entwickelt wurden diese Methoden unter anderem in Vogels Arbeitsgruppe am Würzburger Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI). Vogel ist Direktor des HIRI und Leiter des JMU-Instituts für Molekulare Infektionsbiologie.

Für die Vorgänge in Bakterien interessieren sich die Würzburger Forscher, weil sie neue Angriffspunkte für antibakterielle Wirkstoffe finden möchten. Gerade die von RNA und ihren Bindeproteinen regulierten Prozesse bieten ein aussichtsreiches Betätigungsfeld. „Wir hoffen, die Bindeproteine mit relativ einfach gebauten Wirkstoffen in ihrer Funktion stören zu können und damit die Krankheitserreger zu schwächen“, erklärt Vogel.

Ziel: Alle RNA-Bindeproteine identifizieren

Für zwei Drittel aller RNA-Klassen in Meningokokken sind die zugehörigen Bindeproteine noch nicht identifiziert. Das wirft Fragen auf: Brauchen vielleicht die meisten RNAs zur Ausübung ihrer regulatorischen Funktion in Bakterienzellen gar keine Proteine? Und welche Prozesse werden durch die RNA-Bindeproteine überhaupt reguliert?

„Das möchten wir herausfinden, und dafür eignen sich Meningokokken wegen ihres relativ überschaubaren Erbguts besonders gut“, sagt Schoen. „Unser Ziel ist es, den gesamten Bestand an RNA-Bindeproteinen in Meningokokken mit etablierten Hochdurchsatzverfahren systematisch zu identifizieren.“

The minimal meningococcal ProQ protein has an intrinsic capacity for structure-based global RNA recognition. Nature Communications, 4. Juni 2020, DOI: 10.1038/s41467-020-16650-6

Kontakt

Prof. Dr. Dr. Christoph Schoen, Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Universität Würzburg, T +49 931 31-46162, cschoen@ hygiene.uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Jörg Vogel, Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung Würzburg, T +49 931 31-82575, joerg.vogel@ helmholtz-hiri.de

Förderer

Finanziell gefördert wurde diese Forschungsarbeit vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) Würzburg.

Fakten zum HIRI

Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) wurde im Mai 2017 als gemeinsame Einrichtung des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gegründet. Mit Sitz auf dem Campus des Würzburger Uniklinikums widmet sich das HIRI als weltweit erstes Institut seiner Art der Rolle von Ribonukleinsäuren (RNAs) in Infektionsprozessen. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden in einem integrativen Forschungsansatz neue Therapieansätze entwickelt und durch Entwicklung pharmazeutischer Anwendungsformen klinisch anwendbar gemacht. www.helmholtz-hiri.de

 

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Uniklinikum Würzburg: Myelom-Forum jetzt erstmals digital

Am Samstag, den 4. Juli 2020, setzt das Uniklinikum Würzburg sein beliebtes Myelom-Forum fort. Neu ist, dass sich die Experten, Patienten, Angehörigen und sonstigen Interessierten in diesem Jahr nicht im Hörsaal, sondern online auf einer Videokonferenz-Plattform treffen. Im Mittelpunkt stehen aber weiterhin aktuelle Informationen über Erkenntnisse aus der Erforschung und der Therapie der bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks.

In den vergangenen Jahren bislang neun Mal kamen Interessierte aus dem gesamten Bundesgebiet ans Uniklinikum Würzburg (UKW), um sich beim Myelom-Forum einen Tag lang von den dortigen Experten laienverständlich über neue Erkenntnisse zum Multiplen Myelom informieren zu lassen. Doch im Corona-Jahr 2020 ist alles etwas anders: Aufgrund der Kontaktbeschränkungen zum Infektionsschutz findet die kostenlose Veranstaltung erstmals online statt. „Wir werden am Samstag, den 4. Juli, um 9:00 Uhr eine etwa dreistündige Videokonferenz auf der Softwareplattform Skype for Business starten“, berichtet Prof. Dr. Hermann Einsele. Der Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW und international anerkannte Myelom-Experte fährt fort: „Sechs Spezialisten des Klinikums werden in dieser Zeit Neuigkeiten aus der Diagnostik und der Therapie der Erkrankung vorstellen sowie ein Update zu den Forschungsfortschritten präsentieren.“ Nach seinen Angaben haben die Teilnehmer/innen nach jedem Vortrag Gelegenheit, sich per Chat zu Wort zu melden und individuelle Fragen zu stellen. Das genaue Programm gibt es im Veranstaltungskalender unter www.ukw.de/medizinische-klinik-ii.

Vorteile eines digitalen Forums

Mit der aus der Not geborenen digitalen Version des Forums sind laut Prof. Einsele eine ganze Reihe von Vorteilen verbunden. Er erläutert: „Ich gehe davon aus, dass das neue Modell gerade in Phasen von auch anderen, häufigen Infektionen attraktiv ist – zum Beispiel im Herbst, wo wir es ja oft mit Grippe-, RSV- und weiteren Viren zu tun haben. Per Videokonferenz haben speziell auch immungeschwächte Patienten die Chance, gefahrlos Fortbildungsveranstaltungen wahrzunehmen.“ Zudem bestünde die Möglichkeit, die ganze Familie vor dem Bildschirm zu versammeln und diese ebenfalls zu informieren.

Ein weiteres Argument: Auch Menschen aus größerer Entfernung können online leichter am Myelom-Forum teilnehmen. „Wir haben für die erste digitale Veranstaltung beispielsweise schon die Anmeldung eines deutschen Patienten, der aktuell in Shanghai in China lebt“, sagt Prof. Einsele.

Das bisherige Hörsaal-Konzept wird parallel weiterverfolgt

Der Experte ist sich aber auch bewusst, dass für viele Patienten und Angehörige weiterhin der persönliche Austausch und die Beratung im zwischenmenschlichen Kontakt wichtig sind. „Deshalb werden wir natürlich auch in der Zukunft anstreben, wieder Treffen im Hörsaal zu haben. Das genaue Zusammenspiel von digitalen und ‚analogen‘ Informationswegen wird sich noch herausschälen“, kündigt Prof. Einsele an.

Anmeldung erforderlich

Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis 19. Juni 2020 bei der Organisatorin Gabriele Nelkenstock unter E-Mail: info@ kampfgegenkrebs.de oder Tel: 0931/29985095 erforderlich. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmer/innen per E-Mail die Zugangsdaten sowie eine detaillierte technische Anleitung.

Kastentexte:

Über das Multiple Myelom

Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses.


Über die Expertise des Uniklinikums Würzburg

Das Uniklinikum Würzburg ist eines der europaweit führenden Zentren bei der Behandlung von Multiplem Myelom. Außerdem gehört diese bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks zu den Forschungsschwerpunkten der Medizinischen Klinik und Poliklinik II und des Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken.

 

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Aktionstag gegen den Schmerz: Uniklinikum Würzburg beteiligt sich an Patienten-Telefonhotline

Anlässlich des bundesweiten „Aktionstags gegen den Schmerz“ gibt es am 2. Juni 2020 eine kostenlose Patienten-Hotline. An diesem Tag stehen Experten aus der von Prof. Dr. Heike Rittner geleiteten Schmerztagesklinik des Zentrums für Interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg zwischen 9:00 und 18:00 Uhr für Fragen rund um das Thema Schmerz zur Verfügung.

Ziel des in diesem Jahr zum neunten Mal von der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. und ihren Partnerorganisationen veranstalteten, bundesweiten „Aktionstags gegen den Schmerz“ ist es, über Information, Beratung und Aufklärung einen „Schutzschirm für Schmerzpatienten“ anzubieten. Im „Corona-Jahr“ gehört zu den am 2. Juni 2020 organisierten Veranstaltungen auch eine kostenlose Telefon-Hotline. Dort beantworten zwischen 9:00 und 18:00 Uhr mehrere Dutzend Experten Patientenfragen rund um das Thema Schmerz. Unter diesen findet sich auch Konrad Rammelt vom Uniklinikum Würzburg. Der Schmerzexperte aus dem Zentrum für Interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZIS) erläutert: „Die Zeiten, in denen Schmerzen ausschließlich mit Pillen behandelt wurden, sind lange vorbei. Wirksam ist ein Therapiekonzept, das zusammen mit dem Patienten alle Möglichkeiten der Behandlung auslotet. Wir wollen Interessierte darüber informieren, was heutzutage therapeutisch möglich ist.“ Die denkbaren Anfragethemen sind nach seinen Angaben weitgespannt, wie zum Beispiel langanhaltender Rückenschmerz, Kopfschmerzen, Migräne, Gelenkschmerz bei Arthrose oder Rheuma, chronischer postoperativer Schmerz, neuropathischer Schmerz wie schmerzhafte Polyneuropathie beim Diabetiker und vieles mehr.

Zu erreichen ist die Hotline am Aktionstag unter der kostenlosen Tel: 0800 18 18 120.


Kastentext:

Schmerzen in Zahlen

Etwa 23 Millionen Deutsche (28 Prozent) berichten über chronische Schmerzen. Bei sechs Millionen von ihnen sind die chronischen Schmerzen so deutlich ausgeprägt, dass sie sich im Alltag und im Berufsleben beeinträchtigt fühlen. Die Zahl derer, die unter chronischen Schmerzen und unter damit assoziierten psychischen Beeinträchtigungen leiden, liegt in Deutschland bei 2,2 Millionen.

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Pressemitteilung der Universität Würzburg: Gezielte Hirnstimulation gegen Bewegungsstörungen

Innovative Therapiestrategien für Menschen mit Bewegungsstörungen: Daran arbeitet ein neuer Transregio-Sonderforschungsbereich. Federführend sind Wissenschaftler der Uni und des Uniklinikums Würzburg sowie der Charité Berlin.

Viele neurologische Erkrankungen, die mit einer eingeschränkten Bewegungsfähigkeit einhergehen, sind Ausdruck einer gestörten Kommunikation zwischen verschiedenen motorischen Hirnarealen. Von „Netzwerkerkrankungen“ sprechen Mediziner in diesen Fällen.
Für diese Erkrankungen stehen eine Reihe vielversprechender Behandlungsverfahren zur Verfügung – beispielweise die tiefe Hirnstimulation mit Schrittmachersystemen –, die durch die gezielte Stimulation von Nervenzellen die motorische Netzwerkaktivität regulieren und damit erfolgreich Symptome von Patienten mit Parkinson, schwerem Zittern oder Dystonien lindern können. Neuromodulation lautet dafür der entsprechende Fachbegriff.

Zehn Millionen Euro für die kommenden vier Jahre

Welche Mechanismen der Neuromodulation bei verschiedenen Erkrankungen zugrunde liegen, untersucht ein neuer überregionaler Sonderforschungsbereich (SFB/Transregio). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ihn jetzt genehmigt und für zunächst vier Jahre mit zehn Millionen Euro ausgestattet.

Der SFB trägt den Titel „Behandlung motorischer Netzwerkstörungen mittels Neuromodulation“; er wurde von der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Universitätsklinikum Würzburg konzipiert.

Die im SFB gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, innovative Therapiestrategien für Menschen mit Bewegungsstörungen zu entwickeln und die Anwendung auf bislang schlecht behandelbare Krankheitssymptome, wie Gangstörungen oder Schlaganfallfolgen, auszudehnen.

Das Verbundprojekt bringt international führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Grundlagenforschung und Klinik der beiden Hauptstandorte sowie der Hebrew University of Jerusalem, der Universität Düsseldorf, des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften, der Universität Potsdam und der Universität Rostock zusammen.

Hirnaktivität selektiv unterdrücken

„Unsere Vision ist es, Neuromodulationsverfahren für die klinische Praxis zu entwickeln, die netzwerkspezifisch ansetzen, um komplexe klinische Syndrome behandeln zu können“, sagt Professorin Andrea Kühn, Sprecherin des Verbundes und Leiterin der Sektion Bewegungsstörungen und Neuromodulation an der Klinik für Neurologie und Experimenteller Neurologie der Charité. „Dazu wollen wir mit minimaler Invasivität an spezifischen Knotenpunkten des Netzwerkes im Gehirn eingreifen, um die pathologisch veränderte Hirnaktivität selektiv zu unterdrücken.“

Ein Schwerpunkt der Forschung an der Charité ist die Entwicklung bedarfsgesteuerter Schrittmachersysteme, die nur dann aktiv werden, wenn die wechselhaften Krankheitssymptome im Alltag auftreten. Hierzu sollen die Hirnsignale entschlüsselt werden, die für gesunde und krankhafte Bewegungsabläufe charakteristisch sind, um sie gezielt zu beeinflussen.

Individuell optimierte Stimulations-Algorithmen

Arbeitsgruppen an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) ergänzen diese Forschung mit ihrer Expertise in Modellsystemen von Bewegungsstörungen, an denen grundlegende Mechanismen der Interaktion von Neurostimulation und Gehirnfunktion untersucht werden sollen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen im Rahmen des SFB-Projekts klinische und tierexperimentelle Befunde in gemeinsame Computermodelle übertragen, die zukünftig individuell optimierte Stimulationsalgorithmen vorhersagen können.

Damit soll es möglich werden, das individuelle Beschwerdebild einzelner Patienten durch eine personalisierte Neuromodulation zu lindern.

„Die koordinierte Zusammenarbeit von international ausgewiesenen Grundlagenwissenschaftlern, Experten für digitale Medizin und Klinikern mit dem Ziel einer raschen Übertragung von Forschungsergebnissen in verbesserte Neuromodulationstherapien bei Patienten macht diese Verbundinitiative weltweit einmalig“, erklärt Professor Jens Volkmann, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Würzburg und Mitinitiator des SFB.

Der Sonderforschungsbereich wird an den beteiligten Standorten Strukturen etablieren, die darüber hinaus der Nachwuchsförderung im Bereich der Neuromodulation dienen, die in den konventionellen Studiengängen noch unzureichend abgebildet ist.

JMU-Präsident Alfred Forchel hat den Prozess der Antragstellung eng begleitet: „Ich freue mich, dass durch die Bewilligung des Sonderforschungsbereichs die Würzburger Universitätsmedizin ihre Spitzenstellung in der klinischen Anwendung und Erforschung der Neuromodulation weiter ausbauen kann.“

Sonderforschungsbereiche der DFG

Sonderforschungsbereiche (SFB) sind langfristige Forschungseinrichtungen, die die Bearbeitung innovativer und anspruchsvoller Forschungsvorhaben im Verbund ermöglichen. Im Gegensatz zu einem klassischen SFB wird ein SFB/Transregio (TRR) nicht von einer, sondern von zwei oder drei Hochschulen gemeinsam beantragt und getragen. Die Projekte werden von der DFG zunächst für vier Jahre finanziell gefördert. Die Förderung kann nach erfolgreicher Evaluation um zwei weitere Förderperioden von je vier Jahren verlängert werden.

Kontakt

Prof. Dr. Jens Volkmann, Neurologische Klinik und Poliklinik, T: +49 931 201-23751, volkmann_j@ ukw.de

 

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Halbstarke Wanderfalken am Uniklinikum Würzburg

Auch in diesem Jahr gab es bei den Wanderfalken des Uniklinikums Würzburg wieder gesunden Nachwuchs. Aktuell kann man auf dem Altgelände des Krankenhauses an der Josef-Schneider-Straße die Jungvögel bei ihren Flugübungen beobachten – oder ihnen von Fall zu Fall auch am Boden begegnen.

Der Nistkasten im Kuppeldach des markanten Heizkraftwerkkamins des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Josef-Schneider-Straße ist auch in diesem Jahr wieder die Brutstätte für ein Wanderfalkenpärchen. Vor rund sieben Wochen schlüpften zwei männliche und ein weibliches Küken. Mittlerweile sind sie groß genug, um erste Ausflüge zu machen. „Allerdings gelingt es ihnen anfangs manchmal nicht, aus eigener Kraft ins Nest zurückzukehren oder auf einem erhöhten, sicheren Ort zu landen“, sagt Prof. Dr. Ulrike Kämmerer. Die Biologin der Würzburger Universitäts-Frauenklink ist geprüfte Falknerin und eine der Personen, die am Klinikum die Wanderfalken betreuen. Sie fährt fort: „Die halbstarken Vögel landen dann am Boden, von wo aus sie zunächst nicht mehr starten können. Das sind die Momente, in denen man ihnen als Fußgänger begegnen kann.“ So zum Beispiel am 20. Mai dieses Jahres, als die Beschäftigten des Technischen Betriebs des UKW Prof. Kämmerer darüber informierten, dass einer der Greifvögel über ihren Parkplatz hüpfe. Gemeinsam fingen sie das streng geschützte Tier vorsichtig ein und brachten es zurück in den Nistkasten auf dem Abgasschlot. Am selben Tag wurde außerdem die Schwester des männlichen Vogels am Boden gesichtet und gefangen. „Diese haben wir auf dem Dach des UKW-Gebäudes D16 ausgesetzt, auf dem wir schon einige Tage zuvor den zweiten Bruder und einen Gast aus dem Würzburger Stadtgebiet mit etwas Futter platziert haben“, berichtet Prof. Kämmerer. Der Gast ist ein Jungfalke, der nicht mehr in seinen Nistkasten auf der Kirche Stift Haug zurückgebracht werden konnte und von der Greifvogelhilfe Würzburg versorgt wurde. Der Nachwuchs inklusive „Gastkind“ wird auch auf dem „Außenposten“ von den Falkeneltern mit Futter versorgt, bis es mit dem eigenen Fliegen und Jagen zuverlässig klappt.

Besser nicht selbst anfassen

Alfred Eberl, Elektriker vom Technischen Dienst des UKW, der sich in seiner Freizeit in der Kreisgruppe Würzburg des Landesbundes für Vogelschutz engagiert, gibt ein paar Tipps zum richtigen Umgang mit Wanderfalken in Bedrängnis: „Wenn Sie braune Greifvögel auf dem Klinikumsgelände am Boden sitzen oder herumhüpfen sehen, rufen Sie bitte in der Elektrowerkstatt des UKW-Heizkraftwerks unter der Telefonnummer 0931/20155550 an. Die Kollegen sind informiert und geben Ihre Nachricht an mich weiter.“ Vom Versuch, die Tiere selbst anzufassen, rät der Greifvogel-Experte dringend ab – zu groß sei die Gefahr, durch die mächtigen Krallen oder den starken, scharfen Schnabel verletzt zu werden.

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